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Nrnnrner 229. Einzelnummer 10 «t, SonntaqS 15 Pf. Sonntag, 28. September 1924. Einzelnummer 10 Pf^ sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Kampf um die Kabinett-Erweiterung.

Realpolitik.

Innen- «ud antzenpot»tische Bemühungen.

Die Lage, in der sich seit Jtchren da« deutsche Reich befindet, gestartet gar nichr, etwas anderes als Realpolitik zu treiben, das heißt, alles Er­reichbare zum Nutzen deS Vaterlandes zu ver­wirklichen. Es muß dabei di« Grundauffalsung herrschen, daß der Begriff Vaterland das g a n« z e Volk umschließt. Weder die Sonderdestrebun- gen der extremen Rechten noch die der extremen Linken lassen flch somit vereinbaren, sondern lediglich! die Gemeinsamkeit«.Beftre- bungen auf breiter Grundlage. Daß eine solch« Politik nur Erfolg verspricht, wenn sich die großen Parteien, die staatsbejahend und aufbaubereit sind, zu gemeinsamer Arbeit ver­einigen, ist so selbstverständlich, daß es säst un» begreiflich erscheint, warum diese breite BasiS nicht schon lange geschaffen worden ist. Aber das Auseinanderstreben deutscher Volksteile, die nur Parteidogmatik als höchste Lehre ken­nen, ist eine alte Untugend, die man schon viel zu lange zu beschönigen versucht hat. Wenn die bisherigen Reichsregierungen immer nur mit einer knappen parlamentarischen Mehrheit ar­beiteten und in manchen Fallen selbst ohne eine Mehrheit handeln mußten, so war das em Nor- bchelf den man nur vorübergehend anerkennen kann. Wenn jetzt Bestrebungen im Gange fntb, die eine große Zusammenfassung wollen, so ist das nur guizuheißen und zu unterstützen.

Die Frage der Rsgiernngs-Erwrrtrrung steht im Bor«rg, ur.de der politischen Erörterungen. Es ist bedauerlich, daß die Mtttelparteien, die gegenwärtig die Regierungskoalition btlben, der Deutschen Volkspartei allein die Arbeit zum Zirsammenschluß überlassen und in einer abwartenden Haltung verharren. Diese Arbeit ist umso erstrebenswerter, als die Deutsche BolkSpattei selbst erklärt, daß das Ziel nicht die Schaffung eines »Bürgerblocks- ist, sondern die Herbeiführung einer Volksgemeinschaft. Die Deutschnationalen sollen zunächst zur Mit­verantwortung an der Regierung herangezogen werden, um durch die wertvollen politischen, so­zialen und wirtschaftlichen Kräfte das Ganze zu stärken Nachdem die Deutschnationalen mit der Reichstags-Abstimmung am 29. August den Londoner Abmachungen und dem Dawesgut­

achten zugestimmt hocken, ist anzunehmen, daß sie auch an der Durchführung der d,rdurch er­forderlichen Maßnahmen mithelfen werden. Es sind jedenfalls durch jenen Reichstagsbeschlutz Richtlinien festgelegt, die uns in der Fnnen- unb Außenpolitik die Möglickckeit geben, vor­

wärts zu kommen. Wie weit unsere wirt- schaftliche Kraft reicht, wirb sich dabei Heraus­stellen. Es wäre natürlich auch für die Er­reichung des Zieles von Vorteil, wenn die So­zialdemokratie die Verantwortung bei der Ar- beft, die für das Volksganze geleistet werden soll, mittragen würde. Aber ße hat die Heran­ziehungs-Versuche der Deutschen Volkspartei, wie diese erklärt, zurückgewiesen

Dor der Schaffung der großen Koali­tion bestehen noch Bedenken in den Kreisen der DemoSraten und des Zentrums gegen die Deutschnationalen. Die Neigung der Demokra- ten nach links steht noch hemmend im Wege und eine feste Stellungnahme ist noch nickt erfolgt. Das Zenttum hat zu verstehen gegeben, daß der gegenwärtige innen- und außenpolitische Kurs der Reichsregierung nicht verlassen werden darf, wenn die Deutfchnationalen an den Regierungsgeschöftkn teilnehmen wollen. In den Kreisen der Deutschen Volkspattei ist man geneigt, wie uns ein Berliner Telegramm ge­stern meldete, diese Auffaflung der Zentrums- führer zu unterstützen Wenigstens mürbe die Deutsche Volkspartei eine Aenderung der bis­herigen Außenpolitik nicht »ul-rfsen. da sie her Meinuwt ist, daß in den Beziehungen Deittschlands zum Auslande, desgleichen in der Völkerbundfrage feste Wege vorgezcichnet und. von denen man ohne Schädigung der deutschen Interessen nicht abgehen darf. Auch innen­politisch kann die Deutsche Volkspattei kein wesentliches Interesse haben, den bisherigen Weg des friedlichen Wiederaufbaues und Aus­gleichs zu ändern In der Sache selbst besteht allo kein großer Unterschied in der Auffassung dieser beiden Patteieu. Es ist leider vorauszu­sehen ift, daß sich die Verhandlungen um die große Koalition noch bis zum Wiederznsam- mntritt des Reichstags hinziehen werden, zumal sich jetzt ein Linksblock gegen eine Rechtskoali- tion bilden möchte.

Inzwischen ist in der Frage des Beittttts zum Völkerbund die Haltung der Reichs- regierung so weit geklärt, daß die an unsere Bot­schafter gesandte Denkschrift am .Montag den Völkerbundmächten überreicht werden soll. Darin werden die Bedingungen Deutschlands mitgeteilt. Das Kabinett wird zu einer Sitzung zusammentreten, um über die diplomatische Fühlungnahme zu beraten. Sehr bedeutsam ist,

Denkschrlst an den Völkerbund.

Die deutsche« Bedingungen find unterwegs.

Berlin, 27. September. (Telegraphische Mel­dung.) Me gestern abend mitgeteilt wurde, ist da« deutsche Memorandum an die in Frage kom­mende« deutschen Botschafter und Gesandten o6- gesandt worden. Die lleberreichung erfolgt über­all gleichzettig am Montag. Wie in politischen Kreisen verlautet, nimmt man a«, daß wegen der Zuweisung eines ständigen Ditzes im Völker- bundSrat für Deutschland keine Schwierigkeiten mehr gemacht werden dürsten, aber das Memo­randum geht trotzdem auf diesen Punkt ein. Schwieriger dürften stch schon die Berhältniffe gestatten bei den anderen im Memorandum be­handelten Fragen, besonders nach der Richtung, daß Deutschland gegebenenfalls aktive militä­rische Beteiligung an irgend einem Unternehmen des Völlerbundes ablehnen muh. Weiter, daß es fick) nicht an der Vornahme irgend einer Blok- !obe beteiligen kann und endlich, daß ein D u r ch- zug fremder Truppen durch Deutschland für uns mittagbar ist. Es ist im Memorandum zum Ausdruck gebracht, daß diese ablehnende Haltung Deutschlands solange einfache Selbstver­ständlichkeit ist, wie Deutfchland alleinabge- rüstet hat und die anderen Mächte noch nicht. Die Regierung will den Wortlaut des Memoran­

dums vorläufig nicht veröffentlichen. Eö ist übrigens mit voller Uebereinstimmung im Ka­binett zustandegewmmen.

Da« «chleds- und Sankttonsprowwll.

Gens, 27. Swtember. (Eigener DrahÄettcht) DaS Hauptereignis der gestrigen Debatte im ersten Ausschuß über das SchiedS- und Sank- tionsprotokoll war eine lebhafte Aussprache über einen japanifchen Zusatzantrag zu Attikel 5, wo- nach der Bölkerbundsrat stets verpflichtet sei, zwischen den Parteien eine Versöhnung an­zubahnen. Die Debattt nahm einen außer- ordentlich lebhaften Verlauf. Sir Cecil Hlttst- England wendete sich gegen bett ly*n'f°>cn Zufatzanttag. Loucheur-Frankreich erklärte da­gegen sehr eindringlich, daß er den Antrag bestens unterstützen werde. Der japanische Delegierst Adatschi erttärte mit großer Feierlichkeit, daß, nachdem sein Antrag keine Aussicht habe, ein« stimmig dmchzugehen, er sich leider gezwungen sehe, ihn zurückzuziehen.

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Steine Suftoerung fOr Deutschlands

Paris, 27. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Die Abendblätter berichten ans Genf, daß Dr. Nansen erklärt hat, bei der Unstrre- bttttfl zwischen ihm und Marz sei überhaupt kein Wort von einem Sitz Deutschlands im Böl­kerbundsrat gefallen.

wenn die kürzlich gebrachte Mitteilung zutrifft, daß der norwegische Dötterbundsbelegierte Nan­sen die Zusicherung gegeben hat, der Völkerbund sei bereit, wenn im Oktober ein amtlicher Zu- lassnngsanrrag gestellt werde, noch vor Ende des Jähres eine außerordentliche Tagung einzube­rufen. Es ist aber nicht wahrscheinlich, daß dies so schnell geschieht, denn die Antwort der Völkerbundmächte auf die deutsche Denkschrift wird lange auf sich warten lassen, weil Frank­reich und Belgien ben deutschen Bedingungen wenig Entgegenkommen zeigen werden. Man glaubt aber in Berliner Regierungskreisen, daß die Stimmung bei ben Alliierten sich so ent­wickeln wird, daß im kommenden Jahre der Eintritt Deutschlands vollzogen werden kann. Gleichberechtigung ist die Voraus­setzung! K F. D.

Schwierig? Kabinettsfrage.

Linksblock gegen, Rechtskoalition.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 27. September.

Wie wir aus demokratischen Kreisen erfahren, würde die Bildung einer Rechtskoalition mit Einfchluß der Deutfchnationalen zu einem Zusammenschluß der Linksparteien zu einem Linksblock sichren. Die demokratische Partei würde die Opposition der Sozialdemokratie nach­drücklichst unterftützttt, um einer Rechtsorientie­rung der Regierungspolittk entgegen zu arbeiten. Die Demokraten und Sozialdemokraten rechnen damit, daß auch per linke Flügel des Zentrums sich veranlaßt sehen würde, das aeEossene Dor­geben eines Linksblocks nachdrücklichst zu fördern. Den Beweis der ttelbewutzten Haltung deS lin­ken Zentrums sähe man darin, daß es an der Be­wegung deS republikanischen Reichsbanners Schwär z-Rot-Gold hervorragend Anteil nehme und sich tatkräftig gegen die detttschnationalen Bestrebungen wende.

. Deuifchnofionale Sstflungnahme.

Berlin, 27. September. (Privattelegramm.) Die „Deutschnationale Korrespondetrz" schreibt u. a. zur politischen Lage: Der auf Beschluß des Parteivorstandes der Deutfchnationalen Volks- Partet erfolgte Schritt bei der Reichsregierung gibt wie mit Befriedigung festgestellt werden kann die Hoffnung auf ein Fortfchreiten der poli­tischen Ettwicklung im staatsbürgerlichen Sinne. Auch die Mitteilung, daß der Reichs­kanzler feinerfeit-S die Initiative zur weiteren Entwicklung ergreifen wird, zeigt, daß ernsthaft an die Heranziehung der sechs Millionen deutsch- nationaler Wähler zur Deutschen Bolksgemein- schaft gedacht wird. Es wird nun darauf an- kommen, welche Entfchließungen die Deutsch- uationale Reichstagsftaktion und die Patteiver­tretung am 29. und 30. September fassen werden.

Neue BefyreGuusen.

Berlin, 27. September. (Privattelrgrmm.) In der Frage der Regierunaserweiterung haben gestern Befprechnngen zwischen den Vettrttern der Volkspartei und der Deutfchnationalen Par­tei stattgefunden.ff Sie haben ergeben, daß die Teutschnationalen eine bedingungslose Entsen­

dung von Männern der Pattei in das Reichs­kabinett ohne gleichzeitige Entfernung der Sozialdemokraten aus dem preußischen Kabinett nicht mitmachen. Infolgedessen ist von größerer Bedeutung eine Erklärung des Wahlttttfes Ber­lin der dcntfchen Volkspartei für eine Regie­rungsumbildung jn Preußen.

KohlenNeferung und preise.

Rene Beschlüsse der Reparationskommisfion.

(Eigene Drahtmeldung.)

PattS, 27. September.

Die Reparationskommission trat gestern unter dem Vorsitz Barthous in der üblichen Freitags- sttzung zusammen, die fast gänzlich der Bericht- erstattung über die deutschen Reparations­zahlungen gewidmtt war und sich hauptsäch­lich mit dem Budget für die Monate September und Oktober befchäftigte. Für den Monat Sep­tember wurde die Höhe der Kohlenliefe­rung »m 5 vom Hundert vermindett und gleich­zeitig bestimmt, daß die verlangten Preife für Kohlen um 10 vom Hundert, für Koks um 8 vom Hundert herabgefetzt werden. Die franzö- stfch-belgifche Eilenbahnregie hat 11 Goldmatt für die Tonne Kohlen zu bezahlen. Das Kohlen- lieferungSprogramm für den Monat Oktober soll in einer späteren Sitzung bestimmt werden.

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Die ermäßigten Nuhrkohlenpreift.

Essen, 27. September. (Telegraphische Mel­dung.) Die Zechenbesitzerversammkmg der Ruhr­kohle A.-G. hat am 26. September mit Wirkung vom 1. Oktober eine Kohlenpreisermäßigmig um etwa 10 Prozent beschlossen.

Deutsche LuftschUahrt.

Gegen die Beschränkung des Flugzeugbaues. (Privat-Telegramm.)

Dessau, 27. September.

Der Chef des englischen Zivilluftfahr- roefenS General Brancker kam auf Einladung von Prof Junckers gestern vormittag im Flugzeug von Berlin hier an zum Besuch der Juncker- Flugzeugwerke und der Zentralleitung des Juncker-Lustrettehrs Rach Besichtigung der Werke fand über die technischen und kommer­ziellen Aussichten des Luftverkehrs und besonders über eine deutsch-englische Zusammenarbeit eine informatorische Aussprache statt, wobei Professor JunckerS die Notwendigkeit einer Aufhebung der Ver­sailler Beschränkungs-Bestimmungen für den deutschen Flugzeugbau hervorhob," an der auch England mft seinem ungeheuren Kolo­nialbesitz unmittelbares Interesse habe. General Brancker äußerte, da« die Verhandlungen über die Gleichstellung Deutschlands in der Zivilluftfahrt tron aewisser Schwierigkeiten in gutem Fluß seien , . „ - — —,

Seburten-Nückganki.

Trübe Folgen des Krieges.

Während des Krieges war Hunderttausenden das Eingehen einer Ehe unmöglich gemacht, die Zahl der Geburten ging 1917 und 1918 aus die Hälfte deS Jahre 1913 zurück. Rach dem Kriege nahmen die Heiraten rasch zu. 1920 ka­men auf 10000 Einwohner 145. im Jahre 1922 noch 111 Eheschließungen, wWcend btete Ziffer für 1913 nur 77 betrug. Ader die Hoff, nun«, daß damit eine entsprechende Zunahme her Geburten verbunden sein würde, wurde enttäuscht. In keinem Jahre nach dem Kttege erreichte die GebuttSztfser in Deutschland wieder die Höhe des Jahre« 1913. Auf 10000 Einwohner kamen in diesem Jahre 275 ‘ebenbge. bereue, 1920 war diese Zahl 259, im Jahre 1922 nur 228 und 1928 nur noch 208. Trotz der gün. stigen Sterblichkeit in den NachmegSjahren blieb der Gebuttenüberschuß Über die Sterbe» fälle gegen früher weit zurück. Er ist, auf 10000 Einwohner berechnet, 1922 auf 85 und 1923 auf 70 zurückgegangen. Allerdings ist die GebuttSziffer auch In nahezu allen anderen Staaten Europas nach dem Kriege geringer al« vorher. Sie ist von 1913 bis 1923 gesunken in England von 239 auf 204, in der Schweiz von 232 auf 196. in den Niederlanden von 282 auf 259, in Dänemark von 256 auf 225, in Schweden von 232 auf 196 usw. Frank- reich hatte allerdings 1922 mit 193 eine etwa«! höhere Gebuttsziffer als 1913, weil ihm Elsaß- Lothringen mit seiner die französische überragen, den Gebuttsziffer zufiel. Die hohe Sterblichkeit in Frankreich (175 im Jahre 1922 gegen 143 in Deutschland) drückte aber den Geburtenüberschuß auf 18 herab.

Die allgemeine Neigung, die Kinderzahl in der Familie klein zu halten, hat demnach seit dem Kriege in ganz Europa Fortschritte gemacht — in Deutschland in viel höherem Grade als in anderen Ländern, da in Deutschland zu den allgemeinen Gründen der Verringerung der Ge. burtenzahl die schwerste wirtschaftliche Not und der Verlust der Gebiete im Osten mit ihrer hohen Gebuttenziffer siel. Ein so (tar­ier Rückgang bet Geburtenziffer konnte nur dadurch zustande kommen, daß bei der Land- bevölkerung die Gebutteniverhütung in weitem Maße üblich geworden ist. Es wäre verkehrt, in dem unheimlich starken Rück­gang der Geburtsziffer in Deutschland einen Vortest zu erblicken, weil in der Gegenwatt die Schwierigkeiten des Arbeitsmarttes und der Er- näfrung eine kleine Bevölkerungszahl wünschens­wert erscheinen9 lassen. Frankreich hätte die größte Freude daran, wenn unser Gebuttenüber- schuß, der es seit Jahrzehnten in Unruhe der- setzt hat. immer mehr dahinschwinbet. Jeder Ge­buttenüberschuß erzeugt einen Druck im Jn- nem, der sich selbsttätig auch nach außen fühl­bar macht; ein cm Zahl zunehmendes Volk ist ge­zwungen. seine Kräfte aufs höchste anzustren- gen um feine Leistungsfähigkeit zu steigern. Wir- de pch dem em Volk im Zustand der Mutlosig- keil und Erschlaffung dadurch entziehen, daß es die Geburtenzahl soweit herabdrückt, daß eine Zunahme nickt mehr statffindet, so wäre sein Verfall nur eine Frage der Zeit,

Henammhingtftörung und Schießerei

Kommunisten und Völkische.

Berlin, 27. September. "

In einer deutsch-völkischen Versammlung in Weißenfee bei Berlin entstand vorgestern abeno eine Prügelei zwischen Deutschvölkj- fchen und Kommunisten. Dabej fielen mehrere Schüsse, durch die nach der B. Z. vier Personen verletzt wurden. U. a. wurde ein Rentier durch einen Revolvettchuß in den Ober­schenkel getroffen und mußte nach dem Kranken­haus gebracht werden. Ein Arbeiter, aus Wei­ßenfee starb infolge eines Bauchfchusses auf dem Wege nach dem Krankenhaufe. Zwei Ver­letzt e wurden von ihren Freunden in Sicher­heit gebracht. Die P°v l i z e i nahm neun Per- wnen fest, bei denen Revkver, Gummiknüppel und Schlagttnge gefunden wurden. Rach der zwangsweisen Räumung des Saales fand man unter den Tischen und Stühlen vier Pi- stohlen, vier Gummiknüppel, zwei Dolche, vier Schlagttnge und eine Eierhandgranate, die glücklicherweise versagt hatte.

Zwischen <5taBi6c!m und Schwarz-rok-gow

Altona, 27. September. (Privattelegramm.s Im Zusammenhang mit einer Fahnemveibe des Ltahlhelm kam es zu Zusammenstößen zwischen stahlhelmmitgliedern und Angehörigen des Retchsbanners Sckwarz-rot-gold. E s entspann sich eine heftige Schießerei, in deren Verlaus ein Kriminalpolizeiassistent namens Meyer, bei sich Mit mehreren anderen Kriminalbeamten ben