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Kasseler Neueste Nachrichten

Moderne Legelbrüder

Das erste 24-Stunden!egeln der Welt.

tor haben wird.

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in dem Ncicktiim und Armut meist schroff ein­ander g-.genüberstz'hen.

2 Beilage.

Dienstag, 18. November 1924.

außerdem strömten Beiträge von anderen Sei­ten zusammen, sodaß es im ganzen 6002 Num­mern von 850 Mitarbeitern wurden. Damit ist aber der lettische Märchenborn noch nicht er» schöpft, und eine Neuausgabe der Sammlung wird noch eine bedeutende Bereicherung erfah­ren Alle die Märchen sind in 524 Gemeinden Kur- und Livlands wortgetreu so niedcrgeschrie- ben worden, wie sie von mehr als zweihundert Erzählern beiderlei Geschlechts uu$ dem Ge- dächinis erzählt wurden. Während man m Deutschland hauptsächlich bei dem weiblichen Geschlecht uralte Märchenkunde gefunden hat, aenießen unter den Letten die Männer ein grö­ßeres Ansehen als Märchenerzähler. So war eS auch ein Mann, der die größte Zahl von Mär-

Sebietes zu einemSollinger Sängerbund" gt war, fand jetzt in Schöningen eine Ver­sammlung des Bundes statt, wobei der Anschluß des Bundes an denVerband niedersächsischer Männergesangvereine beschlossen wurde. Ein Landwirt ans Varlosen ist Schwindlern in die Lande gefallen. In einem Auto kamen Pferde­händler an und nach kurzer Zeit ist man über zwei Pferde handelseinig. Die Händler leisten eine Anzahlung in bar, über den weitaus grö­ßeren Teil stellen sie einen Wechsel auf ein Bank­haus in Göttingen aus. Als nun nach einigen Tagen das Bäuerlein mit seinem Wechsel nach Göttingen kommt, kennt man auf der Bank den Aussteller nicht und der Bauer hat das Nachse­hen. Einbruch: In Ballenhausen wurde bei dem Gastwirt Evers eingebrochen. Gestoh­len wurden 300 Zigarren, 200 Zigaretten, Hem­den, Handschuhe, 2 Paa* Stiesel und Gama­schen. Der Schaden beträgt etwa dreihundert Mark.

steigt ein Herr mit einem Kranze und wird von dem Totgesagten, der noch gar nicht ans Ster­ben denkt in Empfang genommen . . .!

Gurhagen, 17. November. (Die große Drahtseilbahn.) Am Donnerstag fand hier die Abnahme der neuen Drahtseilbahn, die von der Zeche Wollrode nach Bahnhok Gurhagen führt, durch eine behördliche Kommission unter Leitung vom Oberbergamt Clausthal statt. Die Draht­seilbahn, die von der bekannten Spezialfirma für Drahtseilbahnen, der Firma Kaiser u. Co. A.-G., in mustergültiger Ausführung hergestcllt ist, fand allgemeinen Beifall. Die Bevölkerung begrüßt das neue Unternehmen freudigst, weil der dadurch bisher mit Lastkraftwagen bewirkte Transport der Kohlen fortsällt und außerdem eine wesentliche Verbilligung der beliebten heiz- lrästigen Kohlen eintritt

* Von der Weser, 17. November. (Allerlei.) Als eine Ehefrau von Gesundbetern kam, wurde sie irrsinnia. Nach Langenhagen zur Heil- und Pflegeanstalt mutzte die bedauernswerte Frau acbracht werden. Eine lange Reise hat ein im Jahre 1916 aufgegebener Feldpostbrief aebraucht, bis er der Ehefrau des Absenders zugestellt wurde. Der Absender war längst wie­der in Northeim bei seiner Familie tätig. Der Brief trug die Erklärung fitr die lange Reise durch einen Vermerk der Postbehörde, vnach der Brief bei einem ungetreuen Postaushelfer ge­sunden worden war. In Uslar hatten die Sozialdemokraten gegen die Wahl der Bürger- Vorsteher vom 4. Mai, bei der sie stark verloren halten. Einsvruch erhoben mit der Begründung, daß das Wahlgeheimnis verletzt worden sei. Der Kr'eisausschuß hatte, nachdem sich der Land- rat zur sozialistischen Seite geschlagen hatte, den Einspruch gebilligt. Der Bezirksausschuß, der nun angerusen war, entschied nach An hören der Parteien, daß der sozialdemokratische Einsvruch kostenpflichtig abzuweisen sei. Die Kosten wur­den auf 1000 Mark festgesetzt.

» Aus dem Solling, 16. November. (Sän­gerbund. Pferdeschwindlcr.) Nachdem vor et­wa vier Wochen ein Zusammenschluß des größ­ten Teiles der Männergesangvereine des Sol-

Cht Volk von Märchenerzählern.

ES gibt Völker, denen eine poetische Bega­bung in viel höherem Maße innewohnt, als an- deren. Dazu gehören die Leiten und Li­tauer, unter denen eine solche Fülle von Mär­chen verbreitet ist, daß man wohl von einem Volk von Märchenerzählern" sprechen konnte. Die lettisch,litauischen Volksmärchen sind jetzt m einer voittefflichen Auswahl von M. Boehm und F Specht in der großen bei Eugen Diebe- rich in Jena erscheinenden SammlungTie Märchen der Weltliteratur" herausgegebcn worden.

Tie lettischen Märchen stammen aus der stebrnbändigen Sammluna, die der Volksschitt- lebrer Hans Lerchis-Pnschk.cktis in den Jahren 18911902 zusammengcbre-cht hat Ter Her-ms- geber hat einen großen Teil dieser Märcbm d'm Bsü ts fehlt» Wohnort Siurt aba'lausch'

schaltet. Der Gedanke Flettners ging dahin, eine Luftturbine zu schaffen. Die bishen- aen gelungenen Versuche haben diese JHee Mr Wirllichkeit werden lassen. Ter Erfinder will jedoch vorläufig noch nicht mit Einzelheiten in die Oefsentlichkeit treten, weil er vorher das Windkraftschiff Mgemein einführen rotfl, sich nachher dem Ausbau deS Lustkraftturms : so eingehender widmen zu können.

Nach den bisherigen Entwürfen handelt es sich um Türme, die in ihrer Form und Kon- struttion dem Eiffelturm ähnlich sind, ohne ihn in der Größe und Höbe zu erreichen. An . - _ . - er, der

ihn in der Größe und Höbe zu erreiche: der Spitze befindet sich ein Propelle . an den Enden sich plötzlich stark verbreitert. Transmissionen, deren Zweck es wäre, die Schwungkraft des Propellers in die Triebkraft einer aevachren Turbine umzuformen, sind nicht bemerkvar. Die gegenwärtige Form der Türme, die hauptsächlich Industrieanlagen zugute kom­men sollen, ist keineswegs endgültig. Die An­fänge der beiden epochalen Erfindungen liegen mehr als ein Jahrzehnt Mkück. Der Optimis­mus den Direktor Flettner stets an den Tag legte, ist nicht nur gerechtfertigt worden, er hat ihre Erwartungen übertroffen. Die Zeit ist kaum allzufern, wo jedes Schiff sein Wind­kraftrohr wie auch jebe Fabrik ihren Windmo-

Wmum wir schlafen gehen.

Eine der vergessenen Künste.

Wir sind zwar sehr stolz auf die Fortschritte, die uns die Technik im Lebenskomfort gebracht hat. aber in so manchen wichtigen Dingen sind wir dafür weit hinter unseren Vorfahren zurück­geblieben Zu diesen Annehmlichkeiten, deren wahren Genuß wir verlernt haben, gehört das Zubettgehen. Das Bild stillvergnügter Selig­keit, wie es sich etwa aus Zeichnungen Wilhelm Buschs in dem von hohen Federbetten umrahm­ten, mit der Zipfelmütze bedeckten Haupte eines Schläfers daroietet. sinoen wir heute nicht mehr. Die Nachtmütze, die so mollig uns behaglich war, und ebenso das niedliche Schlafhäubchen der Frau mit den kotteten Bindebändern, sie sind verschwunden, ebenso wie die von weichen Damien strotzenden Kopfkissen, und das Bett, das uns heute zum allnächtlichen Schlummer einlädt, ist eine kalte, nüchterne, meist metallene Konstruktion mit Harrer Matratze und glatten Decken, so recht ein Ausdruck unseresMaschi- nenzeitalters".

Früher dagegen war das von weichen Kiffen und Unterbetten schwellende Ruhelager mit sei­nen geheimnisvoll Wallensen Vorhängen, mit dem die rauhe Außenwelt abschließenden Baloa- <hin so recht ein glückliches Paradiesesland, in dem der Schläfer wie in Abrahams Schoß, woh­lig umhegt von Wärme und Stille, lag.Die Kunst des Zubettgehens gehört heute zu den vergessenen Künsten," klagt ein LebxnSkünstler, der in einem englischen Blatt die verschwunde­nen Herrlichkeiten der alten Schlafgcmächer von neuem heraufbcschwört.Und weil wir diese wichtige Kunst vergessen haben, so werden wir mit Schlaflosigkeit gevlagt, mit Neurasthenie. Unruhe und anderen Schrecknissen. Unsere Vor­fahren wußten, wie man behaglich zu Bett geht. Sie berutzten nicht kleine Böttwärmer und Bett­flaschen. die nur -in schmales Stück erhitzen, um den übrigen Teil des Bettes desto eisiger erschei­nen zu lassen.

Sie verstanden es. das Bett gleichmäßig zu durchwürmen, und benutzten dazu die breite Wärnrpfanne. die heute nur noch hier und da als unbcnutzte Merkwürdigkeit an der Wand hängt. Diese kupfernen Wärmpfannen, die mit alülurlden Koblen gefüllt und mit Tüchern um­hüllt waren, um die Bettlaken nicht zu verbren­nen. wurden im Bett langsam hin- und herae- führt. bis jeder Zoll erwärmt war, sodaß dann der müde Sterbliche in ein warmes Nest stieg und nicht erst noch lange mit kalten Füßen zu kämvken hatte. Und diese alten Bettstellen selbst, dieft geräumigen breiten, auf festen Füßen ruhenden Wohnungen der Nacht, boten eine Ruhestätte, wie sie die elegantesten Metallbetlen von bcutc nicht bieten können.

In Berlin fand dieser Tage ein Vierundzwan- dieser Zeit 5464 Kugeln geschoben. Sämtliche zig-Stunden-Dauer-Mannschaftskegeln statt. Von Kämpfer hielten die 24 Stunden durch, und alle Sonnabend nachm. 6 Uhr bis Sonntag 6 Uhr Teilnehmer blieben bis zum Schluß Verhältnis- Nachmittags rollten die Kugeln ununterbrochen, mäßig frisch. Sieger wurde die 1. Mannschaft des Auf 4 Asphalt- und 8 Bohlenbahnen wurden in Berliner K. C.Freie Bahn" mit 30915 Holz.

SchMMem des M'ffens.

Für kleine und große Leute.

Im Jahre 1816 wurde verfügt, alle Farbigen Merikos, die lesen und schreiben können, sind gefährlich und werden erdrosselt. Sechshun­dert angesehene Neger wurden darauf­hin sogleich massakriert. Heute zählt Nord­amerika neun Millionen freie Neger. Das WortFamilie" heißt, wörtlich übersetzt:Die­nerschaft". Man bat berechnet, daß allem in Burgbrohl an der Eifel 4390 Kilogramm Koh­lensäure in vierundzwanzig Stunden aus der Erde strömen. In der Umgebung des Laacher Sees werden jährlich 219 Millionen Pfund die­ser Gases der Erdatmosphäre zugeführt. Bei den vulkanischen Eruptionen ist der Wafferdampf mit positiver Elektrizität geladen, während die Aschenteilchen negativ elekttisch sind. Daher fin­den auch ständige elektrisch« Entladungen statt. In der Nahrung enthaltene Stärke wird durch das Speichelferment (Ptyalin) in Zucker verwan­delt. Man versuche Stärke zu kauen, sie wird allmählich süß zu schmecken beginnen. Durch Schlagen von Blut erhält man einen weißen fa­serigen Stoff, den Blutfaserstoff welcher aus Ei­weiß besteht. Bringt man Blntfaserstoff in Wasser mit Chloroformzusatz und bewahrt ibn bei 37 Grad Celsius im Brutschrank vierund­zwanzig Stunden auf, io bleibt er völlig unver­ändert. Fügt man zu einem zweiten ähnlich be­handelten Gefäß 0,2 Prozent Salzsäure (entspre­chend ungefähr dem Säuregehalt des Magensaf­tes), wird man Faserstoff stark gequollen finden. Setzt man in einem dritten Gefäß 0,2 Prozent Salzsäure und 1 Prozent Pepsin hinzu, wird man nach 24 Stunden von dem eingebrachtcn Blutfaserstoff nichts mehr erkennen. Die auf na­türlichen Zustand gebrachten Berdauungssüfte haben die Masse in eine lösliche Form verwan- delt, in eine etwas trübe, bräunlich gefärbte Flüssigkeit.

Nr. 272.

Vierzehnter Jahrgang

Die Land-rufttmblne.

Eine neue Erfindung Flettners.

Ingenieur Flettner hat, einem Berliner Blatt zufolge, einen Turm konstruiert, durch den es, ähnlich dem Prinzipe des Windkraft­schiffes, möglich gemacht wird, die Luft­strömungen auf dem Festlande der Gewin­nung von Kraftenergien dienstbar zu machen. Versuche, die an Hand eines Modells in der Umgebung Berlins gemacht wurden, haben be­stätigt, daß diese Erfindung die Verwendung von Brennstoffen zwar nicht ganz auszuschalten vermag, dagegen bei starken Windströmungen sehr bedeutende Ersparnisse an Heizmaterial zur Krasterzeugung zu erzielen vermag.

Die konstruktiven Grundsätze und ihre prak­tische Anwendung beruhen im allgemeinen auf denen einer Windmühle. Allerdings mußte eine technische Verfeinerung und die Anwendung der neuesten technischen Erfindungen beobachtet werden, um ein Instrument zu schaffen, das alle Nachteile der früheren, zur Gewinnung bedeu­tender Kräfte untauglichen Windmotore, aus-

von Wildnis und Grauen üher uns schüttet. Aber man mutz sich geborgen wissen vor seinen Raubtrertatzen; schlimm ist es, einsam ans der Landstraße zu sein nachts, wenn er ungezügelt daherfährt ohne Erbarmen und mit der Wucht ungezügelter Kraft. Wir zahmen Menschlein sind doch wohl nicht so zahm, wie wir ost selbst von uns glauben. In unserem Blut lebt noch ein Verständnis für ausgelassene Ungebunden­heit. Mr begehren wieder nach der Freiheit auf, so ost wir den freien Sturm uns umbrau- fcn IjÖTCK.

Wenn der Morgen graut und der Schlaf unser Auge schließt, wenn erste Dämmerung wieder die Vertrauten Gegenstände uns naherückt und wir das schöne Gefühl haben: ES ist noch eine Stunde, bis unS der Tag zzur Arbeit ruft, dann weicht der nächtige Spuk, und wir können gar« nicht verstehen, wie er uns tief innerlich beun­ruhigte. Aber es ist doch ein Zauber, den man nicht missen will, um die gntze Leidemchttt letzter Größe willen! ... Ich lag stundenlang wach und lauschte dem Sturm! M.

6s war einmal...

eben, nämlich siebzig, beisteuerte, es war ein gewisser Kaspar Tsch'pmach in Siurt: eine Frau Ilse Silbard m Siurt brachte fünfzig Märchen. Ebenso wie unter den Letten ist unter den Li­tauern das MärchenerzÄhlen weit verbreitet. Da es eit- eigentlicher litauisches Schrifttum vor dem Kriege fast gar nicht gab, so lebte die Mär- chenliteratur ganz in dec mündlichen Ueberliese- ntng fort Litauen liegt auf der Wegscheid« zweier Kulturen, deutsche und osteuropäische Einflüsse kreuzen sich hier, und so ist denn ein merkwürdiges Gemisch von germanischen und slavischen Märchenstoffen entstanden.

Die ganze Fülle der deutschen Märchenpr i.bt, Motive wie die vom tapferen Schneiderlein, vom Meisterdieb, vom Däumling usw., finden sich im Litailischen wieder, und es scheint manch­mal eine 1 hefte Uebernahme deutscher Märchen ftattgesunden zu hckben. War doch einer der Hauptmärchenerzähler für die Sammlung Jinkschats ein Deutscher, der Faktor Vogt tn Tiksit. Die litauischen Märchen haben aber auch auSgkvrägte eigene Züge, so das Vorwiegen res DümmlutgS, die große Rolle, die der Teusel spielt, bet sehr gefürchtet, aber auch vielfach an« a-fiihrt wird. Der Gegensatz des adligen . . ,n dein Bauern, der seit uralter

j -f :M yiiaueii b'stanv, leb« auch im Märchen,

Aus öer Heimat.

Der Fuldaer »om.

Aus Pros. Dr. h. r. Vonderaus neues Werk.

In diesen Tagen erschien die 17. Veröffentli­chung des Fuldaer Geschichtsvereins. Pros. Dr. Bonderau berichtet in ihre über die Ausgrabun­gen am Dome zu Fulda in den Jahren 1919 bis 1924. Außerdem sind ie Ergebnisse der Gesamt­untersuchungen vom Jahre 1908 an znsammcn- fäffend behandelt worden. Besonderes Interesse beanspruchen die ersten Steinbauten in Fulda aus christlicher Zeit. Auf alle Einzelheiten die­ser Anlage aus den Tagen der hl. Bonifatius und Sturmius ist mit besonderer Sorgfalt ein­gegangen worden. Von der im Jahre 744 be­gonnenen ersten Klosterkirche wurden der äußere Abschnitt der Ostapsis sowie Fundamente des Mittelschiffes freigelegt.

Dieses Gotteshaus war also wie die älteste Kirche in Fritzlar ein dreischisfige Anlage. Im Südanschluß an die Längswand lag das erste Fuldaer Kloster. Es gelang im Domdechaneigar- ten einzelne wichtige Fluchten zu gewinnen. Als nach der Beisetzung von Bonifatius auch der materielle Wohland des Klosters sich bedeu­tend hob, gina man in Fulda daran, über dem Grabe des Apostels der Deutschen eine gewalti­ge Basilika zu erbauen. Nicht nur die Haupt- pruitdrißlinieu wurden durch die Grabung sest- gestellt, sondern auch die Höhengliederung dieser zweiten Klosterkirche konnte aus den Höhenla­gen der Türschwellen im alten Kernwerk des heutigen Nordturmes in großen Zügen ermittelt werden. Für die deutsche Baugeschichte sind die­se gesicherten Ausmaße der Ratgarbasilika von besonderer Bedeutung.

Auf die einzelnen Schicksalsfchläge dieser am 1. November 1819 eingeweihten Kirche und die durch lene Unfülle bedingten Um- und Anbau­ten ist in besonderen Abschnitten eingegangen worden. Ebenso ist die zweite größere, haupt­sächlich im Westen der Kirche Plazierte Kloster- anlage auf Grund der Spatenarbeit und der Schriftquellen für das 9. und 10. Jahrhundert rekonstruiert worden.

Sstvweger «Sroßpiüne.

Wichtige Verkehr«, und Straßenbauprojette.

Die Stadtverordnetenversammlung hat eini­ge wichtige Beschlüsse gefaßt, deren Ausführung in wirtschaftlicher und straßenbaullcher Htnflcht von besonderer Bedeutung ist. Um die voraus­sichtlich im nächsten Frühjahr stark einsetzende Bautätigkeit auf bestimmte Straßen zu konzen­trieren, sollen zunächst die Garten-, Augusta-, Struth-, Goldbach-, Königs-. Worth-, Viktoria- und Sedanswaße und die Straße am Bahnhof ausgebaut werden. Für die Durchführung die­ses großzügigen Stratzenbauprojettes soll eine Anleihe von 140 000 Mark ausgenommen wer- den. In verkebrStechnischer und wirtschaftlicher Einsicht ist die Herstellung von Kraftwagenver- bindungen zwischen Eschwege und Eisenach, Hoheneiche und Ulfen sowie Eschwege und Ger­merode von großer Wichtigkeit. Die Stadtve-- oldnetenversammlung hat diesem Man rm Prinzip zugesttmmt und Wetter den Magistrat ersucht, auch eine Verbesserung des Verkehrs nachdem E i ch s s e ld e durch eventuelle Ew.fuh- tunfl einer Kraftwagenverbindung nach Lengen­feld und Stein in Erwägung zu ziehen und die notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Die r e m b en ft e ue r wird vom 1. Dezember an nochmals um fünf Prozent «No "vs fünfzehn Prozent, herabgesetzt. Die Finanzlage der Stadt ermöglicht es auch, mit dem Strahenausbau so­fort zu beginnen, ohne die geplante Anleihe erst abzuwarten. ____

* Landwehrhagen, 17. November. (Hei lernet noch!) Ein hiesiger Einwohner erzählte in ei­ner Verkaufsstelle ein anderer Einwohner sei gestorben. Dieses hörte ein im Laden anwesen­der Angestellter einer Kasseler Großhandlung, bte mit dem Totaesagten in @efcbaft3Uerbin« düng steht. Am vermeintlichen Begrabnistage fährt ein Auto bei Letzterem vor uub ihm ent-

Gimm in der Nacht.

Fm Banne nächtlichen Spuks.

Jetzt kommen die Stürme vom Meere her und brausen mit wilden Flügeln über die Stadt, fal­len wie ächtige Vögel in die Straßen ein, drük. ken in die Höfe nieder und rauschen mit rauhem Gefieder hoch in den Lüsten, daß die Telephon­drähte singen und klingen. Aber am Tage achtet man qarnicht soviel daraus. Man ist zwar dar­auf bedacht, seinen Hut festzuhalten unb bte Pa­kete, die man trägt, an sich zu drucken; die Frauen können sich kaum vor dem frechen trvtzi- gen Gesellen schützen, der ihnen bte Kleiber an den Leib preßt, und die Radfahrer haben es schwer, gegen ihn anzukämpfen aber am Tage sind die Stürme nicht so schrecklich tote nachts, wenn sie um das HauS hertimtoben unb jedes offene Fenster suchen und quälen und an den Ziegeln rütteln, daß man mit offenen Augen im Bett liegt und den grausig schönen Kampf vcr- f°Ct-ia, es ist schön, nachts im warmen Bett zu Wachen und zu hören, wie es draußen stüttM! Es gibt Menschen, die vor Freude nicht ichlafen können und hingegeben dem Brausen »nd Dran­gen des Orkans lauschen. Was will der Sturm von uns? Warum bewegt er unsere Herzen so? Er schickt uns Spuk und Witterung von Gefahr und großes Erlebnis ins Zimmer hinein. Man den« an unermeßliche Urwälder, weite einsame Steppen, gepeitschte Meere, an «haßen, die durch fremde Länder Uhren mit Karawanen uU« fernen Erdteilen Der Sturm weckt etwas m uns auf das tief und unerkannt schlief. Im Früh­ling säuselten weiche Lüstlein zwischen jungen Blättern und duftigen Blüten; im Sommer wogte lauliche Lust über die frucht cage.iden Felder. Jetzt fegt der Herbststurm mit eiserner Schleppe über die kablen Ackerbreittn, zermürbt die Scholle unb bricht bie biirren Zweige aus.

Vielleicht ist unsere Seele doch dem Winde verwandt, weil sie ihn so gut versteht und wie in ihre eigene Tiefe lauscht, wenn er Schreckens

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