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Meier Neueste NachOtm
Kaffeler Abendzeitung EN Hessische Abendzeitung
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Nummer 232. Einzelnummer 10 Pf. Sonntag 18 Pf. Donnerstag, 2. Sk ober 1924. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Ps. 14. IahrgflNZ
Spannung nm die Kabinett-Erweiternng.
zu ei
Die Krise besteht noch.
Trunkreich macht Vorbehatte.
(Eigene Drahtmekdung.) nentiert das Antzenmini-
Paris, 1. Oktober.
ragendsten militärischen deinen China, dem Nia lin imd Wu-Pei-fi
An einer Mitteilung dementiert das Antzenmini- sterium die Meldung, daß Frankreich zum Schiedsgerichts- irnd Abrüstungsentwurf des
Basel, 1. Oktober. (Eigene Drahtmeldung) Der Baseler Anzeiger meldet auS Genf: Die Konferenz befindet sich in einer ausgesprochenen Krisis. Kür den javanischen Antrag haben sich auch mehrere Delegierte kleinerer Staaten erklärt, besonders fällt auf, daß Rumänien für den japanischen Antrag ««getreten ift.
«Keornbewra rm von links.
Berlin, 1. Oktober. (Privattelegramm.) Nachdem die Entschließung des deutschnationalen Bertretertags den Eintritt in die Reichsregierung befürwortet hat und die Deutschnationalen morgen oder übermorgen mit dem Reichskanzler über die weiteren Bedingungen verhandeln werden, hat eine verschärfte Stellungnahme der S o z i a l demokraten der Demotraten und des Wirth'schen linken Zentrumsflügels gegen die Regierungsbildung nach Rechts eingesetzt. Am Donnerstag vormittag findet eine Besprechung von Vertretern der drei Parteien im Reichstiigsgebäude statt.
Aus derVölkekburMagung
Klärung des Begriffs Angreifer.
(Eigener Drahtberich;.)
Kamps um Mmifterpoßen.
Drei Sitze für die Deutschnationalen?
(Eigener Informationsdienst.)
Berlin, 1. Oktober
In den parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die Vorbesprechungen über die Hinzuziehung der Deutschnationalen zur Rcichs- regierung bereits weit vorgeschritten seien. Falls dir Regierungserweiterung in dem zur Zeit geplanten Sinne'tatsächlich zur Durchführung gelangen sollte, würde die Möglichkeit gegeben sein, der deutschnationalen Partei drei Ministerposten zu überlasten. Es handelt sich dabei um den Posten des Innenministers, des ArbeitSmi- nisterS und des Ernährungsministers. Mit eini- der Sicherheit dürfte seststehen, daß die Deutschnationalen den Abgeordneten Dr. Hergt als Bi.zekanzler und Innenminister präsentieren werden. — Die Vertretertagung der deutsch- nationalen Partei hat ein ausführliches Programm ausgearbeitet, das den Regierungsparteien vorgelegt werden soll. Es handelt sich dabei um grundlegende Richtlinien der inneren und auswärtigen Politik, die als eine Art denifchnationaler Mindestforderungen bezeichnet werden Zur Zeit ist dieses Pro arannn den anderen Parteien noch nicht bekannt, aber mou nimmt mit einiger Sicherheit an, daß es noch zu lebhaften Auseinandersetzungen kommen wird, bevor eine Einigung erzielt wird.
Genf, 1. Oktober.
Die Lösung des Dreier-Komitees besteht in folgendem Beschluß: Um Japan in seiner berechtigten Forderung Genugtuung zu geben, wird bestimmt, daß, wenn die einsttmmige Ent- ftheibunn des Rates oder des ständigen Gerichtshofes erklärt, daß der Streiffall zur ausschließlichen Zuständigkeit des einen der beiden im Konflikt befindlichen Staaten gehött, der andere interessierte Staat jedenfalls das Recht haben soll, an den Rat zu appellieren, und zwar nicht, um eine neue Entschließung zu treffen, sondern um eine Intervention des Rates zu erlangen, damit zwischen den beiden Staaten eine friedliche Vereinbarung über den Konftikt getroffen werden kann. Es soll also kein Staat zum Angreifer erklärt werden können, außer in dem Falle, wenn er es Unterlasten hat, nach der Entscheidung noch einen Appell an den Rat um seine Vermittelung zu richten.
Ehinas Generäle.
Ein Besuch beim Mandschu-Diktator.
Die Laufbahn mancher chinestscher öeneeäie ist fehl abenteuerlich. 66 kommt oft vor. datz fich ein foicher Mann vom Räuber- Hauptmann zum Soldateutzthrer entwickelt.
Um die Dmffchnaflonolen.
Berlin, 1. Oktober. (Eig. Informationsdienst.) Der Beschluß der deutschnationalen Ver- treteriagung wird gegenwärtig in den der Regierung nahestehenden Kreisen sehr lebhaft erörtert. Man ist der Meinung, daß die Bereitschaft der Deutfchnationalen zur Mitarbeit an der Reichsregierung einen wichtigen Fortschritt in der innerdeutschen Entwicklung darstellt und daß die Entschließung der deutsch- nationalen Führer als brauchbare Berhand- lungsgrundlage angesehen werden kann. Da- gegen hat es großes Befremden hervorgerusen, daß die Deutschnationale Partei es für notwendig befand, ihre Forderung auf maßgebenden Einfluß innerhalb der Reichsregiernng mit besonderem Nachdruck zu unterstreichen. Dieser Pastus der deutschnationalen Entschließung dürfte die bevorstehenden Verhandlungen außerordentlich erschweren. Daneben verlautet, daß Dr. Stresemann innerhalb des Reichskabinetts auf das entschiedenste für eine Hinzuziehung der Deutschnationalen eintritt und vorläufig eine Mitarbeit der Sozialdemokratie für unzweckmäßig erachtet.
teuerliche Laufbahn, die in China den Weg zur Höhe bedeutet, im Lebensbild dieser Manner deutlich hervortreten. Interessantes über den einen der beiden Herrschaftsprästdenten, den Marschall Tschang-Tso-lin, weiß ein Journalist, der jetzt nach London gekommen ist, "":«, dem es gelungen ist, btS zu ihm
Der Kamps, der jetzt das „Himmlische Reichs durchtobt, und sich letzten Endes zu einem Duell um die Vormacht zwischen den beiden hervor- Persönlichjleiten des mo- rrschall Tschau g-Lso- u gestaltet, läßt die aben-
Die Regierungs LLmMdimg
Marx für Erweiterung nach recht und links.
(Eigener Jnformattonsdicnst.
Berlin, 1 Oktober.
Reichskanzler Dr. Marx, der sich persöillich um die Umbildung des Reichskabinetts bemüht, wird in den nächsten Tagen seine Versuche zur Erweiterung der Regierungsbasis aufnehmen. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hält Dr. Marx an seiner Absicht fest, nicht nur mit der deutschnationalen Partei, sondern auch mit der Sozialdemokratie in Fühlung zu treten. Im Gegensatz zu den Auffassungen der vollsparteilichen Kreise steht der Reichskanzler persönlich auf dem Standpunkt, daß eine Volksgemeinschaft ohne Mitarbeit der Sozial- öetnoifrotic nicht möglich sein würde und tnf eine ausgesprochene Rechtskoalition im Widersprach zu der bisherigen Haltung der Reichs- regierungsstände. Aus diesen Gründen wird der Kanzler den deutfchnationalen Führern b e - stimmte Fragen vorlegen, von deren Beantwortung er seine weiteren Schritte abhängig machen wird. U. a. wird er die Frage in den Vordergrund stellen, ob auf der Grundlage der erweiterten Regierungskoalition nunmehr gegen die Sozialdemokratie regiert werden soll. Wir glauben zu wiffen, daß Reichskanzler Dr. Marx einen solchen Kurs für außerordentlich bedenklich halten würde und cntschftffen ist, seinen ganzen Einfluß aufzubieten, um davor zu warnen.
Llm das Gaargebiet.
Unehrliche BSUerbundmethoden.
Gewandte Regisieure haben es wieder einmal verstanden, die S a a rs r a g e n in Gens zu einem Zeitpunkt zu erörtern, der von den verfchre- bensten politischen Ereignisien beeinflußt war. Ergebnis: Die Saarfragen wurden vom Stru- dem dieser politischen Ereignisse verschluckt. Versunken und vergeflen, wie schon so oft. Es wären Fragen, die politisch, kulturell und wirtschaftlich an die Grundfesten des Deutschtums an der Saar rühren, die die natürlichen Zusammenhänge des Saargebietes mit dem deutschen Vaterland zu losen m der Lage sind, die Bresche legen in die Wirtschaftseinheit des Deutschen Reiches. Das beweist schon die Tatsache, daß drei bezw. vier Noten der deutschen Reichsregierung die Besprechung der Saarfragen in Genf veranlaßten.
Zunächst handelte es sich um die vertragswidrige Brsatzungan der Saar Seit Bestehen des Völkerbundsrates erscheint diese Angelegenheit ständig auf der Tagesordnung der Ratstagungen, niemals hat sie einen der vertraglichen Bestimmungen entsprechenden Abschluß gefunden, d. h. niemals hat man den ernstlichen Willen bekundet, vertragliche Zustande herbeizufuhren. Es ist erstaunlich, welche Geduld und Nachsicht der Völkerbundsrat gegenüber diesen fortgesetzten Vertragsbrüchen der Saarkomission übt, wenn demgegenüber die Haltung des Völkerbundes angeblichen Vertragsverletzungen Deuffchlands gegenüber Bestellt wird. Der Ausbau der örtlichen Gendar- iterie wird absichtlich verzögert. Nachdem vom 'Völkerbundsrat der Ausbau der örtlichen Gendarmerie gutgeheitzenen Programm wird diese Gendarmerie am 1.-April 1925: 775 Köpfe stark fein. (Der Erfolg einer fünfiährigen Arbeit.) Wenn die finanziellen Verhältniffe eS gestatten, sollen bis zum 1. April 1926 weitere 500 Gendarmen ausgebildet und eingestellt fein, ergibt 1255 Mann. Die Regierungskommiffion erachtet ein Gendarmeriekorps von 3000 bis 4000 Mann für erforderlich, um die Ruhe und Ordnug im Saargebiet zu sichern. Bevor diese Kopfstärke nicht erreicht ist, vermag sie nicht in eine Zurückziehung der französischen Besatzung einzuwilligen. Man kann an Hand der bisherigen Entwicklung der Saargendarmerie leicht berechnen, daß der Ausbau der örtlichen Gendarmerie kaum vor dem Abstimmungsjahr 1935
beendet sein wird — ein Zustand, der von Frankreich und der Regierungskommissiou abstchtlich herbeigeführt wird. Und der Völkerbundsrat beschließt, sich mit dem Plan der Regierungskom- miffion einverstanden zu erklären! Fazit.- Die französische Besatzung bleibt an der Saar.
Die zweite deutsche Note, mit der sich der Völkerbundsrat zu befassen hatte, bezieht sich auf die französische Kontrolle und Kontingentierung der aus Deutschland in das Saarge- Liet eingesührten Waren. Nach dem Saarstatut genießen deutsche Waren bis zum 10. Januar 1925 Zollfreiheit bei der Einfuhr in das Saargebiet. Erst nach diesem Zeitpunkt wird das Saargebiet durch die französische Zollgrenze während der Dauer des jetzigen Zustandes wirtschaftlich von Teuffchland abgegliedert. Die Rc- gierungskommiffion aber versucht zu verhindern, daß etwa deutsche Waren im Jahre von der Errichtung der Zollgrenze im Saargebiet ausgesta- pelt werden, um sie in den kommenden Jahren im Saargebiet zu verbrauchen. Um eine solche Warenanhäufung zu verhindern, nahm die Re- gierungskommisslon eine Beschränkung der im Jahre 1924 einzuführenden Waren nach dem letzten dreijährigen Durchschnitt vor. Da während des Ruhrkampfes im Jahre 1923 so gut wie keine deutschen Waren ins Saargebiet eingeführt wurden so ergibt diese Durchschnittsbe- rechnung natürlich ein ganz falsches Bild über die deutsche Wareneinfuhr. Tie deutsche Note wies mit Recht darauf hin, daß eine Kontingentierung der deutschen Wareneinfuhr vertragswidrig ist.
Die Regierungskommission vertrat die Meinung. daß, wenn man die Auffassung der deutschen Regierung annähme, so würde man die Schaffung von großen Vorräten erlauben, bie auf Jahre hinaus den örtlichen Verbrauch des Saarqebietes befriedigen könnten und man ^verurteile damit das Saargebiett. dem französischen Zoll nicht unverworsen zu werden. Die Begründung der Regierungskommission läßt klar erkennen, daß es nur die Sorge um Frankte i ch s Interessen ist, die sie verhinderte, eine dem Vertrag widersprechende Haltttng ein« zunehmen. Sobald französische Interessen m Frage stehen, erfahren die Vertragsbestimmungen durch die Saarregiernna die weitherzigste Auslegung; schon die Möglichkeit, daß Frankreichs Interessen leiden könnten, wird beri-cksick'- tigt. Handelt cs sich aber um deutsche ober um saarländische Interessen, dann kommt es ihr au
vorzudringen, trotz aller Schwierigke«n, die einer persönlichen Unterredung mit dem Marschall entgegenstehen, da er in einer beständigen, wohlbegründeten Furcht vor einem Mordanschlag lebt. Die Kämpfe zwischen den beiden Rivalen Tschang-Tso-lin mrd Wu-Pei-ßu reichen jahrelang zurück und sind mit wechselndem Erfolg geführt worden. Mit der unermüdlichen Geduld der mongolischen Rasse lauerten sie beide aus den geeigneten Moment, einander an die Kehle zu springen, bis der Streit zweier Gouverneure den neuen Anlaß für Tschang-Tso-lin bildete, den Krieg zu erklären. Dieser Kriegsherr der Mandschurei, dessen militärische Tüch- tigkeit und Geschicklichkeit über jedem Zweifel steht, blickt auf eine recht bewegte Vergangenheit zurück: vor etwa dreißig Jähren war er -er bekannte und gefürchtete
Führer eines Banditenheeres
von etwa 2000 Kopf Stärke; im russisch-japanischen Kriege fochten er und seine Anhänger, der Entwicklung der Ereignisse folgend, zuerst auf russischer, dann auf japanischer Seite. Nach Kriegsschluß konnte er mit fernen kriegsgeübten Truppen leichter als je jede gegen ihn entsandte Armee der chinesischen Regierung in die Flucht schlagen, so daß diese zu dem in China traditionellen Mittel, sich Giftiger Banditensührer und -Heere zu entledigen, griff, indem sie ihn aufforderte, sich der regulären Armee anzuschließen. Heute ist der ehemalige Bandlkcn- sührer nicht nur Marschall, — denn dies bedeutet in China nicht eben viel, wo in den mttttärlsch.'n Listen 308 Marschälle geführt werden, einschließlich der inzwischen bereits verstorbenen, die man sich nicht erst die Mühe genommen hat, zu streichen —, er ist in Wahrheit der
Diftator der Mandschurei
und in einer Stellung, die es ihm ermöglicht, auf die Herrschaft über Nord-China Anspruch zu erheben Das Bild, das die Famo von diesem Manne entworfen hat, zeichnete ihn als den topischen Bramarbas, mit einem mächtigen Schnurrbart, glitzernder Uniform und einem lang nachzicbenden Schleppsäbff. Nichts von alledem: in Wahrheit ist der gefürchtete Diftator ein schlanker Mann mit auffallenden Schultern, müden, von den Augenlidern halb überdeckten Augen, herabhängendem Schnurrbart und ganz kurz geschnittenem Haar. Er mag nicht viel größer als 1,50 Meter fein. Sein Gesicht ist von einer pergamentartigen, von vielen Runzeln durchsr-rchten Haut bedeckt, die sein wahres Atter zweifelhaft erscheinen läßt: in Birftichkeit ist er etwa 50 Jahre alt. Der Gesamteindruck dieses mit einem blauen Zivilanzug bekleideten Mannes war ietzt so friedlich, daß man ihn für einen Sekretär hätte haften können. Aber die Ehrfurcht. die ilM von seiner Umgebung gezollt wird, läßt erkennen, daß er in der Tat der
Monn mit dem eisernen Willen
und der tigert arten Wildheit ist, der einen Untergebenen bei einem Vergeben einfach niederschießt. Als einzigen Rettungsweg aus den gegenwärtigen Wirren in China siebt er dir Entscheidung durch das Schwert an. „Das heute herrschende Chaos kann nicht ewig tDähreu," sagte er, intern er sich zur augenblicklichen Kriegslage äußerte: „es wird ein großer Held erstehen, wie in alten Tagen, und sein Land retten. Wenn aber China der roten Gewalt vcr- ' fallen würde, so würde dies ein Verhängnis für 1 die ganze Welt bedeuten." Tschang-Tso-lin er» 1 "Tarte, laß hinter ibm ein Heer von 300090 1 Mann stände, ein Stab ausländischer O s. 1 fixiere, eine den modernen Ansprüchen vollkommen genügende Artillerie und sechzig Flugzeuge Seine Truppen sind gut aek>ci- het und diszipliniert und machen in ibrer blau- grauen Uniform einen asm fff gen Eindruck, wenn- - gleich die krimer ifchen Eigen schurrten der Ghmesen i immer ein sehr unsicherer Faftor sind. Es ist i auch jüngst berichtet werden, daß in fein Heer
30 000 Russen eingereiht worden feien, was bei
genen Tarifänderungen entgegen. Wir streben dahin, die jetzigen Gebühren nach und nach wieder den Friedenssätzen anzunähern, wie das ja beim Briefpotto schon der Fall fei. Zugestimmt wurde den Vorlagen betreffend Ermäßigung der Postanweiftmgs-, Postscheck- und Posttreditbriefgebühren. Es wurde eine Entschließung gefaßt, daß vom Reichspostministerium möglichst bald eine allgemeine Herabsetzung der Telegrauungebühren herbeigesühri werde. Angenommen wurde die Vorlage wegen Ermäßigung der Fernspechgebühren sowie eine Vorlage betreffend einige Aenderungen der Bestimmungen über Drucksachen, wodurch nennenswerte Erleichterungen im Betriebsdienst erzielt werden-
eine Vertragsverletzung mehr oder weniger nicht an.
Am unverständlichsten ist die Haftung des Vol- kerbundsrates in der S ch u l st a g e. Die Be- timmungen dcs Saarstaates lassen darüber kei- >.en Zweifel, daß die Errichtung französi- 'cher Staarsschulen für. deutsche Kinder des Saargebietes unzulässig ist (dennoch bat die Regierungskommission enffprechende Verordnungen erlassen. Die deutsche Regierung hat in mehreren Noten die Vertragswidrigkeit dieser Verordnungen nachgewiesen. Sie konnten auch durch die Regierungskommis- sion nicht erschüttert werden. Der Völkerbund tellte sich jedoch auf den Standpuntt, daß, nachdem das Saarstatut der Regierungskommission in Streitfällen das Auslegungsrecht zubilligt, die Maßnahmen der Regierungskommission in der Schulstage eine Beanstandung nicht erfahren können. Wenn es in diesem Falle zu einem endgültigen Beschluß nicht gekommen ist, so wurde dies durch eine neue Note der deutschen Regierung herbeigeführt, die nochmals den klaren Rechts- und Vettrags- tandpunft darlegte und unter allen Umständen die Beseitigung der stanzösischen Schulen für deutsche Kinder verlangte. Die Angelegenheit iöurbe zur Prüfung der neuen deutschen Gesichtspunkte bis zu einer der nächsten Tagungen verschoben. Man kann die Dinge so loyal wie möglich betrachten, man kommt immer wieder zu der Ueberzeugung, daß der Völkerbund nichts anderes darstellt als ein Organ zur Sanktionierung französischer Uebergriffe-
Voftg?bWren - Ermäßigung.
Vorlagen des Berwaltungsrats der Reichspost.
lEigener Drabtberichk.)
Berlin, 1. Oktober.
Reichspostminister Hoesle eröffnete nm 30. September die dritte Sitzung des Verwaltungsrates der Deutschen Reichspost. Der Absicht des Reichs-
kabinettS, eine Preissenkung vorzunehmeu, „,.v
filme die deutsche Reichspost mit den vorgeschla^ Völkerbundes Vorbehalte mach«; werde,