Staffelet Neueste Nachrichten
Nr. 305. — 14. Jahrgang.
sein Die persönlichen und sächlichen Schulun- terhaltungskosten müssen aus allgemeinen Staatsmitteln bestritten werden; eine besondere Schulsteuer ist zu verwerfen. Die Gemeinden sind im Rahmen dieser Voraussetzungen an der Schulverwaltung zu beteiligen. Eine Mttauf- sicht der Kirche oder em bestimmender Einfluß von ihrer Seite aus oen inneren Schulbetrieb und auf die Lehrerbildung ist abzulehnen. Zwischen Elternhaus und Schule ist die engste Verbindung zu schassen, doch darf die Mitwirkung der Elternvrrtretungcn bei Schulangelegenherten nur beratender Natur ;ein. Eine Besprechung der
Frage des bayrischen Konkardats löste folgende Entschließung aus: Die Vertrcter- veisammlung des Preußischen Lehrervereins hat mit stärkster Beunruhigung Kenntnis davon ge- hommen, daß der bayerische Staat unter Verletzung der Reichsverfassung seine Schalhoheit in wichtigen Punkten aufzugeben und damit die Schule an die Kirche anszuliefern gewillt ist. Bei der völlig unbegreiflichen Haltung der Rcichsregierung in dieser Frage muß befürchtet Werden, daß die bayerische Regelung in Kürze auf das ganze Reich übertragen wird. Das aber würde bedeuten die Aufhebung der Staats- hoh.it auf dem Schulgebiet und die Verwirklichung des gesamten Schulwesens, die Aufhebung der Gewissens- und Lehrfreiheit der Lrbrer, die Gefährdung des berufsmäßig vorge- bchdeten Lehrerstandes durch.Ueberhandnahine der Ordensbrüder und -Schwestern im Volks- schuld'enste, die Verschlechterung des Schulwesens durch Begünstigung von Zwergschulen, die einseitige konfessionelle Ausgestaltung der Lehrerbildung, die Gefährdung der nationalen Einheit in den Grenzmarken. Angesichts dieser Gefahren fordert die Vertreterversammlung die Preußische Staatsreg'ernng, den Preußischen Landtag und die gesamte Oeffentlichkeit aus, diesen Bestrebungen mit aller Kraft entgegenzutre- kn und im besonderen auf die Reichsrezierung einzuwirken, daß sie sich auf ihre Pflicht besinnt und die ii: der Verfassung gewährleisteten Rechte der Schule und des Lehrerstandes schützt.
An den Kasseler Sender.
Zuschrift eines etwas Verärgerten.
In seiner Eröffnungsrede am Kasseler Sender sprach der Präsident der Oberpostdireklion Kassel von Unarten eines Kindes.. Nun, der Sender ist ein recht unartiges Kind. Einmal ist es gut aufgelegt, dann schreit oder Wimmerl es und dann und wann trotzt es sogar.
Gewiß hat die O. P. D. bekannt gegeben, daß der Kasseler Sender noch nicht einwandfrei ist, daß vorläufig Frankfurt das ganze Programm bestreitet, aber es hat doch den Anschein, als ob auch an den Festtagen und am gestrigen Sonntag Versuche gemacht worden sind. Hätten wir nicht schon einwandfreie Uebertragungeu gehabt, so würden wir nichts Besseres gewöhnt sein, aber so haben Unzählige vor und nach dem Fest, bauend auf die erwähnten Erfolge Detek- torenaparate- gekauft und waren unglücklich über die Zerrbilder, die ihnen zuteil wurden.
Mehr Offenheit der Radiogemeinde gegenüber, vielleicht durch einen .Rundspruch an Alle", würde über manche Stunde der Qual und Enttäuschung hieweggeholsen haben und über nutzloses Basteln an dem Apparat, dem dann die Schuld zugeschoben wurde. Der liebenswürdige Ansager in Frankfurt würde bei drahtlicher Verständigung gern bereit sein, die Kasseler Hörer über „Unstimmigkeiten" zu unterrichten.
Radio ist kein Werk in Kinderschuhen mehr. Der Aberglaube, daß es dies wäre, bedarf der Berichtigung. Umsomehr hat der Kasseler Sender u. E. die Pflicht, alles zu tun, was das Vertrauen erhält, das ihm allseits entgegengebracht wird. «•
Sm Seichen des Lichierbaums.
Der Bund „Deutsche Jugend" dessen Ortsgruppe Kassel durch die tiefernste Ausführung des „Totentanzes" in der hiesigen lutherischen Kirche bereits mit gutem Erfolge von sich hat reden machen, feierte am Sonnabend abend seine Weihnachtsseier bei vollbesetztem Hause im Finkenherd. Man spricht heute viel von der modernen Ziellosigkeit der Jugend, aber diese sind nur Schlagworte, denn wer sich von der menschlichen Tackrast 'er Jugend überzeugen will, der vertiefe sich in diese neue Lebensführung, welche als erste Bedingung nur die grundsätzliche Entscheidung für den Weg des Charakters und des Gewissens kennt. Aus dieser neuen Weltanschauung heraus baut sich das Leben der Jugend auf, die alte Ueber- liefcrungen verurteilt, da sie kein Recht mehr haben, dem modernen Menschen Gesetz zu geben So hat die Jugend bereits jetzt eine deutlich erkennbare Kluft zwischen Ueberlieferung und Wirklichkeit gezogen
Aus dieser neuen Weltanschauung heraus waren auch die Darbietungen, die die Freisch.ir und Rolaridschar unter Leitung des Pfarrers Lippert gestern Abend dem zahlreich ersch-ene- nen Publikum zu einem genußreichen Abend werden ließen. Karl Kreis hat es verstand-m, seine Wandervögel nicht nur in die Natur durch dick und dünn zu führen, fondern er hat sie auch aut den Brettern einer anderen Welt gut ein- gesckult, so daß die lange Winterszeit nicht nur für sie fondern auch für die Eltern ein Entgelt dafür ist, daß die Fugend ihnen im Sommer vollständig entführt wird. Aus der reichbalttgea und abwechflungsvollen Vorttagsfolge sind b'- sonders folgende Punkte hervorzuheben: Die von Karl Kreis vorgetragene „Christnacht der Hallig" und „Die Glocke von Jnnissaer" wurde vorzüglich gesprochen, ebenso waren oie Gesangsvorträge und Tänze nach Wandervogelart gut einstudiert. Hier muß besonders Marie Börner und ihr Partner, „der Blaue" gelobt werden, welche natürlich, frisch und mit viel Grazse tanzten, so daß das heitere Lachen im Puhlikum während des Tanzens bereits die Anerkennung brachte.
Ein Theaterstück „Das Marienkind" wurde von allen Milspielenden gm gespielt. Besonders werden hier Karl Kreis Erna Reinl und Klara Wolf erwähnt, die ihre Haupttollen mit großer Sicherheit spielten. Der von Heinrich Schaub und Hans Rehberg neu einstudierte „Lebenstanz" war sehr sinnreich und gab das wieder, was die Jugend mit ihrer neuen Weltanschan- Mg zur Durchführung bringen will. So slogen
stein der S ck ö n f e l d e rst r a ß e schlugen ge-
lerdings nicht einzugreifen, stellte aber ein Vor
Letzte Develchen
Aus dem Nekche des Mms
Wein, Weib und Gesang.
Lokolnachrichten vom Tage.
— Wie wird das Wetter? Der Einfluß der südlichen Tiefausläuser hält zunächst noch weiter an Wenn auch vorübergebend mit einer geringen Abkühlung zu rechnen ist, so wird sie
gehen fest, das zum Nachdenken Anlaß gibt. Einem Kinde war eine Petroleumflasche aus der Hand gefallen. Die Mutter wischte das ausgelaufene Erdöl auf und steckte den Lappen kurzerhand in den Ofen, wodurch das Feuer gewaltig aufbrauste. Unter Umständen hätte ein großes Unglück hervorgerufen werden können.
-s- Allerlei vom Tage. Im Tannenwäld- chen trieb während der Feiertage wieder einmal ein Unhold sein Wesen. Die Polizei griff den Mamtz der öffentliches Aergernis erregte, auf und nahm ihn in Haft. Es ist ein Schlosser aus der Nachbarschaft. — Bei einem Bäckermeister im Grünen Weg wurde einst c b r o ch e n. Der mit der Oertlichkeit zweifellos vertraute Dieb beraubte die im Wäscheschrank aufbewahrte Geldkassette ihres nicht nnerhebli- chen.Inhalts. — Ein Schweinehändler .us Gudensberg hatte heute früh einen herben Verlust. Auf dem Wege vom Bahnhof bis zum Schlacht- Hof verlor er seine Brieftasche mit dreihundert Mark Inhalt. — Bei einem Autozusammenstotz an der Ecke der O t t o st r a tz e und des Grünen Weges wurden beide Kraftwagen schwer beschädigt. — Bei einer Weihnachtsnachfeier in einem Hause der Bettenhäuser- st r a ß e gabs Streit, in dessen Verlauf ein Arbeiter einen Messerstich in den Kopf erhielt. Tie Sanitätswache Fuldabrücke leistete dem Schwerverletzten erste Hilfe.
doch in unserem Gebiet nicht zu Frost rüsten. — Vorhersage bis D i e n s t a g abend: Nach vorübergehender geringer Abkühlung und Nachlassen der Regenfälle wieder zunehmende Trübung und Temperamranstieg. — Aussicht für Mittwoch: Wolkig bis bedeckt, Negensälle. ziemlich mild, südwestliche bis westliche Winde.
„L. Der achtzigste Geburtstag. Am 1. Januar feiert Frau Elisabeth Dem, Witwe des verstorbenen Lokomotivführers Jakob Dern, ihren achtzigsten Geburtstag. Die alte Dame begeht diesen Tag in körperlicher unv geistiger Frische.
Im silbernen Hochzeitskranz. Das Fest der Silberhochzeit beging mn zweiten Weih- nacktstage gas Ehepaar B. Nette, Bahnhofstraße 22, das in aller Stille gefeiert werden sollte, weil ungefähr acht Tage früher der fast Svjährige Vater des Silberbräutigams, ein Veteran der Kriege 1866 und 1870/71 den Angehörigen durch den Tod entriffen wurde. Es wurden dennoch von vielen Seiten dem Silberpaare große Ehrungen zuteil. Mit dem schönen Choral „Das ist der Tag des Herrn", gespielt von der Kapelle des Arttlleristen-Vereins, wurde die Feier morgens eingeleitet. Viele Gratulanten waren erschienen, um dem Silberpaare eine Ehrung zuteil werden zu lassen. Von Privaten sowohl als auch von Behörden und Vereinen waren Personen und Abordnungen entsandt worden. Der Arlilleristen-Berein, dessen Schrist- führer der Silberbräutigam schon eine Reihe von Jahren ist, hatte eine Abordnung unter Führung seines 1. Vorsitzenden Major der Res. a. D. Willy Scheel entsandt, um seinem Mitglied«: durch Beglückwünschung und Ueber- reichung eines Geschenkes die ihm gebührende Ehrung entgegenzubringen.
Die 99er und die Tage von Tannenberg. Die letzte diesjährige Vereinssitzung der Ortsgruppe Kassel in der Gruppe Hessen des Vereins ehemaliger 99er war der Erinnerung an die Tage von Tannenberg geweiht. Exzellenz von Staabs, ein alter 99er. der als Führer der 37. Division hervorragenden Anteil au dem Siege über die Russen genommen hat, führte in einem gedankenreichen Vortrage in jene denkwürdigen Tage unserer vaterländischen Geschichte zurück Im ersten Teil des Vortrages legte er in anschaulicher Weise dar, wie im großen Ge- neralstab schon im Frieden die vorbereitenden Arbeiten für die Verteidigung unserer Grenzen geleistet wurden. Der zweite Teil, der durch die mannigfaltigen eigenen Erlebnisse und Beobachtungen des Vortragenden eine ganz besondere Note erhielt, ließ im Geiste jene Heldentaten unserer Truppen aus dem Herbst 1914 vorübAziehen, die ewig ein Ruhmesblatt in der Geschichte unseres Volkes bleiben werden. Mit gespanntester Aufmerksamkeit folgten sämtliche Zt-börer den fesselnden Ausführungen des Vortragenden bis zum Schluß.
— Vorsicht mit Petroleum! Aus einem Schont-
Kein Nuhttompromiß.
Was wird die Botschafternote enthalten ?
(Privat-Telegramm.)
Paris, 29. Dezember. Ein Pariser Blatt will über die am Sonnabend formulierte Botschafternote an Deutschland wissen, daß die provisorischen Berichte der Kontrollkommission schon die einstimmige Feststellung ernster Verletzungen des Versailler Vertrages ergeben hätten. Tie Note werde dann den Bericht des Versailler Komitees über den Stand der Generalinspettion den Marschall Fach am Sonnabend den Botschaftern vorgelegt habe, resummieren und schließlich zu den sehr kurzen Schlußfolgerungen kommen, die Frage ber Räumung der Kölner
SMachwlebmatti.
Kassel, 29. Dezember. Auftrieb : 12 Ochsen, 12 Bullen, 52 Kühe, 27 Rinder, 226 Schweine, 77 Kälber und 29 Schase-Hämmel. Schlachtvieh- Preise (in Mark per 50 Kilo Lebendgewicht): Ochsen 40—49,, Bullen höchsten Schlachtwerts 42 bis 47, geringere Sorten 30—40, Färsen höchsten Schlachtwerts 46—53, Kühe höchsten Schlachtwerts 42—49, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 33 bis 41, mäßig und gering genährte Kühe und Färsen 15—32/ Kälber: Mittlere Mast- und beste Saugkälber 55—58, geringere Mast- und gute Saugkälber 52—54, geringere Saugkälber 48—51, Mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzscha- fe) 18—22. Schweine: Fettschweine über 240 Psd. 76—78, solche von 160—240 Pfund 73—75, unter 160 Pfund 69—72. Tendenz: Mittelmäßig. In den Preisen sind Handelsgewinn, Versicherung, Spesen usw. enthalten.
Das waren köstliche Stunden im Ufa- Theater. Koedels großes Weihnacht stouge- mälde verklang, die großen Chriftbäume erloschen und bann umfing der Zauber des Weins. Uralt ist er. Die Bibel wird aufgeschlagen. Von ......... .........„. D.
Noa wird berichtet, von der Riesentraube der ffern grelle Flammen empor. Vorübergehende Kundschafter vor der Einnahme Kanaans. Und alarmierten die Feuerwehr. Diese brauchte al- bann Weinkult in Griechenlanb, die Einführung - - ■ - • - --- - • ~
des Weinbaues durch die Römer am Rhein und schließlich durch Karl den Großen. Oberingel- heim erscheint mit Karls des Großen Pfalz. O, ich weiß noch genau, wie wir von Maitt; kamen, diese Pfalz zu betrachten, es war „Kerb" und . . der rote Wein im ersten Wirthaus war so vor- ttcsflich, daß ich diese Pfalz bis heute nicht geseh'en habe .... Am Bodensee beginnt eine Wanderung durch den deutschen Weinbau und köstliche Jugenderinnerungen wandern mit dem Film. Am Bodensee der Seewern, in Württemberg. in Marbach, der Schillerwein . . .. meine Erinnerungen behalte ich für mich! Isis Frankenland geht es, wo Scheffel den „heiligen Veit vom Staffelstein" besang, die Bocksbeutel tauchen auf . . . und dann spielt die Musik wehmütig ein altes Lied: „O Straßburg!" Da ragt der Münsterturm empor, mahnend daß deutsches Land in fremden Ketten nicht vergessen Iverdec. Ernst blickt auch das Elfässcr Kind in feiner kleidsamen Tracht . . . seid guten Muts .... wer jemals euren Wein geirrrnken, vergißt
die Stunden dahin und üllzuschnell war der chöne Weihnachtsabend bei der Jugend dahin. Heil dieser Jugend, die aus gesundem Inst mit das Echte und Große nur dort sucht, wo bie größten Zumutungen an die Selbstüberwindung gestellt werden. ™
Sür das Hohe Gras.
Opfertag des Hessischen Gebirgsvereins.
Rach einer kürzlich ergangenen Mitteilung konnte es den Anschein erwecken, als fei der Erneuerungsbau des Hessischen GebirgsvereinI auf dem Hohen Gras bereits fettiggesiellt. Er ist noch weit entfernt davon! Abgesehen davon, daß dem Hessischen Gebirgsverein aus den bisher geleisteten Bauarbeiten hohe Vcrbindlichkei- teu erwachsen sind, bie er nur zum Teil zu decken vermochte, bleibt die Notwendigkeit der Fertigstellung des Baues, der bis jetzt nur zum Teck im Rohbau hochgeführt ist.
D-r Hessische Gebirgsverein braucht daher noch bedeutende Mittel. Um sie aufzubringen, gedenkt er einen f»genannten Opfertag M veranstalten Nach der vom Regierungsprast- benten erteilten Genehmigung werden sich bereits am Sonnabend, den 3. Januar, nachmittags, und vor allem am Sonntag, den 4. Januar 1925 zahlreiche Jugendliche der Sammeltätigkeit in den Häusern unb auf Straßen und Plätzen widmen. Sowohl die äußere Gestaltung der Sammelbüchsen, als auch die den Sammelern mitgegebenen amtlich av- gesiempelten Ausweise bürgen dafür, daß jeder Pfennig, der gegeben wird, auch in die richtigen Hände gelangt.
Die Nemste Gabe wird dankbar entgegengenommen. Der Sammler wird sich natürlich freuen, wenn feine Tätigkeit eine recht erfolgreiche fein wird und auch zahlreiche große Gaben gespendet werden. Jeder Geber erhält „etwas für's Knopfloch". Wer eine Mark gibt, r- hült einen Baustein, bestehend aus einer Abb l- bitng des Hohen Gras-Hauses in feiner künftigen Gestalt. Der Hessische Gebirgsvereiii gibt sich der Hoffnung hin, an den beiden betreffenden Tagen allseitige Unterstützung zu finden.
Musikpflegende Vereinigungen und Mannergesangvereine haben bei früheren Opiertagm fiir andere gute Zwecke durch Darbietungen auf den öffentlichen Plätzen unserer Stadt den Erfolg vermehren helfen; her' Hessische Gebirgs- veretn hofft, daß auch am 4. Januar ihm nach dieser Richtung freundliche Helfer erstehen werden
euch nie!
Hei, der Odenwald, der Rodensteiner geistert hinter den Wirten her, die pünktlich schließen: ein Meisterwerk des Tricks unb ber Zeitlich--! Und bann am Rhein, an seinen Bergen, am köstlichen Strom, Rübesheim. Atzmannshausen mit ber „Krone" ... ber rote Aßmannshäuser! »Im liefen Keller sitz' ich hier . .." Hab' auch mehr- a so an Ort und Stelle gesessen und weiß den äng, aber nicht das Ende . . . Winkel im Rheingau, Worms, Rheinhessen . . . wer weiß es noch von den Kriegskameraden, die damals in Guntersblum, in Alsheim herbsten halsen?. Wir glaubten in dem köstlichen 1915er beit Siegeswein zu ernten. Ein schöner Traum ist es gewesen! Zurück zum Heidelberger Faß und bann wieder an die Loreley, ins Nahetal. an die Mosel, nach Bernkastel zum ^Doktor", der einst den Bischof Boemnnd heilte, an die Saale, an die Unstrut und selbst nach Grüneberg in Schlesien .. . nur den „Kratzeberger" hat man unterschlagen . . . allerdings, er wächst nicht mehr! Wir lernen bei dieser Wanderung kennen, wie Mühe lind Sorgen an der Rebe wachen, wie gegen Schädlinge gekämpft werden mutz, tote der Wein „verschönt" wird, wie Seft entsteht, wie er überhaupt entstand.
Auerbachs Keller, der Bremer Ratskeller u ii den zwölf Aposteln, all' die von unteren Dichtern gerühmten Stätten werden geöffnet und baiit klingt Weinm-usik aus dem Ferl'sch.'u Orchester, ein Quartett singt Weinlieder, reizende Mädchenköpfe lachen aus Reblaub entgegen und toenn schließlich im Flammenschein das Riederwaldenkmal ersteht, wenn Armin sein Schwert emporreckt, bann summen die Lippen mit zur allgemeinen Weise:
' Deutsche Frauen, deutsche Treue, Deutscher Wein und beittfdjer Sang . ..
Die Kehle wird ttocken angesichts so „feuchter" Darbietung. Weingeschmack belegt die Zung», kurz, der Film macht Stimmung, eine Stimmung. die auszulösen ja des Weines schönster Endzweck ist. Auf alle Fälle ... ein Kultursilm, ber prächtige Sprache redet! H.
Dienstag, 30. Dezemder 1984.
Zone könne nicht erledigt werden, solange sich Deutschland mit dem Versailler Vertrag in Wi- derspruch setze. Ein anderes Blatt erklärt, daß man sich über die Begründung unb bie Folgen, die die nichtgetreue Erfüllung der in Artikel 429 erwähnten Bedingungen noch sich ziehenwucde, noch nicht verständigt habe. London würde cs vorziehen, daß man die flagrante Verfehlung Deutschlands nicht betone, sondern vor allem die Behinderung in den Vordergrund fteUe, die bie interalliierte Kontrollkommiftion gefunden habe. Ein drittes Blatt schreibt: Ueöcr die Räumung ber Kölner Zone kann es nur eine einzige Auffassung geben, weil es sich um nichts anderes handelt, als darum, ob Deutschland seine Verpflichtungen erfüHt hat oder ob es im Verzug ist. Nach dem Blatt scheint hiw sichtlich des Verfahrens, Über das man sich verständigt habe, nichts zu befürchten zu sein. Wenn ber Hintergedanke, evtl, mit der deutschen Regierung über ein Kompromiß in der RlG- räümungsfrage zu verhandeln, in einigen Krisen bestanden habe, so scheine jetzt alles zu bestätigen, daß er keine Aussicht mehr h«be, durch- zubringen.
GS geht um Millionen.
Krupps Antwort an Amerika.
(Durch Funkspruch.)
Washington, 29. Dezember.
Der Beschluß ber Alliierten, die Besetzung der Kölner Zone sortzusetzen ist von einem großen Teil der Presse mit Beifall ausgenommen worden. Die Washingtoner Regierung hüllt sich in Schweigen. Man erwartet mit Interesse bie Wirkung der Rote der Botschafterkonferenz auf die Oeffentlichkeit ab, da morgen in Newyork eine
zwei Millionen Pfund Sterling Anleihe für die Firma Krupp aufgelegt
werben wird. Krupp hat auf eine Anfrage durch ein Kabeltelegramm geantwortet, baß bie Herstellung von Kriegsmaterial in feiner Fabrik völlig eingestellt sei. Eine Ausnahme werbe nur für bestimmte Einzelteile von Kanonen gemacht, die nach dem Friedensvertrag jetzt hergestellt werden dürfen und deren Herstellung auch von bet Kontrollkommission gestattet würbe. Der Zweck der Anleihe sei lediglich bie Beschaffung von Arbeitskapital zur vollständigen Durchführung des Dawesplanes.
Ein weißer Nabe.
Asquith gegen den Botschafterbeschluß.
(Privat-Telegramm.)
Rotterdam, 29. Dezember.
Aus London wird gemeldet: Asquith hielt am gestrigen Sonntag in Glasgow eine Rede, in der er die Vertagung der Räumung Kölns als ein bebnuerlidyeS Vorgehen Englands erklärte, bas aber auch die Arbeiterpartei nicht hätte verhindern können. Asquith bezweifelte, daß Deutschland zweieinhalb Milliarden Mark jährlich nach dem Dawesplan leisten könne und sagte, die Alliierten täten gut, sich darauf vorzubereiten, daß Deutschland diesen Betrag nic- mals leisten könne. Neue Enttäuschungen seien unausbleiblich.
Faszistrn als snkentesrrunde.
Zürich, 29. Dezember. (Eigene Drahtm.'i- bung.) Nach Meldungen aus Rom stellen alle faschistischen Blätter die Unmöglichkeit einer Räumung Kölns zum 10. Januar fest.
Ein MiMvnnbaniraud in den Feiertagen.
Rom, 29. Dezember. In einer Bankfiliale in Genua wurde während der Feiertage rin großer Etnbruchsdieb stahl verübt. Der Wert des Raubes ist noch unabschätzbar. Man glaubt, daß es mindestens zehn Millionen Lire beträgt.
Tief in der Kreide.
Paris, 29. Dezember. (Eigene Drahtmel- bung.) Finanzminister Clementel hat der Kammer die Bilanz der finanziellen Lage Frankreichs überreicht. Aus dem Bericht geht hervor, daß Frankreichs Schuld 109 594 Millionen Goldfranken beträgt. Die Staatsschuld Hot sich damit seit dem Kriege mehr als verdreifacht.
Schnckensszenen in einer Srrenonftalt
Newyork, 29. Dezember. (Durch Funkspruch.l • Aus Tokio wird gemeldet, daß dort bei einem Brande in einer Jrrenanstaltviele Personen verbrannt sind. Bisher wurden dreizehn Leichen aufgefunden. lOd Insassen werden als vermißt gemeldet. Fünfzig benachbarte Häuser wurden eingeäschert.
Ein neues Srdvevrn in 3opan?
Washington, 29. Dezember. (Funkmeldung.) Der Seismograph verzeichnete einen sehr ausgesprochenen Erdbebenstoß um 6 Uhr 8 Minuten gestern obend. Das Beben dauerte bis 8 Uhr. Es wird angenommen, daß die Erschütterung möglicherweise in der japanischen Erddebenzone ftottgefunben hat.
Kasseler Kurse vom 29. Dezember.
Bank für Hessen Nachfrage 0,040, (Angebot 0,060, Baumann unb Lederer 70 (75), Großalme- tober Tonwerke 15 (—), Hohenlohe Nährmittel 6 (6,5), Landwehr unb Schultz 0,040 (0,060), Ad. Weder 0.6 (—).
M Mot Kummet MM 10 Selten
Redaktion? Leltuna Ferdinand Koch. Verantwortlich für den politischen Teil Fritz Rau: für den loyalen und Heimatteil RudolsHevnemann:für den unterhaltenden Teil GermanBonau. Anieiaenkeil Verantwortlich KonradWachsmann. Druck und Verlaa Kaiteler Neueste Nackn ckne» ^Ferdinand Kock> Kassel
Korpulenz macht alt, wirkt auch unschön und ist unaefunb! Sind Sie korpulent ober besitzen Sie Neigung hierzu, so müssen Sie gerate jetzt im Winter, wo der Körper besonders Neigung zum Fettansatz besitzt, eine Zebrkur vornehmen. Wir raten Ihnen, in Ihrer Apotheke echte Toluba -Kerne. 30 ober 60 Gramm, zu kaufen, die völlig unschädliche Stoffe von fettzehrender Wirkung enthalten. Verlangen Sie ausdrücklich in den Apotheken Toluba