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Nummer 247

Ein^lnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf

Sonntag, 19« Oktober 1924.

Kabinett Marx bleibt und wirb ergönzl

»'os csnnkbvt des Rt'-Hskanzkrs

lange hingezogen hat.

geschaht. Reuter berichtet aus Schanghai:

Drei große Stauwerke

über Erfolge Tschang-Tso- englische Preffe, da ffe die begünstigt, die Richtigkeit

Die Verwirrung in Lhina.

Brand. Mord und Plünderungen im Süden.

2B0nf(f*? und Dorskhia e.

Berlin, 18. Oktober. (Privattrlegramm.) Zwischen 11 und 12 Uhr heute vormittag weilten die Vertreter der Deutschnationalen beim Kanzler, um ihm ihre Wünsch« bezw. die von ihnen zu präsentierenden Minister vor zuschlagcn Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat der denwkratische Reichswehrmini- ster Geßler es zurückgewiesen. in einem Kabi­nett, das nicht mehr die Nnterstühung seiner Partei habe, zu bleiben.

fünftausend Mann des geschlagenen Tschekiang- Heeres hätten sich an der Bahnlinie, eine Vier­telmeile von der nordwestlichen Grenze der in- tcrimtionalen Nie Erlassungen entfernt, ver­schanzt und abgelchnt. sich zu ergeben. Rach einer weiteren Meldung aus Kanton sind durch das steuer zahlreiche Häuser zerstört wor­den. Tie Zahl der Opfer an Menschenleben ist noch nicht bekannt, doch dürste sie sehr groß sein. Unter anderem ist auch ein amerikanischer Ma­trose in den Flammen umgekommcn.

igen mii tr. 28/30

»icr ö if*nn:!onole Minister

Berlin, 18. Oktober lEigene Drihtmeldung.) Wie zuverlässig verlautet, hat Reichskanzler Marr den Tkutschnationalen vier Minister- Posten angcboten. Vermutet wird, daß Hergt als Vizekanzler. Freiherr von Gahk für das Innenministerium Leopold für die Post und Fabrikbesitzer Schiele für das Wirtschastsministe- rmm in Frage kommt. Eine Schwierigkeit für

deraufbau geweckt worden ist. Wenn auch nickt alle Kreise politisch oder geschäftlich denken so denken orbeie menschlich und sportlich, womit sie erkennen daß die frühere Haßpropaganda gegen Deutschland nur ein übles Krirqshilfsmittel war Man fegt drüben, es sei ein offene? Ge- fietmntg, daß amerikanische Politiker und Fi- nangleute schon lei den Londoner Verhandlun­gen im Juli sich bemüht basten, die Bediuaun- gen für Deutschland zu mildern Eine andere Frage ist. tote wir jetzt zu Frankreich stehen wer- den da? uns den Erfolg neidet Während die Regierung die Schließung der Zepvelinwerft fordert, lärmt auch die unstionalistische Bresse. Aber heute ist Frankreich ja nito* mehr allein maßgebend. Die Weltvölker ziehen Deutschland wieder in ihren Kreis' K. F D.

Schicksal Ser ÄeVpelinwerft.

Frankreich beaittragt die Zerstörung der Werst. lEigene Drahnneldung.,

London, 18. Oktober.

lEigener Drahtberichl.)

London, 18. ONober.

Times" berichtet über die Kämpfe in Kan­ton, daß nach der Ueberwältigung der Freiwil- ligenverbändc der Kaufleute durch die Truppen Sunyatsens die Mordtaten und Plün­derungen eingesetzt hätten. Mindestens tau-

Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf. 14. ZührgaUg

sein, aber nicht mit den Deutschnatioiialeu in einer Regierung zusammenarveiteu wollen, um nicht das Band mit den Sozialdemokraten reißen zu lassen. Diese Haltung genügte aber rem Zentrum nicht, das nicht ohne die Demokraten tn die Regierung gehen will Die Folge dieser Unschlüssigkeiten war die Möglichkeit der Reichs­tagsauflösung. Aber auch dabei war man nicht sicher, ob sie einen Zweck hätte. Deshalb ging ein Vorschlag der Demokraten dahin, die Frage der Neuwahlen offen zu lassen, bis der gesamte Reichstag nach seinem Wiederzusammentritt einen Beschluß fassen könne und vielleicht die Regierung stürzen werde. Auch das Zentrum zog Neuwahlen nur als äußersten Notfall in Betracht. Inzwischen überlegte man noch, rote es mit einem unparteiischen Kabinett der Persönlichkeiten sei, aber es ist auch nich» so leicht, jetzt die geeigneten und will'g-n Persönlichkeiten zu finden Und damit bleibt die Regierungskrise weiter in der Schwebe. Seit gestern ist nun eine Wendung eingetreten, da Reichskanzler Marr doch noch einmal mit den Deutschnationalen verhandelt, um diese in die Regierung einzubeziehen, also die Er­weiterung nach rechts vorzunehmen Augenblicklich dauern die Besprechungen darüber nock an.

übernommenen Vervflicktunoen zu erfüllen, aber der Versuch wird aemackt und di- Auffichts- kommission der Alliierten kann sich vom guten Willen überzeugen

Es ist nickt zu verkennen, dick auaenblicklich die Stimmung in der Welt für Deutsch­land günstig *ff und zwar infolge des groß­artigen Sieoesflngos des deutt'cken Luftschif­fes nach Amerika Sind wir dabei auch Leid­tragende insofern, als wir das hervorragende Werk det-tswen Erfinder- i-nd Erhgnergei^es an ein anderes Vast abgeben müssen so baden totr doch in der Welttnein**na ein q-wastig-s B'us bekommen Wir brauchen die v o l i t i s ch e Bedeutung nicht zu unterschätzen denn über­all mit Ansn<chme von Frankreich - wirst die deutsche Leistung als natürliches Provaganda­mittel Es wird zweifellos wesentlich zu einer polttischen und wirtschafllichen Annäherung zwilchen Deutschland und Amerika beitrapi-n, da das allgemeine Interesse für Deutschlands Wie-

-ttteder des D rektoriumS der Zeppelinwerst für «onntag nach Berlin geladen, um mit ihnen über eine offizielle Stellungnahme des Reiches "egen die der Zeppelinwerst dn'ch den Ver­sailler Vertrag drohende Schließung zu beraten. Ter Zepvelinwerft lagen bis Freitag mittag viertausendstevenhundert Telegramme und über zwölftansend andere Postsendungeir vor mit Glückwünschen über die Zeppelinfahrt Friedrichshafen-Newyork.

Noch einletzter" Versuch

Das Kabinett vor der Erweiterung nach rechts.

Wenn trotz des ungewissen Zustandes das Vertrauen im Auslände auf Deutschland sich ge­rade jetzt kundgetcm hat. als die deutsche Anleihe zur Zeichnung auflag. so ist dies hauptsächlich der deutschen Wirtschaft zuzusckrei- den. die in den letzten Iabren Beweise ihres Fortschritt- genug.gegeben hat Die Berichts aus Newvork. London. Stockholm und Amster­dam schildern erfrenlicherwttse wie ein Sturm der Nachfrage erfolgte >md die Anleihe in ganz kurzer Zeit vielfach überzeichnet ^cr Das ist für uns sicher als ein schöner Erfolg anzusehen der uns beweist daß man mit dem weiteren WiederauMeo Deutschlands recknet, denn die Geldgeber hoffen doch, damit ein gutes Geschäft zu macken Nun bat dieses Geschäft der anderen allerdings einer bitteren Beige­schmack für uns da wir eine Hobe Schuldenlast übernommen haben Aber das fall etne spätere Sorge sein Vorläufig sind wir vor dem fran­zösischen Drangsalieren sicher während wir das Sackverstöndioen-Giltachten zu erfüllen ver­suchen Die Achthnndett-Millionenmark-Anleibe wird dazu verwendet die Stabilität der Währung zu sickern sowie zunächst die S a ch- leistunaen zu finanzieren Weiter beruht auf der Anleibe die Eristenz der neuen Reichsbank, die nun die ersorderlicke Deckttna hat. Der Schulden- und Tilgungsdienft der Anleihe bildet einen Teil der RevarationSzahlmtaen. die nch also 'M», die iäbrlichen Zins- und Rückzahlungen vermindern Vielleicht fällt eg uns schwer, die

die Kabinettsumbildung ist mir noch in der Hal­tung der Demokraten gegeben Es wird aber in rechtsstehenden Kreisen wiederholt be­tont. daß noch alles in der Schwebe ist. Es ist durchaus möglich, vatz sich unerwartete neue Schwierigkeiten auftun werden. Die Deut­sche Bolkspartei trat gestern nachtmttag zu einer Sitzung zusammen, über deren Ergeb­nis nock, nichts bekannt ist.

Berlin, 18. Oktober lEigener Drahtbericht.) In der innerpolitischen Krise ist das Gesamtbild heute früh fast unverändert. Die Bereitwilligkeit der Deut sch nationalen, in das erwei­terte Kabinett einzutreten, hat kaum eine neue Lage geschaffen da diese Bereitwillig­keit schon seit Tagen bekannt war. Parteibe- sprechungen und Beratungen des Kanzlers mit seinen Ministerkollegen und den Parteifüh­rern folgten einander bis in die elfte Abend- L.unde Rur eine große Linie steht heute fest: Da-> Kabinett Mart bleibt und wird er­gänzt! Auch die bayrische Bolkspartei will zunächst Vorschläge des Kanzlers abwarten Tie Demokraten bei denen setzt wieder' die Entscheidung liegt, haben ihre nächste Sitzung auf Montag cnberaumt. Beim Reichspräsiden­ten Ebert waren gestern abend die sozial­demokratischen Gewerksllmftsführer zu einer längeren Besprechung versammelt

oung.) Aus Peking wird amtlich bekantttgege- ben, daß die Streitkräfte Tschang-Tso-lins über die Große Mauer hinaus nach Norden zurückge­drängt worden sind. lieber die taffächlichen Vorgänge auf der Front nordöstlich von Peking war in den letzten Wochen keine rechte Klarheit zu gewinnen, da die Meldungen sich widerspra­chen je nach der Stellung der Mägste zu den sich befehdenden Parteien in China. Tie Franzosen nahmen freudig die aus japanischer Quelle statu

_ _ menden Meldungen über Erfolge Tschang-Tso-

18. Oktober. sPrivattelegramm.l lins auf, während die englische Presse, da sie die

^-^^^EUflche^e-tung" meldet aus Frie- Pekinger Regierung begünstigt, die Rich-igkei: drtchshafen: Der Reichskanzler hat weherer Mtt- dieser Meldungen bestreitet.

ntipnhp« "Za ^eim Vor-1 send Kaufläden seien zerstört worden. Ter Scha-

hinsichtlich des Lilstschiffbaues in Deutschland ^urchzitführen. Daraus -olgt, daß Frankreich auf der Forderung, die Zeppelinwerft in Friedrichshafen zu zerstören, nach tote vor besteht, lfl Der Antrag war bereits unter dem Kabtn-tt Poinrar«- beschlossen worden und i® ietzt ohne neue Beratung nach der Ablieferung des Z. R. 3 an Amerika vom Kabinett Heriot weitergeleitet worden. Es ist anzunehmen, da' der Boffchaflerrat sich bereits Anfang November u-her den französischen Antrag schlüssig machen wird.

Neue Kraftquellen.

Verwendung der Meereskräfte.

Ueber di- Versuche, bie ebbe und Flut de« Meere« in «taftlieferung ,u verwandeln, dab-n in Frankreich gewiffe Ergebnisse ge- zeitigt. Man berichtet un« darüber r

Die Ziffer, die die Zahl der Jahre angibt, in denen Europa seine letzten Kohlen und wahrscheinlich auch das letzte Petroleum ver­braucht hat, ist kaum noch dreistellig. Das Pro- blem der Kr aftbeschaffung aus ande­ren Quellen als Kohle und Oel ist vielleicht schon das Problem der nächsten, spätestens aber der übernächsten Generation. Deshalb nehmen auch die

Erfindungen der Donnenkrastmafchinen fehl Ende, und besonders Amerika bemüht sich, seit Jahren, dieses Problem der Umsetzung der Sonnenwärme in Arbeitskraft zu lösen. Außer der Sonne aber gibt es, abgesehen von den Was­serkräften der Flüsse, die kaum ein Viertel der notwendigen Arbeitskraft ergeben werden, noch die eine große Kraft der Meere, die sich in E b b e und Flut ausdrückt. So einfach das Prinzip der Umsetzung dieser Wasserkraft der Flut mit Hilfe von Turbinen in elektrische Kraft ist, so groß sind die praktischen Schwierigkeiten, auf die man bei den Versuchen zur DurchM- rung des Problems bisher gestoßen ist. Die Versuche zum ersten Bau eines solchen großen Kraftwerkes sind nunmehr in Frankreich im Gange. Die Regierung hat bereits zum zweiten Male mehrere Millionen Francs für die Versu­che zur Verfügung gestellt, und es scheint jetzt tn der Tat gelungen zu sein, einen praktisch gangbaren Weg zu finden. An der fjord- re chen Küste der B r e t a g n e bei ssAber Braich wird sich dieses

erste große Kraftwerk mit Meeresantriebskrast

erheben. Die Hauptschwierigkeit liegt zunächst m der Taffache, daß das Salzwasser für die Tur- bitten nicht verwendbar ist. Man muß infolge­dessen den Druck der Flut zunächst auf Süßwas- ler übertragen. Der Fjord l'Aber Braich ist auf das beste geeignet, da er, wie ein Trichter wir­kend, die Flutkraft auffängt, deren Druck nun­mehr auf das Süßwasser des Flusses übertragen wird. Das Wasser dieses Flusses wird in einem großen Bassin angesammelt mit Hilfe eines hh- drmflichen Werkes. Auf dieses Bassin nun übt bte Flut ihre Kraft aus, indem sie es durch ihren Druck mit dem Süßwasser ausfüllt. Auf diese Weise wird gleichzeitig erreicht, daß der zwei­mal täglich vorhandene Kraftstrom ein konti­nuierlicher wird. Man konserviert gewissermaßen die stoßweise Kraft der Flut in dem großen Süßwasserbaffin, aus dem dann durch die Was­serturbinen die ständige Umwandlung in elektri­sche Kraft erfolgt. Aber nicht nur die nicht kon­tinuierliche Kraft des Meeres ist ein Problem, sondern auch die durch Wind und Wetter beding­te übermäßige Flut, die Springflut, die leicht das ganze Unternehmen gefährden kann. Diese Gefahr begegnen nun die Ingenieure des Werkes, indem sie die Turbinenkraft benutzen zum Antrieb großer Pitmpen, die in eine beson­deres Reservoir große Waffermengen, die bei der Springflut auf das Werk anftürmen, pumpen und so einen übermäßigen Druck, der das Werk gefährden könnte, abwehren und gleichzeitig ein neues Kraftreservoir, wenn auch in der Form von Salzwaffer, schaffen. Die gewal­tigen Stauwerke sind heute selbstverständlich noch nicht in.Betrieb, sondern es handelt sich um Nei- ne Versuche. Sie werden aber schon in aller- riächster Zeit in Angriff genommen werden.

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Die Kümpfe tm Otorörn.

, 18. Oktober. (Telegraphische Mcl-

müffen gebaut werden, das eine für bie n o r m a- le Flut, das zweite für das Aufstauen des Süßlwassers und das dritte für die Schaffung ein? großen Bassins für Springflut und Ueberfchwemmungen. Man erwartet, daß nach der Fertigstellilng dieses Werkes jede normale Flut etwa 1200 Pferdekraste, also am Tage 2400 Pierdekräste, ergeben wird. Die Kosten des Werkes, das nicht mehr als 5000 Kilowatt bei einer Höchstleistung ergeben wird, sind aber au­ßerordentlich groß und werden pro Kilowatt et­wa 10 bis 15000 Francs betragen. Gn franzö­sischer Jngeniettr Eonstanttn ist deshalb aus die Idee gekommen, eine Ergänzung des Werkes durch Verwendung der an der bretonnischen Kü­ste sehr regelmäßigen Windkraft zu versu­chen. Die Messungen haben ergeben, daß an zwei­hundert Tagen des Jahres der Wind mit min­destens Z-Meter-Sekundengesckwindigkeit die Küste bestreicht. Konstantin schlägt nun vor, Windmühlen nach Art der holländischen aufznbauen und eine Luft 1 urb'ine anzu­schalten. Rach seinen Berechnungen ergibt bei einer Windstärke von 15 Metern eine 40-Meter- Schraube 700 PS.; Constantin hat seine Berech­nungen bereits praktffch an Luftturbinen aus­probiert und die Berechnungen haben ergeben, daß unter diesen Umständen die Gestehungs-

Mrcvt des miltiärifthen Frankreichs.

London 18. Oktober. lEigene Drahtmeldung.i Auch dieMorningpofck bestätigt in einem Pa­riser Telegramm den Eingang des französischen Ruttags beim Botschafterrat auf Schließung der Friedrichshafener Zepvelinwerft und fügt hinzu, daß eine Zurücknahme des Antrages durch Frankreich deshalb schwierig sei (?) weil der «berste Landetzverteidignngsrat schon im Fuli sich gutachtlich für den Antrag des französi ch ii Kabinetts aus militärischen Gründen ausgesprochen hat.

Stellungnahme des Jteiches.

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Rcickslanslrr SoX tei*«**'

mtt den deutschnationalen FraktionSbe- Berlin. 18 Oktober. (Privattelegr-Mtm.) Das austragten Hergt. Graf Westarp. Schiele undi Zustandekommen einer nach reckt? erweiterten Behrens vc'bindlich gesprochen und ihnen den Regierung soll von den entscheidenden Stellen Eintritt in das Kabinett a n g c b o t e n j "n die Bedingung geknüpft worden sein, daß der Eine weitere Besprechung über die Einzelhxi-1 demokratische Reichswehrminifter Dr. Geßler ten, die für gestern abend vorgesehen war, wird trotz des Beschlusses seiner Fraktion a l 8 F a ch- erft heute stattfinden, da sich die gestrige Frak- Minister dem Kabinett weiter angehört Die tionssitzung der Deutschnationalen uuerroartet! demokratische Reich stagsfraktion hielt in einer Frattionssitzung an ihrem Entschluß fest, keinem Demokraten di- Zugehörig kett zu einem Kabinett zu gestatten, in dem die Deutschnationalen eine einflußreiche Stellung einnefimen Reichswehrminister Dr. Geßler erklärte gleichfalls, daß er unbedingt Plirtei- disziplin wahren wolle. Es verlautet jedoch, daß aus den Kreisen der Reichswehr auf Dr Geßler ein starker Druck dahin ausaeübt werde' er möge tm Jitteresse der Ausreckterhaltuiig der Ordnung auch 'n einem nach rechts erweiterten Kabinett feine* Posten weiter verwalten.

Vertrauens-Zeichen

Trotz Regierungskrise.

In der letzten Woche ist die dauernde Regie­rungskrise aus der öffentlichen Erörterung fast verdrängt worden durch den Siege?fing des deutschen Luftschiffes und den Erfolg der deut- fchen Anleihe im Auslande. Das Schauspiel des Parieihandels um die Regierung ist nachgerade geeignet, das deutsche Ansehen bei den anderen Mächten zu schädigen, denn es zeigt, daß sich die Parteileitungen immer noch nicht durchg.rungen haben, die deuffche Politik von höherem Stanü- pmrtt zu bettachten, sondern daß sie in allen Fra­gen erst das Parteiprogramm zu Rate ziehen und erwägen welchen Vorteil oder Nachteil die Par­tei haben könnte. Unter diesen Erwägungen steht das Problem der Regierungserweiterimg und das der Reichstagsauflösung So ist es nun dahin gekommen, daß nach wochcnlangem Verhandeln bis gestern nichts erreicht worden war. Nachdem Reichskanzler Dr. Marr erklärt hatte, alle Möglichkeiten, das Kabinett nach sei­nen Richtlinien zu erweitern, seien erschöpft, wußte man keinen Weg mehr Die Demokraten bestanden daraus, daß sie wohlwollend neutral

. Rück- mäßiger irr 6380.