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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Nummer 242.

Dienstag, 14. Oktober 1924.

Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.

Ser Amerikaflug des ZeppeliaLustschiffes

eines Sil

cidchen er-

Lieber dem Ozean.

lel zur Krie,

auf Fleisch und Häute, wenn er schlachtet. Er

der Opferwilligkrii

Wege der

willigen können, da sonst die sofortige Rcichs- tagsauflösung kaum vermieden werden kann.

schastlichcn Verhältnisse ein, w....«w. überlieferten Ansichten, ihre bescheidene Kultur

3>rr Steicheta^ v'eidt t?rrt*at

Berlin, 13. Oktober. lEigener Informations­dienst.) In den unterrichteten parlamentarischen Kreisen verlautet, daß vor Ende Oktober kaum mit einem Wiederzusammcntritt des Reichstages zu rechnen sein wird. Bevor nicht die Regie- rungsfrage geregelt ist, wird die Reichsregierung kaum in eine Einberufung des Parlaments ein-

Berlin, 13. Oktober. (Eigener Informati­onsdienst.) Das Interesse der politischen Kreise konzentriert sich augenblicklich vollständig auf die Frage der Unterbringung der deutschen Anleihe auf den internationalen Märk­ten Mit überraschender Schnelligkeit wird diese groste finanzielle Transaktion, die die Grund­lage für dre finanzielle Sanierung Deutschlands und für die Wiederherstellung der deutschen Zah­lungsfähigkeit bildet, zur Durchführung gelan­gen In den unterrichteten Kreisen rechnet man schon jetzt mit einem vollständigen Erfolg die­ser Anleihe die das erste Zeischen des zurückkeh­renden Bertroucns der internationalen Finanz­welt gegenüber Deutschland darstellt Mit der Unterbringung der Anleihe ist aber auch gleich­zeitig mit einem weitgehenden Umschwung in den finanziellen und wirtsckiaftlichen Verhälr- utffcn in Deutschland zu rechnen, da nunmehr auch die deutsche Privatindustrie umfang­reiche Anleihen und Kredite von dem Auslände her mobilmachen kann Tast der Bnleihcvertrag unter verhältnismäßig günstigen Bedingungen schon fetzt zustande gekommen ist. ist eine Tatsache von größter politischer Tragweite, die voraus- stchtlich sich schon in wenigen Wochen zeigen wird.

Freundschaftliche Berembcirnnnen

Berlin, 13. Oktober (Eigene Drahtmeldung.) Der diplomatische Mitarbeiter desDaily Tele­graph" behauptet, zu wissen, daß F r a n k r e i ch und Belgien auf dem Wege freundschaftlicher Beziehungen mit Deutschland in eine Ab­kürzung der Besetzung des Ruhrgebietes einwil- ligen würden Trifft diese Behauptung zu, so wird es Deutchland allerdings außerordentlich intcresieren, welche Art von srenndchastlichen Abmachungen hierbei in Frage kämen. Man weiß, daß die Frage einer früheren militärischen Räumung des Ruhrgebiets mit dem Problem der deutsch-französischen Wirtschaftsvcrhandlnngen sehr eng verknüpft ist und man geht daher nicht fehl, wenn man diesefreundschaftliche Verem-

zu treten. (Siehe ausführliche Berichte aus der -ritten Seite der Beilage.).

Keine Jrechrsorienfterung

Berlin, 13. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Wie wir aus führenden Kreisen des Z e n - trums erfahren, ist es nicht unwahrscheinlich, daß die Zentrumsfraktion des Reichstages sich in ihrer Sitzung am Dienstag bereit erklären wird, mit der deutschnationalen Partei in Verhandlungen über die Umbildung des Reichskabinetts einzutreten. Die Voraussetzun­gen hierzu wären jedoch, paß eine Recht svrien- tierung der ReichSvolitik vollständig ausge- schaltet wird und die demokratische Reichstagsfraktion stch weiterhin an der Regie­rung beteiligt. Eine einseitige Rechtsorienfie- rung werde das Zentrum nicht mitmachen.

der Steuerzahler. Dafür müssen wie in Deutschland die Leute, die dem Staate ihr Geld geliehen haben, es heute in entwerteten Franken zurückneymen und immer höhere Steuern für die Verzinsung der Anleihen auf­bringen.

Häusern ansnehmen, sind matt und stumpf vor Fliegenschmutz.

Die wahre Meinung der Bauernschaft über die neue Regierung zu ergründen, hält chwer. Ungelenk im Nachdenken, unbeholfen in der Ausdrucksweise, versteht der Bauer kaum etwas von den Ideen des Bolschewismus. Die Schlagworte der neuen Regierung treten nur in den Anschlägen der Bolschewisten und in den Zeitungen zutage. Trotzdem kann man vielleicht die Stimmung danach beurteilen, wenn man be­denkt, was der Bauer vom Bolschewismus emp­fing und was er ihm zu geben Hot. Zweifellos erhielten die Bauern von der neuen Re­gierung eine Menge Land, doch hatten sie nach der ersten Freude über dieses Geschenk nur den Eindruck, daß sie ein ihnen zustehendes Eigen­tum, das man ihnen vorenthalten hatte, zurück- erhielten. Was dagegen schulden sie der neuen Regierung? Der Bauer muß an die Steuer-

Der mif Ser Fcchrt.

Ein schmerzlicher Abschied.

Friedrichshafen, 13. Oft. (Gig. Draht­bericht.) Fast wäre es gestern früh in letzte« Minute wieder anders gekommen, denn nach Sonnenaufgang setzte starke Erwärmung ein, die die Abfahrt erneut zu gefährden drohte. Kurz entschlossen sagte die Luftschiffleitung die vor­bereitete Abschiedsfeier ab, um Zeit zu gewinnen. Tie Besatzung batte von der Schisfsleitung den Befehl erhalte», bereits tim 5 Nhr früh in der großen Halle aus dem Posten bereit zu stehen. Die Motore wurden in aller Frühe angeworfen, nm sie etwas warm laufen zu lassen. Nochmals wurde das Schiff und alle Einrichtungen von der Leitung eingehend unter­sucht und fetzgestellt, daß alles in Ordnuitg, die Poft und Lebensmittel ordnungsgemäß verstaut seien. Als das Luftschiff die Halle verlassen hatte, wurde es draußen von der ungeheuren Menschenmenge mit tiefem Schweigen empfan­gen. Erst als in der erleuchteten Führerkabine die bekannten Führer erkennbar wurden, setzte lebhaftes Winken und Abschiedsrufe ein. Unter den Klängen des Liedes ..Deutschland, Deutsch­land über alles" hob sich das Schiff langsam und entfernte sich in nordwestlicher Richtung. Vielen der Zufchauer sah man die starke Er­regung und Ergriffenheit über das Schickfal diefes deutschesten und schöilsten Werkes der Zeppelinwerft an. Manche Frauen brachen als das Schift oerfchwunden war, in krampfhaftes Schluchzen aus. Die Menge ver­harrte in andächtigem Schweigen, bis das Sur­ren der Motore nicht mehr zu hören war. Das Luftschiff enffchwaud schnell im dichten Rebel

Aus Sowjetmhland

Bilder aus dem Kleinstadtleben.

Don befreundeter Seite erhalten wir folgend« packende Schilderung Über da« Leben in einer «le-.nstadt Sowjetrntztanb«. An« begreiflichen Gründen möchte derDcrfaffer ungenannt bleiben

zung, auf die das Volk wartet, wie es vor 1789 auf politische Rechte gewartet bat. Ader diese Reform kann sich nur im Frieden voll­ziehen. Es gehört zu den fd-ärfftn Nacken'chlä- gen, die Frankreich durch den Welttri-g erbaften Hat, daß der Ausbruch des Krieges die bereits gesetzlich beschlossene Einführung der Einkom­mensteuer. die mit dem 1. Januar 1915 ins Le­ben treten sollte, tatsächlich verhindert hat. Die französische Kriegsfinanzpolitik darin genau so fehlerhaft wie die deutsche suchte die Mit­tel zur Kriegsführung fast ausschließlich im

Um Sie Rftvm nq ft s Rufttvedikles

Berlin, 13. Oktober. (Eigene Drahimeldrmg.) Die Sicherstellung der Anleihe bedeittet gleich­zeitig auch die unbedingte Sicherung der Lon-

behörde eine bestimmte Getreide menge per Tesjatine abliefern. Er muß weitere Nah­rungsmittel und Futter, Kartoffeln, Gemüse, Heu, Stroh, Beeren, Pilze und Butter als Steuer z-ablen, ja, selbst in eigen gesponne­nen Sinnen zahlt er einen Tribut an die Regie­rung. Er zahlt eine Steuer ans Rindvieh,

Regierung ernsthafte Anstalten machen wird, um ihre Zusagen hinsichtlich der militärlschen Räumung des R n h r g e b i e r s zu erfüllen. Bekanntlich hat der französische Ministerpräsident Herrivt auf der Londoner Konferenz den deut­schen Staatsmännern die Versicherung gegeben, daß er bereif sei, eine Verkürzung der Räumungsfrisie» in Erwängung zu ziehen Wir glauben zu wiffcn. daß die Reichs- reaicrung nach der erfolgten Zeichnung der An­leihe offizielle Schritte unternehmen wird, um mit der französischen Regierung in Verhand­lungen über die frühere militärische Räumung des Ruhr- und Sanktionsgebietes einzutretcn.

Me Mememngskrlse.

Verhandlungspuufe zu einem Kompromiß.

(Eigene Drahtmeldnng.)

Berlin, 13. Oktober.

In den der Regierung nahestehenden Kreisen hat man es für notwendig befunden, augenblick­lich den S t r e i t um die Regierungsfrage in den Hintergrund zu drängen. Die Gegensätze -wischen den beteiligten Parteien hatten sich am Freitag derart zugl spitzt, eine ernste Regie­rungskrise kaum mehr vermiede «werden konnte. In diesem Augenblick hat die ZentrumS- fraktion einen Ausweg geschaffen, indem sie ihre Beschlußfassung bis zum Dienstag ver­tagte. Nur durch diesen Zetgewinn wird es möglich fein, im gegenwärtigen Augenblick eine Regierungskrise zu vermeiden, die sehr wahr­scheinlich die Auslegung der deutschen Anleihe auf den internationalen Märkten sehr ungünstig beeinflußt haben würde. Wie wir hören, hat sich Reichskanzler Dr. Marx entschlossen, die ent­scheidenden Verhandlungen mit den Parteien nicht eher wieder aufzunehmen, bis der Erfolg der Anleihe sichergestellt ist Obwohl die deutschnationalen Führer die Deutsche Balksnar- tei ersucht haben, ihrerseits ihren ganzen Einfluß aufzubielc», um eine Verzögerung der Rrgic- runasvrrhandlnnoen zu verhindern, dürfte auch die Deuftche Volkspartei damit einverstanden fein, daß fetzt eine Berhmidlungspause eintritt, die dazu benutzt werden kann, um auf dem Weg- unverbindlicher Besprechungen einen Kompromiß auzubahueu

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Ueber vier Jahre iift es nun her, daß ich, aus Moskau fliehend, in dieser Kleinstadt lebe, die ihre eigene Weit bedeutet. Ansichten und Ge­fühle der russischen Ackerbauern und Kleinbürger sind mir daher wohl vertraut. Ich kenne die Gedankengange, die Hoffnungen und Befürchtungen dieser Leute. Die Bevölke­rung des Städtchens ist leidlich gebildet und von mäßiger Wohlhabenheit. Seit Generationen haben diese Menschen in derselben Weise gelebt, wie sie es heute tun. Die Revolution, die große Würgerin der Städte, drang auch in ihre wirt- ........ konnte aber ihre alt-

Frankreichs Wege.

Bon Elemenceau zu Caillaux.

Immer stärker macht sich in Paris das Ge­fühl eines west- und mitteleuropäischen Z u - sammenhanges geltend. Macdonard und Marx haben für das heutige Frankreich bereits eine Bedeutung wie H e r r i o t selbst. Sie gehören alle drei zueinander und stellen gewis- lermaßen nur Gruppenführer in einem europäi­schen Verständigungskonzern vor. Deshalb wer­den die Krisen in England und Deutschland von den Franzosen beinahe als innerpolitische Krisen betrachtet. Man geht in den gemäßigten Krei­sen den Wunsch ,daß Macdonald in den neuen Wahlen die Kraft zum Wlederkommen rinden möge. Der Friedenskongreß, der in Berlin stati- fanb, die Bestrebungen für ein Paneuropa all das wird heute wenigstens Von einem Teil der öffentlichen Meinung Frankreichs nicht mehr als idealistischer Luxus angesehen.

Tas Abziehen der Kriegspsychose findet wohl seinen stärksten Ausdruck in der täglich mehr aus- steigenden Beliebtheit von Joseph Caillaux, der zweifellos, sobald erst gewisse Formalitäten der Wiedereinsetzung in seine staatsbürgerlichen Rechte erfüllt sein werden, in die Kammer und bald wohl auch in ein Kabinett zurückkehren wird. Caillaux ist heute so volkstümlich, wie er es noch nie gewesen ist. Der grüßte Teil der Nation sieht in ihm, nicht mehr in Clemeneeau oder in Poinearö, den wahren Helden Oes Krie­ges. Das Martyrium, das ihm seine Feinde 1917 und 1918 bereitet haben, wird heute auch den Franzosen, die damals gegen denVer­räter" Caillaux wüteten, die ihn am liebsten vor das Exekutionspeloton im Festungsgraben von Vincennes geschleift hätten, tief bedauert. Cail- laux hätte, das bört man heute im Publikum allgemein, Frankreich einen Frieden gerettet, der ein wirklicher Frieden gewesen wäre. Abzpan- nung, Erlösung von der dauernden Kriegsangst, Erlösung von der Notwendigkeit, um Frankreich herum die Legende des imperialistischen Herois­mus ausrechtzuerhalten, ewig in der Geste des europäischen Wauwaus und Schlagetodt zu posieren. Clemenceanle pöre La Victorie" sitzt heute, vergessen, auf einem Landhaus in der Provinz. Er hat jüngst feinen achtzigsten Ge­burtstag gefeiert: da hat ihn noch ein Reparier ausgesucht und ihn veranlassen wollen, ein paar Worte über die neueste Politik zu sagen. Der Alte erwiderte:Ich liebe die Blumen, sie haben einen großen Vorzug brr den Menschen sie halten den Mund."

Clemencean hat seinem Lande durch seine Energieich schlage mich vor Paris, ich schlage mich in Paris, ich schlage mich hinter Paris" unzweifelhaft den militärischen Sieg verschafft; er hat der Entente denSiegfrieden" von Versailles ermöglicht, in dessen Artikeln lein Hauch von Verfiändiguna atmet, den Frieden, der das Ideal aller ist, die nicht den Frieden, sondern den Krieg wollen, aber die Völker be­greifen immer klarer, d?» Elemenceau seinem Lande einen schlechten, einen antipolitischen Dienst erwiesen hat und daß Caillaux der große weitblickende Politiker ist. Caillaux, der durch viele Prüfungen hindurchgegangen isi, macht heute aus alle, die ihm näher treten durf­ten, einen anderen Eindruck als vor dem Kriege. Nicht mehr das Schneidige, Burschikose, das zu­weilen verletzte, ist seine Hauptnote, sondern ge­stählte Energie, die das große Finanzproblem, in dessen falscher Behandlung Sfliöaui die Hauptguelle von Frankreichs liebeln steht, mit unerbittlicher Sachlichkeit o-wacken wird. Cail­laux will die Plutokratie, oie es in Frankreich glänzend verstanden hat, die großen Opfer von sich ab und auf die relativ unbegüterten Masse-, zu wälzen, zu Leibe gehen.

In keinem Lande der Welt ist ein so unge­heurer Reichtum an Bargeld in so wen > - . gen Händen angehäuft wie in Frankr"'ch. Alle Versuche des Staates, auch nur einen Blick in die Kassenschränke der Banken zu tun. sind gescheitert. Daran sterben die Finanzen des Landes, daran stirbt der Franken, nicht an d».i , Reparationsschwierigkeiten. Wenn in der Kam- ' mer sich eine Mehrbeit für Caillaur findet, wird , er den Mut und die Kraft haben, die Frage der . Einkommensteuer wieder ernsthaft anfzn- nehmen. Sollte es mit dieser Kammer nicht ge- . fingen, so werden die nächsten Wablen die Mehr- , beit liefern. Denn diese Frage ist die Lebens- ; frage des französischen Volkes, die Reform der ; Einkommensteuer die wahre neue große Umwäl- ,

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Leute, die schon früher auf ihr Aeußeres etwas hielten, gehen auch heute modisch gekleidet und tragen Beinkleider aus einem hellgrünen Stoff, der anscheinend einstmals den Bezug eines Bil­lards gebildet hatte. Die jungen Mädchen er­scheinen zu den Kirchfesten in schlveren Gewän­dern, die ans Fenster- und Türdraperien verfer­tigt sind. In einem Dorfe der Nach'arschait ist fast die ganze Bevölkerung einheitlich gekleidet, und zwar in einem buntfaibigen steifen Gewebe, das man aus Möbclbezügen die im Austausch gegen Lebensmittel von hungrigen Reichen emp­fangen waren, verfertigt hatte. Aber die ma- reriellen Errungenschaften bei Revolution, bie -m Austausch gegen (betreibe eingehandelt würben, beginnen zu schwinden Ehemals wertvolle Grammopbone aus irgenb einem Patrizierhaus kreischen mit zerkrazien Platten, Hennen legen ihre Eier in bie Besaitung eines einstmals wert­vollen Flüaels, bei früher irgenb einen Herren- sitz zierte nnb bie wertvollen vergoldeten Spie­gel, bie sich wundersam in ben armseligen

nicht zerstören.

Welcher Unterschied zwischen Stadt und Land.

In den G r o ß st ä d t e n eine vollkommene Ver­nichtung aller bisherigen kulturellen Errungen­schaften, die Zerstörung der reichen, aber oft hoch­gebildeten oberen Klasse und des Mittelstandes und Aufstieg einer skrupellosen, mit verbrecheri­schen Elementen und Abenteurern jeder Art durchsetzten Klasse der neuen Richtung. Hier tn der kleinen Stabt dasselbe monotone, aber eigen­artige Leben längst verklungener Zeiten, diese!- ben abendlichen Versammlungen mit schwermü­tigem Gesang alter Volkslieder. Natürlich hat auch diese kleine Welt die Spuren der großen Umwälzung zu spüren bekommen. Eine Zeit lang stand sie unter einem f»genanntenRat der Axmeiz" JSiej£r UcberMr^öaiteile jedoch, nicht Tange, unoble äiTgtfeW;. diese- Rates befinden

Berlin, 13. Oft. (Privattelegr.) D-r bis­her vorliegenden Meldungen lassen die Hoffnung berechtigt erfchcinen, daß derZ. R. 3" die Nacht­fahrt von Sonntag zum Montag gut übrtzimdcn hat. Während der ganzen Nacht bemühten sich alle Funkstationen, Nachrichten zu empfangen, doch waren nur die stärksten dazu in der Lage. Von Norddeich wurden nachstehende Nach­richten ausgenommen:12 Uhr nachts: Z. R. 3 in Fahrt auf Linie Nordecke Spanien, nach Azoren, Verbindung mit amerika­nischen Funkstationen ausgenommen. 4 Uhr 15 Min.: Standort ein Tritte! des Weges zwischen Spanien und Azoren. 12 Grad west­licher Länge Alles wohl." Um 9 Uhr inor- genS teilen alle stärkeren Stationen auf Anfrage mit daß es ihnen seit 4 Uhr 15 Min nicht mehr gelungen sei, mit dem Luftschiff in Verbindung

Ausgabe der deutschen Anleihe

Man rechnet mit einem guten Erfolg.

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sich nach ihrer Absetzung wieder in untergeordne­ten Stellungen als Dienstboten, Knechte oder kleine Angestellte. Ein bekannter gefürchteter Tunichtgut des Städtchens erhob stch sogar auf kurze Zeit zu dem Range einesKommissars", aber auch sein Glück war von kurzer Dauer, denn seine eigenen Untergebenen intrigierten gegen ibn. Mit Schimpf und Schande jagte man ihn weg. Jetzt traf ihn wieder allgemeine Verach­tung, und ab und nt erhält er seine wohlver­diente Tracht Prügel. Hier hat bie Gewalt, bie bas Land über bie Stäbte erhielt, nmschichtenb gewirkt. Die heiratsfähige Jungfrau brs Bauern, bie früher vielleicht einen golbenen Armreif ihr eigen nannte, verfügt jetzt über eine Halskette, bie aus verschiebenen Ärmbän- bern zusammengesetzt ist, über golbene Ringe unb anbere S-chmuckgegenstänbe. Der Sohn bes Viehhänblcrs trägt heute seine Uhr an brei gol­denen Ketten anstatt an einer, wie früher. Junge

doner Abrm'ckm-grn. Darüber hinaus darf man larnnaen" hinter dem in Aussicht stehenden annehmen, duß nunmehr auch die französische '< deulfch-fränzösischen Handelsvertrag sucht