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Meier Neueste Nchrichtm

Hessische Abendzeitung

Kaffeler Abendzeitung

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Donnerstag, 18. Dezember 1924.

04n«lHiimmer 10 Pf Sonniaos 15 P!

Nummer 297.

Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf

imiletanh als Deutschen- und Russenseind

Ci

Die

gegenwärtig vollkommen in den gestellt wird. Je mehr sich das führenden politischen Kreise auf f al der Räumungsfragen litärkon Grolle konzentriert,

Vordergruns Interesse der das Schick- und der Mi- um so stärker

14. Jahrgang

Go steht die Schlacht.

Der Reichspräsident soll sprechen, (©igenet Informationsdienst.)

parlamentarische Grundlage habe und die Ge­währ für eine Lebensdauer des jetzigen Reichs­tags gebe. Jede linke Regierung würde bei den ersten Differenzen im Reichstag gestürzt werden können. Das Ausland könne auch einer Rechts­regierung vertrauen, denn der Dawesplan werde erfüllt werden.

Verbotene Sehüre in den Kasernen.

Genf, 17. Dezember. (Privat-Telegramm.) Ans Paris wird gemeldet: In den Pariser Kasernen fanden Durchsuchungen nach ver­botenen kommunistischen Schriften statt. Die Durchsuchung erfolgte auf direkten Befehl des französischen Kriegsministeis.

Reichspräsidenten haben bereits zu einer wesent­lichen Klärung der politischen Situation insofern geführt, als es sich nur darum handeln kann, ent­weder eine Rechtsregierung mit wohlwol­lender Unterstützung des Zentrums zu bildn oder aber das Kabinett Marr-Stresemann zu rekonstruieren. Sollten die Bildungsversuche eines Rechtsparteilers jedoch scheitern, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der Auftrag zur Ka­binettsbildung erneut an Marx ergehen dürfte.

nachkommen dürfte. w

Ein englisches Blatt schreibt zu der gegen­wärtigen Regierungskrise, daß nun tn Deuttch- land das vorausgesehene Chaos eingetreten fei. Die deutschen Mtnisterkrisen seien stets verwlk- kelt und stets müsse man auf ganz unerwartete Kombinationen zwischen den Parteien trotz den weitaehendsten Zerwürfnissen gefaßt sein. Alles hänae nun von der Haltung des Zentrums ab Es fei sehr zu bezweifeln, daß es den Sieg über die anderen Parteien erringen werde. Das Ausland dürfe sich zwar nicht, in, die inne­ren Angelegenheiten des Reiches, etnmtsch.n, aber es würde sich in seinen Hoffnungen ge­lauscht sehen, wenn es dem Relchspraftdenten Ebert nicht gelänge, ein republikanisches Rain* nett zu bilden. Ein englischer Berichterstatter meldet aus Berlin, daß das Ausland sich mit dem Bürgerblock in Deutschland abstnben muffe. Es sei die einzige Regierung, die eine breite

werden auch die Vorbehalte, die man an die Bildung einer rein bürgerlichen Regierung knüpft. Auch die kommende Reichsregierung wird das Primatder Außenpolitik an­erkennen müssen, da alle zur Erörterung stehen­den innenpolitischen Fragen auch nicht im ent­ferntesten an die große Bedeutung der noch zu erledigenden außenpolitische» Ausgaben heran- reiche». Die gegenwärtige Anwesenheit des Botschafters von Hoesch in Berlin beweist sehr deutlich, wie sehr es daraus ankommt, bei der Ausstellung eines neuen Regierungspro­gramms auf den Stand der Wirtschafts­beziehungen sowie aus die augenblickliche Entwicklung der Beziehungen zwischen Eng­land und Frankreich Rücksicht zu nehmen. Der Botschafter hat den Auftrag, dem Answär- itgen Amt über die gegenwärtigen Verhältnisse, die sich ans den letzten Völkerbunds­beratungen in Rom und insbesondere aus der Zusammenkunft zwischen Chamber­lain und Herriot herausgebildet haben, einen mogliM genauen Bericht zu geben. Man ist tn den Berliner politischen Kreisen über die Mitteilungen des Botschafters nicht wenig überrascht, da sie beweisen, daß während der ganzen Zeit des Wahlkampfes von Seiten dir politischen Führer sehr viel verab­säumt wurde, um der außenpolitischen Lage Rechnung zu tragen. Es ist gar kein Geheim­nis mehr, daß sich die außenpolitische Situation Deutschlands eher verschlech­tert als gebessert hat, und daß man sich sogar teilweise vor ganz neue Tatsachen gestellt sieht. Durch die mit den Wahlen bedingte Unsicherheit der deutschen Verhältnisse ist für diefranzösischeDiPlomalieeinVor- sprüng geschaffen worden, den wieder einzu­bringen, Aufgabe der neuen deutschen Regie­rung fein wird.

In den linsgerichteten Kreisen wird neuer­dings wieder vielfach die Behauptung ausge­sprochen, daß eine Rechtsregierung in Deutsch­land den Widerstand Frankreichs in der Räu­mungsfrage außerordentlich verschärfen und da­mit zu neuen außenpolitischen Komplika­tionen führen könne. Wir glauben jedoch zu wissen, daß es den Anhängern einer Bürger­blockregierung gelingen wird, derartige Beden- ken in den H i n t e r g r u n d zu drängen, zumal Außenminister Dr. Stresemann auf Grund feiner persönlichen Eindrücke nicht im mindesten geneigt ist, derartige Besorgnisse zu teilen. Allerdings müßten die deutschnationalen Führer eine eindeutige Erklärung hinsichtlich der Beibehaltung des bisherigen außenpoliti- schev Kurses abgeben. Dr. Stresemann selbst wird schon heute in B e r l i n zurückerwar­tet, um an den Besprechungen über die Siegle« rungsfrage persönlich Mitwirken zu können. Der Reichspräsident hat Dr. Stresemann ersuchen lassen, persönlich an feinen Verhandlungen ntt den Parteiführern mitzuwirken, ein Ersuchen, dem der Minister wahrscheinlich ohne weiteres

Ausgeschaltet!

Politische Schlappen in Der Außenpolitik (Von unserem Berliner Berichterstatter.)

In die Probleme der Regierungsneubiloung im Reiche spielen immer mehr die a u ß e n p o - litischen Fragen hinein, deren Erörterung

Wetter an« Bett gefesselt.

Paris, 17. Dezember. (Privat-Telegramm.) Herriot hat gestern wieder von seinem Krankcn- loger aus seine laufenden Arbeiten erledigt Und verfchiedene Mitarbeftcr empfangen. Der gestern ausgcgebene amtliche Bericht stellt eine anhal­tende Besserung fest, verordnet weiter Bettruhe.

Wer wlrd Reichskanzler?

Die heutige Entfcheidung des Reichspräsidenten (Privat-Telegramm.)

Berlin, 17. Dezember.

Nachdem gestern die Parteiführer mit Aus­nahme der Bayerischen Bolkspartei, die Deutsch- nationalen und der Kommunisten vom Reichs­präsidenten empfangen wurden, erwartet man für heute die Auftragserteilung der

Kabinettsbildung

durch den Reichspräsidenten. Alle Vorhersagen sind hinfällig, solange der Reichspräsident nicht diese Entscheidung getroffen bat. Wie Strcse- mannS OrganDie Zeit" erklärt, rechnet man ziemlich allgemein damit, daß Dr. Stresemann in dem künftigen Kabinett den Poften des Außenministers weiter bekleiden werde. Die Möglichkeit der Bildung eines überpartei­lichen Kabinetts wird von dem genannten Blatt als wenig wahrscheinlich bezeichnet. Ein demo­kratisches Blatt will sogar wissen, daß Dr. Stre­semann noch seiner Ablehnung der Kabinetts­bildung dem Reichspräsidenten eine außerhalb des Parlaments stehende Persönlichkeit als

Hetzer Millerand.

Gegen Deutschland und den Bolschewismus. (Privat-Telegramm.)

Paris, 17. Dezember.

Die Rede, die der ehemalige republikanische Präsident der Republik Millerand gestern abend auf einem Bankett hielt, feierte die Liga als Alarmruf der Republikaner. Millerand schil­derte dann die finanzielle wie die politische Lage sowie endlich die nach seiner Ansicht gute Lage Frankreichs im Ruhrgebiet, wo man sich sogar zum Herrn der deutschen Kisenbahnen gemacht habe. In Genf fei ein Protokoll unterzeichnet worden, das, wenn es durchgeführt würde, viel mehr eine Verheißung, als eine Friedensbürgschaft bedeu­ten würde. In London habe Deutschland den Dawesplan angenommen und sogar mit seiner Durchführung begonnen. Niemals sei Deutschland einmütiger gewesen in dem Gedanken, die Verantwortlichkeit für

keinen Angriff von 1914 abzuleugnen und wenn es dies tue, so geschehe es nur, um die Vcrpflichtungen, die sich darauf grün­deten, abzuschütteln. Sei das der Augenblick, Frankreich zu schwächen? Die Regierung, die jetzt bestehe, fei eine Gefangene, und zwar eine Gefangene der revolutionären Sozialisten. Die kommunistische Par­tei habe jüngst eine Generalprobe abge­halten. Zwischen

Frankreich und dem Bolschewismus gebe es nur die Machtfrage: aber die jetzige Regierung habe gegen den Bolschewismus nichts ausrichten können. Die kommunistische Gefabt habe sich in Asien und Afrika breitgemacht, und eine kommunistische Regierung, eine Regie­rung der Schande und des Verbrechens, habe die französische Regierung anerkannt.

fliuetgenyretfe. Geschäfts-Anzeigen Meile 15 «tennia. itamtlten-iliueiflen öeüe 15 Pfennig Kleine Anzeigen das Wort 21/, Pfennig. Reklamen die Zeile 60 Pfennig Oneriaebndr 10 Pkennia (6ei Zusendung der Offerten 2n Pfennig). JtecbnuBa8' feträae llnd innerbalb S Taaen w bezahlen. Maßgebend ist 6er Kurs desZablungs- toges Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen «rttetgen forotc für Aufnabmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mt besonders schwierigem Satz 100 Pro,ent Aufschlag. Druckerei f Schla»tboiktr 28/^ Geschäftsstelle: Köln.Strabe5. gegenüber SerSoobrftrafie. Fernsprecher 0nl u.

Berlin, 17. Dezember.

Besprechungen der Parteiführer mit dem

Dte Kaneler Neuesten Rachrichten ertcheinen wöchentlich sechsmal nachmittags. Der Avonnemenisoreis beträgt für den Monat 2.- Mk. bei '»eter Zustellung ins Saus, in der Geschäftsstelle abaebolt 1.80 Mk Durch die Po» monatlich iWi . ausschließlich Zustellunasaebübr. Verlag und Redaktton Lchlachidotnrahe 28/30. Fernsprecher 951 und 952. Für unverlangt eingesandte Beitrage kann dte Re­daktion eine Verantwortung oder Gewähr tn keinem Falle übernebmen. Ruck- tablung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnunasmatztger «teferuna tft ausgeschlossen. Postscheckkonto Frankfurt a. Matn Nummer 6380.

Hochspannung tn den Vaeteten.

Berlin, 17. Dez. (Pr.-Tel.) Die gestrigen Frak­tionssitzungen hatten zunächst mehr internen Charakter. Aus den Mitteilungen des Deutsch­nationalen Dr. Winckler ging hervor, daß mit ei­ner schnellen Lösung der Krise n i ch t zu rechnen ist. Schließlich wurde eine Kommission eingesetzt, die die Unterhändler für die Verhandlungen über die Regierungsbildung bestimmen soll. Die demokratische Fraktion gelangte ohne for­mellen Beschluß einheitlich zu der an anderer Stelle mitgeteilten Auffassung. Heute wird das Zentrum und die Deutsche Volkspattei zu ihren entscheidenden Sitzungen zusammenkommen.

Stresemann soll das Kabinett bilden.

Bedenkzeit bis heute Abend.

Berlin, 17. Dezember. Der Reichspräsident empfing heute mittag den Reichsminister des Aeutzern, Dr. Stresemann, zu einer längeren Aussprache, in deren V- rlanf er ihm dieRegie- rungsbildung anbot. Dr. Stresemann hat sich feine Snt cheidung bis heuteAbend Vorbehalten

Wie wir ivohnen.

Deutsches Haus und deutsche Seele.

Von

Julias Maier-Gräfe.

3u der mit t cm neuen Aufschwung der Dau. tätigten wieder lebhaft erörterte t Frage des modernen Ba >- und Woonnngsftlts» nimmt der gekannte Atchitekt und Knnfthistotiler in (ob denden geistvollen Apercus Stellung,

Das wichtigste Wort hat hier wie bei unserer Kleidung der Ort, wo wir leben, zu sprechen. Der Japaner kam zum Holzhäuschen, weil die häufigen Erschütterungen seines Erdbodens keine festen Mauern gestatten, und der Ameri­kaner baut dreißig Stock hohe, mit unseren Baumaterialien unmögliche Paläste, nicht nur weil der Wert des Bodens seiner Städte höher als der der unseren ist, sondern weil der natür­liche Reichtum seiner Erde an Erz und die denk­bar leichte Möglichkeit, das Metall daraus zu gewinnen, zur wesentlichen Verwendung der E i» se nko nstru kti o n trieben.

Nahrung, Klima und Zeit sind also wesentlichere Kulturbedingungen, als alle künstlerischen Ideale. Statt dessen hat man satt zwei Menschenalter allen anderen Einflüs. sen, nur nicht denen der Natur des Ortes, der Zeit zu folgen gesucht. Am hartnäckigsten wehrte man sich gegen die Zeit, und wenn es nicht in al­ler Entwicklung einen Augenblick gäbe, wo stch die Veränderungen auch gegen den Willen der Beteiligten vollzieht, säßen wir heute noch, und wer weiß wie lange, in diesem Kunterbunts unechter Stile, in dem alle Epochen vettrc» tcn sind mit alleiniger Ausnahme der unserigen. Nur wo es dem Leibe an merkbarer Beguemlich- teit gebrach, durfte der praktischere, moderne Geist eingreifen. Obwohl Berlin die be­quemste, bestorganifierte aller Städte ist, fallt es vor allen großen Städten durch den Mangel ausgesprochenen Charakters auf, so ist die Berliner Wohnung die am wenig- sten persönliche unter allen. Sie ist im ^nnern einförmig wie das Londoner Squarehaus, aber anspruchsvoller: sie glänzt im Aeußeren an fal­scher Pracht, die störender auffällt als Armut, und bringt verkehrte Vorstellungen ins Innere, in dem der imitierte Möbelprunk durchaus am Platz ist. Der aber zeigt genau

wiewir nicht wohnen sollen, zumal wir Deutschen nicht. Ist es nicht krasse Ironie, daß wir, das Volk, dem die G r a d h e i t im Blut liegt, einen solchen Plunderim eige­nen Hause dulden! Was haben wir mit bett Gipsenglein venezianischer oder französischer Herkunft, die bis zum Ueberdruß unsere Gesim­se verunzieren, oder mit den pathetischen Damen in den bunten Glassenstem unserer Treppenhäu­ser gemein? Ich sage nichts gegen den Lurus. Rur muß es wirkliche Pracht im Adel des M a t er ia l s und der R e i n h e i 1 d e r F o r m fein, nicht geschminkte Vergänglichkeit

Die Putzarchitektur unsere Mietswoh- nungen ist eins der wesentlichsten Hindernisse, die sich dem Einzug der modernen Zeit in unser Haus entgegnstellen Denn an diesen Wanden, unter diesen Decken können gediegne Möbel, dis­krete, geschmackvolle Gebrauchsgegenstände un- möglich zur Geltung kommen. Selbst wenn der Wille da ist, verbindet er sich nicht mit der Mog- lichkett, das ganze Haus neu zu bauen, was heut- mtage ein Vermögen erfordert. Hat man die Hauptsache, ante Wände, so bestimmt deren Ver­hältnis das Mobiliar, abgesehen von seinem Gc- brauchswett. Unsere Zimmer, die viel größer sind als die der Engländer und Franzo­sen, verlangen schon deshalb eine ganz andere Dekoration und anders Mobiliar. Deshalb war die Einfuhr der zierlichen englischen Mö­bel, so manche guten Folgen, sie auch für b« Entwicklung unseres Geschmacks gehabt hat, doch wohl ein Irrtum: wir passen nicht recht z« die­sen gebrechlichen Stühlchen, bie in unseren Rau­men wie Pnvpenmobel aussehen. Was wir brauchen, können wir uns nur selbst schaffen. Daran haben sich endlich unsere Künstler er. innert In Münch en begann die Bewegung: Eckmann, Obrist, Riemenschmid, Pankok, En- dell, Behrens, Helbig und Haiger waren die er« : sten. Vielerlei ist die Art dieser Künstler, vieler- : lei Art die Dinge, die sie machten. In einem

Punkt begegnen sie sich: in dem Bestreben, spezifisch deutschem Charatter entgegenzukommen. Das Mittel mag uns manch- mal fremd.erscheinen und das ist natürlich, da wir in unseren Häusern so sehr der künstleri» schen Mittel entwöhnt sind der Zweck steht uns immer nahe. Er ist es auch, der uns über die noch unverkennbaren Mängel an den neuen Dingen hinweahilst. Andere Länder mögen uns , bereits voraus sein und in dieser oder jener

Branche bessere Erfolge haben; einen Vorzug können sie den unseren nicht nehmen: bett, für

Reichskanzler nennen werde. Die Links­presse schreibt heute, es wäre sicher, daß das Kabinett Marx wiederkehre.

OTccO lange kein Ende 6er Krise.

Berlin, 17. Dezember. (Eigene Drahtmel- onng.) Bei Abgang des Berichtes rechnete man allgemein damit, daß die Regierungskrise in ab­sehbarer Zeit nicht gelöst fein wird. Nach der Auftragserteilung zur Kabinettsbildung wer­den vermutlich Verhandlungen und das Kom- promiffeln zwischen den Parteien erst einsetzen, znmol die Deutschnationalen die Neuwahl des Reichspräsidenten schon vor Ablauf seiner Amts­periode betreiben. Man rechnet heute damit, daß das Zentrum eine aktive Teilnahme an einem Rechtsblock ab lehnt und eine neutrale Haltung gegenüber einer Minderheitsregierung der Rechten von deren außenpolitischem Pro- gramm abhängig machen wird.

Sie bekennen Farbe.

Die Parteiführer beim Reichspräsidenten.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 17. Dezember.

Der Empfang der Parteiführer beim Reichspräsidenten wurde gestern durch den Reichstagspräsidenten Wallraf eingelei- tet. Nacheinander hörte bet Reichspräsident bann die Führer der übrigen Parteien an. Völkische und Kommunisten als nicht staatserhaltende Parteien waren von dem Empfang ausgeschlos­sen. Es verlautet, daß der sozialdemokratische Fraktionsvorsttzenbe Hermann Müller dem Reichspräsidenten gegenüber den Standpunkt vertreten, daß es dem parlamentarischen Prin­zip nicht widerspreche, eine

andere als bie stärkste Fraktion mit brr Regierungsbildung zu beauftragen. Ei- ne klare Stellungnahme hat der damokratische Führer Koch genommen, der erklärte, baß nur bie große Koalition bem in ber Wahl zum Ausbruck gekommenen Willen des Volkes entspreche. Seine Pattei sehe sie als bie einzige Regierungsmöglichkeit zur Fortführung ber bis­herigen Außenpolitik an. Die Ze n t r u m s s u h- r e r gaben Erklärungen ab, betten zu entnehmen tft, daß das Zentrum wohl am heutigen Mitt­woch mit großer Mehrheit den Beschluß fassen wird,

nicht an einer Regierung der Deutschnationalen teilznnehmen.

Geschieht dies, dann dürfte auch der Versuch, den Bürgerblock zu bilden, fehlgeschlagen sein, und dadurch ist bk Möglichkeit, daß trotz alledem die (leine ober bie große jtoaHtlon er­neut ausersteht nicht von ber Hand Au weisen.