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Meter Nemste Nüchrich

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

$*< Mattelei Neuesten Nachrichten ertchetnen wöchentlich techamai uachmtuags Der «bannementspret» betrügt für den Manat 2.- Mk. bet freier Suftellung mb vauS. in der (-»elchäftsftelle abgebalt IRO Mk. Durch die Paff monatlt» •> oo Slt attsschiienlich Suffellungsgebübr Perlaa und Nedaktian Schlachthofffrahe 20/80 Sertilaretber «51 »ns 952. Siir unverlangt eingekandte iHeiträqe kann die Sie» Mhion eine Perantwartung ober («ernähr in keinem Salle übernehmen Rück- .ahlung des Bezugsgeldes ober Änfvrnche wegen etwaiger nicht orbnungsmüftiger "‘•ef.Ttin', >ff ati«vetchlaffen VofOdterffonto Sronffur’ a. Main Nummer 63Hn

Donnerstag, Januar 1925. GinKinnmmer in Ps 15 Pf 15. Jahrgang

Schwere Berliner Gtmßentumulte.

Entlarvt!

Die Frauen gegen die Krirgsschuldlüge.

In Darmstadt tagt ytr Zeit ein grauen« kongreß zur Betärnpsung der Kriegsschuld- lüge. Zn ihren Begrüßungsansprachen wiesen Oberbürgermeister Dr. G l L s s t n g und der Vertreter des Reichspressechess Dr. Sie über daraus hin, daß dem wassrnlosen und rechtlosen Deutschland gegen die Lüge von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege nur das Mittel der Propaganda in Wort, Schrift und Bild zur Verfügung stehe und daß die Voraussetzung zu dem Aufstieg Deutschlands die Schäftung einer rarten deutschen nationalen Einhe11s« tont sei. Professor Dreher führte dann etwa folgendes aus: Deutschland könne mit gu­tem Gewissen dem Urteil »er Geschichte entgegen« sehen, nirgends in der Welt finde sich ein schrift­licher Beweis für Deutschlands Willen zum Kriege. Der Artilel 231 des Versailler Friedens- diktats, der Deutschlands Schuld anerkenne, sei lediglich der brutale Ausdruck des Wil­lens der Sieger, den Detftickien unausführliche Lasten eufzubürden, um T-mtschland unfähig zu machen, sich jemals wieder zum Widerstand oder zur Konkurrenz auf dem Weltmarkt zu er­heben. Aber noch ftbe Deutschlands Ehrgefühl, deutsches Volks- u»d Vaterlandsbewußtjein;die Deutschen würden sich nicht endlos prügeln und vollspeien lasseit. Der rücksichtslose Kampf gegen die ungeheuerliche Lüge von der böswill gen Alleinschuld Deutschlands müsse von einer Re- gieruiig verlangt werden, die sich deutsch nennt# Nicht auf Staatsform, nicht auf Parteipro­gramme käme es jetzt an, sondern ans die geistige Wiedergeburt des deutschen Volkes.

Der Kampf gegen die Schuldlüge, so fährt die Abg. Frau Dr M e n d e aus, könne nur als eine rein deutsche Sache geführt werden, ohne Parteieinstellung und frei von jedem parteipoli­tischem Getriebe Der Kampf müsse mit absolu­ter objektiver Wahrheit geführt werden. Aus dem Angebot einer Entschädigung Kaiser Wil­helms an Belgier- für den Durchzug 1914 drehten die Gegner Deutschland den Strick, daß es sich des Unrechts der Verletzung der belgt* scheu Neutralität bewußt gewesen sei. Es fei geradezu ein Verhängnis, daß die Gegner diese rein militärische Frage aus die eih-fche Seite geschoben hätten. Die Behauptung von den deutschen Greneltaten in Belgien müsse mit Dem Hinweis darauf bekämpft werden, daß die Belgier selbst den Fraitktireurkneg hervorg - ntfen hätten, dessen Folgen dann die Bewohner des Landes hätten tragen müssen. Wenn auch nicht eine Revision des SriedensvertraaeS er. reicht werden könne, so müsse doch der deutsche Geist von einem unerhörten moralischen Druck befreit werden. (Lebh. Beifalls Die Verhandlungen werden fortgesetzt.

Durch die kürzlich veröffentlichten neuen Enthüllungen des französischen Botschafters in Petersburg, George Louis und des Journalisten Ernest Judet wird auch die letzte Hülle von dem katastrophalen Tre.ben PoinearsS und Iswolskis genssen George Louis bemühte sich, die sranzösisch-rusfl- sche Alliance in eine ruhigere und friedlichere Richmng zu lenken. Aber bei diesem Bemüh.n stieß er auf den energischen Widerstand Iswols­kis. der die Konflikte im Orient dazu beitutze.r wollte, um einzugreifen und auch Frankreich in den Brand minhinein zuziehen. Schon vom Ja­nuar 1912 an bat Louis die Ansmerkf imkL.t Poincarös aus die gefährliche Politik JswolSkis hingewiesen und dringend da raus aufmerksam gemacht, daß die französische Unterstützung Rußlands von Jswolkski zu ge­fährlichen Abenteuern mißbraucht würde. Aber Jswolkski war stärker als Louis und setzte die Abberufung Louis von seinem P.ters- butger Botschasterposten bei seinem Mitver- schwörer Poinears durch Von diesem "äugen» blick an hatte der Kriegsgeist in Frankreich gesiegt, und Poincars kannte keine Rücksichten mehr In seinem zum Kriege drängenden Treiben Paul Teschanel, der kurze Zeit nc.t Mit Kriege auch Präsident von Frankreich wn. erklärte m einer Unterredung mit G. Louis in Zähre 1915 gar r offen:

Poinears Hai den Krieg entfeflett. weil die Anhänger der dreijährigen Dienstzeit glaubten, daß man ein Interesse Daran habe, den Krieg zu führen, bevor die Gegner Zeit gehabt hätten, ihre Militärkiefetze nmzuändern."

.Die Dauer und die Umstände deS Krieges sind unberechenbar", waren seine Dörte MS Antwort wieS Louis auf die gefährliche Rolle JswolkskiS und PoincaräS hin: »Richt Rußland diese ganze Affäre in Szene ge­setzt, fotrde . eilt Suffe, JSwolkSi. Po-n- rarä hat oh.,e Zweifel bet seinem Besuch in Pe­

tersburg gesagt, daß wir bereit feien." Im Lande kennzeichnete man schon 1915 Poin- car6, offenbar unter der Einwirkung der angen Kriegsdauer, offen als den Urheber des Krieges. In einem Brief des Damaligen französischen Kriegsministers Messiütv beißt es: .Dieser Feigling Poincars müßte einige Tage unter dem Granatfeuer der Front verbringen. Die meisten Männer, die im Juli (1914) Minister waren, erklärten offen, daß Poinearö den Krieg verursacht hat . . Das war deutlich. Di? Wir­kung auf Louis war entsprechend. Denn er er­klärte: „Jedermann weiß, was man über die Frage sagen kann, den» es ist ja B e t r u g“ Trotz dieser offenkundigen Feststellung waren sich aber beide Männer Darüber einig, daß man Deutschland die Schuld und Verantworruitg am Kriege zuschieben müsse. Immerhin die Wihr- beit marschiert, und ihren Gang wird nichts mehr aufhalten.

Volltik auf der Straße.

Eine wüste Berliner Kundgebung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 28. Januar.

In einer sozialdemokratischen Kundgebung gegen das Kabinett Luther nannte Reick,stags- yräfibcnt Loebe das Kabinett Luther eine Kriegserklärung gegen die gesamte Ar­beiterschaft, ein Kabinett der Reaktion, das die schwärzesten Absichten hege. Als Dr. Breit- scheid fein außenpolitisches Programm ent­wickelte

entstand ein fürchterlicher Tumult. Ueberall fab man drohend erhobene Fäuste. Als Dr. Leh scharfe Angriffe gegen die Komma: v ften richtete, entstand neuer Lärm und wüste Szenen. Ministerpräsident Braun forderte die Arbeiter auf. dafür zu sorgen, das; das Kabinett im preußischen Landtag wieder ge­wählt würde. Nach der Kundgebung kam es auf der Straße zu

schweren Zusammenstößen zwischen Sozial­demokraten und Kommunisten

in deren Verlauf es auf beiden Seiten acht­le hn Verletzte gab. Schutzpolizei mutzte Die Straßen säubern. Später kam es zu neuen erbitterten Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Reichsbannerleuten. Die Ver letzten mußten auf Automobilen abbeförderr werden. Tie letzten Meldungen sprechen von insgesamt achtundzwanzig Verletzten. Das Kom­munistenorgan kündigt an, Dan der Kampf Der Kommunisten gegen die Verräter der Arbeiter- klafse endgültig auf die Straße getragen würde.

Moskau hi Varis.

Herriots Politik vor der Kammer.

(Amtliche Drahtmeldung.)

Pari-, 28. Januar.

Zu Beginn der gestrigen französischen Kam­mersitzung wurde D.e Deoakte über Den Balkan fortgesetzt. Der sozialistische Abgeordnete Spi- nasfe griff atommt Herrioi an, weil er die Politik derDenikin und Wrangel in Ruß­land mtterstüsit habe* Dadurch fei der Bürger- krieg nach Rußland getragen worden. Die Sow­jetregierung, Die Den Kredit Rußlands zerstört habe, zeige sich völlig unfähig, aus eigenen Mit- lein das Lan d wieder hoch zu bringen. Es feh­le nicht nur an Mitteln, sondern auch an qua­lifizierten Arbeitern. Der Redner besprach so- daiin die Frage Der russischen Schuld, fordert aber Herriot auf, nicht zu viel zu verlan­gen, um schließlich garnichts zu erhalten. Ruß- land müste man instand setzen, wieder zu produ­zieren und arbeiten zu können. Derartige Pro­bleme könnten nur international geregelt werden. Der Völkerbund fei geeignet, die­ses Durchzuführen. Ter Redner erklärte zum Schluß unter starkem Beifall Der Linken, eS sei dringlich, in ganz Europa Den HanDelsauStausch wieder herzustellen, ohne Den alles Utopie blciue. Me Havas meldet, will Ministerpräsident Her­riot heute nachmittag in der Kammer Das Wort ergreifen, Damit Die Generaldiskussion über Da« "uDgct Des. Auswärtigen heute endgültig und beschleunigt zu End: geführt werden könne

Krofflns pariser

Paris, 28. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Wie wir erfahren, hat Krassin vor seiner Ab- ieise nach Moskau mit dem Marineministerinm einen Vertrag für die Lieferung von 751)00 Tonnen Schweröl abgeschlossen. Sie sind das einzige Geschäft, das Krassin wäh- tenD seines Aufenthaltes in Paris gelungen ift Auch seine Versuche, Kredite für das russische Außenhandelsamt zu erlangen, hatten keinen Erfolg. Die Unterhandlungen KrafstnS über die VorkriegS- und die Privatscfwlden waren

nicht glücklicher. Für eine von Rußland bean­tragte Konferenz wurden folgende Bedingungen ausgestellt: 1 Die Sowjetregierung muß thre Vorkriegsfchulden ohne Unterschied an­erkennen. 2. Die Sowjetregierung muß auch alle Privatschulden anerkennen.

Das schwere Köln-Duell.

Herriot und Luther werden sich messen.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 28. Januar.

Man hat in Berlin nach dem Austausch der letzten Kölnnoten den Eindruck, daß England und Frankreich der deutschen Regierung, befon- derS in der Frage der Militärkontrolle, erhebliche Schwierigkeiten machen werden, und daß das Problem Der Räumungsfristen noch Hervorrufen wird. Die deutschen Darlegungen sind diesmal in einer sehr entschiedenen Tonart gehalten. In Berlin fleht man der angekündigten Rede H e r r i o t s in der Kam­mer über die Räumungsfrage mit großer Span­nung entgegen, da man den Eindruck hat, daß unter Umständen die Ausführungen Herriots eine beflere Möglichkeit zur Fortführung der Diskuffion bieten könnten. Man befürchtet je­doch, daß eS nur die bereits bekannten Beschul­digungen gegenüber Deutschland in verschärf­ter Form wiederholen wird. Demge­genüber wird voraussichtlich Reichskanzler Dr. Luther Gelegenheit nehmen, in einer hochpo- lillsche,- Sebe Die Vorwürfe znrückzuweisen.

Die beschimpfte Reichswehr.

Berlin deckt Minister und General.

(Eigener JnformatioaSdienst.)

Berlin, 28. Januar.

Bon unterrichteter Seite erfahren wir, daß die Reichsregierung in kürzester Frist eine Er­klärung gegen die in der Pariser Kammer er­hobenen Beschuldigungen gegen Reichswehrmi- nister Dr. Geßler und dem Chef der Heeres leittmg General von Seeckt veröffentlichen wird, die planmäßig die Durchführung Der Ent waffnungskontrolle in Deutschland sabotiert haben sollen. Man wird darlegen, daß daS Reichswehrminifterium mit der Reichsregierung in vollstem Einvernehmen gehandelt hat. Der Versuch, die verantwortlichen Leiter der Reichs­wehr im Gegensatz *u der Haltung der Rrichs- icgierung zu bringen wird zurückgewiesen.

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Geßler hei den Scuern.

Berlin, 28. Januar. (Eigener Informations­dienst.) Ueber den gegenwärtigen Aufenthalt des ReichSivehrministers Dr. G e ß l e r in Äiün- chen erfahren wir, daß es sich dabei lediglich um einen informatorischen Besuch handelt. Das Verhältnis zwischen den Berliner Reichswehr­stellen und den bayerischen Truppenteilen soll noch mehr befestigt werden, nachdem schon lange zwischen den bayerischen Truppenteilen und der übrigen Reichswehr die besten Beziehungen herrschen. Es verlautet daher, daß Minister Dr. Geßler auch die bayerischen Wünsche auf Rück­verlegung der Inf anterieschule nach München nachprüfen will.

Man ist sehr betreten.

Paris und London nach der deutsche« Antwort. (Privat-Tekegramm.)

x London, 28. Januar.

Alle Blätter veröffentlichen den Wortlaut der gestern überreichten deutschen Rote zur Räumungsfrage. Die Abreise des Oberbefehls­habers der britischen Rheinarmee nach London wird unmittelbar mit dem Schicksal des briti­schen BesatzungSheeres in Verbindung gebracht Ter General wolle, wie in militärischen Kreisen verlautet, in der ersten Februarwoche zurückkeh- ten und werde dann in der Lage fein endgültige Verfügungen zu treffen. Die Pariser Blätter können sich noch nicht entschließen. Den völligen Text Dieses Dokuments ihren Lesern zu unter­breiten. Der Matin tritifiert Die Rote und schreibt, Die Botschasterkonferenz werde in etwa vierzehn Tagen im Besitz des endgültigen Be­richts Der interalliierten Militärkontrollkommis- flon fein und bann Den Text deS Dokuments ab- faffen, DaS Deutschland Befriedigung gibt

Wie es zuging.

Tic Kuiiskerkredite vor dem Landtagsausschuß. Drei OBantbeamte wurden entlftffen - Wto Fa­milie ui toter nach Berlin tarn — Die Sck.s- z wmerwohnnng — Die ve eite te Aucwei.ung Das Rifilo mi« dem Hanauer Lager — Vierzehn Millionen Schulden.

Berlin, 28. Januar.

Im Untersuchungsausschuß des preußischen Landtages für die Barmat-Kutisker-Afsäre er­klärte Finanzrat Brekenseld, die Verbindung mit Kntisker und der Staatsbank wurde tm März 1923 dadurch anormal, daß Pfund­wechsel in Höhe von 32 MO Pfund in das Lom­barddepot der Steinbank eingeliesert wurden. Die Psundwechsel wurden eingelöst, aber auf irregulärem Wege. Bei der nach der Stabilisierung vorgenommenen genauen Prü­fung wurde auch das Konto Kutiskcr- Iteinbank in Ordnung gesunden. Nachträg­lich hat sich aber herausgefteut, daß diese Prü­fung in grob fahrlässiger Weife vor« genommen worden war. Anfang Februar wur- den deswegen die drei schuldigen Beamten eul- lasfen. Ein Vertreter des Ministeriums des Innern erklärte, nach den bisherigen Ermitte­lungen ist Iwan Kutisker mit Frau und Sohn am 1. Juni 1920 nach feiner eigenen Angabe aus Litauen

nach Berlin zugereist ohne Paß und Sichtvermerk.

Am A. März 1922 hat das Wohnungsamt Wil- mersdorf Kutiskers Ausweisung beantragt, weil er ohne Genehmigung eine S e ch s z i m- merwohnung bezogen hatte. Trotz cu.-r diplomatischen Empfehlung wurde am 19. Okto­ber 1922 Kutiskers Ausweisung verfüge »»tzn« erschien der Fabrikant Blau und erklärte, daß Kutisker als Mitinhaber der Firma v. Stein unentbehrlich in Dentichland sei und bat um Gewährung der Aufenthaltsgenclun!- gung. Diese wurde von Geheimrat v. Müller erteilt und Kutisker die Wohnung endgültig zu* gewiesen. Abg. Dr. Deerberg teilt mit, daß nach Zeitungsberichten bei dem kürzlich eröft- neten Konkurs über Die Steinvcnk ganze 600 060 Mark bei dieser Bank gesunden worden seien. Präsident Schröder von der Staats­bank berichtet dann von einem Fall

unglaublicher Unverfrorenheit Kutiskers.

Er ließ nämlich im Januar 1924 in der Gene­ralversammlung seiner Scharlachbank den Vize­präsidenten der Staatsbank Dr. R u g g e in Den Aufsichtsrat wählen und Handelsgericht- lich eintragen. Dr. Rugge wußte davon gar nichts und hat die Wahl abgelebt. In der Nachmiltagssitzung beschäftigte sich der Aus­schuß mit dem Hanauer Lager, das seiner­zeit als besonders günstige Zusatzdeckung be- zeichnet worden fei. Finanzrat Brekeiifeld erklärt: Kutisker wollte für diese neue Deckung nur den Vorteil, daß die bis dahin täglich künd- baren Kredite, damals 4)4 Millionen Mark — in feste Kredite unkündbar für drei Monate, um­gewandelt würden. Die Kutisker-Steindank verpflichtete sich, das Lager innerhalb von drei Monaten zu verkaufen und der Staatsbank die Hälfte des Mehrerlöses über die Schuld bei der Staatsbank als eine Art Zinsen zu über* lasten. 9(bg. v. Waldthausen (Dntl.) fragt, wie die Staatsbank auf die Idee kommen konnte, ein solches Risikogeschäst einzugehen, das für eine Staatsbank unmöglich fein sollte. Finanzrat Brekefeld: Tas fragliche Geschäft ist das einzige, das Die Staatsbank in dieser Art abgeschlossen bat. Wenn das Jager nickt innerhalb von drei Monaten verkauft worden wäre oder nicht mehr, als die Kreditschuld be­trug, an Erlös gebracht hätte, hätte die Stein- bank den Zinsendienst nachholen mästen. Prä­sident Schröder: Dabei hatte die Staatsbank nur ein Zinsrisiko. Wg. Kuttner (Soz.) W'e war die Staatsbank dagegen gesichert, daß cs sich beim Hanauer Lagergeschäft etwa um ein Scheingeschäft handelte? Finanzrat Bre* ken seid: Jnbezug auf ein etwaiges betrüge­risches Vorgehen beim Hanauer Lagergeschäft hatte die Staatsbank ig der Tat keine Sicher­heiten. Abg. Dr. Pinkerneil (D. Vpt.): Wpi­ch e n Wert hatte das Lager zur Zeit des Kre* ditabschlusses? Fiuanzrat Brekenseld: 4,2 Mil­lionen Mark will die Steinbank für das Lager ausgegeben haben. Ob sie das wirklich getan hat, ist mir mehr als zweifelhaft. In der Frage nach dem Wert des Hanauer Lagers wird mit 16 gegen 8 Stimmen der

Ausschluß der Oeffeutlichkeit beschlossen.

Rach Wiederherstellung der OefsentliLkeit teilt Finanzrat Brekenseld mit, daß Verkaufsver­handlungen mit der litauischen Regierung und der russischen Regierung gescheitert seien, ton* rauf tm Juli 1924 die Steinbank der Preußi­schen Staatsbank mitteilte, daß bei rumänische Staat an einem Kauf des Lagers interessiert sei. Später erklärte auch Rumänien den Rück­tritt von einem schon geschlossenen Vertrag, weil