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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Rrrirn er 282. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf Sonntag, 3V. November 1924. Einzelnummer ist Pf . Sonntags 15 Pf !4. Jahrgang

Gebt Köln und Ruhe heraus!

3m Schatten von Versailles.

MrilensteinederVolitlk

Einsichten und Aussichten.

Mit England einig

mans zu übermitteln Ein

Blatt

F. R.

Sie iommen n**t vorwvrto!

Genf, 29 November sPrivattelegramm.f Die französische Abendpresse ist unwillig über den schleppenden Gang der Wirtschastsvcr- li an dl un gen mit Deutschland Der .Demos" schreibt, daß man sich noch nicht einmal über dir Grundlage der Verhandlungen verständigte.

Der Dölkerdunb ettoafit?

London, 29. November. (Eigene Trahtmel- dung.) Der Sekretär des Völkerbundes soll sich entschlossen haben, die ägyptische Protestnote dem Präsidenten des Völkerbundsrates. Ly-

behandelt werden, 4. Erleichterungen hinsichtlich der Gründung deutscher Bankfilialen. Für die Ratifizierung sollen leine Schwierigteilen ve stehen. Die britische Regierung veranstaltete gestern ein Frühstück zu Ehren der deutschen Delegierten bei den deutsch-englischen Handels- vertragsverhaudlungen an dem die hervor­ragendsten Btitglieder .ilnah aen.

Die Wallfahrt nach 9tom

Ein großes politisches Duell.

(Eigener Drabtberich: >

will erfahren haben, daß die persische Regierung sich bereit erklärt hat, den englisch-ägyptischen Konflikt im Namen Aegyptens dem Völkerbund zu: Entscheidung zu unterbreiten.

Rom, 29. November.

Der bevorstehende Besuch Austin Chamber­lains in R o m wird von der italienischen Re gierungspreffe lebhaft begrüßt, da der italie­nische Regierungschef mit dem Leiter der briti­schen Außenpolitik feil langem nicht mehr Füh­lung genommen hat. Unter anderem wird das Mittelmeer-Problem, die Frage der italienischen Staatsangehörigen in Marokko und die ägyp­tische und türkische Frage zur Besprechung kom­men. Benesch und Mintschitsch werden in Rom die Tschecho-Slowakei und Südslavien vertreten. Mussolini wird mit Rintschitsch Besprechun­gen über den Ausbau des gegenseitigen Freund­schaftsvertrages pflegen.

haben fast in allen Fragen zu einer Einigung geführt. England besteht aus folgenden Punkt-m: 11 Einräumung der Meistbegünstigungsklansel. 2. Garantien gegen jede Beschränkung des bri tischen Exports nach Deutschland, 3. Besondere Erleichterungen für die Einfuhr von Motorfahr­zeugen, Textilerzeugnissen, Werkzeugen und der­gleichen. Dagegen würden die bis dahin be­stehenden Gesetze gegen die deutsche Einwande­rung nach England fallen gelassen werden, und die Deutschen würden wie jebeS andere Volk

strahlt wie sie sind, und nickst wie sie ein schö­ner Traum und Wahn von Pölkerverschmelzung unv -Verbrüderung dir vorgaiikelt, dann lege das . fff an Mensch und Tinge, bann hänge, -------- ----- ____... .......

deine Ideale, fest auf der Erde fußend, an den-gemeint, atz er von dem Adel des Geistes und Feltner, wie-.

Berlin, 20. November. (Privat-Telegramm) Bon maßgebender Seite des Berliner Ans- wärtigen Amtes erfahren wir zu dem franzöfi- sckerfetts geäußerten R ä u m u » g s k o m p r o - m i ß, das die Räumung der Kölner Zone bis zum Juni verschieben würde, daß die deut sche Regierung unter keinen Ilmständen darauf verzichten wird, die Räumung der Kölner Zone zum 1 0. Januar 1925, sowie die Abkürzung der Räumungsfristeu im Ruhrgebiet, zu fordern. Man hat den Eindruck, daß die eng- lisch französischen Erörterungen hierüber noch nicht einmal über das Anfangs st adium hinaus gelangt sind. Wenn ein folckies Kompro­miß schon ernsthaft in Erwägung gezogen wor­den sei, fo wäre bestimmt bereits eine Rück- äußernng der Reichsregierung seitens der Be­satzungsmächte gefordert worden. Dies ist aber bisher, wie wir auf das bestimmteste versichern können, nicht der Fall gewesen. Vielmehr ist den deutschen diplomatischen Vertretern in London, Paris und Brüssel bei ihren neuerlichen Ver­suchen, sich über -,en Stand der Erörterungen über die Räumungsfrage zu informieren, im­mer wieder erklärt worden, daß diese Angelegenheit noch vollkommen in der Schwebe fei Frankreich miß schon f«tzt versuchen, be i Boden für die interalliierte Besatzungskon- ferenz vorzubereiten und durch diesen Fühler fest stellen zu lassen, wie sich England zu einem solchen französischen Vorschlag verhalten würde. In Berlin erwartet man mit einiger Spannung eine entsprechende Gege u äuße­rn n g der maßgebenden englischen Kreise, da man davon überzeugt ist, daß England Veran­lassung nehmen wird, auch, seinerseits die fran­zösische Regierung au die auf der Londoner Konferenz gegebene Zusicherung zu erinnern, woi-c-ch eine Abkürzung der Räumungsfristen er- folger. könne. Wir gfautzen zu wissen, daß die Ri ichsreglerung Veranlassung nehmen wird, die Besatzungsmächte darauf hinzuweisen, daß die

Hinausschiebung der militärischen Räumnngsfragen

in Deutschland einen überaus peinlichen Eindruck macht und die innenpolitischen Schwierigkeiten der deutschen Regierung dau­ernd erhöhen müsse. Es steht allerdings noch nicht fest, wann ein solcher diplomatischer Schritt Deutschlands erfolgen wird, aber man kündigt schon jetzt an, daß die Reichsregierung nicht länger als Anfang Dezember warten wird, um dann iy dieser Frage vorzugehen.

Der Ruf nach öem Kanzlei-.

Dr. Marx unterbricht die Wahlreise.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 29. November

Wie wir hören, ist Reichskanzler Dr. Marx nach Berlin zurückgerufen worden. Tie Kabi­nettsbesprechung über die schwebenden politischen Fragen, die in dieser Woche stattfinden sollte, wurde auf Anfang nächster Woche ver- schrben, weil die deutsch-französischen Wii t- schaftsverhandlungen noch nicht entsprechend weit genug vorgeschritten sind, um schon jetzt einen Beschluß des Reichskabinetts zu ermögli­chen. Da die Verhandlungen in Paris kaum vor Montag oder Dienstag zu einem Ergebnis geführt haben werden, wird die Reichsregierung mit ihren Beratungen bis dahin warten.

Was her »err 3tri?arotton<ücent will.

Genf. 29. November. Die Reparations- kommission nahm in ihrer gestrigen Sitzung einen ausführlichen Bericht des Generalagenten Mr die deutschen Reparationszahlungen ent­gegen. Einem Pariser Berichterstatter erklärte der Generalagent, er habe nicht oie Absicht, in den Konflikt der Aprozenttgen Reparations eb- gabe einzugreifen. Lediglich die Rückvergü- tun g b er Abgabe durch die deutsche Regie­rung habe er in seinem bekannten Briefe ver­hindern müssen. Er sei nach Paris gereist weil er die mündliche Berichterstattung Mm schrift­lichen Wege unter allen Umständen vorziehe.

Bor der Nnterzcichnung des Handelsvertrages.

London, 29. November. (Eigener Dnchtbe- richt.) Die Handclsveriragsverhandlungen mit Deutschland stehen vor dem Abschluß und

Gin unbequemer Mahner

Auch Amerika verlangt Reparationen.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 29. November.

Wie wir hören, ist die Reichsregierung an den gegenwärtig in Paris stattfindenden Finanz­beratungen, die sich mit der Verteilung der deuttckft-n Zahlungsraten auf Grund des Londoner Abkommens beschäftigen, nicht unmit­telbar interessiert, da die deutschen Zahlungen für die nächsten Fahre festgelegt sind. Da aber die Gefahr besteht, daß die Reparationssrage mit den amerikanischen Ansprüchen wieder zu einem strittigen Problem wird, so ist zu be­fürchten. daß sich weitere Reibungen erge ben, bei denen auch wirtschaftspolitische Gesichts­punkte in den Vordergrund gedrängt werden können. So ist es beispielsweise ein sehr uner­freuliches Zeichen, daß die amerikanische For­derung gerade in England auf starken Wider­stand stößt, weil offenbar von englischen Wirt fchaftskreisen befürchtet wird, daß weitere deutsche Reparationslieferungen an Amerika die englischen Handelsiuteressen gefährden können

Deutschlands Recht auf d e Räumungsfristen.

Ms Juni verschoben? / Ein französischer Fühler / Wir werden es nicht dniden / Amerika unter den Gläubigern / Wirtichaftsfriede an der Themse.

Sternen auf, dann rede, handle und ... stehe von der Dynastie der Zucht und Ordnung fpracki für deine Brüder cin. D a s hat kürzlich in Ton- und mit feurigem Finger auf die beiden Eck mund und Königsberg ^Dr. Siresemana Pfeiler des neuen Deutschland: Eckener und

Wie ein Menetekel für alle ehrlichen Frie­densfreunde und pazifistischen Phantasten leuch­tet immer wieder über Aegyptens fahlen Him­meln Albions Flammenschrift aus: Right or wrona, my country (Dlectt oder Unrecht, mein Vaterland toiO"). Und fürwahr, wäre AegYP- ten nicht seit Jahrzehnten Englands, Vasallen- stoat und darum bar jeglicher Widerstandskraft und Verteidigungsmöglichkeit im großen Ltil, das Land am Nil und an den Pyramiden stände längst lichterloh in Flammen. Hielten Englands Dreadnoughts den aufgewühlten Orient nicht so lähmend in Schach, so stünde nicht nur in Afrika der Islam geschlossen gegen Britan­nien auf, daß es erzittern würde. Selbst die Türkei hat den geknechteten Glaubensdrüdern den Brudergruß entboten, und in den Massen des gebändigten Volkes züngeln die Ver­schwörungen fort mit dem heiligen Gelöb­nis, nicht eher zu ruhen, bis der letzte Englän­der von Aegyptens Boden fortgesegt ist. Schwer ist Englands Faust auf die Aegypterköpfe nie« dergesaust, deren leidenschaftliche Protestcufe an alle Welt ungehört verhallt sind. Selbst der Völkerbund hat sich, auf Englands Geheiß, für unzuständig erklärt, wo er zum ersten Mal fein Daseinsrecht hätte erweisen können. .

Ja, der Völkerbund .. Was ist er vorläufig mehr, als ein papierner Svuk. der vor Kanonen, Tan'.s, Flugzeugen und Panzerschiffen in alle Winde zerflattert. Und was wird er in Zu­kunft anders sein als ein Ziel, des Schweißes der Edlen wert, Orplid, ein Land, das ferne leuchtet ... Wahrhaftig, es sieht schlecht aus um Deutschlands Sitz im Völkerbund. Kein Staat, der sich auf die Seite unserer Vorbehalte stellt, selbst das sonst so gut befteundete Schwe­den bat mit der Entente paktiert, Spanien, Ka- iiada. Italien haben abgewinkt. Was wird Diittschland tun? Vielleicht, daß uns der Völ- kerbnudrat in Rom der Lösung einen Schritt näher bringt. Vorläufig wird eine besonnene Reick'sregierung fester als je auf dem Stand­punkt beharren müssen, daß Deutschland alsHerzEuropasin völliger Wehrlosigkeit mit i sfenen Grenzen jeder Willkür preisgrgeben, nichi zum Tummel- und Schlachtfeld fremder Völkerfcharen werden darf, wie es im dreißig­jährigen und noch im siebenjährigen Krieg der Fall war. Was Frankreich von Recht, Ge­setz und ähnlichen Völkerbundproblemen hält, hat es durch Ruhr, Mein. Pfalz und Saar und neueidings im Falle Nathusius offen­bart, welch letzterem wir an anderer Stelle ein eigenes Kapitel gewidmet haben.

Wie es die täglich näherrückende Räumung Kölns, dem von ihm selbst geheiligten Ver­sailler Vertrag gemäß am 10. Januar 1925, zu handhaben gedenkt, wird blitzartig erleuchtet durch die Andeutungen eines Pariser Blattes von einem Kompromiß, wonach E n g l a n d aus Solidarität gegenüber seinen Verbündeten seine Truppen solange in Köln lassen werde, bis die Räumung des Ruhrgebietes durch die Franzosen und Belgier beendet sei. Diese Räumung sei bis Juni vollzogen, sodaß sich die Besetzung der Kölner Zone um einhalbesJahrverlängern würde (!) Bei der Wichtigkeit der Kölner Zone für die Be­satzung überhaupt müsse man sich vergegenwär­tigen, daß es nur drei Lösungen der Frage gebe, entweder man räume Ruhr und Köln vor dem 10. Januar, oder man ersetze die Englän­der in Köln durch Franzosen und Belgier, ober schließlich, man komme überein, daß die Eng­länder bis zur Ruhrräumung in Köln blieben.

Wvs wird es uns also nützen, daß auch jede kommende deutsche Regierung ihrer Defreiungspolitik mit flammenden Protesten nachzuhelfen bestrebt sein wird! Man wird sie in den Wind schlagen, tote man den Vertrag selbst mit Füßen tritt, ar. dessen Erfüllung man Deutschland mit Prometheus- »chen geschmiedet hat. Vor diesen unerbittlichen Tatsachen soll man den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern fick von ihnen belehren lassen Das heißt nicht Hatz und Zwietracht unter Völkern schüren, sondern fordert: . Besinn' dich, deutsches Volk, auf dich selbst. Trink dir Kraft und Lebensfreude an den Brunnen deiner Hei­materde. Treue und Demut, Selbstzucht und Güte, tütensrohe Schaffenslust stark im Geist und tin heißes Herz voll Menschenliebe: So wirst du vor dir und deinem Gott bestehen kön­nen und toenn die Welt voll Teufel mär." Und wem, dir so der Spiegel deiner Seele blank und Sell das Bild von Welt und Völkern wider-

Wie es damals kam.

Aegypten unter Englands soey.

Sie immer wieder au stammende Empörung gegen Englands Gewaltherrschaft ist doch Nichc nur eine Episode, wildern ist ein Er. eignis von toeltflefchid)ilic6et Tragweite, denn hie- ist dir Stelle, wo der »nichtige Albion sterblich ist. Heber Borge,chichre und Ent. wiSiung der ÄtifU schreib» ein Mitarbeiter. Wie sind die Engländer nach Aegypten ge­kommen? Der Friede von San Stefano hatte den Zerfall des türkischen Reiches eingeleitet. Die Besetzung von Tunis durch die Fran­zosen war der erste Akt; Aegypten sollte der zweite Edelstein sein, der aus der Krone des Osmanischen Reiches gebrochen wurde. Durch lange Mißwirtschaft waren die ägyptischen F i - nanzen vollständiq verwahrlost, und der Khedive Ismail wußte der Zerrüttung des Staatshaushalts nur dadurch zu begegnen, daß er sich von England einen tüchtigen Finanz­mann erbat. Der Generalzahlmeister Cave kam im Jahre 1875 ins Land und begann mit der Neuordnung der ägyptischen Finanzen. All­dem Finanzbeirat wurde indessen ein Finan z- kontrolleur, und der Khedive mußte sich damit zufrieden geben, wenn er die englischen Gläubiger bei guter Laune halten wollte, die besondere Garantien für ihre Forderungen oer- langten. Dem ersten Schritt folgte der zweite auf dem Fuße. Nach und nach wurde die

ägyptische Souveränität abgebaut unter Berufung auf notwendige Ersparnisse. Eine sogenannte Liquidationskommission ver­mochte dank der Machtlosigkeit des Sultans Ab­dul Hamid und der persönlichen Schwäche des Khedive Tewsik Pascha ihre Kompetenz säst auf alle Gebiete der öffentlichen Verwaltuna auszu- dehnen. Die Reaktion auf diese Einmischung der fiemden Mücktte in die inneren Verhältnisse des Landes blieb nicht aus. Besonders unter dem Heer, das vor allem von den radikalen Einschränkungen, wie sie von den Gläubigern gefordert wurden, betroffen war, herrschte eine starke Gärung. Die entlassenen Offiziere stellten sich an die Spitze der Volksbewegung und appellierten an das Nationalbewußtsem der Aegypter, indem sie der Bevölkerung klarmach- ten, daß die schimpfliche Fremdherr, schäft den angestammten Glauben bedrohe und das Vaterland zum Ausbeutungsobjekt europäischen Schachers madie. Der junge, Eu­rige und beredte Arabi Bey war der Füh­rer, der die unabhängig gesinnten Aegypter um sich versammelte und zum Ausstand rief Der Khedive wurde gezwungen, die mißliebigen Minister zu entlassen und 9t r a bi zum Kriegsminister zu ernennen. Frankreich und England, die sich in erster Linie von der jäh anfflammenden Empörung betroffen fühlten, schickten nun ein Geschwader, das im Mai 1882 vor Alerandria Aufstellung nahm. Vorerst kam es indessen nicht zu energischem Einschrei­ten, da Frankreichs und Englands Minister noch große Sorgen hatten. So lagen die fremden Schisse untätig vor Alerandria, als unvermutet der Haß der Aegypter aufflammte und unter den Europäern in Jbet Stadt ein Blutbad anrichtete. Nun war der Funke ins Pulverfaß geschleudert worden. Der Khedive floh und rief den Schutz der Mächte an, während Aiabt die Festung Alerandria in Verteidigungszustand setzen ließ Vergeblich versuchte Englands Ad­miral zu verhandeln Am 11 Juli 1882 begann nuninehi die Beschießung der Festung. Zur selben Stunde gab der französchc Befehls- Haber,^-er keine Befehle zur Teilnahme erholten hatte. Befehl zur Umkehr nnb dampfte ins Mit- telnteer ab. Damit hatte sich F r a n k r e i ch end­gültig von Aegypten zurückgezogen. Die Antwort der Aegypter auf das Bombarde­ment war ein

furchtbares Gemetzel unter den Europäern, deren Häuser in Flammen aufgingen. General Wolseley ging mit Truppen an Land und be­setzte die Stadt, deren Verteidigungsanlagen durch die Beschießung völlig in Trümmer gelegt waren. A r a b i selbst begab sich nach Kairo und erwartete den Angriff des englischen Ge­nerals von Alerandria her. Wolseley indessen durchkreuzte seinen Plan, brachte seine Truppen 3» Schiff durch den Suez-Kanal und begann von dort aus den Vormarsch. Arabi erkannte zu spät die Gefahr und wurde, als er sich den Englän- dem entgegenfiellte,

bei Tcll-el Kebir aufs Haupt geschlagen; er selbst wurde gefangen genommen, zum Tode verurteilt, später aber zu lebens- länglicher Verbannung nach Ceylon begnadigt Kairo wurde von den englischen Truppen besetzt. Unter dem Schutz bet eng- ii schon Waffen, den er selbst angerufen hatte, kehrte der Khedive ins Land zurück Für die Ei Haltung seiner Herrschaft mußte er jedoch