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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Anzeigenpre 15 Pfennig.; OffertgebM

Nummer 248. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf Dienstag, 21. Oktober 1924. Einzelnummer IG Pf.. Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

3n Erwartung einer neuen Regierung.

3m letzten Stadium.

Die Stogierungs-Lmbildung.

Selbst des Reichskanzlers Marx Geduld ist erschöpft. Vor acht Lagen wurden die „entschei­denden" Beratungen aus Dienstag angesetzt Diese Woche soll schon der Montag den nnnineh endgültigen Abschluß der chronischen Regie­rungskrise bringen Das letzte Stadium der peinlichen Krankheit ist da. Des zum Zeichen hat auch ver Reichstagspräsident sein Haus auf Mittwoch bestellt. Gibt es noch heilende Medi­kamente, oder muß ein eiserner Schnitt gemacht werden? Die Entwicklung der letzten Tage war höchst seltsam. Es wollte der großen Zentrums- Partei nicht recht würdig erscheinen, daß sie ihre Politik von dem Verhalten der kleinen Demo- kratenfrattion abhängig machte: und der Reichs­kanzler und Zentrums sichrer Marx machte als er auf diefem Wege nicht weiterkam. einen An­lauf. um die Hindernisse zu überspringen. Er ließ verkünden, daß er, sintemalen die Frattio- nen sich nicht zusammenftnden könnten, aus eigener Machtvollkommenheit mit den De u t s ch- nationalen verhandeln werde Aber der Sprung mißglückte weil die Deutschnationalen selbst das Sprungbrett wegzogen Sie wollten nicht als Persönlichkeiten, sondern als Partei zmn Eintritt in das Kabinett eingeladen werden, und nicht von dem Haus­herrn allein, sondern von der ganzen Familie. Mit anderen Worten: die übrigen Regierungs­parteien sollten sich ausdrücklich mit einer klaren Erweiterung der Koalition nach rechts ein­verstanden erklären, und der Kanzler sollte ofsi- ziell mit den Vertretern der Dentschnationalen Fraktion, nicht mit einzelnen Ministerkandidaten der Partei verbandeln.

Der Versuch, den Stellungskrieg Ins fteie Feld zu verlegen, ist also mißlungen Die Sache liegt wieder bei den Fraktionen, und somit sah sich Herr Marr auch von neuem gezwungen, die Beteiligung der Demokraten in irgend einer ftorm zur Bedingung zu machen, denn das for­dert ia die Zentrumsfraktion. Zum mindesten müßte Dr. Geßler Kriegsministe'- bleiben. Das Verhalten der Deutschnaftonalen kann man bis zu einem gewissen Puntt verstehen Sie wallen nicht durch eine Hintertür, wie sie sagen sonde-n über den Vorderaufganq in das Regierungsbaus hinein. Die Verhandlimgen über das Pro­gramm der neuen Koalition mußten natürlich mit den Parteiverlretern geführt wer­den: diese haben den Richtlinien des Kabinetts zugestimmt. Auch die Frage, wie stark -ine Partei in der Regierung vertreten 'ein will, wenn sie deren Politik mitverantworten soll, muß mit ihr offiziell erörtert werden. Aber die Auswahl der einzelnen Persönlichkeit^ ist Sache des Kabinetrschefs Daß die Fraktionen die Ministerliste cmsftwbcln, ist bisher immer von der Rechten als ein Auswuchs des parla­mentarischen Svstems verlacht worden. Und zwar mit gutem Grunde. Jetzt erklären die Deutschnationalen zwar die in der Presse ver­öffentlichten Namensnennungen für unrichtig und ihre wahren Pläne für streng geheiin, aber sie bestreiten nicht, daß sie Personalvorschläge aufgestellt haben. Das ist orundsäblich iaffch. Aus das Noterperiment des ..Kabinetts der Per­sönlichkeiten" braucht natürlich keine Partei sich einzulassen: oie Deutschnattonalen können sagen: das ist ein Rückfall in den KonMIationalismus, den wir fetzt nickt mitmachen. weil das Volk erst den von euch ihm bescherten Parlamentarismus bis zur Neige auskosten soll Diesen aber noch zu überspitzen, das ist zuviel des Guten.

Nun hängt die Entscheidung also dock wieder bei den Demokraten — oder bei Dr. Geßler persönlich Aber der ist ein ehrenwerter Mann und will den Ministerposten. den er als Vertre­ter der denwkratischen Partei bekommen hat, nicht als „Persönlichkeit" behalten Er nennt das Disziplin, '.md das ist ein um so schönerer Zug an ihm. als er selbst die Haftung der Frak- tionsmehrheit mißbilligt rmd das Verbleiben der Demokraten in der Regierung auch bei einer Recktserweiteiunq befürwottet. Nun ist es durchaus verständlich, daß sowohl in der Reichswehr als auch vom Reichspräsi­denten Ebert das Ausharren Dr. Geßlers aus dem Posten des Kriegsministers dringend gewünscht wird. Er hat sich mit seiner Objekti- vität. die von einer natürlichen Friscke belebt wird, gut in die schwierige Pofftion hineinge- fturden und bildet als Demokrat ein Gegenge­wicht gegen das teilweise weiter rechts stehende Offizierskorps. so daß die Reichswehr, worauf es ihr b< sonders ankommen muß, in den Augen aller verständigen Bürger als überparteilich gilt Die Demoftaten würden eine schwere Per mt- worttmg auf sich nehmen, wenn sie diesen Gleichgewichtszustand stören wollten. Der Entschluß, das letzte entscheidende Rein auszusprechen, dürfte ihnen auch noch dadurch erschwert werden, daß Dr. Geßler zwar sein Portefeuille niederlegen, voraussichtlich zugleich

Rechtskabinett ohne Demokaten?

Regierungsumbildung im Laufe dieser Woche.

Berlin, 20. Ott. (Eigener Informationsdienst.) as Zustandekommen einer ausgesprochenen ieciftsregierung unter Führung des Reichskanz­lers Dr. Marx erscheint nunmehr gesichert. Nach­dem die deutschnationalc Reichstagsfrak- tivn ihre unbedingte Bereitschaft zur Teilnahme am Reichskabinett dem Kanzler Dr. Marr ge­genüber zum Ausdruck gebracht hat und gleich­zeitig die Forderung stellte, mindestens vier Mi- nistersttze in der neuen Regierung zu erhalten, sind die Dinge so weit gediehen, daß man wabr- sci-einlich damit rechnen kann, daß die nrugebil- dete Regierung sich noch im Lause dieser Woche dem wieder,zusammentretenden Reichs­tag vorstellcn wird. Der Lokalanzeiger schreibt: Es erscheint neuerdings nicht ganz .ausgeschlos­sen daß die Demokraten doch zu einer ande­ren Anffaffung der Lage kommen und daß be­sonders die von den Parteikreisen im Lande gc- nährten Bedenken gegen eine Neuwahl durch­setzen werden. Es ist jedenfalls keineswegs aus­geschlossen. daß Reichswehrminister Geßler im Kabinett in irgend einer Form, die den Demo­kraten angemessen erscheint, bleiben wird.

Sntfchftdenb? Kavlnetisstzunk'.

Berlin. 20. Oktober. (Privat - Telegramm.! Wenn der Reichspräsident nicht in letzter Stunde der Verbreiterung des Kabinetts nach rechts sich widersetzt, dürften die Verhandlungen über die Hinzuziehung per Deutschnationalen heute noch zu einer positiven Lösung führen Die ent­scheide nde Knbincttssitzung findet heute abend sechs Uhr statt. Tie Fraktionen werden nachmittags! noch FrMionssitzimgen abhalren. — In einer gestrigen Sitzung der Sozialde­mokraten des Reichstags wurde zum Aus­druck gebrockt, daß die Fraktion ihren Stand­punkt gegenüber der Rekchsregicrung scstgelcgi habe unp keinen Anlaß sehe, ihn z» ändern Der Sitzung vorangcgangen war eine lange Konfe­renz der sozialdemokratischen Führer mit den Führern der demokratischen Partei.

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Dor poriameniarisktten Kümpfen.

Berlin. 20. Ottober. (Privat - Telegramm.! Man kann schon jetzt voraußsehen, daß nach Wicderzufi'mmentritt des Reichstages, der am Mittwoch erfolgen soll, mit einem Wiederauf­leben der parlamentarischen Kümvfe zu rechnen ist, bei der die Schärse der Gegensatz

außerordentlich stark zum Ausdruck kommen wird. In den der Regierung nahestehenden Kreise» sieht man dieser Entwicklung nicht ohne ernste Besorgnisse entgegen, da die zu erwarten­den innenpolitischen Kämpfe zweifel­los starke Rückwirkungen auf die autzenpoli­tt s ch e Lage ausüben werden. Besonders wird die Oppostion der Soztaldeuiokratie mit größter Sckärse einsetzen und zur Aufrollung der sozialen Gegensätze führen, sodaß sich die bürgerlichen Parteien schon jetzt auf eine ent­schiedene Abwehr gegenüber der Kampfansage der Linken einstellen Zu diesem Zweck ist beab­sichtigt. auch die Bayrische Bolkspartei und die Wirtschastspartei an der Regierung zu beteiligen.

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Keine günstige Beurteilung.

Berlin, 20. Oktober. (Eigener Dahtbericht.) Eine neue Regierung mit einer breiten Opposi­tion der Linken würde voraussichtlich nur eine schwache parlamentarische Mehrl-eit hinter sich haben und ständig auf der Hut sein müssen, um einer parlamentarischen Niederlage vorzubeugen. In den Kreisen des l i u k e n Flügels des Zen­trums herrscht große Erbitterung über das nachträgliche Zustandekommen einer Regierung des Bürgerblockes, sodaß bei den parlamentari­schen Entscheidungen möglicherweise mit einer ausgesprochenen Obstruttionstakttk auch des lin­ken Zentrums gerechnet werden kann. Dies könnte sich unter anderem darin äußern, daß das linke Zentrum den entscheidenden Abstimmungen fern bleibt oder sogar mit der Opposition stiuunt. Aus diesen Erwägungen heraus erklätt stch auch die Absicht des Reichskanzlers Dr. Marx, nach Möglichkeit ein Programm der polittschen und sozialen Versöhnung zu vertreten, dem sich alle bürgerlichen Parteien anschlietzen. Trotz der Absicht, den inneren Frieden zu wahren, würde das nach rechts erweiterte Kabinett Marx-Strese- mann es aber nicht verhindern können, in schwere parlamentarische Kämpfe verwickelt zu werden. In den parlamentarischen Kreisen be­urteilt man daher die Aussichten der neuen Re- gierungskonstellatton nicht all zu günstig und hält es für ratsam, daß die Regierungsparteien nach wie vor die Möglichkeit einer notwendig werden­den Reichstagsauflösung im Auge behalten.

aber sich von der demokratischen Partei zurück­ziehen winde. Sie verlören dann einen ihrer Besten Der Wahlkampf ist wirklich nickt mehr zu vermeiden, wenn heute der letzte Heilnugs- veifvch mißlingt

Deutschlands Außenpolitik.

Die Absichten Dr. Strefemanns.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 20. Oktober.

Wie wir von unterrichteter Seite erfahre.!, hat Außenminister Dr. Stresemann die Absicht, sofort nach der erfolgten Umbildung des Reichs­kabinetts eine erhöhte Aktivität in'ver deutschen Außenpolitik ein treten zu lassen, deren Ziel die schleunige Durchführung der wirtschaftlichen Ver­handlungen mit England und Frankreich, sowie die beschleunigte militärische Räumung des Ruhrgebiets bildet. Minister Dr. Strese- tnonn glaubt nicht, daß durch die Aufnahme der Deutschnationalen in die Reicksrcgierung eine Versckllechterung der außenpolitischen Lage cin- tritt, sondern er hofft, daß cs ihm gelingen werde, die noch schwebenden außenpolitischen Fragen reibungslos unter Dach und Fach zu bringen.

besteht, in Verbindung gesetzt und bemüht sich, sie für bolfchewittische Zwecke zu gewinnen. Es sind aus Indien bolschewistische Inder eigens zn dem Zwecke nach Berlin beordert worden.

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BefürWÜn?! von Verwicklungen.

Berlin, 20. Ottober. (Privattelegramm.) In hiesigen diplomatischen Kreisen befürchtet man von diefcr Tätigkeit des rnssischen Botschafters Verwicklungen in England, weil die bolschewistische Propaganda in Indien sich na- tnrgcmätz direkt gegen die englische Vorherr­schaft in Indien richten müßte Man wünscht deutscherseits, alles z» vermeiden, was eine Miß- stimmuna in England Hervorrufen könnte, sicht aber vorläufig nock keine Möglichkeit zn direktem Einschreiten und wird stch daher damit begnü­gen, dem russischen Botschafter in freundschaftlicher Form nahezulegcn, daß er feine propagandistische Tätigkeit mäßigen müsse.

Englands Neuwahlen.

Die Bcrickte vom gestrigen Sonntag.

(Eigene Drahttneldumr.'

regierung garnicht rtrag mit den Zep-

internationalen Verkehrsmittels

gcnden Gründen der Reichsregierung garnicht möglich, einen derartigen Vertrag mit den Zep­pelinwerken abzuschließen. Vielmehr muß sie es dem Verantwortungsbewußtsein der leitenden Männer der Zeppelingesellschasten überlassen, ob

sie es für tragbar haften, der ganzen Welt den Bau von Zeppelinlustschiffen zu ermöglichen, so­daß diese im höchsten Grade leistungsfähigen Luftschiffe im Verlaufe der nächsten Entwicklung möglicherweise den Rang eines

Luftschlff-Bautm.

Soll Deutschland seinen VortcU Preisgeben? Hebet die Frage, »v Deutschland andere« LS«, »een die Lizenzen jum Ban von Zeppelin.Luft- schiffen geben soll, wird uns wie folgt geschrieben: Nachdem sich der ,Z. R. 3" auf feiner Ozean- ahrt nach Amerika als Verkehrsmittel für die weitesten Strecken bewährt hat, bewirbt sich das gesamte Ausland, an erster Stelle Amerika und England, um Verträge mit den deut­schen Luft 1 chiffbau-Gesellfchasten, die öhnen gestatten sollen, im eigenen Lande nach dem Muster der deutschen Zeppeline Verkehrslust- schisfe zu bauen. In der deutschen polittschen Oeffentlichkeit ist daher gegenwärtig die Strett- frage entstanden, ob es im nationalen Interesse Deutschlands statthaft wäre, dem Auslande die Möglichkeit zu bieten, unsere Zeppelinluftschiffe nachzubauen und damit auch gleichzeitig den ungeheuren Vorsprung, den Deutschland durch seine Vollkommenheit im Bau von Zeppelinlujch schiffen erreicht hat, preiszugeben. Die Beurtei. lung diefer wichtigen Frage ist fehr verschieden. Selbstverständlich kann ein solches Problem 'icht S werden, ohne daß die sachverstündii,. r eute selber endgültig ihre Meinung zum Ausdruck bringen. Wie wir von unternchtetrr Stelle erfahren, hat die Reichsregierung zunächst nicht die Absicht, sich an den Diskussionen über die Frage der Zweckmäßigkeit der

Vergebung von Auslandlizenz«

zum Bau von Zeppelinluftschiffen zu beteiligen. Schon mit Rücksicht aus die außenpolitische Lage erfordert das Interesse Dentschlands die größte Zurückhaltung des ReichskabinrttZ, da/, ja auch von sich aus mit der ganzen Angelegenheit direkt nichts zu tun hat. Die Regierung selbst kann, wie ja auch die Erfahrungen aus der Zeit vor dem Kriege gelehrt haben, keinem Erfinder ver­bieten, seine Erfindung im Auslände zu verwer­ten, solange die Regierung selbst nicht sich von vornherein das Recht der alleinigen Ausbeutung gesichert hat. Nun ist es aber aus sehr nahelie-

einnehmen und von den Anderen gebaut werden. Von fachmännischer Seite wird uns mitgeteilt, daß an sich keine schwerwiegenden Bedenken da­gegen bestehen (?) an das Ausland derartige Lizenzen zu vergeben. Die Zeppelinluftschiffe sind ihrer eigentlichen Natur nach Verkehrs­mittel und haben bestimmungsgemäß den Zweck, auf dem Luftwege Personen und Lasten auf die denkbar weitesten Strecken hinaus zu be­fördern. Eine etwaige Militärifche Bedeu­tung dieser Luftschiffe wurde nicht allzu groß sein, zumal das militärische Flugwesen ia in erster Linie auf die viel leichter beweglichen Flieger angewiesen ist. Es ist also von vorn­herein zweifelhaft, ob man dem Auslande mit dem Bau von Zeppelinen eine militärische Waffe in die Hand geben würde. Wenn man diese Fragen überhaupt erörtert, so ist es selbstver­ständlich wichtig, daß Deutschland sich von vorn­herein auf den Standpunkt stellt, gemäß den in­ternationalen Verträgen überhaupt kein Kriegs­material an das Ausland zu liefern. Die ganze Kulturwelt erblickt aber in den ZepMinluft- fchiffen kein Kriegsmaterial. Es ist auch ganz entschieden zu bezweifeln, ob Amerika den „Z. R. 3" für ausgesprochen militärische Zwecke verwenden wird. Solange diese Frage noch« un­entschieden ist, kann nach Ausfassung der unter­richteten Kreise natürlich noch kein endgülttges Urteil abgegeben werden. Zur Zeit besteht viel­mehr lediglich das Interesse,

Agitation der Bolschewisten Bedenkliche Tätigkeit des russischen Botschafters.

. (Amtliche Drahtmeldung.!

Berlin, 20. Ottober.

In politischen Kressen ist man zur Zeit etwas bedenklich geworden wegen der Tätigkeit, die der russtschc Botschafter Krestinski sich neuer­dings zur Aufgabe gemocht hat. Krestinski ist von der Sowjetregieruna beanstragt worden, den indische» Rebellenführer G a » o h i, der demnächst in Berlin cintrifft. nach Moskau cin- zuladen Ucberhaupt sog die russische Botschaft mit der Zeit zu einem Zentrum der bolschewisti­schen Propaganda unter den unterdrückte» Völ­kern Asiens gemacht werden. Krestinski Hai sich ans russischen Befehl mit dem in Berlin be­stehenden „Klub der nntcrdrüüten Völler", der vor allem cus Aegyptcrn und Indern

Rotterdam, 20. Ottober.

Der Eouran, meldet aus London: Ter gestri- ae Sonntag zeigte, daß im aanzen 1406 Wahlkan­didaten von den Parteien anfgestelft morden sind nnb -war 538 Konservative 524 Arbeiter- parteiler 333 Liberale, 11 Unabhängige und 36 Kommunisten. In London kam es gestern wie­der zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen bewaffneten Kommunisten und Arbei- terparteileen, wobei drei der letzteren schwer imd 18 leichter verletzt wurden. — Tie Angaben der Zeitungen über die Ergebnisse der Ncminationslisten stimmen nicht überein. Die Sunday-Times bchanpten, daß 38 Kandidaten »utomatisck als gewählt proklamiert worden feien. Landsay-Expreß svrickt von 37 nnb bie News cf th- World von 35. Eine Agen­tur dagegen behairytct baß nur 32 Kandidaten als gewählt proklamiert worden seien, davon 16 Konservative. 6 Liberale, 1 Nationalist und 7 Arbeitcrpartciler.

den deusschcn Luftschiffbau

überhaupt am Leben zu erhalten und den Wohlstand des deusschen Volles dadurch zu för­dern, daß man diese Luftschiffe fürs Ausland baut oder auf Grund von anderen Verträgen vom Auslande her große Summen erwirbt. Dies ist der volkswirtschaftliche Zweck der V e r hand­ln n g e n. die in nächster Zeit mit ausländischen Gesellschaften ausgenommen werden. Die wirt- schastlichen Kreise stehen dabei auf dem Stand­punkt, daß die wirtschaftlichen Interessen heute bei solchen Fragen die polittschen Interessen überwiegen müssen, denn schließlich kann der Wiederaufbau Deutschlands nur" dann erreicht werden, wenn es gelingt, diejenigen Kräfte zur Entfaltung zu bringen, die aus dem Auslande her neues Geld nach Deutschland hereinbringen. Es hat daher den Anschein, daß die wirtschaft­lichen und die fackmännsschen Kreise für die Ab- schlösse von Verträgen mit dem Auslande eintre- ten. Ob aber auf der anderen Seite die politi-