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Kasseler Abendzeitung

Mittwoch, 7. Januar 1925

Nu nun ec 5.

Etnzetnnn'.me, Ifl *$f. Sonntags 15 Pf

Kampf um die Macht in Preußen

beziffert

werden Es gilt auch, den

Sparsinn mehr und mehr zu wecken

ifte und Säfte zuzuführen. Zu- lich das fehlende imandi'chr

2.

tzung stark iblich, vor

»er

Die üauelei üieueiten jiothrttbten erlcheinen wöchentlich iechSmai iiachmliiagS.

Der Äbonnerncttlsvreis beträgt für den Monai 2. Mk- bei fttttt yuiteUuna

Linen F nger statt der Hand

Das Pariser Wirtschaftsprovisorium.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 6. Januar. (Privattelegramm.) Wie aus parlamenmrischen Kreisen verlautet, hat ' - - - ° ' ^ordnete v. Kries

und zu entwickeln, um durch Ansammlung von neuem Kapital unserer Wirtschaft wieder die notwendigen Sräf'

Mustostnts Musterung.

.Der Diktator reinigt sein Kabinett.

(Eigene Drahtmeldung.)

Rom, 6- Ja,mar.

Rach den letzten Mitteilungen nimmt Mus soltni eine vollständige Umstellung seines Kabinetts vor. Aste Minister ha­ben dem Ministerpräsidenten ihre

Portefeuilles zur Verfügung gestellt und ihnt damit die qrSstte Handlungsfreiheit er- mSglicht. Auch die beiden militärischen Minister, General di Giorgio und Admiral Taon di Revel, sollen ersetzt werden. Dre

Sie Note im ng.ischen Licht.

London. 6. Januar. (Eigener Drahchericht.) "'m hiesiges Blatt hält die Antwort, die die al­liierten Mnister in Berlin überreicht haben, für einen besonderen Erfolg der franzosi- schen Diplomatie. Die legale Schmie-

Abgeordneten, die bisher noch nicht im Re»chs- tag waren, haben ihre Plätze im allgemeinen in den Hinteren Reihen erhalten. Man sieht sie mit ihren Flaktionskollegen hier und da zu. sammenstehen, die ihnen den Reichstag und den Plenarsttzungssaal zeigen. Zufällig hörte man das Gespräch zweier Abgeordneten, von denen

nächst wird frei! .

Geldkavital durch ausländisches Leih­kapital ersetzt werden müssen Aber auf die Dauer mu die deutsche Wirtschaft wieder auf eigenen Füßen stehen lernen. Dazu bedarf es der inländischen Kapitalbildung und eines billigen, gut funktionierenden inländischen Geld­marktes. Tas Jahr 1925 muß uns daher zu-

Reichspost ________ ___________ _

verdoppelt haben und nunmehr aus etwa ß'/t Milliarden Goldmark beziffert werden können. Gewiß sind das nidji alles Spargelder im volkswirtschaftlichen Sinne. Aber diese Zahlen zeigen in jedem Falle, daß die Wirtschaft sich jetzt wieder getraut, Parkapstal in den Geld- und Kreditinstituten au,zu- speichrrn. Diese Tendenz muß im kommend.'» Jahre vor allen Dingen gepflegt und gejördert

Dle Feuerprobe.

Botschafternote und neue Regierung. (Eigener Informationsdienst.)

Der Haushaltsplan für 1924 war vom vor!- gen Reichstag nicht erledigt worden, sodaß jetzt eine vollständige Neuaufstellung ersor-

faszifiifche Parteileitung hat einen Aufruf _ . , .

öffentlickt. worin sie zu strengster D i f, i P- ? eine vollständige Neuaufstellung er,or- (iM auffordert und betont, daß jede rmzelnejderlick wurde. Im ordentlichen Haushalt wer- Gewaltakt ihr Ansehen schädige. Iben an Einnahmen für die allgemeine Reichs-

rigkeit, die Verlängerung der KSlner Besetzung vor dem endgültigen Bericht der Konti ollkomm-s- sson zu rechtfertigen, sei durch folgenden st aüus bestätigt:Die Älliiereten sind, ohne den 10. Januar abzuwarfen, bereits jetzt in der &me, die deutsche Regierung zu informieren, daß . . ." Diesem Passus zufolge waren einige der deutschen Verfehlungen von so ernstem Cha­rakter, daß nicht etwa der endgültige Bericht ab- gewartet werden könnte. (!) Auw bestätigt die Note, daß nach dem Nrl.il der Alliierten die BefetzungSperiode entgezen dem Standpunkt f'oincarss bereits zu laufen begonnen habe.

Beantwortung dem neuen Relchskabinett Vorbehalten

worden. In den Wandelgängen deS Reichstages war die Auffassung, daß die außenpolitische Lage in den nächsten Wochen sehrernsteBe- sorgnisse erwecken wird. Wenn auch die Note nicht ganz so scharf ausgefallen ist, wie erwartet, so enthält sie doch immerhin starke Zumutungen an Deutschland. Besonders be­denklich ist jedenfalls der Umstand, daß die alliierten Regierungen

keine bestimmte Frist für die Räumung der Kölner Zone angeben.

Deutscherseits wird man vor allem in der Ant­wortnote dem alliierten Standpunkt wider­sprechen, wonach es nicht möglich gewesen sei, schon jetzt eine Entscheidung in dieser Frage zu treffen. Die Forderung nach Verhand­lungen wird zwar in nachdrücklicher yornt wiederholt werden. In den unterrichteten Krei­sen will man wissen, daß die

Interpretation der Note durch die alliier­ten Botschafter der Reichsregierung voll- kommen ungenügend

erscheint, sodaß die deutsl^n diplomatischen Vertreter bei den Ententemächten bestimmte Rückfragen stellen werde. Gegenüber an­ders lautenden Nachrichten muß betont werden, daß der Reichsregierung offiziell noch kein Sompromißvorschlag zugegangen ist und sie von sich au'S absolut nicht in der Lage fein wird, den Gegnern Angebote zu machen.

Plenarsttzungssaal zeigen. Zufällig .

das Gespräch zweier Abgeordneten, von denen der eine zum ersten Male hn Reichstag war, und zwar erklärte der alte Parlamentarier einem neuen Kollegen die Bedeutung der I a - u n d

_________________________________Mk. bei freier «uftellunv

ins HauS. tn der Gefchänsttelle abaedol, 1.80Mk. Dor» die Poft monarltä ausfchlieftticd Äuftellunnsoebüdr Berlaa und Redaktion «-chlachlftoittrafte 28/RO Fernsprecher 051 und uk>2. Mr anperlanat eingefanite Beitrage kann die Re- zaklion eine Beraniwormnu oder Gewähr in keinem Kalle übernehmen. »uck- labtunq deS BcmasgeldeS oder Ansprüche wegen etwaiger nichi ordnunasmaftiger Vieierunn ft nndaefchloften Pomcheckfon!v Frankfurt a. Main Nummer 6180.

Trotzdem konnte Reichsbankpräsident Dr. Schacht jüngst auf dem Pankierbankeit Mit­teilen, daß die Kreditorenzifseru der deutschen Banken, Sparkassen. Genossenschaften und der ~ ' ... - "sierung mehr a>S

Berlin, 6. Januar.

DaS bisherige Reichskabinett ist gestern Abend zu einer Sitzung zusammengetreten, um den Text der Botschafternote entgegen- zunehmen. Auf Antrag des Reichskanzlers ist die weitere Behandlung der Rote und ihre

punkteS in der Kriegsschuldeilfrage, insbeson­dere der französischen Schulden. Der Kabinetts­rat selbst stellte für die Finanzminifterlonferenz folgende Gesichtspunkte auf; 1. England will seine Schulden an die Vereinigten Staaten bezahlen. 2. England verlangt von feinen Schuldnern nicht mehr, als cs selbst an die Bereinigten Staaten zu bezahlen hat. 3. Jeder Gläubiger Deutsch­lands, der mit Zahlungen an die Vereinigten Staaten beginnt, mutz im gleichen Verhältnis auch seinen Verpflichtungen gegenüber Grotz- britannieu nachkommen. 4. England mutz Sicherheiten über den regelmäßigen Eingang der Reparationsgelder haben.

der Wand Zierate angebracht, die einzeln ie einen Brchstaben tragen. Wenn man diese Buch toben zusammenrückt, so rgeben sie den Satz: Erst das Vaterland, dann die Partn _ .

Neintüren.

Dieses hier", sagte er, ist die Ja-Tür. Das Holzschnitzwerk, das Sie hier seen, zeigt Ihnen, tote Polyphem seine Widder zählt. Drüben auf der anderen Seite ist die Nein-Tür, dort ist dor- gestellt, wie Rübezahl seine Rüben zählt. Das Schnitzwerk hier über der Tür stellt einen sprin­genden Hammel dar. Es ist nämlich oft bei der Abstimmung sehr schwer, vom Prästdentenstuhl aus zu erkennen, ob ein Gesetz angenommen worden ist oder nicht, wenn zum Beispiel zwei­hundert für das Gesetz. 210 gegen das Gesetz stimmen. In solcb-n Fällen wird entweder na­mentliche Abstimmung oder ein fogenanntcr Hammelsprung" veranstaltet, das heißt, der ganze Plenarsttzungssaal wird geräumt, und die Abgeordneten, die für Ja stimmen, kommen ein­zeln durch die Ja-Tür wieder herein, tue ande­ren die dagegen stimmen, durch die Netn-Tür, während diejenigen, die fab der Stimme enthal­ten wollen, durch die Mittettüren in den Saal

Wir müssen sparen.

Die Wirtschaft des Jahres 1925.

® e ViatUaiiUT ter Marlstavi hat

unfern W.rti-hai!«-p-r JWM W» 8«*»» der Inflaii»«« trantheit g«h«>lt. DtoEefno»»"» ist amt no* avtzt ctott fort#c.d)rttten, daß nidtt !>och tiefe Eingriffe in das WrUchaf siede» das @ecct der S nnde find, tote fte *» ankere M tar eiter ici Fo senden tnr, f«»>ert Der Präsident der Berliner Industrie- und Handelsiammer Franz v. Mendelssohn hat türzlich auf die Verengung des Marktes hinge- 3! die eine Folge der Geld- und .Kredit- not war. und die vor allem den Ab,a« des Klein- und Einzelhandels erheblich beenftrad)s tigt bat. Diese Absatzverminderung führte aber wiederum zu einer Steigerung der aus den Waren ruhenden anteiligen Handelsunlo­ten. wirkte also preisoerteuernd. Nachdem der oltde Geschästsgrundsatzgroßer Umsatz, «ei­ner Nutzen" lanze Zeit geradezu in sein Gegeti- teil verkehrt war, muß bas Jahr 192a endlich die Rückkehr zu normalen Geschästs- grundsätzen bringen.« Das bedeutet, daß ton wieder normale Zinssätze,

normale Steuersätze, aber auch normale Verdienstfätze

deS Handels, und auch der Produzenten brau­chen. Damit die Zinssätze sinken können, muß vor allen Dingen wieder eine K a p i t a l v i l - düng stattfinden. Hauptguelle einer gesimoen Kapitalbildung sind und bleiben die E r , p a r

Meter Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

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Berlin, 6. Januar.

In den Berliner Regicrungskrcisen bestätigt man, daß infolge der noch immer bestehenden Meinungsverscksievrnheiien zwischen der deut­schen und der französischen Regierung bereits vor dem 10. Januar ein provisorisches Abkommen getroffen werden soll, das die wichtigsten handels-zollpolitischen Fragen regeln und als Uebergangsftadium den beider­seitigen Interessen gerecht werden soll. Dte Ge- ahr eines Zollkrieges hält man in Berliner Regierungslreisen für nicht gegeben, sondern hält die Schaffung eines modus vivendi den Umständen nach für durchaus möglich.

(5d)u>w unö Gläubiger.

England und die Fmanzminister-Konferenz.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 6. Januar.

In gut unterrichteten Kreisen erklärt man, daß die Instruktionen, die Churchill im gestrigen Kabiuettsrat für die Pariser Finanzlonferenz gegeben hatte, vom Kabinett einstimmig ange­nommen worden sind. Außerdem kam die Arn- wort der Bereinigten Staaten in der Schuldeu- frage zur Sprache. Sie enthält weiter nichts als die Bekräftigung des amerikanischen Stand-

Nisse des Volkes. Nach den furchtbaren Erfahrungen der Inflationszeit ist schon wäh­rend des Jahres 1924 der haushälterische Sinn in den breiten Massen der Bevölkerung wieder lebendig geworden und hat zu neuer Anhäufung von Sparkapitalien bei den Spar­kassen und Depcsitenbanlen geführt. Allerdings ist durch die unzureichende Aufwertung, wie sie in der dritten Steuernotoerordnung sestgelegt ist durch die unzureichende dritte Steueruotver- ordnung der Rest des noch vorhandenen

Sparkapitals völlig vernichtet

Eiiizetiimnmer 108f Senntnnn !5 B? 1 5. rqttNg

nächst eine weitere Lockerung der Fes- fein bringen, die durch die Kreditrestrik- t i o n s v o l i t i k der Reichsbank unserer Wirt­schaft und besonders unserem Geldmarkt ange­legt worden sind. Die Wiederherstelliing eines privaten Diskontmarktes sowie eine Herabsetzung des Reichsbaukdis. konts müssen weiter erstrebt werden. Um­fangreich sind endlich die Aufgaben, die auf dem Gebiete des Stenerabbaues dem neu-n Jahre verbleiben. Denn ein systematischer, ziel- bewußter Steuerabbau, der mit einer

grundlegenden Reform unseres SteuerwefenS verbunden sein muß, kann nicht auf dem Ver- ordnungswege erfolgen, sondern erfordert die Mitwirkung des Reichstages. Es muh u. zielt werden, daß bei niedrigeren Steuersätzen und erhöhter Produktiv», erhöhtem Umsatz und Erport alles in allem die gleichen Steuerbeträge tote bisher zustandekommen. Kapitalbilduuq und Prodnttionserweiterung sind die Hauptziele, die im neuen Wirtschaftsjahre ins Auge gefaßt und mit aller Energie erreicht werden müssen.

Dor zwe' RetO-lagen.

Der Haushalt für 1924 unerledigt.

Berlin, 6. Januar.

ÄM kritischen GtaökÄM.

Kein Gesamtrücktritt in Preußen?

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 6. Januar

Die deutsche Bolkspartei hat den Führern des Zentrums gestern abend mitgeteilt, daß fic die Gesamt-Demission deS Kabinetts für notwendig erachtet

und daß anderenfalls die volksparteili- chen Minister auS der bisherigen Regir- rungskoalition zurücktreten würden In der gestrigen Sitzung des Pr-utzenkabi- ne11 s wurde über die Frage des Gefaml- rücktritts beraten. Der preußische Minl- ierpräsident Braun hat dabei Den Standpunkt eingenommen, daß verfafsungs- mätzig und wahltechnisch

keine Notwendigkeit zum Rücktritt des Kabinetts

vorliege Infolgedessen kam nach zweistündiger Beratung keine Einigung zustande. Nun- mehr wird vor allem sür das Zentrum die Frage austrclen, ob es mit den Sozialdemokra­ten und Demokraten in einer Minderheits­regierung bleiben will. Eine solche Min dcrheitsregiernng würde im Landtag aber

lein Vertrauensvotum bekommen können. Sie würde aber auch vorauSsichtli tz kein Mißtrauensvotum erhalten, oa die preußische Verfassung für ein solches Miß trauensvvtum fünfzig vom Hundert aller Stim­men deS Landtages uorschreibt. Der sozialde­mokratische Parteivorstand erklärt, daß er eint Veränderung der politischen Mehrheits- Verhältnisse in Preußen nickt für nötig erachtet.

Zwei Nörde kür uen FMchSkanzter.

Der Mohr kann gehen...

Rufe nach der parlamentarischen Regierung.

(ßigenei Informationsdienst.)

Berkin, 6. Januar.

In parlamentarischen Kreisen rechnet man nur mit einer ganz kurzen Lebensdauer der neuen überparteilichen ReichSregie- rung, die sowohl aus der rechten alS auch auf der linken Seite wenig sympathisch aus­genommen wird. Besonders verstimmt ist man in den Kreisen der Demokraten und So- zialdemokraten, die tn den innerpo- ! itischen Fragen zur Opposition iiberzugehen beabsichtigen. Auch in den Z e n- irumStreifcn rechnet man damit, daß spä- te st e n s i m I u n i die Regierungsbildung aus parlamentarischer Basis durchgeführt werden wird. Dir Regierung müsse in dem Augenblick einem parlamentarischen Kabinett Platz machen, wo dir neuen außenpolitischen Schwierig­keiten überwunden find.

treten.

Im Plenarsttzungssaal ist zu Beginn der Sit­zung eine trübe graue Beleuchtung, wie sie dran- ßen auf der Straße bei dem herbstlichen Winter- Wetter herrscht; erhält er doch fein Lickt direkt von oben, von der fünfundfiebzig Meter hohen Kuppel, die dem Wallotbau ihr besonderes Ge­präge gibt. Tie Logen sind schon vor Beginn der Sitzung stark besucht. Man hat nicht, wie sonst üblich, vor der Sitzung noch Karten aus­geben können, da alle schon lange vor dem 5. Januar vergriffen waren. Sowohl die erste Loge, in dem die Angehörigen des Reichsrates und der Reichsregierung sitzen, wie die zweite, die frühere kaiserliche, jetzige Diplomal en» lege, sowie die daran anschließenden Publi­kumslogen, weisen nur noch wenige Lücken au allein die Ptesseloge füllt sich erst spate aber mich hier kann kur, nach Beginn der S't- iuna nickt mehr dieberühmte" Sieckn.rdel zu Boden fallen. In den Wandelgangen sind an

Bei den Abgeordneten

Ein Rundgang durch den Reichstagspalast.

In der Wandelhalle des Reichstages h-rrfcht vor der ersten Sitzung der neuen Reichstags- Periode die übliche leicht nervöse und erregte Stimmung. Rian sieht hier in dem Meter langen Gange die 'Abgeordneten eilig hin- und hertausen, hier einen ihrer Angehörigen emp- sangend oder mit irgendeinem Wlrt,chait.er oder Politiker noch eine kurze Konferenz pfle­gend. Die erste Sitzung des Reichstages pflegt im allgemeinen leine besonderen politischen Er­eignisse zu bringen. Auch gestern war der Ham»t- teil der Sitzung mit der Erledigung der Ge- schäftssührungsdebatlen und der Wahl des Reichstagsprästdenten ausgesüllt. Wett über achtzig Prozent der Abgeordneten sind anwe­send. Manche Wgeordnete, die eben erst nut der Bahn angekommen sind, nehmen rasch em kur­zes Essen in dem Ersrischungsraum des Relchs- tanes ein. Auch hier kann man die Teilung der Parteien beobachten. Der Erfrischungsraum be­steht aus zwei Sälen. In dem einen Saal sitzen aus der linken Seite die Kommunisten, ihnen schließen sich die Sozialdemokraten an; aus der anderen Seite pflegen Angehörige des Zentrums und der Wirttchastspanei, der Bay­rischen Polkspartei und der demokratischen Par­tei zu speisen. In dem daran anschließenden Raum versammeln sich die Mitglieder der rech­ten Parteien, der deutschen Volkspartei imb der Deutschnationalen. Hier spelien auch die Regierungsmitglieder. In den Wänden sind sogenannte Lautsprecher angebracht, die anch in den anderen Räumen des Hauses zu fluten find, wie im Lesesaal, im Schreibsaal, in dem Arbeitsraum für die Abgeordneten, und die verkünden, wann ein neuer Abgeordneter spricht. Der P r ä s i d e n t des Reichstages Pflegt, wenn er einem Abgeordneten das Wort erteilt, dieses in einen Trichter hineinzusprechen, der diese Mitteilung durch das ganze Hans verbreitet, so­daß ein jeder Abgeordneter bann von dem Be- ginn der einzelnen Reden immer unterrichtet ist.

Gegen 3 Uhr weist der Plenarsitzungs- f aol nur wenige Lücken auf. In den ersten drei Reihen vom Präsidenten aus sitzen im allgemei-_____________ .....

nen dieProminenten" der einzelnen Fraktio- xhenso der Landtagsabgeordnete v. Kries nett. ES ist üblich, neben den hervorragenden §uch der für ein überparteiliches Kabinett tn Führern der Fraktionen auch den ältesten Mit- Frage gekommene Ministerialdirektor a. D. gliedert, die vorderen Plätze zu geben. Auch die Neuhaus den Eintritt in eine solche Re- zweite und dritte Reihe wird von prominenten gierung einstweilen abgelehnt.

Mitgliedern der Fraktionen eingenommen. Die -----