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Hessische Abendzeitung

5)te Sfaiieier Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nadmtittnoa bt »luollnemenkspreis öeträgi für sen Ästonai 3. SWf. bet freier lüsteII11 nn än«,MeLl^^W^""ss'-Se aboedolt t.OOMk. Durch die Post mvnaMch3W M^ ÄerrtfDrether iki ÄBerlaa und Redaktion Schlachtdoistratze 28/30.

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iffeter Nmste Nach

Kasseler Abendzeitung

Num e. 281. Einzelnummer w Pf . SonuiNkis ,5 Pf Sonnabend, 29. November 1924. Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf 14. Jahrgang

©turmtoetter über Aegypten

a

inberc Volk. Die Dynastie der Ordnung itiiffe wieder bei uns herrschen. Wenn wir ein Geschlecht heranziehen, das an Deutschland ftaube, dann werde es auch glauben an Dcutjch- ands Größe und Macht.

dem ägyptischen Premierminister ein "rote st überreicht. Auch die acgyptische Presse veröf­fentlicht scharfe Proteste. Nach einer Unter­redung Hirwar Paschas mit Vertretern der Stadtverwaltung von Kairo wurde beschlossen, dir Verhafteten den ägytischen Behörden auszuliefern.

Die Studenten der Hochschule sind immer noch im Streik. Die Studenten der Universitäten Al Achar geben bekannt,- daß sie an zehn Stellen Proteststreiks eröffnen. Der Bevölkerung wird nahegelegt sich an einer Versammlung zu beteiligen, die morgen stattfindet und in der gegen die Verhaftung von Zaglnl Pascha protestiert werden soll. Ein Londoner Berichterstatter bezeichnet diese Bewegung als das Zucken einer Schlange, die man geköpft hat

So interessant, vielseitig und lebendig die Lübecker Wirtschaft mehr und mehr die Blicke aus sich zu ziehen weiß, so sollte doch keiner das kulturelle Lübeck vergessen Die Ver­knüpfung mit deni Wirtschaftlichen ist in icder Weise glücklich. Es gibt in Lübeck die beachtliche Möglichkeit einer Entwicklung der Kultur aus sich selbst, die dann wieder große wirtschaftliche Werte fördern wird. Ich meine die Aussichten Lübecks als Verlags st adt. Lübeck ist bis- ier, wie die Skala seiner Veranstaltungen es iets aufs Neue bewies, eine kulturell zwar tark inteiessterte, aber kulturell nicht unterneh­mende Stadt gewesen. Da ein so recht nordt- cher Verlag in Deutschland überhaupt fehlt, da orner Bremen. Braunschweig und Hannover in ibrcr oft einseitigen niederdeutschen Verlags- tät'gkeit gerne eine Ergänzung vertragen kön­nen, möchte ich geradezu vom zukünftigen Lübeck als niedergermanischer Verlazsstadt reden.

danken, daß wir zwar nicht allein, aber ebenso hoffen, in Stärke von etwa 3»40 Mandaten in ?!._ 0uem Recht auf der Welt sind wie jedes! den neuen Reichstag einziehen zu können.

Städte drängten sich vor, griffen gewissermaßen in den Norden hinein und rissen dort oben allerlei Vorteile an sich die sie zum Teil behal­ten baben: Die Stadt derHanse, die Stadt mit dem feinen Gesicht, kam in den Hintergrund. Die maßgebendenLeute" vergaßen über die Linie, die vom Balkan über Mitteldeutschland- Hamburg in die große See verweist, jene andere, die vom Ruhrgebiet über Lübeck in den Norden zeigt. Erst die künstlichen und doch sehr nmiir- lichen Wirtschaftsverhältnisse des großen Krieges gaben für Lübeck neue Möglichkeiten frei.

Die Stadt hat die Revolutionsphase über­standen, anders als andere Städte. In Lü­beck find zwei Aufwallungen nebeneinander hergelaufen. Die erstere war gewissermaßen eine Revolution unter Ausschluß der Oessent- licMeit, sie richtete sich gegen das vorangegan­gene System altbürgerlicher Gleichgültigkeit. Die andere, minder wichtig, hat allcrüanit Staub .aufgewirbelt, sie leitete ihre Daseinsform von drei Umständen ab: einmal von der vorangc- gangenen Negierung eines übergroßen Sena­tes dann von der allgemeinen Opposition ge­gen das Deutschland der Staatssekretäre von vor 1914" und endlich aus der geschehenen star­ken Heranziehung junger Jnwcstc; Die. becker Bürgerschaft bekam eine rc« Meh hei,, tue jrdn.1i nach einer Kraftprobe der bürgerltpen ström welchen mußte. Der Boden auf dem d:5 junge wirtschaftliche Lübeck jenes Lübeck, das je. t wieder von sich reden rnntfi*. ar'nüchst ", also nicht der schlechust;. Tie vor mehr als vr.'i Jahren gegründete R o r d i > ch e G.sellschoit hat das ihre getan imt wird bas auch für die Zukunft tun.

Wittsch.iftftche Schwierigke.fn kennt diese Stadt in der Tat zur Genüg». Ich erwähre bCt ttu- tc Zwiespalt zwischen Industrie uad Wohnungsfrage. Immerhin wird Lübeck sich in Deutschland neue nordische Absatzgebiete sichern können und umgekehrt seine wirtschaftliche und wohl auch wirtschaftspolitische Vermittler-Tätig­keit anszubauen gedenken. Da spielen natürlich Fragen retchspolitischer Bedeu­tung eine entscheidende Rolle, man muß be- denken, daß die Zukunft der Ostsee so­lange nur fragmentarische Bedeutung haben kann, wie Rußlands Teilnehmerrolle nicht klar- gelegt ist. Andererseits hat das Ruhrrevier, das doch in erster Linie als Interessengebiet der Lübecker Wirtschaft in Rechnung zu ziehen ist, etzt die bekannten enormen Belastungsproben auszuhalten, die wer weiß, wann und wie stnrk umgruppierende Veränderungen nach sich ziehen können.

?arteisrage, sondern eben die wichtigste Entscheidung unserer nächsten Zukunft. Sie wird nur dann erfolgreich vorbereitet und zum Ab­schluß gebracht werden können, wenn endlich eine feste Mehrheitsregierung ge- Ichasfen wird, welche die großen politischen Zusammenhänge Deutschlands mit der Welt draußen klar uns realpvlitisch erkennt. Mögcn_ wir bald aus Nützlichkeitsgründen in den Völkerbund eintreten oder mögen wei­tere Hemmungen unseren Eintritt neuerlich ver­zögern ich bringe aus Amerika die Ueberzou- ung mit, daß bei dem engen und unlrtPinbarea trsammenhang zwischen Rcparationsfrage und dem Ringen um den freien deutschen Rhein und die Befreiung von fremder Kontrolle die deutsche Politik nach Regelung des Mate­riellen nunmehr schleunigst für das Ideelle ür das Nationale, für die natürliche und zerechte oberste Forderung unseres ganzen Vol­kes, in Amerika aktiv wirken muß!

ließ. Sei das nicht ein Vorzeichen für den Wit der aufstieg Deutschlands, das stolz sein wer­de auf seine Leistungen» Es lebe bei uns noch der Geist, der an eine deutsche Zukunft glauben lernt durch nationales Denken und Fühlen, nicht in Ueberhebung, aber in dem Ge-

Ein Komplott gegen Allenbg.

London, 28. November. (Eigene Drahtmel­dung.) Wie aus Kairo gemeldet wird, handelt eS sich bei den Verhaftungen um die Aufdeckung eines g e g e n den Ob-rkommissar Lord Allen- by gerichteten Komplotts. Tie Leib­wache des Oberkommiffars ist verstäikt worden. Tie englischen Offiziere und Zivilbeamicn haben Befehl erhuiten, sich nur noch unter bewaffnetem Schutz auf der Straße zu zeigen. Tie Offiziere dürfen nur mit um geschnalltem Revol­ver ausgehen, auf dem Schreibtisch jedes Zi- vikreamten liegt eine entsicherte Pistole. Auch in Port Sudan wird ein englisches Regi­

ment ausgeschifft. In Alerandrien finv drei Panzerschiffe eingrtroften, in Port Sudan der Schlachtkreuzer Malcolm und btt

Mobilmachung der Flotte verlangt.

Rotterdam, 28. November. (Privattelegramm.) Aus London wird gemeldet: Angesichts des Ernstes der Lage in Aegypten hat sich das Ka­binett in Permanenz erklärt. Die Minister blei­ben auch über daL Wochenende in London. Die konservative Morningpoft schreibt, die Ver­schwörung in Aegypten gegen England sei soweit vorgeschritten, daß Lord Allenby die Ge­samtmobilisation der englischen Flotte dem Kabinett nahegelegt hat.

Deutsche Bolkspartei und Zentrum werden mit einem erheblichen Stimmenzuwachs rechnen können, was schon aus der Tatsache her- vorgcht, daß ihre Wahlversammlungen in allen Teilen des Reiches einen außerordentlich starken Besuch aufweisen. Die Deutsch- nationalen werden in Ostpreußen, Pommern und Mecklenburg ihre Position halten können. Auch in Sachsen sind für sie die Ansfichtcn nicht un­günstig. Dagegen dürften die deutschnationalen Stimmen in den Berliner Wahlkreisen, in West­deutschland sowie in Hamburg und den nordi­schen Städten einen Rückgang erfahren. Der Austritt altbewährter demokratischer Führer aus der demokratischen Partei scheint auf die Stimmen der demokratischen Anhängerschaft keinen Rückschlag ausgeübt zu haben. Gerade der Umstand, daß die Demokraten das Zustandckom- urcn einer Bürgerblockregierung verhindert ha­ben, scheint dieser Partei zugute zu kommen und ihr neue Anhänger zu verschaffen. Man rechnet in Baden und Württemberg mit einem Zuwachs von mindestens 3040 Prozent, in Berlin mit über 100 Prozent, in Westdeutschland mit et­wa 60 Prozent und in den nordischen Städten ebenfalls mit 80180 Prozent. Die Demokraten

Lübeck, die Stadt im Winkel, ist ein gui-S Ercmpel für die verschiedenartigsten Fragen des Reiches Daher erläutert sich denn auch das ständig steigende Interesse derneutralen Welt" an diesem wunderlichen Eigenleben Aus dem früher so spöttisch gesproßenen Wort ven der Stadt im Winkel" hat sich jetzt so etwas w'i eine Art neidischer Anerkennung entwickelt, eir e Anerkennung für die doch wieder günstige Lage dieser Stadt, zwischen Deutschland und dem Norden, eingelassen in einen Winkel der Küste, nnd dieses vielleicht, um die Strahlen sei- ner Wirkung je dichter desto besser entwickeln zu können. Es kommt hinzu, daß Lübeck ein staat- lich höchst interessantes Gebilde ist: ein Staat

Tie Verhaftungen in Kgiro unterbrechen den ruhigen Verlauf der aegyvtischen Krise. Es ist nicht verwunderlich, daß sich der Innenminister Zaglul Pascha unter den Verhafteten be­findet, denn eS steht außer Frage, daß die natio­nalistische Partei von seiner Hand zusammenge- halten wird. Unmittelbar nach den Vcrbastun- _________

gen Zaglul Paschas und seiner Anhänger wurde Panzerkreuzer Malaya.

Stadt im Winkel.

Handel nnd Wandel in der Hansastadt.

(Von unserem O IV.-Mitarbeiter.) Ein vergessenes nordisches Juwel. Vor und nach der Revolution. Eine Schatz­kammer der Ostsee. Die niederdeutsche

Berlagsstadt. Zukunftsmusik.

Lübeck, 26. November.

Tief In den Winkel zwischen diesen beiden: Wagiien und Mecklenburg, eingeschloffen, liegt L ü b e ck da. Während der letzten Dezennien machte die Stadt weniger von sich reden, andere

Brrlin-Washington.

Amerika und die deutsche Freiheit.

3« den folgende» Zeilen erhebt der tn äugen, polt, tschen ytagett »,t hervorgetretene und dnrch ferne engen Beziehungen zu Amerika tu seinem Urteil besonders ges ulte Staatsjekreliir F-. Herr v. Sitzernbabe» feine gewta» ige Stimme »» 6eu Tagessragen der europüistyen Pori.it um im besondere» an das in der steueu We » von »ns ned) völlig unbebaute Feld der Augen- Politik ein-riuglitd u gemahne»«

Deutschland muß leben.

Eine Stresemannrede in Königsberg.

Der Minister wehrt sich der Gegner / Ruhr, Rhein, Pfalz / Warum mit den Deutschnatron ale«? / Eckener-Flrttner r Deutschlands Bannerträger / Empor!

größten Teiles der amerikanischen öffentlichen Meinung für das deutsche Ringen um Wieder- besreiung des deutschen Bodens leider sehr wenig oder g a « r»»n Verständnis zeigt. Tie verwickelten inncreuropäischen Probleme sind dem Amerikaner durch das Wilsonsche Wirrwarr ilnd die Ereignisse nach dem Kriege noch frem­der, unsympathischer und unintereffanter gewor­den.Völker Europas vertragt euch, dann bekommt ihr Geld geborgt und dann bezahlt brav die hohen Zinsen an Amerika" so unge­fähr denken drüben recht viele. In aller Schärfe stelle ich deswegen die Forderung auf. daß die deutsche Politik jetzt nach vorläufiger Rege­lung wichtigster wirtschaftlicher und finanzieller Dinge in richtiger Wertting des gewaltigen Ein- sluffcs Amerika aerobe bei diesem stolzen nnd freiheitsliebenden Volk das Gefühl, das Interesse wecken muß, daß alle wirt­schaftlichen und finanziellen Rege­lungen ohne die Befreiung Deutschlands von fremder Besatzung und von dauernder dem. c'- gender und völlig unnützer Kontrolle kerne Dauer haben kann. Frankreich, auch die französische Polittk des Herrn Herriot, wider­streben der ehrlichen Ausführung des Versailler Vertrages auf diesem nunmehr für uns wichrig- sten Gebiete. Wie die neu gebildete konservative englische Regierung zu dieser über alle Partei- känipfe hinweg vornehmsten dentfchen Forde­rung steht, ist bei dem von recht verschiedenarti­gen Strömungen getragenen Kabinett Baldwin keineswegs klar

Inzwischen rückt der im Sommer vereinbarte Termin der alliierten Konferenz im De­zember, welche über Räumung oder Nich!- räumnng am 10. Januar 1925 entscheiden soll, immer näher heran. Das deutsche Volk führt inzwischen einen recht konfusen Wahlkampf und das. war wir bisher von ihm fahcn, führt kaum zu:n Zusammenschluß und überläßt die augen­blicklich größte nationale Frage dem Wahl- gefebto'*? der Parteien. Die Frage der Räu­mung des Rheinlandes und der völligen Räu­mung der Ruhr ist aber wahrhaftig keine

Der kommende Reichstag.

Günstige Aussichten für die Mittelparteien.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 28. Nov.

In den Lagern der großen Parteien sind fie- . 'khaste Vorbereitungen für das E n d st a d i u m de» W a h l k a m p f e s im Gange. Soweit sich augenblicklich die Situation übersehen läßt, wer­den die Wahlen für die

Parteien der Mitte außerordentlich günstig abschneiden.

Beginnen wir mit der Frage nach den Trä- gern und ersten Repräsentanten der Politik beider Länder in Washington und Ber- 1 i n. Seit über Jahresfrist tauchen in der deut­schen Preffe immer wieder Meldungen auf, daß Herr W i e d f e l d, der erste deutsche öotschaite in Amerika nach dem Kriege, wieder an die Stätte seiner früheren wirtschaftlichen Betäti­gung, d. h. in das Haus Krupp A. G. zuruckkeh- ren wird . Es kann in der Tat keinem Zweifel unterliegen, daß aus solchen persönlichen Grün­den ein Wechsel in der Person des deutschen Botschafters in Washington unvermeidlich ist und nunmehr binnen Kürze bevorsteht. Nach­dem diese grundsätzliche Entscheidung getroffen ist. muß im Interesse einer gesunden weiteren Entwicklung deutsch-amerikanischer Beziehungen mit Nachdruck gefordert werden, daß endllch ein geeigneter Nachfolger bestimmt wird, der in der Lage ist, sich sofort für seine neue und verantwortungsreiche Stellung vorzubereiten. Tie jetzigen Wahlen zum Reichstag dürfen dafür kein Hindernis sein. Weitere schicksalsschwere Entscheidungen der äußeren Politik stehen in den Wintermonaten bevor, denen auch Amerika nicht gleichgültig gegenüberstehen wird unv darf.

Leider wollen anderseits die Gerüchts nicht verstummen, daß auch auf dem Posten des amerikanischen Botschafters in Berlin ein Wechsel eintreten soll Ich würde mit woht vielen anderen ein Scheiden des Botschaf­ters Houghton aus Berlin außerordentlich bedauern, nachdem er in loyaler und wirkungs­voller Weise in den letzten Jahren erheblich Pl. zu bcigetragen hat, die amerikanische Mitarbeit an der Lösung der Reparationsfrage herbeizu- filhren. Wir brauchen dringend auch auf dem so wichtigen persönlichen und diplomarischeft Gebiete Stetigkeit nnd Vertrauen, da­mit wir nach vorläufiger Regelung der Repara- tionssrag'e auch bei Verfolgung der weiteren Ziele deutscher Politik auf Verständnis und Mitarbeit der Vereinigten Staaten rechnen köilnen! An vorderster Stelle dieser wei­teren Ziele deutscher Politik steht die ver­tragsmäßige Räumung der nördlichen Zonedes Rheins am 10. Januar 1925 und die damit untrennbar verknüpfte Räumung des gesamten Ruhrgebietes zum gleichen Datum. Hier muß ich wahrheitsgetreu berich­ten. daß die jetzige Einstellung sowohl der offi­ziellen amerikanischen Politik, wie des weitaus

Funken unter der Asche.

Neue Zwischenfälle in Aegypten.

(Eigene Drabtmeldung.)

Basel, 28. November.

Mailänder Blätter melden, daß die telc graphische Verbindung mit Aegypten seit gestern Mittag Störungen ausweist, die auf eine bevor­stehende Einstellung des gesamten DrahtverkehrS chlicßen lassen. Weitergehende Nachrichten, daß es in Port Sudan zu offener Rebellion gekommen sei, haben bis jetzt noch keine Bestä­tigung gefunden, die Mailänder Abendzeitungen von gestern geben aber den ungeheuren Ernst der Lage in Aegypten zu und bringen Einzel­heiten über

schwere Zusammenstöße zwischen englischen Truppen und der Bevölkerung von Kairo.

Königsberg, 28 November. In dem über füllten Festsaale der Stadthalle in Königsberg sprach Reichsminister Dr. Stresemann ge­stern abend vor mehreren kaufend Personen über die politische Sage Mit der Festigung der deut scken Währung fei zweifellos ein Schritt vor­wärts getan worden. Das müßten auch die­jenigen anerkennen, die die Außenpolitik im letzten Jahre in oft maßloser Weise angegriffen haben. Dem Vorwurf von der rechten Seite, daß gan, Deutschland zur Reparati- onsprovinz gemacht werd», stellte Dr. Stre­semann entgegen, daß man gerade in Ostpreußen doch wohl Empfinden dafür haben würde, daß es die Pflicht des Reiches war, die von Poin- cnree zu alleinigen Trägern der Reparations­forderungen gemachten Provinzen an

Rhein und Ruhr sowie die Pfalz aus ihrer Sage zu befreien

Fnbezug auf die Vorgänge der letzten Monate verwahrte sich der Redner gegen die Angriffe, die von demokratischer Seite gegen die Deutsche Bolkspartei wegen ihres Eintretens für die Einbeziehung der Den tschnationn- l e n in die Regierung erhoben worden sind, und erinnerte daran, daß die Vertrauensmänner der Demokratischen Partei damals in derselben Wette für die Erweiterung nach rcck'ts einqetre- k. n seien wie die volksparts-lichen Minister. Zum SchlNsi gab Dr. Stresemann einen Ausblick in die Zukunft. Er habe gestern in B e r lin zwei deutsche Männer kennen gelernt, die ihm als Wegweiser in die deutsche Zukunft er­schienen seien: Dr. Eckener und Flettner. (Lebh. Beif.) Der Ban und die Ablieferung des ^eppelinluftschiffes. die als Tcnrüti- gung gedacht war, fei ein Weck geworden, vas

iie deutsche Seele in Stolz aufflammen