Einzelbild herunterladen
 

3

Donnerstag. 8. Januar 1925.

es

Nummer 6 Einzelnummer 10 Pf Sonnten? IS Pf

Di« Hanelei üleuefteii 'Jiacbritbteo erfdielnen wöchenill» sechsmal nadnnittaflS. Der AbonnemcnisvretS betragt für Ben Monat L— Mk- bei 'reter Zustellung ins vauS, in bet Geschäftsstelle ebgebolt l.OOMk Durch die ^oil monatlich em Mk. ausschsieftlich ZustellungsaebUdr Verlag und Redaktion «chlachtbosstratze 28/30. Kernlvrecher 951 und 952. Kür unverlangt eingesandte «etträge kann die Re» oaftton eine Verantwortung ober GewLdr in keinem Kalle Übernebmen. .Rück» iabluna des Vemgsgeldes oder Aniorüche wegen etwaiger nicht orbnungämaSiger Vlefernnn ift anSaeitblofien Postscheckkonto Krankkurt a. Main Nummer 8880.

Anzeigenpreise: Einheimische iSeschäftsanzetgen Selle 15 Z'»-auswärtige Geschäfts. Atueiaen Aeiic 20 Pfg. fyamtuenainehien öetle 15 Psg.. Kleine Anzeigen das -üsvrl 2'i. ittg. Sief lauten die Zeile 75 Pig. Osfertgebühr 10 Ptg. föeiSusendg. der Offerten 20 'llig.t Rechnungsbeträge sind innerhalb 5 Tg. zu bezahlen. Maßgebend tst der Kurs des ZablungStages. Kür die Richtigkeit aller durch Keritsprecher ausgegebenen An­zeigen sowie für Sufnatimebaten and Platze kann nicht garantiert werden. Kür Anzeigen mit befonb. schwierigem Satz 100 Proz.Aufs<Mag. Druckerei : s»lachtb»s- stratze l8/3i>. Geschäftsstelle Stöln. Str. 5. aeaenftb.ber Soobrftr. Kernsvr.951 it.952.

Einzelnummer 10 Pf Sonntags In Pf 15. 3a^kg UUg

Meier Nemste Nachnchtm

Kasseler Abendzeitung Hessische ^Abendzeitung

Heule ErWung der ZmMMinisterlonseren;.

Weltknegsbilanz in »arte.

elun

Das unerfätiiüöe Frankreikb.

7,

di« Krieasichuldenfraae und die RejnrattonS- u.d Ekmlan-, dürfen im ganzen uw

U rnüffe «Äl» ict» MNtonthmwrf für hie Veketttwü

73

belanglose „Verfehlungen" kein Grund für die Verzögerung der Räumung gegeben sei. Weiter wird festgestellt, daß die Bestimmungen des Ver­sailler Vertrages im allgemeinen erfüllt sind und d.ie Frage der Sicherheit Frank­reichs auch nach dem Vertrag von Versailles, für die Räumung des gesamten besetzten Gebie­tes als Voraussetzung gilt. Eine Widerlegung der allgemeinen Behauptungen über die Verfeh­lungen in der Abriftung wird nicht gegeben, da erst der Beweis der Entente erbracht werden muß.

annunität bestimmt werden, 2. h. die Ein­nahmen zwischen dem 1. Dezember 1924 und dem 1 Dezember 1925. Die Einnahmen belau­fen sich nach dem Dawesbericht auf eine Milliarde Goldmark. 5. Die Frage der belgischen Priorität wird geregelt wer­den Es wird festgesetzt werden, welches der belgische Anteil nach dem Erlöschen der Priorität fein wird. Durch diese Frage wird

führ 100 Millionen Goldmark für die Besetzung ausgeben Da dir Verzinsung der Dawesaa- leisie und die «offen für die DaweSoraonismen

eine vollständige

Revision des Protokolls von Spaa über den prozentualen Anteil der verschiedenen Länder erforderlich werden. 6. Die Konferenz wird sich auch mit den Reparationszah­lungen Oesterreichs, Ungarns und Bul­gariens zu befasse,. haben Ferner dürften nnch die Ausgaben für die RePko, die Kontrollkommission und die Rheinlandkommis- sion bedeutend herabgesetzt werden. Mehr Schwierigkeiten wird die

Reduktion der BesetmngSkosten

Siebet ete Entwlcklungsgeslvskhte »es t» Ser« »inoung mit der ÄutiStet- und Staat bant- affäte verhasketen OcneralbirettorS Blau tnau.t ein Solinger Fabrikant nachtolgende Angaben.

bieten, die im Interesse der Erhöhung der eigentlichen Revarationsaelder liegt Frankreich,

Deutschlands Fell wird von den Alliierten verschacdert.

Delegierte aus allen Ländern / Der Er öS aus Reparattonen-Ruhr und Dawesplan / Herab­setzung der Besatzung skosten / Auch über Oesterreich, Ungarn und Bulgarien wird beschlossen

erzählten, daß er

mit zwanzig Mark in der Tasche nach Berlin gekommen sei und es dann durch sei- ne Verbindung mit einflußreichen Personen ei­nes Vorzimmers der Beschaffuugsstelle und durch seine Geschäftstüchtigkeit in ganz kurzer Zeit fer­tig gebracht habe, daß ihm plötzlich ein Auftrag über eine Million Goldmark Ware erteilt wurde. Dabei hatte Blau keine Fabrik und kannte viel­leicht auch nicht einmal die Artikel, die er liefern sollte. Aber seine „Geschäftstüchtigkeit* über­wand auch die Schwierigkeiten der fehlenden ma­teriellen Grundlage. Tatsache ift, daß sich Blau in ganz kurzer Zeit zur P e r f on a g r a t a der betreffenden Beschaffungsstelle emporgearbettet bat so daß er stolz an den bescheiden im Vor­zimmer wartenden Fabrikanten vorbei in das Hauptzimmer ging, sich feine Aufträge holte und sie dann an die Fabrikanten verteilte, dre rhm die besten Gewinnausfichten boten, was zu Anfang des Krieges ja leicht war, weil jeder Fabrikant nach Aufträgen jagte, um seine Leute beschäftigen zu können und Weil die wenigsten Fabrikanten so gesMftstüchtig roaiM um an die direkten Aufträge heranzul^wmen Der Form halber hat er dann später, als die Beschaffungsstellen nach Vorschrift nur noch mit dem „Hersteller, den Fabrikanten, arbeiten dursten, in Solingen auf den Namen seines Schwiegervaters (er hafte inzwischen gebe tratet)

eine Fabrik gegründet

WeMüfft für Barte.

Finanzmimster und Schulden der KtiegSfrennde

und außerdem war er noch an einer Reihe der zu damaliger Zeit wie Pilze aus der Erde schießen­den .Kriegsgesellschaften* oder großen Firmelt, Die sich mit gewinnbringenden Heereslieserungen befaßten, beteiligt. Der Segen dieser Geschäfts- rüchtigkeit blieb nicht aus, denn Anfangs 1918 erzählte man sich in Berlin, daß er Besitzer einer sehr vornehmen Villa in Eharlotienbnrg und ei­nes Rittergntes in Westprenßen fei. daß er über­haupt sehr vornehm geworden wäre, ein großes Haus mit vornehmer Dienerschaft mache und aus seinem westpreutzischen

Rittergut große Jagden veranstalte. Auch in diesen Erzählungen dürften vielleicht einige Uebertreibungen liegen, hervoc- gerusen durch den Neid der besitzlosen und nicht mit so großer Geschäsistüchtigkeit begabten Mit­menschen, aber schließlich kommt es ja auch nicht auf die Richtigkeit des Genanntcu. sondern nur aut die Tatsache an. daß Blau es durch fein» Ge. schäftstiichtigkeit verstanden hat, Wäbrend des Krieges ein großes Vermögen zu .erwerben. Daß er nun als Generaldirektor einer großen Firma in die schmutzige Kreditschwindelei seines litauischen Freundes mit hineingerat. i5t schmerz­lich für ihn. löst aber zweifellos bei v>elen durch die eigenartigen Verhälluisie bet sirieaszett schwer betroffenen Fabrikanten ein gewisses Ge- subl der Befriedigung aus für das Wirken einer Nemesis, die auch manchmal mit verbundenen Singen ihr Werk tut.

DunNe Ehrenmänner.

Tie Verhaftungen im Barmat-Konzern.

Berlin, 7. Januar ^Eigener Drahtbericht., Die Vernehmung detz Julius B a r m n t ist noch nicht zu Ende geführt worden. Es kann

Paris, 7. Januar. (Eigene Drahtmeldung.! Die Finanzministerkonserenz gibt der Oppost- tionspresse Anlaß zu scharfen Polemiken gegen das Kabinett. Insbesondere wird Herriot die Aufgabe der Ruhr vorgeworfen der da­mit eines der wichtigsten Pfänder bei den kom­menden Verhandlungen aus den Händen gege­ben habe. (!) Auf alle Fälle wäre die Ruhr eine g u t e A u s t a u s ch mü n z e gewesen. Wir werden darum aus der gegenwärtigen Konfe­renz wahrscheinlich mit einer Anzahl bestimm­ter Verpflichtungen und zerstörter Hoffnungen hervorgehen Ein anderes Blatt meint: Wenn

tont aber gleichzeitig, daß alle Zahlungen Frank- ttichs an die Vereinigten Staaten von ent­sprechenden Zahlungen an Eng- land begleitet sinn müssen.

Frankreichs Bestreben geht offensichtlich dabin, eine Revision feiner ganzen Schul­denlast herbei zuführen, was auch die heutigen Auslassungen der Ovpositionsvresse bestätigen. Damit dürfte es aber ebensowenig Erfolg haben, wie mit feinem Verlangen, feine Zah­lungen an England oder Amerika von den deutschen Reparationszahlungen abhängig zu macken. Insbesondere in Amerika nimmt die Erkenntnis immer mehr zu, daß Frankreichs Zahlunassähigkeit nm so größer , st. als es sich zmn Verzicht seiner imperialistischen und militaristischen Pläne und Aktionen in Deutsch­land entschließt. Amerika denkt nicht daran, Frankreichs Schulden zu annullieren, jetzt we­niger als je.

Die gestrige Pariser Abendpresse beschäftigt sich wenig mit der Finanzministerkonferenz. Doch sieht sie allgemein voraus, daß bedeutende Schwierigkeiten auftreten werden. Die .Dicioire" schreibt, die Alliierten würden sich wie hungrige Hunde um Knochen streiten. Diejenigen, die durch den Krieg am wenigsten gelitten hätten, seien die geftätzigsten und kum- werten sich nur wenig um die mageren Hunde, die im Kriege beimaesucht w irden. Diese» Schauspiel fei vielversprechend für die Zukunft des Völkerbundes. Ein anderes Amt boift. daß anläßlich der Finanzministerkonferenz hin­ter den Kulissen auch über wirtschaftliche Fragen verhandelt würde, besonders über den Abschluß der Handelsverträge mit Deutschland.

hundert Millionen Goldmark und die übrigen Länder eine solche von hundert Millionen Gold- mark. Frankreich und Belgien fordern außer­dem, daß diese Beträge in die Dawesannuitäten einbezogen und so rasch als möglich auSgelöscht werden sollen. England bekämpft diesen Stand- vunkt. In der Frage der amerikanischen Be­teiligung an den Dalvesannuitäten bestehen starke Meinungsverschiedenheiten. Frankreich und Belgien nehmen den amerikanischen Stand- vuntt on; Italien und noch mehr England stehen dagegen den amerikanischen Forderungen ablehnend gegenüber.

eine Abfuhr für die Entente.

Deutschlands Antwort auf die Kölnnote.

(Privat-Telegramm.j

Berlin, 7. Januar.

Deutschlands Antwort auf die Jotschafterizote über die Richträumung Kölns ist gestern abend den alliierten Missions-Chefs zugestellt worden. Die Note wird Donnerstag Morgen veröffentlicht werden. Sobald die in der Antwortnote geforderten bestimmten angaben der Alliierten in Berlin cmgctr. ffcn sein werden, soll dann der Auswärtige Ausschuß zusammengerufen werden. In der Rote wird daraus hingewiesen, daß ganz

allgemeine Beschuldigungen nicht als Grund für eine Verzögerung per Räumung

angesehen werden dürfen und daß selbst durch

nct werden. Außer den weiter unten genannten Vertretern der Entente wird Japan durch den Botschafter in Paris, Grafen Jshii, Polen durch den Delegierten in der Replo, Moro- zowski, Griechenland durch den früheren Finanz­minister Zuderos, und auch die Balkanstaaten werden vertreten sein. In Paris glaubt man nicht, daß die Konferenz vor Ende der nächsten Woche beendet fein wird.

Der Angelpunkt der Politik liegt heute nicht nur in ber St ö I n f r a g e, sondern ebenso sehr, für Deutschland wie für Europa in der Re- gelung der internationalen Schul­den. Wenn auch, wie die nebenstehenden De­peschen besagen, die letzteren offiziell nicht aus daS Programm ber Pariser Finanzmi­nisterkonferenz gesetzt werden dürsten, so steht doch fest, daß hinter den Kulissen diese sowohl auf der alten wie neuen Welt lastenden Probleme energisch zur Debatte kommen wer­den, wenn auch vorläufig nur um das deutsche Fell. d. h. die Verteilung der Daweszahlungen und die Verrechnung deS Ruhrabenteuers ge­würfelt werden soll. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Zusammenkur.st in Pari- den Auftakt für eine eigene Konferenz auf der das Schul- denvroblem gelöst werden soll, bilden wird.'

Die Bilanz der interalliierten Kriegsver­schuldung (Gegenwartswert in Goldmark) stellt sich folgendermaßen bar: England schuldet den Vereinigten Staaten einen Betrag von 14,2 Milliarden, während die französische Schuld bei Amerika achtzehn Milliarden, bei England zwölf Milliarden betragt. In den letzten Wo- chen hat ein ziemlich verstärkter Meinungsaus­tausch zwischen Paris und Washington einer­seits, sowie London und Washington anderer­seits stattgesunden Rach den Erklärungen des französischen Finanzministers Clemente! hat sich Hciriot veranlaßt gesehen, dem amerikanischen Botschafter in Paris Aufklärungen über den französischen Standpunkt in der Frage der interalliierten Schulden zu geben, dt- von diesem nach Washington übermittelt wor­den sind. Am Quai d'Orsay bestreitet man, daß Frankreich neue konkrete Vorschläge über die Tilgung ber französischen Schulden genta ht habe, es seien lebiglich Anregungen gewesen. Wie diese Anregungen im einzelnen gewesen sind, weiß man nicht. Jedenfalls will rin Pariser Blatt wissen, man denke franzost- scherseits an eine T i l g u n g s s r i st von mehr als achtundfünftig Iihren und einen Zinsfuß von Vi Prozent In London verfolgt man na­türlich den französisch-amerikanischen Mei­nungsaustausch etwas argwöhnisch. An den französischen Funbierungsverhandlunaen nr't Amerika ist England ja auch insofern stark tritteffiert, als sich Amerika gleichsam eine erste Hhpothek tn Frankreich zu sichern ft 4t. Man beeid st<t>. in London zu versichern, d. ß England nichts gegen eine geringe Verzin­sung ber französischen Schuld und auch nichts dagegen einwenben werde, daß Frankreich ein größerer Zahlungsaufschub gewährt wird, be- gleichzettig. daß alle Zahlungen Frank- bie Vereinigten Staaten von ent«

92 Millionen Goldmark verschlingen und außer dem Deutschland bis jetzt für Sachleistungen an Sie Besatzungsarmee 120 Millionen Goldinark in Anrechnung gebracht wurden, fo betrugen

die Kosten der Befetzung und deS Dawes- planes zusammen etwa 372 Mill Goldmark, sodaß für die eigentlichen Reparationen, tvetm keine Äenderung erfolgen sollte, nur 628 Mil­lionen Goldmark verbleiben wurden.

Mauzmtnifter - Stelldichein.

Großer Empfang in Paris... Herriot-Churchtll.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 7. Januar.

Finanzminister Clementel empfing gestern Nachmittag mehrere Delegierte, die an der heu­tigen Eröffnungssitzung der Finanzministerkon­teren z teilnehmen werden. Er begrüßte den belgischen Finanzminister T h e « n i s und den italienischen Finanzminister Stefani am Bahnhof. Weiter empfing er den britischen SchatzkanzlN Churchill am Nordbahnhof. DheuniS hatte bereits im Laufe des Nachmittags eine Besprechung mit Herriot. Churchill wird am heutigen Vormittag eine

Sonderbesprechung mit Clementel haben. Frankreichs Delegierte sind ber Gene­ralsekretär der französischen Delegation der Repko, Aron, Finanzdirektor im Finanzmini­sterium Moreau-Aerat, Finanzinspektor Bahras. Der Finanzinspektor Chalendar wird Generalsekretär der Konferenz.

Paris, 7. Januar. (Europapreß) Die Kon- Die Netto-Einnahmen aus ber Ruhr werden screnz der interalliierten Finanzministcr wird ungefähr eine Milliarde Goldmark geschätzt, heute nachmittag 3 Uhr im Quai d'Orsay crösf- 4 sM bie Verteilung der ersten DaweS-

Blau stammt aus Cronenberg und befaßte sich zu Anfang dieses Jahrhunderts damit, aus al­ten Häusern neue zu machen, d. h. er baute aus einem väterlichen Grundstück in der Nähe des Cronenberger Friedhofes eine Anzahl Ar- beiterhäufer, zu denen er zur Haupt,ache das Material aus Häuferabbrüchen verwendeie. Es ist die heute noch jedem Cronenberger be­kannte „Blaustadt*. Da feine eigenen Baumrl- tel beschränkt waren, so ging es ihm nicht gerade glänzend, und da ihm die Hypothek en gel- d e r, die er verzinsen mußte, Kopfschmerzen bereiteten, so war es ihm nichst zu verdenken, daß er sich mit der Tochter eines wohlhabenden Bürgers in Vohwinkel verloben wollte. Eftirw

1 Tages fing jedoch fein Wohnhaus Plötzlich zu > brennen an und die Cronenberger Feuerwehr, ' die sich etwas zu sehr beeilt hatte, zur Brand­stelle zu kommen, fand einen wohlgngelegten Brandherd vor. Die Folge davon war eine Anklage wegen Brandstiftung und eine neunta- aige Verhandlung in Elberfeld, und wenn er dabei schließlich doch einen Freispruch erftelle, so wurde er doch später wegen versuchten Versiche­rungsbetruges durch Strafkaminerurieil bestraft. Die Verlobung war futsch. Es klingt wie ein Märchen, enthält aber doch ein Körnchen $$ ar­beit, wenn sich damls wissende Kreise in B.N.n

trage gemeinsam behandelt würden, fo müsse man notgedrungen zu teuer allgemeinen An­nullierung der Kriegsschulden kommen. Ein drittes Blatt fordert Frankreich solle zunächst ab­warten, ob die angelsächsische Welt wirklich den Mut haben werde, von Frankreich Geld zu for­dern, ohne daß Deutschland bie Reparationen in vollem Umfange bezahlt habe.

Sie Verteilen unsere Smut.

Reparationen, Ruhr- und Besatzungskosten.

(Privat-Telegtamm.)

Paris, 7. Januar.

Das Programm bet heute beginnenden F'- nanzministerkonferenz kann wie folgt angegeben werben: 1 Die Bestimmung der Reihenfolge der verschiedenen Prioritäten und Festsetzung der Beträge dieser Prioritäten Besonders sol­len die Kosten, die

Deutschland aus ber Durchführung des Versailler Bertrages erwachsen, genau bestimmt werden, sowie die Kosten der Repko, der Rheiulandkommisflon, der Kon- trollkommisston, die Besetzungskosten und die Kosten der Dawesorganismen. 2. DaS Recht Amerikas auf bie Reparationen soll bestimmt werden 3. Der Erlös aus der Ruhe­be s e tz u n g soll unter bie Alliierten verteilt werden. Frankreich und Belgien nehmen dabei den Standpunkt ein, daß nur die Rettoerlöse verteilt werden sollen, fogegen England die Ver­teilung ber Bruttoeinnahmen fordert, d. h. der Besetzungskosten in ber Höhe von zweihun- bert Millionen Goldmark werden Frankreich und Belgien zur Last gelegt werden

Auf heute vertagt.

Entscheidungen in der Regierungsbildung.

(Eigene Drahtmeldung.j

Berlin. 7. Januar.

Reichskanzler Dr. Marr hat gestern bei Be­sprechungen mit Fraltionsführern die Ansicht ge- stußett, heute vor allem von den D e u t s ch na­tionalen eine endgültige Stellung­nahme zu verlangen. Die Sagt wird dadurch gekennzeichnet, daß bei den Zentrumsfraktionen die Beratungen auf heute vertagt worden sind. Die Reichstagsftaktion hat dabei besonders noch dir Frage offen gelassen, welche Stellung sie bei ber Wahl des ReichStagspräfidenten einnehmen will. D'e Bayerische Volkspartei die deutsche Volkspartei und Wirtschastsvartei weiden sich gleichfalls erst heute schlüssig machen, wie ste bei der Präsidentenwahl stimmen wollen.

ater Lanz her llMllion n

Paris, 7. Januar. (Eigener Drahtberickt.' Die Finanzministerkonferenz wird sich außer mit in den Haupttelegrammen bezeichneten Proble­men auch mit der Frage der Restitutio neu in befchäftigen haben. Belgien hat mit Deutsch­land ein Abkommen abgeschlossen, wonach Deutschland eine Pauschalsumme von 247 Mil­lionen Goldmark zu zahlen hat. Frankreich Or­dert seinerseits eine Pauschalsumme von sechs-