Mittwoch, 1. Oktober 1924.
-Lummer 231. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf.
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Meler Nmste Nachrichtm
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Ernste Schwierigkeiten im Merbund.
•jRilitärfontronc.
Immer noch Willkür der Lieger.
In der Frage der Militärkont-olle hat die E n i e n t e mit Hilfe des Völkerbundes den Versailler Friedensvertrag einseitig and gewaltsam ausgelegt. In ihrer Jlote vom 80 Juni hatte die deutsche Regierung darauf hmge- wieien eine Fortdauer der Militarkontrolle riber den Versailler Vertrag hinaus sei eine schwere Belastung für das deutsche Volk. In ««gemeinen Wendungen versuchte die Note, das deutsche Volk darüber anfzuklären, daß man sich der neuen Verschärfung des Versailler Vertrages beuge, um Reikmngsflächen ,u vermeiden. Tie deutsche Nele fragte an. ob die Kontrollkotmms- sionen zurückgezogen würden. Sie schlug als Schlußtermin einer letzten Generalin'vekiion den 30 September vor. Mit einem Kontrollgang täglich konnte, wie auch in der Pariser Presse zugesagt wurde, die Generalinspektion beendet werden. Diese Generalinspektion ist inzwischen beendet. Sie hat nichts zutage gefördert, was die Sicherheit des Waffen starrenden Frankreich gefährden könnte. Es bat keinen Zwischenfall gegeben. Tie tuutsche Bevölkerung bat eine mu- sterbasie Disziplin gezeigt. Es iehlt also der Entente feder Vorwand, die Genecalinspektwn nicht als Schlußakt auzufeben.
In G e u s hat der Völkerbund jetzt die Mr- litärkon trolle über Deutschland »er. ewigt. Er bat als sranzöniches Instrument über den Versailler Vertrag hinaus trotz des Entgegenkommens der deutschen Regierung, die Generalinspektion als Schlußakt abgelebnr und hinter verschlossenen Türen einen Beschluß gekaßt. der die Mittelmächte aus immer den Schnüksclkommissionen ausliefert In ingeniöser Weis- legt dieser Völkerbundsrat Einige Bestimmungen der Friedersverträgc »nftnngc- mäß aus nm im Völkerbund die Friedensverträge zu verankern. Nach ihrem klaren Sinn ist die Kontrolle durch die Entente beendet. Das ständige Kontrollrecht stebt dem Völkerbund nickt zu Diese «ian des Pazifismus hat darüber zu wachen, daß nach der ersolgten deutschen Abrüstung die Abrüstung der Entente als Vertrags., rechtliche Bestimmung in Erscheinung tritt. Man bat in Genk auch lange genug sich darüber den Kopf zerbrochen, aber wagt beute nickt einmal, eine solche Forderung auf,»Nellen, sondern verschiebt alles auf eine Abnisinnqskcmferenz, die irgendwann taaen soll. Daoeaen ernennt man eine stöi'diae Kontrollkommission, die darauf acktet daß das kleine Dentsckösterreick die letzte Gasmaske ak-fefert. Der österreichische Botschafter bat vergeblich darauf hingewiesen, daß daS Verlangen ein vollkommen entwaffnetes Sand Wie O'sterreich .eines Schutzmittels gegen eine der schrecklichsten Gefahren des modernen Krieges zu entblößen" fei wobl . die äußerste Inie-- vretation der Abrüstung" Der Völkerbundsrat ist noch weiter in dieser Auslegung gegangen Er bat nick« nur die ferneren Rüstungen der Sieaerstaaten sanktioniert, sondern auch ausdrücklich erklärt, daß die unterlegenen und abqerükteten Staaten dauernd unter Kuratel stünden: Der Völkerbundsrat kann jetzt ständig überraschende Kontrollhandlungen i» Deutschland nsw vm nehmen, aber nickt in Frankreich oder England Er kann Polen und Tschechen für diele Kontrollen einsehen und entscheidet abkolut. was die Betroffene,t Besiegten zu tun »der zu lasst*» haben. Im Namen der .De-friedianng Europas" Er hat zwar fein Mittel dagegen, diele entwaffneten unter seiner Kontrolle siebenden Staaten zu schützen, wenn die Polen oder Tschechen oder Franzosen im Namen btt von ihnen vertretenen höheren Kultur diese Sande unter irgend einem Vorwand mit Krieg überziehen, er bat dielen unterworfenen Sandern sogar die Rüstung gegen Gingase genommen aber das beißt nach dem Dölkerbund- rat den wahren Frieden sickern und die bebren Ideen der Gleickberecktianna der Nationen. Oesterreich ist in diesem Völkerbund nicht gleichberechtigt. Es ist von der Teilnabme an der Kontrolle ausgeschlossen Wäre Deutschland das nur als gleichberechtigter Staat in den Völkerbund hinein will, nach seinem Beitritt ebenfalls ausgeschlossen? Der Völkerbund verewigt die Herrschaft der Sieger über die Besiegten
Wie in diesem Punkte der Völkerbund sich als das Instrument der Verschärfung des Versailler Verirages erwies, so tat er es in der Memel- und Saarfrage. in der Teilung Oberschlestens Er bat jedesmal dem Rechtsg>- fühl der W*-lt und vor allem dcm Reckte Deutschland? Backeiistreicke versetzt. So lange diese Politik fortgesetzt w-rd. kann eS für uns nur einen Weg geben. Diesem Völkerbund lern zu bleiben. es sei beim, daß er seinen Charakter als Machtinstrument Frankreichs ändert Zwar die deutschen Pazifisten die Deutschland entwaffneten. werden daraus keine Sehre ziehen. Aber die Reichsregicruug hat jetzt klar zu erklären, daß sie
darauf bestehen mutz, daß die Verträge auch von der Gegenseite innegehalten werden. In der Reparationssrage, der Ruhrbesetzung, lets ist der Vcn'ailler Vertrag gebrochen worden, Die Macht des sranzösischen Militarrsmus hat ets alle Berusungen auf Vertragsrecht niederge- rampelt Die loyale Ausführung lag stets bei Deutschland. Es hat dafür die Quittung be- ommen. Es hat erlebt, daß auch das Londoner Protokoll von der Gegenseite nicht uinegehalten wird. Und der Reparationsagent, der Deutsch- 'and absolutistischer verwaltet, als es jemals ein Monarch hätte tun können, schweigt. Wird letzt die Regierung offen die Vertragspartner rufforodern, ihre Verpflichtungen aus bem Londoner Protokoll, aus dem Versailler Vertrag, zu erfüllen? Will sie bagegen protestieren, daß bte Gegner wort- und vertragsbrüchig sind, das D awesgutachten durmlöcheri ist? Daß die 800= Milliarden-Markanleihe verzögert wird?
Deutschland hat nichts »u faaer.
Berlin 30 September. (Drahtmeldung.) Die nunmehrige ofizielle Bestätigung ber Nachrichten, wonach im Bölkerbunbsrate bie Militärkontrolle in ber Weise geregelt worben ist, baß Deutschland von der aktiven Teilnahme daran auch nach seinem Eintritt in den Bölkerbund ausgeschlossen bleibt, hat in Berliner politischen Kreisen tiefe Verstimmung erregt. Bon Seiten der Reichsrcgierung wird darauf hingewiesen. daß sie schon seit langem einen solchen Beschluß befürchtet und sich deshalb in dem Memorandum über bie Frage des Eintritts von vornherein dagegen verwahrt habe, weiterhin lediglich Objekt einer Militärkonirolle durch den Völkerbund zu sein. Bon einem Eintritt Deutschlands werde nur dann die Rede sein können, wenn diese Frage in zufrtedcn- ftelleilder Weise geregelt werde. Allerdings lauten die bisherigen Naäwichten aus Genf ziemlich pessimistisch, und es ist mit großen Schwierig- feite« zu rechnen, bevor daran gedacht werden kann, die Hindernisse zu beseitigen, die bisher einer gleichberechtigten Teilnahme Deutschlands an der M i l i t ä r l o n t r o l l e im Wege stehen
Llm den Völkerbund.
Besprechungen zwischenDcritschland ».Frankreich ' (Eigener Jnsormalionsbienst.)
Berlin, 30. September.
Wie wir von unterrichteter außenpolitischer Seite erfahren, hat sich der französische Minifier- prasident H e r r i o t anläßlich der Ueberreichung des deutschen Memorandums über die Bölker- bundfrage bereit eritärl, in einen Mci- uungsaustausch mit ber deutschen Regierung einzutreteu. Es werden demnächst zunächst deutsch-französische Besprechungen jiaitfiiiöcit, während die übrigen Böilcrbundsmächte den Verlauf dieser Vorverhandlungen abwarten werden. In der Schweizer Presse befinden sich Meldungen, in denen behauptet wird, der Eindruck des deutschen Memorandums sek niederschmetternd, da von einer ernsthaften Absicht Deutschlands, in den Bölkerbund ein*,«trete«, «och dem Memorandnm keine Rede sein tbmie.(?) In den maßgebenden Berliner Regierungsstellen versichert man uns auf Anfrage, daß es sich hierbei nur um leere Sensationsmeldungen handele. Alle Pressemelduiigeu, die den deutschen Schritt in diesenr Sinne Beurteilen, können unmöglich auf ratsächliche Unterlage« zurückzuführen sein, da der Inhalt des deutschen Memorandums erst am Montag den beteiligten Regierungen zur Kenntnis gebracht worden ist. Man hat im Berliner Auswärtigen Amt nicht den Eindruck, daß die beteiligten Regierungen das deutsche Memorandum als eine verfehlte Berschteppnngslaktik beurteflen werden, sondern daß. wie bereits aus dem Beispiel Frankreichs hervorgeht, sie bereit sein werden, in eingehende Erörterungen mit bet Reichs regicrung cinzu- treten.
Die Srage de« deutschen Beitritts.
Paris, 30. September. (Eigene Drahtmel- tung.) Unter dem Vorsitz von Herrtot har sich gestern der stanzüsifche Ministerrat mit bem deutschen Memorandum über den Eintritt in den Völkerbund befaßt. Die endgültige Beratung steht auf der Tagesordnung des nächsten Minifierrates, der unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik am Donnerstag nachmittag im Elhfee zusammentreten wird.
*
ein „weNrrfchMernder" Zuwachs.
Genf. 30. September. (Telegraphische Meldung.) Die Völkerbundsversammlung nahm einstimmig SantoDomingo als Mitglied in den Völkerbund auf. Motta begrüßte Santo Domingo als neuen Völkerbundssiaat, wobei er
erklärte, daß bte Ausnahme Santo Dmnmgos ein Schritt weiter auf bem Wege zur Universalität ei (!), bem Zielibeal, besten Erreichung, tote Motta sagte, alle unsere Anstrengungen gelten.
Die Schwierigkeiten in Sens.
Die japanisch - amerikanische Spannung.
(Eigene Drahtmelbung.)
Genf, 30. September.
Man glaubt in gut unterrichteten Kreisen, daß Japans Haltung in ber Schiebsge- richtsprotokollfrage den Plan einer Abrüstungskonferenz vereiteln wird. Aus Anregung des Völkerbundes hätte Amerika eine solche Konferenz ins Leben rufen können. Bon sich aus wird es das kaum unternehmen. In amtlichen Kreisen wäre man nicht überrascht, wenn Japan sich überhaupt gnz vom Bölkerbunde zurück- ziehen würbe. (!) Zur Lösung der durch die japnisüjen Forderungen verursachten Krise wurde gestern ein engeres Komitee gebildet, das aus Loucheur, Sir Cecil Hurst und Scialoja besteht. Sollte dieses zu keinem Ergebnis kommen, so soll heute vormittag eine neue Sitzung des Un- terauSschuffes stattftndcn. Loucheur erklärte Preffevertretern, die Lösung werde schwierig sein, da es sich nicht nur um ein japantsch-ameri- .änischcs Problem handele. Auch müsse, da es sich um eine Frage, von der einmal Krieg oder Frieden abhängen könne, handele, jede Ueber- Mrztwg vermieden werden. Die Lösung werde von Frankreich im Einvernehmen mit England gesucht, das weit weniger Widerstand gegen die japanischen Forderungen zeige als die brittsche« Dominions, Australien und Neuseeland.
Da« vrvvlem dra stillen Ozeans.
Genf, 30. September. (Eigene Drahtmeldung.) Der SchiedsgeriMsplan wird durch Japans Haltung schwer gefährdet, da nunmehr die Ratifizierung des Protokolls durch Italien fraglich erscheint und wenn Japan nickst ratifiziert, könnte auch die Abrüstungskonferenz nicht statt- finden, da von den vier Ratsmitgliedern die Mehrheit, also drei das Protokoll ratifizieren müssen. Der japanische Abändcrungsantrag zum Protokoll läuft auf die Formel hinaus: Kann Japan das Schiedsgericht des Bölkerbun- des aitruftn, wenn die Nordamerikanische Union ober die Dominions Australien und Neuseeland japanischen Untertanen die Ewwanberung verweigern."
Wann kommt die Anleihe?
Bor Verhandlungen in London.
(Eigene Drahtmelbung.)
London, 30. September.
Hier sind bie deutschen Vertreter eingetros- fen, von denen die Verhandlungen wegen der im Dawesplan vorgesehene Anleihe geführt werden sollen. Reichsbankprästdent Tr. Schacht weilt bekanntlich schon seit Mitte voriger Woche in London. Er nahm an verschiedenen Konferenzen mit den amerikanischen Bankiers teil. Auch mit den englischen Großbanken haben eingehende Verhandlungen stattgefunden. Ms jetzt ist noch nichts über das Ergebnis veröffentlicht worden, auch noch nicht über die Anteile der verschiedenen alliierten Staaten an der Anleihe. Am Donnerstag wird Reichsmiwstcr Dr. Luther in London erwartet. Die englische Presse beginnt unter Anspielung auf die letzte Rede des deutschen Finanzministers im AufwertungSausschutz gegen die Anleihe j» agitieren.
Weitere Teuerung in Paris.
Erregung über den Franfenrückgang.
(Eigene Drahtmelbung.)
Paris, 30. September.
Alle Pariser Zeitungen lassen ernennen, wie groß in der französischen Hauptstadt die Er regung ist über den dauernden Rückgang des französischen Franken an den Aus- landSbörsen. Der Frankenrückgang, der als katastrophal emvi'mrden wird, dauert schon wieder seit acht Tgen an. In Newyork sank gestern ber Frank weiter von 5,26 auf 5,22. Nachbörslich wurde er mit 5,20 genannt. Am gestrigen Montag zeigten alle Lebensmitielpreise in Paris sprunghafte Steigerungen bis 50 Prozent. Bor den Laden sieht man wieder „roße Menschenansammlungen. In den Marktbauen kam cs zu lärmenden Kundgebungen ber Kaufet.
GinWurWft.
Der Streit um das System.
Die Frag» einer «intzeitliche« Stenographie füe da« Reich hat schon lange die Fachleute, Re- giernngssteaen und Schule» beschäftigt. Heber een gegenwärtigen fc-tonb der Einführung einer Stnhei«sknr,schr,fr wird Folgendes geschrieben:
Zu ber Einführung der Einheitskurzschrist, die Vies durch den Machtspruch des Reichs- miii isteriums des Innern deswegen noch lange nicht ist, erfahren wir von unterrichteter Seite: Der vom L-achverständigenausschu» des AeiclMninisterinms des Innern im Juli (922 ausgestellte Entwurf ist jetzt plötzlich nach einer amtlichen Mitteilung deutsche Ern- yeitskurzschrist geworden, nachdem er im Fahre 1922 von den Regierungen der Länder, darunter Preußen wie von den großen Kurzschristgemein- schasten teils als unbrauchbar für eine deutsche Volkskurzschrist wegen seiner schweren Er- ieriibartctt unbedingt abgelehnt, teils nur unter gewissen Vorbehalten und Bedingungen hinsichtlich Verbesserung des auch heute noch un- ertigen Entwurfs angenommen worden ist. Da ?ei btejer Sachlage kaum noch Aussicht auf eine Einigung vorhanden war, entschlossen sich die drei preußischen Ministerien für Wis- enschast, Kunst und Volksbildung, für Handel and für Laiidwirtschaft, wie sie im Sommer durch Ministerialerlasse an alle DienWellen be- kanntgaben, das Stokze-Schreysche System in einer noch vereinfachten Form vom 1. Oktober ah einzusühien. Darob große Entrüstung 'm Reichsministermm des Innern bei bem sozialdemokratischen Staatssekretär Schulz, der b*» Einführung einet Einheiiskurzschrift, obwohl er auf stenographischem Gebiete vollkommen Laie ist, um jeden Preis emsig betrieb, und sofortige Fühlungnahme mit seinem Parteifreunde, dem preußischen Ministerpräsidenten Braun mit dem Ergebnis: Tas preußische (Sefamhninifteintm beschloß, seine drei Minister desavouierend, sich für ben Entwurf Schulz zu erflären, falls auch bie anderen Länder diesen Entwurf annehmen würden. Dte Länder haben nunmehr zu- gestimmt.
Danach soll also jetzt das preußische Unterrichtsministerium entgegen feiner amtlich und öffentlich bekanntgegebene-i Ueberzeugung ein Stiftern in den Schulen lehren lassen, das bisher nur wenige so genau kennen, daß sie sich über dessen große Mängel selbss ein Urteil bilden können, praktisch durchaus noch nicht erprobt 'st und fast von der ganzen Stenogravhenwelt als dentsche Vostskurzschrisl entschieden abgelehnt wird, ein System, dessen Einführung von den von ber preußischen Regierung selbst bestellten Obergutachtern und anerkannten Größen der kurzschriftlichen Wissenschaft abaelehnt wird. So ist eine Frage von kultureller, wirtschaftlicher und letzten Endes rein wissenschaftlicher Bedeutung zum Schaden des deutschen Volkes zu einer rein Politischen Machtfrage gestempelt wordrn, und die sachliche Ueberzeugung besser unterrichteter Minister und berufener Sachverständig r einfach sozusagen „niedergeboxt" worden, und zwar von Angehörigen einer Partei, die stets das Ziel verfolgt Hai, datz die Kurzschrift auch der breiten Masse des Volkes dienstbar gemrcht werden müsse.
Wenn man berücksichtigt, baß sich die Hun- bctttausende, die heute die stenographische Bewegung tragen und irgendein System praktisch an= wenden, sich dem neuen System gegenüber schroff ablehnend verhalten und es kaum anwenden werden, wenn sich ferner führende Männer der Industrie und des Handels entschieden gegen b:e Einführung des neuen Systems ausgesprochen haben, und wenn es schließlich vorläufig noch an geeigneten Lehrern der neuen Kurzschrift fehlt und noch eine l a n ge Z e i t vergeht, ehe sich wirklich praktische Leistungen darin ze-.gen können, so ist man von einer Einheftslürzschrist noch sehr weit entfernt. Ist so das Reichsmini- fteriiun des Innern berechtigt, von einer deutschen Etnüeitslurzschrist zu sprechen, wenn cs ben schon bestehenden bewährten Systemen noch ein unbekanntes und nach dem Urteil berufener Kreise unbrauchbares hinzufiigt?
Beamtenbund zue BesoldungspolMk.
Gegen das ReichSfinanzministcrium.
Der Vorstand des Deutschen Bemntenbundcs m Berlin hat in seiner Sitzung vom 26. September eine Entschließung gefaßt, die sich g;g:.t die klasscntrennende Bcamienbesolbungspolftit des Reichsfinanzministeriums wendet. Ter ärgste Vorstoß bisher war die unsoziale Regelung der Grundgehälter ab 1. Juni b. I., bie den unteren Besoldungsgruppen ein Mehr von 17, ben oberen dagegen von 70 Prozent zuerkannte uns zwischen einzelne Besoldungsgruppen tiefe Gräben zog. durch die die Beamtenschaft in drei Kuftursckickien ansgcteilt wurde. Nunmehr soll durch die Vorlage des Reichssincmzministers zur