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Hesfische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Nummer 29.

Mittwoch, 4. Februar 1925.

Einzelnummer 10 PI-, Sonntag« 15 Pf

Deutschland aus dem Weltmarkt

bracht werde. Er sei überzeugt, datz es den deutschen Führern gelingen werde, Deutschland durch alle Klippen hindurch zu steuern, erklärte cdoch, es sei tief bedauerlich, datz das Vertrauen, das Dr. Luther und seine Re- gierung verdiene, in der öffentlichen Meinung des Auslandes durch die Programme der rechts­radikalen deutschen Seite beeinträchtigt werde. Sir Philip äuherte sich

sehr optimistisch über die Zukunst der deutschen Industrie

und Deutschlands. Wesentlich sei jedoch, datz fich der Aufstieg Deutschlands in einer Atmosphäre des Z u s a m m e n w i r k e n S mit der britischen Industrie entwickele. Er bezeichnete den russi­schen Markt als vollkommen aussichtslos, solange dort Fanatiker herrschten, deren Haupt­ziel die Weltrevolution sei.

Was wird Griechenland tun!

Frankreich auf Seiten der Türket.

Paris, 3. Februar. (Eigener Drahtbericht.) Herr io t empfing gestern den g r i e ch i s ch e n Ge. sandten Politis in der Angelegenheit des grie­chisch-türkischen Konflikts. Fn Paris billigt man das Vorgehen der Türkei, weil man sich da­von überzeugt hat, datz der Patriarch den Aus- tauschgcsetzen unterworfen ist und eine töt»

Wer wirb Obmann der Beulfkvnakwnafts.

Berlin, 3. Februar. (Privattelegramm.) Ge­stern nachmittag tagte die deutschnationale Volkspariei. Vorherqegangen war eine Lltzung des Vorstandes. Es ergab sich die Möglichkeit, daß die Wahl des neuen Parteivorsttzenden we­gen der schwerwiegenden polittschen Entscheidun­gen in Peußen bis 21. Februar vertagt wird.

Nach Braun... Horion.

Gescheiterte Kabinettsversuchc in Preutzen.

(Eigene Drahtmeldung.s

Berlin, 3. Februar.

In Besprechungen des Ministerpräsidenten Braun mit der Deutschen Bolkspartei l e h n - t e n diese die Rückkehr in die große So al t- tion entschieden ab. Das Zentrum fleht damit die Bemühungen des Ministerpräsidenten Braun als gescheitert und hat sich be e'.ts an den schon einmal genannten Landeshauptmann der Rheinprovinz Hari«« gewandt, mit der Bitte zur Nebernahmc der Mi- nisterprästdentschast. Man Senft daran, ein Ka­binett Horion lediglich nuS den Reihen der Deutschen Bolkspartei, der Wittschaftsvartel, des Zentrums und der Demokraten zu bilden, und hofft, mit den Sozialdemokraten Ab­machungen über eine wohlwollende Neu- traliiät eingehen können. Bon der rcutz'- schen Zentrumssrattton sollen fich 69 Abgcord. nete für das Festhalten an der Weimarer Koali­tion ausgesprochen haben, 12 dagegen ür -tu bürgerliches Kabinett der Mitte. Sollte stch die Wirtschafts- und die Deutsche Bolkspartei gegen rin Kabinett Horion auSsprechen, so will die Zentrumsfraktion die Auflösung dcs Landtages ft, die Wege leiten. Ministerpräsident Braun wird jedoch feinen Auftrag vor Mittwoch abend bezw. vor Donnerstag nicht zurückgeben

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Das Maff<nöe Deutschland.

Geheimrat Duisberg über brennende Probleme.

(Privar-Telegramm.)

Köln, 3. Februar.

Einem Presievcrtretcr gegenüber Sutzerte fich der Vorsitzende deS Judustrieverbandes Geheim­rat Dr. K. D u i s b e r g über die akuten Wirt- schastsproblemc dahin, datz zuerst die Rege­lung der Handelsbeziehungen Deutschlands zu den fremden Staaten, dann das hochbedeutsame Problem der Steuerreform und schließlich die so ziale Frage zu regeln wären. Duisberg tritt für eine grundsätzliche Neuregelung der Handelsvertragsbeziehungen auf der Basis eines

internationalen Abbaus der Zollmauern

ein, die allein eine Abtragung der internationa­len Schulden und eine normale Entwicklung ge­währleisteten. Deutschland müßte mit dem be­stimmten Angebot der uneingeschränkten gegenseitigen Meistbegünstigung hcrvortreten. Bis dabin wird sich die deutsche Industrie ein Rüstzeug in der Gestalt des d e u t - ichen Zolltarifs erhalten und schaffen müs­sen. In Bezug auf das S t e u e r p r o b l e m erwartet die Industrie nicht nur eine gerechte Regelung der Steuerschuld für 1924, sondern endlich auch ein

normales Veranlagungsverfahren auf der Grundlage einfacher und klarer Gesetze.

Auf dem s o z i a l e n Gebt e t müßte alles ge­tan werden, was sich wirtschaftlich und kulturell vertreten ließe. Man kann sonst zur Arberts- zeitfrage stehen wie man will, der Uebergang vom Zweischichten- zum Dreischichtensy- st e m in der Schwerindustrie, das er selbst schon in der Vorkriegszeit in der chemischen Industrie eingeführt hatte, wäre nur dann zu rAtfertigen, wenn damit unseren produktiven Fähigketten kein Abbruch geschehe.

Die ttaiietei üieueften Rachrudlen cricheinen wSchenllich I-chSmai nachmittags. Der abonnementSoreiü beträgt für Sen Monm 2. Mk bei freiet Zufielluna tn8 HauS, in der «SefchäftSiielle abgebelt lRv Mk. Durch die Poft monatlich 2.00 $lf. ausichlienlich Zustellungsgebüdr Verlas und Redaktion Schlachthofftrahe 28/30. Kernfprecher 961 und 052. ftflr unverlangt eingefandte Beiträge kann die Re­daktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Satte übernehmen. Rück­zahlung d-8 Bezugsgelde« ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäkiger vieferuno tft ansaefchlonen Postscheckkonto Frankfurt a. Main Nummer 6380.

Einzelnummer 10 Bk Snnntnas 15 Pt 15. Jahrgang

Wiener Allerlei.

Freuden und Leiden der lebensfrohen Stadt.

Erpresser und Detektiv. Eine verkrachte Bühne. Billige Tbeaterpreile. Ecke­ner kommt. Wagners Haarlocke.

Neben der noch immer nicht ganz behobenen durch die lange Trockenheit erzeugten Mas­er s n o 1 werden auch die Gefahren, denen die noch nach wenigen zählende Klasse der Besitzen­den ausgesetzt ist, durch täglich neu auftauchende Schwindler vermehrt. Ein äußerst listig angelegter Betrug wurde m ulich von zwei Polen an einem Wiener Tertilwarenfabri. kanten verübt. Die beiden Gauner täuschten dem Fabrikanten die Hinterlegung einer kostba­ren Perlenschnur in einem Banksafe vor und versprachen dafür ein Darlehen von tausend Pfund von Brünn aus zu senden. Jedoch kein Geld kam, statt dessen aber ein Brief der beiden Polen» in dem sie den Fabrikanten verhö hn- t e n. Dieser erstattete die Anzeige; man öffnete das Safe und fand es leer. Die beiden Polen sind aus Wien verschwunden. Einer von ihnen wurde kürzlich in Sofia verhaftet.

Die Wiener Finanz- und Jndustriearößen sind konstant das Ziel für die aus eine günstige Gelegenheit lauernden Erpresser. Sigmund B o s e I, der die Nachkriegskonjunktur geschickt auszunützen verstand, ist heute einer der I n d n. striekapitäne Oesterreichs u-d mehrfa. chrr Bankpräsident. Nun hat der Sohn eine« Wiener Rechnungsbeamten einen Erpressungs- versuch an ihm verübt. Ein Dienstmädchen über­brachte ihm ein Schreiben, in dem et ausgefor- dert wurde, einen Bettag von zweihnndert Mil- lionen Kronen bei einem Hotelportier zu hinter- legen, andernfalls ihm mit einem Ueberfalle ge­droht wurde. Bose leistete dieser Ausforderung Folge. Die Hoielleitung wurde vorher instruiert, und Detektivs hatten das Hotel umstellt. Ein Dienstmann holte das Kuvert ab und begab sich im Auto zum Westbahnhofe. Die Detektive folg­ten. Vor dem Westbahnhos stieg der Dienfimann aus und übergab einem dort wartenden jungen Manne das Kuvert. In diesem Augenblick nah- men die Detektivs die Verhaftung deS jungen Mannes vor. Dieser Fall erinnert an den vor kurzer Zeil an dem Violinvirtuosen Fritz Kreis­ler bei seiner letzten Anwesenheit in Wien unter gleichen Umständen verübten Erpressungkverfuch und man hat die Frage aufgeworfen, ob nicht dieselbe Person die beiden Versuche verübt ha­ben könne.

Auch die Wiener Theaterkrtse hat noch nicht ihr Ende gefunden und fordert immer neue Opfer. So mußte daS .Moderne Theater", eines der kleinsten und luxuriösesten Theater Wiens, ins Ausgleichsverfahren treten. Ein Mäzen hatte diese Miniaturwerkstätte der Kunst und des guten Geschmackes vor kurzer Zeit für die Gesellschaft errichtet, wo man in einem ele- ganten und dabei heimlich eingerichteten Raume Abende voller Pikanterie und leichter Grazie ge­nießen konnte. Direktor Gruder-Gunrram, Der frühere Letter der Volksoper, wurde zum Ausgleichsverwalter ernannt. Die Wiener The­aterdirektoren, die nun um ihre Betriebe besorgt sind, haben in einerEing«^- die Herabsetzung der Lustbarkeitsabgabe gefordert. Trotz der Ableh­nung und »rotz großer Abgaben und Steuerla­sten haben sich die Direktoren veranlaßt gesehen, die Eintrittspreise der Theater herabzusetzen, um wenigstens so etr. ausverkauftes Haus zu er­zielen.

Ein nahe bevorstehender interessanter Vortrag erregt das Interesse des Wiener Publikums. Dr. Eckener, der Führer des Zeppelinluftschiffes »Z. R. 3", wird auf Veranlassung deS deutschen Gesandten Dr. Pfeiffer nach dem Fasching in Wien zugunsten der deutschen ReichShilfe einen Vortrag über die Fahrt des Zeppelin 3 im pori- gen Jahre von Friedrichshafen nach Lakehurst halten.

Die Großen aus der Reihe der Tonkunst feiern nicht nur in Musikerkreisen und auf der Bühne ihre Auferstehung, sondern auch im Versteige- rungSamte erleben sie eine Wiedergeburt. 3» wurde unlängst imDorotheum" in Wien eine Haarlocke Richard WagnerS versteigert und erzielte nach einem Austüfungspreise von zweihunderttausend Kronen einen Betrag von vierhundertzwanzigtaufend Kronen, den em Wiener Sammler dafür bezahlte.

Bärtle zu Bieren.

Amerika als Napoleon der Weltwirtschaft.

Von

Staatssekretär z. D. Frhr. v. Rheinbaben M. d.R.

Die htnschleppende Taktik der Entente inbe- zug auf die Kölner Zone hat ihren Grund darin, daß diese unter stch über das wettere Vorgehen nochnicht einig geworden ist und sich scheut, diese Nichtübereinstimmung nach außen zu zeigen. Die inneren Ziele der englischen und französischen Politik sind eben verschieden. Dementsprechend wenden beide Mächte die ihnen zur Verfügi>«g stehenden Druckmittel auch verschieden an ui^ suchen dabei für sich besondere Vorteile herauszuholen. So­lange diese innere, für die Oesfentlichkeit mit schönen Worten und Phrasen verkleisterte Mei­nungsverschiedenheit nicht irgendwie ausgetragen ist, bezahlt Deutschland wie üblich die Zeche. Soviel man auch heute von gemein« samen europäischen Interessen, vom Völkerbund und von anderen schönen Dingen redet, so sehen wir Deutschen doch aus dem tatsächlichen Gang der großen Politik mit voller Deutlichkeit, daß Die Dinge in Europa sich von selbst, d. h. durch irgendwelche Entwicklungen der in Europa entscheidenden beiden Mächte England und Frankreich nicht zu einem Zustand von wirklicher Ruhe, Ordnung und Aufbau entwik- keln werden, wenn nicht weitere reale Kräfte und Tendenzen in der Welt aus dieses friedlose Europa einwirken. Ich sehe solche Kräfte im politischen und finanziellen Machtbereich der Vereinigten Staaten von Amerika. Deutschland gegenüber entschied Amerika den Krieg. Es folgte der Wilson-Betrug und die Abkehr Amerikas von Europa. Als dann der Ruhrein­bruch drohte, versuchte der jetzt abtretende Staatssekretär Hughes den Gedanken einer Sachverständigenentscheidung für das Reparationsproblem zu lancieren. Auch in der heute wieder so brennend gewordenen Frage der .Sicherheit Frankreichs", erbot sich schon damals die amerikanische Diplomatie zur Uebermittlung des von der Cuno-Regierung an- gebotenen gegenseitigen Sicherheilspaktes an Frankreich und England. Aber jenes erste Posi­tive Einwirken der amerikanischen Politik war viel zu schüchtern und zu energielos, um gegen­über der rücksichtslosen verbohrten Politik des Herrn Poincarö Erfolg haben zu können. Die schwindende Kaufkraft Europas und der insbe­sondere durch den Ruhreinbruch herbeigeführte chaotische Zustand der deutschen Wirtschaft und Währung ergab dann endlich den Wende­punkt. Wenn auch unter den äußeren beschel- denen Formen desBeobachters" trat Amerika wieder auf den europäischen Plan. Die Londoner Konferenz wäre ohne Amerikas Mit­wirkung ebenso gescheitert, wie Genua oder all die anderen unfruchtbaren Konferenzversuche vorher. Nun ist der Dawes-Bericht in voller Ausn'hrung begriffen. Amerika zeichnete für sich allein die Hälfte der darin vorgeschriebenen Anleihe, es legte nebenher große Summen von privaten Geldern in der deutschen Wirt­schaft an und ist mit einem Wort heut in ganz anderem MaWabe wieder .a n D e u t s ch l an d interessiert" als dies etwa noch vor einem Jahr der Fall gewesen ist. Ich selbst habe an dieser Stelle aufgrund eigener Beobachtungen in den Vereinigten Staaten schon im vergangenen Herbst daraus hingewiesen, daß es auch abge­sehen von Handelsbeziehungen, Krediten und amerikanischen Agenten in den Reparations­komitees durchaus direkte Möglichkeiten deutsch-amerikanischer Politik gibt und daß es insbesondere daraus ankommt, in klarster ein­fachster und verfiändlick ster Form die amerika­nische öffentliche Meinung aus unser Ringen um d ie Freiheit des deutsch«« Rheins und seine Bedeutung für die Ausführbarkeit jabre- lanaer ober gar jahrzehntelanger deutscher Zah­lungen an das Ausland hinzuweisen. Seitdem Hai auch die außerdeutsche Entwicklung in Euro­pa noch erheblich dazu beigetragen, daß die ame- rtkanischen Interessen in der polittschen Entwick. lnng anderer europäischer Länder starker jum Ausdruck gelangen müssen. Rur daS Wichtigste fei hier genannt. .

England bezahlt bekanntlich ferne Kriegs­schulden in jährlichen Raten an Amerika ab. Vom englischen Standpunkt aus eine mutige Tat um den englischen Kredit in der Welt wie­der zn heben. Die Engländer pflegen w Pr>- vatgesprächen die Rückzahlung ihrer «chulden an Amerika etwa fo ztt bezeickmen: .England ist daS einzige Land, das wirklich Reparationen zahlt' Dabei vergessen sie natürlich über den Schaden des Ruhrkampses und vielem anderen freundlichst Die ungeheuren Leistungen, Die Deutschland bereits ausgebracht hat und »n denen sie sich felbft durch Wegnahme der Flotte, der Kolonien, des deutschen Außenhan­dels ufto. einen recht erheblichen Anteil ge­sichert haben. Solange in Frankreich Herr Poincars regierte, haben abgesehen von Der

ersten Anregung des Sachverständigen-Gutach - tens und jenes vorher besprochenen sofort stek- ken gebliebenen Sicherheitsangebots Die inter­nattonalen Bankiers im Früh ahr des Jahres 1922 versucht, das kommende Unheil aufzuhal­ten. Aber ihre Stunde war erst nach dem wirt­schaftlichen und finanziellen Fehlschlag des Ruhrunternehmens gekommen. Der auf ihn folgende französische Währungssturz wurde nur durch schnelles Eingreifen Der amerikanifü'en Finanz aufgehalten. Neuwahlen, Serrtot, Üjtn-- den heißen die weiteren Etappen. Seitdem stnd einige Monate dahin gegangen und nachdem einmal Amerika die ersten Schritte getan hat, folgen jetzt automatisch die weiteren. Bei wei­tem am wichttgsien aber ist DaS Problem Der interalliierten Verschuldung unb Darin wieder die Frage, ob und was Frankreich von seinen Kriegsschulden an Amerika zurück­zahlen wird.

Ein oppositioneller Abgeordneter vertrat in der Pariser Kammer die Ansicht, daß Amerika Frankreich fein Leben verdanke und daß Frank­reich infolge seiner eigenen großen Osser mo­ralisch nicht zur Zahlung verpflichtet wäre. Unmittelbar auf diese Rede erfolgte Die Antwort aus Dem amerikanischen Senat, daß Frankreich im Kriege nicht nur große Terrt- torien gewonnen, lonDern auch sonst so viel Vorteile gezogen hätte, daß Amerika auf eine Rückzahlung der an Frankreich wächrenD des Krieges gegt. Denen Anleihen bestehen müsse. So steht denn heute schon eins fest: Dieses mit den bisherigen Mitteln der Finanztechnik und mit wirklichen Geldzahlungen ebensowenig Wie im Fall« Deutschlands zu bewältigende Problem hängt aufS Engste mit der E n t w i ck l u n g der Weltwirtschaft überhaupt zusam­men. Ganze Völker können solche Summen auch nur annähernd nicht in Valuta bezahlen. Es wird also eine allgemiene gegenseitige Schuldenäufrechnnng einerseits und an­dererseits eine Neuregelung und Belebung Der Methoden der heutigen Weltwirtschaft notwen- Dta fein, um überhaupt irgendwelchen Lösungen näherzukommen, Die sich in Die Praxis um­setzen lassen. Drüben in Amerika hat man die? längst begriffen. Es wäre möglich, daß na" dem Rücktritt von Hughes schon rein äußerlich durch die Auswahl Der neuen maßgeblichen Be­rater des Präsidenten Coolidge das für den Wiederaufbau Europas notwendige immer stär­kere Hervortreten Amerikas stch kundtut.

Dom Völkerbund will ja Amerika nichts wis­sen. Wie sehr man in Amerika fühlt, daß neben wirtschaftlicher Unvernunft die ungelöste Ab- rüstungs frage und imperialistische Gelüste gewisser Nationen Europa nickt zur Ruhe kom­men lassen, gebt aus mancher Aeußerung her­vor, die von offizieller Seite zu uns dringt. Immer wieder kommt die amerikanische Politik auf die Notwendigkeit Verstärkung des EinWs- ses des Haaaer Schiedsgerichts zurück und vielleicht liegen hier gewisse Mögltchkeiten Amerika? Interessen mit gewissen Bestrebungen europäischer Sicherheiten, Garantiepakte oder wie man solche Verträge einmal nennen wird, nt verknüpfen. Aber im ganzen zeigt es sich immer deutlicher, daß der Wiederaufbau Europas davon äbhängen wird, ob neben den drei großen europäischen Völkern, dem deutschen dem französischen und dem englischen drüben über dem Ozean das reichste und mächtigste Volkder Welt sich zu ge­meinsamer Regelung der Hemmungen und Schäden in her Weltwirtschaft und in der Wrlt- volitik z u s a m m e n s i n d e t die der Weltkrieg hinterlassen bat. Wird diese große .Partie zu Pieren- wirklich zustande kommen? Wir Deutschen müssen dies dringen derhoffen tuiD unsere Politik müßte sie im Bereiche ihrer Mittel energisch erstrebenl

<gln Loblied auf Luther.

Deutsch englttche Fndufirte auf Dem Weltmarkt.

(Eigene Trahtmeldung.)

London, 3. Februar.

Da» Parlamentsmitglied Sir Philip D a w - so», der von einer vterwochtgen Reise durch Deutschland, Polen und die Randstaaten nach England zurückgekehrt ist, erklärte gestern, datz e» Ihm vor allem daraus angekommen fet, die enge Zusammenarbeit zwischen der den t- f * en und der englischen Industrie zu sör- dem, die ein Unterbieten und gegenseitiges Hals- nbfchn-iden auf den Weltmärkten verhindern könne. Besonders anerkennend Sutzerte fich Str Philip Tawson über Reichskanzler Dr. Luther. Er sehe in ihm einen

ehrlichen, waterlandsliebendkn und klugen Staatsmann.

Der entschlossen sei, mit den übrigen Nationen an Dem Wiederaufbau Europas mitzuar­beiten. Sir Philip sagte, er werde in Der eng­lischen Oesfentlichkeit Dafür eintreten, datz Dr. Luther volleSBertrauenentgegenge.