Kasseler Neueste Nachrichten
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G. m. b. H.
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guter nur
Verkaufsstelle Conrad Tack & Cie.,
'IWck'säst unb^reifliMohe Worte für ben Wer: Nimm diesen Grub mit ins neue Jahr... eS'st " der Zeit hatlem .Di? Zeit ist kostbarer als 1-m- ein Tegensgrutz!
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Bald, so wird e« zwölfe schlagen. Prost Neujahr! wird mancher sagen. Auch ich selbst aus meinen Wunsch Mache mir ein wenig Punsch. Wie ich nun allhier so sitze Bei deS Ofens milder Hitze, Anaeran den Rock der Ruhe Und die schönverzierien Schuhe, Und entlocke meiner Pfeife Langgedehnte Wolkenstreife, Da spricht mancher schnell entschieden: Dieser Mensch ist sehr zufrieden. Leider mutz ich dem entgegen Schüttelnd meinen Kopf bewegen. Sckweigend lüfte ich das Glas — Ach, wie wohl bekommt mir daSI
Denn von der Wiege bis zur Bahre Sind nur wenig kurze Jahre...
Gan, besonders und vorzüglich Macht eS mich so mitzvergnüglich, Datz eS mal nicht zu vermeiden Von hienieden abzuscheiben. Und eS sprechen dann die Braven: Siehe da, er ist entschlafen!
Ach, mir wird so wohl und belle--
Himmel. Sterne, Meereswelle, Weiße Möwen, goldne Schiffe, Selig schwanken die Be—griffe, Und ich tauche in daS Bette, Mit dem Seufzer: Henriette!
Die Zeit ist eine rare Ware, Drum nütze ste und spare, spare,
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Znö neue Sabri
Gedanken an der Wende des JahreS.
Nr. 1.
Fünfzehnter Jahrgang
Damen-Halbschuhe in
Lederverarbeitung . •
: - M
2. Vellage.
Donnerstag, 1. Januar 1925.
ES Ut uu ■ L uft, vteman i fltf)t'S la fk". Man tarn*# nicht fcaUtti, ta> n' nicht taufen, ■ ach rocDe Echrtt no a Sprangt, Leh« Die. oetvctg'ne Ting. I
Jeder von uns, wird das vorstehende Rätsel! leicht lösen. Was ist s, das so rennt und jagt tote ein eilender Kurier, wie ein f Schatten? Man sieht s nicht lausen? Unmert- lich rückt es vorwätts, jeden Tag, jede stunde, jede Minute läuft es voran und man achtet eS nicht. .Pieilscmtell ist daS x>e|t entflohen- — toU ein Geschoß die Lust teUi und lerne Spurl hinterlätzl, wie ein Vogel, von besten Slug man kein Zeichen in bei Lust steht, wie em «ch'ss, dessen Bahn im wogenden Meere man «ächt mehr erkennt. Es macht weder Schritte noch Sprünge, nein, ruhig aber unaufhaltsiwi fließ. c8 vorwärts wie ein Strom ms grotze Meer der Ewigkeit. Manu lann's nicht halten? Was hätte mancher darum gegeben, wenn er in du Speichen dieses großen Rades Hane emgreisen könnncn? Um allen Reichtum der Welt kann man es nicht erlaufen. Es lehrt uns turbor- gene Dinge, ach, so große, gewaltig«. Was 'st -, was ist's?--
Mit tausend Stimmen ruft eS uns Silvester „ns sßpuiahr ru: Es ist die Zeit! 0 Zett, Zelt,
Aus der SeWÄ.
* Fulda, 81. Dezember. (Ehrenbürger Prof Di' BonderMi.i In gemeinsamer Sitzung, des Magistrats und der Stadtverodneterwersamm- lung wurde der Rektor der DomWarrlich.n Schule, Prof. Dr. h. c. Joseph Bo über au der am 1. Januar 1925 auf eme ^vierzigjährige ununterbrochene Tätigkeit an der ^uldaer Do - schule znrückblicken kann, cmstimmlg zum Ebren- bdroer ernannt. In der Urfunbe lviid besonders die Tätigkeit auf dem Gebiete bei künde, Geschichte und Altertumsforschung, wodurch die Kenntnis der Urgeschichte unserer Stadt wesentlich gefördert wurde, hervorgehoben.
* Trubenhausen, 31. Dezember. lJm goldenen Hochzcits'ranz.) zweiten Wechnachts- i tag feierten die Eheleute c o banne § Bauer nebst Ehefrau, Anna Katharina geb^effe zu Trub., - Saufen bei voller körperlicher Rüstigkeit das fei- 1 tene Fest der goldenen Hochzeit Von Nah unb ^ern eilte man herbei um dem festlichen ^ttb l- vaare Herzliche Wünsche darzubringen. Enkel und EnkÄnnen beehrten die Großeltern m.t
Betrachtungen eine« Äunggesellen
Pon Wilheim Busch.
.zahlreichen Gedichten. Selbst
wohner nahmen regen Anteil au dieser seltenen Feier. Der Posaunenchor sowie der Gemischte Chor brachten dem Jubelpaar Ehrungen bat. Auch beehne man dÄ Jubelpaar «U -ahlrei- chen Geschenken. Man kann nut Recht sagen, ba6 Trubenhausen solch eine Feier wohl sc langen Jahren nicht erlebthat. Dezember.
* Freienhagen in Waldeck, , 31. DeKeuwe I /c>nnhucrhndituiul) Das war ein großer AN drang zum Termine der JagdverpAchtung„^in biefiaer Gemeinde. Eine lange Reihe Auws von Reflektanten, besonders aus Rheinland und Mstfalen stand in den Straßen unseres Madt- W aufgefahren. Etwa 8000 Morgen umsatzt unsere Wald- und Mdiagb. Ste «Wt vor dem Kriege 2600 Mark, ° le Smal wurde ber Kaufpreis von Hotelbesitzer Rademacher mw Bielefeld auf 14600 Goldmark hmaufgeschroben. Eine annehmbare Einnahme für unseren Ge-
♦ ^Bad Wildungen, A. Dezember. (Die TOmtfr und Klauenseuche im Gberfreife.)
1 unb Klauenseuche ist nunmehr im Abflauen be griffen Von 16 betroffenen Gemeinden ist in I neun Örtschaften die Seuche erloschen dezw. iu. Abheilen begriffen. Der Sd^deN' der ^e Land- I mirtk&aft durch bte Krankheit, die glücklicher weisenur in milder Form ^ttat, ermesien, st, I ein febt bctiftÄtlicbtt. ^unoerte vott
Mn ünl em« SO» 'm» »«• leaen Dazu kommt noch der Mnchaustau, Rückgang in Ernährung u. a. m., Schaden, die I k-es dem heutigen Stande der Landwirtschaft sehr ins Gewicht falten.,
Buntes Allerlei.
Äwktf tdafte Gcfcvenk.
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Und ste zieht gelind und lose Aus der Weste ober Hose Den geheimen Bttnb ber Schlussel, Und man rührt sich nicht ein Bisiel, Sondern ist, obgleich vorhanben, Friedlich kachelnd einverstanden. Schaüdernd leere ich das Glas — Ach, wie wohl bekommt mir daS! Wo wird bann bie Seele weilen? Wird ste sich in Dust zerteilen? Ober wird bas alte Streben, Schöne Dinge zu erleben, Sich in neue Form ergießen, Um zu lieben, zu genießen, Oder in Behindrungsfallen Sebr zu knurren und zu bellen? — Kann man, frag' ich anastbeklommen, Da benn nicht bahinterkommen? — Kommt, o kommt herbeigezogen, Ihr verehrten Theologen, Die ihr längst bte ewige Sonne Eingespunbet in ber Tonne. Doch vor allem Hoss ick Wahrheit Von bem hoben Philosophen, Der beim wohlerwärmten Ofen Als ber Pfiffigste von allen Fänat bas Lickt in Mausefallen. Prosit Neuiahr! Unb noch ein Glas! Ach, wie wohl bekommt mir bas!
Henriette--Dieser Name
Füllt mich mit gar tiefem Grame. Die ich einst in leichten Stoffen Herzbeklemmend angetroffen Nachts auf bem Kasinoballe, Sie, die mich einst reichdeseeltgt. Ist jetzt anderweit verehlicht, Ist im StanbeSamtsregister Aufnotieret als Frau Pfister, Unb es wirb bavon gesprochen, Nächstens körn' sie in die Wochen. Grollend lüste ich daS Glas — Ach, wie wohl bekommt mir daS!
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und Neujahr zu: Es ist die Zeit! O 3' wer kann dich Rätsel begreifen? Wer Jiw< Bedeutung, Kostbarkeit dieser »ter Buchstaben .Zeit" schildern, ermessen? .
Wie in einem Eilzug i^u wir nt der Zeit unb mit der Zeit durch das Leben. Manche gönnen sich kaum die Mutze, daran zu beulen, von! wo sie kommen, wohin sie fahren. Rber hier unb da hält man einen Moment an und besinnt sich und fragt wohl: Wie wett Astloch die Fahrt? Pilgersmann, woher kormnst du»Wohin gehst dutz Wie lange wirst du/ms Erven noch reisen? Wann wirst du auf deiner letzten Station ankommen?
Der griechische Philosoph PhaleS wurde einst gefragt, was bas kostbarste Gut sei. Erl sagte: Die Zeit, denn durch siekann man alles übrige gewinnen. Ja, ohne Zeit nichts, bunl1 bie sieit alles. Ohne sie kein Wirken und cd?®!* fen, kein Werden und Wachsen, kein Weilen und Gesunden. .DeS Menschen Engel ist di- Ze" Ein Engel des Trostes, besonders in der Rot. reg kni füt lebe Seelenwunde, wie tief sie Nennt! die Zeit, die grotze Trösterin noch einen Balsam (Wieland). Laut rüst diese Trösterin in unsere Trauer, unfern Kuumter hinein- Die Zeil kann eure Wunden heilen, bte] Schaben bessern, bas Verlorene zuruckdringen. Die Zeit, ja, die gut benutzte Zeit.
Kaiser Karl IV. trug an seiner Hand einen u. $Qä ist der Grund, warum die Gro- aoldenen Ring, in dem statt eines funkelnden Reiche GotteS so hohe, aus den ersten
SineÄ kleine Uhr -nsebracht war mis^n.'M. Re,qe ......4. Wer.
requngen. Ein groges Wort, das auch wiedeti. bDIt aber nicht bereiten/ Welch einen über den Neajahrstag 1925 Slanzen muß. Besitz hat also jeder, ber ben ^euiahrsmorgen bie einzige Kostbarkeit, bie wir Huben, das I ®inen Besitz, kostbarer als alles in ber
tleine grotze Ting, die Zeit, mit der Umschrift.! ynj, welche Zeit? Nur bie gegenwgr-
Kostba/er als Edelstein, die große üge Die Vergangenheit °eLört uns mih^nuhr
der ^utunft, ber HossnungS lern des Wieder- » «ukunst gehört uns noch nicht. Auch sie ist auchaus"HLaurentius Jusiinianus nannte die ^g^^"ftstange sie eben Zukunft isi.Dft ge- Zeit „Goldspäne", da diese, ob ihre Teile auch ^^tige ist die einzige, bie uns gehört - febr klein, äußerst kostbar sind, so datz man vor-l« . ble=.r zerrinnt unS sozusagen unsichtig damit umgehen muß, damit sienicht• ter öen Händen. .Pfeilschnell ist das Jahr , ent-
loren gehen. Das Gold ist rar bei uns, um sol . Königin Elisabeth von England tagte kostbarer diese Goldspäne. Um fo m^obe, sie wolle für eine einzige Stunde ein
unser Volk mit ihnen umgehen, um durch emst- ^ $crfleb(!n Beim Untergänge der
aes Arbeiten unb Schaffen wieder emporzukonu rief ein Millionär aut dem sinkenden
inen Wie ein Stern leuchtet auch bas Goethe- tin/er dem Rettungsboote her: »Komm wort ins neue Jahr: Die Zest A mein^ Besitz, 'rück,' Ich gebe eine halbe Million" Umsonst mein Acker ist die Zeit, mein Erbteil, wie Herr au^ bieß Millionen konnte er keine Halde lich, wie weit und »reit. Stunde mehr erkaufen. — —-
Um so wertvoller ist dieser Besitz, dieser Erb-l ? verwundern, daß schon der HeLe teil, da wir durch den unglücklichen Krwg so 1^^ f’6te. Das einzige. Ting, womit man viel ach, so viel verloren haben. Erst rewt g»' mäßigerweise geizen dürfe, ist bte Beu. das' alles, wenn der Mensch hinuberblickt au Und ’ood)C’toie verschwenderisch gehen die Men- aller Zeiten Ziel. Jeder 'st,reich, der noch Zr,t ^^ g™abe damit! hat. denn et kann in und MU der gert --- --- —
leit gewinnen. Ja, ohne Jett, reine Ewigkeit, ohne Zeit kern Besitz GotteS in der
Beginn:Freitag,den2.,5aiiuar
Ein Berliner Grotzkaufmann wurde aufae- fordert, sich vom Zollamt ein Paket auS der Sur- lei obznholen. Er öffnete es vor den Augen der I Beamten, zeigte 160 einfache Zigaretten aI8 Ön« kalt und einen dabei befindlichen Dank, sbries eines früher bei ihm angestellten Lehrlings. Fei,, aufrichtiger Verehrung erlaube ich mir, >?h- ken etoe Hekie Probe Mischer Zigaretten zu schenken". Als er das aufmerksame Präzeiitlein nehmen wollte, winkte der Zollgewaltige ab: Erst zahlen > Zoll 15 M„ Steuern 32 M., macht 47 211.“ Der Kaufmann pfiff in allen To>iartz:n auf die Sendung, denn er kennte sich Jur bas selbe Geld nebenan fast eine Mill- auter Z>g-- retten kaufen. Das türkische Geschenk uvbt nun vorschriftsmäßig an den Absender zum Bospo- rus zurück.
W!" <9 ra»>tt entstehen.
iAi's Wilhelm Buschs Nachlaß.) | vorsichtig man bei der Verbreitung von Nachrichten sein ntuß, die nicht unbedingt e^ viieken sind zeigt ein Vorsaü, der sich kürzlich w Hambach ^ei Neustadt a. S. jutrufl. EincS Tages wurde ein Hund überfahren. Man brachte den Kadaver beiseite ohne die Blutlache zu ent fernen. Kurz danach kam der Winzer vorbei, sah das Blut und fragte nach der Ursache hat sich einet überfahren lasien, wrnc die Ant wort In dieser Form ging dann, da« Gerücht, bank ber Mitteilsamkeit bes Sesdroch'««' Wt^ rers, durch ben ganzen Ort. Schließlach kaut eine sehr energische Aufforderung an die Behor- be, der Sache auf ben ©runbju flehen, toa8 ,ur Folge harte, baß man den Wtnzer wegen Verbreitung unwahrer Gerüchte vor Gericht jofl. Der Mann würbe allerdings fretgesprochen, da er in gutem Glauben gehandelt hatte.
Das alle Äahr.
Bon
Rudolf Herzog.
Wenn du des langen Jahres Summe ziehst Und denkst ber Kämpfe, die hu burchgesochten, Wenn in bem Kranz, ben muhvoll du geflochten Du zwischen Dornen ein paar Blumen siehst, Wenn aus ber ganzen großen Menschenschaar, Die teilnahmslos durchkreuzte deine Stunden, Nur eine einz'ge Seele sich gesunden: So war's ein überreiches Jahr . ..
NEUJAHR
SU5.