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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Die Saffeler 'Jieueften «.

auSfchließlich

Nummer 217. Einzelnummer 10 PI , Sonntags 15 Pf

Sonntag, 14. September 1924. ©injeimnmxe, to Pf. eonntnas 15 PI 14. Jahrgang

'Jieueften Nachrichten erscheinen wöchentlich fechSmal nachmitt nentäeteiä beträgt für Sen Lisnai TevtemberJMkLet sreierZnftell Ser Geschäftsstelle abaeholt 1.80 Mk. Dur» die Poft rnonaiUch 2.00

ZufteüungSaebüyr. Bertas nnS Redaktion t Schlachthofstratze Ä Fernivrecher 951 und 952. Kür unverlangt etnaesandte Beiträge kann Sie Saktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Kalle übernehmen. R zahlung des Bezugsgeldes ober Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmätz Steuerung ift ausgeschlossen. Poftscheckkonto Kranksurt a. Main Nummer k

Die politischen Fragen im Reichslabmett.

Unnütze Vorurteile.

Alles vom Parteistandpuukt?

Da die Frage der Kriegsschuldnote, ich sie an die alliierten Regierungen abge­sandt werden soll oder nicht, noch unerledigt ist, haben sich die Gemüter der Parteiführer noch nicht beruhigt. Man schreibt von rechts dafür und von links dagegen, und die jeweiligen Par- teiangehorigen ereifern sich in politischen Gesprä­chen über die Klugheit oder die Ungeschicklichkeit der Regierung. Im Grunde genommen, sind heute Alle darin einig, von äußeyst rechts bis äußerst links, daß Deutschland nicht die Kriegs­schuld hat, wie sie ihm der Versailler Vertrag zu- schreibt. Und auch darüber besteht kein Zweifel, daß es unser gutes Recht ist, die Wahr­heit zu sagen. Wenn die Regierung das vor Jahren unter Zwang gegebene deutsche Zchuld- geständnis widerrufen hat. so hat sie eigentlich etwas ganz Selbstverständliches getan, wozu das ganze deutsche Volk ohne Unterschied der Part.r seine Zustimmung geben kann. Statt dessen ent­rüsten sich die Linksparteien mit der Begrün­dung, daß der deutsche amtliche Widerruf das Verhältnis zu den gegnerischen Mächten, das soeben einigermaßen versöhnlich gestaltet worden sei, von neuem trüben werde. Die deutschen Pa- zifistenvertreter, die sich zur Zeit als Berichter­statter in Genf aufhaltcn, schickten Alarmberichte, wonach in den Völkerbundireisen der deutsche Widerruf übel ausgenommen worden sei und Deutschland wieder in Mißkredit gerate.

In Wirklichkeit war das blinder Alarm, denn es hat sich in V ö l k e r b u n d k r e i s e n niemand darüber aufgeregt. Daß Herriot äußerte, es sei ihm unangenehm, wenn er die deutsche Note wirklich erhalten würde, kann man ihm nicht ver­argen. wenn selbst in.Deutschland so viel Auf­hebens davon gemacht wurde. Die Note gibt )a nur eine einfache Erklärung ohne etwas von den Alliierten zu verlangen, so daß Herriot um den Versailler Vertrag nicht zu fürchten braucht. Es sieht ihm frei, wenn er sie wirklich erhalten sollte, eine Gegennote zu veröffentlichen. Da man aber heutzutage gern viele Worte macht, nm ein­fache Dinge zu komplizieren, so wird ausgeführt, daß der Widerruf besonders mißlie­big sei. weil er auf Veranlassung einer Rechts­partei geschehen sei. Wenn diese Auslegung wirklich als so schwerwiegend angesehen werden soll, so müßte doch gerade Herriot für die Lage der deutschen Regierung Verständnis haben, deiin er selbst hat bei den Londoner Verhandlun­gen erkennen lassen, wie sehr er von den franzö­sischen Nationalisten abhängig iist. Uebrigens wird soeben halbamtlich mitgeteilt, daß die Reichsrcgierung schon vor dem Londoner Ab­kommen den Widerruf geplant hatte, ohne von einer Partei dazu veranlaßt worden zu sein.

Aus deutscher Seite ist eines Streites nur die Frage wert, ob es taktisch richtig war, den Widerruf gerade jetzt zu veröffentlichen, nach dem wir die Londoner Abmachungen ange­nommen haben. Ein Fehler war es je­denfalls, daß nicht schon viel früher ein amtlicher Widerruf erfolgt ist. Nachdem die Absendung der Rote bisher verzögert worden ist, hat ihre Wirksamkeit schon wesentlich eingebnßt. Außer­dem sind inzwischen aus der Gegenseite Aeuße- rungen Macdonalds in einem uns günstigen Sinne laut geworden, die eine Aenderung des Wortlautes unserer Note nötig machen. Es wäre sogar ratsam, die Stelle aus Macdo­nalds Rede zur Grundlage zu nehmen, wo­rin er sagt:Wir wissen Alle, die die Geschichte kennen, daß die Feststellung der Verantwortung für einen Angriff stets das letzte ist. wozu man gelangt ist. Es ist Sache des Historikers, der fünfzig Jahre nach einem Kriege studiert und schreibt, aber niemals Sache des Politikers, der seinem Beginn beigewöhnt hat, die Verant­wortung festzustellen. Das einzige Mittel zur Feststellung ist die Schiedsgerichtsbarkeit."' Aus diese Erklärung des Engländers, die in der Völ­kerbundssitzung abgegeben wurde und von dem Franzosen Herriot und dem Belgier Thrunis ohne Widerspruch hingenommen worden ist. kön­nen wir uns jetzt berufen und hei der künftigen Zusa mmenarbeit stets darauf Hinweisen.

Damit würde die Regierung die französische Agitation lahmlegen und den deutschen Linkspar­teien entgegen kommen. Macdonalds Ausspruch würde uns auch bei einem etwaigen Ein­tritt in den Völkerbund gute Dieniste leisten, da wir mit vollem Recht verlangen können, gleich­wertig behandelt zu werden. Leider hat auch die Frage, ob wir dem Völkerbund beitreten so'- len, scharfe Meinnngskämpfe Herdorgerufen. Während die Linksparteien den Beitritt emp­fehlen, wenden sich die Rechtsvarteien dagegen. Dabei wäre jeder Streit überflüssig, wenn man sich aus den Nützlichkeitsstandpunft einigen würde. Die deutsche Vertretung im Völkerbund ist uns dann nützlich, wenn wir unter den Be­dingungen ausgenommen werden. 1. daß wir damit nicht abermals den Versailler Vertrag an- znerkenncn brauchen, st. daß wir mit Sitz und Stimme gleichberechtigt sind und der Völkerbund seine Satzungen abändert. 3. Daß der Völker-

über die Kriegsschuldenfrage führte, hatte in den letzten Tagen mehrere wichtige Besprechungen mit dem Schatzkanzler über diese Schulden und über die Da w e s a n l e i h e. In diesem Zusammenhänge wird mitgeteilt, daß die Frage der Fundierung der französischen Schuld sofort nach dem Inkrafttreten des Planes Dawes zur Prüfung gelangen wird. Hurley hatte diesbe­zügliche Besprechungen nyt der französischen Re­gierung. Es verlautet, daß sic sich bereit erklärt habe, im Verlaufe dieses Winters eine Delega­tion nach Washington zu entsenden, um über d'e Fundierung der sranzösischen Schuld innerhalb 65 Jahren mit der amerikanischen Regierung zu unterhandeln. Der Zins''"!' fei -tni"s n-rinaer als der von England gezahlte. Für den Anfang würde Frankreich ein Moratorium von fünf Jah­ren gewährt werden.

Deutschlands Lasten.

Paris, 13. September. sEigene Drahtmel­dung.f Der Generalzahlungsagent Owen Poung wird heute aus Berlin kommend in Paris ein­treffen. Er wird von der Reparatwnskommis- sion über die ersten Maßnahmen für die Durchführung des Dawesplanes gehört werden, die er in den letzten Togen getroffen ho» Btzüter wird er dort mit den Treuhändern für die Eisen­bahn. und Industrie-Obligationen unterhandeln.

Wieder ein Mord in Italien.

Ein faschistischer Abgeordneter erschossen. (Telegraphische Meldung.)

Rom, 13. September.

Der faschistische Abgeordnete E a s a l i n i ist im Quartier Via Triomfale auf offener Straße erschossen worden. Der Mörder ift verhaf­tet; es soll der Arbeiter der Villa Casalinis sein, der einen privaten Racheakt verübte. Von ande­rer Stelle verlautet jedoch, es handele sich um ein politisches Attentat. Laut der Mittagsausgabc desGiornale d'Jtalia" erklärte der Täter auf der Polizei, daß er habe Matteotti rächen wollen. Weiter wird aus Rom gemeldet, daß unmit­telbar nach Bekanntwerdcn der Ermordung des Faschistenführers Casalini durch einen Kommu­nisten viele Tausende von Faschisten nach dem Palazzo Faszisti strömten, wo es zu einer ae wattigen Kundgebung des Faschismus für Mussolini und gegen den Mörder kam. Die Demonstranten zogen dann nach der russischen Botschaft. Diese wurde durch Polizei geschützt.

Verbilligungöaktion im Reich.

Maßnahme« der Reichsregierung.

Ermäßigung der Gebührentarife, Steuern, Zinsen und Preise.

Berlin, 13. September (Privattelegramm.) Um die durch das Londoner Abkommen dem deutschen Volke erwachsenen Lasten möglichst trafloar zu machen und alle Voraussetzungen für den Wiederaufbau der Wirtschaft zu schassen, wird die Reichsregierung eine Reihe von wirtschaftlichen und stenerlichenMaß- nahmen treffen. Im einzelnen wird folgen­des veranlaßt werden:

Die amtlichen Tarife.

1. Die Frachten der Normalllaffen der Gü­tertarife, die Sätze des Tieriarifs, die Fracht des allgemeinen Kohlenausnahmetarifs werden vom 18. 9. ab um 10 Prozent ermäßigt. Der Ge- wichtszufchlag für tue Beförderung mit gedeck­ten Wagen wird von 10 auf 5 Prozent herabgesetzt.

2. Zur Erleichterung der Geldversendung wird vom Reichsposkninistcr dem Berwaltungsrat der Reichspost noch in diesem Monat eine Vorlage zur Ermäßigung der Postanweisungs- und Post- scheckgebüh'rcn zugehen.

Die Kohlenpreise.

3. Die Kohlenpreise werden folgender­maßen ermäßigt: Steinkohlen aus Rieder- und Oberschlesien erfahren ab 18. 9. eine durch­schnittliche Ermäßigung von 10 Prozent gegen­über den vom Reichskohlenverband veröffentlich­ten Preisen. Sobald die Frage der Synbikctts- erueuerunfl geklärt ist, wird auch eine Ermäßi­gung auf mindestens 10 Prozent für die Ruhr kohle erfolgen.

4. Auf dem

Gebiete des Bankwesens

a) Die Reichsbank wird das Diskontie- rungs-Gesamt Kontingent zunächst um 10 Pro­zent erhöhen. Sie wird die zulässige Laufzeit von Wechseln bei der Reichsbank für reine Wa­renwechsel auf drei Monate ausdehnen. Tie wird fortan Bankakzepte vorbehaltlich einer Ver­einbarung über die von den Banken zu berech­nenden Akzcptprovisioneti wieder diskontieren

b) Auf die Banke u Vereinigung wird hinsichtlich der Zinsgewährung für heremkom wende Gelder und Spareinlagen htngewirkt wer den, die normalen Kreditprovisionen innczuhaltcn. Zur Vermeidung unprodukttver

Arbeiten bei den Banken sollen die zahlreichen Devisenvorschriften bis auf ganz geringe Teile Wegfällen.

Auf dem Gebiete der Steuern.

5. Die Umfatzsteuer und diejenigen Teile der Kapitalsverkehrssteuern, die mit der Kapitalbefchaftung für die Wirtschaft im Zu­sammenhang stehen, sollen ermäßigt werden. Die Umsatzsteuer wird mit Wirkung vom 1. 10. 24 von 2% auf 2 Prozent herabgesetzt werden. Von den Käpitalsvertehrsstenern wird auf dem Ge­biete der Gesellschaftssieuer und der Wertpapier­steuer ebenfalls vom 1. 10. 24 ab eine Senkung eintreten. Der Zollvorlage, die dem Reichstag vorliegt, soll jedoch durch die Herabsetzung der Umsatzsteuer nicht vorgegrifien werden. Die steuerlichen Maßnahmen erfolgen angesichts der Dringlichkeit durch Verordnung des Reichsprä­sidenten.

Wirkung auf die Wirtschaft.

Die Reichsregierung gibt der Erwartung Aus- druck, daß die gesamte Privatwirtschaft durch Senkung des Preisniveaus und die öffentliche Wirtschaft durch Herabsetzung der Wertstarise dem Wege der Regierung folgen werde.

Wieder polizeiliche Kontrolle

Um die Gestaltung der Preise.

iPrivat-Telegramm.)

Berlin, 13. September.

Zur Durchführung des Preisabbaues sind vom preußischen Minister des Innern gleich lautende Richtlinien an die Polizeiverwaltrtn- gen des Preußischen Staates erlassen worden, die die Wiedereinführung der polizeilichen Kontrolle über die Gestaltung der Le­bensmittelpreise «nd die Preise für G e- brauchsartikel bringen. Im Besonderen soll die Berdievstspanne, die Händlern uns Er­zeugern verbleiben darf, in keinem Falle die Verdiensthöhe in der Vorkriegszeit überschreiten. Wo dieses dennoch der Fall ist, soll sofort die Einleitung des Strafverfahrens wegen Wuchers und Entziehung der Handelserlaubnis erfolgen

bunt) auch Amerika und Rußland zum Beitritt veranlaßt. Dann würden wir eine gewisse Ge­währ haben, daß unsere Beschwerden einen Er­folg hätten. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, dann ist der Beitritt Deutschlands aller­dings zwecklos. Aber auf jeden Fall müßte man den Versuch dieser Lösung machen, um unser Recht zu sordern. Es ist offenkundig, daß auf der Rechten wie auf der Linken in allen Angelegon- beiten einVorurteil besteht und f-eder Antrag der einen Partei grundsätzlich von der andern aügelchnt wird. Man sollte endlich aus, dem Parteihorizont herauskommeu undirck aus den Standpunkt bei reinen Sachlichkeit und vaterländischen Zweckmäßigkeit stellen.

Besprechungen im Robinett. Strrsemann äußert sich hoffnungsfroh.

(Eigene Drahtme'.dnng.t

Berlin. 13. September.

Unmittelbar nach der unerwarteten Rückkehr des Außenministers Tr. Stresemann nach Berlin fand im Auswärtigen Amt eine Eheste - sprechung über die schwebenden politischen Fra- gen, die Kriegsschuldnote und den Etn- triti in den Völkerbund statt, an der auch die in Berlin gebliebenen Reichsminister tei(- nntimen. Die Besprechung war nur informato­risch, Beschlüsse wurden nach keiner Richtung hin gefaßt, sondern blieben dem Zusammentritt des Reichskabinetts am Montag vorbehalten. Die Rückkehr des Außenministers ift veranlaßt wor­den durch die sich hänfenden B e s n ch e der E n- tente-Diplomaten im Auswärtigen Amt. Rach ihnen sprachen der Sekretär der iialieni- f*en Botschaft vor. Am späten Abend emvftug Siresemaiin Vertreter seiner eigenen Par­tei, denen gegenüber er sich sehr Hoffnung» freudig über die weitere Entwicklung ner Dinge für Deutschland nach Annahme der Lon­doner Abmachungen ausgesprochen hat.

Die Schulden öer Alliierten.

Amerika als strenger Gläubiger. ((Sigencr Drahtbrich: -

Washington, 13. September.

Ein Beamter des amerikanischen Schatzamtes Edward Hurley, per vor einigen Tagen aus Europa zurückgekehrt ist, wo er eine Untersuchung

GNNkö Geschäft.

Noch immer Kredit» und Geldmangel.

Die getäutote Hoffnung auf eine Geskhästsbe- lebung hat bi* nachteilige Wirkung noly beibe» balle«. Da noch keine Defferung in naher Aus­sicht .ft, ist von Regierungsseite eine Derbilli. gungsaktion eingebettet worden. Augenblick­lich > eilt sich Oie GeschisitSlage wie folgt Dar: Mehrere große deutsche Industrie firmen ha­ben bereits in den Verhandlungen um Kredi­te vom Ausland Erfolge gehabt. Ihnen sind erhebliche Mittel zugeflossen, die die großen Zahlungsschwierigkeiten der deutschen Wirt­schaft beheben können, wenn sie soiort produltiv angelegt werden würden. Nicht nur der Rilhr- industrie, sondern auch dem Kohlensyndilat sind bereits Mittel zugeflossen Ebenso verhandelt augenblicklich Vas Kali-Syndikat dem zur Zeit bereits von Amerika sechs Millionen Dollar zur Verfügung gestellt worden sind Die flüssi­gen Mittel, die so nach Deutschland gelangt sind, haben aber noch keine Entspannung her Zahlungsschwierigkeiten gebracht, denn wenn sich auch die Zahl der

GeschästSanMchten zu verringern scheint, so muß man doch die Beobachtung machen, daß namentlich bei kleineren Unternehmungen der Bargeldmangc! in dem alten Umfange, teilweise sogar verstärkt bemerkbar ift. Auck von Seiten des Reiches ist in letzter Zcii durch Gewäh­rung größerer Kredite etliches geschehen, um einer Katastrophe vorzubeugen. Der Bargeld- m a n g e l hat jedoch so tiefe Wurzeln geschlagen, daß er nicht in kurzer Zeit wieder behoben wer­ben kann, unb so ist es begreiflich, wenn ble katastrophalen Folgen, bie sich zuerst bei bei Großindustrie zeigten und ble dann immer wei­ter griffen, setzt beim Handel und gewerbetrei­benden Mittelstand am fühlbarsten geworden sind. Der Segen also, der von dem Äuslanbs- krcdit erhofft wurde, ist a u s g e b l i e b e n und es bedarf der Anspannung aller Kräfte, um

über die krisenhafte Periode

hinweg zu kommen. Sie hat es auch verschuldet, wenn neinnd'ngs an der Börse wieder ein Rückgang der Kurse bemerkbar wird, wenn die Abgabe bet zu spekulativen Zwecken gekauften Aktien ben Kaufauftrag überwiegt. Tie Börse zeigte jebenfalls ein sehr unsicheres Gesicht wahrenb bet ganzen Woche. Sie reizte nicht zu spekulativen Käufen und die an und für sich stets vorsichtige Spekulation zeigte wei­terhin Zurückhaltung. Es war auch nicht über­raschend. daß bie Rentenpapierc von der Ver» kaufskrisc betroffen wurden und erst die Nach­frage von gewissen Stellen den Kurs wi-dei et­was zu hoben vermochte. Dio Erwartungen breiter Kreise die sich» wieder plötzlich an der Börse zu beteiligen versuchten und auf Gewinne an der Börse hofften, haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil sind *n dieser Woche erhebliche Verluste zu verzeichnen geivoseu Von Wichtig­keit ist, daß bie Großbanken bemüht sind, bie Dobetzinsen herab; u setzen und den Kredit zu erleichtern. Teilweise sollen

die Großbanken wieder über Mittel verfügen, die namentlich aus dem sich zum Sparen net- oondon Mittelstand den Banken zugeflossen sind Die Kredite werden jedoch nur unter größter Sicherbeit und möglichst auf kurze Frist gegeben, sodaß, sie immerhin schwierig z-u er­langen sind unb denen keine Hilfe bringen, dir beute buchmäßig bobe Außonftände haben, sich bemühen, diese bo-oin zu bekommen es aber nickt vei-möoen. auf 0<rttnb dieser durch ms öche- ren A"ßonstäubo tz.-h 'roondwelck'e Barmittel zu beschaffen. Auch die Landwirtschaft ist von befer Erscheinung neuordtnas betroffen, !»enu sie batte geglaubt, durch eine frühere Ernte flüssige Mittel zn erfanden, muß aber in­folge der durch die V-lechto Witterung verzö­gerten Ernte sich woiterbin mit Kredi- ten behelfen, die ihr nicht in dem Maße zu- oängltch sind c<s es durch hie amtlichen Ankün­digungen den Anschein batte Man flogt ;n Krotten do- Landnstottoboft über ^fN'tteusckwic- rtakoiten, die besondo-s b"»>h bte hohen Steuern enttlandon ßnd. Es ist eine Her­absetzung der Sohlen, und Fracht­preise aevlcmt, um das b-uttcho Wirttcha'is- 'eben wieder zu beleben und Vor ollem eine Verbistiauna her Nroduflion zu erreichen, d-o in her letzten Zeit wieder f-ttwott-> übe- her» ?(-s, lcmdsnivcan Tag und di» Preise in Deutschland langsam in di- Höhe steigen ließ.

Die Frage der Ueherweffmarkipreife fnnat neuerdings an. wieder eine größere' Rollo zu spielen Ein thuisches Beispiel sind bie Verhältnisse auf dem R o h h ä »t e m a r kt. Hier hat sich in der letzten Zeit ein fcfi.jrfcr Nreisnuftrieb bemerkbar gemacht Gegenüber den Notierungen bi- vor etwa einem'Monat in Geltung waren, ist eine Steigerung von etwa 30 Bro tont eingert eien, unb wir befinden im8 damit wieder einmal jenseits bei Weltmarkt»