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Staffelet Renette Nachrichten

IS. ge^rgeefr >

in

Aus »olitff und Wirtschaft.

Egon Noska.

diese wenigen Sorte.

M. Brinckmaan.

Arm.

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Bezahtt teure Gru den!

Amerikas Winke an Frankreich.

Kampflikwühl um Mussolini.

Ein dringender Ministerrat.

Rom, 31. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Gestern ist der italienische Ministerrat dringend zusammenberufen worden, um die ita­lienische Lage zu prüfen. Tie Siimng dauerte bis halb sieben Uhr. In einem Kommunique wird betont, daß im Ministerrat Einstim­migkeit über die Beurteilung der Lage be­stehe. Er anerkannte die Notwendigkeit, Stra­fen zum Schutz der moralischen und materiellen Interessen des Landes festzusetzen. Die Gerüch­te über dieD e m i s s i o n einiger Minister ent­behren feder Begründung.

** Tod eines berühmten russischen Malers. Der russische Maler Leo B a k st ist im Alter von 58 Jahren in Paris gestorben. Bakst, der ur­sprünglich Bildnismaler in Petersburg war, hat sich in seinem späteren Wohnsitz Paris vor allem durch farbenprächtige Dekorationen zu Balletten und Mimodramen bekannt gemacht.

und es soll mm versucht werden, für die Grup­pen 16 eine Heraufsetzung der jetzigen Einkommen zu erlange« Weiter werden in den ersten Tagen des Januar Verhandlungen mit den Reich«- und Staatsarbeitern beginnen, oa der bis zum 31. März laufende Tarifvertrag von den zuständigen Stellen gekündigt werden soll.

Soiandros eturmtru$ptn.

Rom, 31. Dezember. (Privattelegramm.) Während die Fadszisten nach Muffolinis Wort von der dritten Entscheidungsschlacht jubeln, daß es nun wieder mit dem Faszismus vorwärts gehe, unter der Devise: Marschieren oder ster­ben, laufen die Oppositionsblätter Sturm ge­gen das Bestehn des Kabinetts und verlangen von Musiolini. baß er zurücktrete und der Justiz freien, unbehinderten Lauf lasse. In­zwischen veröffentlichen sie neue Enthüllungen, um die Mafien aufzuregen. Die Position Mus­solinis ist infolge der letzten Ereignifie sehr ernsthaft geschwächt worden. S a l a n d r a selbst erklärte, er werde sein Amt als Präsident des B u d g e t a u s s ch u s s e s n i e d e r l e g e n. Als Grund für die Demonstration führt Salan- dra seinen Gesundheitszu^and an, doch ist die politische Bedeutung des Schrittes offenbar.

die Eletkristerung der Eisenbahnen vermehrt und die Straßen gebeffert werden. Eine Lust- post zwischen Europa und Südamerika ist ge­plant.

hätten, die Frankreich auf Ehrenwort Verantwortung ausgenommen habe.

be sich als segenbringend erwies: Stärkt das Mütterliche, schasst warme Heime und sichere Ar­beit, und wir werden leben. Der Glaube, daß dieser Wunsch Tat wird, ist nicht unerfüllbar. Er ist aber, obgleich von holdem Bescheiden eingege­ben, der reinste und tiefste Wunsch für das Jahr 1925, da er aus di m gesunden Herzen und Blut des deutschen Volkes springt. Elsa Pistorius.

Schwimmendes Goid

42 Millionen Dollars aus Amerika.

Rewyork, 31. Dezember. (Funkmeldung.) Der heute in Deutschland eintrefsende Dampfer Bremen" führt wieder für zweieinhalb Mil­lionen Dollars amerikanische Goldmünzen mit 'ich Die Goldverschisfungen Amerikas haben damit den Betrag von zweiundvierzig Millionen Dr tS erreicht, wovon etwa zwanzig für die Rein, ank. zehn für London, der Retz für an­dere Empfänger, darunter auch Rußland, und andere Staaten bestimmt waren.

Staatsbank und Miffionenschwlnder.

Anfragen der Parteien wegen Kutisker.

Berlin, 31. Dezember. (Privattelegramm.) Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft in der Kutisker - Affäre erstreckte sich gestern in erster Linie auf die von Kutisker deu Preußi­schen Staatsbank gegebenen Wechsel. Ter frü­here Agent Kutiskers, Holzmann, beschuldigt Kutisker in der schwersten Weise und behauptet, daß ein Teil der Wechsel, die von Ku­tisker der Staatsbank als Deckung übergeben worden waren, überhaupt durch Rufien und Ru­mänen gefälscht worden seien Die sozialde­mokratische und deutschnationale Traktion des Landtages haben an die preußische Regierung eine große Anfrage gerichtet, in der um Auskunft über die Ursachen und Miß­stände gebeten wird, die sich bei der Kreditge­währung der Preußischen Staatsbank an Ku­tisker berausgestellt hatten.

Washington, .31. Dezember. (Durch Funk- svruch.) Es verlautet, daß die Regierung der Bereinigten Staaten die französische Regierung auffordern werde, ihr eine direkte und offi­zielle Erklärung über die Ansicht Frankreichs in der Schuldenfrage abzugeben. Staats- sckretär Hughes hat nach Kenntnisnahme oom Finanzexposs Clementels sich dahin geäußert, daß die Bereinigten Staaten schon befriedigt seien, wenn Frankreich, sei es auch nur inokfi- ziell seinen Standpunkt bekannt geben werde. Amerikanische Blätter verwrrsen mit sehr schar­fen kritischen Bemerkungen die Vorschläge Frankreichs Frankreich wünsche eine Berallge- Mlinerung der Kriegsschulden, was so viel wie Annullierung bedeuten solle. Ein New- r,orfer Blatt bemerkt, daß die amerikanisckren Steuerzahler sährlich 160 Millionen Dollars an Zinken für die französische Anleihe zn zahlen -...... ~ ' "*1 voller

Ser R^lKLarvrllsmmisier als Vermittler.

Berlin, 31. Dezember. (Privattelegramm.) In der zweiten Januarwoche werden neue Verhandlungen der Bergarbeiterverbande beim Reichsarbeitsmlnister beginnen. In den westdeutschen Revieren- fordern die Belegschaften eine mindestens zwölsprozentige Lohnerhöhung. -In der Berliner Industrie sind für 5. Januar mehrfach wiaeder Kurzarbeiterschlchten angekündigt worden. Die zurzeit in London be­hufs Abschluß von langfristigen Anleihen wei­lenden Vertreter der Berliner Industrie berich­ten langsames Fortschreiten der Verhandlungen.

Seligen für ßbert

Kommunisten und Munitionsstreik.

Berlin, 31. Dezember. (Privattelegramm.) Die Kommunisten veranstalteten gestern in Ber­lin eine Kundgebun g zum Ebertpro- zetz, in deren Verlauf Reichspräsident Ebert auf das Schärfste bekämpft wurde, weil er den Munitionsarbeiterstreik nbgewürgt habe und so der Arbeiterschaft in den Rücken gefallen sei. Insbesondere suchte ein gewißer Schatze b-n Nachweis zu führen, daß die sozial­demokratischen Füyrer 1918 alles getan hauen, was in ihrer Macht gestanden habe, um so schnell wie irgend möglich den Munittonsarbei- ♦erftre/ '-iznlegen.

Falsch? '

Neuen LohnMmp'en entregen.

Arbeiter- und Beamtenschaft.

Berlin, 31. Dezember.

Das neue Jahr wird mit umfangreichen Lohn- und Arbeitszeittämpfcn em- geleitet werden. Mit der Kündigung des Ar- beilszeitabkommens durch die Bergarbetterge- werkschaften des Ruhrgebietes wird b'C Lohn- frage verknüpft werden. Die Arbeitgeber stehen, wie industrielle Kreise erklären, auf dem Standpunkt, datz diese Kämpfe außer längeren Produttionsstörungen zu keinem Erfolg für die Gewerffchaften führen werden, da der Bergbau nicht in der Lage fei, in der Arbeits- zeitfrage Zugeständniffe zu machen. Man glaubt nicht, daß das Washingtoner Abkommen tn ab­sehbarer Zeit von Deutschland ratifiziert wer­den wird Inzwischen sind auch die Vertreter bet Beamtenschaft an den neuen Reichstag wegen Gehaltserhöhung herangetreten. Der neue Rerchstag muß gesetzlich der Gehaltsregelung vom 1. Dezember noch feine Zustimmung geben

Reulahrsgedankm.

Der Zukunftsglaube der deutschen Frau

Das soll unser Neujahrswunsch fein: Daß die Mütterlichkeit in Deutschland und der Welt zu- uehme. Es soll unser Gebet zum neuen Jahre sein: Herr, laß Deutschlands Gauen so viel Frucht tragen und schenke der deutschen Seele so viel Mut, Kraft des Glaubens und Zukunsts- gewißheit, daß Deutschland wieder ein Land der Mütter und Kinder und eine wahre und warme Heimat werde!

Einst war, was heute unseres Herzens Gebet ist, selbstverstäudlich wie das bescheidene, aber unzureichende Brot. Wir mußten noch nicht, tote in den letzten Iahten, jeden Tag fürchten, am nächsten Tage sei nicht genug Brot im Schrank. Jedes Jahr, das kam, sah unseres Volkes wach­senden Wohlstand und Ueppigkeit, und sank ein Jahr, und kam ein neues, bann jauchzten tott ihm sorglos entgegen. Heute klopfen wir mit Zweifeln und Sorgen an die Pforte der Zukunft. Wir haben hart entbehren gelernt, und unter uns ist keiner, der sagen kann, fein Brot und das seiner Ktnder sei gesichert. _

Der Rebel der Sorge lag auch auf den Tagen de« letzten Jahres, und wir können nicht mit ei­nem freien und frohen Herzen dem neuen Jahre unseren Gruß bringen. Wir stehen an der Schwelle des neuen Jahres da wie eine forgfa- nte Haussrau am Morgen eines arbeitsreichen Tages. Sie weiß, datz sie sich fleißig regen mug, um alles zu schaffen und furchtet nur, daß ihre Arbeit und der Gang der Arbeit gestört wird. Gelingt es ihr aber, Störungen fern zu hatten dann kommt die Stunde, da sie, ermattet, froh fühlt, was ihre Tätigkeit und Emugkett voll­brachte, und dann kommt auch die Stunde wo bas L'chen der Kinder tote Glocken klingt und die Arbeit geadelt wird durch den Stolz auf das Crreidjtc toir beute unserer Mühe, un­

srer Arbeit i "Tnrc-m ein Ende abfehen - Daß wir auch nur die Möglichkeit einer Erfül-

Iavres vrucy

Wahre den Blütenkran; t?r ewigen Jugend des Herzens

Stets in der Seele dir und grüße die kommenden Tage.

Werde sroh wie ein Kind, arbeitsstark wie dein

Dor der Regelung des Achlstundentoges.

Berlin, 31. De^mber. (Eigene Drahtmel­dung.) Tos Reichsarbeitsministerium hat feine Vorarbeiten für ein neues Arbeitszeitgefetz so­weit gefördert, daß bereits Beratungen mit den Interessenten stattfinden. So ist kürzlich eine paritätisäfe Kommffsion aus Arbeitgebern und Gewerffchaftsvevtretern zu Beratungen zusam­mengetreten. An den maßgebenden Stellen wird neuerdings auch der Gedanke eines Rah­mengesetzes über deu Achtstundentag er- mooen. das die Berücksichtigung der besonderen wirtschaftlichen Notwendigkeiten in den einzel­nen Betrieben ermöglichen würde.

schlechtert, daß es zu den schlimmsten hingen Anlaß gibt. noc

Poehner will büßen. Der im Lttler-tz". tu fün*' Jahren Festung verurteilte iRatt bersten Landesgericht, Poehner, wtrd au» 1. Januar seine Festungshaft antreten, won der er bisher durch Krankheit entbunden war.

Zwei mu.' Botschafter. Mit Beginn deS neuen Jahres soll die italienische Gefandtichaft in Warschau ebenso wie die polnl,che Gesandt­schaft in Rom zur Botschaft erhoben werden.

Fortfall bet Kleb.niarken? Die LandeS- finanzämter haben Anwe-sima erhalten,. bis 1. September 1925 an das Reichs:.n -nzmimstetium zu berichten, ob das Kleben von Marken bet der Einkommensteuer vom 1. Jan. 1926 tn Weg- aff kommen kann.

Neues aus KM.

Sin neuer Sowjettfieg.

Trotzki alS Zankapfel.

Rotterdam, 31 Dezember. (Privattelegramm) Ans Moskau wird gemeldet: Die Wahlen zu den allruffischen Sowjets, die vom 24. bis zum 27. Dezember ftattfanben. ergaben die Behaup­tung der k o m m u n ist i f ch e n Herrschaft in allen Stadtsowjets. In Moskau gingen die kommunistischen Simmen um etwa zehn Prozent zurück. Die Trotzkipartei gewann in Moskau relativ wenig Stimmen, so daß sie nur einen Vertreter in den Sowjet entsenden kann. Der Präsident des Rats der Volkskommissare, Ru- k o w, hat in den Streit um Trotzki, der die schwersten Auswirkungen zu zeitigen beginnt, el:o. griffen und namens der Regierung die Beilegung mit der Begründung »erlangt, die Weiterführung des Streites gefährde ernst­lich die Stellung der Bolschewisten.

Nein, auch ein holdes Bescheiden müfien wir uns täglich neu erobern. Was ehedem Grenze der Genügsamkeit war, ist heute ersttebenswer- tes Ziel. Es ist nicht verwunderlich, daß daher vielfach .fferz und Seele müde und wund und die Arme schlaff geworden sind. Aber es ist ein Got- iesgeschenk, datz trotzdem in Deutschland der Glaube an die eigene Kraft und den Sieg der Arbeit nicht untergeaatweit ist. Trotz alledem und alledem. Jede junge Ehe, jedes neugebore­ne Kindlein, jeder wohlbestellte Garten und auch jedes neue Buch deutschen Geistes sind die Be­weise dafür, daß unser Wille zum Leben unge­brochen ist. _ , ...

Tarin lieat aber unsere schönster Zukunfts­glaube. Wir wollen jetzt nicht rechten und tickten, nickt rechnen und feilschen um das, was wir in der Vergangenheit versäumten oder an un« verbrochen worden ist. Wir müssen aber aus unserem Willen zum Leben heraus und weil wir, als Schaffende, ein Urrecht daraus haben, fordern, daß alle geistige, politische und wirt­schaftliche Regelung stets Bedacht nimmt au, d.e Grundrechte jeder Station Man kann sie nicht in Paragraphen ausdrücken. Tas Leben spricht em anderes Recht. Aber das Anrecht jedes einzelnen aus Brot, Heim und Herd muß gewahrt bbtben und darf nicht verkürzt werden durch Erfüllung der Ansprüche Fremder ober durch staatliche Maßnahmen. _

Heute, da alles verpolttisiert ist, hat die deut­sche Frau erkannt, daß sie nicht schweigen darf, wenn große Entscheidungen getroffen werden. Sie hat in den letzten zehn Jahren darunter zu leiden gehabt, wenn uns Laub unb Brot ver­knappt würben. Um so stärker aber ist ihre For- derung nach Pflege der Familienwohlsahri und Sicherung geworden, da der natürliche Glau-

Der fröhliche Xrinkfpmch.

Eine Neujahrsüberraschung.

Dr. Sieinrid) Schottmüller amüsierte sich zur Silvestergesellschaft beim Kommerzienrat Hol- benberg diesmal ganz vortrefflich. Mit einigem Bangen war er zur Gesellschaft gegangen, hatte ihm doch die Frau Kommerzienrat schon bei «ei­ner Weihnachtsvisite gesagt: »Sie bekommen unseren Logiergast, meine Nichte aus Glauchau, als Tischdame!"

Fürchterlich, ein Provinzgänschen, nut dem man nicht drei Worte sprechen kann. Kennen und lieben lernen war aber beinahe zu gleicher Zeit geschehen; denn Lolo Jrmeler war nichts weniger als ein Provinzgänschen, sondern cm ganz entzückendes, gescheites Mädel, und Dr. Schottmüller hatte mit ihr, schon bevor noch die Silvestertafel begann, nicht nur drei Worte gesprochen, sondern in einemfort geplaudert, imb zwar so lebhaft, datz er darüber die Haupt­sache beinahe vergessen hätte, den Neiijahrstoasi.

Schon war es zehn Minuten vor 12 Uhr, Der Kommerzienrat hatte bereits die Sektgläser iuU len lassen, und Dr. Dchottmüller batte noch nicht einmal nachgedacht, was er sagen sollte.

Es war ihm gelungen, ein paar Minuten nachzusinnen. Da aber wirb er schon wieder unterbrochen von seiner lebhaften, temperament­vollen Tischdame:

So nachdenklich, Herr Doktor 1"^

»Ja, gnädiges Fräulein, unb eie könnten mir gerade aus einer Verlegenheit helfe«. Ick soll, ich will einen Neuiahistoast ausbrin- gen!'

Donnerstag, 1. Januar 1925._______________

zufchauen. Welch eine Roheit, an dem Fest christlicher Liebe unb christlichen Familiensinns Angehörige des Islams zur Störung zu benut­zen! Da man einen Mißerfolg feststellen muß­te, wurde bas Schauspiel am ersten Feiertage währenb bes GottesbiensteS wiebet- holt. Afrikanische Truppen vollführten vor ber evangelischen Hauptkirche ein .Konzert" afrika­nischer. Weisen. Also toieber Mohammedaner. Einem am Boden liegenden waffenlosen Besieg­ten kann man ja jederzeit solche schamlosen Be­leidigungen ungestraft zufügen. Doch wir scklie- ßen die Augen unb hoffen auf anbere Zeiten, die wir mit unserer Kraft gestalten werden.

Lieber Gi bester niet* zu vergessen:

Auszahlungen an Kleinrentner.

Die Auszahlung ber Unterstützung für btt 1. Fanuarhälste 1925 findet unter Vorlage der grünen Ausweiskarte nicht tote bisher, Obere Karlstraße 18, sondern in der Hofbaracke des Rathauses, wie folgt, statt: am Montag, 5. Jan. 1925, Buchstaben AG, Dienstag, 6. Jan Bua> haben H-L, Mittwoch. 7. Jan. Buchstaben M bis R. Donnerstag, 8. Jan. sZ Die festge- setzte Reihenfolge ist unbedingt etnzuhalten. da Nachzahlungen nicht stattfinden.

Angestelltenverficherung.

Ende 1924 sind die regelmäßig 'geklebten grünen Versicherungskarten voll geworden. -~-te vollen Karten müssen nunmehr bei der Ausgabe­stelle für die Angestelltenverficherung umge­tauscht werden. Für die Durchführung deS Umtausches kommt für Kassel tn erster Stute das städtische Versicherungsamt Rathaus, Zim­mer 137 in Frage. Doch kann ber Umtausch auch bei den zuständigen Polizeirevieren be­wirkt werden. Außerhalb Kassels ist die Orts« Polizeibehörde zuständig. Um die ordnung^ mäßige Markenverwendung am Schlüsse des kommenden Monats durchführen zu können, ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, dafür zu sorgen, daß ber Kartenumtausch alsbald nach Füllung der Karte vorgenommen wird.

Für die Landwirte in der Stadt.

Auf die heutige Bekanntmachung des Ma­gistrats, wonach die landwirtschaftlichen Be- triebsunternehmer aufgefordert werden, ihr« rückständigen Umlagebeiträge für die landwirt- schastliche BerufsgenossenschaftSektion Kas­sel-Stadt umgehend bei der -Ltabthauptkasse einzuzahlen, wird besonders verwiesen.

3m Zeichen ves L'tMerbau">s. är Der Christlich-Vaterländische Hesfenbuchr oen

veranstaltete im Blattkreuzsaale eine ichä lange laufen« Weihnachtsfeier. Nachmittags fteätung .st. die Jugendgruppe unter'-i*-«-»«.. ^juaren gegen sie ein. Bald entwickelte sich ein harmlos frM.ckLs Treiben mit allerlei, dem hohen Feste angepatz- teu Vorträgen und Spielen. Ehrenvorsitzende Pfarrer Conrad stellte in einer Ansprache den Jugendlichen den Zweck ihres Bundes in licht­vollen Ausführungen vor Augen und betonte dabei, datz unser Vaterland sich nicht allein mit starken Menschen begnügen könne, sondern daß es darauf ankomme, eine zuverlässige, treue, christliche, deutsche Jugend heranwachsen zu sehen. Hier kräftig mitzuhelfen, soll Ausgabe und Ziel des Hesseubundes sein. Der Abend war den älteren Angehörigen des Bundes zuge- dacht und auch da war wieder für weihnacht­liche Unterhaltung in weitestem Maße gesorgt. Es fehlten nicht die lieben alten Weihnachtsge­sänge, nicht die entsprechenden Gedichtvorttäge, nickt die gewohnte Festmustk und auch ber Weihnachtsmann trat an unb verteilte seine Gaben. Eine kleine Weihnachtsaufführung ver­schönte weiterhin den Abend. In einer Fest- - . - . ansprache wies Pfarrer The H s au; die Be-

Ein Rückfall Brantings. Wie aus Stock-,beuttmg des Weihnachtssestes für uns Deut.che Holm gemeldet wird, hat sich das Befinden des hin, das in keinem anderen Lande eine so innige Ministerpräsidenten B r a n t i n g gestern so ver-1 Herzens- und Gemütssache fei, wie gerade beim

Ach ja, richtig! Ich habe gehört davon! Sie sind ja ber priviligierte Neujahrsredner in diesem Hause!"

.Gewiß! So kann man sagen! Unb nun, denken Sie, mein gnädiges Fräulein, nun fällt mir eigentlich nichts recht Originelles ein. das heißt, doch, ich wüßte eine Wendung, einen Satz, der noch niemals genau in dieser Form schon gesagt worben ist,-aber um diesen Toast aus zu- bringen, bedarf es Ihrer Erlaubnis*

»Meiner?"

»Ja, es ist in zwei Minuten zwölf, die Zeit drängt, geben Sie mir schnell Ihre Erlaubnis."

Er tuschelte ihr ein paar Worte ins Ohr, unb im selben Moment schon mußte er sich erheben und ans Glas klopfen, denn die Uhr holte zum Schlagen aus.

»Ich darf doch?" rief er ihr zu, und dann sagte er: »Meine hochverehrten Damen unb Herren! Ich habe mich soeben mit Fräulein Lolo Jrmeler verlobt unb bin so überaus glück­lich, baß ich Ihnen allen für bas eben beginnen« be Jahr kein größeres Glück wünschen lann, wie ich es selbst empfinde!"

Noch nie hatte ein Neujahrstoast im Holden- bergschen Hause so überraschend gewirkt, als

Das Wetterloch Manien.

Regierung und Flüchtlinge in Italien.

Rom, 31. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Aus Bari wird gemeldet, daß die von dem Or­gan Zogus behauvtete Ruhe in Albanien leider noch nicht eirigekehit sei und oatz Brindisi voll von olbanischen Fluch Hin­gen fei, die gegen Ehrenwort, sich von dort nicht zu entfernen von den L'ilienifaien Behörden zu- gi lassen worden sind Tie Offiziere und Sol- oattn müssen vorher ihre Waffen nbltefertt. Tie gestürzte Regierung Fan Noli hält in Brindisi täglich Beratungen ab. Kauf, leute, die gestern aus Tirana in Bari imgekmn- men sind, erzählen, datz die Lage noch immer im ganzen Lande fehr gefährlich sei.

*

Italien not» unrnisä «den.

Rom, 31. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Eine Telegraphen-Agentur teilt mit, daß weder die gestürzte Regierung Fan Boli noch die neue Regtetung Achmed Zogu bisher von Ita­lien offiziell anerkannt wurde. Zogu habe von Tirana aus gleich nach ,einem Einmarsch >>en italienischen Gesatiolcn in Durazzo von sei­ner freundschaftlichen Gesinnung für Stal en auf schnellstem Wege in Kenntnis gesetzt.

tz-imo de Riveras HotMop.

Spanien im Jahre lb~o.

Trotz aller düsteren Vorkommnisse kann man, so schreibt ein englisches Blatt, in Spanien dem Jahre 1925 doch mit einem gewissen Ver- trauen entgegensehen Eine Aenderung ber Regicrungsform ist nicht wahrscheinlich, denn keine Partei ist stark Genug, um dem Direkto­rium die Last Ter Geschäfte abzunehmen. Das Heer steht fest hinter dem Direttortum unb hin­ter besten Entschluß, die marokkanische Frage be« friebigenb zu lösen. Die 3tüdfenbung von 45 000 Mann aus Marokko hat bas Direkto­rium toieber volkstümlich gemacht. Die Losung der Regierungsgewalt wird wahrscheinlich in einer Zivilverwaltung gefunden werden, unter dem Vorsitz des Generals Primo de Ri­vera und unter Mitwirkung ber neuen Gruppe .Union Patriotica". Im Innern werben 1925 wichtige Arbeiten in Angriff genommen wer- den. Die Wohnungsfrage soll burch staatlich ge- sicherte Anleihen gelöst werden, welche den Stadtverwaltungen den Bau von Wohnstätten ermöglichen. Das Eisenbahnnetz soll verflärkt.

lung der Bitte Mörickes an Gott zum neuen Jahre haben:

»Wollest mit Freuden Unb wollest mit Leiden Mich nicht überschütten, Doch in bet Mitten Liegt holdes Bescheiben.'