Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Die Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittags. DerAbonnementsvreis betragt für den Monat Sevtember2Mk.be, freierZustelluna ins Vans, in der Geschattsftelle abaebolt 1.80 Mk. Durch die Post monatlich 2.00 Mk. ausschließlich Lustellungsgebübr. Verlag und Redaktion: Schlachtbofstratze 28/30. Kernsprecher 961 und 952. Kür unverlangt etngesandte Beiträge kann die Re­daktion eine Verantwortuna oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rück- zablung deS Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Liererung ist ausgeschlossen. Postscheckkonto Frankfurt a. Main Nummer 6380.

Kasseler Abendzeitung

ckerei

28/80

u. 952.

Hessische Abendzeitung

Nummer 214. Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf. Donnerstag, 11. September 1924.

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Endloser Streit um die Kriegsschulduote.

Die MarneschlaKt.

Der Anfang des deutschen Schicksals.

In diesen Tagen wurde die Erinnerung wie­der lebendig an die Zeit vor zehn Jahren, da den Extrablättern mit den knalligen Überschrift m Die deutschen Truppen vor Paris" eine unheim­liche Stille folgte, da der Meldung:Die Marne überschritten" keine Siegesnachricht mehr folgte, bis schließlich eine freiwillige Rückwärtskon- zentration der Deutschen Armeen aus strategi­schen Gründen zugegeben wurde. Vom Äus-- land her erfuhr mau dann, daß die Franzosen die Marneschlacht als ihren ersten großen Sieg feierten, und vom deutschen Hauptquartier, daß Generaloberst von Moltke erkrankt und die wei­tere Leitung der Operationen dem General von Falkenhayn übertragen worden sei. Seit­dem wurde es uns und der ganzen Welt immer klarer, daß die Marneschlacht den ent­scheidenden Wendepunkt im Weltkriege bedeutete, da nun die Hoffnung auf einen schnel­len Sieg im Westen anfgegeben werden mußte; seitdem ist auch die Debatte darüber, ob und wie dies hätte vermieden werden können, immer breiter und tiefer geworden. Das endgültige Urteil wird erst eine spätere Zeit sprechen. Die Beteiligten können wertvolles Material dazu liefern, aber nicht die ganze objektive Entschei­dung fällen eben weil siebeteiligt" waren und sind.

Am wenigsten aber kann natürlich bei einer parteimäßigen Zuspitzung der Debatte heraus- kommen, wie wir sie jetzt erleben müssen. Der Vorwärts" und andere Linksblätter zitieren einen Artikel des Generals von Kuhl, weil die­ser nun offen erklärt habe, daß Fehler der Führung vorgelegen hätten, die unsete herr­liche Truppe nicht anszugleichen vermochte. Da­bei wird Selbstverständliches als eine Sensation behandelt. Darüber ist ja nirgends Streit ge­wesen, ob die Schuld bei der Führung oder bei den Truppen lag, konnte es auch um so weniger sein, als die Franzosen jetzt selbst zugeben, daß sie an der Marne keinen taktischen Sieg er­rungen haben. Die deutschen Armeen sind tat­sächlich ungeschlagen und zu ihrem eigenen enf' Erstaunen ausstrategischen Riick- ft- zurückgenommen worden, d. h. um eine ovhe" zu vermeiden, die General von M o : t k e auf Grund der Meldungen über die französischen Gegenangrisfsabsichten befürchtete. Der 'Streit kann nur darum gehen: ob er mit dieser Besorgnis reckt hatte und wie weit er selbst durch falsche Dispositionen diese Situation her- beigeführt hat.

General von Kuhl wirst dem Leiter der Ove- rationen vor allem vor, daß er zu lange im Hauptquartier zu Luxemburg geweilt habe, wo die Verbindung mit den Armeeführern sehr mangelhaft war, und daß ro dem von ihm zum reckten Flügel entsandten Oberstleutnant Hentsch eine Mission erdrückender Schwere zugefalleu sei. Es ist sehr beachtenswert, hiermit die Auf­zeichnungen und Briefe des verstorbenen Gene­rals von Moltke zu vergleichen, die seine Witwe herausgegeben hat. Moltke, der vielleickt keil großer Stratege, aber sicker ein edler Mensch war schreibt am 8. September, als das ent­scheidende Ringen schon im Gange war lange könne das Hauptquartier nicht mehr in Lurem- burg bleiben;der Kaiser muß nach Frankreich hinein, näher an die Armee heran . . ." Man hört den Generaladjutanten, nickt den Gen.-ral- stabschef. Erst am 11. September ist Moltke per­sönlich zu den Armee-Oberkommandos ge-rhr n Und er har dann selbst den Befehl zum allg-mei­nen Rückzug gegeben, am stärksten beeinflußt durch die Erklärung des Generals von Hausen daß die dritte Armee einem französischen Angriff nicht mehr gewachsen wäre, wie er nach Meldung der zweiten Armee bevorzustehen schien. Dazu kam die Lücke Zwischen der ersten und zweiten Armee, in die bereits englische Truppen einge­drungen waren.

General von Moltke gibt zu. daß es ein Feh ler von ihm war, dem rechten Flügel ätoei Armeekorps für den Osten zu entziehen, statt sie aus dem linken Flügel zu nehmen. Auch hier waren wohl .Rücksichten" entscheidend Weit-re Fehler der obersten Führung erkennt er aber nicht an. Besonders wichtig für die Beurteilung der Gesamtlage scheint uns die Bemerkung Moltkes zu fein:In den Meldungen der Ar­meen war bisher dauernd vonfluchtartigem Rückzug" und vonbeginnender Auflö'ung" des Gegners die Rede gewesen, die Armeeoberkom­mandos hatten wiederholt betont, daßrück­sichtslose Verfolgung" hie Vernichtung des Geg­ners vollenden würde." Erst in den letzten. Auqusttagen seien dann Meldimoen über franzö­sische Trnvpentransporte nach Paris gekommen.

Hier ist vielleicht die Kardinalfrage angedeu- tet. War bei uns nickt der Verfolgungs- ge danke überzüchtet? Kann im Zeitalter der Volksbe-re ein so stürmisches Eindringen in' Feindesland zurAuslösung" des Gegners führen, ohne die eigenen Truppen

über Gebühr zu schwächen? Konnte die große Einkreisung (mit Paris im Rücken) überhaupt gelingen, wenn der englische Zuzug nicht zu ver­hindern war und die Franzosen sich gegen Ita­lien nicht mehr zu sichern brauchten? Die Be­antwortung dieser Fragen ist schließlich wich­tiger als ein Urteil darüber, ob die deutschen Truppen die Marneschlacht noch hätten über­stehen können. Wir wollen jetzt nicht zwecklos nach Schuldigen suchen; wir warten den Spruch der Geschichte ab.

Die Stellung des Kabinetts.

Um die Absendung des Kriegsschuldproteftes.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 10. September.

Die schwerwiegende Bedeutung des Kabi­nettsrats, der Anfang nächster Woche in Berlin ftattfindet, wird von den führenden Stellen alber Parteien erkannt, und es wird nickt an Bemühungen fehlen, auf die einzelnen Kabi- ncttsmitglieder den stärksten Einfluß nach dec einen oder der anderen Richtung auszuiibe». Vorläufig bestehen noch gewisse Verschie­denheiten in der Auffasiunq zwischen dem Reichskanzler T. Marx und dem ReichSaußcn Minister Dr. S t r e s e m a n n. Während Dr Marx der AnsickK ist, daß er sich in der Frage der Absendung der Kriegsschuldnote ebenso wie in der Frage des Völkerbundes und der Bür- aerblockbildung nach allen Seiten hin frei fühlt, steht Dr. Stresemann aus dem Standpunkr. daß die Zusagen, die man vor den Abstimmungen über die Gesetze zur Durchführung des Sachver­ständigengutachtens den Deutsch nationa­len gegeben hat, unbedingt einlösen müsse. Mit dieser Auffassung befindet sich Dr. Srrese- mann im Einklang mit seiner Fraktion, und es spricht alles dafür, daß auch die übrigen Kabi­nettsmitglieder, die der Deutschen Volks- Partei nahestehen, diesen Standpunkt ver­treten werden. Die demokratischen Kabi­nettsmitglieder dürften sich dagegen für eine Unterlassung oder znm mindesten eine lang­fristige Hinaussckiebung der Uebermitt- lung der Note aussprechen. Nach welcher Seite bin Dr. Marx und die Zentrums Minister ihre Entscheidung fällen werden, dürfte von einer letzten Besprechung abhängen, die in füh­renden Zentrumskreisen unmittelbar vor der Kabinettsfitzung abgehalten werden wird.

* »

Schritte der Rechten und Linken.

Berlin, 10. Sept. (Eigene Drahtmcidung.) Innenpolitisch ist die Lage unverändert. Die Presseerörterungen über die bevorstehende Kriegsschuldnote bringen keine neuen Momente. Die Abweseneit dcp leitenden Staatsmänner von Berlin wird von allen Fraktionen abfällig beurteilt. Nur die Dcutschnationalen und die Sozialdemokraten sind zu direk­ten Schritten bei der Reichsregiernng ent­schlossen. Die Antwort des Staatssekretärs von Maltzahn auf das gestrige Vorgehen der Dentschnationalen befriedigt nickt ganr. Wie verlautet, wird unmittelbar nach der Rückkehr Str-semanns ein weiterer Schritt der Deutsch- nationalen erfolgen, falls der deutsche Kriegs­schuldprotest bis dahin, wie es den Anschein hat, noch nicht erfolgt sein wird.

e

«Snßlifche Bemerkungen.

Rotterdam, 10. September (Eigene Traht- meldung. Tie LondonerTimes" will zuver­lässig aus Berlin erfahren haben, daß die- ficht der deutschen Regierung, eine Kriegs­schuldnote den Alliierten zu überreichen, nicht aufgegeben ist, daß vielmehr der Zeitpuntt der Veröffer.tlichung nur verschoben wur­de. Vor Lösung der Anleihe und der Lösung der letzten Ruhrschwierigkeiten wird der deutsche Schritt nickt erfolgen. Die ..Morninqvost" be­hauptet, daß der engrckcke Botschakter in Berlin schon am 28. August seine Bedenken gegen die deutsche Bbsickt im Auswärtigen Amt geltend gemacht und aufmerksames Ohr gefunden habe.

Weiterer fttketnungSausta.:sch.

Berlin. 10. September (Privattelegramm.) Da die llnstimmigkeiten in der Kriegsschuld­frage innerhalb des Kabinetts noch sehr >üf- gehend sind und eii.c Einigung nur schwer zu erzielen sein wird, wäre jede Voraussage ver­früht. jedenfalls ist für die nächste Feit ein lebhafter Meimtngsaustausch in der Führerschaft der verschiedenen Parteien zu erwarte». Man spricht auch davon, daß die B o t s ch a f t e r aus London und Paris nach Berlin berujen

werden sollen, um über die Stimmung in den englischen und französischen R-gierungskreisen Bericht zu erstatten.

Die Genfer Tagung.

Bisheriges Ergebnis der Ausschußberntungen. (Eigener Drabrberichi.!

Genf, 10. September.

Die Völkerbundsversammlung, die die Reso­lution Herriot-Macdonald dem dritten Aus­schuß der Völkerbundversammlung (Abrüstungs­ausschuß) fiir die allgemeine Beratung der Ab- rüstungs- und Garantiepaktfrage überwiesen hat, bat gleichzeitig den ersten Ausschuß der Ver- sammluug (Rechts- und Verfassungsfragen) da­mit beauftragt, 1. die einzelnen für die Bei- legungvon Konflikten in Betracht kom­menden Artikel des Völkerbundspaktes hinsicht­lich etwaiger Abänderungen zu beraten, 2. die Frage der Abänderung der Schieds­klausel des ständigen internationalen Ge- ricktshofes^zum Zwecke der Herbeiführung der Annahme des obligatorischen Schiedsverfahrens durch die Mächte zu erörtern. Die erste Kom­mission trat gestern in die Debatte dieser Auf­gaben ein und beschloß nach langwierigen Aus­einandersetzungen, beide ihr überwiesenen Fra­gen in einem gemeinsamen Unterausschuß zu bera-en. Er wird ständig Fühlung mit dem dritten Ausschuß der Versammlung (Ab- rüftungssragen), der bisher den ersten Teil der Resolution Herriot-Macdonald bearbeitet, halten *

Reue Uiiterauafdrift'.

Genf, 10. September. (Eigene Drahtmeldung.) Gestern wurden drei weitere Unteraus- f d) ü f f e für die anderen auf der Tagesordnung stehenden Fragen gebildet nnd zwar eine» für die Beratung des englischen Zusatzantrages zu Artikel 16 des BölkerbnndSpaktes bett. Wirt- schaftsblockade, ein zweiter für die Abän­derung der Geschäftsordnung auf Grund des holländischen Antrages, der in den Kvmmissi- onsberatungen einfache Mehrheit statt Einstimmigkeit bei den Beschlußfassungen for­dert sowie der dritte, der den gestern von Schweden eingebrackten Vorschlag des interna­tionalen Abkommens zur Regelung interna­tionaler Rechtsfragen beraten soll.

Ättternationl^ Irechtshilfi.

Genf, 10. September. (Eigene Trahtmcldung.) Die Unterkommisston zur Prüfung der Frage der internationalen Rechtshilfe für Unbe mit feite erstattete gestern ihren Bericht, der eine sofortige Bereinheitlichirng der einzelnen staatlichen Gesetzgebungen zu dieser Frage ver­langt und die Abfassung eines Abkommens vor- üeht, in dem die Staaten sich verpflichten wür­den. den ausländischen Unbemittel­ten dieselbe Unterstützung wie den eige­nen zuzubilligen. Die Kommission genehmigte diese Vorschläge.

Der Ernst der Ghmaknse.

Die Kämpfe nahe bei Schanghai.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 10. September.

Aus Schanghai wird berichtet, daß etwa 1000 amerikanische Matrosen in unmittelbarer Nähe der Front, bei Wusnnq gelandet worden sind. Bis jetzt sind in Schanghai zum Schutz der Aus­länder folgende Truppenaoteilungen: 360 Eng­länder, 400 Japaner, 550 Amerikaner und 100 Italiener. Ter Kampf der chinesischen T-upp-n dauett an. Nach Nachrichten aus Liuho haben die Streitkräfte von Tschekiang alles verlorene Gelände in diesem Gebiete wieder gewonnen und begonnen sich einzugraben. Heftige Gegenstöße haben gestern abend dem Kampf auf der Ostfront ein Ende genracht.

Stein? neutral Avne für Ausländer!

London, 10. September. (Telegraphische Mel­dung.) Tie Forderung der englischen, ame­rikanischen, französischen, italienischen und japa­nischen Regierungen auf Errichtung einer neutra­len Zone bei Shanghai zum Schutz der Eu­ropäer ist von der chinesischen Regierung in Peking a b g e l e h n t worden. Die Entscheidung soll auf russische Einflüsse zurückzuführen fein.

DkuMche sinmisHunS

London, 10. September. (Eigener Trahibe­richt.) Die LondonerMorningpost" meldet aus Moskau: Der Volkskommissar für den Krieg hat die allgemeine Mobilmachung der sibirischen KorpS am 9. Scvtcmber angeordnet. Die russi­schen RegicrungSvrgane sprechen von den be­drohten russischen Interessen in China und einer Intervention für die Einheit des chinesischen Nachbarlandes. <

Rathausflaggen.

Politisch Lied im Kasseler Stadtparlament.

Und wieder einmal war das Kasseler Stadt- Parlament der Tummelplatz Politischer Leiden­schaften Die von der Rechten gestellte Anfrage, die sich gegen die Beflaggung des Rat­hauses an den Tagen vor der Berfas- s u n g s f e i e r gelegentlich der Kundgebung des Reichsbanners Schvar-Rot-Gold" richtete, ent­fachte den Streit, der jeden, der es ernst mit sachlicher Kommunalarbeit im Rathaus meint, mit Mißbehagen erfüllen muß. Die Rechte schickte ihren Fraktionsführer Lothar Steuer vor. Er wurde von der Linken sofort mit ironischen Zurufen begrüßt. Steuer bercuerte, daß feine Politik seine Anfrage leite. In der Flaggcn- hissung gelegentlich des Republikanischen Tagcs ersehe er aber eine Beeinträchtigung der gleich­mäßigen Behandlung aller politischen Organi­sationen durch den Magistrat Für den Ma­gistrat sprach Bürgermeister Brunner Da­nach hat Oberbürgermeister Sckeidemann die Anordnung gegeben, daß die städtischen Gebäude bereits am 9. nnd 10 August zu flaggen hatten. Es sei hier so verfahren wie früher auch ... wenn größere Menschenmengen ans besonderem Anlaß nach Kassel kamen .wurden die Rathaus- flaggen aufgezogen. Das geschähe auch, wenn beispielsweise die Kaninchenzüchter von Deutsch­land nach Kassel kämen. Immer seien

lediglich Verkehrsintereffen

vorangestellt worden. Steuer erwiderte unter immer wieder aufbrandendem Lärm auf der Gegenseite, das- am 9 und 10. August nichts Vor­gelegen habe als die Veranstaltung einer poli­tischen Organisation. Der demokratische Ober­studiendirektor Dr. Friedrich machte Steuer fiir die Folgen seiner Anfrage verantwortlich. Er habe sich vergeblich bemüht eine öffentliche Bebantzlung der Frage zu verhindern und ge­meinsames Vorgehen beim Bürgermeister vorae- schloqen Seine Absicht war Ausschaltung der Bolitik zur sachlick-friedlichen Regelung der Kommunalpolitik. Steuer sei für diesen Wunsch absolut nn zugänglich gewesen. So bedeute diese Anfrage nichts al?

eine politische Provokation, die wieder einen Skandal im Rathaus herauf- besckwören sollte. Der Verkassunastag war ein Nationalfeiertag, schloß Dr Friedrich, der Deutsche Tag", ein Antinationalfeiertag, iro­nisch ersuchte der Kommunist König, bei nächster Gelegenheit die Sowitt-abne aus dem Rathaus m bissen. Steuer stellte für die Vereinigte Reckte den Ant'.ag. daß der Magistrat allen po­litischen Organisationen gegenüber, einerlei ob sie links- ober rechtsgerichtet seien, strikte Neu­tralität übe. Ein Antrag der Kommunistin Lüpnitz auf Schluß der Debatte 'and nicht die genügende Unterstützung. Leider ... manch Iln- ergnicklickes wäre verhütet worden! Der Io- rialdemokrat Göpfsarth erklärte dann, daß Taktgefühl und Pflicht die Beflaggung des Rat- hairfes schon bei der Vorfeier beS Verfaffnnas- tages erkorderlick machten Er grif! den Sckitl- rat an. der einen Wunsch der AbteilungFott- schritt" der Eltern beträte, auch di? Schulen zu beflaggen, aboelebnt habe. Schulrat Baese wies nack. daß die Flaagenordnung des Ober­bürgermeisters durchgeführt worden sei. Lacken links gab es, als er das Kehlen einer republika­nischen Fabr-e aus der Amalienschnle mit der Beschädigung der Fabnenleine begründete.

Weitere Anträge der Rechten

wandten sich gegen die Vorschrift, daß bei A us- sckmücknnaen der St ad ty alle, wer auch die Saalmieter sein mögen, schwarz-roMfol- d?ne Fahnen Verwendung finden müssen nnd dagegen, daß Stadtrat Rosenstock eine Beauf­sichtigung der Beamten hinsichtlich ihrer politi­schen -Zugehörigkeit verfügt hat Ter kozie-dc- mokratiscke Lehrer Quer sprach von Rößtäu- scherkunststückchen. Die Reckte verstecke genau Wie beim Abbau ihre politischen Absichten h-nter angeblicher Sachlichkeit Dann kam dieser Red­ner mit dem Völkische nDr. F r e i s l e r in Kon­flikt Als dieser von dem Niveau seines Geg­ners sprach, erhielt er als Antwort den Zuruf: .Unverschämtheit'" Catta stellte einen Sckluß- antrag, die Linke protestierte, der Demokrat Dr Hägermann erklärte Freislersche Andeutun­gen über die Herkuust des Geldes für die Aus- sckmücknng der Stadt anläßlich des Republika­nischen Tages und für die Windjacken von .Sckwarz-Rot-Ggld" als Erfindung irnd iorder- te Achtung vor den Hoheitszeichen des Staats, ein zweiter Schlußantrag Cattas wurde auf Protest Tejesshs zurückgezogen u. der sozialdemo­kratische Fraktionsfübrer erklärte Freislers An- veutiingen als schwere Beleidigung der republi­kanischer- Bewohner der Stadt Kassel. Die Er- regung bei der Linken steigerte sich. Es wurde