. Kasseler Abendzeitung
Sonnabend, 31. Januar 1925.
Herzliche Botschafterworte in Berlin
SS mutz rwis aeschkdrn.
i
gegenüber den Wunsch ausgesprochen, daß vor der Einbringung von Regierungsvorlagen die Vertreter derjenigen Parteien zugezogen wer. den, die an der Billtgkeitssormel fiir das neue Kabinett mitgewirlt haben, um sich so vor parlamentarischen Niederlagen zu bewahren.
Üeserungcn
rund 550 Millionen erhalten.
Und Wledkkld fchetvkt.
Washington, SO. Januar. (Funkmeldung ) Der deutsche Botschafter Otto von Wied- selb wird morgen Samstag sein Abschieds schreiben in Washington überreichen und sick) am 5. Februar nach Europa einschiffen. DaS Washingtoner Regierungsorgan bebt die Verdienste Herrn von WiedseldS rühmend hervor. Der Bcl- schoster hat sich in allen Kreisen des Landes große Hochachtung erworben.
Wer sich eMschulbigi.
Herriots Kommentar zur Deutschenhetze.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, SO. Januar.
RESkanzler rede!
Luther wird HcrriotS Anwürfen entgegnen (Eigener Informationsdienst.)
Berlin, SO. Januar.
Wie wir höre«, wird Reichskanzler Dr. Luther i« einer Rede vor den Prrffevertre- ter« deS Auslandes auf die KammererNärung
Aus gewanntem Fuß.
Das Frankreich Herriots und daS Deutschland
LuthcrS.
Die Kammerrede des französischen Ministerpräsidenten H e r r i o t laßt den außerordentlich ernsten Gegensatz erkennen, der immer noch zwischen Deutschland und Frankreich be- steht, und der für die nächste Zukunft weitere erhebliche Schwierigkeiten in der außenpolitischen Lage Hervorrufen wird. Reichskanzler Dr. Luther wird nunmehr prompt dem französischen Ministerpräsidenten antworten und man glaubt schon jetzt zu wisien, daß er den Ausführungen des französischen Regierungschefs ziemlich scharf entgegentreten wird. Uebereinstimmend hat man in Deutschland den Eindruck, daß Herriot mit Absicht die Schärfe des deutsch-französischen Gegensatzes betont hat, um damit zum Ausdruck zu bringen, daß vorläufig an eine Entspannung nicht gedacht wcr- bcn kann. Seine Rede hat denn auch in den Berliner Rcgierungskreisen einen überaus peinlichen Eindruck hervorgerufen. In den rechtsgerichteten Kreisen erklärt man, daß Herriot offensichtlich die Absicht gehabt habe, das neue Reichskabineti, dem er feindselig gegenüber stehe, zu provozieren. Trotzdem werde man deutscherseits in sachlicher und würdiger Form auf die Rede des französischen Staatsmannes antworten müssen, denn bei aller Entschiedenheit, mit der man deutscherseits die neuerlichen Angriffe HerriotS zurückweisen müsse, bestehe kein Grund, auf die Herausforderung Herriots einzugehen. Da das Sicherheilsproblem jetzt den Kernpunkt der gesamten europäischen Politik bildet, wird man auch deutscherseits die Umstände würdigen müssen, unter denen die gegenwärtige Diskussion entstanden ist und die bei *ber weiteren Entwicklung der Ditlgc eine grcche Rolle spielen würde.
26. Einzelnummer 1« Pk. etwa »e« 5 » Ps
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dir mit dem Abbruch des passiven Widerstandes notwendig gewordene Unterwerfung der Industrie unter das französische Diktat nicht aus Prtvatmitteln finanziert werden konnte. Dir jetzigen Oppositionsparteien können nicht sagen, daß sie über alle diese Dinge seinerzeit nicht genügend informiert worden seien. Staats- sekretar Fischer: Der Ruhrbergbau hat für. Mi- cumleisturtgen und erst recht für ReParationZ-
TNaltzadns Dank und KriSdniö.
Berlin, 30. Januar. (Eigener Drahtbericht.) In seiner Antwort aus den Toast des Botschafters Houghton sagte Botschafter v. M a l tz a h n u. a.: Bereits vor dem Fluge des Zeppelins haben Sie und Ihre hiesigen Landsleute die Ettlsernung zwischen Amerika und Deutschland verkürzt. Mit klaren und unparteiischen Augen haben Sie die Not und das Elend unse- res Landes gesehen. Die Damen Ihrer Bot- chast haben auf zahllosen unbekannten und ver- wrgenen Wegen die Lage meiner Landsleute gelindert. Ihre großen Organisationen haben uns viel in der sozialen Fürsorge ge- holsen. Deutschland ist durch die gefähr- lickste und schwerste Krisis hindurch gegangen. Amerika hat uns in dieser schwierigen Situation vollstes Verständnis enlgegengedracht, und zwar aus Veranlassung seines Botschafters in Berlin, Mr. Houghton. Aber wir glauben zuversichtlich, daß Sie daS freundliche Interesse für Deutschland auch nach London mit ich nehmen werden. Ich weiß die hohe Ehre zu würdigen, zu dem Vertreter meines Landes in der größten Republik der Welt er- nannr worden zu fein. Wenn ich jetzt nach den Vereinigten Staaten abreise, werde rch die aufrichtigen Wünsche und dankbaren Gefühle des deutschen Volkes mit mir nehmen. Mit einem Hoch aus die große amerikanische Republik schloß Botschafter von Maltzahn.
der Reichsregierung versprochene Denk schisst vorgelegt worden sei. Abg. Quaatz (Dtn.) erklärt, zu den bisher erfolgten Zahlungen fet die verfassungsmäßige Genehmigung des Reichstages nicht eingeholt worden. — Abg. Stöcker (Komm.) erklärt, daß die Handlungen der Reichsregierung den Versprechungen des damaligen Reichskanzlers Stresemann zuwider! iesen, wonach die Reichsregirrung ür die sogenannte Belastung der Ruhrindustrie >urch die Micumlieferungvverträge {einerlei Entschädigungen übernehmen soll. — Abg. Dr. Cremer (D. Vpt.): Es habe dock für nie- ’ "■* darüber bestanden, daß
Wolle der BarmherzlgM.
Houghtons AbfchiedArcden in Berlin.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 30. Januar.
Zu Ehren deS Botschafters v. Maltzahn gab der hiesige amerikanische Club gestern abend im Hotel Adlon ein Essen, an dem Bot- chafter Houghton sowie ein Bertreier der Kommission und 150 Mitglieder der amerlkani- chen Kolonie teilnahmen. Botschafter Houghton führte bei einen Begrüssungstoast u. a. aus: DaS deutsche Volk hat es mitten aus seiner eigenen Entbehrung heraus fertig gebracht, den grössten Teil per nötigen Mittel zur Linderung der Rot zusammenzubringen. Dann kam die Wendung. Als vergangenen Sommer der Dawcsplan angenommen wurde, kam daS Wunder, das wir heute sehen, ein Deutschland, Vas seinen Fuss wieder auf den schwierigen Weg zum wirtschaftlichen Wiederaufbau ^gesetzt hat. Möchten unsere amerikanischen Landsleute bald wieder hierher kommen, um die
Heimat Kants und Hebbelö, Goethes und Schillers, Beethovens und WagnerS kennen zu lernen, die alten deutschen Städte zu besuchen und die R p rn a n t i k dieses altebrwür- digen historischen Landes zu pflegen. Persönliche Berührung ist bei Nationen wie bei Individuen daS beste Mittel, um gegenseitige Sympathien im Leben tu schaffen und zu fördern. Ich glaube fest, dass der neue Botschafter von Maltzahn in Amerika Erfolg haben wird, nicht nur, weil er ein geschulter und erfahrener Diplomat, sondern weil er ein Mann des gute» Willens und daher am besten geeignet ist, eine Botschaft der Freundschaft und der ge- genseitigen Achtung von seinem eigenen grossen und barmherzigen Bolle zu jenem anderen grossen und barmherzigen Balke jenseits des Ozeans zn tragen, bei den« er akkreditiert ist. Botschafter Houghton schloss mit einem Hoch auf den Botschafter von Maltzahn.
Berlin, 30. Januar. (Eigener Informationsdienst.) Wie wir hören, steht nunmehr die «n Aussicht genommene Sondrerungsaktlon in der Frage der Sicherheiten unmittelbar be- vor, bei der deutscherseits der Wunsch ausge- sprochen wird, an der Lmung dieses wichtigen Problems positiven Anteil zu nehmen. In den Berliner Regierungskreisen glaubt man übrigens, daß die alliierten Regierungen schon seit längerer Zeit wegen dieser Frage tn Unterhandlungen stehen und daß insbesondere der englische Außenminister Chamberlain wahre,rd seines Pariser AusenthaltesmiiHe r r tot darüber eingehend verbandelt hat. Der Reichskanzler hat gestern Parlamentariern
industrie rund 45 -------------
gung auf Grund des Sonderverfahrens wurden rund siebzig Millionen veranschlagt, die zum größten Teil noch nicht ausgezahlt worden sind. Die Anträge d,'r Sozialdemokratie, die Aus- führung der mit Ruhrkohlenaktiengesellschasren geschlossenen Vereinbarungen sofort einzustellen und die Ausführung der Bekanntmachung über Ruhrschäden vom 10. Dezember 1924 vorläufig einzustellen, wurden abgelehnt. Dagegen wurde ein sozialdemokratischer Antrag ange- n o m m e n, der die Vorlegung einer Denkschrift über die Vergütung der Ruhrschäden verlangt: auch der demokratische Antrag wurde abgelehnt.
des franzöfischen Ministerpräsidenten Herriot eingehn und dabet namentlich die gegen Deutschland gerichteten Angriffe in der Entwaff- nungLfragc mit außerordentlich wichtigen Darlegungen beantworten. Im Zusammenhang damit wird fich der Reichskünzler auch in der Sicherheitensrage den deutschen Standpunkt zum Ausdruck bringen. Den Erklärungen des Reichskanzlers sind von grösster Bedeutung.
Der Genöarm am Mein.
England und die rheinische Sicherheitszone.
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 30. Januar.
In den unterrichteten Kreisen verlautet, daß die englische Regierung in der Garantiefrage einen eigenen Vorschlag ausgearbeitet Hal, der sich hauptsächlich auf die schon früher diskutierten Pläne einer Entmtlltarrsie. rung des Rheinlandes stützt. Dieses englische Projekt sieht unter anderem vor, daß anstelle der bisherigen alliierten Besetzung eine Gendarmerie des Bölkerbi«ndes tritt und die Kontrolle der Rüstungen im Rheinland durch besondere Organe des Völkerbundes auS- aeübt wird. In den deutschen Regrerung»krei- sp„ steht man diesem cnglifnxn Vorschlag ziemlich ablehnend gegenüber, da seine Verwirr- lidjunq eine Beeinträchtigung der deutsche« Souveränität im Rheinland bedeuten würde. Die englischen Abfichten würden d,e Lösung der Sicherheit»srage nnr erschweren.
Von größter Wichtigkeit ist die ganz offen« sichtliche Tatsache, daß die schat.se Tonart des französischen Ministerpräsidenten aus die Berichte der interalliierten Mllltar- kontrollkommission zurückgefübrt werden muß, die den größten Teil der in feinet Rede enthaltenen Anschuldigungen gegenüber Deutschland hervorgerusen Haven dürften. Hierzu wird von unterrichteter deutscher Regierungsseite bemerkt, daß das Enthüllungsmaterial der Kontrollkommission noch immer nicht der deutschen Regierung bekannt ist und daher auch kaum die Möglichkeit bestehl, eine wirklich sachliche Auseinandersetzung barüber mit Herriot einzugehen. Bemerkenswerter Weise hat Herriot die Forderung ausgesprochen, daß die EntwassnungSsrage diskutiert werden müsse. Hierzu ist die R-ichsregierung, wie sie immer wieder versichert hat, nicht nur bereit, sondern sie wünscht sogar» daß volle Ausklärung des Sachverhalts geschai- sen wird. Dazu ist es jedoch notwendig, daß der wirkliche Tatbestand der deutschen Regierung zur Kenntnis gebracht wird. Die Beschuldigungen der Kontrollkommission müssen selbstverständlich der ganzen Welt zugänglich sein, damit es möglich sein wird, ein objektives Urteil zu bil- den. In den Berliner Regierungskreisen ist man gegenwärtig der Ansicht, daß eine V er stand t- gung erzielt werden kann, wenn auch aus fran- Sher Seite endlich die Bereits ch a f t zu andlungen gezeigt wird. Die deutsche Re- giecung fei davon überzeugt, daß Herriot von sich aus keine ernsten Schwierigkeiten »tätigen wolle, wen» auch feine Methoden denen Poln- cares verzweifelt ähnlich sehen. Der Reichskanzler durste daher in seiner Antwort an den französischen Ministerpräsidenten daraus hmwet- sen, daß die Kammerrede auf die ganze Lage verschärfend gewirtt hat und daher nicht •geeionet sei, eine Politik der Entspannung bet den Teilnehmern des Weltkriegs zu sordern.
Die RuhrmiMonen.
Entschädigungen für die Großindustrie.
Unter dem Dtltat der Besatzung. — In- dnftrle und Strparationen. — Sktzarfe Kritik von itnto. — Wieviel Millionen Haven tie erbauen. — Aogelehn« nnd angenommen.
Berlin, SO. Januar.
Im Haushaltsausschuß des Reichstages kant gestern zunächst der sozialdemokratische Antrag bezüglich der Entschädigung für die Mt- c u m l a st e n an die Ruhrindustrie zur Sprache. Staatssekretär Fischer: Die Ruhrkohlen, industrie hat seiner Zeit die eigentlich dem Reich obliegenden Reparationslieferungen zu- nächs, auf sich übernommen und aus eigenen Kräften finanziert. Das war nur möglich, wenn die spätere Erstattung dieser Lasten aus Reichsmitteln zugesagt wurde. Das ist durch die damalige Reicksregierung geschehen indem durch Abkommen eine Vergütung der einwandfrei nachgewiesenen Leistungen bezw. Schäden wenigstens zum Teil vereinbart wurde. Diese Abkommen sind inzwischen zum großen Teil durchgeführt. In der Aussprache wurde von sozialdemokratischer und kommunistischer Seite
Befremden und starke Kritik darüber ausgesprochen, daß ohne etatsrechtliche Grundlage große Summen an die Ruhrindustrte ausgezahlt worden seien. Es solle gegebenenfalls ein Untersuchungsausschuß eingesetzt werden. Die Demokraten beantragten, bei der gesetzlichen Regelung der Ansprüche die Verteilung so vorzunehmen, daß in erster Linie die wittschatflich schwachen Kreise (Beamte, Angestellte, Arbeiter. Mittelstands Kleiniudustrreve) bei der Entschädigung berüchichligt werden. Der Vertreter des Zentrums hielt eine endgültige Prüfung erst für möglich, wenn die von
In der gestrige» NachmtttagSsttzung der französtskhen Kammer gab Ministerpräsident Her- riot folgende Erklärung ab: Ich wollte wemg- ficnS dem AnSlande beweisen, daß die D e m o - Traten ebenso patriotifch sind wie irgend jemand sonst. Ich habe gesagt, daß ich in allen Argumenten diSkuticren werde, well tch jetzt vor der lebten Gelegenheit stehe, die Sicher- heitSfrage zu regeln. Rach meiner Ansicht sind die drei Fragen:
Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit und Entwaffnung untereinander zu verbinden.
Meine Rede appelliert an die Vernunft, an daS Gewissen und an die Klus .eit der Manner der Freiheit und deS Friedens, besonders an die in Deutschland, «ur dadurch allein kann ein Verständnis erzielt werden, daS aus der wirklich tragischen Lage herauSfühtt. Was er fltftern gesagt habe, entspreche vollkommen der Politik der Sicherheit itnb des Friedens, die die Regierung getrieben habe und die man fortsetzen könne. Hierauf wird der öffentliche Anschlag der Rede Herriots endgültig beschlossen.
Sr Wirbt um die Kunst der varkrl.
Paris, 30. Januar. (Privottelearamm.) Vor seiner sozialistischen Fraktion gab Herriot spater folgende Erklärung ab: Ich habe aus außenpolitischen Gründen meine gestrige Rede gehalten. Da ick gezwungen War, mich zu einem Essen ins Elvsee zu begebe», habe ich gewisse E r k l ä - runge» über die deutsche Demokratie, die ick zu mache» beabsichtigte, unterdrücke» müssen. Ick wrdere die Sozialisten aus, mit Ihren rabtfalen und sozialistisch-republikanischen Kollegen den Anschlag meiner Rede anzunehmen. Nachdem Herriot sich entfernt hatte, beschloß die Fraktion mit 50 gegen 15
l Stimmen de» Anschlag bet Herriotrebe.
VrmSea als Zankapfel.
Heute hatte Kämpfe z« erwarten.
(Eigener Jnformattonsbienst.)
Berlin, 30. Januar.
Die preußische Regierungskrise schwcbtnock immer in einem Stadium der stärksten Widersprüche und Gegensätze. Zentrum. Sozialdemokraten und Demokraten werde» heute auf der sofortiger« Neuwahl des Minister- prüsidenten bestehen, und zwar wollen sie für den Zentrumspoliiiker Dr. Horrio«» aus Düsseldorf stiuimrn, von dem sie erwarten, dass er eine Regierung der bisherige» ttvalition bil- den wird. Die dtti Patteien werden deöh rlb gegen einen Bertrauensantrag stimmen. Das Zentrum selbst h««t den Entwurf zu einer Resolution ausgestellt und die Beteiligung a» einer RechtSreglernng «achvrücklich und xndgültig adgelehnt.
die chemische Industrie ntnb fünfzig Millionen, der Braunkohlenberabvu und die übrige Rhem- ^illionen. Ms Entschäpi-
«metaetmrelle: litnbetmttche SefiMf tSaiuetaen Seile lö »r<u auswärtige atueigen Zetie 20 Pfg, tiamtltenaniteigen delle löiSfa, kleine Anzeigen ^as Äori 2'OVig. Reklamen die Seile 7vPig. Offerlgebübr lO Srg. 'bei stufeudg der Ollerten 20 Pkg.i RechnungSbelräar sind innerhalb 5 Ta. m bezahlen. Maßgebend 'ft der Kurs SeS SahlunaSiageS. Kür die Richilgkeil aller hur» Kernlvrecker anigeaebenen Anzeigen kowie für Auknabmedalen und Uläse kann nichi aaranfiert werden. Kür Anzeigen mit besond. schwierigem Satz 100 «roz.Aufschlag. Druckerei: Schlachtbof- ftrafte^8/3l>. GeschäktSftelle' Soln.Slr.ki. aeaenüb.der Svobrftr. Sternf#r.951 n. MS.
DaS Reich als Arbeitgeber.
Zu Beginn der Beratungen über seinen Etat gab ReichSarbeilesmlnister Dr. Brauns eine Ueberfickt über Stand und Aufgabe» der deut- schen Sozialpolitik, In der Sozialver- sicherung, von der nur noch die äußere HWe übrig geblieben war, sind fast allenthalben die früheren Leistungen wieder erreicht, ja zum Teil gesteigert worden. In der Arve itszeitsrage wieS der Minister auf dir Verordnung für die Arbeiter der Hochöfen und Kokereien bin. Zur Frage der Ratifikation des Abkommens von Washington über den Achr- stundentag konnte der Minister Mitteilen, daß Deutschland die Ratifikation niemals grundsätz. lich abgelehnt hat und bereit ist, mit den übrigen in Betracht kommenden Staaten eine Verständigung herbei zuführen. Trotz des leider nur langsamen und nur teilweisen Wiederaufbaues der Wirtsckaft war es möglich, die Löhne zu erhöhen und ihre Kaufkraft zu heben. Die Sätze der Erwerbslosenunterstützung konnten im letzten Jahre um sechzig Prozent bis siebzig Prozent erhöht werden. Ein Gesetzentwurf über eine ArbeitSlofenversicherung ist fertig. Auch im
Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pk 15.
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