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saumstet 240. 10 er. »«««« isw. Sonnabeud. 11. Oktober 1924. einKtnumm« 10 er. se««i«os 15 er. 14. Jahrgang

Kasseler Abendzeitung

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Neue Versuche im NeichSkabinett.

Europas. Nachdem dann

Folgen des Franken-Sturzes Zulage-Forderung der französischen Beamten.

Parlament vorgelegt ezeichnet dann den

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(Eigene Drahtmeldung-l

Paris, 10 Qktober.P

Im Wnanzministcrinm fand gestern, da sich teiS Gerücht Verbreiter hatte, dir Regierung wolle sfeii Beamten ohne Unterschied des Grades eine Aufbesserung um 1080 Franc» im Jahre gewähren, eine Protestrundgcd'.ing statt. Etwa zweihundert Beamte vereinigten sich, nahmen eine energische Protestresolution an und begaben nd; zürn Finauzminister. Dieser erklärte, daß das Gerücht von einer einheitlichen Regelung der Le vensmittelteuerungSzulagen falsch sei, dass aber die von den Beamten geforderte Erhöhung von 1800 Francs, also ein Mindestgehalt von 6900 Francs, angesickstS der Finanzlage nicht zngc- standen werden könne.

Las neue ün$er6cii£!

London. 10. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Im Buckingham Palast fand gestern abend ein Geheimer Rai statt, in besten Verlaus die Proklamation für die Auflösung deS Unterhauses unterzeichnet wurde. Diese setzte daS Datum für den Zusammentritt des neuen Parlaments auf den Ist. November an.

Neuwahlen in England

Nach dem Sturz des Kabinetts Maedonald.

Abschluß englisch-russischer Verträge als ein not­wendiges Element für die allgemeine Seine» düng und die wirtschaftliche Wiederherstellung dann die Grenzstreitigkeiten im Irak und der Abbruch der Verhandlungen mit Aegypten erwähnt worden sind, heißt es weiter, daß trotz der schwierigen Lage des Handels eine deutlich! Besserung in ver­schiedenen wichtigen Industrien eingetreten sei. Die Thronrede erwähnt die Ereignisse, die zur Parlamentsauflösung führten, nicht.

chen In parlamentarischen Kreisen bezeichnet man allgemein den heutigen Tag als den Wende­punkt der Regierungskrisis. Wie die Demo­kraten würde cs mich das Zentrum be­grüßen wenn es möglich wäre, diebishrrige Koalition zunächst beizubehaltrn. Einen Ausweg ouS den Schwierigkeiten erblickt man in ZcntrilmSkreisen ferner in der Möglichkeit der Bildung eines überpa rtcilichen Kabinetts hervorragender Persönlichkeiten. Der übergroße Teil der Zcntrumsfraktion hält eine Auflösung des Reichstag für wenig zweckmäßig, weil eins grundlegende Aenve- rung der Parteikonstellation nicht erfolgen würde.

London, 10. Oktober. (Eigene Drahtmeldung., Macdonald teilte gestern nachmittag im Unter- Hause mit, daß das Parlament aufgclöst werde. Er erklärte, er bedauere, daß die gestern von zwei Oppositionsparteien unternommene Aktion eine allgemeine Wahl unvermeidbar maäje. Er hatte deswegen gestern vormittag eine Audienz beim König und beantragte die Parla­mentsauflösung. Der König ermächtigte ihn, mitzuteilen, daß er einverstanden ist. Diese Mitteilung wurde von Seiten der Arbeiterpartei mit lauteii Beifallsrufen begrüßt. Der Premier­minister fügte dann hinzu, daß er bei seinen weiteren Maßnahmen sich im Einverständnis mit allen Parteien des Hauses glaube, wenn er fick bemühe, ein Zusammenfällen mit den Go- meindewahlen, die Anfang November stnttfin- dcn, zu vermeiden Die Regierung fei sehr be­müht. die Unbequemlichkeiten einer allgemeinen Wahl aus ein Minimum zu beschränken und hätte gewünscht, daß es möglich wäre, die allge­meine Wahl vor den Gemeindewahlen abzuhal- tcn Die Auslösung gestern bedeutet, daß Sie Neuwahl am 29. Oktober stattfindet.

Wann de« Wahlkampfe«.

London, 10. Oktober (Eigene Drahtmeldunz.) Ter Wahlseldzug ist bereits im Gange. Macdonald tritt eine Rett« durch die Fndu- striezentren Englands an In seiner gestrigen Kampfrcde sagte Macdonald unter anderem: Wir nehmen dir Herausforderung an und wer­den unser» Gegner aus feder Rednertribüne im Lande beschuldigen, daß sie das Land zu Aus­gaben und in die Verwirrung eines Wahlseld- zuges geführt haben. Unsere Mission ist noÄ nidit beendet Schon jetzt teilt man mit, daß die Konservativen 500 Kandidaten aufae- stellt haben die Liberale.» 350 und die Ar- beiterpartei 500. Von den letzteren werden 192 wieder kandidieren. Außerdem seien bereits 176 neue Kandidaten genehmigt, während wei­tere 150 in den nächsten Tagen anfgesteMverden.

Laben sich auf diesem Kriegsschauplatz vorzüglich bewährt. ES stehen etwa hundertfunfzig Aero­plane und Seestugzeuge im Dienst. Niedrig fliegend, führen diese Flugzeuge oftmals be­drängten Posten Bror, Säcke mit Eis, Munition und Feldausrüstung zu. Das System der uocrall verstreuten Einzelvosien fordert viele Opfer un­ter deu Piloten, die sich ihrer Aufgabe nut der größten Selbstverleugnung unterziehen und manches zertrümmerte Flugzeug verrostet auf den Hügeln des Riffs. Rur eine grundlegende Acndcrnng der spanischen Kriegführung wird

Derles-lng der Thron rede

London. 10. Oktober (Eigene Drahtmcldung.) Das Unterhaus nat nach einer Pause um 6 Uhr wieder zusammen, und die Mitglieder, geführt von dem Sprecher, dem Premierminister und dem Führer der Opposition Baldwin, gin­gen feierlich zum Oberhaus, um der Vor­lesung der Thronrede, die die Vertagung ausspricht, beizuwohnen. Die Mitglieder des Unterhauses kehrten d«nn ins Unterhaus zurück, wo die Thronrede vm» dem Sprecher nochmals verlesen und die Vettagung formell verkündet wurde. In der Thronrede beißt es, unmittel­bar nach erfolgter Verständigung zwischen den französischen und britischen Delegationen in Genf habe die Völkerbundversammlung einen Vorsch lag für das Schiedsgericht und die Sicher­heit formuliert und damit einen bedeutenden gen ist, im besonderen die als höcksst unbequem empfundene Anleihegarantie, dürften die gefähr­lichste Einbruchsstelle für den gegnerischen An­sturm bilden. Macdonald und seine Freunde werden ihrerseits großen Wert auf die auch von den Gegnern anerkannte günstige Gestaltung des Staatshaushalts legen und die aller­dings nicht restlos befriedigenden Erfolge >n der Außenpolitik und Re p a r al i o n s p o l i- t i k darlegen. Immerhin hat die jetzt gestürzte Regierung bewiesen, daß sie eine Macht ist. daß das nationale Interesse Großbritanniens der Labour-Partei über alle internationalistischen Gedankengänge geht und daß die Zukunft mit diesem nationalen Sozialismus wie er sich hoc- ausgcbildet hat, rechnen muß.

tim das Rkichskobmett.

Die Bemühungen des Kanzlers sind gescheitert, (Privat-Telegramm.)

Berlin. 10 Oktober.

Die Lage ist folgende: Reichskanzler Dr. Marx hat den Gedanken der Volksgemein­schaft aufgegeben nachdem die Sozial­demokraten sich liegen die deutschnationalen For- dorungen erklärt haben. Die Deutsche Volkspartei verlangt eine Erweiterung nachrechts. Nach wie vor ist die Lage völlig ungeklärt. In den gestrigen Abendstunden fan­den im Reichstag noch verschiedene interne B c - sprcchungcn zwischen einzelnen führenden Persönlichkeiten der bürgerlichen Fraktionen statt. Sowohl die Vertreter der Tcutschnatio- nalen wie die der Deutschen Bolkspartei und des Zentrums haben die neue Lage besprochen nnd vor allem die Frage erörtert, ob tS dem Kanzler möglich sein werde, persönlich die Füh­rung einer Regierung der Bürgcrblockc« zu übernehmen. Die gestrige KabinettS- sitzung dauerte mehr als zwei Stunde». Wie wir hören, wurden alle MöglicPeftcn der Re­gierungsbildung besprochen. Der Reichskanzler besteht daraus, ein parlamentarisches Kabinett zu bilden und er wird seine Bemühun­gen fortsetzen, die Fraktionen für ein parlamen­tarisches Zusammenarbeiten zu gewinnen.

r^rarre

Berlin. 10. Oktober. (Privattelegramm.) Der Reichskanzler Hai angekündiqt. daß er im Lause dcS heutigen Tages die Führer der KoalittonS- parleien zu neuen Besprechungen zu sich laden wird, um die weiteren Schritte zu bcspre-

Vor der deutschen Anteths.

Weitere Beratungen in London.

(Eigene Drahtmcldung.)

London, 10. Oktober.

Die Unterredung der Bankiers über die deut­sche Anleihe wurde gestern fortgesetzt. Die fra n- zösischcn Bankiers hatten Abends eine Besprechung mit dem Direktor der Bank von England. Später wohnten der Unterredung auch Delegierte Spaniens. Deutschlands, der Schweiz und Schwedens bei. Eine Ei­nigung in allen Punkten ist noch nicht erzielt. Ans eine Anfrage im Unterhause, ob alle Alliier­ten an der beutfdjcn Anleihe beteiligt würden, sagte Schatzlanzler Snowden, es verlaute, daß die Verhandlungen von der deut sitzen Regierung mit diesem Ziel geführt würden. Er hoffe, daß entsprechende Beteiligungen gesichert würden.

Englands Negierung.

Rach Macdonalds istur$

Formal gesehen ist es ein einziger Zwischen­fall und nicht einmal ein sehr bedeutsamer, der die Abstimmungsniederlage der eng'ischen Re­gierung herbeigeführt und den Entschluß zur Auflösung des Parlamentes gezeitigt hat. in Wirklichkeit ist es natürlich nicht der Fall Camp­bell, letzten Endes auch nicht die hinter diesem Fall stehende Entscheidung über den Rußland- Vertrag gewesen, der die Regierung zu ihren folgeschweren Entschlüssen veranlaßt Hai. Das in jahrhundertelanger Geschichte politisch ge­schulte und mit natürlicher staatspolitischer Be­gabung gesegnete englische Volk ist es von jeher gewohnt gewesen, Führung an leitender -stelle zu sehen und eine klare Herausarbeitung der Entwicklungslinie. Das Zweiparteien- s y >st e in, das den parlamentarischen Schacher und die Behinderung schöpferischen Handelns durch ständige Kompromisse ausschaltete, das die Ver­antwortung nicht auf unendlich viele Schullern verteilte und damit letzten Endes beseitigte, wie cs im Deutschland der Nachkriegszeit der Fall ist, hat sich auch den Führern der jungen Partei der Arbeit als ein ideales Ziel eingcprägt.

Die Behinderung freier Willcnsentwickiung durch das im Augenblick taktisch notwendige Bündnis mit den Liberalen ist von Macdonald und feinen Freunden von An­fang an als ein unnatürlicher und unerfreuliche; Zustand empfunden worden. Verschärft wurde dies Gefühl der Unfreiheit noch dadurch, daß d e Liberalen jede Gelegenheit benutzten, um den ArbeilZMrteilern ihre Abhängigkeit ins Bewußt­sein zu rufen. So entwickelte sich denn inner­halb der Regierung ein Zustand ausgesprochener Gereiztheit gegenüber den Liberalen, mit denen eigentlich nur gewisse handelspolitische Inter­essengemeinschaften im Anfang ein Bindeglied bildeten. Ter konservativen Opposi­tion ist Macdonald immer mit betonter Höf­lichkeit und Achtung gegenübergetreten. So ist es denn letzten Endes die Absicht des englische!'. Ministerpräsidenten, im Wahlkampf die Libera­len möglichst zu schwächen, um eine Art Zwei­parteiensystem praktisch wieder herbcizu uy:cn. Klarheit und nichts anderes wünscht Macdonald und mit ihm das englische Volk, das mit Schau­dern in den alten geheiligten Parlamentshallcu bereits die Entart ungserkcheinun gen des Parlamentarismus bemerkt bat, die für andere Staaten, insbesondere für Deutsch­land geradezu kennzeichnend geworden sind

Der Rücktritt der Regierung war ein freiwil­liger Im lehren Augenblick haben die Libera­len, die, in berechtigter Sorge wegen ihrer Wahlaussichten, Angst vor dem eigenen Mute be­kamen, der Regierung eine Brücke zu bauen ver­sucht. Der Fall Campbell stand zur Verhand­lung. Dieser Kommunistenführer hatte aufrei­zende Artikel geschrieben, die sich im besonderen gegen die Disziplin im Heer; richteten. Der Staatsanwalt war eingeschritten, hatte dann aber daS Verfahren eingestellt, wie es hieß, unter dem unzulässigen Eingriff der Regierung. Die Regierung ließ, zum Teil durch den verantwort­lichen Staatsanwalt, darlegen, daß politiiche Gründe bei dem Entschluß der Staatsanwalt­schaft nickt maßgebend gewesen seien. Die Op­position ließ sich durch die vorgebrachten Erklä­rungen nicht befriedigen. Lag es an sich doch nabe, daß der Vertreter der Regierung, die einen Vertrag mit Sowjctrußland zum Mit­telpunkt ihrer Außenpolitik gemacht hatte, aus politischen Gründen keine Verstimmung Moskaus wünschte. Die Liberalen wünschten einen Unter­suchungsausschuß, nachdem sie sich gegen den kon­servativen Mißtrauensanträg ablehnend verhal­ten hatten. Macdonald beschritt nicht diesen Ausweg aus der Enge. Er erklärte den Anrrag auf Einsetzung eines Ausschusses für gleichbedeu­tend mit einem Mißtrauensantrag und holte sich eine Niederlage von 364 gegen 188 Stimmen Der nächste Schritt war der Gang zum König, um die Auklösurgsorder zu erwirken

Das englische Volk wird nun ckicht über den Fall Campbell, über den unbedcutcnden Aussatz eines bisher so gut wie unbekannte» Mannes in einer bedeutungslosen Zeitschrift und die Stei­lung der Regierung zu diesen nebensächlichen Dingen, sondern über die Gesamtpolitik der cnzli'chen Regierung zu befinden haben. ES ist begreiflich, daß Macdonald den von ihm ge­wählten Auflösungsgrund als angenehmer emp­finde! atS die in der näckssten Zeit ihm drohen­den Abstimmungsniederlage über den bis in Sic Kreise der eigenen Parteien hinein unpopulären Rußlandvertrag. So wird Macdonalds Partei im Wahlkampf mehr die Gesamtpolitik in­ner Regierung in den Vordergrund Meben Ibnee».

Die Opposition dürste in der Gestaltung der Aahlplattjorm Sem englische» Premierminister nicht den Gefallen tun, den Rutzlsndvcrttag im Gesamtbilde der Tätigkeit Macdonalds zuruck- tretfn ,u lasse». Die keineswegs günstigen Klau­sel». die die Regierung feiner grohoritannischen Majestät mit den Sowjctmachthabnn emgegaa-

Der Spanier-Krieg.

Wie die Marokkaner kämpfen.

Die Sefolglofigler« d-r Spanier tut Kampf gegen die aufftiinBifiDcu Maroklaner ist auffallend, crkliire sich aber au« der Me< rhode der marokrantsthen KrtegSführung.

Tie Kämpfe in Marokko, die seit dem Jahre 1809 immer wieder aufflammen und jetzt in größerer Heftigkeit entbrannt sind, lenken die Aufmerksamkeit aus die durch die besondere Be­schaffenheit des Landes, wie durch die Kriegsgewohnheiten der Einheimische» bedingten Schwierigkeiten der Kriegsführung. In kaum einem anderen Kriegsgebiet herrscht, so führt ein Berichterstatter derTimes * aus, eine fo vollkommene Ungewißheit über die an den Kämpfen beteiligten Truppen wie bei den Marokkanern. Selbst die Namen ihrer Führer sind unbekannt mit Ausnahme von Abd el Krim und feinem Bruder, dem ehemaligen Studenten der Bergbau-Ingenieurschule in Madrid. Diese beiden stehen an der Spitze der Rh ff - Ka- bylen, die in ihrer ungezügelten Wildheit sich mit erstaunlicher Schnelligkeit an einem Punkte zu sammeln und ebenso wieder zu verstreuen verstehen. Ein französischer Bericht erwähnte einmal eine Ansammlung von lausend Mann; aber Wd el Krim versicherte einem Engländer, daß er ein einziges Mal im Lause aller Kämpfe etwa siebenhundert Mann beisammen gehabt habe; dies war bei Tizza im Jahre 1921 der Fall, als er Transporte an mehreren aufeinan­der folgenden Tagen an der Erreichung ihres Bestimmungsortes verhinderte, bis endlich ein Aufgebot von zwölftausend Mann gegen ihn ins Feld gestellt werden mußte. Die Schlacht, die daraufhin entbrannte, hätte zweifellos trotzdem wieder mit einer Niederlage der Spanier geen­det, wenn nicht der General Cavalcanti seine persönliche Tapferkeit eingesetzt hatte. Tie bei den Marokkanern übliche K am pfesweise besteht darin, nahe einem feindlichen Posten auf der Lauer zu liegen und sobald sich ein Trans­port nähert, das Feuer zunächst auf die Maul­tiere der Bedeckung mancher Transport zählt bis zu fünfhundert zu eröffnen.

Mit modernen Gewehren können sie dies auck auf große Entfernungen tun, aber die Nifflcute verstehen es auch, ver­borgen zu bleiben, bis die Feinde ganz nahe sind. Selten nur versuchen sie es. einen spani­schen Posten anzugreifen, bevor sie mit den ein­heimischen Truppen, deren sich die Spanier in stets pachsendem Maße bedienen, unterhandelt haben; diese räumen dann beim ersten Schuß das Feld. Unter türkischen und deutschen In­struktoren haben die Riff-Leute die Bedienung der hundertfünfzig spanischen Geschütze ge­lernt, bie sie im Jahre 1921 den Spaniern abge- nommcn haben u. von denen einige noch heute im (Rckrauch sind. Auch Handgranaten wer­den bisweilen des Nachts gegen die spanischen Posten geschleudert, wenngleich häufiger Steine, begleitet von Schmähreden, als Wurfgeschosse verwendet werden. Das Feuer, das mitten in die marschierenden Truppen über die Koche der Vorhut und der Patrouillen hinweg gerichtet wird bewirkt ein Auscinandertreibeii der spani­schen' Kräfte, die daun in das Feuerbcreich an­derer marokkanischer Gruppen kommen.

Die Bodenbeschafscnheit deS Landes, das meist hügelig, aber dennoch offen, strecken­weise mit verstreutem Buschwerk bedeckt ist, be­günstigt diese Art der unzusamme-ihängenden Kriegssührung bei der ein Dutzend Angreifer ein ganzes Bataillon in Atem halten kann. Der erfolgreichste Augenblick der Kampftage tritt Oft die Marcftgncr dann ein, wenn sich die spani­schen Truppen von ihnen loszulösen suchen; die spanischen Offiziere und Mannschaften furchten die Verluste des Rückzuges wett mehr alz die des Angriffes. Bei einer solchen Kamp- fcSftrhrung hat die Artillerie natürlich nur einen sehr beschränkten Gefechtswert. wenngleich !'.e van den Spaniern in überreichem Matze verwen­det wird Die Marokkaner sind, trotz des Man­gels an Schrapnells, kein unebcnbnrtigcr ^S- ner Leichte Kavallerie kann bei richti­gem Gebrauch den Spaniern sehr nützlich wer­den. denn sie kann schnell einer feindlichen Stel­lung in die Flanke fallen und auch wichtige K undschaftcrdienste leisten.

Tic spanischen Luftfireitkräfte