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Rümmer 246.

Sonnabend, 18. Oktober 1924.

Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf

Die Kabinett-Erweiterung ist gescheitert

äutzcren Anleihe mit Morgan verhandeln.

ZU

tat. Diese Verdienste, wenn man sie so nennen will, ändern aber nichts an der Tatsache, daß Professor Basch gegenwärtig in Deutschland ------ - ' ' * "' - e und

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Mögliche Reichstaksauflösung

Die Verhandlungen mit de« Parteien find abgebrochen.

Daschismus.

Das Nebel deutschfeindlicher Pazifisten.

Von

Dr. Paul Rohrbach.

Professor Basch aus Paris ist Mdopsivfran» zose. Sein Vater stammte aus Oesterreich-Un- garii und war Pariser Korrespondent für dor­tige Zeitungen. Damit ist gegen den Mann kein Vorwurf ausgesprochen es gibt ja wich Adoptivdeutsche, Adoptivenglmsiier usw., di« «in Recht haben, im Namen der Nation zu sprechen, der sie angehören wollen Prosessor Bach hat schon während des Treyfuß-Prozesfes in Frank­reich bewiesen, daß er für menschliche und poli- tische Gerechtigkeit zu kämpfen imstande ist, und auch seine Haltung in Frankreich wahrend des Krieges und bald nach dem Kriege unterschied sich von der durchschntttSfranzssifchen Brut.ili-

Rotterdam, 17. Oktober. (Eigener Drahtbe­richt? DieTimes" meldet, dass infolge des Brandes in Santon die Lage in Südchina überaus ern« geworden fei. Tie Kaufleute, die gegen Sun Aot-sen rebellierten, wurden von den Anhängern Sirn-fyat-sens überwältigt Die Stadt Santon wurde geplündert. Biele Personen sind ttfdioffen worden Tie Kauf­leute und ihre Söldnertruppen wurden an3 der g, trieben und dir Stadt f-lbft in Brand gesteckt Zwei Europäer wurden getötct Di? Plünderungen dauern noch an Ta-3 Frtm- denviertel ist abgekperrt und wird von freut' den Truppe» verteidigt.

Berlin, 17. Oktober. (Eigener Information^ dienst.) Die Verhandlungen über die Umbildung der Reichsregierung sind nunmehr enrgültig e r gebuislos abgebrochen worden. Reichs­kanzler Dr. Marr hat den Führern der Regie­rungskoalition mitgeteilt, datz er nach der erfolg­ten Aussichtslosigieit seine Bemühungen aufge­geben habe und die weiteren Entscheidungen in die Hande des Reichslabinetts lege. 2xhe wir hören, ist die Situation augenblicklich äußerst ernst, da nach Lage der Dinge das Verblei­ben des Kabinetts Marx-Sttesemann völlig in Frage gestellt ist. Die Entscheidung darüber, ob das Reichstabinett zur Auflösung des Reichstages schreiten wird, stehl unmittel­bar bevor. Vortäusig soll noch versucht werden, dir Fortführung der Regierungsgeschäste durch das Kabinett Marx Stresemann bis zur Ent­scheidung des Reichstages zu sichern. Ob diese Bemühungen zu einem Erfolg führen w.röen, ist vor der Han- noch zweifelhaft.

tias Vertrauen zu .tsif ;. « t-

London, 17. Oktober. (Eigene Drahtmel- düng.) Wie gestern in London sestgestellt wurde ist der englische Anteil der oeut- fdren Dawesanleihe von einer Million Pfund im Laufe des gestrigen Tages nullt weniger als zwanzigmai überzeichnet worden. Wie fer­ner verlautel, dürfte mit der Zutetlung der auf die einzelnen Zeichner entfallenden Betrage in der nächsten Zeit begonnen werden.

die in bett Vereinigten Staaten ausgenommen werden soll, betreffe, so befinde man sich noch im Stadium der Verhandlungen. Eine rasche Ent- sch-idung sei l icht notwendig, nachdem der den französischen Eisenbahugesellschaften gewährte Kredit verlänaeri worden sei. Die geplon en Anleihen seien tut Besserung der franzö­sischen Valuta bestimmt. Im Lame der kom­mende,. Woche, so erkläret« einige Abendblätter, werden Munsterpräsident Herriol und Ftnanz- minister Eltmentel über die Bedingungen der

<8m Kabinett bet jäerföailcdkktten i

Berlin, 17 Oktober. (Privattelegramm.) In den Berichten der Blätter ütier den Stand der Regierungstrise taucht beute der Begrtfj des Ka­binetts der Persönlichkeiten auf. Der Lokal-Anzeiger" will fogar wissen, daß man sich in der gestrigen Kabinettsbrsprechung mit diesem Gedanken besänftigt habe. Wahrend das ge­nannte Blatt annimmt, daß in Kreisen der Reichstagsabgeordneten, tnsbewndere bet den

Paris. 17. Oktober (Eigene Drahtmeldniig.) Ueber bi- geplanten Heiden französischen Anleihen ist mitqeteilt worden, «s sei die Ausgabe einer * c n e r e n Bnleilfe im Betrage von etwa vier Millionen beschlossen worden Aber weder di-. Bedingungenoch der Zeitpunkt der Auflegung der Anleihe fei festgesetzt Ra» glaube iedoch. dost diese Bestimmungen sehr bald getroffen werden. Was die ä u ß e r r Anleihe,

sagen haben.

Dix AnleihegeMWe.

Amerika als der Geldgeber für Europa.

lEigene '"a

London, 17. Oktober.

Einzelnummer 10 Pf . Sonntag« 15 Ps 14.

Die Times melden aus R e w Y o r k. daß die deutsche Anfangsanleihe gestern mit einer Pro- mie von drei Punkten gehandelt wurde. Unter zahlreichen in Londen eingehenden eurovat- schen Änlrihegefuchen kommen die mci- sten aus Mitteleuropa, besonders aus reuttch- land Polen und Oesterreich und von Deutsch­land vor allem aus den Großstädten. Breie deutsche und österreichische Bankiers bereiten sich vor, nach Amerika zu reifen, um Anleihemog- lichkeiten z- erörtern Obwohl noch nichts be­kannt ist. glaubt man im allgemeineir, daß die Morgan-Bank sich mit keiner Finanzierung, ab­gesehen von der Dawesanleihe. befasse» werd.

leiten wegen der Bildung eines solchen Minifte- riums unter der Kanzlerschaft Marx ergeben würden, erklärt dasBerliner Tageblatt", daß eine derartige Zwischenlösung keinen Anklang tm Reichstag geftutden habe.

Wirw tm ytntrrarunoe.

Berlin. 17. Oktober. (Trahtmeldung.) In den parlamentarischen Kreisen ist das Gerücht verbreitet, daß im Falle eines Rücktritts der Re­gierung Marc-Stresemann der Versuch gemaaj. werden soll, ein neues Kabinett unter Führung des früheren Reichskanzlers Dr. Wirth zu bil­den. das aus Zentrum, Demokraten und Sozal- bemohaten bestehen würde. Dieses Gerücht, Has hauptsächlich in den deutschnat-onalen Kreifen verbreitet ist. wird vorläufig vom Zentrum we­der dementiert nock bestätigt. Rach Lage der Dinge wäre eine solche L^ung kaum wahr,chein- lich, aber es mutz tatsächlico damit lterechne, wer­den. datz angesichts der vollständigen Verwtrnmg der Lage auch derartige Erwägungen tu Pa.ta- mentskreifen im Gange sind.

Die Marlkttn warten av.

Berlin, 17 Oktober. (Privattelegramm.) Die Fraktionen haben gestern abend nur kurze Besprechungen aboehalten. in denen kerne Be­schlüsse gesoßt worden sind. Sie we.dcn erneut erst znsammemreten, wenn heute da-, Reichskabinett zu einem En-s.Auß gekommen sein nirb und diese., ,?en PartetMrern mttte.lt.

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Prosessor Basch gegenwärtig in Den eine unglückliche, überflüssig schädliche Rolle spielr. Vielleicht ist ihm als Ausländer nicht ganz deutlich, daß schon die Elemente, die ihn hier eingeführt haben und auftreteu lassen, keine gute Empfehlung fttr ihn find falls ihm daran liegt, mit dem grötze- ren, gebildeten und seines nationalen Wirtes bewußten Teil des deutschen Volkes in Fühlung zu kommen. Man braucht noch kein Rationalist zu sein, um gegenüber einer ganzen Anzahl von Professor Baschs .deutschen" Einführern ein Be­

ats unausweichlicher Zwang empfunden wur­de. und mit größter Sorge um den Ausgang.

Diese drei Tatsachen sind im strengsten Lwne des Wortes ottenmäßig aachweisbar, formell und materiell unwiderleglich, und wenn es keine - unverzeihliche - Unwissenheit ist J e beim Reden über die KriegsfckMdfrage beiseite zu lassen so ist es eine Unverschamthett, eie ge­nügen sollte, einem Ausländer, der damit nach Deutschland kommt, das Verlassen deutsaen Bo­dens nahezulegen. anstatt ihm den oewa/sneten Schutz der Behörden gegen den Unwillen des Publikums zu gewähren. Pro-essor Ba,ch und die deutschen Baschisten nutzen mit dieser Ret,e und diesen Reden niemandem nicht einmal sich selbst. Das erzwungene Austreten in Pots« dem ist dem deutsch-frauzoiischen Verhältnis viel schädlicher gewesen als daß es ihm genutzt bat und man kann nur wünschen, datz Lweder- holüngen am andern Ort unterbleiben - wenn die Baschisten es nicht anders haben wollen, dann durch behördliche Verfüg mg. Soweit wer­den wir in Wohl noch im eigenen Hau,e etwas

Der chinesische Krieg. Frankreich liefert Sricgsstugzrun- und Waffen! (Eigene Drahtmetdung.)

London, 17. Oktober.

Reuter meldet aus Peking: Der Dampfer der französischen Schiffahrtsgesellschaft Messogenes MaritimesEhantillv". ist am 28. September in Hongkong mit achtzehn Breguet-Doppetdel- kern eingetrosfen, die an eine französische Firma in Niutsllwaug gesandt waren. Den Hassagie- ren für Schanghai wurde mttgetetlt, daß sich dte Ehantillv" direkt nach Niutschwang begeben und erst nachher nach Schanghai zuruchenren werde. DieChantilly" begab sich jedoch nach Balnh und lieferte die Flugzeuge ab, die hier auf mit her Bahn nach Mnkden weiter gelei­tet mürben also ins Quartier des aufruhreri- schen Generals Tsch a n g - Ts o - li n. Die tzlugzeiige die vom lebten Erkundungstvp sind, befanden sich in der Obhut eines Fl'-egerS Zahl­reiche Kisten enthielten Maschinengewehre. Tic Abweichung des amtlichen französischen Post dampserS von seinem regelmäßigen Weg und seine Fahrt nach einem nicht deklarierten Hasen, um militärisches Material an einen Rebellen gegen die Regierung abzuliefern, widerspricht dem Geiste der Handelsbestimmungen, an denen auch die französische Regierung teilgenommen hat. Fn diplomatischen Kreisen ist der Fall daher fdf-irr kritisiert worden. Auch der japa nischc Anteil an dieser Transaktion ist bezeich­nend. Sowohl Frankreich als auch Japan hab-n früher ihre Neutralität im chinesischen Kampf verkündet. Es ift jedoch Tatsache, datz jeder,Poll dampfer, der Marseille verläßt, militärische Ausrüstungen zur Lieferung an Tscknng TioUn mit Zustimmung sowohl der französischen -ls auch der japanischen Regierung führt.

Lust-Weltvrrkrhk.

Das Bauverbot und di« Zukunft.

Heber das von den Franzosen verlangte End» des Ärotzinstjehigdanes nnd Uder ben Luft­verkehr der Zukunft erhalten wir olgenoea zulresiende» Aufsatz.

Nachdem die Vereinigten Staaten das Luft- fchiss in Eulpsange genommen Haven, soll per deutsche Grotzlustjchifsbau beenoet sein. Die große Halle in Friedrichshafen soll abgebrochen werden und Deutschland hat, nach dem Versailler Friedensvertrag, nur noch das Recht Starrluftschlfse zu bauen, die dreitztgtau. send Kubikmeter Gasraum nicht übersteigen, während Z. R. 3 76000 Kubikmeter answeist. Diese Begrenzung der Größe der Luftschiffe be- deutet, praktisch betrachtet, das Ende des deut­schen Luftschiffbaues. Es bedeutet, daß die un­vergleichlichen Erfahrungen die Deutschland aus diesem Gebiet ganz zweifellos besitzt, weiterhin »überwertet bletben: ein Verlust, der ideell und praktisch unübersehbar ist. Denn nur von dieser Seite darf und kann das Verbot der Grotzlhpen betrachtet werden. Weil näm­lich die Erlaubnis, kleine Lustschtsse zu bauen, dte Auswertung der ausgedehnten deutschen Er- iahrungen nicht zuläßt. Läßt sich das Bau­verbot für große Lustschifse, das der Verfail- ler Friedensvertrag vorsieht, rechtfertigen? Ter Marinebaurat Engberding hat kürzlich in einer großen süddeutschen Zeitung diese Frage beant­wortet und daraus htngewiesen, daß Luftschiffe für einen Landkrieg nn br auch ba r seien nnt-hbem i>fe Abwehr in vollkommenster Weife & .« fei. M »«. H«l« flufttoaHe sich nicht mehr lohnt. Im See­krieg aber würde, so erklärt Engberding mtt Recht das Luftschiff n n r d a n n wertvolle Llen- ste zu leisten vermögen, wenn eine at.ions,ayiae Flotte die Deutschland eigentlich n t cht mehr MdÄnter stünde. Die Bedenken die ^r Versailler Vertrag ans Militärischen Gründen gegen den Ban von Grotz-Luftschlifen geltend macht, fallen also weg Deutschland ist emwaff- net und besitzt nur noch eme Flotte die -r^en sw-Charakter trägt. Die Grob.ustfchiffe, die wir ferner bauen würden, kamen also niemals für einen Eventualkrieg in Frage, sondern waren

Verlehrsluftschifse

und in ihrer ganzen Bauart für diesen besonde­ren Zweck konstruiert. Der Umstand, daß bet der Entwicklung des Lufsichissverlehr dte deutzchr Mitarbeit unentbehrlich erscheint, sollte die Er wagunq nahelegen, die betreffend Zwangsoestnu- mung des Versailler Vertrages n°^tals nach, zuprüfen und entsprechend zu revidieren - -er Flug des Z. R. 3 über den Ozean hat ieden>a .s die"^ Frage des Transozean vor ke -s durch das Luftschiff W d" aktuellsten Ver.

{rage der Gegenwart gemacht. Und der l^. -t »ober 1924, an dem in den Morgenstunden das Luftschiff die Halle von Friedrichshafen verließ, leitet zweifellos eine

neue Epoche des Weltverkehrs ein Wir stehen wieder einmal an einem Anfang der Verkehrstechnik. Rene Probleme und neue Ausgaben werden sichtbar. Zu den ersten Aus­gaben wird es gehören, die Sicherheit des Luftverkehrs in der denkbar größten Weise zu garantieren. Die Amerikaner haben die Ab,lchl das lelchteiitzündlisix! Wasserstosfgas durch das unentzündliche Helium zu ersetzen, dessen Her­stellung in großen Mengen wegen dbr hohen Ko- nen in Deutschland bisher nicht möglich war. Das zweite und nicht minder wichtige Problem ist die Organisation des

internationalen Wetterdienstes.

Welche Beoentung dem Wetterdienst zukommt, haben erst in den letzten Wochen weitere Sret;e erkannt, als wiederholt mitgeteilt wurde, baß die Probefahrten und schlieizlich der Ozeanslug des Z. R 3 mit Rücksicht auf die Wetterlage ei­nen Aufschub erlitten. Bei einem Ozeanflug aber sind die ganz besonderen meteorologischen Verhältnisse des Atlantik in Rechnung zu stellen. Und es ist durch die Mitteilungen der Wetterwarte längst bekannt, daß gerade über beut Ozean ungeheure Sturmwirbel sich aus- breiten und datz schon geringere Tiefdruckgebiete die Wirkung haben, daß in Höhen von 500 bi» ßOO Meter der Sturm eine Geschwindigkeit von dreißig Sekundenmetern erreicht. Man kennt be. reite verschiedene große Sturmstraßen auf dem Atlantischen Ozean: nämlich die Stürme, die int Norden von Netsiundland und Island sich hin­ziehen und im Süden den Nordostpassat. Hier- zu kommen noch andere zeitweilig böige Luft­strömungen, deren rechtzeitige Kenntnis für den Luftschiff-Führer notwendig ist. Und außerdem darf man die gewaltigen Lustwirbel nickt ver­gessen, die einem Luftkreuzer auf seiner Ozean- fghrk recht gefährlich werden können. Schon .diese kurzen Andeutungen geben einen ungesäh-

Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

dürfnis nach Tststanz zu Haden.

Dies ist aber nod> nicht die Hauptsache Wen» jemand aus Frankreich käme und zu uns sagte: Wir wollen einen Bund der wahren Friedeus- und Menschheitsfreunde in bei bin Völkern schlie­ßen auf der Grundlage nicht des Gewaltfrisdeus von Versailles, von dem fein Urheber bekannte daß er den Krieg mit andern Mitteln fortsetzen sollte, sondern auf der Grundlage des freien Selbstbestimmnngsrechtes aller Völker und Volksteile, dann würden ihm verständige, Deutsche die Hand entgegenstrecken und gerne bereit feilt, an dem Ziel mitzuarbeiten. Was aber tut Professor Basch? Er predigt uns Pa­zifismus auf ter Grundlage der Zerstücke­lung unseres Volkes, auf der Grund­lage des vci höhnten SelbstbeftimmungSreckts, der franiösischen Niggerei -nn Rhein, der franzö- sifcken Kriegsgerichte auf deutschem Boden! Prosessor Baschs Reden in Deutschland haben manchmal einen Stich von witzig fein^soLender, durchaus unangenehm schmeckender Sexualität. Wenn er durchaus von deutschen Mädchen spre­che» w'll, so möge er zuerst an die Mädchen und Frauen denken, denen sein- gelben und braunen .Landsleute" cm RbeNt seit fünf Fahret! ''Ma­lische Geweckt antun Die Liste der bekannt ge­wordenen Fälle kann er leicht bekommen; sie ist so lang wie sie furchtbar ist.

Man weiß nicht, worüber man sich mehr wundern soll: über den Franzosen mit der Dersöbnunasvredigt. für die Versailles das Selbstverständliche bleibt oder über feine deut­schen Cfin führet und Trabanten Da es aber solche Deutsche gibt w ist es vielleicht doch kein Wunder, wenn solche Franzosen zu uns kommen. Weil wir den Bafchismns haben, dar­um haben wir Cie Basch und Konsorten. Profes­sor Basch spricht auch von der S^uldirage. Er scheint auf ziemlich verschiedene Art von ihr zu sprechen anders mündlich, anders fch-tsilick: anders in Poris, in Berlin, in der .Preoso" von Buenos Aires Einmol aber baf*e ich einen genau nochgeschrlebenen Satz aus einem feiner hiesigen Vorträge gelefen. des Fnhasis: Deutsch­lands Schuldbekennwis sei zwar ungültig, v-mn es sei ertwungen. aber trehbem dürften die Deutschen nickt gegen ihre ZobsitnoSvfsickt pro­testieren denn es sei telbstverftöndlick, daß sie als die Anstifter des Schodens ihn auch wieder gutmackten. Wie kann man einen fo ver- nünktioen und einen s» unsinnigen San nebeneinanderstellen? Hat Professor Basch selber keine Logik oder glaubt er, daß feine deut- scheu Zuhörer keine haben?

Wenn ein Mann wie Professor Bosch auf­richtig und verstöndia sein will, so barf er, als Redner vor deutschen Hörern über die Ksiegs- sch'sidsruoe. das Mwerial das inzwischen in Fülle bekannt geworden ist. nicht ignorieren Tut er es dock, so hat er sick nickt zu wnuderu. wenn man anker an feinem Takt auch an feiner Lovolttät zweifelt. Für Jeden, der das Ma­terial kennt, sind heute drei Tatsachen au--r Diskufsion: Erstens daß Frankreich und Rußland zum Kriege fest e n t f ch l o s - sen naien bevor ein deutscher Soldat mobili­siert nuir . iweftens dok alles tvas ayi fron- zösifcher Snte gefckab. um den Schein des Friednn«willens sn wahren bewußt w n a u f = richtige citf die öffentliche Meinung Eng­lands bereck-nett Taktil war: drittens, datz die deutschen KriegSeiklörungen lchweren Her­zens, unter dem Druck einer Lage erfolgten, die