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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 227.

Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.

Freitag, 26. September 1924. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

VeulWauds Bedingungen zum Völkerbund.

Die Dölkerbunöfrage.

Deutschlands Bedingungen.

Der deutsche Ministerrat, der die Völkerbund­stage beriet, ist verhältnismäßig schnell zu einem Beschluß gekommen, und alsbald wurde die amtliche Erklärung verbreitet, die den Stand­punkt des Reichskabinetts sestlegt. Allerdings waren ja bereits wichtige Besprechun­gen vorangegangen, um den gegenwärtigen Stand der Dinge zu klären: der Besuch Nansens beim Reichskanzler und die -Unterredung Dr. StresemannS mit Lord d'Abernon, der mit der Beantwortung der deutschen Anfrage bei der englischen Regierung beauftragt war. Man kann die Auskünfte, die unsere Staatsmänner bei diesen Gelegenheiten erhalten haben, je nach Geschmack positiv oder negativ nennen. Der Wunsch nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ist zweifellos erneut und deutlich zum Ausdruck gekommen, aber die bündige Er­klärung, daß die Erfüllungen der deutschen B e - diugungeu gesichert sei, hat keiner der Vermittler abgeben können.

Warum das noch nicht geschehen ist, liegt auf der Hand. Man braucht nur einen Blick in die französischen Blätter zu werfen und wird dort feststellen, daß in dem Frankreich Herriots, das dieser Ministerpräsident doch nur sehr un­vollkommen zu beherrschen scheint, noch tausend Bedenken und Einwände gegen die Auf- nähme Deutschlands in den Völkerbuno be­stehen, sobald die selbstverständlichen Voraus­setzungen für den Eintritt zur Debatte stehen. Namentlich taucht der Gedanke auf, erst die Be­endigung der Militärkontrolle in Deutschland abzuwaiten. Sodann klammert man sich an das Völkerbundsstatut, das in Versailles für die Si-eger ausgearbeitet wurde, und will keine Ausnahme" für Deutschland zugestehen. Alle­dem liegt die Besorgnis zu Grunde, daß der ge­heiligte Vertrag von V'ersailles ins Wanken geraten könnte, wenn erst einmal ein Stein ausgebrochen ist. Uns kommt es ja auf Formfragen weniger an; ob der Völkerbund als solcher" den ständigen Ratssitz für Deutschland beschließt oder ob die Großmächte einzeln sich dazu verpflichten, ist uns einerlei. Aber an der Grundeinstellung, daß das Reich nur als gleichberechtigte Großmacht in den Völkerbund eintreten kann, halten wir unverrückbar fest. Daß eine solche Lorderu.rg mit demGeist" von Versailles unvereinbar 'st, läßt sich nicht bestreiten; ebensowenig aber, daß ein friedliches Zusammenleben der Völker über­haupt so lange ausgeschlossen ist, wie jener Geist" noch lebendig ist. Daran müssen sich die Franzosen nun einmal gewöhnen. Machen sie heute noch Schwierigkeiten und suchen die Entscheidung zu verzögern, dann können wir in aller Ruhe erklären: wir haben ja ebenfalls durchaus keine Eile mit dem Völkerbund!

Die Erklärung des Reichskabinetts zeigt sich in der Form entgegenkommender. Sie spricht grundsätzlich den Willen zum baldigen Eintritt in den Völkerbund aus. Aber man braucht nicht stark in der Kunst des Zwischendenzeilenlesens zu sein, um zu erkennen, daß hier die taktisch.' Absicht vorherrscht, die Verantwortung für die voraussichtlich eintretende Verzögerung der a n d er e n Seite', nämlich den Franzosen, zuzuschieben. Von einem sympathischen Stolz ist der zweite Absatz diktiert, der feststellt, daß die ganzen gegenwärtigen Arbeiten des Völker­bundes ohne die Mitwirkung Deutschlands zwecklos sind. Daran schließt sich logisch die Forderung, alsgleichberechtigte Hmiptmacht" behandelt zu werden. Die Sondierungen, die bisher vorgenommen sind, werden als aussichts­reich hingesiellt, wodurch wohl ein Druck auf die bisher noch Widerstrebenden ausgeübt werden kann. Tenn »dieabschließenden" Feststellungen, ob die von Deutschland geforderten Garan­tien auch wirklich gewährt werden, soll ja nun erst das Auswärtige Amt vornehmen Sie wer­den sich nicht allein auf den ständigen Ratssitz beziehen, sondern auch aufbestimmte andere hiermit untrennbar zusammenhängende Fra­gen", wmnit in erster Linie die Kriegs­schuldfrage gemeint ist.

Hiernach kann es keinem Zweifel unterlie­gen, daß ein deutsches Ausnahmegesuch während der gegenwärtigen Tagung des Völker­bundes nicht m'ehr in Betracht kommt. Man hat ja auch schon eine außerordentliche Tagung für den I a n u a r ins Auge gcftcht, und es wird

uns Deutschen vollauf genügen, wenn bis dahin die von uns gestellten Vorfragen geklärt sind. Daß die Reichsregierung sich nicht auf unver­bindliche Aeußerungen und Versprechungen ein« lassen, sondern klar formulierte Erklärungen fordern wird, halten wir, nach der bisherigen Haltung, für absolut selbstverständlich.

Die deutschen Bedingungen.

Bor dem Beitritt zum Völkerbund.

(Eigene Trahimeldung.)

Berlin, 25. September.

Das Auswärtige Amt besaßt sich jetzt gegen­wärtig mit der Ausarbeitung eines Memo­randums, das den zehn im BölkerbundSrat vertretenen Staaten übereicht werden soll. Die­ses Memorandum hat den Zweck, die Frage», deren Lösung Deutschlands Eintritt in den Völ­kerbund ermöglicht, zu klären. Zu diesen Fragen gehört auch die Garantie, daß Deutschlalnd als gleichberechtigte Hauptmacht im Bölkerbundsrat vertreten sein wird. Desgleichen muß Sicherheit dafür gegeben werden, daß Deutfchland nicht noch einmal zur Anerken­nung des Friedensvertrages gezwun­gen wird. Die Stellung der maßgebenden Staa­ten zu all diesen Fragen muß völlig klar sein, da zur Ausnahme in den Bölkerbundsrat Einstim­migkeit ersorderlich ist. Sobald die Arbeiten an diesem Memorandum abgeschlossen sind, wird der Entwurf einem Kabinettsrat vorgelegt werden. Nachdem der Kabinettsrat sich über das Memorandum schlüssig geworden ist, wird es den fremben Staaten überreicht werden. Sobald die Antworten auf baS Memoran­dum eingelausen sind, ist eine Konferenz der Mi­nisterpräsidenten der Länder vorgesehen

»erelttotnigfeit und Garantiewünsche.

London. 25. September (Eigene Drahtmel­dung .) Nach einem Reuterbericht hat der deutsche Botschafter Sthamer am Mittwoch mittag dem englischen Kabinett amtlich den Beschluß der deutschen Regierung über die Bereitwillig­keit Deutschlands, dem Völkerbund beizutreten, überreicht. Im Anschluß an diese Neber- reichung sand eine längere Besprechung des Premierministers Maedonald mit dem deutschen Botschafter statt, die sich mit den Garantie wünschen befaßte, die Deutschland seiner Bereit- schaftserklärung beigefügt hat und über die das englische Kabinett sich eingehend mit den in Genf vertretenen Mächten in Verbindung setze» wird.

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Optimismus In England.

London, 25. September. (Eigene Drahtmel- dung.) Der LondonerTimes" zufolge hält der Optimiusmus in England hinsichtlich des Eintritts Deutschlands in den Völker­bund »«geschwächt eit, nzos besonders darin seinen Ausdruck findet, vast der Stand der Wet­ten bei Lloyds für einen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bis spätestens 15. Oktober (?) von 10 zu 1 auf 15 zu 1 gestiegen ist.

Die DMlerbunö-TaFUNg.

Beratungen in den Kommissionen. (Eigene Drahtmeldungtt

Genf ,25. September.

Die Tagung des Völkerbundes ist, nachdem das allgemein erwartete deutsche Aufnahmegesuch sich verzögert hat, in die vorherige Interesse­losigkeit zurückgesunken. Innerhalb acht Tagen hat die Bollversammlung nur eine einzige Ple­narsitzung abgehalten, die über den Beschluß formaler Entschließungen nicht hinausgekommen ist. In der Kommission für technische Organisa­tionen wurde am Mittwoch der italienische An­trag angenommen nach Einberufung einer inter­nationalen Wirtschastskonferenz zum Zwecke der Aushebung sämtlicher Ausfuhr- und Einsuhrbc- schränkungen. Die dritte Kommission beschäftigte sich mit den Schteds- und Sanktions­fragen. Präsident Motta erklärte am Mitt­woch, er halte bei einer etwaige» Verzögerung des deutsche» Aufnahmegesuches über den 1. Ok­tober hinaus, den schwedischen Vorschlag nach Einberufung einer Sonderkonferenz zu Mitte November für sehr beachtsam.

Lim das SankUonsverfatzreri.

Genf, 25. September. (Eigene Drahtmeldung.) Tie gestrige Nachmittagssitmng des dritten Ber sammlungsausfchuffes galt durchweg dem für das Sanktionsverfahren wichtigen Artikel 12. Der Berichterstatter Benesch gab zunächst einen

ausführlichen Kommentar über das vorgesehene Sanktionsfystem. Er erklärte u. a.; Keiner be­hält praktisch die Freiheit, nichts zu unterneh­men, da ja die Feststellung des Angreiferstaates als Folge der Eröffnung des Schiedsverfahrens und der provisorifchcn Maßnahmen vor sich geht. Der Rat ist gezwungen, stets den Angreifer fest- zustellen. Also durch die Feststellung des An­greifers wäre jeder Einzelne verpflichtet, Sank- twnen aller Art durchzusühren. Die Durchfüh­rung erfolgt durch Gutachten des Rats und in Nebereinstimmung unter den Regierungen, die angeben können, watz sie tun werden, wobei ihre besondere Sage in Betracht gezogen wird.

Um die Kabinettsfrage.

Die Regierungsverhandlungen sind vertagt.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 25. September.

Die Tatsache, daß das Reichskabinett in sei­ner Sitzung vom Dienstag die Frage der Re­gier ungsumbilduno überhaupt nicht er­örtert hat, hat in den deutschnationalen Kreisen außerordentlich großes Aussehen hervorgerufen. Man will wissen, daß Reichskanzler Dr. Marx sich entchieden gegen die Erörteung dieser An­gelegenheit gewandt hat, die nach feiner Auffas­sung noch nicht spruchreif ist. In den Kreisen der Zentrumspolitiker verlautet auch, daß die Zentrumspartei nach wie vor die Bil­dung einer Bürgerblockregierung bekämpft und es vorläufig ablehnt, mit der Deutsche» Volkspartei zu dieser Frage in nähere Fühlung zu treten. Da gegenwärtig bereits einflußreiche Parlamentarier in Berlin versammelt find, ivurde von volksparteilichen Kreisen der Versuch unternommen, mit einigen Zentrumsführern in eine unverbindliche Besprechung über die Regie­rungsfrage einzutreten. Die Zentrumsführer lehnten jedoch, wie wir erfahren, eine solche Be­sprechung ab, indem sie daraus hinwiese», daß die Zentrumspartei »och nicht Gelegenheit ge­habt habe, sich mit dieser Angelegenheit näher zu befassen. Weiterhin erklären die zentrums- oftiziöse» Kreise, patz die Zentrumspartei sich an keinerlei Abmachungen gegenüber den Deutsch- nationalen gebunden fühle. Die Initiative zur Umbildung der Reichsregierung liegt also wei­terhin ausschließlich bei der Deutschen Volkspar­tei und den Deutschnationalen, die vor dem Wie- derzusammentritt des ReichStaes nicht in der Lage sein dürften, entscheidende Schritte in die­ser Frage zu unternehmen.

Der Äentrumsparteitag

Berlin, 25. September. (Privattelegramm.) Die Berschiebung des Zentrumsparteita- g e s, der nunmehr erst am 27. Oktober in Frank­furt a. M. zusammentreten wird, ist hauptsächlich deswegen erfolgt, weil die Leitung der Zen­trumspartei di- Regelung der Regierungs- frag enoch zu verzögern gedenkt. Hinzu kommt noch, daß sich das Zentrum noch mit wich­tigen politischen Fragen, unter anderem mit dem Schicksal der großen Koaliton in Preußen befas­sen muß, ehe es eine einheitliche Entschließung zu der gegenwärtigen politischen Lage fassen wird.

Aus dem besetzten Gebiet.

Die beutfdfen Zollgesetze und Tarife.

Koblenz, 25. September. (Eigene Drahtmc!- dung.) Die Verhandlungen in der Unterkom- mifjion für Zo11fragen sind, soweit zollrecht­liche Fragen vorliegen, zu einem gewissen Ab­schluß gelangt. Die allgemeine Zollregieverwal­tung ist in weitgehendem Maße mit den deut­schen Zollgesetzvorschriften nd den dazu gehöri­gen Ausführungsbestimmungen und sonstigen Anordnungen versehen und hat damit ihre Dienst­stellen versorgt, die nach den Londoner Ab­machungen verpflichtet sind, vom 1. September ab bei Erhebungen jeder Art nur die im unbe­setzten Deutschland geltenden Gesetze und Tarife anzutoeuden. Die weiteren Verhandlungen, die im wesentlichen die wichtige Frage der Wieder- zulaffung der deutschen Zollbeamten zum Dienst in dem besetzten Gebiet zum Gegenstand haben, haben eine befriedigende Lösung noch nicht erzielt.

Limwandiung des Ministeriums.

Berlin, 25. September. (Telegraphische Mel­dung.) Wie ein Telegraphenbüro wissen will, besteht bei der Reichsregierung die Absicht, das Ministerium für die besetzten Gebiete in abseh­barer Zeit ei» Staatssekretariat umzuwandeln, das wie früher dem Reichsinnen­ministerium augegkiedert würde. Bisher liegen feste Beschlüsse noch »ich: vor, doch ist anzuneh- men, daß diese Frage gleichzeitig mit der Aus- rollung der Kabinettsumbildung akut wird.

Das kämpfendeShina

Mit Feder und Kurbellasten.

Don den Reiscdriefcn unseres Mmrrbei. ter« Colin Stotz bringen wir Wied« eine aktneae Schilderung an dieser Stelle. Es war an einem der ersten Tage in T i e n t- s i n (Nordchina). Wir wollten in die Chinesen­stadt, und unsere Rikschas rollten durch die eine lange, elegante Straße, die bald Mlsonstteet, bald Victoriaroad, bald Rue de France heißt und auf der chinesische Polizisten mit indischen Sikhs und anamitischen und japanischen Polizei­soldaten wechseln, je nachdem es sich um die eng­lische, die französische, die japanische oder eine sonstige Niederlassung handelt. Diese Straße gibt es in alle» den Europäern geöffneten Häsen. In manche» dürfen die chinesischen Kulis nicht aus den Bürgersteigen gehen, oder es gibt Parks und Promenaden, die den Einheimischen ver­schlossen sind. Aus dieser schöne» und für die Europäer so beruhigenden Straße waren wir gerade heraus und bogen in das chinesische Tientsin ein, als eine heranwogende Menschen­menge die Straße sperrte. Es war ein endloser Demonstrationszug. In jeder Gruppe wurden breite Bänder mit Inschriften an zwei Stangen getragen oder bedruckte Fahnen. Es waren Studenten, Schüler, Kaufleute, Mittel­klasse jeder Att, auch Kulis und auffälligerweise eine große Anzahl Mädchen und Frauen. Sie alle schrie» und schwangen kleine Fähnchen.

Es wäre vielleicht ein wenig unheimlich gewesen, wenn nicht so viele Polizisten dagestanden; allein trotzdem sprangen ein paar Demonstranten erbost auf uns zu und wollten uns verbieten, den vor- beimarschlerende» Zug zu photographieren. Es war ein Demonstrationszug Mr Feier des soge­nanntenE r ni e d r i g un g s t a g e s", an dem am Zähre 1915 Japan an China die einund­zwanzig Forderungen überreichte. Die Flut von Ereignisse» in und nach dem Weltkrieg mit ihre» für jede europäische Nation so unmittelbar fühlbaren Folgen hat es mit sich gebracht, daß in dem Bilde, das man sich in Europa und ins­besondere in Deutschland von der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung außerhalb unseres Kontinentes macht, eine Lücke klafft. Das gilt in erster Linie von China, von dem wir nie viel wußten. Die 21 Forderungen waren ein groß angelegter Versuch I a p an s, die Bindung der übrigen Großmächte durch den Weltkrieg dazu zu benützen, mit einem Schlage

ganz China in die Hand zu bekommen. ; In den ersten vier Gruppen der 21 Forderungen verlangten sie nur die Sicherung und Anerlen- nung ihrer besonderen Stellung in der Mand­schurei und wirtschaftliche Vorrechte. Die berüch­tigte Gruppe 5 jedoch forderte die Zulassung von japanischeu Ratgebern zu allen Mi­nisterien und höheren Kommando­stellen und praktisch die Ausschließung der übrigen Mächte aus der weiteren Entwicklung der chinesischen Wirtschaft. China war militärisch wehrlos, die Großmächte abgesehen von dem damals noch ungerüsteten Amerika durch den Weltkrieg gebunden. Es war, wie ein japani­scher Politiker mit Recht sagte, eine Chance, wie sie sich einem Volke einmal in tausend Jahren bietet. Ich sprach mit einem sehr klu­gen Chinesen, der mir die folgende, zunächst ver­blüftende Ansicht entwickelte: China hat häufig s r e m d st ä m m i g e Dynastien als Herrscher Über sich gehabt. Vielleicht konnten und könne» nur sie unser sonst so leicht auseinanderfallendes Volk zusammenhalten. ^etzt, nach der Revolu­tion, würden viele Chinesen eine» fremden Herr­scher, der Ruhe und Sicherheit wiederherstellt, nicht ungern sehen. Schließlich: was bedeutet für China ein fremdes Herrscherhaus!

ttnfet Volk hat noch jedes Fremde in sich aufgesaugt!

Gut, die Japaner erobern «China. Tann würde ihr Kaiser feine Residenz von Tokio nach Peking verlegen, die Japaner würden Chinesen werden, genau wie vor ihnen die Mandschus und dir Mongolen, und ihre Inseln würden eine Außrn- provin, des Reiches der Mitte. Aber Japan hatte doch nicht den Mut zu dieser ungeheure» Tat. Trotz der iapanftchen Einschüchterungsver­suche gab die chinesische Regierung den wahren Inhalt der 21 Forderungen bekannt. Die Groß­mächte protestierten, Amerikas Haltung wurde drohend, und Japan zuckte zurück, begnügte sich mit der Annahme erheblich bescheidenerer For­derungen. die ihm lediglich seine Stellung in der Mandschurei sicherte». Sicherten? Ich lasse mir die Rufe der Demonstranten und die Inschriften auf ihren Fahnen übersetzen: Gebt uns Liaotung wieder!"

Heraus mit der Mandschurei!"

Her mit Port Arthur und T-airen!" Japan kann in Ruhe diese Drohungen hören. Es wird auch nicht zu Ausschreitungen gegen japanische Ge­schäfte kommen wie früher schon einmal. Seit gestern liegen auf dem Peiho vier japanische Torpedoboote. Aber die tausendjährige Chance ist doch verpaßt. Tie 21 Forderungen