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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Freitag, 28. November 1924.

Einzelnummer 10 Pf. SntmtnnS 15 Pf 14. Jahrgang

Numrne x,80. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf

General v. Aathafius heute in Kassel.

Der kritische Paragraph 16. Sie geschloßene Regierungsftont.

Wiederkehr der Regierung Marx-Stres.mann?

Ei« beigelegter Konflikt / Stresemann dankt für de» Reichs, kanzlerpoften / Flaue Wähler / Alles hofft auf den Sieg.

Marseilleise singen Der letzten Meldung zufolge ist General von N a t h u s i u s gestern abend in Saarbrücken eingetroffen und reifte heute früh um 6 Uhr nach Kassel weiter. (Nach einer Mitteilung aus Bekanntenkreisen des Ge­nerals wird unser Kasseler Mitbürger heute Nachmittag 5.37 Uhr von Bebra kom­mend in K a f s e l eintreffen. D. Red.)

Rücksicht auf das Kräfteverhältnis der einzelnen Mittelparteien,

wieder in die Hand des bisherigen Reichskanzlers Dr. Marx

gelegt werden wird Minister Dr. Strese­mann bestreitet icgliche Absichten, für seine Person den Restd^kanzlerposte« zu beanspruche«. Demnach ist wohl anznnehmen, daß die R e g i e- tung Marx-Strcsemann auch nach den Reichstagswahlen mit einigen Veränderungen in di r Besetzung der Ressortminister zurückkehren wird. Wenn die D e u t s ch n a t i o n a l e n wertet hin maßgebenden Einfluß auf dir Außen­politik beanspruchen, so bestehe allerdings wenig Aussicht, sie an der Regierung zu beteiligen.

Sine faule Buerede.

London, 27. November. (Privattelegramm.) Am Auswärtigen Amt teilt man mit, daß der Völkerbund keine Kenntnis von der ägyptischen Protestnote nehmen wird, weil diese von der Kammer, und nicht von der ägyptischen Regierung ausgegangen ist.

und den Burgfrieden zu wahren. Der Außen­minister hat im übrigen sür feine Person die Versicherung abgegeben, daß er niemals Vcran- '«ssung genommen habe, die Haltung des Reichskanzlers Dr. Marx zu kritisieren. Von führenden politischen Kreisen erfahren wir, daß innerhalb der gegenwärtigen Regierungs­parteien nunmehr vollkomn--ne Einig­keit darüber besteht, daß die Kabinetts- bildung nach der Reichstagsneuwahl, ohne

<8tn neuer UteDifionstermin ?

Genf- 27. November. (Privattelegramm.) Nach einer Pariser Meldung ist der Kabinettsbe­schluß auf Freilassung des verurteilten Gene­rals v. Nathusius gegen drei Stimmen gefaßt worden. Die Entlassung sei ausdrücklich als eine vorläufige ausgesprochen worden und es sei der deutschen Regierung zugestanden worden, daß die Einzelheiten der Bedingungen für die Freilassung nicht veröffentlicht würden. Als Termin für eine Revisionsverhandlung sei die dritte Dezemberwoche in Aussicht genommen.

Warum man den General freiließ.

Bafel, 27. November. Der Baseler Anzei­ger meldet aus Lille: Nach der Auffassung rich­terlicher Kreise ist der Revisionsantrag des Ge­nerals von Nathusius infolge der Amnestierung hinfällig geworden. Die Begnadigung des Ge­nerals von Nathusius hat bekanntlich bei der nationalistifchen französischen Presse Unzufrie­denheit ausg-löst. Ihre Ausführungen gipfeln darin, daß die deutsche Regierung

aus Wahlgründen eine Erledigung

Naihufius aus dem Heimweg

General von Nathusius' Abschied von Lille.

(Eigene Drahtmeldung.)

Wie stehl die WeHlsHlacht?

Berlin, 27. November. (PrillAtelegramm) Wegen der Wablreisen der Minister ist in Ber­lin eine eigentliche Regierungsarbett überhaupt nicht mehr geleistet werden. Dabei sind anläß­lich der zehnprozentigen Beamtengehaltser- höhung auch die Reprasentationsgel- d e.7 fit r die Herren Minister wieder erhöht worden. Der noch immer bestehende Ersparnis- kommissar macht vor Sesseln und Autos der deutschen und auch der preußischen Minister Halt. Dabei sind von den Wahlversammlim- gen nur die, in denen bekannte Parteiführer sprechen, zahlreicher besucht Recht sparsam wird vorläufig mit dem Verteilen der Flugblätter wegen der allgemeinen Kassenebbe umgegangen, lieber die Wahlaussichten der Parteien ist ous Erklärungen tührender Parlamentarier festzustellen, daß eigentlich alle Parteien über den Wahlausgang optimistisch gestimmt und. Der immer sehr aufschlußreiche Stand der Wetten über dieveutschen Wahlen bei Lloyd in London ift zockM für eine Rückkehr der bis­herigen Mehrheilsverhältnisse 4:4, für einen Sieg der Linken 3:2, für einen Sieg der beiden Rechtsparteien 5:3.

deS Falles Nathusius gewünscht hat. Wenn auch nichi direkt ausgesprochen, so ist doch faktisch da­mit der Verzicht Deutschlands auf eine Re­habilitierung des Generals bekundet worden. Man kann eine Erklärung für dieses Verhalten Deutschlands, das dem neutralen Beobachter ganz unoverständlich erscheint, nur darin finden, daß Deutschland ausländtsche Urteile gegen deutsche Kriegsbeschuldigte als nicht existierend ansieht. Die französische Regie- ruugspresse schreibt: Eine Geste der Verzeihung ist immer französisch. Es handelt sich aber gleich­zeitig um eine opportune Maßnahme, denn die Verurteilung des Generals von Nathusius fei von der deutfchnationalen Presse bereits ausgeschlachtet worden, um das Mißtrauen ge­gen Frankreich zu schüren,

bruche gehen kann. Die den besten Beweis dafür erbringen, daß der Völkerbund nicht die Auto­rität hat, die Rechte her Nationen gegenüber d-n Angriffen einer Uevermacht zu wahren. Ais Natron, die wir selbst zu den unterdrückten Volkern gehören, haben wir alle Veranlassung, soweit es irgend möglikch erscheint, in der deut­schen öffentlichem Meinung die Empörung aeaen den englischen Rechtsbruch zum Ausdruck zu bringen, weil wir auf diese Weise die Solidari­tät der unterdrückten Völker wahren müssen, um zu gegebener Zeit auch unsere Rechte geltend machen zu können.

Die Antwort der schwedischen Regierung auf das Memorandum der Reichsregierung über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ist eine der letzten. Die Antwort der schwedischen Regierung, daß man bei der Ausführung des Artikels 16 keine Rücksicht auf beson­dere Verhältnisse (wie die deuffche Rüstungsbeschränkung) nehmen könne, ist geeig­net, die ganze Völkerbundakte ab absurdum zu führen. Wenn das die stille Nebenabsicht der schwedischen Regierung gewesen sein sollte, so könnte man vom deutschen Standpunkt aus still­schweigend darüber hinweggehen oder sie be­kämpfen. Je nach der persönlichen Beurteilung der Machtstellung, die man dem Völkerbund bei- mißt. Vorläufig scheint es sich jedoch um eine den deutschen Interessen sehr wenig entgegen kommende schwedische Entscheidung des Völker- bundsproblems zu handeln. Und mit Recht hat die völlige Außerachtlassung der deutschen Wünsche von Seiten Schwedens, das Deutschland während der ganzen Kriegs- und Nachkriegszeit in seinem einzigen wohlwollen­den, neutralen Freund gezählt hat, in Berlin peinliche Ueberraschung hervorgerusen.

Schweden hat Einwande gegen den deut­schen Standpunkt erhoben, wonach wir den Ar­tikel 16 der Völkerbundssatzung nur unter Vor­behalt annehmen könnten. Die deutsche For­derung nach einem ständigen Rstütz wird von Schweden unterstützt, wie sie auch sonst kaum Widerstand findet, vier handelt es sich wohl nur noch um die formale Erledigung. Von tiefer sachlicher Bedeutung hingegen ist die Diffe­renz über den Artikel 16, der damit zum Angelpunkt der Entscheidung über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund wird. Da wir jetzt dem Termin des endgültigen Ent­schlusses der Reichsregierung immer näher rük- ken, werden wir die dabet entscheidende Frage aufmerksam prüfen müssen. Der Artikel 16 der in Versailles diktierten Völkerbundsakte behan­delt den Fall, daß ein Dundesmitglied, ohne die Schiedsmöglichkeiten zu erschöpfen, zum Kriege schreitet. Er ordnet für diesen Fall den Abbruch aller Beziehungen zu dem Fnedensbrecher au und fährt dann fort:

.In diesem Falle ist der Rat verpflichtet, den verschiedenen beteiligten Staaten vorzuichlagm, mit welchen Land-, See- oder Luftstreitkräften die Mitglieder des Bundes für ihr Teil zu der bewaffneten Macht beizutragen haben, die zur Wahrung der Bundespflichten bestimmt ist. Die Dundesmitglieder kommen ferner überein, sich bei der Ausführung der auf Grund dieses Arti­kels zu ergreifenden wirffchastlichen und finan­ziellen Maßnahmen zu unterstützen, um die dar­aus entstehenden Verluste und Unzuträglichtei- ten auf das Mindestmaß zu beschränken. Sie unterstützen sich ferner gegenseitig, um den von dem Vertragsbrüchigen Staat gegen einen von ihnen gerichteten besonderen Maßnahmen ent­gegenzutreten. Sie veranlassen das Erforder­liche, um den Streitkräften jedes Bundes­mitgliedes, die zum Schutz der Bundespflichten zusammenwirken, den Durchzug durch ihr Gebiet zu erleichtern."

Die Bestimmungen deS Artikels 16, die Deutschland nicht auf sich angewendet wissen will und kann, sind selbstverständlich die oben unter­strichenen, die von der Teilnahme und Unter­stützung einer militärischen Bundesexekution handeln. Das entwaffnete und aller modernen Kriegsmittel beraubte Reich kann weder selbst, an einer Exekution teilnehmen noch den Durch­zug anderer Truppen gestatten, weil es sonst gar zu leicht selbst zum Kriegsschauplatz würde. Deutschland muß aus anderen Gründen aber ebenso energisch den Standpunkt der S ch w e iz einnehmen, die um ihrer anerkann­ten Neutralität willen ebenfalls die Teilnahme an Bundesexekutionen sowie den Durchzug durch ihr Gebiet ablehnt und ihr Heer nur zur Ver­teidigung der unbedingten Neutrali- t ä t unterhält.

Wie man im übrigen in England, das Deutschland gewaltsam für den Völkerbund pressen will, über dessen Machtkompetenzen im Ernstfall denkt, -seigt sein Verhalten im ägyp­tischen Konflikt, in dem es jede fremde i Einmischung, auch die des Völkerbund- Schiedsgerichts strikte abgelehnt hat. Es ist vielmehr schleunigst zu militärischen Maßnah­men geschritten, um nicht etwa Aegypten zu stra­fen, sondern seine Alleinherrschaft im Sudan zu befestigen. Wenn England den , Begriff der Sühne dahin auslegt, daß der ge- , schädigte das Recht haben soll, ein ganzes Land , zu annektieren, so ist ein neuer merkwürdiger ' Nechissall geschaffen, gegen den sich jeder mo- ; berne Staat unbedingt auflehnen sollte. ES ist doch ohne weiteres klar, daß in einem Augen­blick, wo man Deutschland jumutet seine poli- I tilch: Selbständigkeit zu beschränken und dem i Völkerbund beizutreten, nicht derartige Rechts- ;

Berlin, 27. November. Während der Ab- wesenheit des Reichskanzlers Dr. Marx uub des Außenministers Dr. Stresemann von Ber­lin hatten die Auseinandersetzungen zwischen den Parteien der bisherigen Regierungskoali­tion derart außergewöhnliche Formen ange­nommen, daß die tatsächliche Gefahr eines Auseinanderfallens des Blockes der Mitte gegeben war. Besonders in den demokratischen, z. T. auch Zentrumskreisen, be­stand der Eindruck, die Deutsche Bolkspartei be­absichtige, das Schwergewicht der bisherigen Politik nach rechts zu verlegen und wolle es da­her auf einen endgültigen Bruch ankommen las­sen, sodaß überall der Eindruck entstehen mutzte, als cb innerhalb der Ncichsreqierung die lei­tenden Kräfte auseinander gerissen worden seien. Dr. Stresemann fand bei seiner Rückkehr eine Situation vor, die außeror­dentlich kritisch war, da die gegenfeitige Bekämpfung der Regierungsparteien einen Höhepunkt erreicht hatte, der angesichts der kurz bevorstehenden Wahlen außerordentlich bedenk­lich erscheinen mußte. Dr. Stresemann tat denn auch sofort die notwendigen Schritte um die

Konflikte innerhalb der Regierungs­parteien auszugleichen

Berlin, 27. November.

Wie wir hören, wird die Begnadigung des Generals von Nathufius durch die franzö- ische Negierung von der Reichsregierung g e b i l l i g t, da keinerlei Zweifel mehr darüher bestehen, daß die französische Regierung tatsäch­lich von der unschuldigen Verurteilung des Ge­nerals überzeugt war. Es sei ganz offensichtlich, daß die französische Regierung

mit einem Fr ei spruchgerechnet hatte und von der Verurteilung selbst außeror­dentlich überrascht wurde. General vonNathu- iuS war bei der Verkündigung feiner Begnadi­gung insofern überrascht, als er mit einer prozef- ual gar nicht möglichen «nullierung des Urteils nicht gerechnet hatte. Der General war mehr erregt als erfreut. Seine letzten Worte an den Direktor deS Gefängnisses toar* die des Tankes für die gewährten besonderen Bergünsti- gungen. Der General gab der Hoffnung Aus­drucks daß ein

anderes französisches Gericht seine Unschuld beweisen werde. Ter Bahnhof war bei der Heber* bringuttg des Generals von einer großen Menge Neugieriger belagert. Man hörte vereinzelt die

Flüge um öle Sede.

Nene kühne Luftverkehrspläne.

®es Vizeadmiral dec eng iiltzcn Luftflotte Sie SSrante-., der auf ,einem Wettflug naß) Jnd en z. Jtt in Berlin ei gekehrt ist, nm im Nahmen des Wsltlnstverkehrs einen regeln,iitzigen Flug, b en ; von London nach Indien, dis Äaitu ta einznrichten, Hal einem Berliner Berichterstatter nachko gende weltweite Luftplane enlhnstt.

Um diese Aufgaben, die sich die Luftfahrt für die Zukunft, d. h. schon für das kommende Jahr gestellt habe, zu lösen, bedürfe es steter unabläs­siger internationaler Zusammenarbeit, und so­weit vor allem Nordeuropa in Frage komme, könne

England nicht ohne Deutschland und Deutsch­land nicht ohne England

auskommen. General Branker, dem man den begeisterten Anhänger und Förderer der Luft­fahrt ohne weiteres ansteht, gibt als seinen in­nigsten Wunsch zu verstehen, daß die Zusam- menarbeit zwischen der deutschen und englischen Luftverkehrsgesellschaft auch in der Zukunst nicht nur weiter erhalten, sondern noch enger ansgestaltet werden möchte. Einnahmen und Ausgaben, alle Abrechnungen, kurzum, alle Maßnahmen würden schon jetzt in stetem gegen­seitigen Einverständnis vorgenommen. Diese Zusammenarbeit würde noch größere Früchte im Luftverkehr zeitigen, wenn

Deutschland die gleiche Freiheit gegeben

würde hinsichtlich der Ausübung des Lustdien­stes bzw. des 'Baues von Flugzeugen wie allen übrigen Staaten, die an dem Ausbau des in- tervationalen Luftverkehrs beteiligt seien. Soll aber der Flugverkehr auch wirtschaftlich sich ren­tieren, dann müsse auch Deutschland gestattet werden, Großflugzeuge, da nur solche rentabel seien, zu verwenden. Dann wurde eine noch bessere Zusammenarbeit zwischen Demsch- land und England zur Tat werden. Auf die Frage nach den ZukunstsPlänen der in­ternationalen Luftfahrt führt Genial Branker aus, daß die Durchführung dieser Zukunfts- Pläne ausschließlich von den internationalen Vereinbarungen abhänge, die derart sein müß­ten, daß beide Fluggesellschaften, die deutsche und die englische, unter den bisherigen Bedin­gungen und auf derselben Grundlage wie bis­her arbeiten könnten. Was die englischen Luft- verkehrspläne betreffe, so fei man auf englischer Seite entschlossen, die kommenden Luftlinien so einzurichten, wie sie den besten kaufmännischen Erwägungen und den besten technischen Grund­sätzen entsprächen. Der General hofft, daß schon im Februar nichts mehr dem restlosen Ausbau des Wellluftverkehrs entgegenstehen würde. Die

Pläne für den Weltlustverkehr find in der Tat gewaltig

und ihre Durchführung würde einen enormen Fortschritt auf allen Linien bedeuten Um sich eine Vorstellung von den Zukunstsmöglichkeiten des Weltluftverkehrs machen zu können, sei kurz das wiedergegeben, was bisher erreicht worden und weiter geplant ist. Danach gibt es feit Sommer d. I. 48 Hauptluftverkehrslinien. Tie Hälfte davon befindet sich in Europa, Darunter neun in Deutschland. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika unterhalten außer acht in privaten Händen befindlichen Linien noch die große Kontinentluftpostlinie New« York San Francisco. Auch Austra, lien hat zwei regelrecht betriebene Luftlinien. Der Rest der Flugverkehrsstrecken verteilt sich auf Afrika und Südamerika. Sie werden in der Hauptsache von Deutschland, England und Frankreich unterhalten. Ein großes Verständ­nis für die Einrichtung eines regelmäßigen Lufwerkehrs hat u. a. auch Sowjetrußland gezeigt. Sowjetrußland verfügt zunächst übet die ausgezeichnet funktionierende deutsch-rus­sische Linie B e r I i nM oskau. Daneben gibt eS im zivilen Luftverkehr in Rußland die Freiwillige Rote Luftflotte" (Do- broljot), die einen regelmäßigen Luftverkehr von Moskau über Nishni-Nowgorod nach Kasan und weiter in Turkestan mit Junkers-Flugzeu­gen betreibt. Von großer Bedeutung für den internationalen Luftverkehr ist die von Junkers projektierte

Strecke Helsingfors Petersburg Mos­kau Tiflis Teheran bis zum Persischen

Golf.

Dieser Flugdienst ist nirzeit bereits im Gange und soll im nächsten Frühjahr vollständig aus- geübt werden. Unter den übrigen fiir das nächste Jahr in Aussicht genommenen Projekten sind folgende von Frankreich geplante Luftver­kehrslinien zu erwähnen? Algier Kalmar Barcelona sowie Antibes Ajaccio Bonc oder Philippeville Zusammensassend fei noch gesagt, daß im nächsten Jahre auch der Nacht-