Die Kasseler 'Jieiteften Siachrichlen erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittags Der Abonnemcntsvreis beträgt für Den Monat 2— Mk- bet freier Zustellung Geschäftsstelle abaeholt 1.80 Mk. Durch die Post monatlich 2.00 Mk. ausschliehlich Zustellungsgebüdr. Verlag uni> Redaktion Schlachtbofstratze 28/30. Kernsprecher 951 und 952. Für unverlangt einßesandte Beiträge kann die Re» daktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Kalle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Anivrüche wegen etwaiger nicht ordnungsmähiger Lieferung ist ausgeschlossen. Postscheckkonto Frankfurt a. Main Rümmer 6380
Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Anzeigenpreise: Geschäfts-Anzeigen Zeile 15 Pfennig. Kamilten-Anzetaen Zeile lo Pfennig, Klei ne,Anzeigen das Wort 2»/, Pfennig. Reklamen die Zeile 60 Pfennig. Offertgebübr 10 Pfennig «bei Zusendung der Offerten 20 Pfennigs. Rechnungsbeträge sind innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Maßgebend ist der Kurs des Zavlungs- tageö. Kür die Richtigkeit aller durch Kernsvrecher ausgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmeüaten und Platze kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Schlachthofstr. 28/80 Geschansitelle: Köln.Strane 5. gegenüber der Spobrstraffe. Kernsprecher951 u. 952.
Nummer 241.
Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf.
Sonntag, 12. Oktober 1924.
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang
Die Ausländsanleihe ist unterzeichnet.
Keine Lösung bee Kabincttstage. «tz-ELH««
Vertagung auf Dienstag. — Zwiespalt zwischen links und rechts. De» Schulen wird jrar durch »iueit Erlatz I
Ein Beriügrmgs-VnNag.
Aus Zcntrumskreisen wird heute früh gemeldet: Die Partei soll bei den weiteren Besprechungen
gungs- und Zinsdienst erforderlichen Beträge gehen allen Reparationszahlungen vor.
scheu versichert wird, erfolgt diese Räumung voraussichtlich am 20. Oktober.
t Dienstag wird der Reichskanzler die Fraktionsführer der bisherigen Koalitionspar- l_... wieder empfangen. Vor diesem Tage ist an keinerlei Lösung der Krise zu denken.
klärt. Am morgigen Sonntag finden keine Fraktionssitzungen statt.
London, 11. Oktober.
Alle politischen Kreise Englands befinden Och in fieberhafter Tätigkeit. Es sind nur neunzehn Tage bis zur Wahl. Gestern fand eine längere Kabinettsitzuna statt. Am Dienstag folgt eine1 grotze liberale Versammlung in der unter anderem Asquith und Llopd George sprechen werden. Tann begibt sich Asquith auf die Fahrt nach Schottland während Lloyd George in England und Wales agitieren wird. Die Parole der Arbeiterpartei ist der Sowjetvertrag. Es werden riesige Anstrengungen qe- '.nacht, eine schleunige Verständigung zwischen Konservativen und Liberalen hcrbei- zuführen. Seit gestern wird verhandelt.
Finanzierung der SaOffrfemngen.
London, 11. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Nach dem Anleihe-Abkommen ist bestimmt worden, daß der Reichsbank auf Konto des Gcnerul- zahlnngsagenten die gesamte Anleihe auSgczahlt wird. Aus der Anleihe werden im ersten Jahre die Sachlieferungen finanziert werden. Frankreich habe drei Millionen Pfund gezeichnet.
Oktober. (Privattelegrarnm.)
Die WMen m EZiMnö
Drei Parteien in Tätigkeit.
tErgeru Drakrmrtdung.l
Inzwischen geraten die Parteien, was man noch tun könnte, um durch ein erträgliches Kompromiß aus der Verlegenheit herauszukommen. Die bisherige Begeisterung für den Rücktritt der Regierung und für Auflösung des Reichstages ist stark abgeflaut. Deutsche Volkspartei und Zentrum haben recht mit ihrer Ansicht, daß durch Neuwahlen keine wesentliche Veränderung erreicht werden würde. Dementsprechend bemüht sich Dr. Marr weiter, die Fraktionen für ein parlamentarisches Zusammenarbeiten zu gewinnen. Hätte die Presse des Zentrums und der Demokraten, die der sozialdemokratisSien Parole folgte, nicht die ReicWtagsauflösung als unvermeidlich Hingestellt, so wäre ein Ein lenken viel leichter. Auch jetzt noch besteht die Sozialdemokratie auf ihrem Standpunkt, was ans der Aeußerung des „Vorwärts" hervorgeht, der u. a. schreibt: „Man muß einen Strich unter das Vergangene machen und sich an dem englischen Mut. der vor Volkscntschci- dungen nicht zurückschreckt, ein Beispiel nehmen Die Frage der deutschen Neuwahlen mutz sein, ob rechts oder links regiert werden soll/ Auch das „Berliner Tageblatt" kennzeichnet die demokratische Auffassung ähnlich: „der Gedanke, einseitige Verhandlungen mit den Deutschnationalen zu führen, müsse abgelehnt werden". Die „Vossisffe Zeitung" meint, „daß ohne Demokraten das Zentrum schwerlich iür den Bürgerblock zu gewinnen sein wird. Dieser Eindruck ist durch den Verlauf der Aussprache der Zentrumsfiihrer verstärkt worden." Anders klingt die Aeußerung des d e n t s ch n a t i o n a- l e n Berliner „Lokalanzeigers": „Das Zentrum bat die Wahl zwischen Verständigung mit Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei auf der einen und der Reichstagscu ffösung auf der
Regierung Macdonald auf, um ihren Sturz zu rechtfertigen. Wie diese Wahlen ausgehen werden, ist ganz ungewiß Mag Macdonalds Partei auch sehr vertrauensvoll für einen Sieg gestiinmt sein so glauben doch auch die bürgerlichen Parteien sehr gute Aussichten zu haben. Diese Verwirrung sollte in Deutschland umso mehr als Anlaß betrachtet werden, einen gefestigten Mittelweg weiterhin zu beschreiten. K. F. D.
_ ------ j-tz» oueii) »iueu Erlatz des
preutzischcn Httlfudminiftete ,«r Aufgabe ge. macht, das Turne» anch von gefundhettlichem Star-dpuntt zu betrachten. Darlider wird uns das Nachfolgende geschrieben:
Sine Feige ist DcnmunSs Räumung.
Berlin, 11. Oktober. /Privattelegramm.) Die in London erfolgte Unterzeichnung der deutschen Anlcihcabmachungen wird nicht nur wirtschaftliche sondern auch politische Folgen zeigen Bon größter Bedeutung ist, daß verschiedene Fristen zu laufen beginnen und von diesen wiederum sind am bemerkenswertesten die, daß Dortmund geräumt werden mutz. Wie inzwr-
Abfchluß Ser
Amerikanisches und europäisches Geld.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 11. Oktober.
Die deutsche A »l e ih c im Auslände, die ge- -näß dem Dawcsgutachtcn einen Erlös von 800 Millionen Goldmark erbringen soll, ist gestern zum A ü f chl u ß gekommen. Sie zerfällt in einen amerikanischen und in einen europäischen Anteil. Ter amerikanische beläuft sich auf 110 Millionen Dollar, der europäische auf 26,501 Millionen Pfund Sterling. Der amerikanische Anteil ist von dem Bankhaus Morgan übernom
anderen Sefte." Tie Volkspa.'teiliche „Deutsche Allgemeine Zeitung" hofft, „daß der Reichskanzler noch die Erweiterung der Regierung nach re.bts betreiben wird, denn es könne als ausgeschlossen gelten, daß er die Verantwortung für die Auflösung des Reichstags übernehmen wolle in einer Zeit, in der so wichtige innen- und außenpolitische Aufgaben zu erfüllen sind." Sind demnach die Meinungen noch sehr geteilt, so darf man doch hoffen daß es in den nächsten Tagen ru einer Einigung kommt.
Wie die Krise in England sich auswirft, zeigen die dortigen Schwierigkeiten Ka:nn ist die Regierung gestürzt worden, da setzt auch schon der Wahlkamvf mit erbitterter Schärfe ein. Auf der einen Seite stehen die-Konservativen und Liberalen, auf der anderen die Ar- beiterpartei unter Macdonalds Führung. Während Macdonald der Oppositton vorwirst, daß sie diese Krise unnötigerweise hervorgerufen habe und damit das Land kn h.'hp W rblkosicn treibe, führt die Opposition alle Mißerfolge der
men worden. Den Hauptteil des europäischen Anteils ü-bernimmt di- Bank von England. An dem europäischen Anteil sind außerdem Frankreich, Belgien, Italien, die Schweiz, Holland, Schweden und Deutschland beteiligt. Italien wird seine» Anteil in Lire herausbringcn, die Schweiz zum Teil in Francs, zum Teil in englischen Pfund. Schweden übernimmt seinen Anteil in schwedischen Kronen. Im übrigen wird die europäische Emission in Pfund erfolgen. Die Anleihe ist innerhalb fünfundzwanzig Jahren rückzahlbar, und zwar erfolgt die Rückzahlung durch Auslosung oder Rückkauf. Für die amerikanische Quote ist die Tilgung des Kapitatbetra- ges mit einem Aufgeld von 5 Prozent, also mit 105 Prozent, vorgesehen, die europäische ist mit pari rückzahlbar. Tie Ausgabe erfolgt in allen Ländern zum Kurse von 92 Prozent und wird bereits in der nächsten Woche beginnen. Ter Zinsfuß beträgt 7 Prozent. Die für den Til-
Herz wird geschädigt.
-----wissenschaftlichen Depu- edizinalwesen kann der Rück-
liiti Dienstag dem Reichskanzler offiziell den Vorschlag unterbreiten, die Verhandlungen über die Regicrungserweiterung endgültig auf
Die Haltung ötr Karteien.
Berlin, 11. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Heber den Verlauf der Verhandlungen oes gestrigen Nachmittags wird noch mitgeteilt: Reichskanzler Marx hat nachmittags 3 Uhr die Führer der Koalitionsparteien empfangen, die daraufhin wiederum Fraktionsfitzungen abgehalten haben. Die Sitzung des Zentrums war derart schwach besucht, daß kein Beschluß gefaßt werden konnte. Die Demokraten legen Wert auf die Feststellung, daß Vie Erklärungen ihrer Fraktionsvcrtreter, sie hielten eine Regierungsumbildung zur Zeit nicht für erwünscht, die Meinung auch der Fraktion ist. Die Fraktion der Deutschen VolkSpartri ist gestern nachmittag nicht zusammengctreten. Für sie, so sagt man in
Die Krisenlust.
Was wird aus den Regierungen?
Die Frage der Umbildung des Reichskabi- netts ist seit Wochen in der Schwebe, und in den letzten Tagen ist sie besonders wandlungsfähig gewesen. Das Spiel zwischen den Parteien, — ' rechts und links — oder rechts — oder links — oder Mitte — ist für die Zuschauer sehr unterhaltend, und wenn wir in England wären, wür. den wir nm das schließliche Ergebnis wetten. Aber für die Politik und das öffentliche Leben ist dieser schwankende Zustand keineswegs förderlich. Wollen wir uns klar machen, was eigentlich in den letzten Wochen geschehen ist, so sehen wir, daß der Reichskanzler Dr. Marx zunächst versuchte, eine Regierung auf breiter Basis, also einschließlich der Deutschnationalen und der So- zialdemokraten, zu bilden, aber ohne Erfolg, weil von rechts wie von links gleichmäßig heftiger Widerstand einsetzte. Der zweite Versuch aalt der Heranziehung nur der Deutschaationa- len, wogegen sich aber die Sozialdemokraten nehst Demokraten mit dem halben Zentrum wandten, so daß ein zweiter Fehlschlag entstand. Gleichwohl sind die Versuche noch nicht zu Ende, denn die Parteien spielten mittlerweile gegeneinander wie auf einem Schackchrett und sannen immer wieder auf neue Züge. Nachdem gestern vormittag ein Berliner Telegramm meldete, daß die Parteiführer der Linken die Erweiterung nach rechts nicht für zweckmäßig hielten, weil die Bedingungen der Rechten für sie nicht annehmbar seien, berichtete ein Telegramm am Nachmittag, die Deutschnatio- na len hätten mitgeteilt, daß sie die Richtlinien des Kanzlers als Grundlage für weitere Verhandlungen geeignet hielten. Bis Freitag abend stand also die Sache so, daß dem Widerstand der Linken durch dieseErklärung die Stoßkraft genommen ist. Trotzdom ist damit nicht gesagt, daß die Regierungserweiterung nach rechffs nun sicher sei. Die Deutschnationalen haben ja noch nicht die Richtlinien des Kanzlers anerkannt, sondern sie erst als V e r h a n d l u n g s g r u n d l a g e - bezeichnet. Was nun Zustandekommen wird, - muß abgeivartet werden. ,
gratverkrümmung durch geeignete orthepädftche Hebungen entgegengewirkt werden, insbesondere in den großen Mengen der leichteren Fälle, die dadurch in ihrer Weiterentwicklung zu schweren normen aufgehalten werden können. Unbedingt notwendig ist es, wie der Erlaß besagt, daß die Turnlehrer und -Lehrerinnen
in geeigneter Weise für die -Abhaltung orthopädischer Turnübungen v o r ge b i l - e t werden. Hierbei muß jedoch nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß der Turnlehrer unter kernen Umständen in ärztliche Fragen einzugreifen hat. Er kann auch nicht darüber bestimmen, welche Kinder am orthopädischen Turnen teilnehmen sollen. Seine Ausbildung soll ihn nur dazu befähigen, die für den Krästezustand der Kinder geeigneten Hebungen zu kennen, sie richtig ausführen zu lassen und dem Schularzt sachgemäße Auskunft bei der gesundheitlichen Weber» wachung der Kinder zu geben.
Die Auswahl der Kinder
sirr das orthopädische Turnen hat nur der Arzt ju treffen. An der preußischen Hochschule für Leibesübungen in Spandau ist der Unterricht im orthopädiichen Turnen wieder aufgenommen, sodaß bereits heute wieder eine Anzahl methodisch durchgebildeter Turnlehrer und Lehrerinnen zur Verfügung steht. Für das orthopädische Schulturnen sind grundsätzlich komplizierte und teure Apparate nicht zu verwenden. Der Minister fordert die genannten Stellen auf, die Gemeinden und Schul verbände erneut auf den Wert des orthopädischen Turnunterrichts als Vorbeugungsmittel gegen Rückgratverkrümmungen hinzuweisen und seine Einführung nach Möglichkeit zu fördern. Geeignete Lehrkräfte können durch die Landesturnanstalt in Spandau nachgewiesen werden. Nur solche Kinder dürfen am otthopädischen Turnen teilnehmen, die auf Grund eines amtsärztlichen oder schulärztlichen Ältestes vom Turnunterricht befreit sind und nach Auslage des Arztes am otthopädi- schen Turnunterricht teilnehmen können. Für solche Kinder ist die Teilnahme an diesem Unterricht verbindlich. Einem Widerstand der Eltern wird durch Auftlärung über das Wesen des orthopädischen Turnens und durch Einwirkung auf die Etternbeiräte zu begegnen fein. Staatliche Mittel können nicht bereitgestellt werden.
Heber die Einführung des orthopädifchen Turnunterrichtes an den Schulen hat der preußische Kultusminister Dr. Bülitz an die Provinzschulkollegien und Regierungen einen Erlaß gerichtet, worin auf Grund wissenschaftlicher Gutachten darauf hingewiesen wird, daß das orthopädische Turnen ein Vorbeugungsmittel gegen Rückgratverkrümmung bilder. Eine große Zahl von Kindern in Deutschland neigt zu Verkrümmungen der Wirbelsäule und es beisteht die große Gefahr, daß der stundenlange Sitzzwang in der Schule zu einer dauernden Verkrümmung des Rückens führt, die dann häu.
Llm Öen VMerbunö.
Englische Mahnung an die deutsche Regierung. (Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 11. Oft.
Wie wir ans dem Auswärtigen Amt erfahren, hat die englische Regierung die Reichsregierung ermahnt, ihre Entschließungen in der Völkerbundfrage nach Möglichkeit zn beschleunigen. Rus diesem Grunde ist auch dir englische Antwort auf das deutsckre Bölker- bulldr-emorandum so abgefatzt worden, daß Deutschland in die Lage versetzt wird, baldigst einen Znlassungsantrag an den Völkerbund zu richten. Die englische Antwort nthält positive Zusagen an Deutschland, die nicht allein die Sicherstellung eines deutschen Sitzes int Völkerbunds rat betreffen, sondern auch ändere wichtige Fragen der deutschen Regierung günstig beurteilen. Wir glauben insbesondere darüber unterrichtet zu sein, daß die englische Regierung die deutsche Anfrage wegen eines Mandats über die früheren deutschen Kolonien in durchaus zustimmendem Sinne beantwortet hat.
Verzettelung öer Strafte
Berlin, 11. Oktober. (Privattelegramm.) Zu der Vertagung der Verhandlungen über eine Regierungserwriterung aus Dienstag schreibt die „Germania": In der Regierungsfrage stand man gestern abend glücklich wieder da, wo man am 29. August begonnen hatte. Klar geworden ist nur, daß der Gedanke der großen Volksgemeinschaft von der Sozialdemokratie bis zu den Deutschnationalen gescheitert ist. Den Versuch zu dieser Volksgemeinschaft hat Reichskanzler Marr nicht nur auf Grund eines ausdrücklichen Beschlusses des Parteivorstandes unternommen, sondern auch in der richtigen Erkenntnis, daß eine ausgleichende Zusammenfassung aller arbeitswilligen und verantwortungs- sähigen politischen Gruppen, für die nächsten Ausgaben der deutschen Politik segensreich gewesen wäre. Der deutsche Parlamentarismus verzettelt sich in parteipolitischer Taktik und die Lektüre der höchst bewußt formulierten Par- teierklärungen sticht traurig ab, von der viel geringeren Bewußtheit, mit der die wirftich drängenden Fragen in der Taktik verschwinden. Es ist schade, daß die besten Entwiirfe durch sie so zerstäubt und unfruchtbar werden.
Der Geist in der Turncrschast.
Im Verlauf der Würzburger Tagung der Deutschen Turnerschaft (über die kurz berichtet wurde) hielt Studiendirektor Dr. Neumdoffs« Mühlheim einen Borttag über „Den neuen Geist m der Teittschen Turnerschaft" worin der Vortragende eine Abkehr von den Erscheinungen des Materialismus und von dem Heberwiegen des Technischen im Vereinsleben empfahl und dafür Verinnerlichung des Turngedankens und die Rückkehr zu dem reinen Turnenwollen eines F. W. Jahn verlangte. Die Turnerjugend müßte mit allen Kräften gefordert werden, weil sic berufen sei, den Turngedanken zu vertiefen und mit Idealen zu erfüllen. (Lebh. Beifall). — Tie Erledigung von Anträgen auf der Tagung in Würzburg über die Abhaltung der Meister- schastZkämpfe in allen turnerischen Uebungsarte» und Spielen u. a. über die Frage der Austragung einer Fußballmeisterschaft der Deutschen Lurnerschast wurden dem Turnausschuß übertragen. Angenommen wurde ein Antrag, für dir Vorturnervorführungen und Wettkämpfe eine
Bolkstumsprüft-ng und AnfklärungSstunden einzurichten, ebenfo die Schaffung eines Sei» tungsbuches der D. T. In die Satzungen wurde eine Bestimmung aufgenomm-m, wonach ver» "uchsweise für den nächsten deutschen Tuvaiag ans jedem Turnkreis auch eine Turnerin als vollberechtigte Vertreterin entsandt werden soll, Damit das weibliche Geschlecht in Fragen des
Berlin, 11. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) i Erst mn Von der innerpolitischen Krise ist heute zu mel- Fraktion den, daß die nenerlichcn Besprechungen zwischen teicn wü dem Reichskanzler und den Parteiführern, die am Dienstag fortgesetzt werden sollen, sich auf keiner andern Grundlage bewegen als bisher. Neue Fragen sind auch durch die gestrigen Beschlüsse innerhalb der Fraktionen nicht in die Aussprache getragen worden, da noch immer Sozialdemokraten und Demokraten daraus beharren, keine Regierungskoalition mit den Deutschnatiormlen zu bilden. Infolgedessen versprechen auch die neuen Verhandlungen des Reichskanzlers, die immer zuerst mit de» Sozialdemokraten und dann erst mit der parlamentarisch stärksten Partei, den Deuffchnationale» geführt werden, keinen andern Ausgang als ihn alle bisherigen Besprechungen genommen haben. Die Gesamtlage bleibt also vollkommen unge-
ftfl noch zu anderen Krankheiten Veranlassung gibt. Manchmal wird die L n ng e in ihrer Entfaltung gehemmt und wird der Sitz tuberkulöser Erkrankungen. Auch das si .....
Nach dem Gutachten der wi tation für das Medizinal):
ihren Kreisen, ist kein Anlaß oorhcnrdcn gewesen, nochmals eine Sitzung abzuhalten, da ihr Standpunkt völlig gegeben wäre: Regierungscrweijc- —.. -.....„-----------
runfl durch Hinzuziehung der Deutschnationalen.Ispätere Zeit zu vertagen.
Berlin, 11.