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Hessische Abendzeitung

Nummer 267.

Mittwoch, 12. November 1924.

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14. Jahrgang

Deutschlands und Englands Ziele

Äufwertung hin, Aufwertung her. Richtlinien deutscher Politik

Soldaten"

Ansprüche z« befriedig,-n Für die KAerun- ^räVatffche'/ ZwlfZenfall S Ä«««&± Ä ^Fd°reraufswndes zurückzu^hren. 2 J.....::

W a h r i! tt q fest erhalten, oder sollen wir wieder in eine Inflation hineiiistenern, nu§ der es dann leine Rettung mehr gib«? Der Kanzler wandte sich in diesem Zusammenhang sum Tckluß gegen Vie mwerar.tnwrthdjtn Anwürfe, die man gegen den Reichsfinanzminister gerichtet habe.

Vorwärts, Aber bie <T '

Wenn fie st» einigen

Wien, 11. November. Eigene Drahtmeldung.) Die Genrraldirektion der Bundesbahn hat einen neuen Vorschlag ausgearbeitet, dessen Inhalt nicht bekannt ist, doch verlautet zuversichtlich, daß Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Ge- ncraldireftio» zu einer Einigung führen werden. Stimmt die Vertrouensmännerversammlung den Vereinbarungen zu, dann könnte der Eisen­bahnverkehr in der Rächt vom Mittwoch zum Donnerstag wieder ausgenommen werden.

Auch Oer Außenminister für Frankreich.

London, 11. November. (Privattelegramm.) Auch Chamberlain erklärte in seiner An­sprache beim Bankett, die Regierung sei ent­schlossen, die Bedürfnisse der anderen Länder mit Sympathie zu prüfen. Englands früheren Kriegsalliierten gegenüber empfindet cs natür­lich eine liefere Zuneigung und mit ihnen wolle es eine interne Freundschaft auf­recht erhalten.

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chinesische Philosophie studiert hat; seine Werke, in denen er die Charakter- köpfe dieser Philosoph» schildert, verraten seine feine Bildung. Was wird Feng Yu Hsicmg nun Wetter beginnen? Das ist die große Frage, auf die es vorerst keine Antwort gibt. Er bar zwar ein Manifest erlassen, in dem er verkündet, daß der Krieg zu Ende sei, und daß die chinesischen Soldaten ein Unrecht begeben würden, wenn sie gegeneinander kämpften. Wer es fragt sich ob General Feng sich auf die Dauer behaupten wird, denn der überwiegende Teil des Sandes will von seinen christlichen Reformideen nich-s wissen. Peking ist Sevlla und Cbarvbdis, wo alle chinesischen Genräle bis heute Schiffbruch erlitten baden, denn die Ränkewirtschaft und Korruption, die dort herrschen, sind unbeschreib­lich. Noch ist da« Reich der Mitte im Zustand der <Mirung und des Ucberganges, und es ist un­möglich, die Zukunft ergründen zu wolle» Die Aufmerksamkeit der übrigen Welt ist inzwischen

Im Ferne Osten tobt bie «riegSfurie seffelloS w-^er Staüuem 6-v a>ristii<ye Diktator Fena "* leiutm «ettnger E egesfeld,t!g b-e latiet. «« 3°milic aus der Verbotene» Stadt btt. trieben hat, haben fleh abermais 9 -provintln gesell ihn erhoben. Hebet ihn uns feine stärksten Segnet p udett ei. Pekinger Btriehterstatttt Der Uedertritt de des christlichen Generals veng Nu Hpang zum Christentum ist auf einen

nach der Inflation geschaffenen Organisationen »ermleden es peinlich, Sie Frage zu erörtern, wo­her Vie Mittel genommen werden sollen, um alle

Der Reichskanzler im Wahlkamps.

Wir und das Ausland / SS hat sich vieles gebessert / Nur Verständiaunasvolitik kan« uns retten / Die drei G-undpfe, e. der Regierung / Feste u«S"ffS?

Wien, 11. November.

Gestern abend sanden Franktionssitzungen der Christlich-Sozialen und b»* Großdeutschen statt. Das Ergebnis war, daß beide Parteien die WiedcrbeauftragungdesKabinetts Seipel mit den RegierungsgeschSften in der heutigen Sitzung des österreiclnfchen Rational- ratcs beantragen werden. Die Streiklage ist, tröst neuer Einigungsverhandlungen, ver­schärft Im Laufe des gest.iaen Tages kam es mehrfach zu Unruhen. Die Lebens mittelpreise in Wien sind gestern sprung­haft bis zu vierzig Prozent gestiegen.

wieder billig, wird sie kon*">»"nzfä-hig auch ge­genüber dem Ausland. Au» der rationellen Produktion aber entsieht ein Ueberschuß und die­sen Ueberschuß zieht die allaemeine Verwal­tung des Staates wieder an sich. So ist der Kreislauf geschlossen. Diese Bewegung, dieser Umlauf, das ist die Wirtschaft. Er m u tz wieder hergestellt werden. Je mehr in der Produftion geschaffen wird durch diesen Umlauf, um so mehr erweitert sich der Umlauf und so mehr ist von einem Jahr zum anderen zu nehmen, um es wieder in den Umlauf zu geben. Dem Kapital die Rente und durch die Rente dem Arbeiter das Brot. So und auf diese Weise allein ist auch die soziale Frage und der oziale Fortschritt zu lösen. E. p.

1 Osnabrück, 11. November. Der Reichskanzler 1 hielt in einer gestern hier abgehalte»cn Ver- 1 sammlung der Zrntrumspartei eine Rede, in der ' er zunächst den Borwurf ungebührlicher Rück­sichtnahme auf das Ausland zurückwies. Er er­klärt, wir können unsere Außenpolitik nicht auf Macht aufbauen. Tas Eingeständnis dieser Tatsackft ist keine Würdelosigkeit, und ich bin überzeugt, daß dem Ausland dieser

Mut zur Wahrheit

mehr imponiert als d<e Betonung einer Unab­hängigkeit und Handlungsfreiheit, die wir nicht besitzen, sondern erst wieder erringen müssen. Wir hätten von Herzen gern die Räumung der Ruhr schon zu Anfang 1925 bewilligt er­halten. Aus der Londoner Konferenz hat uns aber nur der Weg zu» Verständigung zur Ver­fügung gestanden. Daß wir auf der Londo­ner Konferenz etwas erreicht haben, beweist am besten die Zustimmung der besetzten Gebiete. Die von keinem Deutschen Ende 1923 für möglich ge­haltene Besserung der Lage ist ein durch schlagender Beweis für dir Richtigkeit der Rcgie- rungspolitik. Es ergibt sich daraus als erstes Ziel des von uns einzuschlagenden politischen Wegis: Unentwegtes Festhalten an der in vie- sem Jahre durchgrführten Linie der Außenpoli­tik. Am Gedanken der Verständigungs­politik dürfen wir nicht rütteln lassen. Den Weg zu» Freiheit können wir bei unserer osfcn- kundiAi! Schwäche nicht durch Drohungen er­zwingen Die innere Politik muß sich auf einer mittleren Linie bewegen. Die Zusammen­fassung von Deutscher Bolkspartei, Zentrum und De »n akratisch er Partei ist auch künftig zue Fortführung einer gesunven, kräftigen und dem allgemeinen Wohl dienenden Politik erforderlich, und diese drei Parteien müssen den

festen gern der neuen Regierung und in den Parlamenten darstellcn. Im weite­ren Verlause seiner Rede bezeichnete der Kanzler eine Renregelnng des F i n a n z - und Steuer- wesens als eine der er steri Aufgaben des neuen Reichstags. Das Problem der Aufwertung bedürfe noch der endgültigen Regelung. Die

gebäude, Wagen und Lokomotiven? Wo sind sic entwertet? Die Staatsanleihen! Stecken sie nicht in den Verwaltungsgebäuden, stecken sie nicht in den Domänen, in den Forsten und in den staatlichen Betrieben, genau der gleiche Acker, genau der gleiche Wald und ist das Holz entwertet, das der Staat verkauft, während er die Kapitalien für entwertet und entrechtet erklärt, mit denen er diese werbenden Anlagen geschaffen hat? Die Obligationen in der Privatwirtschaft sind sie nicht durch die Fabri­ken, durch die Treibriemen und Räder, die sie geschaffen haben, die auch heute noch wirksam sind, die auch heute noch den Betrieb ausmachen, repräsentiert? Und sie sind entwertet?

Nein, die Leistung ist vorhanden und was verlangt werden muß, das ist die Bezah­lung der L e i st u ng sowie man auch den Arbeiter bezahlt als den E i g e n t ü m e r der Leistung. AlsoZinsen zahlen, Zinsen die durch die vollkommen erhaltenen Kapitalsanla­gen erarbeitet werden. Und Aufwertung? Ja, was braucht man Aufwertung? Der Ren- tenanspruch ist jederzeit kavitalisierbar. Wer Kapi­tal statt der Rente will, kann seinen Rentenan- svruch an den verkaufen, der sein verfügbares Kapital in Rente umwandeln will. Kapital ist nur etwas wert, wenn es Rente genießt. Kapi­tal ohne Rente ist tot, ei verbraucht sich und verschwindet und so weit unser Kapital Schaden erlitten hat, hat es Schaden durch die Unrenta­bilität erlitten, dadurch, daß ihm von Staats­wegen die Rente zwangsweise gestrichen wurde. Aber wo her nehmen? Um wirklich vor­handene Leistung zu bedecken, ist noch von jeher produktiver Kredit das Mittel gewesen. Für Leistung kann ich Kredit hergeben, so viel wie Leistung vorhanden ist. Ohne Leistung nicht einen Pfennig Kredit! Woher Kre­dit? Das ist ja das Wesen des Geldes, daß es die Leistung zu bedecken da ist, die Leistung zur Umwandlung in Bedarf, den Bedarf zur Umwandlung in Arbeit, in neue Produktion Produktionssteigerung. Produkttonssteigerung, die das Geld besser deckt, Produkttonssteigerung, die einen größeren Geldumlauf nicht nur ver­trägt, sondern ihn unbedingt braucht, weil in der heutigen komplizierten Wrtschast nur in ganz geringem Umfange Leistung gegen Leistung direkt getauscht kann. Kredit aus dem Gelde! Dies Geld fließt als Rente in die Wirtschaft. Kein Mensch kann die Rente empfangen, ohne sie entweder ausgeben oder sparen zu müssen. Indem er sie ausgibt, schafft er Bedarf, schasst er Anforderungen in der Wirt­schaft und damit Beschäftigung für die Arbeits­losen, die durch ihre Leistungen sofort die Pro- buftion vermehren und umfangreichere Produk­tton ist naturgemäß, wefl rationeller hergesteüt, billiger. Aus der Rente erhalten die Ar­beitslosen und Kurzarbeiter Beschäftigung und Verdienst, aus der Rente, die ausgegeben wird. Wird die Rente gespart, so fteht weiterer Kredit der Produktion zur Verfügung, dann ist auch damit eine Vergrößerung des Produkttonsum­fanges gegeben und aus der gesteigerten, aus der rationellen Produttion wird die Produktion

'^e'chai,s-Ä»eiae .feile 15 Menuiu. »Zamitieu-Äu semen deile rin»w*f.Aüjeiaen 0as Aon 2*1, Piennta, Reklamen Sie /Seile 6tl Pteunig Pffertae&üör Ui ^enntg Ibet dufenbuiio der Offerten 2u Pfennig, Rechn ungs- mj&u ö Tagen m üeiahlen Mangebend ist Oer Kurs des .Sahlungd- aller durch ,>ernforecher aufgegebenen Anzeigen, sowie Itzl .luinabmedaien und l-latsc kann nicht garantiert tverden Siir Anzeigen mit i*än,U'< ?e*üfa? >!? vroien! Aufschlag. Druckerei Schlachibofstr 28/HO (»eirbartoitcue Ktttn «trake 5 gegenüber der Lvolirftrade ilerntvrecher k>51 n. 952

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Die frommen Weisen, die er vor dem Essen und wahrend der Schlacht singen läßt, erinnern au die Gepflogenheiten der puritanischen Soldaten ' unter Cromwell Seine Lieblingsbvmnme ist eine Variation der Marseillaise und beginnt mit den Worten:Vorwärts, christliche

- chinesische Version vcr- .

blaßt vor den marttaltschen Akzenten dess Ori- gtniils. General Feng erlaubt seinen Soldaten weder das Rauchen noch das Trinken uocy das Glücksspiel. Daher sind seine Trup­pen die bestgedrillten in China und ganz besonders wegen ihrer M-nneszucht geschaht. Achtzig Prozent seiner Soldaten sind bereits ^h'isten. Jeder von ihnen ist gehalten, sich in emem Handwerk auszubilden, und die Leut- dle zum gleichen Handwerk gehören, bilden in der Truppe die geschlossene Einheit. So gibt es Bataillone von Schuhmachern, Zim- merleuten, Webern und anderen Hand­werkern. Die gesamte Ausrüstung wird von den L-oldaten eigenhändig hergestellt. Wegen ihrer guten Haltung sind General Fengs Truppen in China sehr beliebt, und die Dankbarkeit, die man ihrem Führer, demchinesischen Cromwell" be­zeigt, äußert sich manchmal in recht seltsamen Formen. So haben die Handelskammer und andere öffentliche Institute '-wn Peking seinen Soldaten S ch i r ni e gestiftet, auf die My­riaden von Namen ausgezeichnet sind. In den Straßen fleht man ost lange Prozessionen von Leuten, die den Soldaten Liebesgaben bring-n Besonders dankbare Bürger treiben lebende S cb w e i n e vor sich her. Ganz Cbin« ist darin einig, daß Feng ganz vorzügliche Cbaratter.'igen- Basten besitzt, und die Seite, aus die er sich schlägt, wird als ..Frontseite" bezeichnet, wo­runter man in China die aussichtsreichste Par­tei versteht. Dem erfahreren Militär, der eine zuverlässiae Armee aus dem Boden gestampft hat und sie mit eiserner Manneszucht zusam- menbält, der im Kampf um die Herschaft dem Christenglauben Pro-selvten wirbt, steht der Typ des Philosophen gegenüber, bi-r im General Wu Pei Fu verkörpert ist. Trotz einer militärischen Laufbahn rind seinem hohen Rang trägt er ein einfaches schwarzes Gewand, das ihm das Aussehe-I eines Professors ver­leibt. Seine Denkimgsart stimmt vollkommen mit seiner professoralen Phyflognomie überein. Er versteht, sich zu schlagen, obwohl er die

Was wird mit Oesterreich?

Streikunruhen. Teuerungsflut.

lPttvai-Telegramm.1

befand sich per General zufällig in der Nähe Truppe, die gerade eine großMlnzahl von Insten hrnnchtete. Ein j u n g e s M ä d ch e n allem tollte davon verschont bleiben, das trau- nge Los der Unglücklichen zu teilen. Das Mäd­chen indes, en erbet sich, Leben für eine Frau hinzugebcn, die sich als christliche Mis,tonarln betätigt hatte und ed-ufalls htnge- nchtet werden sollte. Feng wurde durch diese Selbstverleugnung so gerührt, daß er sich auf der Stelle entschloß, den christlichen Glau' Christentum des Generals ist ourchaus strettdarer Natur, und man ofnntc ihn mit einem Kreuzfahrer Verglei­chs"- Glaube muß auch der der anderen lein Und nach gewonnener Schlacht laßt er den geschlagenen Gegner zwischen der Taufe und dem Tode wählen. Er verwendet auch häufig die Bastonade, um die Hartnäckigen und Ver­stockten auf den rechten Weg zu bringen.

Er tauft ganze Regimenter.

Christ und Diktator

Chinas feindtiche Generäle.

Mit oder ohne Doftspaktei?

Berlin, 11 .November. (Eigene Drahtmcl- dung.f Tel Reichsparteitag der Naiionallibera- len bat in der Frage der Stellung zur Deut- ichen Volkspartei noch keine Klarheit gebracht. Man wird wahrscheinlich cbwarten welcher Kurs von der Deutschen Bolkspartei auf dem Parteitage inDorlmund sestgelegt wird. Einmütigkeit herrscht nur darüber daß alles versucht werden müsse, um die Anhänger einer Fortführung bei großen Kc>a- utiot< in Pwnßen möglichst in den Hinter­grund zu drängeu.

ilos wah müde Berlin. . der ^keich-yrüssden

Berlin, 11. November. (Privattelegramm.) Di» Zurückhaltung im Wahlkampf hat noch keine Veränderung erfahren. Die Scrjcmmlungömir digkeit ist eine sp erschreckend große, daß an zwei sozial. SonntagSversammlungen in Werder und Potsdam kaum je 100 Personen teilnahmen Die Versammlungen der Rechten und des Zentrums zeigen einen relativ lebhafteren Besuch Das entscheidende Stadium des Wahlkampfes wird aber eist die zweite Hälfte des November bringen, bis dahin erwartet man auch, daß die Frage der Neuwahl des Reichspräsi­denten in den Wahlkampf gezogen wird, für die überraschenderweise fetzt auch die Deutsche Bolkspartei in mehreren Versammlungen eilige treten ist Tie in Spandau und Potsdam aus getretenen demokratischen Gemeiuderäte habe» sich der Deutschen Volkspartei augeschlosseu.

Deutschland selbst ab. Es sei zu hof­fen, daß die Entwaffnung Deutschlands m ihrer letzten Phase innerhalb einer vernünf­tigen Frist durchgeführt werden könne. Die englische Regierung erkenne an, daß Deutsch­land ernsthaft wünsche, in den Völkerbund ein­zutreten.

Aus Loudon wird gemeldet: Baldwin sprach auf dem Bankett zu Ehren des Lardma- jors: Wir halten an den Friedensverträgen fest und werden die guten Beziehungen zu allen Ländern pflegen. Die Regierung werde eine fortschrittliche Innenpolitik treiben, um die so­ziale Lage der Massen zu bessern und werde energisch in der Wohnungsfrage austreten und die hohen Lebensmittelkoften nachprüfen. Die konservative Regierung werde keine Politik der tarken Nation treiben. Das LondonerPro- tokoll sei gegenwärtia im Begriff durchge­führt zu werden. Es handele fich dabei um be- riedigende Resultate, die zu einem großen Tei­ler der

Zusamenarbeit mit der französischen Regierung zu verdanken gewesen seien. Herriot habe fich den Dank von ganz Europa durch seine Lo­yalität erworben. Die englische Regierung werde forffahren, Herriot ihre freund- fchaftliche und entschlossene Unter­stützung in der Durckführung seiner Politik zu gewähre«. Rach Ansicht der konservativen Re­gierung werde das Londoner Abkommen Deutschland gestatten, für Europa ein

Faktor des Friedens «nd der Stabilität zu werden. Dieses Ergebnis hänge aber von

Baldwin hißt die Flagge. Eine Programmrede beim Bankett. (Eigener Drabtberichi.i Rotterdam, 11. Rov.

Kasseler Neueste Nachnchtm

Kayeler Abendzeituna

Die folgenden scharsstnnigen Unr.rsuotiunge». über bah Anfwcrtungsprobiew, bie den dunklen nnb getzc.mnisvollcn, alle Ziöp e verwirrenden 6bttt skhari, wenn and) einseitig beieud>ici, werden gewiß auch unsere Leser interessieren.

Das Liebeswerben um die Wählersttmmen mit derAufwertung" fängt wieder an.. In ihrem Steuerabbaubukett zeigt die Regierung eine geheimnisvolle Blume, von der niemand wissen kann, was sie eigentlich ist. Jetzt soll zwar nach einer Einigung mit den Finanz­ministern der Länder die Aufwertung für wei­tere Kreise in Kraft treten, aber über das W i e und den Umfang der sogenannten Aufwer­tung soll sich die künftige Regierung den Kopf zerbrechen.

Mit dem WorteAufwertung" ift das Problem vollkommen falsch gefaßt. Es ist zum faszinierenden Schlagwort geworden, obwohl nicht der gering st e Sinn darin steckt. Entweder sind die Kapitalsanlagen entwertet, dann kann man einen Wert, der nicht darin steckt, nicht zum Leben zurückrufen oder sie sind nicht entwertet und sind nicht aufzuwerten. Dio Hypotheken sind die Steine, sind die Wände, Türen und Fenster und das alles ist d och da Ja, die Leistung wird sogar wenigstens zum großen Teil von dem, der sie in Anspruch nimmt, bezahlt. Aber nicht der Eigentümer der Leistung, der Hypothekengläubiger, erhält den Zins, die Rente, sondern der Staat nimmt diese Rente als Hauszinssteucr. Er erkennt damit an, daß die Leistung da ist, denn wenn die Leistung ent­wertet wäre, woher könnte er dann die Steuer nehmen? Mit nichts läßt sich nichts bezahlen. Die Eisenbahnobligationen und Die Eisenbahn a.v! elf? e tt sind das nicht Die Schienen, die beute genau dasselbe leisten, ton: sie je geleistet haben, sind das nicht die Stattons-