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Einzelnummer 10 Pf . Sonntnns In Pf

300.

Äst Deutschland entwaffnet?

(Eigener Jnfor- Volkspartei hatte

Berlin, 20. Dezember, mationsdienst.) Die Deutsche in ihrer letzten Fraktionssitzung den Beschluß gefaßt, den Antrag auf Wiedereinführung der Reichsfarben Schwarz-weitz-rot im neuen Par­lament wieder cinzubringcn. Eine Annahme ist nur mit einer Zweidrittel-Mehrheit möglich.

fln»etoenptetle (SeldUftS-äiiwoen 3etle 15 PteniiiL, Eamillen-Amelgea Äette 15 Pfennig. Kleine Än,eigen das Bort 2't, Pfennig, Aeklamen Sie heile m Pienntg Offertgebübr 10 Pfennig (bei dufenbuna Ser Ofierten *fEnnsgl .ftechnungs

betröge sind innerhalb 5 lagen in bezahlen. Maßgebend, 10 6er Kurs des eiablunss. igges. Siir die RiLtigketl aller durch Sernsvrecher antgegebenen iltwigen forote für Suniahmeöaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Siir ÄMe aen mb besonders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckeret: Schlachkbosstr .8 8( (3eftbäft8ftelle: Köln.Strahe 5. gegenüber derSvohrstrahe. Sernsvrecher 951 u. 952

Berlin, 20. Dezember.

Auch nach Vertagung der Krise bis Fan na: setzt der Kanzler ferne Besprechungen Von Partei zu Partei fort. Gestern konferierte er mit Vertretern der Sozialdemokratie und des Z e n t ru m s und Heute wird er Abge­ordnete der Demokratie bei sich sehen. ES wird hervorgehoben,-daß diese Konferenzen des Kanzlers nicht unmittelbar der Regierungsbil­dung gelten, sondern auch schwebenden Fragen, wir der drohenden Verschiebung ocs ersten Räumungsterm in 8 am Rhein, Mr litärkontrollc usw. Nach der Vertagung der Rc- gierungsentscheidung ist die Mehrzahl der

Parlamentarier wieder von Berlin abgercist.

Die WeihnachtSfeiertage werden Kanz­ler, Außenminister und die meisten der übrigen Minister außerhalb Berlin verbringen.

rot-gold festhalten, über ein Drittel der Stim­men im Reichstag zusammenbringen und vom Zentrum unterstützt werden.

saison vor Genommen

Wenn allerdings das der Grünt» fein daß sich keine Partei und Regierung dazu her-

Ein durchsichtiges Manöver.

Rotterdam, 20. Dezember. (Eigener Draht- d" richt.) Londoner Blätter melden, die bri­tsche Besatzungsbehörde habe meh- ic'.en Zeitungen, die die Räumung Kölns für den 1. Juli nächsten Jahres ankündigten, mit- geteilt, daß, solange keine Feststellung der vollen Vertragserfüllung Deutsch­lands vorliege, kein Termin der Räumung für diese Zone festzusetzen sei.

Sonntag, 71. Dezember 1924.

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'n« «haue, in 6er Geschäftsstelle adaehol« l.ouMk. ^n/ch^EePost monatlich LffOMk. atistchlienlich ^ufteUnngSgebuhr. »erlag unb Redaktion Schlachtbotftratze -8/80 Sernsvrecher 951nb 952. Sur unverlangt etngefgnbte iRetttaae fann die Re- Jaftipn eine Verantwortung ober (Seroäbr in feinem Satte übernehmen. Stssck- «ablnng bes Bezugsgelbes ober Ansprüche wegen etwaiger nicht orbnungomgMger '.'feiern no St gnsneschloffen Postscheckkonto Sranffurt a. Main Nummer 6380.

Deutsche Elegie.

Shue Negierung ind neue Jahr.

Auch wenn man ans das Schlimmste vorbe- rcitlt war (und wir hatten in unsere Muta- ttonörechnungen auch den negativen Posten ge­scheiterter Regierungsbestrebungen eingestellt), so mußte doch die gestrige Marr-Ebert'sche Was- seiistieckung vor der eisernen Abwehrfront der Parteien selbst dem unentwegtesten Optimtsten ein bedenkliches Kopsschütteln erregen. Und so müßig und billig es ist. sich von rechts und links die Schuld an diesem echt deutschen Weth- nachtsmysterium in die Schuhe zu schieben (wo ist heute die Partei, die durch ote Tat be­weist, daß sie das Vaterland über dte Pa'tet stellt?), so wenig dürfen wir vor den Folgen und Lehren dieses Ktaatsnaskos die Augen ver­schließen. die wir ja alle mehr oder minder rrn eigenen Leibe spüren werden. De facto ist letzt die Republik ohne Regierung. Diese Tatsache spricht Bände und das Märtyrervolk der Deut» scheu hätte wahrlich ein besseres Weihnachtsge­schenk nach dem Frondienst des Jahres vieruno- -wanzig verdient. Als hätte man die Pflaster von kaum geschlossenen Wunden gerissen, so wankt und tastet sich Mutter Germania, vom Feind und den eigenen Kindern des Augenlimts beraubt, zur Krippe von Bethlehem und weiter zur Schwelle des neuen Jahres. Dem ob seiner beispiellosen Schaffen«, und Lebenskraft bewun- *>»rten und gefürchteten, trotz der klirrenden Ket-

-i sich mühsam Hochringenden deutschen Mickel heb dar trostlose Trauerspiel nicht erspart, daß feine Führer vierzehn Tage nach der Wahl des Staatsschisss Segel streichen, wo in Frankreich, England, Amerika fast schon am nächsten Tage feste Fäuste in des Steuerrades Speichen packten.

Schon vor, während und nach dem bittersten Wahlkamps war die Konkurrenz Herriot- Baldwin geschäftig, aus unserer Ohnmacht Kapital zu schlagen wovon gleich zu reden sein wird Jetzt hat man (natürlich auch wegen der WeihnachtsnAhe» die W i risch a st s ve r- handlungen allerorts abgestoppt, weil ja die deutsche Firma liquidiert ist Jeder Tag brachliegenden Wirtsck>aftslebens muß aber mtt Minuszeichen für Staat, Arbeiter und Unter­nehmer gebucht werden. Wohl ist ein Stillstand in den Ärbeitslosenziffern zu begrü­ßen, die November-Bilanz der Reichsbahn läßt einen leichten Wirtschaftsaufstieg erkennen, die Post setzt herab. Aber noch ist der von der Annahme des Dawesplans erhoffte Jtidustlie- aufschwung, von deren Substanz die Repara­tionen weiter zehren, nicht eingetreten, und das

Dadurch wird allerdings vtt Erfolg der Volks- parteilichen Aktion in Frage gestellt, da die Linksparteien, die an den Reichsfarben Schwarz- geben will, diese neue brutale Demütigung und Brüskierung eines entrechteten Volkes mit ihrem Namen zu decken, dann sollte man die Berliner Tragikomödie milder beurteilen. Aber auch die- scr neue deutsche Aderlaß mutz einmal durchge- litten werden. Freilich sollten es Männer mit tählernen Stirnen sein, die hier der drohenden Vergewaltigung sich enigegenstcmmkn. I. R.

Nach Verlorener Schlacht.

Diplvmatenflucht in die Weihnachtsferien.

Rückkehr zur Politik des Tages / Marx bemüht sich umsonst / Eine Regierung ohne Macht / Stresemann bet den Demokraten / Das Verbrechen von Köln.

Wir dulden es nicht.

Der Rotenkrieg beginnt.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 20. Dezember.

Rach der Erklärung Lord Curzons, daß die Räumung der Kölner Zone wegen der Verzögerung des interalliierten Militnrkontroll- berichtrs am 10. Januar 1925 nicht in Frage kommen könnte, wird die Reichsregierung nun­mehr einen energischen

Protest an die Besatzungsmächte richten. Das Reichskabinett wird heute darüber Beschluß fassen, ob dieser Protest sofort in einer Note oder eines diplomatischen Schrit- eS erfolgen soll. Der Außenminister hat bereits durch den Botschafter in London eine Inter- pretion der außerordentlich befremdenden OberhauSrede Lord Curzons erbeten.

haushoch aufspritzende Wafferwirbel bildend sich dahin wälzen, wie eine ungeheure weißschuppige Riesenschlange. Nachdem wir uns in dem gut temperierten hohen Spetseiaal des in allfinnischer Holzkcnstruktion erbauten Hotels durch ein opulentes Sexa (Imbiß nach schwedischer Art aus mindestens sechs Platten) und obligaten Sv en s k a-P u nsch für die frostige Erkursion vorbereitet, schritten wtr, wohlverwahrt in unsere Pelze, hinaus ins Freie. Ter vielstufige Felsenpfad zum Niveau des Flußbetts hinab endete bei einem aus vor­springender Felsenplatte erbauten Pavillon, von dem aus man, stromaufblickend, den um­fassendsten Ueberblick des ganzen Stromschnel­lengebietes genießt, das von dem elektrischen Scheinwerfer bestrahlt, in blendender Helligkeit aufleuchtet. Durch die außerhalb des Lichtbe- reichs herrschende Finsternis suhlten wir uns wie losgelöst von jeder menschlichen Gemein­schaft, mitten hinein versetzt in, das entfesselte Element, das unter unseren Füßen hinflutete, uns mit eisigen Schauern silberner Schaumper- len überschüttend. Aus der Tiefe des feljiflcn Schachts schlugen unheimliche Laute an unser Ohr, bald klang es wie

schmerzliches Aechzen. bald wie ein Stöhnen und Zähneknirschen

der Verzweiflung, bald wie ein Aufbrüllen ele­mentarer Wut, als befänden wir uns int Bann unterirdisch wirkender furchtbarer Naturgewal- tcn. Einen ganz eigenartigen Anblick gewähr­ten die von Zeit zu Zeit vom elektrischen Licht gestreiften waldbedeaten Ufer. Büsche und junge Bäume, durch die Schneelast gebeugt und von dem herüberwehenden Wasserdunst über­glast, hatten die abenteuerlichsten Gestalten an­genommen. Es schien ein ungeheurer Friedhof zu sein mit Weißen Marmorgeital- ten unter den hohen schneeverhüllten Wipfeln der alten Fichten und Kiefern. Als wir uns, von dem nächtlichen Spaziergang zurückkehrend, dem Hotel näherten, begann es in großen Flok- ken zu schneien, die in der von keinem Wind­hauch bewegten Luft langsam und lautlos auf die glitzernde Schneedecke niederfielen, einen Moment, während sie in den Lichtbereich des Scheinwerfers kamen, wie Diamantensterne in funkelndem Farbenspie! aufleuchtend, ein be­rückendes Schauspiel von

feenhafter unterirdischer Schönheit.

Am nächsten Morgen machten wir eine Schiit- tenp-artie nach dem 6 Kilometer stromabwärts gelegenen Walinkoskifall, dessen male­rische Umgebung im strahlenden Lichte der Win- tersonne doppelt reizvoll erschien. Der Wnoren, der hier seine breiteste Stelle hat, stürzt über einen mächtigen, acht Meter hohen Granitwall in die Tiefe, um sich dann zu einem Weiherarti.

gen Becken auszubreiten, das von anmutig be» : waldeten bergigen Ufern umrahmt ist. Die un­terspülten Granitplatten fpatten in dem feit Monaten anhaltenden klingenden Frost feine

Finnland-Wunder.

An den Stromschnellen des Jmatra.

Von Ihren ®et htiathtäe lebniffen an den ge­waltigen Siromkeynellen de» Jmatra in Finnlands veriryneiten und vereisten. ver- »änderten Einöden Pin«,der! eine nnierer Mitarbeiterinnen in sollenden Bildern. Ich habe die weltberühmten Stromschnellen des Jmatra, die während der Reisesaison von Hunderten von Touristen aus aller Herren Län. der besucht werden, zu ,den verschiedensten Iah« reszeiten gesehen, im Zauber der Hellen Früh­lingsnächte, in der fahlgelben Beleuchtung des tosenden Gewittersturms, in mondbeglänztw duftschwüler Sommernacht, nie aber hat sich mir ihre wilodämonische Schönl»eit so überwältigend offenbart, wie in jenen unvergeßlich zauberhaf­ten Weihnachtstagen, die ich in schöner vergangener Zett mit lieben Petersburger Freunden an ihrem Ufer verbrachte. Nach sie­fenstündiger Bahnfahrt waren wir in her Endstation angelangt und hatten uns in die am Bahnhof wartenden primitiven Schlitten ver» packt. Wie vom Sturmwind gefegt

rasten die kleinen ruppigen Pferdchen, die den Schlitten vorgespannt sind, auf den brei­ten, gutgehaltenen Wegen des tiefverschneiten Forsts hin, die Lichter der Station erloschen sinter uns, das lautlose Schweigen der f i n - Nischen Winterlandschaft hatte uns aufgenommen. Doch nur wenige Augenblicke währte diese beklemmende absolute Stille. Ein dumpseS Rollen, wie unterirdischer Donner, das mit jeder Minute cm Stärke zunahm, kündete die Nähe der S i r o m s chn e l l e n. Gleich nun unserer Ankunft im Hotel begaben wir unS auf den Balkon und blickten hinab aus die in grau­siger Tttfe deS felsigen Schachtes dahinbrausen- den, strudelnden Wogen, die, an den mit gut* zerndem Eise überzogenen granitnen Ufern zer- schellend, in' schaumigen Gischt verwandelt, zu- rückgeschleudert werden und

Unversöhnliche Gegner. ;

Was wir durch die Regierungskrise verlieren.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 20. Dezember 1

Die einzelnen Parteien verschanzen sich nach ver Vertagung der Regierungsbildung hinter den von ihnen gefaßten Beschlüssen und wollen unter keinen Umständen davon abgehen. Tas Zentrum weigert sich nach wie vor, an einer Rechtskoalition teilzunehmen, während die Deutsche Volkspartei sich auf keine an­dere Regierungsbildung als die des Bürger- blvckcs einlassen will. Nach Meinung der dem Kanzler Marx nahestehenden Kreise kann jetzt eine Lösung nur auf dem Wege gesunden wer­den ,daß die Deutsche Bolkspartei mit den deutschnationalen Führern eingehende Verhandlungen einleitet, um festzustellen, welche Absichten und Ziele die deutlchna- tienalen Führer verfolgen. ES ist sehr leicht möglich dass sich auS der B-rtagung der Regie- ru.'.g»*tage

; ernste politische Komplikationen ergeben, da sich die Gegensätze zwischen den Parteien immer mehr verschärfen. Als Ge­schäft S r e g i e r u n g hat daS Kabinett Marx Strefemann den größten Teil feine« Einflusses e i n g e b ü ß t, und es wird noch mehr an An­sehen verlieren müssen, wenn die Gegensätze auch auf die Mitglieder der Regierung übergreifen. Maßgebende Persönlichkeiten des Auswärtigen AmteS erklären, daß die K r i s e in der a u tz e n- politischenLage einen schlag herbei- gesührt habe, der erst im Lause von Mo­naten wieder eingeholt werden könne.

Auch drvven geht man In ölt Ferien.

London, 20. Dezember (Eigener Drahtbe­richt.) Tas Unterhaus hat sich heute bis zum 10. Februar 1925 vertagt. Die Mehrzahl der Abgeordneten hat London bereits verlassen. Chamberlain erwiderte auf eine Anfrage des Abgeordneten Kennworth, baß dieser tn Bezug auf Nordafrika viel zu schwarz sehe, da vor­derhand die Politik des Direktoriums in Nord­afrika zu keinen Besorgnissen Anlaß gebe.

orgenommen werde, anzuzeigen und zur Wach­samkeit aufzurufen. Eine Beunruhigung der öffentlichen Meinung in Frankreich würde not­wendigerweise auch in Deutschland eine starke Beunruhigung Hervorrufen.

halt redet eine ernste Sprache. Von Herabsetzung der Steuern auf der einen oder Lohner­höhungen auf der anderen Seite will man in den Ministerien nichts wissen. Wie knapp die Mittel in den breiten Massen sind, zeigt das in allen Großstädten stagnierende Weihnachts­geschäft, von dem weiteren Herabsinken ver- armter Gesellschaftsschichten in grenzenlose Ver­elendung ganz zu schweigen W o i st d i e Jt e» oierung. die hier Wandlungen schafft, die keinen Änfschub dulden? Inzwischen haben auch die Fraktionen der Rechtsparteien schon An, träge in ganzen Bündeln für bie kommenden Reichstaas- und Regierungsgeschäfte zusammen- gestellt. Der gefährlichste Hieb gegen das regte- fnnas- und wehrlose Deutschland droht jedoch von jenseits des Kanals und des Rheins.

Es pfeifen fetzt schon die Spatzen von allen Dächern, worüber sich die beiden hochgemuten Kämpen Herriot-Baldwin im Elvfee einig wur­den. während die deutschen Minister für die Wahlen reiften: .Ihr dürft aus Köln nicht her­aus. solange wir an der Ruhr stehen. 3 alb« win: .Unb der Versailler Vertrag? Herriot: .Das ist Sache der Mrlitatkt-m- Mission, deren Bericht wegen deutscher Ob­struktionen nickt zur rechten Zett fertig wird und außerdem flagrante Verletzungen be» Vertrages konstatieren muß * Mit anderen Worten: Trotzdem sie etwa siebzehn hun­dertmal unsere Reichswehrkasernen, stalle und Keller. Wafsenladen. Gefängnisse und Konservenfabriken auf Massen durchschnü nette, bat fick die I. M. K K. nickt von der völligen Entwaffnung und Entmannung Deutschlands überzeugen können. Das wird man zum An.af einer scharfen Note nehmen, um damit Die Ricbträumuna Kölns zum unverbrüch­lichen 10 Januar zu kaschieren Als Kompen­sation wird man bann mit unnachahmlicher, überströmender Großmut eine frühere Rainung der Ruhr Vorschlägen. Die Pariser Bbrtter ha- den bereits munter, von keinerlei Recktsbeden- ken angekränkelt, eine Umgruppierung der Engländer (Koblenz) und Belg-er (Mainzl für die willkommene Fruchahrs-Rhein-

Raffder Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung »ss» Hessische Abendzeitung

6» tagt.

Bon Deutschlands Entwaffnung überzeugt.

(Eigener Informationsdienst.)

Paris, 20. Dezember.

Ein Pressevertreter hat sich angesichts der ortgesetzten Nachrichten, Die die nationalistischen Blätter über die deutsche Bewaffnung veröffentlichen, bei einer hohen militärischen Persönlichkeit erkundigte, hat erfahren, daß Die meisten Alarmnachrichten ein Phantasi-prvdukt seien. Der Gewährsmann hat auf Grund der ihm gewordenen Mitteilungen seine Festftellun- geii in solgende fünf Formeln zusammengefaßt:

1. DaS deutsche Oberkommando, das vielleicht von bemfetben Geiste beseelt unb nach denselben Grundsätzen wie 1914 geleitet ist, ist nicht auf der gleichen Grundlage -us- gebaut;

2. die einhunderttausend Mann Reichs­wehr und Polizei können im Höchstfall, wenn die Mitglieder der militärischen Organisationen herangezogen werden, für eine halbe Million mobil machen;

3. dieses Heer ist augenblicklich nickt mit dem neniigenben Kriegsmaterial aller Art versehen. Dieses Material könne erst nach zirka zehv Monaten besorgt werden;

4. die Mobilisierung und Konzen­trierung. bie vielleicht theoretisch vorberei- iet feien, seien in der Pratis nicht burchsnhrbar.

5. endlich sei die Kontrollkommission imstande, jede Aenderung, die in der Reichswehr

6m neuer Anrauf.

Was Stresemann zusammen leimen will (Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 20. Dezember.

Wie wir erfahren, ist Außenminister Dr. Stresemann gegenwärtig bemüht, eine Lösung der Regierungskrise vorzubereiten. Der Minister hält es für dringend wünschens­wert, daß im Falle der Bildung einer bürger­lichen Mehrheitsregierung auch die

Demokraten sich am Kabinett beteiligen.

Er will daher die deutschnationalen Führer ver­anlassen, ihre Forderungen in der Regierungs- tagc derartig zu mäßigen, daß es den De­mokraten möglich sein würde, ihre Haltung ab­zuändern. Wenn bie demokratische Partei sich dazu entschließen könnte, an einer rem bürger­lichen Regierung teilzunehmen, so würde auch DaS Zentrum ohne weiteres zustimmen.

»)er unselige JwggenslreN

Einzel!»«immer 10 Pf. Sonntag? 15 Pf 14. S