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15. Jahrgang

Donnerstag. 1. Zannar 1925

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Einzelnnmme, 10 Ps SonniagS 15 Pf

@inylnnmmer 10 Pf. Sonniaas 15 Pf

Italien gegen die scharfe Kölnnote

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Hoffnungen runden dürste.

F. R.

1

t,en».w.

Vmrriko und Sngla d |ür einen Komp omlß

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Reichsregierun! noch niemand

an. Gionale b'Jtala betont, die Nichterfüllung einer der wichtiger« Vertragsklauseln seirens der Alliierten könnte trübe Folgen für Euro­pas weitere Eniwicklung haben.

Sn Slaien sieg biDernsmft.

Basel, 31. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Aus Rom wird gemeldet: 3n hiesigen diploma­tischen Kreisen sieht man die

Richtränmung der Kölner Zone als einen Vertragsbruch

($fn Sieg der V'rmmft.

Einspruch gegen die überscharfe Note. (Privat-Telegramm.)

L>ie Wirlungen oes Einspruches.

Berlin, 3b Dezember. (Privattelegramm.) Es hieße nach diplomatischer Ansicht die Bedeu­tung beider Aktionen, der offiziellen italienischen und der privaten, aber darum kaum weniger nachdrücklichen Amerikas, überschätzen, wollte man daraus bereits bestimmte Hoffnungen für Deutschland ableiten. Die amerikanische Politik hat erfahrungsgemäß noch nieinals viel Neigung gezeigt, England ernsthafte Schwierigkeiten bei Durchsetzung seiner Ziele zu machen und wird cs auch diesmal nicht tun, wenn nicht eine wirk­liche Gefährdung des Dawesplanes vorliegt. Die einzige Hoffnung in dieser Hinsicht besteht yielleicht darin, daß der Gesamträumungstermln für Köln und Ruhr etwas früher anberaumt wird, als es ohne den amerikanischen und ita­lienischen Druck der Fall wäre.

($nt6rf!iote Fe!er1aoe.

Marokkaneraufzüge in Wiesbaden.

Schon manche Schandtaten der schwarzen und weißen Soldateska am Rhein haben uns das Blut ins Gesicht getrieben. So haben die Fran­zosen auch jetzt am deutschen Heiligen Abend in Wiesbaden einen Parade- ko ckelzug mit großem Musikrummel veran­staltet. Aber die deutschen Familien wußten, wo sie am Heiliaen Abend hingehörten, und vcr- schmähien es, sich die durch die Stadt ziehenden marokkanischen Musikkapellen an.

und deutscher Gesittung schlagen und in dem geschändeten und mißhandelten Michel das Selbstvertrauen anschüren, desien er so sehr bedarf. Toi, der am Spieltisch veS Lebens der Laune des Zufalls und Glücks verfallen tft, Narr jedoch, wer feig und tatenlos den Kops in des Schicksals Schlinge steckt. Noch immer ruhen in der eigenen Brust des Schicksals Sterne. Wohlan denn, laßt uns mit uns selbst beginnen: LoS von Selbstsucht, Mißmut, Argwohn, Ge­zänk und Bitterkeit. Und hin zum Geist des Entsagens, der Versöhnung, der Güte und Menschlichkeit. Dann wird uns alles andere zufallen und 1925 das erste Jahr der Völker- und Menschenwürde sein im Sinne Lagar­des, der da sagte:Möge Deutschland nie glauben, daß man in eine neue Periode des Leben? treten könne, ohne ein neues Ideal. Möge es bedenken, daß wirkliches Leben von unten aus, nicht von oben her wächst, daß es erworben, nicht gegeben wird." Dann wrrd ge­wiß wie heute früh nach kturmdurchtobten Son.n- wcndnächten über der tiefsten deutschen Lcidens- nacht der Zukunft Morgenhimmel ausbicchen, wenn auch noch manches Jahr sich über diesen

Berlin, 31. Dezember. (Eigener Informa­tionsdienst.) In den diplomar.schen Kreisen glaubt man, daß sowohl von amerikanischer als auch von englischer Seite eine Kompromiß­lösung für Köln und Militärkontrolle angestrebt wird, die es gestatten soll, ben gegenwärtigen Konflikt so schnell wie möglich zu beendigen. Der :g gegenüber da. jedoch bisher seine Vermittlung angeboten.

4>it uaneiet Hitueftn. 'JtatbritOieu eridieiaeii woweattud «echsmai aagnninags Oer Äbottnemeiiisvreis beträei kür sen Mona, 2. Mk. bei *reiei Zustellung

S vaus. ui der tseftbähefiefle abgeboli i.30Mk. Durch die Poft monarttch 2.00 Mk lNlSIchliehtich SuftellunflSnebübr Berta« und iHebnftion Schtachwofstratze 28/30. >>ernlvrecher 25t und 252. iVüi unnerlüitat einaelanbte Beitrüge kann nie Re- aftion eine Berantwortoup oder (Semäbr tn feinem »lalle übernehmen. Rück- ,abtun« des BemaSaeibes ober Ansprüche weaen etwaiger nichi ordnunabmäkiger ,ie|erttn--ft nn#<ieftbloften t<oftf<herffOo Ärenfiiir1 a Main Nummer 8380

weiter, in großer Gefahr, zusammen zu brechen und daß dre Schuld dafür der voreiligen und unbeherrschten Art der Hcrrtotschen Anklage» zufällt. Trotz des Beschlusses der Botschafter- onfercnz

halten wir die Situation nicht für verloren.

Fines muffen wir allerdings wünschen, daß nämlich wieder mit Offenheit und Ehrlichkeit gearbeitet wird, und daß er die G r ü n d e d a - für «tngibt, die ihn zu seiner fettigen Politik bestimmen. Man glaubt, daß der Reichskanzler selbst diesen Artikel inspiriert hat.

iüi»eiaen»retle: Einheimische Äeichäüsanzeigen Seile 15 »Ja. auswärtige®tf<6äfU- ailzeiuen Zeile 20 Pig. ,eamiue»a,neigen Seile 15 Pig., Kleine Anzeigen da» Gort 20. otg., .liektamen die seile 75 Pig. Offertgebübr 10 Psg. (bei Sufenba. der Offerten 20 Pig.i i8echiiui ndbeträae sindnnerbfllb 5 Ta. ,u bezahlen. Mabgebend tft der Kurs des Sabiunaete«e8. ftiir die Richtigkeit aller durch szernlvrecher auigeaebenen An­zeigen iowte rür jluinahmebaten und yiäbe kann nicht garantiert werben. Siir Anzeige» mitbeionS. schwierigem Sas 100 Proz.Aufschlag. Druckerei: Schlachthof- ftrofse *8/Si . (Sefdjähsftelle Köln Dir.5. aeaenitb.der Svobrktr Sernfpr «51 n. 962.

raschen tritt wie alte faule Sier, Brach ücr, rohe Fische bestellt, u$tb hi' "r,.. r.HNt.tvsMuiSk Luve« uoldene W.' .eX^' ein Sz>ewaffertier, das zoologisch zu den Srachei- Häutern gehört, spielt in der seinen chinesischen Küche eine große Rolle; es wird zu sehr wohl­schmeckenden Suppen, Frikasees und Ragouts verwendet. Die feinste Sorte .Talker Jtam» ist eine sehr kostspielige, aber sehr geschätzte Delika­tesse und steht in kulinarischer Bewertung un- seren Austern gleich. Daneben aber beschenkt man sich zum Neuen Jahr in China auch mit vielen anderen Sachen noch mit Kleidern, Handarbeiten u. a. tn., die man sich unter Se­genswünschen für den Schutz der guten und Beschwörung der bösen Geister überreicht und zu deren Bekräftigung man ein schmal und lang gefaltetes Stückchen Goldvapier in Srand setzt. Auch den Kindern gehört das Neujahrsfest. Sie sind dann tn das chinesische Nationalkostüm gekleidet, den langen, seidensteifen Gewändern und Eickhornpeltjacken. Artig und ganz mit der Würde und umständlichen Höflichkeit der Erwachsenen brachten die Kinder die Wünsche dar und brannten ernsthaft und gewichtig das Streifchen Goldvapttr ab. Nanking bot an die­sem Tage ein eigenartiges Bild. Blumenketten und Papierlaternen mit Seidenquasten in allen möglichen Farben und Formen schmückten oie Straßen. An allen Sttaßenecken und überall, wo sich nur ein freier Platz bot, sah man

leuchtenden Papicrstreifen, Lampions und Blumen

geschmückt. Gäste kamen und gingen, von der liebenswürdigen Hausfrau empfangen, die je­desmal nach äußerst umständlichen Begrüßungs- formeln die Frage parierten: Hälft du mich, den armseligsten deiner Freunde, für wert genug, dir zum Neujahrstage ein geringes Geschenk an- zubietcn, das kaum deine Beachtung verdient? Mit überschwenglichen Lobes- und Dankesbc- teuerungcn wurde ledesmal die Gabe entgegen« genommen, die sehr häufig in allerhand 6 feto a» ren bestand. Schon wochenlang vorher werden in China die Lieblingsgerichte, mit denen man Verwandte oder Bekannte ober«

Rotterdam, 31. Dezember.

Die Absendung der Rote an Deutschland ist verzögert. Gestern Abend war der deutsche Botschafter in London bei Ellamberlain und der P>.riser ,Lötfchafsex r,c». »frei#« Besprechungen hatten das Prosicm t><«- mung der ersten Rheintandzone zum Gegcujtmio. Die Baseler Nachrichten von gestern erfahren, daß gegen die scharfe Fassung der Bot- sthafternote

eine alliierte Macht formelle Einwendungen gemacht, die eine Umredigierung uer Note notwendig machten. Die Havasagentur meldet in ihrem gestrigen Telegrammen nichts davon, betont aber, daß der amerikanische Bot­schafter in Paris bisher keinen Besuch im Aus «artigen Amt mrnen der Note ttnt-rnon»en habe. Namentlich auf Grund der Einwände des italienischen Delegierten wurde er­neut der enge Zusammenhang zwischen den Re­parationen und anderen Teilen des Versailler Vertrages anerkannt, wodurch die Räumung der Kölner Zone möglich wird, sofern Deutsch- land den Dawesplan annimmt und aussührt. Der italienische Botschafter betonte, daß keinerlei Interesse bestehe, die Be­setzung der Kölner Zone über den Zeitpunkt hin­aus auSzudehnen, an dem Deutschland seinen wichtigsten Verpflichtungen in Bezug aus seine Entwaffnung nachgekommen sein würde Dieser Formulierung stimmten der französische und englische Vertreter entschieden zu.

SineKalaftropvefürEmopa

Köln und das DaweSrezept.

(Eigene Drahtmeldung.)

Das dem Reichsianzler Dr. Marx nahe­stehende ZentrumSblatt enthält heute einen sehe entschieden gehaltenen Appell an den französt tchcu Miniftervrästdenten H e r r i o t Nach dem Abnu der PoinrarKschen Gewaltmethoden fei die Tatsache umso überraschender, daß neuer dings die französische Regierun aus Grund fal­scher Alannnachrichtcn einen

Vorwand für die Verlängerung der Besetzung der Kölner Zone

gesucht und gefunden habe. TaS gesamte Psycho­logische Fundament für die Durchführung des Sachverstandigen-GutachtenS steht, so heißt es

aufsprühendes Feuerwerk.

Ununterbrochen fahren Wagen und Autos, kom­men aber nur langsam vorwärts. Besonders kostbar ist die Straßen- und Besuchskleidung eines reichen Chinesen. Ein Überrock aus echtem Zobel, darunter die ebenfalls pelzgefüt­terten,

leuchtenden Seidrnröcke, die prachwokle Gold- und Seidenstickereien

aufweisen. Eine farbige Seidenmütze mit Pelzverblendung bildet die Kopfbedeckung. So buntfarbig geputzt jubett« Groß und Klein durcheinander, brannte Leuchtteaer und Raketen ab zur Freude der guten und zur Beschwörung u. Versöhnung der bösen Geister. Früher mußten begleichen konnten Selbstmord begehen. Jede geliehene große oder kleine Geldsumme, Wechsel oder Hypothek muß zum Reuen Jahr zurück­erstattet werden, kann der Schuldner dieses nicht, bleibt ihm nur der Tod. So will es in China Gesetz und Sitte. Und während hier eine fröhliche, lachende Menschenmenge sich durch die festlich geputzten Straßen Nankings drängte, machten am selben Tage unzählige Bewohner des großen Reiches der Mitte ihrem Leben ein düsteres und gewaltsames Ende.

Kredit und Schuld?«.

Englisckie Beauftragte im Dollarland.

(Durch Funkspruch.)

Rewyork, 31. Dezember.

Der Gouverneur der Bank von England Nor­man u. der Direktor dieser Bank Anderson stnd mit einem finanziellen Spezialauftrag der britischen Regierung hier einge- hoffen. Sie werden mit Staatssekretär Hughes die Frage ber Schulden zwischen den Alliierten und der fich daraus ergebenden Probleme besprechen Nach einer weiteren Mel­dung eines Newyorkcr Blattes befassen sich New- yorker Bankiers zur Zeit mit der Vorbereitung von Plänen zur Flüssigmachung von fünfzig Millionen Dollar, einer neuen Anleihe für französische Gesellschaften. Die Bankiers äußerten, daß alle diese Pläne bis zur Klärung der Kriegsschuldenftage vertagt werden müßten.

Stkmde.

d e teuer.o- st-egierjihry (EigA c Informationsdienst.) '

Berlin, 31. Dezember.

Gegenwärtig sind bereits sehr bestimmt lau­tende Mitteilungen in Berlin int Umlauf, wo­nach Dr. Marx noch Ende dieser Woche mit der Regierungsbildung betraut werden soll. Sollten diese Mitteilungen zutreffen, so würde es in der Hauptsache wohl darauf ankommen, daß Dr. Marx abermals mit den deutschnatiönalen Führern in Verhandlungen eintritt, um die bisherige Regierung durch deutschnationale Mi­nister zu ergänzen. Die letzte

Entscheidung liegt jedoch bei den Reichs­lagsfraktionen,

die am Sonnabend vollzählig in Berlin versam melt fein werden. Die Blätter schweigen sich vorläufig zur Regierungsfrage aus. Das Zeu- trumsblatt verhält sich ebenso zurückhaltend wie die volksparteiliche Zeit, die ihr Augenmerk auf die gegenwärtige außenpolitische Situation richtet. Auch im Lager der Deutschnationalen bewahrt man streuanes Stillschweigen. Die Gegner einer Regierung des Bürgerblocks be­haupten, daß die gegenwärtige außenpolitische Lage es unbedingt erforderlich mache, von einer Rechtsorientierung der Regierungspolitik abzn- fehen, da sonst die Probleme der Räumungs­frage und der Militärkontrolle den Charakter eines Streites um das Prestige annehmen wer­den, in dem Deutschland den Kürzeren ziehen würde. Man muß auf Ueberraschungen gefaßt fein, da die Entscheidung nach wie vor

beim Zentrum und bei der Deutschen Bolkspartei

liegt Wenn diese beiden Parteien an ihrem bisherigen Standpunkt festhalten, so würde man wahrscheinlich gezwungen fein, zur Bildung einer überparteilichen Regierung zu schreiten, die aussckstießlich die Ausgabe haben würde, die gänzlich aus dem Gleichgewicht ge­ratene außenpolitische Situation mit raschen Entfchlvffen wieder herzustellen.

Nanking besitzt mehr als fünfhunoerttau- Einwohner und viele europäisch gehaltene Pillen. Schon im Hafen begrüßte uns Lärm und Jubel, der kein Ende zu nehmen schien und sich immer steigerte, je näher uns das Auto un­seres liebenswürdigen Wirtes der Stadt, die durch eine mit Pappeln und Weiden bestanoeuc Chaussee mit dem Hafen verbunden ist, entge- genführte. Dem Festtag zu Ehren war das Haus unseres Gastgebers verschwenderisch mit kostbaren, goldgestickten, seidenen Decken, Sinn­sprüchen auf langen,

LlnterHimmrlssöhnen.

Neujahrsjubel in Nanking.

eine u frrer St.tarbet erinnen die auf etu- labung eine« reiche chlneft che., Kaufmann« jur Sei-nähme an einer Tieuiabtafeiei den Nana, ife-tia g von Shanghai nach Ranklna ft.r.auf. k"h > lüft da« bunt phantasti che, exoritche DU- »erkaiaidoskop farbenleuchtend vo uberg ei en-

Nacht und Licht.

Deut,che »Veste--läo e 1924.

So ist denn wieder ein Jahr im Strom der Ewigkeit verrauscht, ein Sandkornatom >*ir un Stundenglas des Weltenrichiers. vor dem tau. send Jahre sind wie ein Tag und wie eine Rachiwache. Und doch flnkxn mit ihm für jeden der tausend Millionen Erdenmenschen Welten an Schicksaisnot und Seligkeiten hinab. Und doch führt die schon fernhin verrollende Jahres- welle an seelischem und körperlichem Martyrium, an bitterster Hefe des Leidenstranks, an toten Wracks der Hoffnung, an brodelndem Gift des Bruderhasses ein vollgerüttet und geschüttelt Matz davon. Schienen nicht viele der zwölf Monde, sie über uns wechselten, für Dich wie für Dein Volk, wie aus Leichenftlder nach Ver­lorener Schlacht? Haben nicht Welt und Men- idfen Dich um Dein letztes, tiefstes Glück be­trogen. es Dir vom Herzen geriffen, wie es der Franzmann an der Ruhr und jetzt die Sie- gervölker mit Köln, der heiligen Staat am Rheinstrom, tuns

Nicht als ob wir der beglückenden, klingen­den Erden- und Herzenswunder vergessen woll- len. mit denen eine gnadenvelle goldene Feier­stunde dann und wann uns umblauie. So we­nig wie wir daS einer 'ins wild umspülenden ÄZolksbrandung abg-"nngene schmale Deichland $- 3 Wiederaufbaus unterschätzen wollen. Frag-

ist e? trotz Ruhreinbruch Tawesplan und

-r Reichstags- und Regierungsirisen um, Dieaüt, winzige. Etappen vorwartSge rangen int,rnr.tinnWii Wt wen»

heute beim dröhnenden Hall dec iWirttmaa)£'3- stunde allüberall auf dem weiten Erdenrund, ob Im Ltchtgefunkel des Weltftadtaebraus oder tm Schweigen der Dorfhütte, ob über die Bibel ge- biugr ober mit brennenden Lippen am Sckt- plaS ... Wenn heute dies in Ketten klirrende Fronvolk der Deutschen oder glücklichere Völker über die Schwell- des ersten Jabrhundertvier- tel« fdtreiten: sie werden jenseits der Grenzen und Meere erschrocken und im eigenen Vater­land erschauernd den dunpfcn Hufschlag der apokalvptiscken Reiter, die Dämonen der Tiefe, ber Völkerzerriittung und deS Unfriedens wer­den sic brausen hören. Denn just zum Fest der Menschenliebe und ber Jahreswende bat man mit dem frevlen Bruch des Versailler Vertrages einen Deckmantel schaffen wollen für die tottere Knechtung und Aussaue «na Deutschlands, für Englands Sabotierung des Völkerftiedens und für Frankreichs Gelüste auf das Rheinland. So treiben wir unter dem doppelten Ballast der Entrechtung und ber Führerlosigkeit auf die hohe See beS Jahres 1925 hinaus, wenn nun auch vielleicht vor der gigantisch anrottenden Springflut Mann uni Kapitän rascher in die Taue und Wanten greifen werden wie bisher.

Denn auch im Innern schreit das dar­bende. das arbeitsamste und intelligenteste Volk Mitteleuropas nach Li»t. Luft und Brot Und der zum 6. Januar einberufene Reichstag wird fchon in den ersten Tagen HerknleSarbeit verricktien müssen. Da sind vor allem d'e writ- schauenden durch den schnöden Gewaltakt an Köln fast parallesierl-n Handelsverträge zu ratifizieren. Da soll durch die Auswer­tung den Reinen Sparern Vertrauen und neuer Lebensatem eingehaucht, ber Mittelstand, auch die Großindustrie. deS tctli*en SteueralvS entbunden den breiten Mass.» durch Preisab­bau aufgeholfen, dir aufschäumenden Lohn- kämvfe gedämvfi und beigelegt werden. Wird eS diesem Reichstag und seiner Regierung, gleichviel mit welcher Mehrheit, gelingen, ber Riesennöte nach innen und außen Herr zu wer­den. ber auf Kosten Deutschlands neu geschweiß­ten Einheitsfront der Sieger von anno 18 gegenüber sich zu behaupten f

Dunkel und düster, nun schon daS siebente Mal recken sich der Zukunft Rätsel, wie an lebe? Ein-elnen, so am Leidensweg deS deutschen Volkes auf. Trügen wir nicht. Stiesk'i'der des Glücks, durch die stolze Ahnenreibe unterer Geistes- und StaatSsürsten. durch die noch in tiefster Rat erzeugten Trinmvbe der Kultur und Technik, die unüchtbare Gloriole der AuSer- wählten an der Stirn . wer wollte noch tu Tat und Trost die Flügel regen Aber dieser stahlbarte unbeugsame Lebens- und Schaft'ns- witte diese unauslöfchliche Sebnsticht nach den letzten Dingen de? Willens und Glaubens, diese stumme, iwingende Sprache des reinen Gewis­sen?. dieser Geist der Treue, Wahrhaftigkeit. Demut un>> Gerechtigkeit sie werden uns wie Wetterleuchten über unseren Tornenvs-den durch Gestrüpp und Wildnis aufnicken. Ecke- ner, Flettner. die Großtaten der Funk- Auto- und Schiffsingenieure, dazu die Genien deutscher Künstlerphantaste sie worden aus den erschlafften, erloschenen Seeleukräfteu er­neut die Funken beuticber Erneuerung und Tatkraft, deutschen Gem«i»ft»n-

Meler Nmste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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