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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 15.

15. Jahrgang

Sonntag, 18. Januar 1925

Sinylnummtr 10 Pf. SonmanS 15 Pf

Einzelnummer 10 Pf . Sonntnas 15 Pf

Vor einem Zollkrieg mit Frankreich?

Zu neuen Ufern

haben. Das Gericht

Was sagt die Wett dazu?

Wieder 4 deutsche Offiziere zum Tode verurteilt.

a

parteipolitische Int? reffen erledigt werden. Man will das jetzige Kavinett mit allen Mitteln in der Durchführung feiner Aufgaben im Parla­ment unterstützen.

(Prtvat-Telegramm.)

Paris, 17. Januar.

Einem Pariser Blatt zufolge hat das Kriegsgericht Nemur gestern in Abwe­senheit gegen drei deutsche Offiziere verhandelt,

3n der Variier Sackgasse.

Frankreichs Ultimatum ... Zollkrieg in Sicht? (Eigene Drahtmelöung.)

Paris, 17. Januar.

Lieber Luthers Kraft.

Die Regierungserklärung auf Montag vertagt. (Privat-Telegramm)

Berlin, 17. Januar.

Die Regierungserklärung wurde auf Mon- tag vertagt, weil im Kabinett noch keine Ei­nigkeit über den Inhalt bestand. Neben der Tat­sache der noch unbesetzten Ressorts spielt die Frage einer kürzeren oder ausführlicheren Fassung der Regierungserklärung eine Rolle bei der Vertagung der Regierungserklärung. Die Minister hielten es für notwendig, daß die Re­gierungserklärung auch die Einzelheiten der vom neuen Kabinett zu verfolgenden Politik enthalten müsse, um auch deren Billigung durch den Reichstag zu finden. Dr. Luther er­klärte sich außerstande, in wenigen Stunden mit einer neuen ausführlichen Rede vor den Reichstag zu treten. Dr. Luther hatte gestern dem bisherigen Reichskanzler Marx und dann dem Rcichstagspräfldenten L o e b e seinen offiziellen Antrittsbesuch abgestattet.

Vas deutsche Staatsschiff ist wieder flott.

Dr. Luther hat die Tür ins Freie etwas ge­waltsam vielleicht, aber er hat sie aufgestoßen, und ein winterküblex, erfrischender Windstoß ist in die stickige Ber.lner Parlaments- und Par­teilust gefahren. Was in sieben langen Wochen vertrödelt wurde, hat er in knapp sieben Tagen eingerenkt. hat fast über Nacht einen Waffen­stillstand zwischen Deutschnationalen und Zentrum zustande gebracht und wird mit seiner fast genialen Idee, mit Hilfe der Vertrauensmänner und der Billi- gungSform des Reichstages mit wechselnden Mehrheiten zu regieren, das gestrandete Staats- schiff wieder flott zu machen suchen. Und das sei ihm, ohne für seine auf Montag angesetzten Regierungs- und Wirtschastsparolen Vorschuß­lorbeeren auszuteilen, das sei ihm nach den lan­gen Wochen der Lethargie und Kopflosigkeit ge­banst.

Wenn nun auch der neuen, als Reaktion aus die doppelzüngige »Versöhnungs*- (lies Ge- walt-sPolitik der Siegerstaaten naturnotwendig national gefärbten Regierungsfront von links scharfe Fehde angesagt wurde, so darf doch auch nicht verkannt werden, daß die Rechtspar­teien unter den allertrübsten Aussichten sich das Kreuz der Verantwortung aufgeladen haben. Mn ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen und nicht zur Stunde, wo der Feind erneut nach dem Herzen des Vaterlandes zielt, die KainS- faust gegen Euren Bruder erheben. Der ehema­lige Finanzminister Luther hat ohnehin auch im deutschen Bürgertum herzlich wenig Freun­de, da sein Sanierungssystem der Auf- wertungssrage wenig Spielraum ließ und unter seiner Steuerbürde noch heute Großkapital wir Mittelstand und kleine Sparer seufzen. Seitdem die Riesenwalze der Inflation über die deutsche Gesellschaft hingestampft ist, ist das Klassenkampf­dogma überhaupt zum Irrsinn geworden. Denn breite Volksschichten des Mistel- und Bürger- standeS sind in das sogenannte materielle Prole­tariat hinabgesunken und dervierte ©taub* längst millionenfach in die Sphäre des Klein­bürgertums aufgerückt, wenngleich in ide­eller und intellektueller Hinsicht immer noch breite Lücken klaffen. Glaubt man aber heu­te in Arbeiterkreisen, noch ernsthaft, daß eine wie immer gerichtete Rechtsregierung, die auf durchaus sozial eingestellte Wählermassen von Angestellten und Arbeitern Mcksicht nehmen muß, mit deren berechtigten Interessen und An­sprüchen frevles Spiel treiben und die fast hoff­nungslos verschärften Gegensätze noch weiter aufreißen wird? Nicht nur das außenpolitische, sonderunoch mehr fast das sozialpolitische Fingerspitzengefühl wird jede heutige Regierung haben müssen, wenn sie den Zusammenschluß zur Volksgemeinschaft als einziges Mittel zum Wie­deraufbau und zur Abwehr fremder Machtge­lüste in die Tat umsetzen will. Man halte nun aber auch die Führer unseres Wirtschaftslebens nicht für so verblendet, daß sie nicht wüßten, wie furchtbar noch die Rebelschwaden des Elends, der Verarmung und Entbehrung über den Tie­fen des Volkes lagern. Die Flut der A u t r ä g e im Reichstag, namentlich für Handwerk, Kriegsopfer und Kleinrentner legen davon be» redteS Zeugnis ab. Und doch wird auch hier, trotz Reparastouen, Santtioneu und Daweskrebz eine Wunde nach der andern vernarben, denn die mit halb Europa angebahnten oder abge­schlossenen Handelsverttäge und Amerikas Kre­dite müssen doch allmählich dem ausgepreßten deutschen WirtschastSkörper langsam neues Blut zusühren. Und die neuen Konsuln mögen vor allem danach trachten, daß, mit oder ohne Sen­kung der Fracht- und Kohlenpreise, der trotz aller Versprechungen immer wieder verschobene Preisabbau nun endlich ins Rollen komm, und auch die Steuerschraube für Handel und Verdiener sich etwas rascher lockert, damit die allerwärtS aufflammenden Lohnkämpfe und Wirtschaftskrisen gedämpft und zum Wohl des Staates aus der Welt geschafft werden. F. R.

Von den führenden Organisationen der deutschen Wirtschaft, vornehmlich der Industrie und Landwirtschaft, wird das Kabi- nett Luther außerordentlich begrüßt. Die WirtschastSkreise sehen gerade in der mehr un- Politischen und facklichen Einstellung der füh­renden Persönlichkeiten des Kabinetts die beste Gewähr dafür, daß die aroßen Aufgaben wirt- fthaftlich-r Natur, lefonber* auf dem Gebiete der S t e u er n und Zölle, ohne Mcksicht aus

Indische Goldgruben.

Der deutsche Kaufmann in Ostafien

3 it dem dreiundvier»tgfte» der unter dem Titel Mit Feder und Äurbcitaften" v-reffent!ici)te», unseren Ecieru woyll-ekannten Rciicdrieie 6<6 kühnen Globetrotters Dr. Colin 91 oB wird auf da Kanfmannovaradies inO'tafieu hing- deutet, das noch der «rschlieBnn» dnrch d utichen Un. ter etzmu gegeist har t. Dr. Co in Roh schreibt Südostasten ist ein Gebiet, dos deutschem Unternehmungsgeist nicht fremd blieb. Vor dem Kriege hatten Wir sehr bedeutende wirtschaft­liche Interessen dort. Im b r i t l s ch e n y l n- terinbien spielte der deutsche Kaufmann eine bebeutende Rolle. Seine Firmen stanven in Singapore, in Penang und Ran­goon mit an erster Stelle. Tie Eisenbahnen in Siam waren von deutschen Jngeni- : euren gebaut. Reismühlen und Reiserport in Anam lagen zu einem überwiegenden Teil , in deutschen Händen, und die Rolle, die dar ! Deutschtum auf den Philippinen und im . ganzen Sundaarchipel spielte, ist bekannt.

All dies war

mit dem Krieg wie abgeschnitten.

Die Ausmerzung des deutschen Geschäfts und Einflusses in den Gebieten der uns feindlichen Länder war hier noch um einen Grad radikaler als in der übrigen Welt. In Südostasten unter diesem Begriff verstehen Wir Hinter­indien, Siam, Sundaarchipel und Philippinen handelt es sich um Gebiete, die zum größten Teil auf dem Seewege erreichbar sind, so bag nur die billigen Seefrachten die Ware belasten, und zum anderen kommen Völker mit rasch wachsenden europäischen Konfumbedürfnissen in Frage. Mit Ausnahme der noch unerschlosse- nen U r w a l d g e b i e t e im Innern von Su­matra, Borneo und Celebes sowie im nörd­lichen Siam, Birma und Tonkin handelt es sich nm Kulturland mit dichter Bevölkerung von durchaus nicht geringer Kaufkraft. Wenn nun auch die Wirtschaftslage in Südog- asien heute alles andere als rosig ist, so sind doch unverkennbrre Anzeichen von Besse- rnng da. Die Konsolidierung Europas macht sich bis in die sernsteii Weltgegenden fühlbar. Vor allem handelt es sich um die wieder besser geworbenen Ausfuhrmöglichteilen für die Hauptprobnkte dieser Gebiete:

Reis, Zucker, Tabak, Tee und Raffet

Nur Kautschuk liegt im Preise noch arg dar­nieder; doch die Prodnktions- und Preispolitik der Kautschukpflanze! ist ein Kapitel für sich. Von der guten Zucker- ober Tee-Ernte ist das ganze Importgeschäft in entscheidendem Maße abhängig. Ebenso wichtig für bin Exporteur aber ist die Lohnpolitik ber Pflanzer. Die Löhne auf den Plantagen sind bis jetzt so gering, baß sie vielfach kaum das Eristenzmi- nimum erreichen. Bei d->r sozialistischen Strö­mung jeboch, bie auch Indien erfaßt hat es sind bereits die ersten Keime zu Gewerk­schaft s b i l d u n g und Streiks bemerkbar , werben die Plantagenbesitzer wohl zu Lohn­erhöhungen schreiten müssen. Die allgemeine Besserung aus dem Weltmarkt zusammen mit dieser Stärkung der Kaufkraft der brei­ten Arbeiterschichten ergeben Möglich­keiten die dem Import europäischer Jnbustrie- erzeugnisse zugute kommen Bei dem Geschäft nach Südostasien muß sich der Erportkausmann vor Augen halten, daß es sich hier um Völker handelt, die heute ziemlich unvermittelt den Uebergang von ihrer alten Kultur in die euro­päische Zivilisation machen. Naturgemäß tasten sie und ünd durchaus von dem abhängig, was ihnen geboten ist. So ist es möglich, daß plötzlich mit einem Artikel, an den vielleicht vor­her niemand gedacht, ein ganz unerwartetes Geschäft ru machen ist. Ich möchte ein paar ver­blüffende Beispiele dafür m.führen: In Java ,st es ganz

plötzlichschick" geworden, ein Fahrrad zu besitzen.

Vielfach lag nicht bie geringste Nötigung ober auch nur Möglichkeit zur Verwenbung vor. Aber der junge Javanese, der sich mit dem Fahrrad zeigen konnte, genoß unter den Dors- genoflen ein unerhörtes Anfehen. So wurde das Rad das Ziel des Ehrgeizes, und man be- aann mit aller Macht auf ferne Anschaffung bin» zuarbeiten und tu sparen Ein anderes Bei- sviel sind die Büstenhalter in Siam. Die Kleidung der Siameün besteht seit unvorbenkli- chen Zeiten in einem weiten, breiten Tuch, dos um die Hüsten geschlungen und dann zwisck^n den Beinen durchgeschlungen wird, sowie aus einem Tuch, das die Siamesin sich um die Brüste wickelt. Irgendein sindtger Kaufmann kam darauf, als Ersatz für diefcs Brusttuch

europäische Büstenhalter zu importieren.

Nach dem, was ich in den Dschungeln SiamS sah, hatte er durchschlagenden Erfolg damit.

ohne dabei allzu feste politische Bindungen cin- zugehen. Ties gilt namentlich für das Zen­trum, daS sich nur sehr schwer dazu hcrbeilasscn wird, der neuen Regierung ein klares Ser - trauensvotum zu geben. In den führenden par­lamentarischen Kreisen weist mau ganz beson­ders auf die Haltung der englischen Presse hin, aus der hervorgeht, baß bie neue englische Rc- gierung den Regierungswechsel in Deutschland nicht als ein Anzeichen irgendwelcher Gefahren betrachte, sondern im Gegenteil dem bürger­lichen Kabinett Luther gleiche Maß von Vertrauen entgegenzubringen verlangt, wie der oorangegangenen Regierung Marx.

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gegen den Major Heyne, der beschuldigt roiro, einen Bankangestellten in Templeux er­schossen zu haben, gegen den Hanptnlann C o l l a n i, der angeblich überführt sei, einen Geistlichen ermordet zu haben, und das Schloß Bonnines in Brand gesteckt zu haben, sodaß die verwundeten Franzosen und Belgier, die fich darin befanden, im Feuer umgekommen seien, und drittens gegen den Oberst O m p t e d a, der angeblich überführt sei, vier Häuser in Fla- vion in Brand gesteckt zu hab verurteilte Heyne und Collani

Stresemann als Wahrer dcufrhen

Berlin, 17. Januar. (Eigener Informations­dienst.) Die große außenpolitische Rede, bte Minister Dr. Stresemann am Dienstag im Anschluß an die Programmerklärung des Reichs­kanzlers halten wird, wird auf sämtliche Details der in den letzten Monaten aufgetauchten außen- nolitischen Probleme und insbesondere aus die Frage ber Wirtschaftsbeziehungen eingehen. Dr. Stresemann wirb babei an bie gegnerischen Mächte bie Aufforberung richten, bie Lebens­rechte DeutfÄlanbs unangetastet zu lassen, ba nur auf diesem Wege eine sichere Stabilität der europäischen Gesamtlage eintreten könne.

_ . zum Tode und

Ompteba zu zwanzig Fahren Zwangsarbeit. Das Kriegsgericht von Lüttich hat ge­stern ben deutschen Oberst Theßmann und den deutschen Major Hebemann in Abwe­senheit wegen angeblicher Tötung von 121 Zi­vilpersonen ans ber Gegenb von Rossignol ohne Berteibigung zum Tobe verurteilt.

Frankreichs olleriktzttr Dorfchlag.

Paris, 17. Januar. (Eigene Drahtmelbung.) In bem gestrigen amtlichen Pariser Comunrauö heißt es: Die französischen Gegenvorschläge sind auf den Widerstand der deutschen Delegation gestoßen, sowohl was das Regime für elsaß- lothringische Produkte anlangt wie auch hinsicht­lich des Minimaltarifs für deutsche Waren. Dtc deutsche Delegation verlangt für die Gesamtheit der Produkte ihres Exports den Minimaltarij und in gewissen Fällen einen Tarif, der hinter dem Minimum des augenblicklichen Tarifs zu­rückbleibt. Die französische Delegation hat daraufhin der deutschen Delegation den Text ihres letzten Vorschlags unterbreitet.

Gin Hoffnungsstrahl.

Man kauft Anleihen... Aufwertungsmusik.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 17. Januar.

Bei ben hiesigen Banken setzt fich bie lebhafte Nachfrage nach deutschen Anleihen fort, beso-i öerS deshalb, weil ber SachverständigenauS 'chuß im Reichsfinanzminisierinm neue Richt­linien für eine allgemeine Wiederaufnahme des Zinsendier-tzes auSgearbeitet bat. Der Ausschuß für die Aufwertungsfrage tritt am Donnerstag im Ministerium wieder zusammen.

Die fehlenven Mtnifter.

Berlin, 17. Januar. (Privattelegramm.) Die Verschiebung ber Regierungserklärung im Reichstag auf Montag bedeutet einen Fortbe­stand der innerpolitischen Unklarheit. Der Kanzler hat gestern abend Vertretern der Wirt- schaftspartei erklärt» daß das neue Kabinett spä­testens am Schluß des heutigen Sonnabend voll­ständig sein werde. Berliner Blätter melden, daß nach der Ablehnung des Finanzministerpo­stens durch Schumacher Dr. Luther nun­mehr veabsichtigt, den Ministerialdirekwr im Finanzministerium P o p i tz an die Spitze des Finanzministeriums zu stellen.

In einer Besprechung von Vertretern der Deutschen Volkspartei wie auch des Zentrums wurde erklärt daß ohne Besetzung des Fi­nanzministeriums und des Justizmi­nisteriums wichtige Punkte ber Regierungs­erklärung nicht erörtert werben könnten.

Alle Mann an Bord!

Das Kabinett geht an bie Arbeit.

(Eigener JnformationSb ienst.)

Berlin, 17. Januar.

Das Programm des neuen Reichskanzlers Dr. Luther trägt dem Umstand Rechnung, daß man den Amtsantritt des neuen Kabinetts auch eitenS ber Linksparteien nicht aus ben Aus gangspunkt einer großen innenpolitischen Krise betrachten soll. Man ist zwar barauf gefaßt, baß bie Sozialbemokratie ben Kampf mit sehr scharfen Mitteln eröffnen wirb, aber man ist trotzbem davon überzeugt, daß das neue Kabi­nett in der Lage sein wird, fich der Opposition vorläufig zu erwehren. Die starke Betonung des inneren Wiederaufbaues und der Festigung des Staates wird nur wenig Widerspruch der Regierungsgegner Hervorrufen können. Die par­lamentarische Situation kennzeichnet sich in der Hauptsache durch die Tatsache, daß die bir.ger» llchen Parteien mit Ausnahme der Demokra­ten. das Kabinett zu unterstützen, bereit sind,

Nach vierstündigen Unterhandlungen ver­suchten die französischen Haudesdelegierten ge­stern erneut, in der Frage ber elsaß-loth­ringischen Einfuhr Konzessionen zu erlangen. Die beutsche Delegation erklärte aber, baß fie barauf nicht eingehen könnte, well sie sonst England verstimmen wurden. Wenn es Frankreich gelinge,

England zu seinem Standpunkt zu bekehren, so werde bie deutsche Delegation keine Einwen­dungen mehr erheben. Trendelenburg wollte außerdem auf eine vorgeschlagene Ver­längerung in der Ueberreichung des franzö- fischen BermittlungsprogrammS nicht cingehen. Reynoldy erklärte, daß dies nicht mög­lich fei. Um 7 Uhr wurden deshalb die Ver­handlungen unterbrochen Die fron- zöfische Delegation setzte daraus ihre letzten Be­dingungen in einem Dokumente fest, das heu­te nach Berlin gesandt wird und

saft den Charakter eines Ultimatums trägt. Man rechnet allgemein mit einem be­vorstehenden AnSbruch eines deutsch­französischen Zollkrieges.

Die Mehrheit ist O'fkherf.

Berlin, 17 Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Eine Mehrheit für das Kabinett Luther bei der Abstimmung über die Billigungserklö- r u n 6 ist gesichert. In der demokr. Reichstags- frattion sprach sich bie Mehrheit ber Rcvner für eine zunächst abwartenbe Haltung bem neuen Kabinett gegenüber aus. Die natto- nalsozialistische Frattion beschloß, bas Kabinett Sucher nach Möglichkeit zu unterstützen, hinsicht­lich ber Billigungsfoimel allerdings fich der Abstimmung zu enthalten.