ametgenprtife. Öefd)äft8-«.n»etgen delle 15 Pfennig damUien-Ämetsen Seile isPfennig, Steine Anzeigen das Wort VI, Pfennig, Reklamen die Seile 60 Pfennig Offertgebühr 10 Pfennig «bei Zusendung der Offerten 20 Pfennigs. Rechnnngs- betragennd innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Mahgebend tft der Kurs des Zablungs- tages. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie füt Aurncchuiedaten und Plätze kann nicht garantiert werden.Lür Anzeigen mi> Sdenitt» ichwieriaem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Schlachthofstr. 28/80 Geschäftsstelle: »Sin.Straße5.gegenüber derSvobrllrahe. Fernsprecher 951 u. 952.
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Meier Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Nummer 259. Einzelnummer io Pf.. Sonntage 15 Ps.Sonntag, 2. November 1924. Einzelnummer 10 Pf , Sanntug« 15 Pf 14. Jahrgang
Vorberettung des neuen englischen Kabinetts.
Englands Wahlen.
Ähre Auswircuag.
Als bedeutendstes Ereignis ist gegenwärtig das Ergebnis der englischen Wahlen anzusvre- chcn. Wenn man auch vorher vermuten konnte, daß die Arbeiterpartei viele Stimmen verlieren würde, so konnte man doch nicht gleich annihiliert, daß die Konservativen einen derart großen Gewinn heimbrächten. Sie haben nicht rur die nötige einfache Mehrheit im Parlament, sondern noch hundert Sitze darüber, ko daß. wenn sie die Regierung übernehmen, die Opposition ihnen keine Schwierigkeiten machen kann. Wie das kam, ist heute klar. Innerpolitisch hat das Kabinett Macdonald von dem viel Versprochenen nur wenig erfüllt. Vor allem ist es ihm nicht gelungen, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, was ihm eine große Menge von Arbeitern entfremdet hat, die von einer sozialistischen Regierung mehr erhofft hatten. Außenpolitisch hat ihm sein ergebnisloses Verhandeln mit den russischen Sowjetvertretern sehr geschadet. Die Veröffentlichung des Briefes von Si- nowjeff und die aufrührerischen Anweisungen der Bolschewisten an die englischen Kommunisten waren kurz vor der Wahl eine peinlich: Sensation, und gerade diese Vorgänge waren es, die den ängstlich gewordenen englischen Mittelstand, der sich bisher im Lager der Liberalen wohl fühlte, nach rechts trieben. Die drohende Gefahr von ganz links veranlaßte nun die Wählermassen, auf der Rechten Schutz zu suchen So ist die gewaltige Verschiebung entstanden, die nicht nur für das englische Volk, sondern auch für die europäische Politik eine absolute Wendung bedeutet.
Heutzutage hängt ja die Lag« im Innern mit der im Aeußern eng zusammen, und so .st ->s erklärlich, daß man aus jeden Schritt der kommenden Männer achtet. Das Kabinett Macdonald tritt zurück, denn die Ar- beirerminister geben offen zu, daß der Wahlausgang eine schwere Enttäuschung für sie ist. An ihre Stelle tritt ein konservatives Kabi- nett mit Baldwin an der Spitz:, der früher schon ein konservativ-liberal eingestelltes Kabinett geleitet hatte. Was dieser Mann erstrebt, hat er schon angedeutet: .Kampf gegen den Sozialismus und Pazifismus*. »Stärkung der militärischen Macht* —denn in dem Leben eines Millionenvolkes gebe es keine internationalen gemeinsamen Interessen. Daher betrachte er auch den Völkerbund nur als ein Erperime it. Diese Anschauung bedeutet also eine völlige Abkehr von der jetzigen Einstellung der englischen, französischen und deutschen Regierungen, von Macdonald, Herriot und Marx, die eine friedliche Verständigung suchten. Baldwin erklärte sogar schon, daß der Flottenstützpunkt in Suiga- pore wieder geschaffen werde, Indien und die anderen Abhängigkeitsländer im Fernen Osten wieder eine feste Hand zu fühlen bekämen. Um die Arbeitslosigkeit in England zu beseitigen, werde er einen wirksmnen Schutzzoll einfüh- ren. Nun muß man berücksichtigen, daß n den Tagen vor und nach den Wahlen immer der Mund sehr voll genommen wird, aber wenn es erst ans Arbeiten geht, dann bleibt mancher Plan und manches Versprechen im Aktensch.ank liegen. Auch Baldwin muß daraus bedach: sein, daß er mit den anderen Völkern gut auskommt und muß berechnen, daß feine Maßnahmen keine Rückschläge von außen erleiden.
Fasten wir aber doch die Absichten der neuen britischen Regierung ins Auge, so sehen wir, daß eine strenge Schutzzollpolitik sehr nachteilig aus Deutschland wirken wurde Wird die Einfuhr deutscher Waren erschwert, so wird Deutschlands Handel und Industrie beschränkt und damit einem Teil des deutschen Volkes Arbeit entzogen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Folge, daß bei wirtschaftlicher Schwächung die Erfüllung der Reparationen erschwert würde. Da der englische Schutzzoll aber nicht allein auf Deutschland, sondern auch auf die anderen Länder nachteilig wirken würde, so wären bald Gegenmaßnahmen zu erwarten, die aus England drücken würden. Druck erzeugt Gegendruck. Das Gleiche wäre mit den militärischen Plänen der Fall. Wenn man auch nirgends bemerkt, daß etwa abgerüstet wird, obwohl alle Welt von Abrüstung redet, so würde doch, sobald England offen bervortritt, überall die Abrüstungstheorie außer Acht gelassen und das Wettrüsten würde noch toller getrieben werden als bisher In den Strudel würden miigezogen zunächst Frankreich dann Amerika und Japan. In Patts frohlocken beretts die Nationalisten die schon wieder Paine ar- in die Arena ziehen möchten Das wäre für D misch land äußerst bedenklich, aber die Gefahr würde dadurch gemittet daß Baldwin sich nicht wieder wie früher hei deutschen Fragen ins Schlepptau nehmen lasten will. Außerdem muß man abwarten ob die englischen Wahlen auch tn Frankreich einen Zug nach rechts verursachen werden.
einen entschiedenen Fehlschlag bat sich Rußland zugezogen, das nun seine halbwegs gewonnenen Felle fortschwimmen sieht. Der von Macdonalds mit Rußland abgeschlossene Vertrag, der noch nicht ratifiziert war. ist null und nichtig. Rußland erhält keine Anleihe und England keine Konzessionen. Die Sowjetvertrcter sehen sich aber auch ihrer Gelegenheit beraubt, auf bequemem Wage bolschewistische Propaganda machen zu können, denn die kommunistischen Hckss- truppen sind in England erledigt.. Diese Entwicklung ist noch besonders bemerkenswert durch die neue Stellungnahme der französischen Regierung, die gerade vor einigen Tagen de Sow- letregierung anerkannt hat und Annäherung an Rußland sucht. Dabei hängt alles Weitere von dem diplomatischen Geschick oder Ungeschick der Rusten ab, und man darf schon jetzt glauben, daß auch die Franzosen keine reine Freude dabei erleben.
Wie aber werden die deutschen Wahl -n von all diesen Ereignissen beeinflußt werden? Es wäre falsch, in der englischen Rechtsentwicklung ein Beispiel für Deutschland sehen zu wollen. Deutschland muß ganz nach dem Gesichtspunkte der Zweckmäßigkeit handeln Für uns kommt es nach wie vor darauf an, mit den Nach barn n Frieden zu leben — natürlich ohne pazifistischen Beigeschmack — und darauf zu achten, daß Handel und Wandel nicht von neuem gestört sondern gebessert wird. Unser Streben darf letzt nicht von Gefühlswallungen, sondern mutz oon sachlicher Wirtschaftspolitik geleitet werden. K. F- D.
Englands Kabmettwechsel.
Die mutmaßliche neue Ministerlifte.
(@igener Draht bericht.)
London, 1. November.
Das in Bildung begriffene konservative Kabinett bereitet die vorzeitige Einberufung des Unterhauses vor. Die Zusammensetzung des neuen unionistischcn Kabinetts wird schon am Montag erfolgen. Neben Baldwin als Premierminister wird als Minister des Aeußeren Lord Curzon wiederkehren. — „Star" veröffentlicht, nachdem der Rücktritt des Kabinetts Macdonald als sicher bezeichnet wird, als mutmaßliche neue Ministerliste folgende Zusammenstellung: Premier Baldwin, Aeußeres Curzon, Schatzkanzler Sir Robert Horne, Kolonien: Austen Chamberlain, Lordkanzler Lord Birkenhead, Luftfahrt, Hoare, Krieg Lord Derby, Inneres Neville Chamberlain. Das Blatt glaubt nicht, daß Churchill sofort ein Sitz im Kabinett augeboten werden wird. „Evening News" hält es für möglich, daß Austen Chamberlain Außenminister wird.
Macdonalds Rücktritt.
London, 1. November. (Eigene Drahtmeldung.) Alle Blätter halten es für ausgemacht, daß die Regierung am nächsten Dienstag z u - rücktreten wird. „Star" glaubt der Rücktritt werde erfolgen, sobald der Sonderausschuß die Prüfung des Sowjetbriefes, dessen Veröffentlichung im letzten Abschnitt des Wahlkampfes die Aussichten der Regierung so verhängnisvoll beeinflußte, beendet und den Bericht dem Kabinett vorgelegt haben wird Der König wird voraussichtlich «m Montag von Sandringham nach London zurückkehren.
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Sorfatoemottottskye Verluste.
Rotterdam, 1. November. (Eigene Drahtmel- düng.) Londoner Telegramme besagen: In den vier schottischen Grubenbezirken, von wo der englische Sozialismus seinen Ausgang genommen hat, betragen die Verluste der Arbeiterpartei zusammen 45 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Der englisch-russische Swift.
Prüfung des Sinowjew-Briefes.
(Eigener Drabrverich >
London, 1. November.
Die Rede Macdonalds in Cardiff hatte die Kabinetismitglieder über die Sinowjew-Afsäre im Unklaren gelassen. Unter diesen Umständen war Macdonald seinen Kollegen eine Erklärung schuldig, die er nunmehr im gestrigen Ministerrot abgegeben hat. Er gab osfiziell bekannt, daß die Minister, die mit der Prüfung der Echtheit des Sinowjew-Dokumentes bc- anftraat waren, sofort an die Arbeit gemacht haben. Ter vom Auswärtigen Amt herausgegebene Bericht läßt einen Punkt unaufgeklärt, nämlich ob eine Klärung der Frage eingcleitet ist, wie der Text des Briefes bekannt geworden sei, der vorher in dem Auswärtigen Amt zirkulierte Man hört, daß gestern im Auswärtigen Amt nicht die geringsten Anzeichen dafür be
stehen, den angenommenen Standpunkt, en der Echtheit deö Briefes zu zweifeln, zu ändern.
Keine Jrattflz'rrmig des Vertrag-?.
London, 1. November. (Eigene Trah(Meldung.) Lord Curzon hat sich in einer großen Rede im unionistifchen Parteiklub von London gegen die Ratifizierung des englisch-russischen Vertrages erklärt. Die Sowjet-Delegation in London trifft deshalb in Erwartung dieser Wendung der Dinge bereits Vorbereitungen, England zu verlassen.
Frankreich und Nußland.
Opposition gegen die Anerkennung.
(Eigene $rabtmelöunga
Paris, 1. November.
Die gemäßigte revublikanis che Fraktion der Kammer hat beschlossen, in der Kammer gegen die Anerkennung Sowjetrntz- lands durch die Regierung Herriot zu stimmen. Am Senat hat die Poincar e-G r«p- P e gemeinsam mit der Gruppe des Senators Billainde eine Interpellation eingebracht gegen die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Sowjetrußland. Der „Mitin" spricht schon von der Möglichkeit des Sturzes Herriots, doch erscheint diese Kombination, wie andere Pariser Meldungen erkennen lassen, zur Zeit noch verfrüht.
* « •
Botschafter in Moskau
Paris, 1. November. (Eigene Drahtmeldung.) Der „Petit Parifien" teilt mit, daß der Senator de Moust den ihm angebotenen Posten eines französischen Botschafters in Moskau gefilmt hat. Tiefer Posten sei daraufhin endgültig dem früheren Temps-Redakteur Herbet angeboten und von diesem angenommen worden. Seine Ernennung werde in kurzer Zeit bekannt gegeben werden. Gleichzeitig wird die Regierung mitteilen, daß die Gesandtschaft in Warschau zur Botschaft erhoben wird. Die- fer Beschluß ist der Polnischen Regierung bereits mitgeteilt worden. Gleichermaßen wird die polnische Gesandtschaft in Paris in eine Botschaft umgewandest werden
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Washington tft verstimm!.
London, 1. November. (Eigener Drahibe- rtckt.) Wie die „Morningpost" aus Newyork meldet hat der Schritt Frankreichs zur Anerkennung Sowjetrußlands in Washington sehr verstimmt. Staatssekretär Hughes erklärte Pressevertretern gegenüber, daß auf d»s Vorgehen Frankreichs keinerlei Veränderung in der Verurteilung Sowjetrußlands durch Amerika herbeigefühlt werden könne. Die Moskauer Regierung ble-be für das freie Amerika eine vom russischen Volke abgelehnte Gesellschaft gewalttätiger Autokraten. Voraussetzung für jedes Verhandeln der amerikanischen Union mit Moskau sei tue Einberufung einer russischen Volksvertretung, die aus allgemeinen Wahlen hervorgehe.
Die Verwirrung in China.
Wupeifus Armee ist geschlagen.
(Eigener Drabtberichl.)
London, 1. November.
Zu den Meldungen aus Peking schreibt der „Daily Telegraph", daß die Lage gegenwärtig noch zweifelhaft und dunkel sei. Die Stellung Wupeifus scheine geschwächt, obschon die meisten Militärgouverneure wenig Smnpaihien für den Urheber des Pekinger Staatsstreiches General Feng, haben und ihm gegenüber sehr eifersüchtig und mißtrauisch sind. Von Wnveifu wird gemeldet, daß er sich in Tiensin aufhalte und daß sein Heer sich in der Richtung nach dem Meere zu bewege Der General folge den Truppen auf dem Fuße nach. Durch den Transport würde der Verkehr auf den Haupteisenbahn- l linien lahmgelegt. — Nach einer weiteren Meldung aus Peking ist der größte Teil der Armee Wupeifu, die er in Tchanheikwan gelassen hatte, einge sch lassen. Man erwartet stündlich die Kapitulation. Der Gouverneur der Mandschurei, Tschangsolin, würde dann Herr der Lage sein. Die Truppen des Generals Feng in Peking haben an einem anderen Teile der Front Fortschritte zu verzeichnen.
* Ruhe in SMonodai.
London, 1. Rovemebr. (Eigener Drahtbericht.) Nach einer Meldung aus Newyork hat die amerikanische Regierung ein Telegramm oon ihrem Handelskommiffar in Schanghai erhalten, in welchem die Kämpfe im Bezirk von Schanghai als beendet bezeichnet werden. Die normalen Handelsbeziehungen seien wieder ausgenommen worden. Tie Flüchtlinge verlassen langsam die Stadt und der Warenverkehr auf dem Jangtsee-Fluß beginne wieder.
Das Mietsrecht. Erläuterung der Gesetzgebung.
In den nachstehenden Ausführungen werden die neuesten Bestimmungen im Wohnungswesen mitfitteiit, bi» sowohl für Mie.er als auch für DerMleter wissenswert find.
In der von der Verwaltungs-Akademie Berlin veranstalteten kommunal-sozial-wlssenschaft- lichen Woche erläuterte Stadtrat Dr. Brumdy die Veränderungen, die durch die längsten Gesetze und Verord nu ng e n im Mietsrecht geschaffen worden sind. Für die Mieter ist von besonderem Interesse die veränderte Stellung, die heute das Mieteinigungsomt einnimmt. Während früher die Entscheidungen des Mieteinigungsamtes unanfechtbar waren, ist das heute nicht mehr der Fall. Das Verfahren regelt sich in Preußen so, daß zunächst der Vorsitzende oes Mieteinigungsamtes eine Entscheidung treffen kann, gegen die binnen einer Woche die Entscheidung des ganzen Kollegiums angerufen werden kann. Gegen dessen Entscheidung kann nach zwei Wochen die Rechtsbeschwerde beim Landgericht eingelegt werden. Wenn die Beschwerdestelle eine von der vorhergehenden Instanz abweisende Entscheidung fällen will, so kann ein Rechtsentscheid des Kammergerichts eingeholt werden .der bindend für die Beschwerdestelle ist. Von dieser Regelung wird erwartet, daß endlich eine gewisse
Vereinheitlichung der Rechtsprechung in Mietsttagen herbeigefühtt wird. — Eine weitere Neuerung liegt darin, daß die Entscheidung des Mieteinigungsamtes nach den neuen Bestimmungen schriftlich begründet werden muß. Ferner besteht eine Anhörung s- pflicht seilens des M. E A. Es hat nicht die Pflicht, mündlich zu verhandeln, muß aber die Gegner anhören und muß den Parteien Gelegenheit geben, sich über das Ergebnis einer Beweisaufnahme zu äußern. Zur Beweisaufnahme müssen auch die Parteien zugezogen werden. Nachdem die Rechtsbeschwerde gegen Entscheidungen des M. E. A. ans Landgericht ein- geführt worden ist, ist die Dienstaufsicht der kommunalen Aufsichtsorgane über die Mieteinl- gungsämter so gut wie fortgefallen.
Die Tätigkeit der Wohnungsämter hat gleichfalls wesentliche Veränderungen erfahren. Bei Beschwerden gegen seine Entscheidung tritt das M. E. A. als Verwaltungsgericht tu Funktion. Der Wohnungsuchende muß bet Streitfällen zugezogen werden, und er hat auch einen Widerspruch gegen den Zwangsm'ets- bertrag. Wenn eine verfallende Wohnung vom Wohnungsamt auf Gemeindekosten zur brauchbaren Wohnung Hergerichtei wird, so wird die Miete an die Gemeinde gezahlt. Dte Vergütung an den Hausbesitzer richtet sich nach dem Zustand der Wohnung vor ihrer Herrichtung. Bei bloßer Revaraturbedürftigkeit einer vom Wohnungsamt beschlagnahmten Wohnung bat das M. E. A. zu entscheiden, wie es die Re- varaturpflicht regeln will. Der Vortragende schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß wir bald im Wohnungswesen aus der Verteilungswirtschaft in die Produktionswirtschaft hineinkommen. Den Bauunternehmern müßten aus den Erträgen der Hauszi.nssteuer Kredite zu annehmbaren Bedingungen gewährt werden. Von der Wohnungszwangswirtschaft müsse wenigstens die Beschränkung des Kündtgungsrechts aufrecht erhalten bleiben, damit der Wohnungsmieter in dieser Lebens- frage nicht von der Laune des Hauswirts abhängig werde.
<5»fon nie
Enthüllungen des ehemalig. Ministers Churchill.
Aus London schreibt ein deutscher Korrespondent: Winston Churchill, der Allerweltsmann und ehemalige englische Marineminister, veröffentlicht in .Nash's Magazine* sensationelle Enthüllungen aus der Kriegszeit. Die Mitteilungen dürfen, da sie fein eigenes damaliges Ressort betreffen, den Anspruch auf unbedingte Glaubwürdigkeit macken, auch wenn sie den bedauerlichen Beweis dafür liefern, daß der deutsche Nachrichtendienst während des Krieges teilweise einem der gefährlichsten Schwindler auf diesem Gebiet zum Cbfer gefallen ist.
Churchill schreibt u. a.: .Zu den Maßnahmen. die wir in der englischen Admiralität ->n- wandteu, um den U-Boot-Kriea gegen Handelsschiffe im Februar 1915 zu bekämvfen. befand sich auch das Projekt für die Anlage eines großen Drahtnetzes guer durch den Kanal. Der Plan entsprach dem höchsten Grade unserer damaligen Leistungsfähigkeit, und eine große Menge Material und Arbeit war auf seine teilweise Ausführung bereits verwendet. Wir fanden indes, daß die physischen