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Nummer 283

Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.

Dienstag, 2. Dezember 1924,

Gwhkampf am Wahlfonntag

Ein Schritt vorwärts

die Deutschnationalen, sondern für die national,

ter

regte Auseinandenetzungi deutschnationalen Partei

entstanden. Man

stehenden macht deshalb die Kreise, die hinter dem völ- ch e r, der kisch-nationalen Ring stehen, für eine evtl. Wahl­

niederlage der Partei verantwortlich.

neuerdings eine scharfe Opposition gegen die Haltung des deutschnationalen P artet Vorstandes. Auch durch einen i'l blatt herausgegebenen Brief des auf dem völ kischen Flügel der Teutschnationalen Publizisten Dr. Max Maurenbrec^.., die nationale Wählerschaft auffordert, nicht für

Berlin, 1. Dezember. (Privat - Telegramm.) Die Wahlschlacht ist in vollem Gange. Maffcn- versammlungen der Rechten lösen sich mit denen der Linken ab. Am gestrigen Sonntag haben im deutschen Reiche

mehr als fünftausend Wahlversammlungen stattgefunden,

in denen etwa achttausend Redner spra­chen. Auch die Arbeit der Kommunisten ift in­tensiver geworden In Berlin schloffen sich am Sonntag Versammlungen der K o rn in u n r ste » Versuche zu verbotenen Umzügen nach dem Regierungsviertel an. Die Ausführung ist in allen Fällen durch Polizei verhindert worden.

Bia hierher und nicht weiter.

Esten, 1. Dezember. (Privattelegramm.) In der Essener Zentrumsversammlung erklärte Dr. Marx, man muff uns zugcstchen, daß wir nicht mit leeren Händen aus London zurückgekommen int). Das DaweSabkommen, darüber müssen wir uns klar sein, ist das Fundament, auf dem es gilt, die deutsche Wirtschaft wieder aufzubauen, um den Verpflichtungen, die wir nach dem verlorenen Krieg nun einmal über-

Einzrlnnmmer 10 Pf., Sonntags 15 Pf 14. Jahrgang

wir haben doch wieder Zukunftshoffnungen. Ueber den Völkerbund sagte der Reichs­kanzler: Ich bin ein grundsätzlicher Freund des Völkerbundes. Wir müssten uns den Bei­tritt allerdings sehr wohl überlegen, weil er grotze Verbindlichkeiten mit sich bringen müßte, und wir werden den Schritt erst dann tun, wenn er zum Wohle des Deutschen Reiches und des deutschen Volkes geschehen kann. Es sei jetzt dringendes Gebot, an der Verfassung, wie sie in Weimar beschloffen worden ist, festzuhalten. Auch ür den Reichspräsidenten trat der Reichskanzler wieder ein, da dieser nicht nur über den Parteien, sondern auch außerhalb des politischen Kampfes stehe. Bezüglich der A u s - Wertungsfrage erklärte der Reichskanzler, man dürfe

nichts Unbilliges verlangen.

Unter allen Umständen müßte an der Stabilisie­rung der Währung festgehaltcn werden. Der Reichskanzler bezeichnete dann die P o l i t i k der Mitte als die einzig mögliche, die allein geeignet sei, den verschiedenen Forderungen von rechts und links in gerechtem Ausgleich zu entsprechen. Die katholische Beamten - und Lehrerschaft überreichte dem Reichs­kanzler eine kunstvolle Ehrenurkunde. Der Reichskanzler nahm die Gelegenheit wahr, die eindringliche Bitte an die Beamtenschaft zu rich­ten, sich über die lebenswichtige Bedeutung der Beamtcnbesoldung für ihre Eristenz klar zu wer­den, aber auch über die Bedeutung der Beamtenbesoldung sür die Existenz des Reiches. Er stellte eine jeweilige An­passung der hente immer noch nicht genügenden Besoldung bis an die Grenze des Möglichen in Aussicht.

9Rair-6trefemann-jf)erriot

Das Friedensprogramm der Staatsl.nker.

Zwei neue Kanzlerreden / London, Völkerbund Aufwertung Auf dem alten Wege weiter / Noch ein Stresemann-Aufruf.

ebenfalls nicht daran denken könne, sich ihre Haltung von den Demokraten vorschreiben zu lassen. Trotzdem ist es aber gelungen, wenig­stens zwischen dem Zentrum und Deut­scher Volkspartei zu einer vollständigen Wiederan Näherung zu gelangen.

Innerhalb der deutschnationalen Partei be­steht seit einiger Zeit eine Gruppe, die sich ' .Völkisch nationaler Ring' nennt und die un­ter dem Einfluß rechtsstehender Führer, wie Graf von der Golz, Herr von Dewitz und Herr von Goldacker, steht. Diese Gruppe be­findet sich nach den uns zugehenden Informatio­nen noch immer in starkem Gegensatz zu der offiziellen Parteirichtung Hergt und propagiert

Kundgebungen.

Schwarz-Weiß-Rot und Schwarz-Rot-Ggld.

Der große Windfackentag ist vorüber. Er ist >.w Großen und Ganzen programmäßig verlau­sen. Den ganzen Vormittag über schon ging ein imunterhnochenes Marschieren durch die Stadt. , Besonders im Westen sah man Häuser ent« . sprechend dem Aufruf des Iungsseutschen Or- ' dcns mit Fahnen in den Farben Schwarz-Weiß- Rot geschmückt. Um die Mittagsstunde setzten sich Tausende und Abertausende nach dem Fned- richsplatz in Bewegung »nd seitdem ließ das , Volkcrwandern' nicht mehr ab. Die Polizei war mit allen verfügbaren Kräften aufgeboten. Wiederholt fast man das Auto mit dem Polizei­präsidenten und seinem Stab Auch die berittene Avtcilung war in Aktion. Die

Kundgebung des Jungdo

wurde zu einer Art Durchführung des seinerzeit verboten gewesenenDeutschen Tags'. Abord­nungen von weither kruden sich mit ihren Ban­ne, n auf dem scharf abgesperrten Friedrichsplatz ein Neben größ-ren ober kleineren Abteilun­gen aus fast allen Orten Hessens sah man Ab­ordnungen von der Saale, aus Thüringen und Westfalen Musikkapellen erschienen voran grö­ßeren Kolonnen. Meist wurde Deutschlandlied und Preußenmarsch gespielt. Tie Kriegerver­eine mit ihren Fahnen, die vaterländischen Ver­bände, Sbwälmer und Bergleute aus dem Harz marschierten auf Es war ein Massenbild, das nach dem Kinoregissenr rief. Ein Dietrich-Go- biet-Flngzeug umkreiste den Platz und warf immer wst'der Flugblätter ab.Bunter Schure- kall' ergoß sich aus der Luft. Brausende Hur­ras stiegen zu dem Flieger empor. Mützen und Hüte wurden geschwenkt. Der Aufmarsch der Bannergruppe mit fast 300 Fahnen und Stan- dorten schien kein Ende zu nehmen Ordens­kanzler Bo r n m a nn gedachte der Gefallenen des Welikriegs und legte das Gelöbnis ah: Ihr sollt nicht umsonst gestorben fein! Die Häupter tour« oen entblößt und zu der Weise der Musik das Soldotenlied vom guten Kameraden gesungen. Tief fenhen sich die Banner dazu. Dann sprach Hochmeister M a h r a n n Der historische Fried­richsplatz werde eine Welt bedeuten. Das Hoch des Hochmeisters galt dem Vrterlande. Nun­mehr setzte sich der Zug nach her Stadthalle in Bewegung. Radfahrer, Musik, Kriegervereine, Spielleute, Iungsturm Hutten-Wicking-Schlrge- ter-Bund und wie die Bünde alle heißen, der O'fizierbnnd wieder Musik, die Nationalsozra- kisten und dann in nnenbltciier Folge, -mmer wieder durch Fabnengruppen und Musik unter­brochen. die Masse des Iunqdeutschen Ordens. Nichts als Windfacken. blaue Mützen und S'l- berzweig daran. Aw Ständeplatz nahm M a b- raun den Vorbeimarsch ab Alle Jungdo? im Paradeschritt, die Rechte auks Herz gelegt. Drei­viertelstunde dauerte der Vorbeimarsch. Von ungdr ntkcher Seite wird die Teilnehmerzahl auf rund 15 000 Mann geschätzt Die verschiedenen Verbände sangen ihre Lieder.

In der Stndtballe

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aab rs eine voll Begeisterung getragene Kund- geb'-rg. Die Säle waren üherfüllt. Dee Zu- tr'tt der Kartenbesitzer wurde von der Polizei aele'ttt Ordensbanner irnd kchwarz-werß-role Fahnen vienten als Ausschmückung des Saah-s Wi-der ein große- Aufmarsch der Bannergrup­pen. Das aroße Sänaervodium wurde zu einem r.rnkchen! en Fahnenwald. Der Komtur der Ballei Riederbessen des I. O.. Lehrer Grüu« blat', bezeichnete diesen Sonntag als Auf­marsch der nationalen Beweauna, von den Krie­gervereinen über die vaterländischen Verbände b-s Stahlhelm und Jungdo ... olle einmütig rus.'mmengetreten, von der Erzellenz b s zum schlichten Sohn des Volkes, alle getragen von der lleberzengung. daß Einigkeit allein Deutsch­lands Stärke bedeute. (Beifall.) Redner appel­lier le zu weiterer Einigkeit unter Beiseitestel- luna jedes Streits in den eigenen Reihen. Hoch- melsier M a b r a n n wurde geradezu eine Hul- bignng zuteil. Er sprach von der Friedrüchs- plorckundgebung als Fortsetzung der Revolntio- nen vergangener Zeilen, die immer da waren, w-mn es aalt, Deutschland aus Rot herauSzu- führen. Von demReichsbanner" sagte er: Sie sind uns gleich, deutsche Brüder, nichts aaderes, genau so im harten Kampfe für eine heilige Idee, nur andere Farben, nur andere Führer (stürmischer Beifall) Scharf wendete sich der Hochmeister gegen den Pazifismus, wie ihn sich die Pazifisten vorstellten

Berbrüderung unter und Deutschen, aber nicht mit Hottentotten und Franzosen. Notwendig sei neuer Aufruhr des deutschen Volkstums für die Wiedergeburt des Volkes, llmwandlunq des StaatSbegriffs auf junadeut- scher Grundlage. In d i e f e nt Mahlkampf müsse national gewählt werden. Bisher Ware der

Außenpolitisch liegen die Dinge nach Meinung der dem Außenminister Dr. Strese- mann nahestehenden volksparteilichen Führer ebenfalls ziemlich klar. Eine Aenderung der gegenwärtigen Außenpolitik kämme aus abseh­bare Zeit nicht in Frage, zumal die Deutsch­nationalen bereit seien, die Londoner Ab­machungen als bindende Norm anzuerkennen. Die deutschnationale Partei werde sich sogar darauf einstellen müssen, die außenpolitische Lage nicht mehr vom oppositionellen Standpuntt aus zu beurteilen, sondern die gegebenen Tatsachen ebenso hinzunehmen wie jede andere Regie­rungspartei. Dadurch werde jedenfalls die Möglichkeit geschaffen, die politische Lage in Deutschland zu stabilisieren. Ob die demokratische Partei nach den Reichstagswahlen noch einmal in der Lage sein werde, die Re- gierungserweirerung nach rechts zum Scheitern zu bringen, ist nach der Meinung der Deutschen Volkspartei kaum anzunehmen. Wenn die De­mokraten auf ihre Ablehnung mit den Deutsch- nationalen in der Regierung zusammen zu arbeiten, verharren sollten, so könnte sic leichr ausgeschaltet werden. Allerdings müsse dann erst die Zukunft erweisen, ob es zum Wohle Deutschlands sei, die Mitarbeit der Deutsch­nationalen der der Demokraten vorzuzieheu. Jedenfalls werden auch die Deutschnationalen nicht versagen, wenn es darauf ankommt, aus der verantwortungslosen Opposition zur po­sitiven Mitarbeit überzugehen. In den demokratischen Kreisen behauptet man jedoch, daß die treibenden Kräfte in der deutschnatio- nalen Partei es niemals zulaflen würden, wenn die deutschnationalen Führer wirklich daraus eingehen sollten, eine Politik der Mäßigung zu treiben. Die demokratische Partei werde sich voraussichtlich auch nach den Wahlen nicht dazu entschließen können, in einer Regierung mit denjenigen Kreisen zusammen zu arbeiten, die nunmehr seit sechs Jahren nichts anderes getan hätten, als die Demonkratie zu bekämpfen.

Den Bemühungen des Zentrums, in dem Kampf zwischen Deutscher Volkspartei und Demokraten zu vermitteln, und die beiden Par­teien zu einer Wiederannäherung zu führen, ist es n t cf, t gelungen, diese Absichten zur Gel­tung zu bringen. Die Demokraten stellen sieb auf den Standpunkt, daß sie solange gezwungen seien, gegen die Deutsche Volkspariei aufzuire- ien, als die volksparteilichen Führer und insbe­sondere Außenminister Dr. Strefcmann an ihren Plänen zur Hinzuziehung der Deutschnationa­len zur Reichsregierung festhielten und an einer einseitigen Bekämpfung der Linksparteien teil« nehmen. In den volksparteilichen Kreisen er- flärt man hierzu, daß die Deutsche Volkspartei

DaumeWr Gttesemann.

Seine Politik der Tatsachen.

tEigener Drahrbertch!.)

Berlin, 1. Dezember.

In einer Wahlversammlung im Großen Berliner Schauspielhaus sührte Außenminister Strcsemann auch daß Deutschland nicht eine Po­litik im Sinne der Deutfcimationalen treiben könne. Das Sachverständigengntach- t e n müsse weiterhin die

Basis der deutschen Außenpolitik bilden. Innenpolitisch sagte Strcfmonn, man müsse den Deutschnationalen, die tun Himmel auf Erden ihren Wählern versprochen hätten, d,e Mögllchkeit geben, an verantwortlicher Stelle lhre Versprechungen einzulösen. Die Deutsche Bolkspartei kämpfe nach wie vor für eine Politik der Vernunft und der Mitte. Die Zusammeu- Mssung der ideellen Kräfte des Volkes zu einer nationalen Einheit, wie sie in den Kämpfen um Oberschlesien, im Ruhrgebiet und in den Rhein­landen zugrunde lagen, die Ausnutzung der weltwirtschaftlichen Möglichkeiten für Deutsch land als Absatzgebiet und die Erhaltung Deutsch­lands als weltwirtschaftlicher Faktor seien Vor­bedingungen für den außenpolitischen Ausbau des Reiches. Deutschlands Weltwirtschaft fei nur durch internationale Kredite zu heben.

llnv In rrreußrn?

Berlin, 1. Dezember. (Eigener Jnformations- dtenst.) In den preußischen Regierungskrisen ist man der Ansicht, daß die bisherigen Koali- tionsparteien in Preußen bei den preu­ßischen Landtagswahlen im Dezember einen Wahlsieg davon tragen werden. Trotz des An­wachsens der deutschnationalen Partei würde daraus keine ernste Gefahr für die große Koali­tion entstehen. Die Wiederkehr Severings werde auf jeden Fall von der Deutschen Volksparti verhindert werden.

Der 7. Dezember.

Wie stehen dir Wahlaktien.

(Eigener Berliner Informationsdienst.)

Je näher der 7. Dezember heranrüctt, umso lebhafter beschäfttgen sich die politischen Kreise mit dem voraussichtlichen Ausfall der Wahlen und den sich daraus ergebenden innen- und außenpolitischen Rückwirkungen für Deutsch­land. Da man eine erhebliche Verstärkung der Mittelparteien erwartet, glaubt man, daß sich eine Erweiterung der Regierungskoali­tion nach rechts sehr wohl ermöglichen lassen wird. Dadurch werde zwar die Sozialdemo­kratie in die versckärfte Opposition gedrängt, aber dies werde nicht allzuviel auf sich haben, da die parlamentarische Mehrheit einet Bürger­blockregierung auf eine sichere Grundlage ge­stellt werden könnte. In Anbetracht der zu er« wdNeuden Stärkung der Mitte brauchte die Hin­zuziehung der Deütschnationalen durchaus nicht zu einer Rechtsorientierung der Reichspolitik zu führen. Vielmehr ist man in den führenden volksparteilichen Streifen der Ansicht, daß die Deutschnationalen gezwungen sein werden, sich dem Block der Mitte anzupassen. Die Gefahr von Verfassungskämpfen fei keineswegs gege­ben, da die Verfassung im neuen Reichs­tag genügend geschützt sei und die erforder­liche Zweidrittelmehrheit gegen die Verfassung niemals zustande kommen würde. Es erübrige sich daher, in innenpolittscher Hinsicht irgend­welche Besorgniffe an den eventuellen AuSgang der Wahlen zu knüpfen.

Der Reichskanzler an seine Wähler.

Düffeldors, 1. Dezember. In einer Versamm­lung wandte sich gestern Reichs.kanzler Marx gegen die Teutschnationale Volkspartei, die vor der Auflösung des Reichstags erklärte, die Au­ßenpolitik der Regierung in bezug auf dos

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Herriots Friedens posaune.

Um den deutschen Raub zu sichern.

(Eigener ^'abkberichl.l

Paris, 1. Dezember.

Auf der gestern in Saint Die nach einem Bankett gehaltenen Rede sprach H e r r i o t über Elsatz-Lothringen und erklärte: Ich ar­beite für den Frieden, ich arbeite dafür, daß der Frieden in der ganzen Welt herrscht. Seit der Rückgabe Elfatz-Lothringens an Frankreich wün­sche Frankreich nichts mehr in der Welt,

weder Eroberungen noch AnneNionen noch Gewinn.

Es sei lediglich nm seine Sicherheit besorgt. Da­zu genüge aber nicht der Wille allein. Die Hal­tung der ganzen Welt habe sich inzwischen geän­dert und die Rolle Frankreichs bestehe darin, die Wege für die Organisation des Friedens da­durch fördern zu können. Jemand habe gesagt er mache den Krieg", ich aber foge: ich ma­ch e den Frieden!"

nommen haben, nach Möglichkeit nachzukommen und so auch zur großen politischen Freiheit unseres Volkes und Landes zu gelangen. Dazu brauchen wir aber auch einen arbeitsfähi­gen Reichstag, dessen grotze Parteien ihre besten Kräfte nicht in unfruchtbarer Opposition erschöpfen oder passiv beiseite stehen. Arbeitsfä­hig nenne ich nur einen Reichstag, dessen große Mehrheit fest entschloffcu ist, den

bisher in der Außenpolitik verfolgten Weg weiter zu gehen.

Eine Abkehr von diesem Wege mache ich nicht mitIch für meine Person, erklärte der Kanz­ler,lehne es grundsätzlich ab, im Kabinett Parteipolitik zu treiben und ich glaube, Graf Westarp dürfte schwerlich eine Koalition finden, in der eS deutschnationalen Ministern gestattet ist, deutschnationale Politik zu treiben.

P a 1 t e t - sozialistische Partei zu stimmen. Auch sind er als siug= regte Auseinandersetzungen innerhalb

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

ßenpolitik der Regierung in bezng aus d... Londoner Abkommen zu unterstützen, im Wahl­kampf gegen diese Autzeilpolitik wie­der in einer Schärfe Stellung genommen hahe, die ganz der scharfen ablehnenden Stellung entspreche, die sie in den Monaten April bis August einuahm. Der Kanzler erklärt, es sei töricht, in Bezug auf Dawesabkommen das Er- reichte etwa zu überschätzen und anzunehmen, daß alles in bester Ordnung ist. Davon sind wir leider weit entfernt. Aber wir stehen doch Herne nicht mehr vor dem Chaos und