Kasseler Neueste Nachnchtm
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
Nnnn er 294.
Einzelnummer 10 Pi Loniitan« 15 Pf
Sonntag, 14. Dezember 1924.
Einzelnummer 10 Pf SnnntnaS 15 Pf 14. 5^btgNNg
Hande weg von der deutschen Reichswehr!
2a oder nein!
Das Liebeswerben um die Regierungsehe.
Die Millionenstimmen der Wähler sind lange ausgezahlt, die Parteiliche aus den Reia,s- und Landtagsbühneu verteilt. Und wenn die unselige deutsche Parteizersplitterung nicht Ware, wüßten auch wir längst, wo unser Wetzen blüht. So aber hat erst einmal wieder, wie schon so ost, das große Feilschen um die Hauptrollen im Staatsdrama hinter der szene an gehoben, dieweil nicht bloß Parkett und Trtb..- nen, sondern ein ganzes Volk in fieoerhaster Spannung des ersten Auftritts vor dem Vor- & harrt. Die Presse- und Parteicköre aller tierungen sind mdes beflissen, des Theater^ Rund nach allen Tiefendimensionen abzufchrell- ten und das Gegen- und Miteinanderspiel der Hauptakteure in feierlichen Hymnen auszudeuten. Im allgemeinen natürlich müßige Rechenexempel, die der Gang der Ereignisse achtlos zur Seite schiebt.
Dreierlei Tatsacken haben sich bis jetzt aus dem Rätselraten herausgeschält: Eine tragbare Regierungsmehrheit besteht weder für einen reinen Rechts- noch für einen solchen Linksblock, ebensowenig wie noch nne Koalition der Mitte (Zentrum, Deutsche Volkspartei, Demokraten) möglich scheint. Denn über die absolute Regierungsmehrheit der 493 Abgeordneten von 247 Stimmen verfügt nur der Bürgerblock (mit den Deutsch- nationalen. Volkspartei und Zentrum als Hauptparteien, zusammen 267) und die wge- nannte große Koalition (ohne die Deutschnationalen, aber mit Demokraten und Sozialdemokraten, zusammen 296 Mandate). Daß der Außenminister Dr. Stresemann jedoch nicht gewillt ist, aus diese .Koalition einzugehen, Hai der auf sein Betreiben erfolg e Rücktrittsbeschluß des Kabinetts klar beleuchtet, »ein Ziel ist zweifellos, wie es ihm schon vor der Auflösung vorschwebte, aus ein Zusammengehen mit den Deutschnationalen gerichtet. Auch das Zentrum saemt ,ich gegen diesen Rechtsiurs, Wie Dr. Marx m einer Unterredung dura blicken ließ, nicht ernstlich zu sträuben. Wenn man seine unentichtedene Hal- tuna als ein bedingtes .Ja" au faßt, dann dürfte mit ihm freilich das Zentrum von den Deutschnationalen Kompromisse fundamentaler Ramr sich ausbedingen, auf- die einzuaeben wiederum im rechten Lager Neigung besteht.
• das sich dadurch vor ganz neuen Aufgaben gestellt sieht. Die sich von Stunde zu Lttmve mehr aufbellenden Ausblicke auf eine Rechis- regiernng dürften eine zwangsläufige Entwicklung auch im Landtag zur Folge haben wo die bürgerliche Mehrheit 20 Stimmen beträgt.
Im Ausland hatte man nach den ersten groben Wahlergebnissen (namentlich in Frankreich. Italien, Amerika) ausgeinbelt, da sie mit dem starken Anwachsen der Linkspartei >hr Schäflein (Dawesplan, Reparationen, Genf usw ) im Trockenen wähnten. Jetzt hat wie von vornherein in England, die Wesentlich michter- nere Ausfassung Platz Gegriffen, daß zwar wcd" nach innen, noch nach außen eine Erschütterung der StetigkeitS- und Vertragspolitik zu erwar- ten, aber nach einer Neuorientierung doch ous Herriots politische Impulse starke Ruck- Wirkungen zu befürchten seien. Die Pariser Rechtspresse brüllt schon jetzt nach Beibehaltung der Faustpfänder, die Deutschland allem zum Zahlen zwingen könnten.
Jedoch: Ausland hin, Ausland 6er 23:t smd noch immer ganz und gar aus uns leit st gestellt unb da sollte es uns letzten EndeS wenig anfechten, unter welcher Flagge unr durch lws dunkle Leidenstal deuttcher Geschichte wandern müllen. Hindurch müssen wir um jeden Preis, hindurch durch den siebenfachen Stacheldrah. von Versailles, hindurch durch die Fallgruben der Reparationen unb DawesplaneS, hindurch auch durch die Sümpfe der Geld-. Arbeits-, MohnungS», Lebens» und aller Rote, in die unS die Nachkriegs, und Inflationszeit bo- denloS gestürzt hat. Brecht nun die Brucken nicht ab, von Mann zu Mann, von Volk zu Volk, wenn nicht Eure Karben am Regiermigsmast gebißt, nicht Euere Thesen an die RetchsmzS- pforten geschlagen werden. Grschloifenhe it tut beute mehr not als damals, denn Nirgends steht der Feind als an oen Grenzen, als hei im dem scheu Land unb als tief . . . in Eueren Herzen Wie sollen Rhein und Ruhr frei «erben, wenn nickt der deutsche Racken stets ble.br? Wie sollen die phantasttschen Goldmilliarven für die Rachen der ©iegerftaaten aufgebracht wer- ‘. en, Wenn nicht durch schwieliger Hande unb heller Köpfe Werk? Amerika Cafar Mussoltm, der große Baldwin - sie bestehen alle, -em edlen SSvllock ebenbürtig, aus Ihren Schein. Ja, selbst untereinander liegen sie sich schon wegen der Kriegsschulden und bei deutschen Blut- xeldis in den Haaren. Weiter: der über unsrrr
verdammten Häupter schwebende Fluch der Schuld am Krieg, ist noch nicht von uns genommen, die Bölkerbundentscheidung brennt un- auf den R igeln, das Joch der Militärkontrolle muß fallen, bie Abrüstungsidee der anderen mobilisiert werden, von den täglich wechselnden
Reichswehr und Aeichsregierung.
Eine Abwehr und eine unentschiedene Schlacht.
Dom nächsten Montag ab ohne Regierung / Dt- Führer beim Kanzler Wie wird sich das Zentrum entsche-oen? / Alles um.die Deut chnationalen GSjjlrrS Schwaben trsich» in Kopenhagen / Unser verlorenes Danzrg.
Berliii, 13. Dezember
Der RücktrittLbeschlutz d>s ReichskabineliS ist dadurch verschärft woroen, Satz da-z llückirittsge- such bereits zu Beginn der nächsten Woche dem Reichspräsidenten unterbreitet werden soll. Die gegenwärtigen Rcgiellmgs- parteien stehen fedoch auf dem Standpunkt, daß die ReichSregierung noch solange im Amt bleib:u mutz, bis die R e g i e r u u g 3 u e u b l 1 d u u g gesichert ist. Infolgedessen w'td wohl der Reichs kanzler Dr. Marx die Stellungitahme der Pa>- teien abwarten müssen, ehe er mi: seinem Kabinett bemifficnicren tonn.
* *
Wo dk u,. - eben.
Berlin, 13. Dezember. (Privattelegramm.) Der Reichskanzler hat bie Führer der bisherigen Koalitionsparteien zu einer ersten Besprechung empfangen. Der Kanzler betonte, daß er persönlich an der
Bildung einer Rechtsregierung nicht Mitwirken könne. Mit den Wahlen habe das Volk seinen Willen bekundet, im Sinne der bisherigen Politik weiter zu regieren. Im .Uttzenpotttischen Interesse hält der Kanzler eine einseitige Erweiterung der Regierung nach rechts für untragbar. In der Aussprache lehniei bie Demokraten eine «ewiliguna an einer Rcchtsregierung unbedingt ab. Der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Scholz erftärte, daß sich seine Partei nur an einer Regierungsbildung auf rein bürgerlicher Grundlage beteiligen werde. Die Zentrumsführer sonnten noch letnerfei bestimmte Erklärung abgeben. Später empfing der Kanzler bann die Führe» der Deutschnationalen zur Aussprache.
Gegen falscheN Leumund.
Ges.ler schlagt sick füt feine Reichswehr. (Eigene Trahtmeldung.)
Kopenhagen, 13. Dezember. Reichswehrminister Dr. G e tz l e r hat einem Berliner Pressevertreter in Kopenhagen im Hinblick auf Deutschland angebliche Nichterfüllung de» Abrüstungsbestimmung en, über die Oberstleutnant Lasso» sich nusgelaffen hatte, erklärt: Der Schluß des Atük ls ist richtig, datz das deutsche Heer auch ni ch t mit bet geringsten Aussicht auf Erfolg einen Krieg gegen Frankreich führen kann. Droh aller bitteren Enttäuschungen wurzelt der Gedanke der europäischen Gemeinschaft KU fest int deutschen Volke, als datz es einen Krieg herbei- sehnte. Wir haben das schwere Opfer gebrockt, unsere Waffen , u zerschlagen und unser Heer auf 100 000 Mann zu verringern. Wm° über die angeblichen Rüstungen Deutschlands verbreitet wird, *
gehört in das Reich der Fabel.
Wir hätten bei unserer Finanzlage auch gar nicht das Geld zu einer groben Rüstung, denn auch die deutsche Industrie kann sie nicht umsonst liefern. Uns ist die Zahl der Offiziere, die im Ministerium zu arbeiten haben, Borge- schrieben. Herr Läsion fleht in der Tatsache, datz einige Offiziere ,u den DivisionSstäben kommandiert sind, die Errichtung von vielen Heinen Kriegsakademien. Für solche MSalich feiten bestehe jedoch nur sehr geringe Aussicht. Bezüglich des LandeSvermeflungZ. und des ReickSarchivs rate ich Herrn Laffom, die AuS- ftelluna dieser Behörde sich ani.usehen. Datz die Nuiver sitsten Studenten und Lehrer zum Heere beurlaubt haben, damit Re ausgebildet würden, ifl nickt wahr Die Bedingungen, zu denen die Soldaten sich verpflichten müssen, haben bis fetzt verhindert, datz der Svllbestund von 100 000 Mann jemals erreich: ist Irgendwelche Beziehungen zwischen der Polizei und dem Heere besteh"" nickt. Nun die Was- fenfrage. Was bedeutet unsere schwache Bewaffnung gegen die
überwältigende Rüstung, die Frankreich trägt?
Nichts; Die Generalinfpektion, der Deutkchland zur Zeit unterworfen ist, hat übrigens noch keine Waffen festgestellt, dii^nicht ja- gelassen sind Datz die ManneSzucht. die in der Reichswehr herrscht, anerkannt wird. bar.
auf bin .ck stolz und Ich kenne keinen Artikel der Berti agts von Bersii'lles, der das verbietet, daß wir die Geschickte unseres Vaterlandes ehren, sollte uns niemand verargen.
Die Gch!acht im Zentrum
Gegen den Bürgerblock.
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin 13. Dezember.
Reichskanzler Dr. fOiarx ha» einem Pressevertreter gegenüber die Bildung einer Bürger- blockn giernng abgelehnt Wenn es dem rechten Flügel des Zntrums, der un er Stegec- walds Führung stellt, nickt gelingt, in letzter Stunde noch das Ueberqewicht zu erlangen, d nm ist schon jetzt d-e Bildung einer
Rechtskoalition ernsthaft in Frage gestellt.
Mit der Dersicherung wohlwollender Neutralität vom Reichskabinett gegenüber will man offenbar Dr, Stresemann die Kanzlerschaft »ufbürden um die volle Verantwortung für alle Komplikationen auf ck« abzuwälzen. Die führenden volksparteilichen Kreise fönnen sich der Auffassung d-S Zentrums, daß die Hinzu- zirhiiitg der D e n t s ck n 111 o „ o l e n zur Re- ginung eine wesentliche Slenberung des bisherigen Regierungskurfed hrrbeifnhren würde, nicht anscklietzen Man hofft vielmehr, datz n fj reiflicher Ueberlegnng die
Mehrheit des Zentr—ns sich für die Recktskoi.ution
ntscheidet und dadurch *ie gegenwärtigen Koin- nlikotionen wieder beseitigt werden können. Entscheidende Zentrumsbefcklüf e dürften der Mittwochsitzung der Zentrumsfraktion vorbehalten bleiben. Rach der gestrigen Eittä- rnnq des Kanzl-rs hat sick ter Schwerpunkt noch mehr als bisher aufs Zentrum verschoben.
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Die Taktik im Landtag.
Berlin, 13. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Die Zentrumsfraktion des preußischen Landtages hat sich in einer gestrigen Sitzung mit der Hinzuziehung der Deulschnatio- nalen zur grof'm Koalition bedingt aus»e- sprochen. Die Linkspresse meldet das. Gegenteil
Armes Danzig!
Polens Freunde int BölkerbundSrat.
Rom, 13. Dezember. (Eigener Drahlbericht.) Der BölkerbundSrat behandelte gestern neun Danziger Fragen. Die Zollfrage wurde trotz des Einspruchs des Präsidenten von Danzig vertagt. Zu dem Antrag Polens auf Errichtung einer polnischen Eisenbahndirektion in Danzig soll ein dreigliedriges Juristenkomitee ernannt werden, das diese Rechtsfrage begutachten soll. Weiter erhält Danzig das Recht,
unter Führung Polens
selbständige Delegationen zu den internationalen Konferenzen zu entsenden. Aotzer- dem wird Polen das Recht zuerkannt, in gewissen Fällen auch Danziger Staatsangehörige aus polnischem Gebiet auszuweisen, obwohl vor Präsident deS Freistaates, Dr. Sahm, dagegen einwendete, datz die Sachverständigen die zwischen Polen und Danzig bestehenden Verträge nicht berücksichtigt hätten. Zum Schluss erklärte der Lälkerbundkommissar MaeDonnell, eS wäre wünschenswert, dass die Regierungen beider Staaten sich künftig sofort nach seinen Entkchei düngen an direkte Verhandlungen begeben, bevor sie ihre Berufung beim Völkerbund eln- reichten. Präsident Sahm erwiderte, seine Auf gebe sei die
Wahrung der Interessen des Freistaates
wie sie ihm in den Verträgen zugestanden wurde. Heute dürfte die Schlusssitzung de§ BölkerbvndrateS stattfinden.
neueren Wirtschaftsnöten ganz zu fditoeigen. Tie Herren in Berlin werden ihre Parteiimer- essen hinter bie des SatertanbeS stellen und taub ein müssen nach den langen Reben, wenn das Volk an Leid unb Leben nicht Schaden nehmen soll. F.B.
Landwirte in Not.
Die Lage in Kurhessen bedrohlich.
Die Lage der kurheffischen Landwirtschaft wird von Tag zu Tag bedrohlicher. Der größere Teil der Getreide- und der Kartoffelernte ist infolge der Wetterkatastrophe berieten; ber Rest des Getreides ist fast u n- verkäuflich, weil die Mühlen das hier gewachsene Getreide als minderwertig überhaupt nickt nehmen. Auch völlig einwandfreies Getreide aus dem hiesigen Bezirk begegnet der gleichen Abneigung und ist nur schwer zu verwerten. Der Gesundheitszustand des Viehes wird infolge der schleckten Qualität des Futterstrohes, der Spreu und des Grummets sowie des zur Verfütterung gelangenden Getreides immer schlechter In einzelnen Wirtschaften gehen die Tieke in erschreckender Zahl zu Grunde, was mangels erkennbarer anderer Ursachen auf die schädlichen Wirkungen des Futters zurückgesührt werden muß: in allen Ställen bleibt die Produktion an Milch und Fleisch zum Schaden des Landwirtes erheblich zurück.
So besagt eine gestern vom Vorstand der Kasseler L a n d to i rt sch a f t s ka mmer gefaßte Entschließung. In dieser heißt eS weiter: Bei dieser Sachlage fehlen dem Landwirt fast jegliche Barmittel, um die laufenden Ai - aaben der Wirtschaft zu bestreiten. Es ist füi ihn von unheilvollster Wirkung, datz er nicht in der Lage ist, sick Kredit zu einem tragbaren Zinsfuß zu verschaffen. Aus kurze Zeit konnte dem Landwirt zugemutet werden, einen Zins von 12 uno 13 Prozent und noch darüber aufzubrin- aen, auf die Dauer ist er hierzu außerstande. Es erscheint daher unbedingt erforderlich, daß sofort der Zinsfuß für die Rentenmark- und Erntebergungskredite auf höchstens 6 Prorent berabgesetzt wird und daß dem Landwirt außerdem die Möglichkeit gegeben wird, sich den nötigen Realkredit zur Wiederinstandsetzung feiner Wirtschaft zu beschaffen Insbesondere muß erwartet werden, daß sobald als möglich die ges-.tz- licken Maßnahmen getroffen werden, um im Anschluß an die Rentenbank ein Kreditinstitut zu schaffen, welche? den besonderen Verbältnisien der Landwirtschaft anaenaßt und an dessen Verwaltung die Landwirtschaft in ausschlaggebender Weise beteiligt wird. Der Vorstand der Landwirtschaftskommer kann es nicht ver- steben, daß diese so überaus wichtige, dringlichste Ausaabv ihrer Lösung immer noch nickt zugeführt ist und fordert angesichts der großen Notlege der hiesig-n Landwirtschaft schnellste Hilfe, da sonst zahlreiche landwirtsck astlicke Betriebe zum Erkieg.'n kommen müssen.
Sfeuerfranrn.
Die Steuerlasten der Handelsvertreter.
Die steuerliche Belastung der Handelsvertre- ter wird allgemein, nicht allein in den Jnteres- sentenkreisen, als ungerecht empfunden. Wie bei der letzten Tagung der Handelsvertreter festge- stellt wurde, ist die Einkommensteuer, die vor dem Kriege 1 bis 6 v. H. betrug, jetzt auf 10 v. H. gestiegen. Eine Abwälzung der Steuerlast auf die Fabrikanten oder Konsumenten ist bei der Sonderart der Tätigkeit des Handelsvertreters unmöglich: denn seine Arbeit besteht nicht im Einsetzen eines Kavitalfaktors, sondern in der Betätigung von Intelligenz, Tüchtigkeit und Ausdauer. Durch Verhandlungen mit den Finanzbehörden sind wichtige Erfolge, besonders Stundungen und Erlasse erzielt. So kann der Handelsvertreter jetzt 33% v. H. für Spesen in Abzug bringen.
Durch Erlaß des Reichspräsidenten, der sich in der Hauptsache auf die Umsatzsteuer und Eiu- kommensteuer-Borauszahlungen bezieht, ist die Umsatzsteuer auf VA v. H. ermäßigt worden. Ueberganasbestimmungen sind noch nicht erlassen. Die Handelsvertreter, die ihre Umsatzsteuer monatlich entrichten, können den ermäßigten Satz zum ersten Male bei der am 10. Februar fälligen Zahlung für die Provisionen des Monats Januar anwenden.
Dagegen wird durch Art, 1 der Verordnung vom 10. November den Handelsvertretern ein neues Steuerunrecht angetan. Danach erstrecken sich die Ermäßigungen bei den Vorauszahlungen gemäß 4, 5 und 12 der zweiten Steuernotverordnung, die die VorauSzablungen nach dem Reineinkommen bemessen. Mithin fallen die Einkommensteuer-Vorauszahlungen der Handelsvertreter nickt unter bie Ermäßigung, da die Prvvisionseinahmeit kein reiner Einkorn-