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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Sonntag, 7. Dezember 1924.
Nummer 288. Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf
Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf 14. Z^htgaNg
Wer soll Deutschland regieren?
D'chl ümÄiel.
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Nnzufriedenheit und Empörung, die geg> immer mehr sich ausbreitenden Einfli
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Für die Einberufung des am Sonntag neu- zuwählendcn Reichstages hat man den 4. oder 5. Januar ins Auge gefaßt. Es ist aber durchaus wahrscheinlich, daß die Regierung wegen der Mitte Dezember einsetzenden großen außen politischen Berhandlungen über die Räumungsfrage und die Militärkontrolle sowie auch wegen der Dringlichkeit der handelspolitischen Verhandlungen den Wunsch geändert, daß der Reichstag noch früher zusuinmentritt.
Das Bo» spricht.
WaS wird der 7. Dezember bringen? tEigener Informationsdienst.)
bürgte, aber von Frankreich hintertriebene Befreiung deutscher Lande, der Todesstoß gegen die Kriegsfchuldlüge, oie Lebensfrage des Völkerbundes, Abschluß der Handelsverträge mit
zen Mann und daS ganz langen. Denn was sollen nunq und Völkerfrieden, wenn am.eignen Mark der Todeswurm der Scheelsucht und Mißgunst,
extremen P weitet worden war.
Schon am 5. Januar?
Der Zusammentritt des Reichstags.
lEigener Drabtbcrich' l
Berlin, 6. Dezember.
streitenden Int er essen von Stadt und Land erstrebt, der durc
Wir London wellet,
Rotterdam, 6. Dezember. (Eigene Drahimel- dung.) Aus London wird gemeldet: Die Mehrheit der englischen Blätter bringt zum
Ausdruck, daß die deutschen Reichstagswahlen
, h a f t s f r i e d e n zugleich zu neuer Blüte verhilft. Das deutsche Volk braucht auch einen Reichstag, der die Regierung im entscheidenden Kampf gegen alle verfaffungswidrigen Bestrebungen und in der
Engländer und Franzosen herrschte, trieb ihm viele Anhänger zu, so daß es ihm allmähl-ch gelang, sich eine beachtenswerte Macht zu schaffen. Er konnte sich sogar im Fahre 1883 der Hauptstadt Kordofan El Obeid bemächtigen, und das ägyptische Heer unter Hicks Pascha am 3. November bei Kaschgil vernichtend schlagen. Seinen Nachfolgern gelang es jedoch nicht, die eroberte Machtstellung zu halten und im August 1899 wurden die Mahdisten von den Engländern bei dem nubischen Dorf Toski entscheidend geschlagen Durch Vertrag 'm Fahre 1899 wurde der ägyptische Sudan unter englische Schutzherrschast gestellt. Von da ab begann die völlige Unterwerfung des Landes Hier hat Lord K i Ich en er seinen Ruf begründet. Nach ihm wurde der S i r d a r, das heißt Generalgouv -r- neur des Sudans eingesetzt. England, das in den Krieg angeblich für das Selbstbestimmunzsrecht der Völker eingetreten ist, hat in Aegypten einer Willkür weitesten Spielraum gekästen. Fetzt ist es an der Zeit, zu zeigen, daß cs ihm mit seinen .Idealen" ernst ist
Wehe dem Reichstag, der neuen Regierung, der ibie erste und vornehmste Ausgabe nicht gelingt, der in blindem Parieihader gegeneinander treibenden, sich zu Grunde richtenden Nation wie- dtr die großen, ihr eingeborenen, zu neuer Gemeinschaft aussöhnenden Lebensziele einzupflanzen, die heute mehr als jemals den gan« ““ - * - !c Deutschland ver-
«ns Völkefersöh- m am. eignen Mark
und werden sich auch die lautesten Rufer im Streit einig sein (sonst mögen sie sich an dem einen guten Vorbild Frankreichs ein Beispiel nehmen, das sich vom Anarchisten bis Poinea- risten um die Trikolore schart), daß das Gezänk um Farben in diesen ernsten Tagen verstummen muß, wenn die Regierung freie Hand und ihr Gc wicht nach außen wahren will. Denn Waffen- und wehrlos werden, auch die neuen, Männer, den furchtbaren Kamps um Deutschlands Rehabilitierung und Weltgeltung durchsechten müssen. Nur die Eingeweihten wissen, was aus dem Spiel steht: Die uns ver-
vorläufig als überwunden gelten kann und daß die nächsten vier Jahre die Durchführung der politischen Probleme erfolgreich vor sich bringen wird. Die Parteizeitung des Zentrums, der Demokraten und der Sorialdemo- fraten erklären heute, daß es nicht ausgeschlossen ist, daß die a l t e W i r t h's ch e K o a t i i i o n wiederhergestellt wird Nm diese Möglichkeit zu vernichten, entfalten die Deutschnationalcn eine gesteigerte Propaganda. In politischen Kreisen Berlins rechnet man damit, daß Marx erneut mit der Bildung des Kabinetts aller Wahrscheinlichkeit nach beauftragt wird.
Verschwörungen eenen Vie Sncftsinder.
London, 6. Dezember.
Die ägyptische Regierung hat tue Auflösung des Parlaments beschlossen. In London hat die Nachricht des Oberkommiffars, daß die ägypti. scheu Extremisten beabsichtigten, Attentate auf hervorragende englische Regierungsmitglieder auszuführen und daß fie öffent-
Heber alles in der Welt.
Eine Sonntagsepistel zum Wahltag.
Noch fäumft und schweig'! du, sinnst et ’ freudig Werk- Tas von dir zenge, sinnest ein neu Eebild, Das ein ig, rote du seiber, das aus Steue geboren und gut, rote du, fei. Hölderlin
Noch einmal werden morgen den ganzen ersten heiligen Weihnachtssonntag hindurch dumpf die Werbetrommeln und -Hörner brüllen: Fast dreißig Millionen Wähler und Wählerinnen (hoffentlich gibt es diesmal nicht mehr Säumige als im Mai) werden an der Wahlurne über des deutschen Volkes Wohl und Wehe entscheiden. Noch einmal werden am morgigen Tage Siegesjubel, Kampsgeschrei, Haßgezeter >äh ausbranden und in die Nacht Verhallen. Dann aber wollen wir Brüder und Schwestern, mit
Berlin, 6. Dezember.
Der Wahlkampf naht seinem Ende. In den Städten halten die Parteien große Demonstra- tionSkundgcbnngen ab, aus dem Lande wird mühevolle Kleinarbeit geleistet. Die letzten Kräfte werden angespannt, die letzten Mute! auf- geboten, um den Sieg zu erringen. Die Wahlbeteiligung wird ein? sehr große werden. Am Sonnabend sind in Berlin noch 38 Wahlversammlungen aller Parteien ein- berufen worden. Für den Sonntag sind in Preußen verschärfte Anweisungen an die Polizeibehörden gegen kommunistische Putschab- sichten angeordnet worden. Im Gegensatz zu dem Ruck nach rechts am 4. Mai spricht man jetzt allgemein von einem Rückstrom zur Milte. In den gut informierten politischen Kreisen rechnet man folgende Mandatsverteilung au8:
Zentrum 80 Mandate. Deutsche Volks- Partei 70 bis 75 Mandate, Deutsch- nationale 80 Mandate, Demokraten 30 biS 40 Mandate und Sozialdemokratie 100 bis 130 Mandate.
Das sind natürlich nur Mutmaßungen. Wenn die Deutschnationalen 80 Mandate behalten, so wild man keineswegs von einer deutschnationalen Wahlniederlage sprechen können, sondern nur von einer parlamentarischen Schwächung, die ihren Nachbarparteien zugute kommt. Gewinnen werden dagegen zweifellos die Parteien der Mitte. Interessant werden die Anlehnungs- versuche der Deutschnationalen an die Mittelparteien fein. Die Stärkung der Sozialdemokratie, die auf Kosten der Kommunisten erfolgt, wird auf der anderen Seite geeignet fein, die parlamentarische Stoßkraft von rechts durch ihr Gegengewicht erheblich zu fchwächen. Es ist schon setzt vorauszusehen, daß die Parteien der Mitte nach der Reichstaaswahl bemüht sein werden, aus Grund deS Bei den Wahlen erzielten Erfolges eine tragbare Regierungsmehrheit zu schaffen. In Regierungspreisen wird vorausgesagt, daß die Zeit der pari«-
zagten Recht behalten, es pnd wa Schlechtesten, die sich schaudernd Chaos abwenden und das »erbte______ _
ner Wiedergeburt für fähig halten? Oder sollen die Schieber triumphieren, die im Taumel der Genußsucht verprassen, was sie errafft, weil ihnen Egoismus und Sinnenlust als einzige Lebensgötzen Vorschweben? Gibt es keine Brücke, die die auseinander klafsenden Volkswelten überspannt, keine Ideen, deren Glut die zersprungene Volksseele zusammenschweiß:?
schweigendem Ernst und heiligem Schassens- küllen an die Arbeit gehen Der Worte fguter und häßlicher) sind genug gewechselt, nun laßt uns, gleichviel unter wessen Regiment, endlich Taten sehen. Das Volk hat gesprochen. Nun laßt uns des Volkes Wille heilig sein oder mit den mächtigen Waffen des Geistes feinen Sinn ändern und dorthin lenken, wo des Lebens Sonnen goldner strahlen. Oder soll dieser unwürdige Kampf, Brüder gegen Brüder, Banner gegen Banner, in dieser beispiellosen Schärfe, zum Hohnlachen der ganzen Welt, zur Verzweiflung der Besten des Volks, hoisnungs- los und erbittert weiter gehen? Sollen die Verzagten Recht behalten, es sind wahrlich nicht die *> von diesem
Münchener Mnhlgeiammei.
München, 6. Dezember. (Eigener Drahrbe- richt.) Am Freitag wurden in München nicht weniaer als 29 politische Versammlungen bei der Polizei zur Anmeldung gebracht. Neben dem völkischen Block, der mit sechs Versammlungen aufwartet, hat auch das Wahl- kcmitee der Nationalsozialisten und der groß- deutschen Volksgemeinschaft eine öffentliche Versammlung einberufen. In der Presse aller Parteien wird vor allem an das erhöhte Pflichtgefühl der Wähler appelliert.
Reichskanzlers letzter Appell.
Das deutsche Volk an der Wahlurne, lleberflüsfige Kandidaten / Rettet das besetzte Gebiet / Arbeit«- und Wirtfchaftsfriede Die Badenser und der deutsche Kanzler / Ein interessantes Rechenexempel / Auf zur Tat
Berlin, 6. Dezember. (Eigene Drahtmeldung) Die Verhandlungen mit den Vertretern des Ruherbergbaues haben auch gestern noch kein ' * Verhandlungen fallen
jedoch eine' so wesentliche Annäherung beider Parteien georacht haben, daß man hofft, die Verhandlungen noch heute, spätestens morgen, zu einem günstigen Abschluß zu bringen.
3m heißen Sudan.
Tropenklima, Baumwolle, John Bull.
In »en von E-g and yeitzumkampkten Enda«, den die »tzhpttjchen Bataillone Haden raume» mllssen, süh.en Die folgenden Lchicdc!ungen. Der Sudan ist eines der ausgedehntesten Gebiete Nord- und Zentralafrikas, er umfaßt eine Fläche von über fünf Millionen Quadratkilometern. Dian kann ihn einteilen in den West- sudan, den mittleren Sudan Der östliche Teil und eigentliche politische Sudan erstreckt sich über ein Gebiet von über zwei Millionen Quadrat- Kilometern, hat eine Einwohnerzahl von schätzungsweise zwei bis vier Millionen Einwohnern. Dieses Gebiet ist es, um das der Kampf um die Oberherrschaft geht. Der Untergrund des Gebietes besteht aus einem Granitgebirge, das in zahlreichen Kuppen an die Oberfläche tritt. Das Land ist im allgemeinen hügelig und weist im Westen ebene Flächen aus. Die Bergknppen steigen bis zu dreitausend Metern auf und eine Reihe von Flüssen bewässern das Land.
Die klimatischen Verhältnisse sind wesentlich wärmer als bei uns. Man kennt dort keinen Winter, und das Thermometer fällt höchstens bis aus o Grad. Es werden nicht tote bei uns vier Jahreszeiten unterschieden, sondern man teilt das Jahr in eine trockene und heiße Zeit vom November bis zum Mai und in :ine Regenzeit vom Juni bis Oktober ein, ole etwa Sommer und Winter bei uns entsprechen. Wah- tend der Regenzeit werden Flußniederungen 'ft zu fieberhauchenden Sümpfen. Das Land selbst ist noch von ziemlich primitiver Beschaffenheit An einheimischen Kulturpflanzen gibt es dort Reis, Bohnen, Erbsen und Poms. Später sind Bananen, Weizen, Mais usw. eingeführt Woxden, und vor allem die für den Weltmarkt beute so bedeutende Baumwolle deren Produktionssteigernng durch England so betrieben worden ist, daß schon im nächsten Jahre mit einer Ausfuhr von 60000 Ballen gegen 40 000 in diesem Jahre gerechnet werden kann. Die B c» völkerung des ganzen als Sudan bezeichneten Gebietes umfaßt sechzig bis siebzig Millionen. Sie setzt sich hauptsächlich aus einheimischen Negerstämmen zusammen, über die sich als Herren die Araber von Osten kommend, von Norden die Tuareg und von Westen die Fulde gesetzt haben, die zugleich bett Islam verbreiteten. Die Herrschaft der Araber besteht hauptsächlich in dem politisch unter dem Namen Sudan bezeichneten Land, so vor allem in Dar Für und Wadai. An Mineralschätzen kommen Eisen und Kupserer e häufiger vor. weniger bedeutend ist das Erscheinen von Gold, Blei, Zinn, Salpeter und Schwefel. Der Ackerbau bildet die Grundlage der nicht unbedeutenden Kultur des Sudans. Die
Feldarbeit wird hauptsächlich durch Frauen ausaeführt. Ter Handel ist bei der Primitivität der Bevölkerung nicht sehr ausgedehnt. Ein Haupteinfubrartikel ist das Salz: ausgeführt dagegen werden Baumwolle, Elfenbein, Straußenfedern usw Der Mahdi, das heißt dir Rechtgeleitete, ist eine Figur aus dem religiös-n Leben des Islams, die durch christliche Einflüsse im Islam lebendig geworden und als Glaubenserneuerer auszufaffen ist. Im Jahre 1881 gab sich für einen solchen Sendling Allahs \r Derwisch Mohammed Am cd aus und die
Karlsruhe, 6. Dezember. Der Reichskanzler erklärte in einer gestern hier gehaltenen Rede u. a.: Wer das Wahlrecht hat, hat auch die Pflicht, vernünftig von diesem Recht Gebrauch zu machen. Unvernünftig ist es aber, seine Stimme irgendeiner Splitterpartei zu geben. Das deutsche Volk braucht einen Reichstag, der eine Politik der friedlichen Verständigung unterstützt und der nicht zu außenpolitischen Experimenten drängt, die uns von neuem um das Vertrauen des Auslandes bringen, einen Reichstag, der die Interessen des in unlöslicher Scklicksalsgemeinschaft mit dem ganzen Deutschen Reiche verbundenen besetzten Gebietes zielbewußt vertritt, das
nie wieder zu einer Reparationsprovinz werden darf, der die steuerlichen Lasten gerecht verteilt durch Schonung der Schwachen und Heranziehung der Starken im Rahmen dcs Erträglichen, der unsere Sozialpolitik fort führt und, soweit es in seiner Kraft steht, den Frieden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, den Ausgleich zwischen den wider
strikten Wahrung der Staatsautorität unterstützt, der die Ehre und die Würde des neuen Deutschlands hochhält. Die Rede des Kanzlers erntete stürmischen Beifall. Landtags Präsident Dr. Baumgartner bat den Kanzler an der bisherigen Politik festzuhalten und sie zum Besten des deutschen Vaterlandes weiter zu führen, eine Politik der
Wahrheit, der Klarheit, der Ehrlichkeit, der Versöhnung und der Verständigung der Völker
untereinander so wie der Stände und Berufe im engeren Baterlande. Die Versammlung fang hierauf das Deutschlandlied.
keine wesentliche Verschiebung der Partei- verbältnisse ergeben werben. Bemerkenswert ist der Stand der Wetten bei Lloyd, bte gestern 2 zu 1 für Wiederkehr der bisherigen Regierungs - Zusammenstellung lauteten, nachdem noch am Montag für einen Sieg der arteten in Deutschland 3 zu 1 ge-
Frankreich. Italien, Orient usw.. nn Innern Preisabbau, weitere Steuersenkung, neue Lohnerhöhung. Schutzzoll, Auswertung, Börsen- und taufenb andere Reformen. Ankurbelung Wirtschaft, Industrie usw Auch diese Leuchtfeuer deutschen Wiederaufstiegs sollte niemand aus den Äugen verlieren, der morgen an die Wahlurne tritt, um über sich und seines Volkes Schicksal bas Urteil zu sprechen. F. R.
der Zwietracht und Verachtung nagt? Was sollen die Phrasen vom Wiederausbatt des Landes und der Seelen, solange einer den andern Landesverräter schilt, weil er mit ihm nicht am gleichen Strange zieht? Was soll das wilde Kampfaetümmel der allzufrüh in die politische Arena gezerrten Jugend, wenn ihr außer dem Parteidogma nicht auch, dies heilige Gebot cingedtilll wurde: „Trau auch denen da drüben das Beste zu, sie sind gleich guten Willens wie du, suchen es nur aus anderen Wegen." Als wenn nicht einer Mutter Brust uns gesäugt, unsere Lippen nicht einer Muttersprache Laute zuerst gelallt, als spannte nicht e i n blauer oder düsterer Himmel, nicht einer Heimaterde Teppich sich über und unter uns. Und gelten nicht die großen, ehernen Gesetzestafeln, die unsere Geistesfürsten im gigantischen Ringen aufgerichtet, heute noch und immer für uns alle? Kants kategorischer Imperativ, den ihm F r i e d r i ch der G r o ß e als „erfter Diener des Staates" vorgelebt batte den Nietzsche in seiner Sprache also formulierte: »Strebe nicht nach Deinem Glück, fonbern nach Deinem Werk", die unsterbliche Heilsbotschaft b$m Weimar: »Durch Arbeit und Selbsterkenntnis zur Vollendung und Harmonie mit der Umwelt" — sind das nicht die Siegeszeichen, vor denen sich der Erdball beugt?
Von ganzem Herzen weihen auch wir uns dem vaterländischen Feuergeist der neuen Jugend. Den Fluch unseliger Zwietracht aber, der sich an bestimmte Farben heftet, gilt es zu bannen, wenn anders wir und bte Welt an uns genesen soll. Der Flaggen st reit bleibt, man mag sich zu ihm stellen wie man will, für ein in Armut und Knechtschaft gesunkenes Volk tief beschämend und ohne Beispiel in der Geschichte, ganz abgesehen davon, daß er uns in den Augen ves Auslandes tief herabsetzt. Hier muß ein Wandel Platz greifen, der vorläufig nur in der Duldung AnderSfühlender bestehen mag Solange die offiziellen Reichs- färben schwarz-rot-gold sind, soll man in ihnen den großdeutschen Freiheitsgeist und Einigungswillen ehren, ebenso wie man in den Farben der Reichswehr, der R e i ch s nr a - r t n e und Handelsschiffahrt die schwarz- weiß-roten Symbole gelten lassen muß, unter denen das deutsche Kaiserreich erstarkte, siegte iutb ... verblutete. Darin jedenfalls müssen