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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
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Nummer 238. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. Donnerstag, 9. Oktober 1924. Einzelnummer 10 *f, Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang
Weitere Unklarheit im Reichskabinett.
tim den Korridor.
Polen befürchtet eine Krise.
Polen, der neuerftandene Staat, singt immer noch das alte Nationallied, dessen einleitende Worte unter den heutigen Umstünden etwas resigniert Gingen: Noch ist Polen nicht verloren. Dieses in den Jahren der Fremdherrschaft entstandene Lied gewinnt in seinen iAngangswor-- ten wieder Gegenwartsbedeutung, nachdem der Freudenrausch des neu errungenen Besitzes mit beträchtlichen Werten des Besitzes selbst so gut wie verschwunden ist. Noch ist das neue Polen tatsächlich nicht verloren. Wer die Zeichen eines kommenden Zusammenbruches mehren sich tatsächlich für die Warschauer Regierenden beängstigend. Man hat in Polen selbst kein rechtes Zutrauen mehr in den Staat, seitdem die wirtschaftliche Lage sich mit jedem Tage verschlechtert und von innen und außen sich die bedrohlichsten Gewitterwolken zusammenballen. Besonders nervös ist man naturgemäß an den schon dem Landkartenbilde nach gefährdetsten Stellen des Reiches, im K o r r i d o r. In der öffentlichen Meinung auch der Ententestaaten beginnen in zunehmendem Maße Stimmen laut zu werden, die auf die innere Unmöglichkeit dieses Korridorgebildes Hinweisen. So sind denn in den letzten Tagen im Korridor eine ganze Reihe von Protestversammlungen gegen die anscheinend bereits als sehr gegenständlich empfundene Gefahr einer FriedenSvertragsrevl- ston im Hinblick auf den Korridor abgehalten worden.
Der Korridorgedanke ist aus dem Bestreben der Friedensdiktatoren entstanden, eine Kompromißlösung zwischen den auf ganz Westpreußen und Ostpreußen sich erstreckenden polnischen Wünschen und den tatsächlichen für Deutschland sprechenden Verhältnissen zu finden. Man glaubte außerdem mit Hilfe des Korridorbezir- kes die tatsächliche Polonisierung Danzigs fördern und Danzig zu einem rein polnischen Hafen machen zu können. Die Entwicklung ist andere, Wege gegangen. Danzig hat seinen deutschen Charakter mit Erfolg verteidigt. Trotzdem ist der polnische Handel den Weg über Danzig gegangen, und man fragt sich unwillkürlich, warum unter diesen Verhältnissen der Korridor noch aufrecht erhalten wird, der für den polnischen Handel, wie es doch sein Ziel war, nicht die geringsten Vorteile hat, den Durchgangsverkehr Mischen dem Reiche und Ostpreußen aber unendlich erschwert und ’.m deutschen Fleische einen Pfahl m schmerzhafter Wunde darstellt. Ist doch der Ausbau des polnischen Hafens Gdingen zum Handelshafen angesichts der vorliegenden natürlichen Verhältnisse und der Nähe des Danziger Hafens ein Ding der Unmöglichkeit. Die Vorstellung, als müsse der Handel einen durch die Landesfarben gewiesenen Freiweg haben, hat sich als irrtümlich herausgestellt. Folgerichtig hätte man vom Korridorgrundsatz ausgehend bann auch der Tschechoslowakei einen Weg von Bodenbach bis etwa Hamburg geben müssen.
Ihre besondere, von Polen als unmittelbare Bedrohung empfundene Bedeutung gewinnt die Korridorftaqe im Zusammenhang nut der wirtschaftlich-politischen Gesamtentwicklung des letzten Jahres. Alle Reichtümer, die dem jungen Polen durch die Entente aus Kosten Deutschlands in die Wiege gelegt worden sind, können heute als restlos verwirtschaftet gelten. Man spricht in Polen ganz offen darüber, daß sich inländische und ausländische Nutznießer in den Raub geteilt haben. Das von Deutschland übernommene Eisenbahnmaterial ist verbraucht, die Ausbeutung der reichen Booer- schätze haben sich zum größten Teil ausländische Kapitalistenkreise gesichert. Die Lebenshaltung ist in Polen zur Zeit so hoch, wie in keinem anderen Lande Europas. Die oberschlesischen Gruben und Hütten liegen still. Um nur die Steuergelder einzutreiben, muß, wie kürzlich in Laura- hütte, zu Pfändungen geschritten »erben..
Zu diesem Zeitpunkte nun ist im Osten ‘ ine neue Gesahr heraufgewachsen. Die von Weißrussen und Ukrainern bewohnten Gebiete befinden sich in offenem Aufstand. Trotz strenger Grenzabsperrung geht der natürlich von Rußland geförderte Bandenkrieg unentwegt weiter. Zu größeren militärischen Anstrengungen fehlt bas Geld. Ein dementsprechender Pumpversuch hat kürzlich in Paris wenig Gegenliebe gefunden. Außerdem scheut man sich, die Westgrenze von Truppen zu entblößen. Besonders düster wird die Zukunft noch von der Furcht vor einer französisch-russischen Annäherung über» ichatiet. Nur über Polen hinweg können Frankreich und Rußland zueinander kommen. Daß man angesichts der niederträchtigen Behandlung die man auch der deutschen Muderheit hat zuteil
werden lassen, für den Fall eines allgemeinen Zusammenbruches, ernste Ereignisse im Korridor und in Oberschlesien befürchtet, ist ein Beweis des vorhandenen außerordentlich schlechten Gewissens. Es ist tatsächlich recht windig geworden tot polnischen Korridor.
Ungewisse Kabinettfragen.
Die Beratungen der Regierung u. der Parteien.
(CEigenet Drahtbericht.)
Berlin. 3. Oktober.
Dio vom Reichskabinett angenommenen Richtlinien gehen am Donnerstag oder Freitim der Lösung zu. Sie sollen für die fer- nere Zusammenarbeit zwischen Regierung und Parlament maßgebend sein. Es wird versichert, daß das Kabinett keinen Rücktritt oder keine Auflösung des Reichstags bisher erörtert hat. Das Reichskabinett ist für heute abond 9 Uhr einberufen, um aus den Stellungnahmen der Fraktionen weitere Entschließungen über die Haltung in der Kabinetts- frage zu treffen. Die Deutschnationalen kündigen bereits an, daß sie sich erst morgen z« den Vorschlägen des Reichskanzlers schlüssig machen wollen Die Entscheidung wird jedoch bei den Sozialdemokraten liegen, die am heutigen Mittag um 1 Uhr zusammentreten.
GteNunanahme der Parteien.
Berlin, 8. Oktober. (Eigener Informationsdienst.) Wie wir hören, stehen sämtliche Re- gierungsparteien, also auch die Deutsche Volkspartei, geschlosse>n hinter dem Reichskanzler Dr. Marx, sodaß eine Neubesetzung des Neichskanzlrrxostens nicht in Frage kommen kann Die Frage der Hinzuziehung der Deutsch- nationalen zur Regierungskoalition hängt nunmehr davon ab, oh die deutsch nationale Reichstagsfraktion die Richtlinien des Reichskanzlers grundsätzlich annehmen wird. Ist dies der Fall, so dürften auch im Zentrum keine wesentlichen Widerstände mehr gegen den Eintritt der Deutschnationalen in Betracht kommen, während vielleicht die Demokraten offiziell aus dem Kabinett ausscheiden werden. Sollte die deutschnationale Reichstagsfrattion dagegen das Programm des Kanzlers oblehnen, so müßte mit einem Scheitern der Verhandlungen über die Regierungsumbildung gerechnet werden. Bon volksparteilicher Seite wird übrigens betont, daß eine Auflösung des Reichstages zweifellos einen praktischen Ausweg aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten ifdjaffe.
e
Bedenken der D utseynotionaken.
Berlin, 8. Oktober. (Eigener Informationsdienst/ In den führenden deutschnationalen Kreifen beurteilt man die parlamentarische Situation ziemlich ernst A,ls den Richtlinien, die Reichskanzler Dr. Marx hinsichtlich der Umbildung des Reichskabinetts ausgestellt hat, hat man den Eindruck gewonnen, daß es unwahrscheinlich sei, eine brauchbare Berhandlungsgrundlage zu finden. Dio deutschnMonalen Führer find gegenwärtig daran, ein G e g e n v r o g r a m m auszuarbeiten, das die deuffchnationalen Mindestforderungen enthält Lehnen die Regierungsparteien ab, auf dieses Programm ciuzugehen, so würde man seitens der deutschnationalen Partei die Verhandlungen abbrochen müssen.
Deutschland und Völkerbund
Englands Antwort in der Beitrittsfrage.
(Eigene Drahtmeldnng i
Berlin, 8 Oktober.
Die englische Antwortnote ist in später Nacht in Berlin eingetroffen. Es handelt sich vorläufig um eine telegraphische Uebermiitlung durch die Botschaft in London. Der genaue Wortlaut ist durch einen Kuner unterwegs. Mit der Note wird sich das Kabinett heute abend befassen. Wie verlautet, wird daraus hingewiesen, daß die britische Regierung nicht den Völkerbund im voraus zu etwas verpflichten könne. Es werde von der Bölker- bundversammluna abhängen, welckzes die Bedingungen für die Aufnahme Deutschlands sein sollen Es sei jedoch sehr wahrscheinlich, daß es für Deutschland nicht schwierig fein werde, einen Sitz im Völkorbundrat zu erhalten.
Englands aggpttscheSorgen
Ablehnung der Forderungen Zagluk Paschas.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 8. Oktober.
. Der Wortlaut der vom Premierminister an den britischen Oberkommissar für Aegypten und den Sudan qeritotet.n Depesche ist gestern veröffentlicht worden. Es heißt darin: Im Ver
laufe der kürzlichen Besprechungen erhob Zaglul Pascha weittragende Ansprüche. Unter anderem forderte er die Zurückziehung aller britischen Streitkräfte aus Aegypten und den Verzicht auf die britischen Ansprüche, an dem Schutz des Suezkanals teilzunehmen. Der Premierminister habe Zaglul offen erklärt, daß keine brftische Regierung das Interesse aufgeben kann daß sie in der Bewachung jedes lebenswichtigen Gliedes in den Verbindungen des Reiches habe, wvbei sie besonders die in dieser Beziehung während des Krieges gesammelten Erfahrungen berücksichtige. Hinsichtlich des Sudans erflarte der Premierminister, die britische Haltung fei unverändert, aber Großbritannien sei bereit, die Sonderinteressen Aegyptens sicherzustellen. D'e Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Ordnung im Sudan übernehme die britische Regiemng, die alle hierzu notwendigen Maßnahmen ergreife Der Premierminister sprach die Hoffnung aus, daß bei gutem Willen eine Verständigung zwischen den beiden Ländern möglich sein werde.
DieAnleide-Derhandlungen
DieFleifchversorgung.
Bolksernähning und Viehbestand.
®fe diesjährig» schlechte Ernte stellt toiebe* da» Doltternährung in ben «Order.
in den Vordergrund, lieber die dadei in De- ttaw« kommende wichtige Fleisch-Dersoraung wird nn« nun das Nachfolgende berichtet: Auf dem Naturforscher- und Aerztetag in Innsbruck besprach Dr. Voth-Münster die unter Berücksichtigung der Kriegserfahrungen gewon- uenen neueren Ergebnisse der ernährungsphysiologischen Forschungen und insbesondere den gegenwärtigen Standpunkt des Reichsgesundheitsamts. Der Mensch braucht für seinen Be- triebsstosfwechsel kalorienreiche Nahrung in wechselnder Menge je nach der Art feiner Arbeit; er braucht aber durchschnittlich und unabhängig vom Beruf gleichmäßig etwa hundert Gramm Eiweiß täglich zum Aufbau tierischen Gewebes. — Wir befinden «ns im Maschinenzettalter und der Druck des Versailler Vertrages und des Londoner Abkommens treibt uns immer näher ins Maschinenzeitalter hinein, Brot, Kartoffeln usw. treten zurück und
Fleisch als Nahrungsmittel
Um die Beteiligung Frankreichs.
(Eigener Drahrb richi.l
Paris, 8. Oft.
Gestern vormittag hat unter dem Vorsitz von Herriot eine Konferenz von Bankiers stattgefunden, an der auch Finanzminister Eie- mentel teilnahm. Gegenstand der Beratung war die Durchführung des Sachverstärldigengutach- tens, namentlich im Hinblick auf die Beteiligung Frankreichs an der Achthundertmilltoll e na n l e i h e. Eine Delegation, bestehend aus dem französischen Berteter tir Sachverständigenkomitee Parmentier und den Bankiers Sergent und Sidon wird sich nach London begeben, um mit den englische» Finanzleuten und dem Reichs- sinanzminister Dr. Luther sowie dem Reichsbankpräsidenten Schacht zu verhandeln. Wie der „TempS" mitteilt, ist im Laufe der bisherigen Konferenz in erster Linie über den Grundsatz der französischen Beteiligung an oet Anleihe verhandelt worden und hierbei auch über den Anteil, der auf Frankreich fallen soll und den man in unterrichteten Kreise» auf drei Millionen Pfund Sterling schätzt. Schließlich werde sich die Konfernz mit der Frage beschäftigen, ob die Anleihe dem Publikum angeboten werden solle ober nur den französischen Banken.
*
Belgiens BekrMguno.
Brüssel, 8. Oki. (Telegr. Meldg) Mini- sterprästdent Theunis lud die Vertreter der belgischen Hauptbanken zu einer Aussprache ein, in der er ihnen zeigte, in welchem Maße Belgien an dem Ausfall der 800-Millio- nenanleihe interessiert fei. Auf den ausdrück lichen Wunsch Theunis versprachen die Bankvertreter der Regierung ihre Unterstützung. Eine neue Zusammenkunft findet heute in der Ratio nalbank statt, um die Modalitäten der Beteiligung Belgiens festzulegen.
Wirschafts-Beziehungen.
Deutsch-belgische Bertrags-Berhandlungen.
(Eigene Drahtmeldung.)
mit höchstem Gehalt an biologisch hochwertigem Eiweiß tritt zwangsläufig in den Vordergrund. Hiernach errechnet sich der Jahresbedarf an Fleisch mit Knochen und Fett bei 40 Prozent Schweinefleisch und 60 Prozent Rindfleisch mindestens auf 70 Kilo je Kopf der Bevölkerung, eine Menge, die vorher schxn Rubuer gefordert hatte. Im Frieden konnte unsere Landwirt sch ast zurzeit ihrer höchsten Blüte nur etwa 40 Kilo aus eigener Erzeugung liefern, 30 Kilo mußten noch aus dem Ausland bezogen werden, und aitdb die 40 Kilo waren nur möglich durch eine gewaltige Futtermitteleinfuhr. Deshalb brach unsere Fieischversorgung zusammen, als nach Kriegsausbruch die feindliche Blockade diese Einfuhr sperrte. Der Vortragende zeigte, wie trotz scharfer Rationierung des Fleischverbrauchs
unser Viehbestand erschreckend zurückgegangen ist, wie erst int vorigen Jahre eine kleine Zunahme festgestellt wurde, die freilich in der Hauptsache nur der «nersreuliche Ausdruck eines starken Rückgangs des Fleischverbrauchs insol- g e der unerschwinglichen Preise in der Zett der schlimmsten Inflation war. Die Bedeutung der steigenden Viehmarktauftriebe wird überschätzt. Sie sind im wesentlichen die Folge der Geldknappheit und der Kreditnot der Landwittschast in der Zeit, wo noch keine Ernteerträge zur Verfügung standen und gingen auch bereits wieder zurück. Es fei ausgeschlossen, daß unsere Landwirtschaft Menschen und Vieh aus Eigenem ernähren könne. Folglich sind wir gezwungen, Fleisch, und zwar das qualitativ wertvolle und billige Gefrierfleisch, ferner Vieh- und Futtermittel einzn führen und unter dem Schutz dieser Einfuhr eine stetige, ruhige Aufwärtsentwicklung unterer Viehproduktion zu sichern. Im übrigen werde sich die Entwicklung der Dinge aller Voraussicht nach bei uns ebenso vollziehen wie in England, wo das einheimische und das ausländische Fleisch sich unter bedeutender Preisdifferenz auf ganz verschiedene Konsumentenkreise verteilt und die landwirtschaftliche Viehproduktion sich in ruhigem, gleichmäßigem Fortschritt zu hoher Blüte entwickelt habe.
Berlin, 8. Oktober
Emer Nachricht aus Brüssel zusolge hat die belgische Handelskammer gestern Abend einstimmig folgende Enffchtießung angenommen: Die deuffchen Waren, die nach Belgien eingeführt werden, müssen einem höhere» Zoll unterliegen als die belgischen Waren, die nach Deutschland ausgeführt werden. Die belgischen Erzeugnisse find nach der Meistbegünsti gungsklausel von Deutschland zu behandeln. — Tie belgischen Delegierten für die belgisch-französischen Handelsvertrags-Unterhandlungen werden am 10. Oktober nach Paris abreifen. Die Verhandlungen sollen schon am folgenden Tage wieder ausgenommen werden.
»
Deuffchiand und Frankreich.
Paris, 8. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Wie mitgeteilt wird, findet die nächste Vollsitzung der deutsch - ftanzöfischen Wirtsckpistsver- handlungen am Freitag statt. Der französische Zolltarif ist in feinen Umriffen fertig. Die entscheidenden Komissionsberatungen werden schon in den allernächsten Tagen beginnen, da die grundsätzliche Aussprache zwischen den beiden Delegationen heute oder spätestens morgen zu Ende gehen wird.
«SepKZnkel Im Parlament
Bus dem Preußischen Landtag.
Berlin, 8. Oktober.
Die Fortsetzung der Aussprache am Dienstag über dos Ministerium Severing ergab dasselbe Geplänkel über dieselben Themata und mit denselben Argumenten, die schon in den letzten Tagen den Inhalt der Debatte gebildet hotten. Die Auffassungen zwischen rechts und links und zwischen den Deutschnationalen und dem Minister standen sich in derselben Schrosfl>eit und unvereinbar miteinander gegenüber. Als der deutschnationale Redner v. d. Osten den Gcmnal Lndendorff feierte und von dem Vorwurf des letzten ZnsammenbruLs ftei- sprach. ertoil-ette der Abg Muschle von der demokratischen Partei, daß die Entscheidung schon durch das Eintreten Ludendorsss für den unglücklich verlaufenen U-Bootkrieg gelegen habe.
Der Meinungsstreit für und wider das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold zog sich gleichfalls wieder durch die Debatte hin. Einen neuen Stoff boten die Vorgänge in Potsdam von Montag abend, wo der Frauzofe Victor Basch eine Friedensrede, oder wie auch gesagt wurde, eine Hetzrede gehalten hot. Der Minister des Innern Severing griff nochmals in die Debatte ein, um außer seiner allgemeinen Politik insonderheit auch seine Personalpolitik gegen die Angriffe von der Rechten zu behaupten. Er bezeichnete den Klaffenkampf» als eine geschichtliche Notwendigkeit, was den stürmischen Widerspruch der Rechten hervorrief.