Einzelbild herunterladen
 

bet:

idmfteftei

Nummer 243. Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 16 Pf.

Mittwoch, 15. Oktober 1V24. Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags IS Pf. 14. Jahrgang

taen Seile

>8 Pfennig, kechnungs- ZahlungS- igen. sowie WiW»o : 951 0.952

Mckr MM Nchrichtm

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Neuesten

de wegen etwaigem konio Frankfurt

Sie Krise« in Deutschland und England.

Llm ObersOleslen.

Ueble Folgen der Teilung.

Von

P. E. Schlesier-GIeiw.U.

Die Lohnkämpfe, die in dem an P o l e n abgetretenen Gebiet OberichlesicnZ seit der Ab­tretung eine ständige Erscheinung sind, sind zur­zeit wieder besonders akut geworden. Die Löhne der Arbeiterschaft sind mit der am 18. $uh er­folgten Einführung verlängerten Ar­beitszeit nicht erhöht worden, d. h. die Arbeiter erhalten für die jetzt in den Hütten zehn Sunden und in den Bergwerken acht Stunden betragenden Arbeitszeit dieselben Löhne, die sie vorher für acht bzw. siebenstündige Arbeitszeit erhalten haben. Die Kosten der Lebenshaltung sind seither ständig gestiegen. Die Lebensmftrel- preife, die bis vor kurzem noch etwas niedriger waren. alS in Deutschland, sind jetzt aus die S der deutschen Preise gestiegen, und die e aller anderen Gegenstände des täglichen Bedarfs, besonders der Kleider, Wäsche und Schuhe haben ebenfalls weiter angezogen und find letzt bis zu 50 Prozent höher als tnt be­nachbarten deutsch-oberschlesischen Industriege­biet. In den Bergwerken beträgt der Turch- schnittslohn für eine Schicht 3,75 Zloty (1 Zloty gleich 1 Goldfranken). In den Hütten ist er eine Kleinigkeit höher. Die am schlechtesten be­zahlten Arbeiter erhalten jedoch nur Löhne von 2,50 bis 3 Zloty. Ta in allen Betrieben, 'oweit sie noch) im Gange sind. Feierschichten eingelegt werden, erhalten die Arbeiter im Dionat oft nicht mehr alS 40 bis 50 Zloty, was zur Folge hat, daß sie die öffentlichen Unterstützungsmittel in Anspruch nehmen müssen Langwierig- Ver­handlungen haben jetzt zu einem Schieds- spruch geführt, der den Bergarbeitern unter Tage eine Erhöhung um 5 Prozent, den Berg­arbeitern über Tage eine Erhöhung um 3 Pro­zent zuspricht, während die Hüttenarbeiter leer ausgehen. Die Arbeitnehmerderbände haben die Annahme des Schiedsspruches abgelehnt. Es ist nicht ausgeschloffen, daß auck dieser Lohnkamps wieder zu einem Ausstand führt. Die Zahl der Arbeitslosen in Ost-Oberschlesien beträgt etwa 40000. Sie war schon erheblich höher, hm sich aber durch Abwanderung aus diese Zahl vermindert. Von den 40000 Hüttenarbeitern Ost-Oberschlesiens sind nur noch 20 000 in Arbeit, von den 150 000 Bergarbeitern etwa 120 000.

Die wirtschaftliche Lage des abge­tretenen Gebietes verschlechtert sich ständig. Die Folgen der Teilung Oberschlesiens machen sich erst letzt in ihrem ganzen Umfange bemerk­bar. Polen ist nicht in der Lage, mehr als 40 bis 50 Prozent der Kohlenförderung Polnisch- Oberschlesiens aufzunehmen, und der Prozentsatz der Eisenerzeugung, der in Polen untergebracht werden kann, ist noch erheblich geringer. Der Absatz nach Deutschland ist vollständig ins Stocken geraten, da Deutschland, soweit cs auf Kohlenbezug aus dem Ausland angewiesen itt, die Quellen aufsucht, wo die Kohlen am billigsten sind. Die Kohlen aus Ost-Oberschlesien sind aber infolge der hohen Produktionskosten weit teure-, als die deutschen und englischen Kohlen, wes außerdem zur Folge hat, daß auch der Absitz der astoberschlesischen Kohle in das anßerdeut- sche Land immer mehr zurückgeht.

Die Stimmung der Arbeiterschaft des abgetretenen Gebietes ist außerordentlich ge­drückt Sie hat die zwar absolut auch nicht günstiaen, aber im Verhältnis zu ihrer eigenen Lage doch vorteilhaften Verhältnisse ihrer Ar- bettsgenossen im deutschen Teil Oberschlesions ständig vor Augen, und sie lernt allmählich die Folgen der Teilung Oberschlesiens mn eigenen Leib kennen. Die polnischen Gewerkschaften verlieren mehr r.nb mehr Einfluß Ihre Stim­mung ist besonders erbittert d-Malv, weil sic wissen, daß die polnische Regierung auch jetzt noch Eisenbahnschienen und andere Industne- erzeugniffe, die in Ofi-Oberschlesien hergestellt werden und von dort bezogen werden 'Innen, m Belgien und Frankreich bestellt, was die Regie­rung damit zu entschuldigen sucht, daß sie die an das Ausland erteilten Aufträge nicht bar, sondern durch Annahme von Anleihen zu bezah­len braucht während die Bestellungen an die Industrie Ost-OberschlesienS. deren Geldmangel außerordentlich groß ist, unbedingt bar bezahlt werden muffen Die Bestellungen des polnisch"» Staates sind nach wie vor ganz geringfügig Die Waggonreparawranstalt der KönigShütte ist fetzt endlich Mr einige Zeit durch Ueberweisung eini­ger hundert beschädigter Eisenbahnwagen mit Arbeit versorgt Die Laurahütte liegt immer noch still und beschäftigt von ihren ehemals 5500 Arbeitern nur noch 230 mit Notstandsarbeiten; die Friedensbütte die zuletzt normal 9000 m besten Zeilen aber 12000 und sogar 13000 Ar- beiter beschäftigte, hat jetzt noch 3000 Arbeiter. Wenn eS nicht gelingt, der Berg- und Hutten- Industrie Ost-OberschlestenS neue ASsatzmarke Hi beschaffen, muß die Kohlenförderung weiter er- heblich eingeschränkt und die Hütten müssen nach­

einander stillgelegt werden. Da infolge der in der allgemein wirtschaftlichen Lage Polens be­gründeten Unmöglichkeit der Herabdrückung der Produktionskosten keine Aussicht bestehl, auslän­dische Absatzmärkte in nennenswertem Umfang S erschließen, wird, wenn nicht ein Wunder ge­

lebt, die von allen Sachverständigen non An­fang an vorhergesehene Folge der Teilung Ober» schlisicns in Gestalt des Zusammenbruchs der Industrie des abgettetenen Gebiets in abseh­barer Zett eintreten

Das Regierungsproblem.

Entscheidung vielleicht in den nächsten Tagen.

(Eigene Drahtmeldung.f

Berlin, 14. Oktober.

In der Frage der Regierungsbildung find oefteni neue Ereignisse nicht zu verzeichnen, Im Reichstag waren nur ganz wenige Abgeordnete anzutreffen. ES ist zunächst abzuwarten, was die für heute Dienstag berufenen FraktionS- fitzungen des Zentrums, der Demokraten und der Deutschen Volkspartei beschließen werden Reichs­kanzler Dr. Marx wird heute wahrscheinlich d'e Parteiführer empfangen. Die weiteren Verhand- lüngen, die die Entscheidung bringen müllen, werden sich wahrscheinlich bis Mittwoch Abend hinziehen, vielleicht auch noch länger. Die D e- mokraten und daS Zentrum haben Mon­tag Mittag einen direkten Schritt bei der Deut- scheu vollSpartei unternommen, um sie zu einet Aussprache über die Fortsetzung der jetzigen Re- «ietungSkoalition zu. veranlassen. BiS heute oormirioa war Über die Antwort der Deutschen BolkSvartei nicht» bekannt. Biel bemerkt wird in politischen Kreisen eine Beußerung, die gestern von dem sozialdemokratischen Führer Wels gemacht wurde und dahin lautet: Die To »ialdemokratie wird auch bei einem Austritt der Deutschen Volk-Partei sorgen, daß der Reichs Kanzler Marx im Amte bleibt.

Der Itzrichokanzier und die Bartelen.

Berlin, 14. Oktober. (Drahtmeldung.) Wir wir hören, beaSfichrigt Reichskanzler Dr. Marx

Letzter Tag des Amerika-Fluges.

Ftmksprüche deS Zeppelin-Luftschiffes mit Amerika. Die Ankunft wird heute Dienstag abend erwartet.

BnaPoliS, 5, Uhr 15 Min. früh. (Funkspruch.) Die amerikanische Grotzfunkftatwa AuapoliS funkte an die amerikanische Flotte und trat dann mitZ. R. 3" in Funkverbindung. Die Station gibt dem Luftschiff zur Informa­tion die folgende Mitteilung, die sie an ihre Flotte gegeben hat"8. R. 3 kreuzt im Ozean auf der südlichen Route der Tampferlinie», in­dem er nahe bei den Bermuda-Inseln Position 1400 vorüberkommt. Zuletzt war er über den Azoren mit ungefähr 60 Metern Geschwindigkeit. Nehmt Funkverbindung auf. Große Funksration Anapolis."

Funkverbindung auf See.

Rewyork. 14. Oktober. (Funkspruch.) In. der vergangenen Nacht fing die Station Lakehurst an der amerikanischen Stifte Funksprüche aus, ans denen sich ergab, daß der KreuzerDe­troit" mitZ. R. 3" Verbindung aufzunehmrn versuchteZ. R. 3" fünfte an die ..Detroit" zu rück, daß die Sprück^ ausgenommen seien der Kreuzer möge weiter funken. Offenbar erhielt dieDetroit" diesen Funtspruch nicht, setzte seine AnrufSversuche aber fort Daher griff nun die Station in Lakehurst ein und benachrichtigte sic Detroit" daßZ R 3" ihren FmiksPruch er­halten habe und gab Weisung.Z. R. 3" weiter anznftmken Aus der drahtlosen Shtion In Bo­ston sind, wie die Bostoner Radiogesellfchast mit» teilt, seit 11 Uhr fast andauernd Funlsprüche vonZ. R. 3" aufgenommen worden.

Dom Krevßrr geflutet

Rewyork. 14. Oktober, 12 Uhr 30 nachts mitteleuropäischer Zeit (Funkspnich.) Kreuzer Detroit" meldet soeben, daß der Zeppelin ge- sichtet und mit ihm in funkentelegrnphische Verbindung getreten fei.

«

Verschiedene Windstrkmungen.

Rewyork, 14. Oktober. (12,30 Uhr mitteleuro­päischer Zeit) Anapolis meldet von Z. R. 3:

Starke Winde herrschten über Breitengrad 45, aber Winde abnehmend, mäßig frisch, nördlich westwärts über Länge 60 und wahrscheinlich mäßig südwest zwischen Breite 35 und 45.

*

Aus Äweidrittei der Strecke.

Rewyork, 14. Oktober. (Funkspruch.) 2 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit: Zeppelin über­flog Floresland zwischen Bermudainseln und Azoren: Fahrt gut, alles wohl.

e

Dir Annüderung an Amerika.

Rewyork, 14. Oktober. (Funkspruch.) Z. R. 3 war um 9 Uhr vormitags mitteleuropäischer Zeit 41,10 Grad West, 38 Grad Nord. Schiff und Maschinen in Ordnung, an Bord alles wohl, Wetter gut.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Ankunft.

Rewyork, 14. Oktober. (Eigene Drahtmel- düng.) In Lakehurst werden alle Vorsichtsmaß­nahmen getroffen, damit dem Luftschiff bei seiner Ankunft nichts zustoße. Die Marineoffiziere dort beabsichtigen, daß Wafferstoffgas unverzüglich auS der Hülle zu entfernen und es durch das nnentzündbare H e l i n m g a S zu ersetzen. Bevor dies Ltzschehcn sei, würden keine Personen an Bord zugelassen werden. Rrb«: dem Kreuzer Detroit" hätten die amerikanischen Kreuzer Milwaukee" undPatoka" Beobachtungen über die Wetterverhältniffe im Atlantischen Ozean gemacht.

Anerkennung in Sny'anv.

London, 14. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Daily RewS" schreibt in einem Leitartikel, die Deutschen könnten sich mit dem Gedanken trösten, daß sie weiterhin die besten Stift« schisfbouer der Welt seien und daß. wenn Z. R 3" seine Reise nach Amerika ohne Unfall vollendet habe, dies- Tat als Triumph der d e u t- fdien Intelligenz und der deutschen tech­nischen Geschicklichkeit dargestellt werde.

(Ausführliche Berichte siehe 3. Seite Beilage.)

erst im Mittwoch tvieder die Beryandlungen mit den Partriführern auszunehmen. Die Aussich­ten einer Erweiterung der Acgierungsbafis nach rechts scheinen sich auf Grund neuerlicher Bor- besprechungen zwischen den beteiligten Parte>- füyrern ein wenig gebessert zu haben. (?) Inner­halb des Zentrums dürfte sich eine Mehrheit für die Einbeziehung der Deutschnattonalen in die Regierung unter bestimmten Vorbehalten aus­sprechen, sodaß die größten Schwierigkeiten lediglich bei der demokratischen Reichstagsfrak­tion liegen dürften. Nach Lage der Dinge ist kaum damit zu rechnen, daß vor Freitag eine grundfätzliche Entscheidung stillt.

Englands Neuwahlen.

Die Stellungnahme der Parteien.

(Sigeuer Drahrbecichi.)

London, 14. Oktober.

ES wird jetzt bekannt, daß trotz aller An­strengungen es bis jetzt noch nicht gelungen ist, ein Abkommen zwischen den englischen Libera­len und den Konservativen zustmtdezu- bringen nm gegen die Arbeiterpartei zu- sammen zu kämpfen. Man erttärt zwar, daß c$ in einzelnen Wahlkreisen den Führern der bei- den Fraktionen gelungen sei, ein Abkommen zu treffen, wodurch den sozialistischen Kandidaten entgeaengeardeitvt werde. Die Parteileitung weigere sich jedoch, den Provinzo-ganisanonen entsprechende Weisungen ,u geben Die Lage ist demnach so zu verstellen, daß eine liberal-kon- servative Koalition von vielen Seiten zwar ge­wünscht. aber nicht als ofiiziell bestehend aner- fannt wird.

w

Dcr Kamps um den eite.

London, 14. Oktober (Eigene Drahtmeldung.) In der englischen Arbeiterpartei ist man nach wie vor sehr zuversichtlich den Wahlsieg da­von zu tragen Inzwischen ist eine Abmachung zwilchen den Konservativen und Libe­ralen unterzeichnet worden in Bezirken, wo keine der genannten Parteien die Mehrheit für sich zu erringe» hofft. -

Der Zkppelln-Flug.

Das Wunder der Amerikafahrt.

vL'Ettmmuno «ach der Abfahr« »es Zep. öWÄgÄMÄs rtchehafexrr Drrtwterstatte- »cs Nachfolgende

Friedrichshafen, 13. Oktober.

.Made in Gerrnanh", das Wort, welches England zum Schutze «egen deutsche Waren ge- prägt hat kann Deuttchland jetzt mit großem Stolz auf das Wunder deutscher Tech­nik anwenden, das jetzt den Ozean überflog, nachdem es innerhalb acht Stunden über 920 Kilometer von Friedrichshafen über Bafel, Bel' fort, Lyon, Codflans und die Girondemündung zurückgelegt hat. »An Bord ist alles wohl", lautete die beruhigende Nachricht, die der Funker Speck twm Bord des Luftschiffes sandte, als es gerade den Ozean erreichte. Ganz bestimmt wird cs genau so heißen, wenn die Küste Amerikas er­reicht ist. Vor dem Friedrichshafener Lokal­blatt stehen die Menschenmassen dicht gedrängt, 'n erster Linie Wohl die Angehörigen der Be­satzung,, und warten auf die einlaufenden Nachrichten; in bett Wirtschaften und Kaf- feehäusern werden die Depeschen sofort an die Tafel geschrieben, genau wie sonst die Wettbc- rid)te. Eifrig verfolgen die Gäste die Route an Hand ausgehängter Karten und kalkulieren und dlskutieren, wan» der »Zopp unser Zepp wie man immer wieder zu hören bekommt, die Berutudasinseln oder gar Amerika erreicht ha­ben wird oder wann.

Die Besatzung ist absolut sicher^ daß das Unternehmen glatt gelingen wird, und hat nicht einmal Rettungsgürtel mitgenommen. Dafür aber diverse Talismane in Gestalt von ausgestopften Vögeln, die sich opferwillige und zeppelinbegeisterte Tauten von Len Hüten ge- nffen haben (in der sicheren Ueberzcugmig, daß die Ehemänner, hingerissen von solch edler Ge- imnung einen neuen Hut kaufen werden), Ted­dybären. Wollbabys uftv. Daß sich an Bord ein Grammophon befindet, versteht sich von selbst. Die Besatzung besteht insgesamt aus 27 Mann und vier Amerikanern. Außer der Besatzung, im Gesamtgewicht von zirka 2325 Kilo hat der Zep­pelin noch folgende Belastung mitzuschleppen: 30 000 Kilo Benzin, 1700 Kilo Del, 1500 Kilo Wasserbarlast, 700 Kilo Lebensmittel und Trink­wasser, 640 Kilo Gepäck, 400 Kilo Reservemate­rial. 146 Kilo Post und sonstige Kleinigkeiten.

Große Scharen Menschen stehen vor der gro- ßen Halle, in der sich noch bis Sonntag morgen der große Zeppelin befand. Wir haben jetzt keinen Zeppelin mehr", hört man immer und immer wieder sagen. Die Angehörigen der Besatzung und besonders der Arbeiter fragen mit sorgenvollen Gesichtern, was nun werden soll, wenn wirklich die große Halle, die jetzt vor Leere gähnt, abgerissen werden müßte, womit dann uatsiürlich die letzte Hoffnung schwinden würde, daß jemals wieder ein Zeppelin darin gebaut werden dürfte. Daher kann man den Optimismus begreifen, wenn immer und immer wieder versichert wird, man sei überzeugt, datz es nicht dazu kommen, sondern der betreffende Punkt des Versailler Vertrages Mer abgeän- dert werden würde wenn Amerika sich dafür verwende. Man hofft deshalb besonders gerade in diesen eben genannten Kreisen inbrünstig daß der Zeppelin nicht nur gut hinüberkommen, sondern in Rekordzeit die große Reise machen wird, da man weiß, datz dann die sponbegeister- ten Amerikaner leichter dafür zu haben wären, äch für den Weiterbau der Zeppelin« einzusetzen- Und tn der Tat wäre dieses das beste Mittel wenn Amerika überhaupt ein Interesse daran haben sollte, daß die Zeppeline in Deutschland und nicht tn Amerika gebaut werden.

In das Gefühl des Stolzes mischt sich die Enttäuschung, die 2ie vielen nach hier geeilten Massen empfinden mußten, als sie stundenlang vor den Toren des Geländes festgehalten und erst hindurchgelassen wurden, als das Schiff be­reit- aus der Hall« gebracht war. Viele der Männer, Frauen und Kinder, die fünfundzwan­zig Kilometer von Ravenburg und der weiteren Umgebung während der Nacht nach Friedrichs­hafen gewandert waren, haben das Schiff über- Haupt nicht mehr gesehen, und die Tränen, dir viele von der Zuschauermenge vergossen, flössen aus diesem Grunde. Die seit Wochen in Frie­drichshafen vorherrschende Spannung wird erst nachlassen, wenn das Schiff glücklich in Amerika gelandet sein wird. Die Fremden beginnen be­reits abzureisen, in einigen Tagen wird Fric- drichsdafen leer und öde sein. Heute wallen dichte Nebel vom Bodensee und viele sagen: Gott sei Dank, daß er fort ist. sonst würde er5 Überhaupt nicht mehr geschafft haben. Daß er über Frankreich flog ist da? beste Propa­gandamittel. das Deutschland zurzeit hat, um die Größe des deutschen Geistes, deutscher Ausdauer und Fleißes aitgenscheinlich zu zeigen. Daß es auf Reparationskonto abgeliefert werde«