Nummer 25.
Einzelnummer 10 Pi Sonntags 15 Pf.
Freitag, 30. Januar 1925
Deutschland vor her Vaeifer Kammer
fast völlig oder doch n Paiermark gezahlt
dieser Fälle, wo mit einer
in hohem Maße entwerteten
M
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Man hoff: ruf Einigung.
San» im Seift? Voincarii
Paris, 29. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Die gestrige Rede Herriots hat die nationalistische Preffe überrascht. Sie erklärt, der Geist Poincarss habe durch den Mund Herriots gesprochen. Mehrere Zeitungen befürchten aber, daß die gestrige patriotische Umwandlung Herriots nicht von langer Dauer sein werde. Der Ministerpräsident habe schon zu oft den Eindruck erweckt, so heißt es. daß man seine Worte nicht mit seinen Taten in Uebereinstimmung bringen könne. Man müsse deshalb seine Taten abwar 1 e n. Die Linkspresse billigt die Rede im allgemeinen ebenfalls, obwohl in ziemlich kleinlauter und verlegener Weise.
Oberfinanzrat Dr. Hellwig am
1.10. 24 in die Dienste Barmats übergetreten ist, aber am 15. 9. noch Sachbearbeiter im Falle Barmat war. Präsident Schröder berichtet bann von einem Schreiben des Abgeordneten Keitmann worin dieser den
Finanzminister bittet, seinen Freund Barmat auch dem neuen Präsidenten der Staatsbank zu wohlwollender Berücksichtigung zu empfehlen. <cm ganzen stehen wir auf dem Ltandpunkt, erklärte der Präsident, daß Kreditgesuche, die uns mit politischen Empfehlungen übermittelt werden, mit ganz besonderer Vorsicht geprüft werden. Abg. L a d e n d o r f f (Wrtsch. Bereinig.» macht darauf aufmerksam, daß die größte Erhöhung der Barmatkredite Ende 1923 erfolgte, als Präsident Schacht die Reichs- b a n k k r e d i t e rücksichtslos sperrte unv »n der Börse schon die allerungünstigsten Gerückte über Barmat kolportiert wurden. Wie Finanz- lat Brekenseld erklärte, war der Staatsbank davon nichts bekannt. Auf eine Anfrage oes Abg. Suttner (Hoz.) erklärte der Handels.
chon eine Regelung der Auswertungssragen ge- bereitet, die geeignet iss einen sozialen Au s- trosfen Hoffen wir, daß die Regierung eine Lö- gleich zu schaffen und vor allem unsere nun- ung findet, die der Pcrwirrung, die im Wirt- mehr seit zirka einem Jahre stabilisierte Wäh- schasts- und Geschästsleben herrscht, ein Ende rung nicht in Gefahr bringt, Dr. K.
Einzelnummer 10 Pf Sonntags 17, Pf' 15. Za rgang
Wie er sich den Weltfrieden träumt,
1 gen hergestellt. Krupp habe sich bisher geweigert, die Maschinen zur Herstellung weittragen-
i »er Geschütze zu zerstören. So werde durch die i Reichswehr und die Reserven das deutsche Heer । wieder hergestcllt. Deutschland habe entgegen dem Versailler Vertrag seinen Generalstab wie- । der hergestellt. Während zwisck/en Franzosen • und Deuisckien nur von wirtschaftlicher Annäherung gesprochen werden sollte, antworte man
; Frankreich mit Hast erfüllten Worten. Die öster- i reichifchen Sozialdemokraten haben uns gesagt, daß Deutschland ihr Land annektieren wolle Vielleicht haben wir unrecht getan, die R ü ck - kehr des Kronprinzen so leicht hinzunehmen. Ich sage ausdrücklich: Vielleicht. Vielleicht habe ich etwas unrechtes getan, daß ich vom Reichsgericht in Leipzig die K r i e g s b e - schuldigten habe aburteilen lassen. Herriot sprach auch vom Exkaiser. Es sei unmoralisch, daß er, der den Krieg entfesselt und genährt habe, setzt ein beschauliches Leben führe. Herriot sagte zum Schluß: Meine Politik ist darauf gerichtet, dem Wiederaufbau Europas zu dienen. Mein fchnlichster Wunsch ist, daß eines Tages die Vereinigten Staaten Europas gegründet werden. Möge dies durch den Völkerbund geschehen. Aber es darf nicht sein »aß aus der einen Seite eine großmütige Demo krank besteht, die leicht vergißt und auf der anderen eine Demokratie, die ihre Pflicht nicht voll erfüllt. Ich will den Frieden Europas und der Welt erhalten, aber ich fordere zuerst die Sicherheit meines Landes. Sämtliche Kammermitglieder spendeten starken Beifall.
Äinetgeiipreise: Einheimische Gefchäiisanzeiaen detle 15 auswärtige Geschäfts-
anzeigen Zeile 20 Psg, ^amtiteiiaii«t#eu Zeile lS Pfq., Stein« Anzeigen «as Äori 2'/, Pfg. Reklamen Sie Zeile 75 P,g. Onengebitkr li> Pfg. «bei ZulenSg- der Dffetten 30 Ufa.t Rechnungsbeträge sind innerhalb 5 Ta. ,u bezahlen. Manaebend ift der Kurs SeS ZablungSiages. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher ausgeaebenen Anzeigen. sowie »ür Ausnabmedaien und Plätze kann nich, garantiert werden Für Anzeigen mit bekond. schwierigem Satz too Pro,.Aufschlag. Druckerei: Schlachthos kratze 28/30.Geschäftsstellen Köln.Sir.5. «egenüb.der Svohrttr. Fernspr.uoi >>53'
worden ist. In dem Angebot und der Annahme der Papiermark einen stillschweigenden Verzicht auf die Aufwertung zu finden, ist nicht angängig, weil diese Akte sich unter dem Einfluß einer falschen Rechtsauffas s u n g vollzogen haben, welche die Annahme eines Verzichtwillens ausschließt. Es beton deshalb auch keiner Anfechtung oder der Innehaltung der für diese gesetzten kurzen Frist, vielmehr sind dem Gläubiger trotz der vorbehaltlosen Annabme alle Rechtsbehelse verblieben, die das Gesetz bei einer unvollständigen Leistung bietet. Dazu gehört insbesondere der Anspruch auf vollständige Erfüllung durch nachträgliche Aufwertung.
Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß in dem Umfange, in dem daö Reichsgericht eine Aufwertung für möglich und durchführbar hält, eine selbst die vorsichtigste Bilanz unvollkommen machen muß, und daß so in das gesamte Wirtschaftsleben eine maßlose Unsicherheit getragen wird. Niemand weiß ja, wie hoch hiernach seine Schulden sind, sondern, do eine einheitliche Regelung in allen diesen Fällen der privaten Foi- derung nicht vorgesehen ist. vielmehr die Vermögenslage der Einzelnen berücksichtigt werden soll.
Aebnlich unsichere Verhältnisse herrschen auf dem Markt der Kriegsanleihe. Hier, wo große Teile des deutschen Volksvermögens investiert worden sind, wird allerdings eine astge- fiemcinere Lösung getroffen werden müssen, wenn auch die Ausführungen des Finanzmini- skers von Schlieben darauf schließen lassen, daß man unberechtigte Forderungen - immn- dest die Spekulation — von den Vorteilen einer Aufwertung ausschließen will Andere Länder, deren W-rtschc>fsverbullui"e schwer zerrüttet worden sind, wie Polen, Oesterreich und die Tschechoslowakei, haben zum Teil
Berlin, 29. Januar. (Eigener Informationsdienst.) Die Reise des Staatssekretärs Trendelenburg nach Berlin ist durch die sran- ö f i s ch e Note über die Regelung der Zoll- ätze bei dem Wirtschaftsprovisorium bedingt, die wahrscheinlich zu einer Einigung führen ______________ dürfte. Mitte nächsten Monats dürste das Wirt verswo hätten Waffen und Maschinen in Men- schastsprovisorinm endgültig zustande kommen.
earss / Die alten Nüstungsliigen /
Paris, 29. Januar. (Eigener Drahtbericht.) In der Kammersitzung erklärte Ministerpräsident H e r r i o t u. a.: Im Protokoll von Genf sind die Grundsätze niedergelegt, von denen sich Frankreich leiten läßt. Der militärische Beistand ist von einer ganzen Reihe von Bedingungeu abhängig gemacht worden. Auch Sanktionen sind möglich, vorausgesetzt, daß sie nicht gegen den Geist der gesamten Friedenspolitik verstof-en. Damit ist bewiesen, daß das Protokoll von Gens die alten Rechte Frankreichs in keiner Weise schmälert, Frankreich hat den Pakt zuerst unterzeichnet. Es erwartet nunmehr die Unterzeichnung auch der anderen Großmö-f'te. Herriot fuhr dann fort, Frankreich habe d»rch Ablehnung einer deutschen Roke über die Kriegsverantwortlichkeit verhindert, daß diese Frage aufgeworfen worden sei. Auch Deutschlands Bölker- bundsnote habe Frankreich geantwortet, daß sie nur Vorteile erkennen könne, wenn Deutschland in diesen eintrete, aber unter der Bedingung, daß
Deutschland keine Vorzugsbehandlung verlange. Der Präsident der Kontrollkommission in Deutschland, die vom Völ- ierbunb ciuMetzt wurde, würde ein Fc >> n zose fein. Ferner habe er den Obersten Rat der Nationalverteidigung damit beauftragt, die Frage der Sanktionen zu studieren. Den Plan könne er noch nicht mitteilen. Es wäre ungerecht, wenn man in Bezug auf Frankreichs Schulden nicht die Lage Frankreichs in Rechnung stellen würde. Die Summen, die man Frankreich während des Krieges vorge- choffen habe, hätten es ihm gestattet, sich zu verteidigen. Mit Rußland müsse man rechnen. Frankreich hege nicht die Absicht, Rußland anzugreifen. Andererseits müsse er aber seierlichst erklären, daß er eine Einmischung Rußlands in die innere Politik Frankreichs nicht dulden werde. Bezüglich der Räumung der Köl- ner Zone erklärte Herriot: Niemals habe man auf Seiten der Alliierten besser begriffen, daß die Entente zwischen Frankreich und Großbritannien für den Frieden unerläßlich sei, ür den man arbeite. Am Rhein liege die letzte Bedingung für die Sicherheit Frankreichs Wenn Frankreich am Weltfrieden arbeiten solle, dann müsse zuerst feine Sicherheit garantiert sein.
Herriots wahres Gesicht.
Deutschland wird in bei Pariser Kammer aufs schwerste beschuldigt. Seine Taktik in der Völkerbund- und Kriegsfchnldfrage / Sanktionen unb Kontrolle / Die herzlichsten Beziehungen zu England/ Auf den Spure« Poin»
Deutschland ift bedroht.
Warum ein Sicherheitspakt mit Frankreich? (Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 29. Januar.
Trotz strengsten Stillschweigens in Berlin glauben wir versichern zu können, daß in kürzester Frist von deutscher Seite aus sehr wichtige diplomachtische Schritte unternommen werden, die mit der Sicherheitenfrage unb der Räumung der Rheinlandzone in Zusammenhang stehen. Man will versuchen, die Sicherheitenfrage auf einer absolut brauchbaren und gefestigten Grundlage zu lösen. Auch die hinter der Reichsregierung stehenden Parteien haben an der Verwirklichung dieses Problems das denkbar größte Interesse. Schon jetzt nehmen gewisse französische und englische Kreise in der Sicherheitenfrage Deutkckland gegenüber eine Haltung ein, die in Widerspruch zu Deutschlands Absichten steht, da die alliierte» Mächte um ihre Sicherbeit viel weniger besorgt sein brauchen, als das Deutsche Reich, das nach dem Versailler Friedensvertrag bei etwaigen europäischen Komvlikationen unweigerlich den schwersten Gefahren ausgesetzt wäre.
D>c -ü«jieiet Neuesten N am richte n ericheinen wöchentlich sechsmal nachminags Der AvonnemeniSpreis betragt für den Monat 2.- Mk. bet freier Zustellung 'ns panL luder GeschattSllelle abaedol» WIDIf. Durch die Po« monatlich 3.00 Mk ausfchlietzlich ZuftellunaSaebühr Berlaa und Redaktion Schlachtbofftratze 28/30' Fernsprecher 051 und 052. Für unverlangt einaefandte vclträqe kann die Redaktion eine Berantwortuna oder Gewähr in feinem Falle übernehmen. Nück- lahluna des Beimasaeldes ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmätztaer l'fetrrnnn ift auSaefchloffen. Postscheckkonto Frankfurt a. Main Nummer 6380
Herriots Gaukelspiel.
Gegen die Reichswehr. Seine Friedenssehnsucht. (Privat-Telegramm.)
Paris, 29. Januar.
Im Verlaus der gestrigen Kammersttzung ührte Herriot weiter aus: Deutschland habe eine Verpflichtung nicht erfüllt. An die Stelle der alten Polizei sei eine Polizei militärischen Charakters getreten, deren Revolver und Maschinengewehre auch für das Heer nutzbar gemacht werden können. Die Schupo umfasse fünftausend Offiziere des alten Heeres und unterhalte einen Generalstab im Ministerium des Innern. Herriot erinnerte weiter daran, daß durch die Kontrollkommission 37 000 Kanonen, 87 000 Maschinengewehre, 4500 000 Gewehre, 85 Millionen Patronen zerstört worden feien. Was Deutschland zurückbehatte» habe, wisse man nicht. Man könne es aber an dem ermessen, was man entdeckt habe. Die militärischen Fabriken in Spandau und an
müsse. Hiermit betritt die neue Regierung den wohl von allen Parteien schon längst für einzig gangbar gehaltenen Weg in der Frage der Auswertung. Mit dem Erlaß der 3. Steuer- notverordnung war eine allgemeine Rechtsunsicherheit verbunden. Obwohl diese — deren Rechtsgültigkeit nach ihrem Erscheinen mehrfach angezweifelt wurde — von den zuständigen Gerichten eingehend geprüft und für gültig erklärt worden ist, und auch das Reichsgericht sich dieser Auffassung an- gescklossen hat, so haben doch viele lMichte ihre Rechtsgültigkeit bezweifelt. Die Austvertungs- frage bezieht sich au/ die verschiedensten Gebiete. Es kommen hier nicht nur die Vorkriegsanleihen und die gesamten K ri e gs- anleihen in Frage, sondern auch die mannigfachsten Forderungen: Ansprüche aus gegenseitigen Verträgen, Gesellschaftsverträge, Einzelforderungen, Forderungen auf wiederkehrenve Leistungen, Pensionsansprüche, Forderungen aus Kautionen und Darlehen. Gerade bic letzteren sinb sehr oft in Fragen der Aufwertung besser gestellt, als Hypotheken und andere in der Steuernotverordnung aufgeführte Forderungen, denn hier ist dem Gericht überlassen worden, die Aufwertung nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen zu regeln. Wenn ursprünglich allgemein die Rechtsauffassung herrschte, daß Mark gleich Mark sei, und die Gerichte dementsprechend alle Aufwertungen zurückwiesen, ist heule das Umgekehrte der Fall; die Gerichte Sn vielleicht sogar zu weit in der Beurtei-
j der Fragen der Aufwertung.
Namentlich das Reichsgerichtsurteil vom 4. Dezember 1924, das sich auf den Standpunkt stellte, daß >ogar die Forderungen, die mit Papiermark bezahlt und angenommen worden sind, doch noch aufgewertet werden können, hat eine nicht zu verkennende Verwirrung in den Fragen der Aufwertung gebracht. Ist doch hiermit zum ersten Male entschieden worden, daß der Gläubiger durch die Zahlung des Schuldners, die in der Infla - tionsperiode erfolgte, nicht befriedigt zu sein braucht. Ter Gläubiger habe lediglich den Beweis dafür zu führen, daß hier eine unvoll st ändi^r Leistung Vorgelegen hat. Ein Beweis erübrigt sich aber nach der Auffassung des Reichsgerichtes, in den meisten
Unter der Lupe.
Die Barmatkredite vor dem Landtagsausschutz.
«in- ff np et)lung von 9teiftetan> er Dauer Varmats G.schafic mit der Staatsbank sähe oa» < alte anfchwoU. — Polirtfqe Empfehlungen. - Leich.finnige Kredite.
Berlin, 29. Januar.
Im Untersuchungsausschuß des preußischen . Landtages für die Barmat-Kutisker-Assäre wurde gestern ein Schreiben des Privatbüros / des Ministers S e v e r i n g vom 23. 11. 1920 an : Den zuständigen Referenten folgenden Jnhaiis i öerleien: .Der Minister wird von dem Reichskanzler Bauer gebeten, sich dafür zu inter- i essteren, daß der Familie Barmat bei ihrer > Durchreise von Rußland durch preußisches i Gebiet nach Holland keine Schwierigkeit ; ten bereitet werden." Auf eine spätere Anfrage , habe Herr Bauer erklärt, daß er eine solche Mil- teihtng nicht gemacht habe. Es müsse wohl ein ■ Irrtum an anderer Stelle vorliegen. Dr. Avcga 1 erklärte, daß dem preußischen Ministerium des : cunern nicht das geringste darüber bekannt ge» i Wesen sei, daß das deutsche Generalkonsulat in > Holland bereits am 9. 10. 1919
das Auswärtige Amt dirett vor den Barmats gewarnt
habe und von einem Kump und Betrüger erster Klasse sprach: Der Polizeiabteilung ist auch nichts von einem Dauersichtvermerk' für Barmat bekannt. Dr. Abegg erklärte dann weiter, daß Reichskanzler Bauer die Empfehlung .wahr- scheinlich mündlich" gegeben hat. Auf Antrag des Zentrumsabgeordneten Schwering oeschlioßt der Ausschuß die Vernehmung des Ministers Severing, der Privatsekretärin des Ministers, des Reichskanzlers a. D. Bauer und zweier Herren vom Auswärtigen Amr. Aus einer ministeriellen Erklärung ergibt sich u a„ daß dem Julius Barmat für sich und seine Familie der Aufenthalt in Deutschland insbesondere auf ein
Empfehlungsschreiben Bauers vom 26. 4. 1922 bewilligt worden ist. Aba. Nuschle (Dem.) stellt fest, daß der vom Büro des Reichspräsidenten befürwortete Sichtvermerk für Julius Barmat auf drei Monate auf Antrag des Landtagsabgeordneten Krüger erteilt worden ist. Am Donnerstag sollen hierüber der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Heilmann und der Unterstaatssekretär Töpfer vernommen werden. Hieraus gab Finanzrat Brekenseld Auskunft über die Geschäfte der preußischen Staatsbank mit den Barmats. Die Geschäftsverbindung wurde im Mai 1923 ausgenommen auf Grund von Empsehlungsschrci» den, die vom Reichskanzler a. D. Bauer und vom sächsischen Gesandten Dr. Gradnauer eingingen. In beiden Schreiben wird Direktor Julins Barmat von der Amexima als ein
durchaus zuverlässiger und kreditwürdiger Geschäftsmann
bezeichnet. Er erhielt Kredite zur Beschaffung von Lebensmitteln und Margarine-Rohstosfen. Am 16. 10. betrug der Kredit etwas über vi:r- zigtausend Goldmark. Die Deckung war bis dahin immer ausreichend. Auf Veranlassung von Dr. Hellwig, des Dezernenten für die Kredite, bekam die Staatsbank ein überhaupt nicht ausgefülltes Blankoakzept. Bis zum 31. Dezember war der Kredit auf 1400 000 Rentenmark gestiegen. Das Konto war damals in vol- ter Höhe durch notierte Werte gedeckt. Ende Januar nahm die Amexima von den werwollcn Akzepten viel heraus, ohne sie entsprechend zu ergänzen. Dadurch wurde die Deckung allmählich schwächer. So stieg die Schuld Barmats weiter, bis schließlich am 13. 12. 24 ein Schuld- aldo von 9 484000 Mark Vorlauben war.
Aus eine Frage des Vorsitzenden bestätigte Finanzrat Brekenseld, daß
Das Reich wertet auf
Schliebens Programm und das Reichsgericht.
Der neue Reichsminister Frenckeu und Reichsfinanzminister von Schlieben haben sich bereits über ihre Aufwertungsabsichten geäußert und die Notwendigkeit einer endgültigen Regelung der Aufwertung betont unb die nicht ausschließlich unter fiskalischem Gesichtspunkte exsolgen dürfe, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit Genüge geschehen lassen
Meier Neueste Nachrichten
. Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Damm so böse!
Herriot und der neue Kontrollbericht.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 29. Januar.
Herriot gab am Schluß der Kammerdebatte bekannt, daß ein neuer Zwischenbericht der alliierten Ueberwachungskom- Mission eingetroffen ist. Er sei weiter u n - günstig, weil er auch hinsichtlich der Abrüstung des Luftschiffbaues in Deutschland ergebe, daß die Vertragsverpflichtungen vmi Deutschland nicht erfüllt feien. Die Linkssozialisten haben beschlossen, hinsichtlich der Räumungsfrage das Kabinett Herriot mit aller Kraft zu unterstützen. Damit ist eine Einigung der gesamten Kammer zustandegekommen.