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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

N««kiner 223.

ten Betli Bott 21/»

Anzeigen mH röofftt. 28/80 :r961 0.962.

Bor DeulWauds MM in den BöKerbunh.

DeutManbs (Eintritt

Verl

über die Gleichberechtigung.

Die nächste Sitzung des Reichskabinetts, die am kommenden Dienstag bevorfteht, dürfte sich zunächst mit der Frage der Kriegsschuldno- t e befassen. Es darf angenommen werden, dass der bisher bekannt gegebene Standpunkt der Rcichsregierung bestätigt werden wird, wonach die Absendung der Rote bis auf weiteres unterbleibt und ein geeigneter Zeitpunit abgewartet wird, um diese Frage in Verbindung mit einem zweckmäßigen Anlaß zur Erledigung zu bringen. Den Hanptgegenstand der Bera­tung bildet die Frage des Eintritts in den Völkerbund. Es sollen der Rcichsregierung in Bezug ans die unerläßlichen Voraussetzungen für den Eintritt Deutschlands befriedigende Aus­künfte vorliegen, sodaß Deutschlands Eintritt im wesentlichen als gesichert gelten könne. Schließlich wird sich das Kabinett auch mit der

All diese Weltbrände, mit denen sich der .Völkerbund", wenn er einen Sinn haben soll, befassen nrüßte, werden in Genf geflissentlich un­beachtet gelassen. Die Delegierten der Groß-

Gitzung desReSchSkabmetts

Kriegsfchuldnote, Völkerbund, Reichstag.

(Telegraphische Meldung.)

Berlin, 20. September.

Besprechung zwischen Nanssen unv Marx

Berlin, 20. Septentber. (Privattelegramm.) Der Vorwärts meldet aus Genf, daß der norwe­gische Bölkerbundsdelegierte Raussen sich seit Donnerstog in Sigmaringen befinde, um mit Reichskanzler Marx die Frage des Ein­tritts Deutschlands in den Völkerbund zu besprechen.

Keine Vertreter sich die Vefieoten.

Genf, 20. September. (Telegraphische Mel­dung.) DasJournal de Geneve" macht folgen- de Angaben über den von der Militärkommission des Völkerbundsrates ausgearbciteten Plan zur Kontrolle der Abrüstung t« Deutsch­land, Oesterreich, Ungarn und Bul­garien: Sämtliche Ratsmitgliedcr sowie die Nachbarstaaten des $u kontrollierenden Landes haben Vertreter zu bezeichnen. Aus diesen Ver­tretern wird der Rat in federn einzelnen Falle eine Untersuchungskommission ernennen, die ihrerseits eine Untcrkommission in das zu kon­trollierende Land entsendet. Kein besiegter Staat kann Vertreter in diese Kommis­sion entsenden, selbst, wenn er als Mitglied des Völkerbundes dazu berechtigt wäre. (!) Das Journal de Geneve" glaubt, daß infolgedessen auch die Schweiz als Nachbarstaat Deutschlands ein Mitglied in den Kommissionen hätte. Das Blatt will ferner wissen, daß die englischen, ita­lienischen und schwedischen Vertreter in der Mi­litärkommission des Völkerbundes, die dieses Projekt ausarbeitcts. mit der Beteiligung von Staaten, die dem Rate tticht angehörten, nicht einverstanden gewesen sein.

Scharfe SnttrpeHaUon Der Völkischen.

Berlin. 20. September. (Privattelegramm.) Wegen des Ausbleibens einer Regierungserttä- rung nach Macdonalds Genfer Rede über den Fehlschlag in Sachen der Verwal­tung Oberschlesiens haben die Teutschvöl- lischen eine Interpellation an die Reichsregie­rung beschlossen, die wegen der Schärfe ihres Inhaltes vorläufig nicht wiederzugeben ist.

TIvschluß diö io. Oktober.

Genf. 20. September. (Eigener Drahtbericht.) Wie dieNeue Züricher Zeitung" aus Genf meldet, haben die Delegierten der führenden Mächte in einer gemeinsamen Besprechung am Donnerstag sich für einen Abschluß der Vcr- Handlungen bis spätestens 10. Oktober ausge­sprochen. Der englische Delegierte wünschte einen Abschluß bis zum 30. September, was mit Rück­sicht auf den allgemein erwarteten Antrag Deutschlands auf Eintritt in den Völker­bund nicht durchführbar erscheint.

Neue Ungleichheiten in Genf

Die Schwachen haben kein gleiche- Recht!

bund bereits eine feststehende Tatsache sei. ES handele sich setzt allerdings um sehr wichtige grundsätzliche Auseinandersetzungen mit den Völkerbundmöchten, die sich um die Frage ver Gleichberechtigung Deutschlands drehen. Die Verhandlungen darübcr befinden sich in einem günstigen Stadium. Es ist allerdings nicht anzunehmcn, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund noch in diesem Jahre erfolgen wird. Wahrscheinlicher ist. daß die grundlegen­den Vorbereitungen hinsichtlich der Form und des Ebaratters des deutschen Zulassungsantra­ges zum Völkerbund noch mehr als ein Viertel­jahr in Anspruch nehntrn werden.

selbst von der Gegenseite nicht össtritten. Und doch tft es fraglich, ob man sie uns zugesteht.

<;m Zusammenhang mit diesen Fragen steht das Problem des Völkerbundes. Hat diese Organisation überhaupt Nutzen und Zweck? Betrachtet man die in Paragraphen gekleideten Grundsätze, Richtlinien, Bestrebungen und Aus­legungen und sieht man sich dann in der Welt um, so muß man die Frage entschieden v e n e i = n e n Mit ungeheurem Aufwand an Geist, Geld und Zeit ist ein theoretisches Gebilde ausgebaut worden, das einem Wölkenkuckucksheim gleicht. Zwischen Frühstück, Promenaden und Festlich­keiten unterhalt man sich dort, wie man dem Lauf der Welt die Wege vorschreiben möchte, und unterdessen entwickeln sich draußen Völker- schicksale, unbekümmert um die Genfer Komödie stümperhafter Atteure. Was versucht man in Genf alles zu inszenieren.Sicherung des Friedens",Schiedsgerichte",Ab­rüstung" sind die Schlagworte des Völkerbun­des. Krieg, Aufruhr, Wettrüsten sind die tatsächlichen Vorgänge in der Welt. Wäh­rend die Delegierten im Völkerbund auf Geheiß threr Regierungen so tun, als ob sie durch Schiedsgerichte und Garantien neue Kriege ver­meiden wollten, bereiten sich dieselben Re­gierungen auf etwaige Kriege vor und füh­ren zum Teil schon wieder Stieg. Während die Delegierten eine unbezähmbare Sehnsucht nach Abrüstung vortäuschen, vermehren die Regie­rungen unentwegt ihre Angriffs- und Verteidi­gungswaffen, bauen Kriegsflugzeuge, Tanks und Unterseeboote in verdächtiger Eile! Nur die vollständig entwaffneten Mittel­mächte werden unter Kontrolle gehalten, damit sie abgerüstet bleiben.

Mittlerweile züngeln die Krieasflammen an

--------j züngeln die Kriegsflammen an allen Ecken der Welt empor. Sind es auch meist Fälle von Aufruhr, die man als innere Angele­genheiten der betroffenen Länder bezeichnen kann, so ist es aber doch eine Bewegung, aus der hervorgeht, daß die Achtung von Farbigen vor der weißen Rasse schwindet, also die bis­herige Weltordnung gefährlich gestött wird. In Marokko haben sich die Riffkabhlen ge­gen, die spanische Herrschafl aufgelehnt und es scheint sogar, daß die Spanier eine sehmäh­liche Niederlage erleiden. Zwischen Italic und Aegypten ist ein Streit um die tripou- tanische Grenze entbrannt. Die nordafrikani- fchen Senussi waren schon immer Herr dieses Gebietes Seit dem Eindringen der Italiener in Tripolis ist aus dem früher friedlichen Volks- ftanrm ein fremdenfeindlicher Gegner geworoen. Im Kaukasus wütet ein Kampf zwischen den Bewohnern Georgiens und den sie tyrannisie­renden Bolschewisten. Menschen werden hinge­schlachtet, Dörfer niedergebrannt und Petto- leumfeldcr durch Feuer zerstört. In Indien, wo britische Gewalt zwar noch den Aufruhr un­terdrückt, geht ein Zug der Auflehnung durch das Volk, das die Fremdherrschaft abzuschütteln bestrebt ist. Eine sehr bedenkliche Lage ist in China entstanden, wo an verschiedenen Stel­len Kämpfe ausaefochten werden, die sich mehr und mehr ausdehnen. Auch da hat der Zwist zur Zeit einen internen Charakter, aber die dort lebenden Ausländer sind nicht ohne Gefahr und dir Einrichtung eines militärischen Fremden­schutzes und die Bereitschaft einer amerikani­schen Kriegsflotte zeigt, wie ernst die Zustände geworden sind und noch schlimmer werden können.

Bie Tlnfprüche Der »evtskhnationolen.

Berlin, 20. September. (Eigener Informa­tionsdienst.) Die Forderungen, die die oeursch- »ationalen Führer hinsichtlich der Beteiligung der Partei an der Regierungstoalfton im Reiche aufgestellt haben, sind, wie wir hören, noch niait formuliert. Die Festlegung dürfte erst auf der deurschnauonalen Bertreleriagung erfolgen. In den parlamentarischen Kreisen verlautet jedoch daß die Deutschnationalen verlangen, daß 6er Reichskanzlerposten neu besetzt wird tf-ur ihre Mitglieder beanspruchen sie mindestens

Ministerposten. Es dürfte einigermaßen seststehen, daß für die Deutschnationalen eine Teilnahme an einem lediglich umgebildeten Ka- vlnett Marx nicht in Frage kommt. Sehr wayr- lcheinlich wird Reichskanzler Dr. Marx die Frage der Regierungsumbilduiiq bei einem Empfang der Parteiführer, der für Mitte nächster Woche vorgefehen ist, zur Erörterung bringen und eine Stellungnahme verlangen.

Crftärung 6er Deutschnationalen.

Berlin, 20. Sept. (Privattelegramm.) Da die Frage des Eintritts in den Völkerbund wieder auftebt, haben die Teutschnationaien. die demnächst in die Regierung eintreten wollen, fol­gende Haltung angenommen: Was Deutschlands Eintritt in den Völkerbund betrifft, so ist die Partei bereit, sich mit der Formel Macdo­nalds in feiner Genfer Rede abzufinden: daß sich die Frage der Kriegsfchuld erst in fünfzig Jahren werde endgültig söfen las­ten. Das würde bedeuten, daß Deutschland von der Kriegsschuld entlastet sei. Dann dürfe eS aber auch nicht als Paria unter den anderen Na- liomn dastehen und die Deutschland entehren- de Militarkontrolle müsse aufhören.

Lage des Reichstags beschäftigen. Ange­sichts des Beschlusses der Deutschnationalen, schärfste Opposition zu machen, falls sie nicht z»r Regierung zugelassen würde, ist es nicht unwahr­scheinlich, daß das Kabinett sich die nötigen Voll­machten zur Auflösung des Reichstags sichere, um einer etwaigen Obstruktion sofort mit dieserDiatz- nahme entgentreten zu können.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 20. September.

Von einer maßgebenden Persönlichkeit des Auswärtigen Amtes erfahren wir, - der Eintritt Deutschlands in den Völker- mädite rühren nicht daran, weil sie wissen, daß sie sich die Finger verbrennen würden und da­mit die Ohnmacht des Völkerbundes erwiesen wäre. Anstatt Frieden zu stiften, erlauben die Regierungen dieser Großmächte, daß ihre Munitions- und Waffenfabriken die Kämp­fenden mit Waffen versorgen und gute Geschäfte dabei machen! China ist es sogar so, daß französisch« Agenten an die eine Partei Kriegsflugzeuge, an die andere Partei Waffen verkaufen. Englische und amerikanische Konkurrenten wetteifern mit ihnen dort und überall, wo Kämpfe im Gange sind oder in Ans­icht stehen. So sieht dieFriedensliebe der '"iiericn und assoziierten Großmächte" aus. ^.e reden mit Engelszungen und speien höl­lisches Feuer! K. F. D

Genf, 20. September. (Telegraphische Mel­dung.) Im Völkerbund fand gestern eine öffent­liche und eine geheime Sitzung statt In der letzteren wurde die Frage der Militärkon- trolle erörtert. Der Bölkerbundsrat beschloß, daß die Länder, die nicht im Rate vertreten sind, obwohl sie an der Militärkontrolle ein Hauptinteresse haben, an der Beratung nicht teilnehmen dürfen. Dem Rat lag auch ein Bericht der ständigen Militärkommission vor, die beauftragt worden war, die M i l i t ä r k o n - trolle in Deutschland, Oesterreich und Bulgarien vorzubereftcn. Die Militärkominis- sion schlägt vor, am Sitz des Völkerhundes eine Untersuchungskommission einzusetzen, die aus einer Anzahl Zivil- und Militärpcrsonen be- stehen soll. Die Persönlichkeiten, die zu Kam- missaren ernannt werden sollen, werden unter denjenigen Völkern ausgewählt werden, die im Völkerbundsrat vertreten sind.

Die Weltwlrren.

Der Völkerbund eine Tragikomödie.

Die Welt ist voller ^>.oersprüche und Narr­heiten. Während die sogenannten Siegermächte mit dem Hinweis auf ihre hohe Kulturstufe sich pharisäerhaft aufblähen und immer von der De- mokrattsterung der Well reden, tun sie alles Mögliche, um die Menschheit in zwei K l a s - sen zu trennen: in Sieger und Besiegte, nach französischer Auffassung in Herren und blaoen. Diese Auffassung ist dokumentarisch tm Versailler Vertrag niödergelegi. Es durchzieht nun jene Volksseelen eine sonderbare Empfin­dung. Ein Teil glaubt in einer menschenfreund-

' Anwandlung, es sei an der Zeit, nach fünfjähriger Knechtschaft dem Sklaven mehr Licyt und Lust zu gewähren. Genau besehen, wird ihm aber die Vergünstigung nur gegeben, camtt mehr Arbeit ans ihm herausgeholt wer­den kann. Die Menschenfreundlichkeit hat also einen sehr egoistischen Hintergrund. Um diesem Verfahren einen Schein des Rechts zu gebm, hat man den sogenannten Völkerbund er­richtet, der darauf achten soll, -atz' den Sieger- itaaten der Vorteil der neuen Welteisteilung dauernd zugute kommt. Diese dem Völkerbund zugrunde liegende Idee muß Deutschland sich gerade letzt wieder vergegenwärtigen, da die Frage des Eintritts auf der Tagesordnung steht. Daß unsere Bedingungen für einen etwaigen Autrttt ihre volle Berechtigung haben, wird

Die Wirtschaftslage.

Preisabbau oder Teuerungtz

Nachdem die Reichsregicrvng Maßnahmen tut Verbilligung der Frachten, Steuern und «obren. Preise eiugeleitet hat, fragt man sich ob auch iu der Privatwirt,chaft eine Verbilligung erfolgt.

Gestern berichtete uns ein Berliner Tele­gramm, wonach die Großhandelspreise, trotz der Verbilligungsaktion der Regierung, im «teigen begriffen finb. Dazu kommt: Die aufstrebende Tendenz der Preise hat sich in al­len Ländern der Welt, soweit sie für den Weltmarkt maßgebend sind, bemerkbar gemacht. So ist in Amerika der Großhandelsinder: int Juli von 133 des vorhergehenden Monats auf 137 gestiegen, um auch im August die Aufwärts­bewegung beizubehalten. Ebenso ist in England eine anhaltende Preissteigerung sestzustellen, ües- gleichen haben in Italien und auch in Oester­reich die Preise angezogen. Eine der wenigen Ausnahmen, die diese Austvärtsbewegung auf dem Weltmarkt nicht mitmachen, ist die Bgxm- wolle, die gegenüber ihrem höchsten Stande von früher bis jetzt um dreißig Prozent zurückgegan- gen ist. Diese Vorgänge auf dem Weltmarkt mö­gen neben anderen Gesickftspunkten mit aus­schlaggebend sein für die letzten

wirtfchastlichen Rcgieruugsmaßnahmen

die ja bekanntlich in einer fofottigen Senkung der S t e i n k o h le n p r e i f e um zehn Prozent, einer Ermäßigung der Frachten gleich­falls fünfzehn Prozent, in einer Herabset­zung der Umsatzsteuer und anderer Steu­ern und in einer Einwirkung auf die Banken zum Zwecke der S e n k u n g der Z i n s f ä tz e bestanden. Der Zusammenhang dieser Maß­nahmen der Regierung mit den Verhältnissen auf dem Weltmarkt ist nicht in der Weife auf­zufassen, daß nun auch bei uns die unmittelbare Gefahr derselben steigenden Preistendenz wie auf dem Weltmärkte bestünde. Eine solche Be­fürchtung ist schon deswegen nicht am Platze, weil wir auf einer großen Zahl von Gebieten ohnehin immer noch überden Weltmarkt­preis en stehen. Unter anderem haben die deutschen Halbfabrikate noch so gut wie gar nicht den Preisabbau mitgemacht, sodaß sie unter allen anderen Artikeln am höchsten über dem Weltmarktpreise sind. Die Verhältnisse lie­gen also bei uns nach Arie vor so, daß wir noch immer ein gutes Snid Weges zurück gehen müssen, wenn wir uns an den Werltmarkt un­gleichen wollen. Das heißt, der Preisabbau muß weitergehen, wenn unser gesamtes Wirtschaftsleben gegenüber demjenigen anderer Länder konkurrenzfähig werden soll. Diese Not­wendigkeit war in erster Linie sogar ausschlag­gebend für die Anordnung her Regicrungsmaß- nahmen. Die Reichsregierung bezw. das Reichsivirtschastsministerium dürften sich in ihren Maßnahmen leiten lassen von der Notwendig­keit,^ auf der einen Seite möglichst viel Kapital zu sammeln und auf der anderen Seite der Wirtschaft die Erleichterungen zu geben, die er­forderlich sind.

daß das Preisniveau gesenkt wird Die ersten Voraussetzungen dafür können nur in der Ermäßigung von Fracht, Steuern und Rohstofspreisen bestehen. Diese Verbilligungen sind vorgenommen worden, um der Wirtschaft unter allen Umständen die Mög­lichkeiten eines Anschlusses an den Weltmarkt zu geben, das heißt, unsere Industrie wieder e*» pottfähig zu machen. Die Verbilligung bet der Kohle zum Beispiel war um so notwendiger, als die Kohle trotz der früheren Ermäßigungen noch über dem Weltmarktpreis lag. Als Ergeb- nis der wirtschaftlichen Maßnahmen der Reichs« regteruna werden in allen Kreisen der Wirt­schaft die weitestgehenden Auswirkungen erwar­tet. Die zu erhoffenden Preislenkungen müßten schon deswegen ziemlich -üülbar sein, weil die von der Regierung verordneten Verbilligungs- maßnahmei! sich bei jeder Stufe des Artikels vom Rohprodukt aus bis zum Fertigfabrikat an den Verbraucher, da doch Kohle, Fracht und Steuern an feder Stelle. d:e das Produtt in seinem Wer­degang passiert, eine bedeutende Rolle svielen, bemerkbar machen. Ausgabe der ganzen Wirt­schaft -st es jetzt, dafür zu sorgen, und zw'.r in ihrem eigenen Interesse, überall die Selbstkosten zu verbilligen. Was in der Fertigindustrie den Absichten der Preisverbilligungen entgegen, stehen könnte, das wären nur Kartelle Man erwartet indessen von der wirtschaftlichen Einsicht der Kartelle, daß auch sie im Interesse der gesamten Wirtschaft mitarbeiten an dem Preisabbau, weil jede Preissenkung

eine Erweiterung des Absatzes das heißt eine Verbreiterung der Expottbasis, zur Folg« hat. Eine Erweiterung des Absatz­gebietes aber ermöglicht eine bessere Verteilung der sogenannten Firnnkosten und neuen Antrieb ru weiteren Preissenkungen. Die bisherigen Bemühungen um einen Preisabbau haben sich am stärksten durchgefesst Überall dort, wo es sich um Ur Produkte handelt, zum Beispiel bei Kohle und Eisen, dagegen hat der Preis-