Raffele« Neueste Nachrichten
Neues aus Kassel
ney meldet, befinden sich gegenwärtig Pläne für
fowie die Ernennnng von zum Oberkommandiecendcn
General Laidoner gut.
st r e i k s die Massen auf die Straße zu bringe». Der gestern inszenierte Putsch war jedoch innerhalb zwei Stunden vom Militär vollständig niedergeworfcn. Augenblicklich halten die Auf ständischen noch das Schloß Domberg besetzt Das Schloß ist aber von Truppen vollständig umzingelt. Auch sonst sind beinahe an fünfzig Tote zu beklagen, die bei den einzelnen Straßcn- kämpfen gefallen sind.
Und nod)-rate Itarhusius.
Wie sich Stresemann verteidigt.
Breslau, 2. Dezember.
In einer stark besuchten Versammlung der Deutschen Volkspariei ging Dr. S t r e s e m a nn auf die Angriffe ein, die Dr. Breitscheid in Freiburg wegen der Angelegenheit des Generals Nathusiüs gegen ihn gerichtet hatte. Dr. Stresemann erklärte es für völlig unwahr, daß der Botschafter v. Hoesch von Berlin leiner- lei Weisungen erhalten habe, zur Befreiung des Generals v Rathusius irgendwelche Schritte zu tun, ebenso daß der Botschafter tn Paris vergeblich auf eine Antwortnote von Berlin gewartet habe. Die deutsche Regierung habe im Gegenteil alles getan, um die Frerlas- su»tg des Generals v Rathusius zu erwirken, und sie könne es nur mit Befriedigm.g begrüßen, daß der französische Ministerpräsident die Begnadiaung des Generals v. Rathusius aus freiem Willen durchgcführt habe. Französische Vorschläge für Zug um Zug stattfindende Begnadigung konnte man nicht annehmen, da die deutsche Regierung die Verurteilung des Generals v. Rathusius als zu Unrecht erfolgt ansehe und sie deshalb nicht in dieser Form habe zur Lösung bringen können.
streitkräften des Heeres und der Mariue der Bereinigten Staaten im nächsten Jahre gleich- zeilig mit dem Besuch der amerikanischen Krregs- flotte im Stillen Ozean stattfinden. Man erwartet, daß mehrere andere Länder zusammen mit den Vereinigten Staaten hierbei Mitwirken werden. Bezugnehmend auf den Flug des Z. R. 3 von Deutschland nach Amerika erklärte Sir Keith Smith, in einigen Jahren werde es möglich sein, Reisende mit ihrem Gepäck von Sidney nach London oder Newyvrk in zehn Tagen für 160 Pfund Sterling zu befördern, und zwar mit der gleichen Pünktlichkeit der Eisenbahn und der Dampfer.
trachten seien. Zeugen zur Bekräftigung dieser Behauptung konnten beigebracht werden Die Minister für Unterricht und öffentliche Arbeiten haben demissioniert. Zum neuen Unterrichts- Minister wurde Ali Mashier Pascha ernannt. Auch die Lage unter den Studenten ist ruhiger geworden. Das dritte ägyptische Pattillon ist vom Sudan in Shedal eingetroffen. Besondere Vorsichtsmaßnahmen wurden zum Schutze des Premierministers getroffen Zwanzig Polizeibeamte haben den Auftarg erhalten, die von dem Premierminister benutzten Straßen zu bewachen. Alexandria ist von den Engländern wieder geräumt worden.
Reue Verhaftungen, Demissionen, Rückzug. (Telegraphische Meldung.)
Kairo, 2. Dezember.
Durch die Annahme der englischen Fordern», gen seitens der ägyptischen Regierung ist die Krise zum größten Teil als gelöst anzu- sehen. Die Verhandlungen dauerten mehrere Tage und sind in einem
ffi k Ypelm-v2! tel fldtt'
Rcwyork, 2. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Rewhorker Blättern zufolge be-rbnch- tigt eine Luftfahrt-Gesellschaft einen Zeppelin mit einem Rauminhalt von fünf Millionen Kn- bikfaß für den Handelsverkehr mit Europa zu bauen. Das Schiff soll eine Länge von tausend Fuß und einen Rauminhalt von fünf Millionen Knbikstiß erhalten und das erste einer ganz neuen Serie sein, die unter Leitung von Dr. Arnstein konstruiert werden. — Rach weiteren Berichten soll auch das Po>tministerium einen transatlantischen Postdienst planen.
Reben diesen drei Hauptbekehlsbabern steht etne ganze Anzahl kleinerer Größen, die angst r» BH .J^Eer Unabhängigkeit bedacht sind, im Konfliktsialle iedoch wohl oder übel mit dem erneu oder andern der .drei Großen- paktieren muffen. Wahrscheinlich ist, daß die Epoche der Revolutionen. Bürgerkriege und Umstürze m Echrna noch lange nicht zu Ende ist, sondern viel- lelchtErst richtig einsetzt. Aber ebenso wahr- scheinllch ist auch, daß in ihrer letzten Folge kein dauerndes Auseinanderfallen des Reiches der Mitte eintritt, sondern ein
neues 3ufamntcnfaffen und eine neue wirt- sckmstliche und politische Blüte.
im Still en Ozean in Vorbereitung. Die ersten Flüge werden wahrscheinlich von den Luft
Dte Vost tolrö billiger.
Herabsetzung der Fernsprechgebühren.
Berlin, 2. Dezember.
Rach einer dem Reichspostrat zugegangenen Vorlage ist im Auslandsverkehr eine Herabsetzung'der Gebühr für den einfachen Bries aus 25 Pfennige; für die Postkarte auf 15 Pfennig in Aussicht genommen. Für den P o stich e ck v e r k e h r «ist außer einer wesentlichen Ermäßigung der Zahlkartengebühr vorgesehen, daß die Gebühr für Barauszahlungen auf % v. T. des Scheckbetrages für bargeldlose Auszahlungen auf 1/10 v. T. ermäßigt werden soll. Ferner soll die Gebühr künftig aus 1 Pfennig abgerundet werden. Weiter wird beabsichtigt, die Wortgebühr für Telegram- m e im Fernverkehr von 15 Pfennig auf 12 Pfg. herabzusetzen. Ferner, soll auch im telegraphischen Verkehr eine Nahzone auf 75 Kilometer mit einer Wortgebühr von 8 Pfg. eingeführt werden. Die Wortgebühr für Ortstelegramme und Brieftelegramme wird auf 6 Pfg ermäßigt. Die
3m Nzoken-LiMexpreS
Sidney—London—Ncwyork in zehn Tagen. London, 2. Dezember. Wie Reuter aus Sid-
Eln Riegel gegen vrn Eindringung.
Rotterdam, 2. Dezember. (Eigene Drahrmel- dung) Aus Helsingfors wird gemeldet Infolge beunruhigender Meldungen aus Whborg hat die finnische Regierung die Grenze gegen Rußland gesperrt. Auch der Schisssverkehr unterliegt Einschränkungen.
Blutig niedergeschkugeu.
Russischer Bolschewistenputsch in Esthland.
(Eigene i. ahtnielDUnt.i
Helsingfors, 2. Dezember.
Im Kamps gegen einen Putsch bewaffneter Bolschewisten in Reval, die sich des Haupl- bahnhofes und der öfsentlichen Gebäude bemächtigen wollten, wurden etwa 18 Polizisten und Soldaten sowie der Verkehrsminister Kart erschossen. Die Truppen nahmen die Gebäude wieder. Der Belagerungszustand wurde proklamiert. Die Ordnung wurde wiederhergestellt. In den Provinzstädten ist alles ruhig geblieben. Die Verluste der Kommunisten sind groß. Etwa 60 Kommunisten wurden einem Standge- r i ch t übergeben. Um Mitternacht wird ans London gemeldet: Hier liegen Nachrichten uns Reval vor, wonach die
Anwesenheit regulärer russischer Offiziere unter den Aufständischen festgestellt ist. Zwei von ihnen, die dem dritten russischen Regiment angehöreii, sind fest genommen worden. Die Ruhe im Laude wurde angeblich wieder her- gestellt. Dagegen sollen die Aufständischen in der Grenzzone noch Widerstand leisten. - - Gestern nachmittag fand eine außerordent- llche Sitzung des Parlaments statt. Der Staatspräsident machte Mitteilung von den außerordentlichen Maßnahmen der Regierung. Der neuernannte kommandierende General Laidoner berichtete über die Lage und die beiderseitigen Opfer Zum Schluß sprach sich das Parlament einstimmig für die Ertecluno außerordentlicher Vollmachten an die Regierung aus und hieß die
Proklamrernng des Kriegszustandes
Die Reklame des Gtaatsiheatees
Die Inhaberin des Monopols für die gesamte Reklame innerhalb der Betriebe der Reichsbahn, die zum Stinnes-Konzern gehörende Eif.nbahnreklame G. m. b. H. in Berlin, sieht im Begriff, für eine ihrer Schwester nze- sellschaften mit der Generalverwaltung der preußischen Staatstheater in Berlin einen Vertrag abzuschließen, durch den ihr das Recht zur alleinigen Ausnutzung der vorhandenen und zur Schaffung neuer Reklamemöglichkeiten in den vier preußischen Staatstheatern übertragen wird. Der Stinnes-Konzern beabsichtigt, in Verfolg seiner Bestrebungen auch die Subskrip- tionsbällc in der Staatsoper wieder aufleben zu lassen, die in früheren Zeiten einen besonderen Glanzpunkt der winterlichen Gesellschasts- faifon bedeuteten. Durch Einbau eines Parkettbodens, deffen Herstellung rund 250 000 '5lo.it erfordert, soll eine Tanzfläche geschaffen werden, die die Bühne mit dem ersten Rang ver-
keiue Pause. Hat Helene Thimig ihren Alt- schluß-Seuszer gehaucht, ist der Vorhang nieder- gerauscht, spielen für diese Gäste die Theater- arbeiter weiter. Die Logen kosten doppelten Preis, aber man steht dafür auch, wie aus einem Schloß ein Wald wird. Wenn der Inspizient „fertig" sagt, sieht man Paul Hartmann erst noch einmal durch das Loch im Vorhang schielen, ob die milde oder strenge Kritikergarnitur im Hause ist. Und dann geht erst der zweite Akt los. Wenn der zu Ende ist, hat der Logengast wieder die Enthüllungen aus der Kulisse frei.
Es ist eine feine Sache, das mit diesen Logen hinter dem Vorhang. Eine Erfindung, die man flugs übernehmen müßte. Für den Reichstag etwa. Da muß die Zuschauertribüne ein bißchen in die Fraktionszimmer hinein verlängert werden. So daß man steht, wie sie aus- knobeln, wer nein, wer ja zu fagen hat...
Das ist eine hübsche Sache mit dieser Loge hinter der Szene. Der Architekt Kaufsmann, ihr sehr gehrter Herr Verfaffer, bekommt meine Stimme am 7. Dezember.
Aus Dem etaöiparlamtnt
l Die gestrige Sitzung.
Die Stadtverordneten verließen gestern abend : den Pfad der Tugend, soweit er die Pünktlichkeit betrifft .. . sie begannen — Ursache ausgedehnte Fraltiousberatungen — mit dreiviertelstündiger Verspätung., Die Fraktionen hatten sehr emge- iK-nfce Vorbesprechungen. Dann gab Vorsteher Geck Kunde von der Mandatsniederlegung von Frl Reum an nn (Ztr.), die wegen Krankheit 'hr Mandat nicht ausüben kann. An ihrer Stelle wurde Arbeiter Sefort verpflichtet. Die Wahl des Stadtmedizinalrats wurde wieder abgesetzt. Sie soll aber bestimmt am 15. Dezember erfolgen. Es folgte
die Wahl des Oberschulrats.
lieber die Vorgeschichte ist wiederholt eingehend berichtet worden. Stadtv. G o n n e r m a n n berichtigte eine Mitteilung des Vorstehers ;n der letzten Sitzung, wonach sich unter den Kandidaten Oberstudiendirektor Friedrich b finde. Dessen Name sei in der letzten Zeit nicht mehr genannt worden. Frau Mila L i p n > tz (Komm.) lehnte Stadtschulrat B o e s e ab, weil sie kein Vertrauen zu ihm habe. Sie schlug Studiendirektor Goß- Berlin vor (Heiterkeit) Dieser und Stadtschulrat Boese galten dann als vorgeschlagen. Stadtschulrat Boese ging aus der Wahl mit 42 gegen 3 Stimmen, bei Abgabe von 6 weißen Zetteln als gewählt hervor. Er tritt somit das Erbe von Stadtschulrat Bobritz an, das er so lange treu verwaltet hat. Nach den an anderer Stelle wiedergegebenen Debatten über Finanzlage und Aufwertungsfrage wurde dem
Wettbewerb für den StändeplaM *
zugeflimmt, wobei der Druckfehler in der Magistratsvorlage. der Bürgermeister Brunner ein Denkmal setzt, berichtigt wurde. Eine gewaltige Auseinandetsetzung zwischen den bürgerlichen und linksstehenden Frauen der Stadtverordnetenversammlung gab es bei der Vorlage, die sich mit der Anstellung von weiteren Türsorge- tinnen beschäftigt darüber, welche Kreise das wärmste Herz für das Volk haben. Die große Nachtragsvorlage von 806 500 Mark für die Rentnerfürsorge ging ohne Widerspruch oder Erörterung glatt durch. Um 10 Uhr winde in die vertrauliche Sitzung eingetreten. -a-
Bertrage zwischen der Residenz und zwischen der ägyptischen Regierung tziedergekegt worden. Tie juristische Autorität entschied, daß die Brrhastungen vollständig gerechtfertigt gewesen seien. Sie ordnete die weitere Verhaftung von fünf Abgeordneten, diejenige aller übrigen Gefangeiren an. .....—, ....... |U1
yfm Verlause einer Ansprache erklärte er Ver-,die Einrichtung einer Reihe Den Luftsahrtlin.e-r treter der Krone, daß die Angeklagten als Kom ~ ~
Plizen bei der Ermordung des Sirdar zu b:-I
Aus Kunst und TVMffen.
*■* Musiksestc in Wernigerode. Die Stadt Wernigerode hat beschlosst», jedes Jahr im Juni ein Mnsikfefl zu veranstalten. Der Fürst von Stolberg-Wernigerode hat das Protektorat über diese Musikfeste übernommen Als ständi- g<-r Dirigent dieser Feste wurde der Kapellm.'i- fler des Hannoverschen Stadttheaters, der bekannte Komponist Hans Stieber, gewonnen.
** Tie Amazone zu Pferde. Wer im letzten Vierteljahrhundert den Berliner Tiergarten be- fucht hat, kennt Tuaillons dort ausgestellte Amazone zu Pferde. Von diesem Werk wird erzählt, daß dem Kaiser, als er den Kauf bestätigen mußte, der sehr hohe Preis ausgefallen sei. Man begründete diesen damit, tote schwierig das Problem des Pferdes getoefen fei; der Künstler habe sich jahrelang ein Reitpferd halten müssen, nm Z« dieser Schöpfung zu kommen. Daraufhin gab der Kaiser seine Unterschrift mit Der Bemerkung: „Unser Glück, daß er sich ntcht auch eine Amazone halten mußt.!"
** „Mnsike." Tie neuen Kompon sten haben es nicht leicht: Sie werden selten nur völlig verstanden. Auch Egon Welleß Dessen Tanz- fantasie „Die Nächtlichen" kürzlich tm Berliner Staatstheater zur Uraufführuna kam, laub nicht nur verständnisinnige Hörer. Wenigstens schien das bei folgender Szene so- Eine Zettbang svielt nur die große Trommel, dann nur Die Pauke, und endlich ist im Orchester rollige Stille, wahrend deren aus der Bühne getanzt wird. Da ertönt in die Orchesterpause hinein von oben ein Ruf. Die Musikverstänsigen erbittern, sind auss höchste empört, aber von oben klingt es mit ganz starker, gemein-natürlich, brulal-zejun- der Stimme „Muicke!!!"
sie das alles geliebt ... Cb er die Augen auf» schlagen wird? . . .
Still saß sie da, als fei es kein Fremder, der da mit verbundenem Kopf lag, als fei es ganz natürlich, daß sie hier Wache hielt.
Unruhig bewegte er sich, wie Jemand, der im Halbfchlaf liegt. Dann schlug er die großen braunen Augen auf. Die gleichen Augen, die der andere gehabt. In liebevollem Erstaunen richtete er sie groß auf sie.
„Bist du hier, Marie?" Ganz leise kam es Den seinen Lippen. Und eben so leise sagte sie: bin nicht Marie, ich bin eine Fremde."
Wie vom Schlaf umnebelt lächelte er und schloß die Augen.
Ganz still lag er, betäubt.
Da beugte sie sich über das fast noch knabenhafte Gesicht und küßte den jugendfrischen Mund
Er lächelte wie im Traum.
Und ihr war es, als sei auch sie in einer Art Betäubung.--
Ein paar Stunden später fragte der Kranke feine Umgebung: „War eigentlich jemand bei mir? — Ich hab wohl geträumt?"
„Doch nicht, eine Dame war hier, wohl eine Stunde lang."
„Eine Dame?" — „Aus der Klinik." —
3 enisWdSi o. IKhh.chga.deanrre—dßzh, Daö Er hat fpäter vergeblich nachgeforscht, wer die Dame g:toefen. Sie aber las nach vielen, vielen Jahren imeW die glühenden Liebesbriefe, die ihr Einer geiu,rieben, dem sie ihre Jugend geopfert und der j'gendtoo in weiter Ferne verschollen.---
Ehtna ist so ungeheuerlich, daß man erst feinen Boden wieder verlassen und die richtige Distanz zu chni gewonnen baden muß, um seine Vet- yaltniffe beurteilen zu können, und vielleicht g:bt es dafür keinen geeigneteren Platz als H i u- terinbien, das zum Teil bereits beu Namen Jnbochina trägt, in Wirklichkeit jedoch draus und dran ist gant zu einem „Indo-China", einer chinesischen Kolonie in Indien, zu werden Rrcht nur im französischen Tonkin und Anam sondern ebenso im britischen Malaya wie im unabhangtgen Siam spielt in Handel, Finanz
Wirtschaft der chinesische Kaufmann die erste Rolle. Hter sowohl wie auf den Philip- innen und den Inseln des Indischen Archipels ist in Der Wirtschaft der Chinese die herrschende r?-gur. Ein wirtschaftlich so starkes und so begabtes Volk wird sich nicht auf die Dauer politisch entwürdigen und demütigen lassen China muß erst die ihm gemäße Einstellung zu Den westlichen Ideen gefunden haben. In jedem »aue aber werden wir in Kürze den welthisto- T'ltben Moment erleben, wo sich die Machtver- haltnisse z w i s ch e u Weiß und Gelb zugunsten der letzteren langsam zu verschieben beginnt.
Sines Stauers Los.
Paris, 1. Dezember. Aus Peking wird berichtet, baß der junge Exkaiser sich in die japanische Gesandtschaft geflüchtet habe. Wie man glaube gaben den Anlaß hierzu die Ge- ritchte zufolge Fengyushiang, beabsichtige, in Peking Unruhen zu erregen. Im Falle der Re- gierungubernahme durch Feng fei der junge Exkaiser in großer Gefahr. Vor der japanischen Gesandtschaft halten Polizisten Wache, um den Kaiser zu schützen. Der Ministerpräsident Tu- antschijui empfahl dem ehemaligen Kaiser, in das kaiserliche Palais zurückzukehreu. Es ist wenig wahrscheinlich, daß der ehemalige Kaiser : diesem Rat folgen wird, da zumal der christlich- ; General Fengyushiang den Oberbefehl über I große Streitkräfte um Peking behalten wird.
Der MeöHn Kairo.
regen hinter dem Vorhang.
Reinhardts Berliner Komödienhaus.
Reinhardts neues Theater am Berliner Kurfürstendamm ist eine Sache mit neuen Er- •"intmngen. Ter Zuschauerraum geht bis hinter den Vorhang. Unmittelbar auf der Bühne sind Logen errichtet. Für ihre Besucher gibt es
____________14 Jahrgang. — Nr. 284.
Ermäßigung der Fernsprechgebühren toll sich auf die Gesprächsgebühren im Ortsver- feör uut im Fernverkehr auf die Einrichtungs- gebubren erstrecken. Die Ortsgesprächsgebühr von 15 Pfg gilt jetzt nur für 100 Gespräche im •^attat. Künftig wird die Ermäßigung um Ze I Pfg. schon in Stufen von 50 zu 50 Gesprächen liattfinoen, sodaß der 10 Pfennig-Satz bereits bet der Ueberschreitung der Zahl 300 eintritt. Dte Ermäßigung der Fernsprechgebühren setzt em bei Entfernungen von 50 Kilometer Die Gebühr für Entfernungen von 50—100 Kilometer, zum Beispiel Berlin-Frankfurt-Oder, ermäßigt sich von 1,35 Mk. auf 1,20 Mk. In den wetteren Stufen betragen die Nachlässe 60 Pfg. 2>ie bei der Herstellung neuer Fernsprecheinrich- tungen als einmalige Gebühr zu zahlende Ein- richtungsgebühr wird bei Hauptanschlüssen von 90 Mk. auf 80 Mk, bei Nebenstellen von 60 Mk. auf 40 Mk. herabgesetzt. Besonders willkommen wird ein Teilnehmer sein, daß die ~ elegramnte künftig Telegraphenanstalten durch Fernsprecher übermitteln können, ohne für die Niederfchrift eine Gebühr zahlen zu müssen. Die Gebührenänderung soll im wesentlichen am 1 Januar 1925, die Post- und Fernsprechgebühren am 1. Februar in Kraft treten.
Mittwoch, X Dezember 1924.
TrannM ,tzU f. btC japan- jreunDltd)e Partei und steckt wahrscheinlich hin- ter dem nuindschurischen Diktator Tschangsolin, wahrend Lotoietrußland hinter Sunyatsen fleheii soll. Damit sind die wichtigsten Figuren im innerpolitischen Intrigenspiel, das jeden 7:^0 m offenem Kampf um die Macht ausbrechen kann, gegeben. Zu den beiden vorgenannt'n kommt noch Wupeisu, der Milüärbefehls- ^rt£eld)tna§, von dem die Regierung in abhängig ist. Auf eine einfache Formel gebracht, kann man sagen, daß
Tschangsolin den Norden kontrolliert, Wu- peifu das Zentrum und Sunyatsen den Süden.
ein Füh er oiref manne.
Berkin, 2 Dezember. (Eigener Informationsdienst.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, beabsichtigt Außenminister Dr. Sirese- ziiann, an Die deutsit nationalen Führer einige Fragen zu richten, die Die gegenwärtige und Die künftige Außenpolitik betreffen. Der Minister will Damit ossensichttuh Die Basis für Dte künftigen Verhandlungen zur Regie- i u*igsbihdunq vorbereiten. \
Illusion.
Von
Clara Maria Schott.
Eilige Schritte. Die Schwester klingelte hastig. Lotte öffnete und sah in ein erregtes Gesicht.
^Jch muß gleich wieder fort — wollte dir nur was sagen. Bei uns auf der Station liegt ein junger Herr in der Narkose. Lotte, ich war erschrocken über die Aehnlichkeit mit deinem Arno. Da dachte ich, es würde dich interessieren, ihn zu sehen. Komm schnell,, nach Station 3, Baracke 5, ich laß dich ein."
Die Diakonissen wandte sich und eilte davon
„Dein Arno," hatte sie gesagt, mein Gott, das war schon fast Legende. Aber sie wollte ihn sehen, der ihm ähnlich war und bald darauf war sie auf der genannten Station.
„Der Patient ist abgeholt worden," gab man ihr Bescheid und Schwester Agnes sei oben im Operationssaal."
Ein bitteres Lächeln umspielte Lottes Mund. Was wollte sie eigentlich? — Noch einen Schein ihrer Jugend erhaschen, mit der Erinnerung spielen? . .
Die Stimme der „Schwester": „Putzig, während ich dich holen kam, entführte man uns den Patienten. Aber ich habe seine Wohnung erfahren, geh hin, du mußt ihn sehen, das ist ein direktes Naturspiel."
„Hingehen? — als was denn?"
„Das mußt du selbst wissen, geh nur, geh," drängte sie und huschte davon.
. . Scheu setzte Lotte die Klingel in dem fremben Hause in Bewegung. „Sie wünschen?"
„Ich soll nach dem Herrn Hansen sehen . . . komme aus der Klinik . . " „So, dann bitte."
Sie saß vor seinem Bette.
War es möglich? . . 20 Jahre wurde sie zurück versetzt... das Gesicht — die etwas tief in die Stirn angewachsenen Haare ... wie hatte
Moskauer Lh.ur eit
Reval, 2. Dezember. (Privattelegrchum) Wiederholt waren in letzter Zett kleinere Vergliche, die öffentliche Ordnung gu'Töten, im Ker«« erstickt worden. Als Der große Kommunisten- Prozetz in Reval begann, der die enge Zusammenarbeit zwischen den esthischen Kommunisten und Den Moskauer Machthabern einwandfrei aufdeckte, wurde von bolschewistischer Seite versucht, durch Proklamation eines General-
SaWunqen on dte Stadt.
Abgaben im Monat Dezember.
An städtischen Abgaben sind für den Monat Dezember zu zahlen: 1. bis zum 8. a) Die Ge- tränkefleuer für 16.-30. November bei gleichzeitiger Anmeldung: b) die Beherberguiigssteuer iir November unter Vorlage Der Erklärung. 2. bis zum 10. die Vorauszahlungen auf die Gewerbeertragssteuer für "wvember unter gle ch- binbet. Der erste Substriptiousball, ben bet Stinneskonzern veranstaltet, ist für ben 8. Januar vorgesehen. Gleichzeitig ist eine Ausdehnung bes Vertrages auch auf bie preußischen Staatstheater in Kassel unb Wiesbaben tn Aussicht genommen.