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Hessische Abendzeitung

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M8lÄli»Ö^, ^ *äftffteAab8f6o,U L80 ML Du?ch die Poft wonatlichMM Kernivrecher 95! und 9528Cl8$ r. Verlag und Redaktion: Schlachthofftratze 28/30"

S!«».m°- 2IS. Mittwoch. 17. September 1824. e.tw »w. 14. Jahrgang

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Vertagte Stellungnahme der Regierung

Das Morgenland

Washington. 16. September. (Eigene Draht­meldung.) Die Hearst-Presse gibt einen Bericht ihres Berliner Hauptvertreters Karl v. Wiegand wieder, wonach Owen Uonng vor seiner Abreise von Berlin nach Paris zu verstehen gegeben habe, man werde die Uebermittlung der Kriegs schuldnotc an die Alliierten auf einen gelegeneren Zeitpunkt verschieben. Wigand fügt hinzu, er habe weiterhin aus zuverlässiger Quelle er­fahren. der deutschen Regierung sei von maß­gebenden internationalen Bankiers nahege­legt worden, die Aufrollnng der Kriegsfchuld- frage in diesem Augenblick zu unterlassen. Wenn Deutschland darauf verzichte, bestünden Aussich­ten, günstigere Zinsbedingungen für die Anleihe durchzusetzen. In Betracht komme eine Herabsetzung von V« bis 1 Prozent, was bei der Tilguna eine Differenz von 10 Millionen Dollars ausmachen würde.

Berlin. 16. September. (Eigene Drahtmel- dung.) Wie in später Abendstunde verlautet, werden beute die Vertreter der R e g i e r u n g s- p arteten vom Außenminister empfangen. Die Teutschnationaler, baben bisher um eine Besprechung noch nicht nachgesucht Hebet -sie Gestaltung der innen- und außenpolitischen Lage kursieren auch heute früh wieder eine Menge Ge­buchte, die aber nicht zuverlässig sind, weil nach der eigenen Erklärung Dr. Stresenmnns die Kabinettssitzung am Montag über weitere aktive Schritte der Regierung nach keiner Seite h-.n eine Entsckjeidung getroffen hat. vielmehr ledig­lich die Einmütigkeit des Reichst abi- netts in der Außenpolitik keftgestellt worden ist. Der Eintritt der Derttschnationolen in ote Remerungs-Koalition hat gestern im Kabinett nicht zur Besprechung gestanden. Die U n k l a r- beit der Lage hält vorläufig an.

Forme! für die Sicherheit.

Was ein Unterausschuß zustande bringt. (Eigener Drahtbcnw >

Genf, 16. Sept.

Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird Reichskanzler Dr. Marx unverzüglich mit den beteiligten politischen diplomatischen Kreisen l" .Fühlung treten, nm in der Frage der Kriegs!chuldnote eine Lösung herbeizuführen, die geregnet wäre, einen ernsteren Konflikt zu ver- '"e'den Es steht einigermaßen fest, daß in der Knegsschuldfrage eine Erklärung an die al­liierten Regierungen abgegeben wird, aber es ist nicht die Absickst der Reichsregierung, die Erklä­rung so abzufaffen, daß dadurch für die Alliier- ten ein äußerer Vorwand zu einem Konflikt mit .Deutschland in die Hand gegeben wird. Im Aus­wärtigen Amt versichert man. daß die ReichSre- glerung keinen Augenblick daran denke, die Er­klärung in der Kriegsschuldfrage fallen zu lassen und daß es in der Hauptsache nur darauf an­kommt, eine Formel zu finden, die lediglich eine Kundgebung gegen die Kriegsschuldfrage üarstellt, im übrigen aber in keiner Weise auf den Versailler FriedenSvertrag Bezug nimmt Wenn die deutsche Regierung den Versailler Ver- traa vollständig aus dem Spiele läßt und sich le­diglich gegen die Auffassung wendet, avonach Deutschland die alleinige Schuld am Kriege trage, so wird den alliierten Regierungen nichts anderes ubriq bleiben, als die Erkläruna der deutschen Regierung zur Kenntnis zu nehmen. Demge­genüber behauptet ass ZentrumsblatiGerma- nt r daß die Absendung der Kriegsschuldnote

Benesch hielt gestern als Präsident des Unter­ausschusses des dritten «nsschusses, der auf Grund der Resolution Herriot-Mardonald einen endgültigen Text vorbereiten soll, mit den eng­lischen und französischen Bölkerbundsdelegierten gemeinsame Beratungen ab, wobei eine grund­sätzliche Einigung zwischen den Franzo­sen und Engländern erzielt wurde. Die Einigungsformel wird dem Unterausschuß als BerhandlungsbasiS morgen unterbreitet werden. Die Vereinigung sieht auf Grund des Völker- bundpaktes das obligatorische Schiedsge­richtsverfahren nnd militärische Sanktionen gegen den Staat vor, der das Schiedsverfahren nicht anerkmnen würde. Eine Abrüstungskonferenz würde dann erst stattfinden, wenn eine derartige vertragliche Vereinbarung angenommen wäre In den Kreisen der franzö­sischen Delegierten äußert man sich über diese vorläufige Einigung sehr befriedigt und weift darauf hin, daß das etwaige Protokoll dieser Vereinbarung auf jeden Fall die Verpflichtung der gegenseitigen Hilfeleistung ent­halten würde. Der Beratung ging eine längere Debatte im Unterausschuß des vierten Aus­schusses voraus, der den juristischen Teil der Re­solution Herriot-Maedonald zu behandeln hat, in dem die französischen Delegierten eingehende Vor- schlaae der Ausleguw, des Paktes machten, die, wie sie erklärten, alle Löcher im Pakt endgültig verstopften.

Die asiatische Kultur.

S«it bem Weltkrieg hat Asten Die Achtung vor Europa verloren. Der Orientale will n.thtS - mehr von einer enropäischen Kult«- roificn, die t von de» Europäern nnd zwar von de» aNtier. > E selbst»Boden getreten wird.

Er wendet stch wieder feiner alten Kultur zu ... Ein bekannter französischer Orientalist hielt lurzllch in der Pariser Geographischen Gesell­schaft einen Vortrag, bei dessen Inhalt man an das seit einigen Jahren so oft genannte Schlag- wort vomUntergang des Abendlandes" erin- nert wird. Er behandelte das asiatische Problem, und seine Ausführungen waren von dem Grund­gedanken getragen, daß das neue Licht, das im Osten aussteigt, Europa wie in den Schalten ^^" Abenddämmerung gehüllt erscheinen läßt. s;n Asien geh: eine Veränderung vor, nicht das daran das Wesentliche, daß die Industrie dort hochkomme, daß Auto die Wüste Gobi durcheilen, daß die Telephonklingel die Ruhe der Jahrhun­derte unterbreche. Es gehe noch eine wichtigere Wandlung, eine innerliche vor: Asien findet sich selbst. Es wird national. Es fängt wie­der an, Europa zu verachten und dessen Kultur abzulehnen. Ja, der Begriff Europa gehört eigentlich der Vergangenheit an, in der Vorstel- lungswelt des Asiaten existieren nur noch gie­rige und einander befehdende Europäer Sie wollen Asiaten werden, freilich Asiaten mit euro­päischen Laboratorien und Gewehren.

Als ein besonders charakteristischer Vertreter dieser Bewegung erscheint Rabindranath Ta- göre. Dieser Mann, den als Träger des No­belpreises auch ein äußerliches Band mit der europäischen Zivilisation verbindet und der auch sonst viel von ihr angenommen hat, kämpft doch sehr um die Behauptung einer eigenen asiatischen Kultur, in sich und in seiner Umgebung. Er har m seinem Sinne eine Schule, in der mehrere hundert Kinder unterrichtet werden, und eine Universität errichtet. Wenn in dieser Schule auch per englischen Sprache ein Platz eingeräumt ist, o wird doch das Hauptgewicht darauf gelegt, die Kruder in die Quellen der eigenen Kultur Vor­dringen zu lassen und sie diese kennen und lieben zu lehren.Indien soll geistig frei fein", ausgibt ^bsurrg, die Rabindranath Tagore

Vorbereitungen zur Anleihe.

Die Erwägungen der Geldgeber.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 16. September.

In Londoner Finanzkretsen beschäftigt man sich eingehend mit der Frage der deutschen An­leihe und ihrer Auflegung. Die Schwierigkeiten sind, wie wir erfahren, noch durch die Frage der Benennung der Anleihe vermehrt worden. England befürwortet den Kamen Reichsbankan­leihe, während Frankreich und Amerika die An­leiheinternationale Anleihe zur Durchführung des Dawesplanes" nennen wollen. Was die fran­zösischen Stücke der Anleihe anbelangt, so ver­lautet, daß die Anleihe in Frankreich nicht öffent­lich aufgelegt werden soll, sondern daß lediglich eine Zeichnung im geschloffenen Bankverkehr der Länder vorzunehmen sei.

Einen ähnlichen Glauben hat auch der B t u- ber des Dichters. Er, ein nach europäischem Muster gebildeter Mathematiker, ein Heiliger und ein Philosoph, läßt sich jeden Morgen auf die Veranda seines Hauses tragen und von Tieren und Vögeln umgeben, gibt er sich einem schwei- Zenden Sinnen hin. Der Greis, der schon so hinfällig ist, daß er eine Buchseite nicht umzu- wenden vermag, weiht die letzten Stunden sei- nes Lebens der Prophezeiung eines Erstarkens des indischen Geistes.

Aehnliche Dinge gehen in Nepal vor, dem Ländchen zwischen Indien und Tibet. In dessen Hauptstadt glänzt bereits das elektrische Licht, aber auch dort ist man zwar geneigt die Erzeug­nisse europäischer Technik anzunehmen, aber von europäischem Geiste will man nichts wissen. Einstmals batten katholische Mönche mit d-n ersten Fackeln der Kultur die Finsternis Nepals erleuchtet. Jetzt aber will man selbständig MN. Es gibt da zwar auf 5'Z Millionen Ein­wohner nur 50 000, die des Lesens und Schrei- bens mächtig sind; trotzdem werden in die ein» Lolche Sprache europäische Lehrbücher, in- dpche Klassiker übertragen. Auch ein Hygiene- Mhrer ist übersetzt worden, aber Impfungen ge­gen Pocken wendet man nicht an; denn diese Krankheit ist eine Göttin und man darf sie nicht daran hindern, den, wen sie will, Heimzusuchen Auch eine Zeitung erscheint in einheimischer Lprachc mit Telegrammen, Marktpreisen und was fönst dazu gehört. Das Motto aber, das wird, ist wieder ganz uneuropärfch: Mögen alle glücklich sein. Mögen alle von Krankheit verschont bleiben. Mögen alle nur Gluck auf ihrem Lebensweg sehen. Möge nie- mand Enttäuschungen erleben." Und so ist -s auf allen Gebieten: äußerlich erfolgt eine Annäherung an Europa, aber innerlich blei­ben die Asiaten sich treu.

Man kann in der Tat aus dem Wellenr au- scheu dieser Bewegung eine Melodie des Memen- to mori herausklingen hören. Jedenfalls ist es kein sehr erbebendes Gefühl für uns Europäer, M untere Nachbaren im Osten, indem sie aus den Klnderzwuben herauswachsen, uns in nichts Besserem nachabmen zu müssen meinen, als nur in den Aeußerlich ketten der Zivilisation. Und ledenfalls ist es ein Zeichen der Stärke wenn einer, tote der Asiate es tut, den eigenen Weg ftnfcet uni ihn geht, fremdartige Vorbilder -S- letyneiu).

Vorsichtige Zurückhaltung ®er Reichskanzler will Konflikte vermeiden. (Eigener Informationsdienst.)

Berlin. 16. September.

Die Notlage der LandwirtschofL

Kumpf um die Zollvorlage.

_. Berlin, 15. September

Die Mißernte, die in vielen Gegenden Deutschlands infolge des ungünstigen Wetters vorhanden ch, hat dazu geführt, daß von Seite»

Aus dem besetzten Gebiet.

Zerstörungen durch französische Soldaten.

(Privat-Tekegramm.)

Oberhausen, 16. September.

Gestern abend gegen 10 Uhr richteten acht bis zehn bettunkene französische Soldaten in den Tiraßen von Oberhausen verschiedene Zerstörun­gen an. Sie schlugen Schaufensterscheiben ein und mißhandelten einen vom Krankenbesuch kommenden Sanitätsrat schwer. Als die empörte Bevölkerung gegen die Unruhestifter eine drohende Haltung einnahm, sah sich die Polizei gezwungen, zwei der Soldaten in Schutzhast zu nehmen, während die übrigen flüchten konnten. Die alarmierte französische Gendarmerie nahm die beiden Festgenommenen in weiteres Gewahr- fam und ist mit der Ermittlung der flüchteten Soldaten beschäftigt.

Berlin. 16. September.

Auf der Tagesordnung der gestrigen Kabi nettssitzung, die vom Reichskanzler geleitet wurde, stand nur die Ernennung der deut­schen Mitglieder des Verwaltungsrates der Reichsbahn, des Generalrats der Reichs bank und des Auffichtsrats der In- duftrieobligattonen . Bank. Rach dein Reichsbahngesetz können von den neun Mitglie­dern des Verwalttingsrates der deutschen Reichsbahngesellschast, die der Treuhänder er­nennt. fünf Deutsche fein. Danach hat der Treuhänder folgende vier Herren ernannt: die Staatssekretäre a. D. Stiel er und Berg­mann, Exzellenz von Miller und Mel­chior, Hamburg. Die übrigen fünf vom Treu­händer zu bestellenden Mitglieder werden Aus­länder fein, und zwar je ein Engländer, Fran­zose, Belgier. Italiener und Schweizer, die zum Teil ja bereits ernannt e»b. Wie wir hören, werden die Fragen der Rotifizirrung der Kunv- gebung der Reichsregierung in der Kriegs chuldfrage und des Eintritts Deutschlands n den Völkerbund erst in einer Kabinetts- iüuna beraten werden, die nach den bisherigen Dispositionen für den 22 September in Nussicht genommen ist. Die B. Z. will wissen, daß diese Kabinettssitzung unter dem persönlichen Borsitz des Reichspräsidenten ftattfinden wird.

Voriauftz wettere Ankiarsiett

Finanz und volitik

Die Macht der Bankiers.

Während der Beratungen in London hat inan zum ersten Male deutlich den Einfluß der Fi- nanzmächte auf die Weltpolitik wahrgenommm. Wer noch daran zweifelte, daß letzten Endes alle polttifchen Entscheidungen von der Zustimmung der Geldmagnaten abhängig seien, wurde in London eines andern belehrt Der Frieden in Europa, der Weltwirtschaftsfrieden läßt sich nur Herstellen mit dem Willen nnd nach dem Willen der großen Geldmänner, die die Welt beherr­schen, und von denen letzten Endes selbst Män- ner wie Poincare abhängig sind Man erinnert sich daran, daß die Selbstherrlichkeit Poincarss zusammenbrach, als der ftanzösische Franken langsam aber stetig an Wert verlor, als die In­flationswelle über Frankreich dahinbrauste und nach deutschem Muster das Geld verflog/ Wäre Morgan nicht gekommen, hätte dieser nicht eine Stützung des Franken vorgenommen, so hätte Frankreich die gleichen Erscheinungen er­lebt. wie Oesterreich und Deutschland bereits hinter sich hatten. Poincarö, der nach sei­nem Willen Politik treiben wollte, mußte sich den Forderungen des amerikanischen G.-ld- mannes beugen. Er hat Zugeständnisse ge­macht, die chm wider den Strich gingen, die aber unerläßlich waren, denn die moderne Zeit kennt neben der Abhängigkeit der Großindustrie und des Geldmarktes von der Politik und die Ab­hängigkeit der Politik von der Entwicklung der Geschäfte. Somit ist Politik ein Finanz­geschäft geworden. Die Bankiers erklärten in London ihren Willen, Europa den Frieden zu geben. Sie forderten, daß der Einfluß der Re­parationskommission, zu der man so wenig Ver­trauen besaß, verschwände. Sie stellten die Bc- dlngung auf Räumung des Ruhrgebiet?, denn sie sagten sich, nur wenn ein ungeteiltes Deutsch­land als Bürge haste, wenn Deutschland unge­hemmt arbeiten könne, seien sie sicher, ihr anzu­legendes Kapital nicht zu verlieren. Niemals wäre eine Verständigung in London ohne die Bankiers möglich aewesen. Diese mußten die Bewilligung der 200 Millionen Dollar zusagw. Und sie taten es unter Bedingungen, von denea sie nach keiner Seite hin abriickten Den Politi­kern waren damit die Grenzen gesteckt, innerhalb deren sie sich zu verständigen hatten. Sie ver­ständigten stch auch in den Grenzen, die die Ban­kiers rechtzeitig zogen.

Wer nun glauben sollte, die Geldmächte der Welt, die derart die politische Entwicklung be­stimmen, ließen sich durch politische Kniffe über­tölpeln, würden gutgläubig genug sein, auf Ver­sprechungen hineinzufallen, der irrt sich, denn dir Halttinq der Franzosen in den letzten Taaen, die den Anschein erwecken muß, als ob sie di- Räumung des Ruhrgebietes nicht in der zugestandenen Frist vollzieben wollen, btt bereits eine Gegenwirkung bei den Gel d- magnaten in Amerika gefunden, die sc- fort eine Erklärung laut werden ließen, nur wenn die vereinbarten Bedingungen über die Räumung des Ruhrgebietes auch erfüllt wür­den, wären sie in der Lage, die übernommenen Verpflichtungen aufrechtznerbalten. Für die Finanzmagnaten ist alles ein Geschäft, auch die Herstellung des Weltfriedens. Auch mit dieser Tat wollen sie Geld verdienen, und so sehen sie die Dinge realistisch, unge- schmintt, ungefärbt, unbeeinflußt von politischen Empfindungen und von den Wünschen einiger Mächte. Frankreich wird sich daher, will es die Kreditfrage nicht in Gefahr bringen, wohl oder Übel dem Vertrag von London beugen müssen. Herriot wird seinen Willen durchzusetzen haben, selbst wenn seine Generäle versuchen, die ver­traglich vereinbarte Ruhrräumung nach ihren Willen zu formen und die aegebenen Fristen aus nichtigen Gründen zu verlängern.

Der Druck der Geldmächte wird dauernd sein. Und da sie einmal die Politik beherrschen, da sie über alle Länder das Szepter schwingen, so werden wir vielleicht fortab mehr als früher d-e Abbäv.gigkeft vorn Großkapital spüren das heute maßgebend ist für die Entwicklung der Mächte Wenn ein französischer General glaubt, geaeu derartige Kräfte finge Schachzuge unterncbm.'n zu können, so ist das ein? Selbstüberhebung die sich sehr bald rächen muß. denn die Entwicklung der Weltgeschichte läßt sich durch einige Ehr­geizige nicht aufhalten. die erftarften Finanz- Mächte lassen sich nicht mehr in ihrem Erpin- sionswillen hemmen In London bereits fiel der Ausdruck. Frankreich werde wohl oder übel feine Verpflichrungen erfüllen müs- sen. denn es könne nicht gegen den Strom der Großfinanz schwimmen Und so haben mir tat­sächlich alle Sicherheit in dem Wesen der Groß- ftnanz, die ihre Rechte unbedingt wabrnehmen wild und Acht geneigt ist, sich irgend etw's aus einem festliegenden Programm al,handeln zu taffen Wir könnten deshalb alle Erregung über französische Winkelzüge sollen lassen, wenn wir Nerven genug hätten und die Machk der Großfinanz anerkennend aus dem unbestimmten

Egoismus ihrer Macht die nötigen Schlüsselvorläufia nick» erfntnr _ «n:,

j o gen. Es ist wenig erfreulich, diese Äbhän- Zeitung" hört, verläßt Reichskanzler 'Jjiatrbe GSkeit zu sichten und sich in ihr Beruhigung zu! Tits heute wieder BeNiw ^ ^ S

Solen. Aber wir werden zugestehen müssen, daß« _

vielleicht der Friede noch lange nicht d-e Fort-I -tinnniiHi» osrünh«

ichntte gemacht hätte, die wir jetzt verzeichnen! Smanzieue Gründe sprechen mit.

können, wenn nicht das Großkapital endlich' daran arbeiten würde, mehr zu verdienen, sich stärker auszubreiten, die letzte Macht an sich zu reißen. Freilich werden wir auch nicht zu ver­kennen haben, daß der Krieg an sich letzten Endes ein,Geschäft des Weltgroßkapi- t a l s gewesen ist, das aus dem Kriege und aus den Nachkriegserscheinungen leinen Gewinn mehr zu ziehen vermockfte nnd deshalb je hi den Frieden als ein wertvolles Geschäft bettachtet.

Sitzung desReichSkadinetts.

Kriegsschuld- und Völkerbundfrage vertagt. iEigcner Drabtberichi.i