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Hessische Abendzeitung

Nummer 222.

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Neue Vorschläge aus dem Völkerbund

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zusammentreten wird. Der Ausschuß sprach Ach!

Derbilligungs Maßnahmen

In der gestrigen Sitzung der dcutschnationalen Landesverbandsvorsitzenden der Deutschnativna- len Bolkspartei hielt der Vorsitzende, Abg. Dr. Hergt, einen ausführlichen Vortrag über die politische Lage. Nach eingehender Aussprache wurde dem Vortrag entsprechend folgende Ent- schliestung gefaßt: Einmütig ist Sie Verfanimlung der Vorsitzenden der Landesverbände gewillt, die Geschlossen he it der Partei zu wahren. Sie ist die notwendige Voraussetzung für die Entwicklung Deutschlands im nationalen Sinne. Die Versammlung billigt es, daß die Deutschnationale Volkspartei in die Reichs- regierung eintritt falls die Partei in dieser Regierung maßgebenden Einfluß erhält. Ge­lingt dieses nicht, so soll die Partei in die stärkste Opposition gegen die Reichsregierung Eintreten.

tim die Kabinktteelweitrrung.

Berlin, 19. September, lPrivattelegramm.) Wie von gut unterrichteter Seite erklärt wird, ist es um die Frage der Erweiterung der Regie­rung nach rechts plötzlich still geworden. (?) Maßgebend dafür sollen die Bedingungen sein, die von den Deutschnationalcil aufgestellt wurden.

Neue Handelsverträge.

Zwischen Deutschland und Frankreich.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 19. September.

Polizeiliche Preisprüfung in Preußen. (Privat-Telegramm.l

Berlin, 19. September.

Die polizeiliche Aktion in Großberliu gegen die ungerechtfertigt hohen Preise ha­ben gestern in 49 Fällen zu Anzeigen geführt, die auf Grund der Kontrolleraebniffe von Beam­tenstreifen in den verschiedensten Geschäften zu- standegekommen sind. Die Akten der Polizei hierüber wurden unmittelbar an die Staatsan­waltschaft weiter gegeben. Diese polizeiliche Ge- slhäftskontrolle wird in der nächsten Zeit fort­gesetzt werden. Es werden dabei hauptsächlich die letzten Einkaufspreise mit den gegenwärtigen Verkaufspreisen verglichen. Gleiche Maßnahmen sind für ganz Preußen unmittelbar bevorstehend.

Bölkerbunb-DorschlSge.

Ein Institut für geistige Zusammenarbeit. (@igenet Drahtbericht.)

Genf, 19. September.

Der Zweite Völkerbundsausschuß nahm ge­stern das Angebot der französischen Regierung auf Errichtung eines internationalen Instituts für geistige Zusammenar­beit in Paris an. Der Bölkerbundsrat wird beauftragt, mit der französischen Regierung die nötigen Vereinbarungen zu treffen. Die Ver­waltung des Instituts liegt in den Händen einer Kommission, die unter Zustimmung des Völker- bundsrates einen Verwaltungsrat aus

Äeutsch-rngNsche Vetvandiungtn.

Berlin, 19. September. (Privattelegramm.) I» den nächsten Tagen werden in Berlin Vorbe- spreästlng über einen deutsch-englischen Handelsvertag beginnen. Bon dem Verlauf die­ser Fühlungnahme wird die Einleitung offiziel­ler Berhandlungen abhängen. Die englische Kommission ist bereits in Berlin eingetroffen.

Negierung und Reichstag

Bevorstehende große Entscheidungen.

(Eigener Drabtvcrichi.)

Telegraphen- und Fernsprechgebühren

Vor einer geringen Ermäßigung.

Tas Reichspostministerium wird dem Ende dieses Monats zusammcntrelenden Venval-

QlbrCftuno<-'Borfc6iaae."

Genf 19. September. (Eigener Draütberichi) Das Zwölfer-Komitee beriet gestern über Arti­kel 9, der sich mit der Einberufnna der ?l b - r ü st n n g s k o n f e r e n z befaßt. Es handelt sich dabei nm die Frage des Verfahrens, nämlich die Beziehung zwischen Ratifikation und In frnfttreten bcS Protokolls und Einberufung der Abrüstungskonferenz, wobei bis auf einen Punkt eine Einigung erzielt wurde. Die französi­sche These geht dahin, daß zuerst die Annahme des Protokolls völlig gesichert sein müsse, bevor man an die Abrüstungskonferenz herantrcte. Die englische Auffaffung ist. daß eine derartige Lösung der Abrüftungsfrage unbedingt zu ver­meiden sei und das Protokoll erst in Kraft treten kann, wenn die Organisation der Abrüstungskon­ferenz vorliege. Die Frage des Datums der Ab- rüstungSkonferci'z ist noch nicht festgesetzt.

Slnberufung des Auswärtigen Ausschußes.

Berlin, 19. September. (Telegraphische Mel­dung.) Am kommenden Dienstag wird) wie be­reits angekündigt, das Reichskabinett zu einer großen Sitzung zusammentreten, um zu den außerpolitifchen Fragen, vor allem zur Frage der Kriegsschuldnote Stellung zu nehmen. Mit dieser Frage im Zusammenhang wird auch der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund be­handelt werden. Danach dürsten vom Reichs­kanzler die Parteiführer empfangen und dann der Auswärtige Ausschuß einberufen werden.

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 14. ZahrgtMg

Fortsetzung , der Stimmungspolitik gelangen wurde, sicher ist man jedoch noch keineswegs, daß die unter dem Einfluß der Völkischen stehende deutschnationaleJugend" sich der Ein­sicht und Erfahrung der älteren Generation- gen tont) Von großer Bedeutung wäre es natürlich für die Parteileitung, wenn sie schon vor dem 30. September etwas größere Klarheit über die Möglichkeiten einer Regierungsumbil­dung schaffen könnte. Dazu scheint aber wenig Aussicht vorhanden zu sein, da die frühere Ein­berufung des Reichstages Wohl ausgeschlossen ist und vorher insbesondere vom Zentrum keine bestimmte Stellungnahme zu erwarten sein durfte.

Kabinettsrat hat außerdem beschlossen, die Ein­stellung der Sonntagsarbeit bei den Bäckereien durchzusühren und die Fleischereien auszusor- dern, einen Tag in der Woche zu schließen, da­mit die Angestellten einen freien Wochentag haben wie in anderen Gewerben.

Sonnabend, 20. September 1924,

Berlin, 19. September.

In Erwartung der bevorstehenden wichtigen Entscheidungen haben fast alle Fraktionen des Reichstages für Sonntag ihre Führer nach Berlin einberufen. Seitens der Regie­rungsparteien soll noch vor der entscheidenden Kabinettssitzung unter dem Vorsitz des Reichs­präsidenten am Montag der Versuch unternom­men werden, Einflußnahme auf die Entschließun­gen zu gewinnen. Nachdem die Kriegsschuldnote so gut wie erledigt ist, drängen jetzt ebenso wich­tige Fragen in die politische Arena, so der Ein- tritt Deutschlands in den Völkerbund, den die Demokraten und die Sozialdemokraten mit allen Mitteln anstreben, sowie der S ch u tz z o l l- Gesetzentwurs, gegen den die Demokra­ten, Sozialdemokraten, linker Flügel des Zen­trums und Kommunisten die schärfste Opposi­tion angekündigt e e

Tfle DeutscSnativnalen zur Regierung.

Berlin, 19. September. (Telegr. Meldung.)

Die Teuerung in Frankreich.

Paris. 19. September. (Eigene Drahtrnel- dung.) Ter französische Kabinettsrat beschäftigte sich in feiner gestrigen Abendfitzung in der Haupt­sache mit de: Frage der für die Bekämpfung der Lebensmittelteuerüng zu ergreifenden Maßnah­men. Es wurde beschlossen, für eine Reihe wich tiger Nahrungsmittel die Eingangszölle herab­zusetzen und eine strenge Uebcrwachung über die Verkaufspreise der Kolonialwaren sowie der Bäcker und Metzgereien zu organisieren. Ter

Landesausfchuß.

Die Unwetterschäden im Kasseler Bezirk,

Die Unwetter, die in diesem sogenannten Wownner große ^eile des Hessenlandes heim­gesucht haben, befchäftlgten auch die soeben zu fude gegangene Tagung des L andesaus« schusfe- des Bezirksverbandes für °tt. 9teflierun03be8irt Kassel. Es IwS "L-Aewilligung von Beihilfen zur Behebung der schlimursten Notstände. Ganz be- I anders Üft die Unwetterkatastrophe noch in Er- tnneruno, von der Grebenstein, in erhöhtem aber Hofgeismar, der Kreis sowohl ?tn«nfne am 20. Mai und dann noch

-Eal am 20. und 21. Juni betroffen worden sind Die Wucht dieser Wolkenbruchschäden wurde augenfällig demonstriert durch die Weg- emc§ Teiles der alten Hofgeismaraner Stadtmauer und die Zerstörung an der Bahn- S2?e u£tolt Bahnhofs Hofgeismar. Viele I^ver waren damals in Moore verwandelt. ^7n^Ä^en«,n? Me 6»JSet8maI ist auf beziffert worden fotoeit eine de:- nrttge Feststellung überhaupt möglich ist. Der Schaden anPrlvateigentum beläuft sich danach auf rund 200000 Mark, der an öffentlichem Eigentum aus etwa £»000 Mark, während der Kreis selbst 43 000 Mark angibt. Die letzte Sitzung des Landesausschusses hatte bereits vorläufige Maßnahme 30 000 Mark böwil- l.W- ^ine gleich hohe Summe hatte der preu- ßltche Staat zur Verfügung gestellt. An den gleichen izunitagen richtete das Unwetter im

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Lieferung ist ausgeschlossen. Postscheckkonto Frankfurt a. Main Nummer 6880.

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung * "

ferner aus für eine 1925 einzuberusende interna­tionale Konferenz über die Frage des geisti­gen Eigentums, ferner für den internatio­nalen Austausch wissenschaftlicher Wer­ke und für geistige Erleichterungen zu Gunsten von Gelehrten und Studierenden. Ter Ausschuß billigte sodann einen Antrag Ungarns, demzu­folge die Kommifsion für geistige Zusammenar­beit sich zu Gunsten der Universitäten und ande­rer wissenschaftlicher Institute Ungarns an die wissenschastlichen Institute der ganzen Welt mit demselben Appell wenden solle, den sie 1922 zu Gunsten österreichischer Universitäten erlassen hat.

Zu Vorbesprechungen über den deutsch-fran­zösischen Handelsvertrag sind gestern acht fran­zösische Beauftragte in Berlin eingetroffen und im Hotel Esplanade abgestiegen. Ihr Aufent­halt ist auf zehn Tage vorgesehen. Es handelt sich zunächst nur um unverbindliche Fühlung­nahme, da die offiziellen Verhandlungen nicht vor Mitte Ottober beginnen können. In Paris ist gestern die offizielle Nachricht eingetroffen, daß die deutsche Kommission zur Vorberei­tung des deutsch-französischen Handelsvertrages am 1. Oktober in Paris eintreffen wird.

an, wovon 250000 Mark auf Schäden an pri­vatem Eigentum entfallen. In den Schaden- ersatzansprüchen sind die Schäden der Land­wirtschaft nicht enthalten, weil hierfür keine Entschädigungspflicht beisteht. Für diesen Kreis bewilligte der Landesckusschuß Beihilfen, die sich bis jetzt auf 50 000 Mark belaufen. Auch

der Hersfelder Kreis

meldete umfangreiche Unwetterschäden an, so die Gemeinde Obergeis 26 000 Mark, die Ge­meinde Röhrigshof 12400 Mark. Da es sich bei den gemachten Meldungen nicht mit Be­stimmtheit erkennen läßt, ob es sich um private oder öffentliche Schäden handelt, muß eine nähere Prüfung etntreten, bevor auch hier eine Hilfsaktion einsetzen kann. Was den

Kreis Gelnhausen

betrifft, der am 13. Juni ein schweres Hagel­wetter über sich ergehen lassen mußte, so ist der Umfang des dabei angerichteten Schadens noch nicht bekannt. Da gesetzliche Bestimmungen einer Entschädigung für die Landwirte entge­genstehen, io kommt eine Entschädigung für die­sen Hagelschaden nicht in Betracht.

Das Ergebnis

der Erörterungen im Landesausschuß war die Zustimmung zu den bisherigen Maßnahmen der Landesverwaltung. Ueber weitere Unter­stützung soll gegebenenfalls in der nächsten Sitzung des Landesausschuffes beraten werden. Die Verteilung der Beihilfen wird noch eine Aenderung der hier genannten Ziffern ergeben.

Die Hessische Heimstätte

beabsichtigt die Erhöhung ihres Gesellschaftska- pitals um 200 auf 300000 Mark. Das Mindest. Programm der Hessischen Heimstätte ist so aus­gebaut worden, daß sie jetzt den Bau von mehr als 200 Wohnungen zu betreuen hat, von denen sich ein großer Teil nunmehr auch auf die Stadt Kassel erstreckt. Der preußische Wohl- fahrtsminWer hat eine Erhöhung der Anteile des preußischen Staats um 100000 Mark zugc- sichert und bereits einen Vorschuß von 60 000 Mark in Aussicht gestellt, wenn eine dritte Stelle, in diesem Falle die Landesverwaltung, einen gleichen Betrag hergibt. Dem wurde entspro­chen. Dem nächsten Kommunalandtag soll eine Vorlage unterbreitet werden, in der die Ueber- nabme der Geschäftsanteile in vorbezeichneter Höhe festgelegt wird. Aus Mitteln der Arbeits­gemeinschaft für

Soziale Versicherung und Wohlfahrtspflege wurden vom Landesausschuß Beihilfen bewil­ligt in Höhe von 3000 Mark für das Kinder­erholungsheim und Solbad Karlshafen, 1200 Mark für die Walderholungsstätte Marburg, 1000 Mark für die Kinderheilstätte Bad Orb und 1000 Mark für die Heilstätte Lindenberg in Kassel-Bettenhausen, ferner aus Mitteln des Bezirksperbandes ein einmaliger Zuschuß von 1400 Mark für das Kasseler Hospital St. Elisa­beth und 750 Mark für die Auswanderer-Bera­tungsstelle in Frankfurt a. M.. Auch andere so­ziale Lasten wurden noch übernommen.

Rrglerungsfragen.

Das Problem der Umbildung.

Ern parteiamtlicher Artikel in der Korrespon­denz der deutschnationalen Volkspartei beschäf­tigt sich mit der gegenwärtigen Spannung der in­nerpolitischen Lage. Er geht davon aus, daß cs sich fetzt nicht mehr um die Annahme des Lon­doner Paktes handelt, sondern um seine Durch­führung. Die Voraussetzung für die Zu­stimmung deutschnationaler Abgeordneter sei die Zusicherung der Regierungsparteien gewe­sen, daß die Deutschnationalen den ihnen zn- stehenden Anteil an der Verantwortung für die Durchführung des Londoner Paktes erhalten wurden, wenn sie auch an der Veran 1 wo tung für dessen Annahme ihren Teil überneh- men würden. Nun heißt es wörtlich:Wir ha­ben diesen Teil schweren Herzens und nach schwerstem inneren Ringen übernommen." Es werden dann die Gründe aufgezählt, weshalb eme energischere Regierungsführung nötig sei und tm Anschluß daran die Parole ausgegeben: hinein in die Verantwortung, hinein in die Relchsregierung!" Wenn dagegen die Deutsche Volkspartei und das Zentrum die Beteiligung der Deutschnationalen an der Regierung nun doch verhindern sollten, dann weide die Parole lauten: .Schärfste Opposition!"

Diese Erklärung ist verschiedner Auslegun- gen Mig Die Deutsche Zeitung, die den un­versöhnlichen Teil der Deutschnationalen ver­tritt, hält es für besonders bemerkenswert, daß hiermit die Parteileitung zum ersten Male öf­fentlich die Verantworturia Kr daL L»- p-x Fratilonsiwrsle servst udtzrmmmr. Tatsächlich formte dann allerdings ja niemals ein Zwei­fel bestehen, daß die Verhandlungen des Par- teiführers mit den Mittelparteien und der Re­gierung mehr im Namen derJasager" als m dem derNeinsager" geführt wurden. Aber mit Recht ließ kürzlich Dr. Stresemann durch dieZeit" die Frage aufwerfen, ob denn nun die deutschnationale Partei sich geschlos- s e n auf dem Standpunkt der Erfüllung des Londoner Abkommens stelle, da andernfalls mit ihr nicht zu regieren fein werde. Hierauf hat nunmehr die deutschnationale Parteileitung die unzweideutige Antwort erteilt: ja, wir wol­len diesen Standpunkt annehmen und an der Verantwortung für die Erfüllung teil« haben. Die große Frage aber, die noch un­gelöst bleibt, ist die, ob auch die Partei sich geschlossen dieser Parole fügen wird. Am 30. 1 September findet die Vertretertagung statt, die darüber entscheiden soll. Zweifellos ist die Paroleausgaüe in der Parteikorrespondent in erster Linie darauf berechnet, diese Entscheidung vorzubereiten, den bisher noch sehr stark aus­einanderlaufenden Elementen in der Partei die Notwendigkeit des Zusammenhaltens klar zu machen und die Konsequenzen einer solchen Po- . litik schmackhaft erscheinen zu lassen. Aus den- selben Gründen dürfte auch demEntweder" dasOder" entgegengesetzt sein:Schärfste Os- Position" im Falle des Mißlingens der Regie- , rungsumbildung. <

DerVorwärts" gerät über diese Erklärung . in eine große Aufregung; er vergleicht die von , den Teutschnatioualen ausgestellte Alternative , mit der Drohung eines Straßenräubers und fragt, ob das noch Politik oder nicht schon Ban- dilentum sei. In feinem Aerger und in seiner ! Begeisterung für die Reichstagsauflösung dal derVorwärts" ganz vergessen, daß auch die Sozialdemokratie mit der schärfsten Opposition nicht nur gedroht, sondern (bei der Zoll­vorlage) bereits den Anfang gemacht hat, um < das Zustandekommen einer Vereinigung dr: nicht sozialdemokratischen Parteien zu verhin­dern. Solche Drohungen gehören nun einmal zum eisernen Bestände der P a r t e i t ak t ik, und man wird, ohne sich viel um sie zu küm- mer, die Gesamtlage ganz nüchtern betrachten müssen. Wird es für die Mittelparteien rnög- > lich fein, tjie nunmehr zu lösenden Finanz- und Wirtschaftsfragen mit den Sozialdemokraten i zusammen sachgemäß zu erledigen? Schließt i die deutschnationale Bolkspartei sich der Auffas- ' sung ihrer gegenwärtigen Parteileitung an und 1 ermöglicht so ein außenpolitisches Zusammen- j arbeiten, dann ist ihre Beteiligung an der 1 Rrickisregieruug möglich. Gewinnen dagegen i die Stimmen aus dem Lande, die bisher mit i ungewöhnlicher Stärke den Chor beherrschten, auch auf der Vertreterversammlung die Ober- ' Hand, gelingt ihnen der Sturz der Parteileitung oder kommt eine Spaltung der deutschnatioua- len Partei dabei heraus, dann zerfällt der ganze Plan von selbst.

Aus diesem Grunde bat auch kürzlich ein i alter Konservativer in der Rechtspresse die | Neinsager, denen er sich grundsätzlich anschloß, ' doch dringend ermahnt, sich vor einer Spreng­ung der Partei ,u hüten, da diese -»hne weiteres i die ganze große Rechtsgruppe zur Einfluß- i iofigfeit verdammen würde. Tie alten , Praktiker der Rechten erkennen also ganz klar die große Gefahr, in die ihre Partei durch eine !