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Kasseler Neueste Nachnchteu

Kaffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 265.

Sonntag, S. November 1924.

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf

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14. Jahrgang

Seskerreich ohne Regierung und Eisenbahn

SSSRSS» OtMriit des Wiener Kabinetts

Der Schwerpunkt der heutigen Weltpolitik.

der

A

hat gegen die Bewilligung der Forderungen der Beamtenschaft sein Beta eingelegt.

Srrr StaatSfrkretii- z. D. Frtz. v. Rheinbaben, unter > Leiern durch seine gehn!«, und geiftvrllen hochpb'.ittskhen Artitel wohlvetannt und wie «ein , Wetter kraft seines Amte» und Wigen» zur Lösung weltwirtschaftlicher Proii.eme berufen. Beutet in den vor legenden Betrachtungen, die >nrch Loo.idge.- Wiederwahl aeschasfene Lage. Daßdie republikanische Partei am 4. Ncvember Erfolg haben würde, stand außer Zweifel. Paß die Ersolge so groß sein wür­den, daß nicht nur Coot'dge mit überwältigender Mehrheit in {einem Amt als Präsident bestätigt wurde, sondern daß auch sowohl im Repräsen-- tantenhans wie im Senat sich eine einwandseie republikanische Mehrheit gebildet zu haben

Warum 6eipe! ging.

Das Echo im Blätterwald.

Wien, 8 November. Der Rücktritt

Generalstreik der österreichischen Eisenbahner.

Abgebrochene Verhandlungen / iAlle Räder stehen still / Die Demission noch nicht angenommen / Der Völkerbund protestiert.

die dem Bundespräsidenten Dr. H a i n i f ch te­legraphisch übermittelt wurde. Bundespräsident Dr. Hainisch nahm die Demission an und hat sei­nen Krankheitsurlaub auf dem Semmering so­fort unterbrochen, um nach Wien zurückznkehren. Um 12 Uhr nachts setzte auf allen österreichischen Bundesbahnen der Eisenbahnerstreik ein Die Perrons sämtlicher Bahnhöfe sind geschloffen.

$ie Safi eiet iieueften Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittags Der Abonnementsvreis betrügt für oen Mona, 2. Mk- bei freier Zustellung ins r>auS, in der ltzeschästsstelle abgedoli 1.80 Mk. Durch die Pott monatlich 2.00 Mr ausschließlich ZuftellungSgebühr. Verlag und Redaktion Schlachtbofftratze 28130" trernsprecher 951 und 952. stür unverlangt einaesandte Beiträge kann die Re­daktion eine Berannvortuua oder ©ernähr in keinem stalle übernehmen Rück- lahlung deS Bezuasgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Vterrrunn itt ausaeschlotten Pottfchechko-,to stranfturt a. Main Nummer 6380

Amerika und wir.

Was verspricht sich Berlin von Coolidge?

{Eigener Drabtbericht >

Berlin, 8. November.

In Berliner Rcgierungskreisen beurteilt man das außenpolitische Programm des Präsidenten Coolidge im wesentlichen als eine Fort­setzung der bisherigen amerikanischen Politik im Sinne desDawksgiitachtens. Man glaubt, dasi die Weigerung der amerikanischen Regierung, sich aus irgendwelche Abmachungen über die Streichung der interalliierten Schulden ein- zulaffen, die endgültige Festsetzung der deutschen Reparationssumme auf lange Zeit hinauszögern wird. Die jetzige amerikanische Regierung würde danach Deutschland gegenüber eine Po­litik treiben, die in der Hauptsache als die

Politik einer vorsichtigen Zurückhaltung in politischen Fragen und einer wirtschaftlichen Unterstützung des deutschen Aufbaues bezeichnet werden kann. Große Bedeutung legt man in Deutschland der Wahl des Generals Dawe« zum Vizepräsidenten bei, die unbedingt mit der Regelung der großen europäischen Probleine im engsten Zusammenhang steht. Die Dawespolitik durfte dcmentsvrechend von Seiten der amcrika- mschen Regierung konseguent durchge- fuhrt werden. Amerika wird also künftighin bei den wichftgen Streitfragen die Rolle als Schiedsrichter übernehmen. Ties gilt besonders für den Fall einer etwaigen neuerlichen Fest­stellung über deutsche Verfehlungen. Wenn auch im allgemeinen der Eindruck vor- herrscht, daß Präsident

Coolidge Frankreich gegenüber eine Politik des loyalen Entgegenkommens zu treiben beabsichtigt, so dürften doch ähnlich- Borkommniffe wie die Ruhrbesetzung künftighin ganz unmöglich gemacht werden. Die Entwick­lung der amerikanischen Regierungspolitik ist auch für den Stand der privaten deutschen Kre- ditverhandlungen in Amerika nicht ungünstig.

Aiuetaeiwretse lAeschästs-Änzeiaen Zeile 15 Pfennig, stamitten-Anzeigen Zeile 15Pienntg Kleine Anzeigen das Wort 2'/,Pfennig. Reklamen die Zeile?Pfennig Offerigebüür 10 Pfennig ibei Zusendung »er Onerien 20 Pfennig». Rechnung^ betraae ftn» innerhalb 5-tagen zu bezahlen. Maßgebend itt der Kurs des Zahlungs- £ae« Richtigkeit aller durch isernlvrecher anfgegebenen Anzeigen sowie

tür Amnahmednten und Piave fan nicht garantiert werden, stur Anzeigen mh sonder/schwler.fäem sas too Prozent Aufschlag. Druckerei. Schiachthofstr 28/30 Geschäftsstelle. Köln Strafteö. gegenüber der L-vohrttratte sternkorecher »51 n. 95?

scheint, Hoben auch Kundige ü. Eingeweihte nicht erwartet. Präsident Coolidge wird, gestützt au die engste Mitarbeit von Hughes (Staats- sekietär des Aeußeren), Mellon (Schatzsekre­tär) und Hoover (Handelssekretär), nahezu -Ainbeschränkte Vollmachten haben, die

Von ihm bisher würdig und besonnen vertretene amerikanische Nation weiterhin zu regieren. Kein Kaiser und kein König moderner Geschichte hat je formell soviel Gewalt in seinen Händen vereint. In Wahrheit regieren in Amerika jedoch nicht einzelne Persönlichkeiten, sondern vielmehr die starke Macht der von klugen Politikern und stärksten wirtschaftlichen und fi­nanziellen Triebkräften geleiteten öffentli­chen Meinung'

Nach meinen persönlichen Eindrücken in den Bereinigten Staaten hat sich in mir die lieber« zeugung verstärkt, daß von der amerikani­schen Politik gerade :n den nächsten Jahren so starke Rückwirkungen auf Deutschland und cuf die Ziele deutscher Politik ausgchen wer­den, daß trotz der aeographischrn Entfernung, trotz unserer augenblicklichen politischen und mi­litärischen Ohnmacht und trotz so verschiedener innerer und äußerer Struktur beider Völker die bestehenden Anfänge einer neuen deutsch- amerikanischen Politik sorgsam gepflegt und ausgebaut werden muffen. Solche Anfänge liegen sichtbar vor allem in der Beteiligung Ame­rikas an der Lösung der Reparationsfrage vor. Auf dem Gebiet allgemeiner Wirtschaftsbeziehun­gen ist ein Handelsvertrag abgeschloffen und harrt der beiderseitigen Ratifizierung. Da­neben laufen vielseitige private Verhandlun­gen aller Art, langfristige Anlagemöglichkeiten amerikanischen Kapitals in der deutschen Wirt­schaft zu prüfen und sie in für beide Seilen zu­friedenstellender Weise in die Tat umzusetzen Schließlich wird auch das mit beiderseitigem guten Willen der allmählichen Lösung entgegen« geführte Problem amerikanischer E n 1 s ch ä d i - gunasensprüche einerseits und der Frei­gabe des beschlagnahmten deutschen Vermögens andererseits von starker Bedeutung für die künf­tige Entwicklung deutsch-amerikanifcher Be­ziehungen sein. Was bedeutet uns in diesem Zusammenhänge der republikanische Wahlsieg? Zunächst seine innere Auswir­kung. Zweifellos hat allem voran die günsti­ge wirtschaftliche Lage der bisher herr­schenden Partei stark>m Wind in die Segel ge­geben Nicht nurBusineß as usual"Ge­schäft wie gewöhnlich", sondernBusineß moro tbau usual"Geschäft mehr als gewöhnlich" wurde von der republikanischen Partei verspro­chen und wird von ihren Wählern für die Zu­kunft erwartet. Dem Beobachter der amerika­nischen Wahrbewegung war es klar, daß über Oelskandalen Völkerbund und auch über La Fo- lette-Angrisfen des hochkapitalistischen Systems die Mehrheit des amerikanischen Volkes sich am 4 Novtmber aus den Boden dieses außerordent­lich geschickt gewählten Hauptschlagwortes stellen würde. Hier besteht also ein starker Zwang, die wirtschaftlichen Zeichen der Zeit zu erkennen und bei der gegenseitigen Abhängigkeit welt­wirtschaftlicher Probleme nicht zu verges­sen, daß auf die Dauer Blüte und Aufschwung amerikanischer Wirtschaft von einem Wiede rauf- fchwung Europas in sichtbarer und fühlbarer Weise abhängen wird. Zweifellos werden wir aber in der nächsten Zett gewisse Strömungen bemerken, die aus die allmähliche Wiederherstel­lung von nur zwei Parteien binauslaufen: 8 a F o l e 11 e und seine Leut.» auf der einen, Ver­treter des bisherigen Systems aut der an­deren Softe. i

Außenpolitisch bedeutet der republika­nische Sieg die weitere Abkehr vom Völkerbund, Mitmacken am internationalen Schiedsgericht und internationalen Abrüstunaskonferen-, kein Erlaß der Kriegsschulden. Amerika behält sich v ö l l i g e Fr e i h e i t der eigenen Entschließun­gen vor und da die Welt überall nach Frieden _ ruft und .Frieden" das große Prapagaudawort 'unserer Tage geworden ist. bedeutet die stärkste , Wirtschasts- und Finanzmacht auch gleichzeitig

Regierung Seipel infolge des Scheiterns der Lohnverhandlungen der Eisenbahner und der Erklärung des nachts um 12 Uhr über ganz Oesterreich begonnenen Eisenbahnerstreiks ist der Oeffentlichkeit völlig überraschend gekommen. Dies zeigt sich auch in der Stellungnahme der Mehrzahl der Blätter, die käst alle die Frage auf­werfen, was nun geschehen werde, nachdem der Rücktritt der Regierung nicht durch varlameuta- riscken Beschluß herbei geführt, auch nicht aus parlamentarischen Gründen erfolgt fei. Einige Blätter betonen, daß die Regierung Sei- V e l gerade in diesem kritischen Augenblick unter keinen Umständen hätte zurücktreten dürfen. Die Reickspost betont dagegen, daß der Rücktritt der Negiernng Seipel- einen in afiei Ruhe und Festigkeit gefaßten Beschluß darstelle, da die Männer, die den Wiederaufbau Oesterreichs mit so großem Erfolge dnrchgesührt haben, Diktate zurückweften müstten, die in ihrer letzten Konse- guenz das ganze Sanier ungswerkin Ge­fahr bringen. Die Arbeiterzeitung Bendetet, daß isie finanziellen Differenzen, um welche der Streit schließlich ging, nickt mehr als eine halbe Million Friedenskronen ausgemacht hätten. Es handele sich nm eine Machtprobe der Re­gierung, gegen die es den entscklossen^en und zähesten Kamvf um dir sickere Zukunft der E-sen- bahnerorganisatton gelte. Einige Blätter spre­chen in ihren Erwägungen über die weitere Ent­wicklung der Ding- von der Möglichkeit der Bil­dung eines Beamrenkabinetts, dessen Leitung der gegenwärtige Polizeipräsident und frühere Bundeskanzler Schober eventuell über- r ehmen werde.

N a i h u s i u s gesandt und erklärt, daß er hoffe, die Angelegenheit auf die richtige Basis zurück­führen zu können Rintelen wird heute wieder nach Lftle znrsickkehren. General Nathusius hat zu seinem Verteidiger den elsässischen Advokaten Nikolai erwählt. Der Prozeß wird wahr­scheinlich in zwölf Tagen wieder eröffnet.

Linser Brotgeber.

Die Regierung hilft dem Landwirt.

Etn3i.ti.sie. Berichte al er har ca# tem Munde deSpre ftOche» XSirtfäja.icir niitct» vernommen, Weiche Hine un6 gotoerung die Reglernr,g im v.rstoffene Ernlejayr

-- dem Sanetotrt hak an gedeihe lan-n nS tote sie Vie stifte der Cautibeeölterun , tret er »u it eern dem. h.

Die Ausgestaltung der landwirtschaftlichen Ausbildung durch Fachschulen habe ich mir zur besonderen Pflicht gemacht. Darum habe ich zu gilererft die Fortbtldungs- und Fach­schulen, die durch den Krieg fast völlig einge- gangeu waren, wieder ins Leven gerufen. Zwar ' haben im laufenden Jahre die finanziellen Röte 1 auch auf das landwirtschaftliche Schulwesen zu- 1 rückgcwitkt. so daß die Zahl der Schulen um ein i Drittel zurückgegangen ist. Im neuen preußi­schen Staatshaushalte ist aber für das nächste Jahr vorgesehen, daß die Zahl der Fort- bildungs-und Fachschulen wieder

auf die alte Höhe von etwa 3500

. gebracht wird. Hinsichtlich der höheren Schul- ; bildung tritt der Ausbau der Lehr- und For- . schungsanstalt für Gaitenbau in Dahlem anlaß- , lich ihres hundertjährigen Bestandes in den Vordergrund. Der Ausbau anderer Fachschulen schließt sich an. Da haben wir das Kieler Institut Schleswig-Holstein ist schon seit

, allersher durch seine Viehzucht berühmt. Die Lehr- und Forschungsanstalt soll .licht allein wis- senschaftlichen Zwecken dienen, sondern als ersteihrerArtinDeutschlandein Vor­bild für rationelle Rindviehzuckt geben. B i c h- boch; üchtungen und somit Leistung uns Einheit der Milchrassen fördern. In Verbindung damit steht die Verbreitung der besten Me­thoden in der technischen und wirtschaft­lichen Verwertung aller Milch - Produkte. Das Institut ist nicht nur für alabemi|a;e Saito» Wirte do. sondern dient auch zur praktischen Ausbildung von Viehpflegern, Molkerei­sachleuten und schon tätigen Landwirten. Und was wir aus dem Gebiete des Schulwesens ge­schaffen haben, das findet seine Fortsetzung und Eraänzung in der Förderung der landwirt­schaftlichen Vereine und Genossen­schaften. denen wir teils allgemeine Unter­stützungen zulommen lassen, und die wir unter anderem durch Gewährung von Preisen für Ausstellungen u. dergl fördern. Dazu kommen vor allem die Bemühungen, der Landwirtschaft vermehrten, erleichterten und verbilligten Kredit zu erschließen W>r müssen unterscheiden, was in Bezug auf die Kredite die Rentenbank und was die Bundesstagten getan habe t. Das Reich hat der Landwirtichaft nicht weniger ols n-un- huudeft Millionen Rentenmack zur Verfügung gestellt und das preußische Staatsministerium hat Notstandskredite *: der Höhe von vierzig Millionen Rentenmark vorläufig ausgeworsen, wobei mein Ministerium a tut im int, daß m : h r als hundert Millionen nötig sein wer­den, nicht nur um die allerschwersten Ernieichä- den auszugleichen sondern vor allem zur Siche­rung unserer Volksernährung uns um im Jnttresse unserer intern iticnalen Zah- ttmasbilanz eine Gefährdung der nächsten Ernte durch Mangel an Saachut hintanzuhalten. Von den Ernteschäden sind

am schwersten betroffen Ostpreußen Hessen-Nassau,

die R h e i n v r o v i n z. Teile der Piovtnz Ha n- nover tmd der Provinz Sachsen. Die schlechte Er-fte drückt eben nicht nur durch die »orischreftende Verteuerung de- Lebensführung auf die Verbraucher, sondern hat in diesen Be- ttrftn die Landwirtschaft vielfach in unmittel­bare Notlage gebracht Im will Ihnen da ein Beisviel aus dem Regierungsbezirke Wiesba- den erzählen Dori ist mit einer Minderung der Ernte um nicht weniger alssiebzig Prozent zu rechnen, und dw glücklich einge- brachten dreißig Prozent der no.malen Ernte haben an ihrer Güte erheblichsten Schaden ge­nommen Saatgut ist in diesem Bezirke über­haupt nicht vorhanden. Weder an Getreide noch an Kartoffeln. Tas geerntete Brotgetreide ist vielfach nicht für die nienschliche Ernährung ge» etgnet, so daß sich das unsinnige Ergebnis her- aiisstellt. daß die Landwirte als die natürlichen Selbstversorger auf offenem Markte ihren Brot- geircidebedark decken müssen Hinsichtlich der ge­rechten Bemessung und Staffelung der ländlichen Grundsteuer ist die Bestim­mung in das Gesetz gebracht worden, die kleine­ren und mittleren Betriebe

entsprechend niedriger zu besteuern als die großen, die an und für sich niedriger bet* anlagt unb bct>ur$ günstiger behandelt werden, schließlich hat sich m?m Ministerium seit Iah. reu bemüht und mit Erfolg bemüht, auf bte Dungershndikate einzuwirken, damit sie den

W'en, 8. November. (Privattelegramm.) Bis Mitternacht hatte der Bundespräsident den Rück­tritt des Ministerpräsidenten Dr. Seipel noch nicht angenommen Der Verband österreichischer Bost- und Telegraphenbeamten steht seit ge firmt abend in Beratungen über einen Anschluß an den öfterreichisihen Eisenbahner- streik. Der Generalkommiffar des Völkerbundes

stärksten Einskuß auf di« Art dieser Friedens in aller Welt, einschließlich von Europa. Die 5t31)eTiae amerikanische Außen- volitlk, aus den Verbandlunaen des letzten Som­mers zur Genüge bekannt, wird also fortgesetzt und ansgebaut werden. Amerika weiß eben, daß ohne feine Mitwirkung das in Versailles lfftsi geschaffene Chaos nicht wieder in Ordnung kommen kann Es kann sich wie kein anderes Land der Welt eine Politik aestatten, die abwar­tet und andere an sick berankommen läßt. Das wird ein toj(Mine? Zeichen der großen Po­litik der nächsten Jabre sein. Neben den For­meln und neben manchen Phrasen so vieler euro­päischer ..Gernegroße" sei es in Genf, sei es an anbei er Stelle, stebt tznrck die Wahlen des 4. November innerlich gestärkt und ermutigt boch ansgerlcktct kühl imd abwartend die große Macht Amerikas Eine Kraft- und Energiequelle erster Ordnung der Welwolitik! Und nicht nur Deutsch­land wj'd mit ihr zu rechnen habens

Herrior uns öer Geneml.

Hktr von Rathustus bleibt in Hast.

sPrivat-T eft - - m

Genf, 3- November.

Das Pariser Journal meldet: Die Vorstellun­gen des deutschen Botschaftsrats bei Her- riot zwecks Freilassung des verhasteten deutschen Generals von Nathusius hatten inso­fern Erfolg, als der Ministerpräsident persönlich die Akten eingefordert hat. Eine weitete Amtshandlung hat Herriot zur Zeit als nach beit französischen Gesetzen untunlich er» klärt. Der Besuch bes deuftchen Botschafterrats bei Herriot ist in vorbilblicher Weise verlausen. Obwohl der deutsche Botschasterrat sichtlich mit »en ElNärungen des französischen Ministerprä- identen nicht zustieden war, schied er mit der Entgegennahme der Versicherungen Hcrriots, daß dieser alles zur schnellen Aufklärung deS Falles veranlassen werde.

Dor rin Kriegsaericht grsteNt

Paris, 8. November. (Eiaene Drahtmeldung.) Der deutsche Botschostsrat von Rinte­len ist wieder nach Patis -urtickgekehrt. Er bat an bie deutsche Regierung ein Telegramm über eine Unterredung mit General von

Wien, 8. November.

Dir schon seit einigen Tagen zwischen der österreichischen Bundesbahndirektian ttnb den Eisenbahner - Organisationen ge­führte« Verhandlungen sind gestern plötz­lich, nachdem schon eine Einigung als unmittel­bar bevorstehend erschien, um ^11 Uhr nachts als ergebnislos abgebrochen worden Daraufhin hat der schon seit einigen Tagen nngr drohte Eisenbahnerstreik auf sämtli­chen Bundesbahnen eingesetzt. Der Prä­sident der österreichischen Bundesbahnen Dr. G ü n t h e r hat dem Bundeskanzler Seipel sofort feine Demifsion überreicht. Um 11 Uhr nachts befchloß der KabinettSrat, der den ganzen Nachmitag über getagt hatte, die

Demiffion deS gesamten Kabinetts,