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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 241.

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf.

Sonntag, 12. Oktober 1924.

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Die Ausländsanleihe ist unterzeichnet.

Keine Lösung bee Kabincttstage. «tz-ELH««

Vertagung auf Dienstag. Zwiespalt zwischen links und rechts. De» Schulen wird jrar durch »iueit Erlatz I

Ein Beriügrmgs-VnNag.

Aus Zcntrumskreisen wird heute früh gemeldet: Die Partei soll bei den weiteren Besprechungen

gungs- und Zinsdienst erforderlichen Beträge gehen allen Reparationszahlungen vor.

scheu versichert wird, erfolgt diese Räumung vor­aussichtlich am 20. Oktober.

t Dienstag wird der Reichskanzler die Fraktionsführer der bisherigen Koalitionspar- l_... wieder empfangen. Vor diesem Tage ist an keinerlei Lösung der Krise zu denken.

klärt. Am morgigen Sonntag finden keine Fraktionssitzungen statt.

London, 11. Oktober.

Alle politischen Kreise Englands befinden Och in fieberhafter Tätigkeit. Es sind nur neunzehn Tage bis zur Wahl. Gestern fand eine längere Kabinettsitzuna statt. Am Dienstag folgt eine1 grotze liberale Versammlung in der unter anderem Asquith und Llopd George sprechen werden. Tann begibt sich Asquith auf die Fahrt nach Schottland während Lloyd Ge­orge in England und Wales agitieren wird. Die Parole der Arbeiterpartei ist der Sowjet­vertrag. Es werden riesige Anstrengungen qe- '.nacht, eine schleunige Verständigung zwischen Konservativen und Liberalen hcrbei- zuführen. Seit gestern wird verhandelt.

Finanzierung der SaOffrfemngen.

London, 11. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Nach dem Anleihe-Abkommen ist bestimmt wor­den, daß der Reichsbank auf Konto des Gcnerul- zahlnngsagenten die gesamte Anleihe auSgczahlt wird. Aus der Anleihe werden im ersten Jahre die Sachlieferungen finanziert werden. Frank­reich habe drei Millionen Pfund gezeichnet.

Oktober. (Privattelegrarnm.)

Die WMen m EZiMnö

Drei Parteien in Tätigkeit.

tErgeru Drakrmrtdung.l

Inzwischen geraten die Parteien, was man noch tun könnte, um durch ein erträgliches Kom­promiß aus der Verlegenheit herauszukommen. Die bisherige Begeisterung für den Rücktritt der Regierung und für Auflösung des Reichs­tages ist stark abgeflaut. Deutsche Volkspartei und Zentrum haben recht mit ihrer Ansicht, daß durch Neuwahlen keine wesentliche Veränderung erreicht werden würde. Dementsprechend bemüht sich Dr. Marr weiter, die Fraktionen für ein parlamentarisches Zusammenarbeiten zu gewin­nen. Hätte die Presse des Zentrums und der Demokraten, die der sozialdemokratisSien Parole folgte, nicht die ReicWtagsauflösung als unver­meidlich Hingestellt, so wäre ein Ein lenken viel leichter. Auch jetzt noch besteht die So­zialdemokratie auf ihrem Standpunkt, was ans der Aeußerung desVorwärts" her­vorgeht, der u. a. schreibt:Man muß einen Strich unter das Vergangene machen und sich an dem englischen Mut. der vor Volkscntschci- dungen nicht zurückschreckt, ein Beispiel nehmen Die Frage der deutschen Neuwahlen mutz sein, ob rechts oder links regiert werden soll/ Auch dasBerliner Tageblatt" kennzeichnet die de­mokratische Auffassung ähnlich:der Ge­danke, einseitige Verhandlungen mit den Deutschnationalen zu führen, müsse abgelehnt werden". DieVossisffe Zeitung" meint,daß ohne Demokraten das Zentrum schwerlich iür den Bürgerblock zu gewinnen sein wird. Dieser Eindruck ist durch den Verlauf der Aussprache der Zentrumsfiihrer verstärkt worden." Anders klingt die Aeußerung des d e n t s ch n a t i o n a- l e n BerlinerLokalanzeigers":Das Zentrum bat die Wahl zwischen Verständigung mit Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei auf der einen und der Reichstagscu ffösung auf der

Regierung Macdonald auf, um ihren Sturz zu rechtfertigen. Wie diese Wahlen ausgehen wer­den, ist ganz ungewiß Mag Macdonalds Partei auch sehr vertrauensvoll für einen Sieg gestiinmt sein so glauben doch auch die bürgerlichen Par­teien sehr gute Aussichten zu haben. Diese Ver­wirrung sollte in Deutschland umso mehr als Anlaß betrachtet werden, einen gefestigten Mittelweg weiterhin zu beschreiten. K. F. D.

_ ------ j-tz» oueii) »iueu Erlatz des

preutzischcn Httlfudminiftete ,«r Aufgabe ge. macht, das Turne» anch von gefundhettlichem Star-dpuntt zu betrachten. Darlider wird uns das Nachfolgende geschrieben:

Sine Feige ist DcnmunSs Räumung.

Berlin, 11. Oktober. /Privattelegramm.) Die in London erfolgte Unterzeichnung der deutschen Anlcihcabmachungen wird nicht nur wirtschaftliche sondern auch politische Folgen zeigen Bon größter Bedeutung ist, daß verschiedene Fri­sten zu laufen beginnen und von diesen wiederum sind am bemerkenswertesten die, daß Dort­mund geräumt werden mutz. Wie inzwr-

Abfchluß Ser

Amerikanisches und europäisches Geld.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 11. Oktober.

Die deutsche A »l e ih c im Auslände, die ge- -näß dem Dawcsgutachtcn einen Erlös von 800 Millionen Goldmark erbringen soll, ist gestern zum A ü f chl u ß gekommen. Sie zerfällt in einen amerikanischen und in einen europäischen Anteil. Ter amerikanische beläuft sich auf 110 Mil­lionen Dollar, der europäische auf 26,501 Millionen Pfund Sterling. Der amerikanische Anteil ist von dem Bankhaus Morgan übernom­

anderen Sefte." Tie Volkspa.'teiliche Deutsche Allgemeine Zeitung" hofft,daß der Reichskanzler noch die Erweiterung der Regie­rung nach re.bts betreiben wird, denn es könne als ausgeschlossen gelten, daß er die Verantwor­tung für die Auflösung des Reichstags überneh­men wolle in einer Zeit, in der so wichtige innen- und außenpolitische Aufgaben zu erfüllen sind." Sind demnach die Meinungen noch sehr geteilt, so darf man doch hoffen daß es in den nächsten Tagen ru einer Einigung kommt.

Wie die Krise in England sich auswirft, zeigen die dortigen Schwierigkeiten Ka:nn ist die Regierung gestürzt worden, da setzt auch schon der Wahlkamvf mit erbitterter Schärfe ein. Auf der einen Seite stehen die-Konserva­tiven und Liberalen, auf der anderen die Ar- beiterpartei unter Macdonalds Führung. Wäh­rend Macdonald der Oppositton vorwirst, daß sie diese Krise unnötigerweise hervorgerufen habe und damit das Land kn h.'hp W rblkosicn treibe, führt die Opposition alle Mißerfolge der

men worden. Den Hauptteil des europäischen Anteils ü-bernimmt di- Bank von England. An dem europäischen Anteil sind außerdem Frank­reich, Belgien, Italien, die Schweiz, Holland, Schweden und Deutschland beteiligt. Italien wird seine» Anteil in Lire herausbringcn, die Schweiz zum Teil in Francs, zum Teil in eng­lischen Pfund. Schweden übernimmt seinen An­teil in schwedischen Kronen. Im übrigen wird die europäische Emission in Pfund erfolgen. Die Anleihe ist innerhalb fünfundzwanzig Jahren rückzahlbar, und zwar erfolgt die Rückzahlung durch Auslosung oder Rückkauf. Für die ameri­kanische Quote ist die Tilgung des Kapitatbetra- ges mit einem Aufgeld von 5 Prozent, also mit 105 Prozent, vorgesehen, die europäische ist mit pari rückzahlbar. Tie Ausgabe erfolgt in allen Ländern zum Kurse von 92 Prozent und wird bereits in der nächsten Woche beginnen. Ter Zinsfuß beträgt 7 Prozent. Die für den Til-

Herz wird geschädigt.

-----wissenschaftlichen Depu- edizinalwesen kann der Rück-

liiti Dienstag dem Reichskanzler offiziell den Vorschlag unterbreiten, die Verhandlungen über die Regicrungserweiterung endgültig auf

Die Haltung ötr Karteien.

Berlin, 11. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Heber den Verlauf der Verhandlungen oes gestrigen Nachmittags wird noch mitgeteilt: Reichskanzler Marx hat nachmittags 3 Uhr die Führer der Koalitionsparteien empfan­gen, die daraufhin wiederum Fraktionsfitzungen abgehalten haben. Die Sitzung des Zentrums war derart schwach besucht, daß kein Beschluß gefaßt werden konnte. Die Demokraten legen Wert auf die Feststellung, daß Vie Erklärungen ihrer Fraktionsvcrtreter, sie hielten eine Regie­rungsumbildung zur Zeit nicht für erwünscht, die Meinung auch der Fraktion ist. Die Fraktion der Deutschen VolkSpartri ist gestern nachmittag nicht zusammengctreten. Für sie, so sagt man in

Die Krisenlust.

Was wird aus den Regierungen?

Die Frage der Umbildung des Reichskabi- netts ist seit Wochen in der Schwebe, und in den letzten Tagen ist sie besonders wandlungsfähig gewesen. Das Spiel zwischen den Parteien, ' rechts und links oder rechts oder links oder Mitte ist für die Zuschauer sehr unter­haltend, und wenn wir in England wären, wür. den wir nm das schließliche Ergebnis wetten. Aber für die Politik und das öffentliche Leben ist dieser schwankende Zustand keineswegs förder­lich. Wollen wir uns klar machen, was eigent­lich in den letzten Wochen geschehen ist, so sehen wir, daß der Reichskanzler Dr. Marx zunächst versuchte, eine Regierung auf breiter Basis, also einschließlich der Deutschnationalen und der So- zialdemokraten, zu bilden, aber ohne Erfolg, weil von rechts wie von links gleichmäßig hef­tiger Widerstand einsetzte. Der zweite Versuch aalt der Heranziehung nur der Deutschaationa- len, wogegen sich aber die Sozialdemokraten nehst Demokraten mit dem halben Zentrum wandten, so daß ein zweiter Fehlschlag entstand. Gleichwohl sind die Versuche noch nicht zu Ende, denn die Parteien spielten mittlerweile ge­geneinander wie auf einem Schackchrett und san­nen immer wieder auf neue Züge. Nachdem gestern vormittag ein Berliner Telegramm mel­dete, daß die Parteiführer der Linken die Erweiterung nach rechts nicht für zweckmäßig hielten, weil die Bedingungen der Rechten für sie nicht annehmbar seien, berichtete ein Tele­gramm am Nachmittag, die Deutschnatio- na len hätten mitgeteilt, daß sie die Richtlinien des Kanzlers als Grundlage für weitere Ver­handlungen geeignet hielten. Bis Freitag abend stand also die Sache so, daß dem Widerstand der Linken durch dieseErklärung die Stoßkraft genom­men ist. Trotzdom ist damit nicht gesagt, daß die Regierungserweiterung nach rechffs nun sicher sei. Die Deutschnationalen haben ja noch nicht die Richtlinien des Kanzlers anerkannt, sondern sie erst als V e r h a n d l u n g s g r u n d l a g e - bezeichnet. Was nun Zustandekommen wird, - muß abgeivartet werden. ,

gratverkrümmung durch geeignete orthepädftche Hebungen entgegengewirkt werden, insbesondere in den großen Mengen der leichteren Fälle, die dadurch in ihrer Weiterentwicklung zu schweren normen aufgehalten werden können. Unbedingt notwendig ist es, wie der Erlaß besagt, daß die Turnlehrer und -Lehrerinnen

in geeigneter Weise für die -Abhaltung ortho­pädischer Turnübungen v o r ge b i l - e t werden. Hierbei muß jedoch nachdrücklich darauf hinge­wiesen werden, daß der Turnlehrer unter kernen Umständen in ärztliche Fragen einzugreifen hat. Er kann auch nicht darüber bestimmen, welche Kinder am orthopädischen Turnen teilnehmen sollen. Seine Ausbildung soll ihn nur dazu befähigen, die für den Krästezustand der Kinder geeigneten Hebungen zu kennen, sie richtig aus­führen zu lassen und dem Schularzt sachge­mäße Auskunft bei der gesundheitlichen Weber» wachung der Kinder zu geben.

Die Auswahl der Kinder

sirr das orthopädische Turnen hat nur der Arzt ju treffen. An der preußischen Hochschule für Leibesübungen in Spandau ist der Unterricht im orthopädiichen Turnen wieder aufgenommen, so­daß bereits heute wieder eine Anzahl methodisch durchgebildeter Turnlehrer und Lehrerinnen zur Verfügung steht. Für das orthopädische Schul­turnen sind grundsätzlich komplizierte und teure Apparate nicht zu verwenden. Der Minister for­dert die genannten Stellen auf, die Gemein­den und Schul verbände erneut auf den Wert des orthopädischen Turnunterrichts als Vorbeugungsmittel gegen Rückgratverkrümmun­gen hinzuweisen und seine Einführung nach Möglichkeit zu fördern. Geeignete Lehrkräfte können durch die Landesturnanstalt in Spandau nachgewiesen werden. Nur solche Kinder dürfen am otthopädischen Turnen teilnehmen, die auf Grund eines amtsärztlichen oder schul­ärztlichen Ältestes vom Turnunterricht befreit sind und nach Auslage des Arztes am otthopädi- schen Turnunterricht teilnehmen können. Für solche Kinder ist die Teilnahme an diesem Un­terricht verbindlich. Einem Widerstand der Eltern wird durch Auftlärung über das Wesen des orthopädischen Turnens und durch Ein­wirkung auf die Etternbeiräte zu begegnen fein. Staatliche Mittel können nicht bereitgestellt werden.

Heber die Einführung des orthopädi­fchen Turnunterrichtes an den Schulen hat der preußische Kultusminister Dr. Bülitz an die Provinzschulkollegien und Regierungen einen Erlaß gerichtet, worin auf Grund wissenschaftli­cher Gutachten darauf hingewiesen wird, daß das orthopädische Turnen ein Vorbeugungsmittel gegen Rückgratverkrümmung bilder. Eine große Zahl von Kindern in Deutschland neigt zu Verkrümmungen der Wirbelsäule und es beisteht die große Gefahr, daß der stundenlange Sitzzwang in der Schule zu einer dauernden Verkrümmung des Rückens führt, die dann häu.

Llm Öen VMerbunö.

Englische Mahnung an die deutsche Regierung. (Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 11. Oft.

Wie wir ans dem Auswärtigen Amt erfah­ren, hat die englische Regierung die Reichsregie­rung ermahnt, ihre Entschließungen in der Völkerbundfrage nach Möglichkeit zn be­schleunigen. Rus diesem Grunde ist auch dir englische Antwort auf das deutsckre Bölker- bulldr-emorandum so abgefatzt worden, daß Deutschland in die Lage versetzt wird, baldigst einen Znlassungsantrag an den Völker­bund zu richten. Die englische Antwort nthält positive Zusagen an Deutschland, die nicht allein die Sicherstellung eines deutschen Sitzes int Völkerbunds rat betreffen, sondern auch ändere wichtige Fragen der deutschen Regierung günstig beurteilen. Wir glauben insbesondere darüber unterrichtet zu sein, daß die englische Regierung die deutsche Anfrage wegen eines Mandats über die früheren deutschen Kolonien in durchaus zu­stimmendem Sinne beantwortet hat.

Verzettelung öer Strafte

Berlin, 11. Oktober. (Privattelegramm.) Zu der Vertagung der Verhandlungen über eine Regierungserwriterung aus Dienstag schreibt dieGermania": In der Regierungsfrage stand man gestern abend glücklich wieder da, wo man am 29. August begonnen hatte. Klar geworden ist nur, daß der Gedanke der großen Volksgemeinschaft von der Sozialdemokratie bis zu den Deutschnationalen gescheitert ist. Den Versuch zu dieser Volksgemeinschaft hat Reichs­kanzler Marr nicht nur auf Grund eines aus­drücklichen Beschlusses des Parteivorstandes un­ternommen, sondern auch in der richtigen Er­kenntnis, daß eine ausgleichende Zusammenfas­sung aller arbeitswilligen und verantwortungs- sähigen politischen Gruppen, für die nächsten Ausgaben der deutschen Politik segensreich ge­wesen wäre. Der deutsche Parlamentarismus verzettelt sich in parteipolitischer Taktik und die Lektüre der höchst bewußt formulierten Par- teierklärungen sticht traurig ab, von der viel ge­ringeren Bewußtheit, mit der die wirftich drän­genden Fragen in der Taktik verschwinden. Es ist schade, daß die besten Entwiirfe durch sie so zerstäubt und unfruchtbar werden.

Der Geist in der Turncrschast.

Im Verlauf der Würzburger Tagung der Deutschen Turnerschaft (über die kurz berichtet wurde) hielt Studiendirektor Dr. Neumdoffs« Mühlheim einen Borttag überDen neuen Geist m der Teittschen Turnerschaft" worin der Vor­tragende eine Abkehr von den Erscheinungen des Materialismus und von dem Heberwiegen des Technischen im Vereinsleben empfahl und dafür Verinnerlichung des Turngedankens und die Rückkehr zu dem reinen Turnenwollen eines F. W. Jahn verlangte. Die Turnerjugend müßte mit allen Kräften gefordert werden, weil sic berufen sei, den Turngedanken zu vertiefen und mit Idealen zu erfüllen. (Lebh. Beifall). Tie Erledigung von Anträgen auf der Tagung in Würzburg über die Abhaltung der Meister- schastZkämpfe in allen turnerischen Uebungsarte» und Spielen u. a. über die Frage der Austrag­ung einer Fußballmeisterschaft der Deutschen Lurnerschast wurden dem Turnausschuß übertra­gen. Angenommen wurde ein Antrag, für dir Vorturnervorführungen und Wett­kämpfe eine

Bolkstumsprüft-ng und AnfklärungSstunden einzurichten, ebenfo die Schaffung eines Sei» tungsbuches der D. T. In die Satzungen wurde eine Bestimmung aufgenomm-m, wonach ver» "uchsweise für den nächsten deutschen Tuvaiag ans jedem Turnkreis auch eine Turnerin als vollberechtigte Vertreterin entsandt werden soll, Damit das weibliche Geschlecht in Fragen des

Berlin, 11. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) i Erst mn Von der innerpolitischen Krise ist heute zu mel- Fraktion den, daß die nenerlichcn Besprechungen zwischen teicn dem Reichskanzler und den Parteiführern, die am Dienstag fortgesetzt werden sollen, sich auf keiner andern Grundlage bewegen als bisher. Neue Fragen sind auch durch die gestrigen Be­schlüsse innerhalb der Fraktionen nicht in die Aussprache getragen worden, da noch immer Sozialdemokraten und Demokraten daraus be­harren, keine Regierungskoalition mit den Deutschnatiormlen zu bilden. Infolgedessen ver­sprechen auch die neuen Verhandlungen des Reichskanzlers, die immer zuerst mit de» So­zialdemokraten und dann erst mit der parlamen­tarisch stärksten Partei, den Deuffchnationale» geführt werden, keinen andern Ausgang als ihn alle bisherigen Besprechungen genommen haben. Die Gesamtlage bleibt also vollkommen unge-

ftfl noch zu anderen Krankheiten Veranlassung gibt. Manchmal wird die L n ng e in ihrer Ent­faltung gehemmt und wird der Sitz tuberkulöser Erkrankungen. Auch das si .....

Nach dem Gutachten der wi tation für das Medizinal):

ihren Kreisen, ist kein Anlaß oorhcnrdcn gewesen, nochmals eine Sitzung abzuhalten, da ihr Stand­punkt völlig gegeben wäre: Regierungscrweijc-.. -.....-----------

runfl durch Hinzuziehung der Deutschnationalen.Ispätere Zeit zu vertagen.

Berlin, 11.