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Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
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Dienstag, 9. September 1924,
Nnmmer 212
Einzelnummer 10 Pf„ Sonntags 15 Pf.
Die Wahrheit ist Frankreich unangenehm
Abermals Worte ohne Taten. ^Verkehrs-, Städte- u^^Wandertag.
5>a6 Unrecht her D-fttzung.
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Völkerbund erfolgen könne. Es hat aber noch
zicktet. Wenn von Deutschland das lum Beitritt gestellt wird, dann aber Beitritt in den maßgebenden engeren
auch zum Kreis.
vaterländischen BodenS, des Rheinlandes durch eine auswärtige Macht M stimmen könne.
(Eigene Drahtmeldung.l
London, 8. September.
Maedonald ist von der BötkcrbundS- tagung in Genf gestern abend nach einer bei- Ipiellos schnellen Reise hierher z n r ü ü gekehrt. Es waren besonder Vorkehrungen getroffen worden, um den gewöhnlichen Aufenthalt u&n drei Stunden in Paris auszuschalten. Auf ferriotS drinaende Bitten benutzte Mardo- nald oen französischen Salonwagen der Regierung. In einer Unterredung erklärte Maedonald, die Grundlagen für ben zukünftigen Frieden der P?elt feien gut gelegt worden. „Wir alle haben mit Ernst und mit Einmütigkeit hinsichtlich des Zieles uns bemüht, mn die Greuel des Krieges zu verhüten, zu dem die Welt getrieben werden würde, wenn Mißverständnisse, Eifersüchteleien und Rüstungen weiter bestehen können. Dies ist nur der Anfang und die Einzelheiten müssen noch ausgeführt werden. Aber ein gesunder Anfang ist gemacht worden und daS Werk wird stetig und täglich fortgesetzt werden, bis wir das Ende fthen können."
Die französischen Rüstungen am Rhein.
Paris, 8. September. (Eigene Drahtmeldung.) General Rollet hat gestern auf dem Schlachtfeld an der Manie ein Denkmal eingeweiht und dabei ,<«ch dem Muster von Poin^are eine Siede gehalten, die er mit folgenden Worten schloß: Wir haben das Recht, darauf zu vertrauen, daß wir auf den Fortschritt und auf den Frieden marschieren. Wir haben aber auch d«e Glicht, wachsam und stark zu bleiben und unsere militärischen Rüstungen an der Ostgrenze und am Rhein zu vervollständigen.
London, 8. Seotembcr. Garden, der im „Abserver" reiche.■ für Eintritt Deutschlands in den Völkerbu ld eintritt, weift daraus hin. daß das cntroaffnrtt deutsche Volk n l e- mals freiwillig )er unbegrenzten Besetzung eines groß*r beliebten Teiles des
SrwSeiun« zur Sinknd'ing. >
London, 8. September, f Eigener Drabtbe- rickt.) Der „Daily Telearudh" meldet aus Genf, daß man in einigen VölkeibrmdSkreiscu den Versuch gemacht habe, s'.'ine Mitglieder zu bewegen, Deutschland zu einem sofortigen Eintrittsaesuck in den Völkr-vund einzula- d e n. Es sei aber zreeife'haul. ob die deutsche Regierung diesem Ersuchen entsprechen werde. Wahrscheinlich habe sie ietif olle Hände voll zu tun, um den Plan Dawes burchzuführen und werde deshalb erst noch diS Inkrafttreten des DaweSvlc-neS abwarten, uiu bei dem Völkerbund wegen Eintritts vorstellig zu werden.
Herriot redet vom Friede«, aber Frankreich rüstet weiter. Fortsetzung der Völkerbund-Tagung.
tim DeutMrmös Sutaffung
Berechtigung der derr.schen Beschwerden.
(Eigene Drahlmeldnng.l
Lvr.dou, 8. September.
Grawford Price schreibt in der „Sunday Times". cs könne keine matertellc ober moralische Abrüstung geben, bevor eine befriedigende Pta- schinerie aufgebaut sei, um die Besch iv erden der Deutschen und der Russen zu behandeln Hierunter fallen z. B. solche potentielle Keime künftiger Kriege wie die Ab! r e n n u n g Ostpreußens und non West » ro „ ßen durch den polnischen Korridor, u. Rußlands unvermeidliche Fmderurm nach einem Ausgang an die Ostsee und das Mittelmeer Diese Frage» müßten unvermeidlich durch Kriege oder Verträge geregelt werden und ein Vertrag könne nur erreicht werden durch den Völkerbund, der durch tun Anschluß Deutschlands und Rußlands praktisch und moralisch verstärkt fei. Hier sei !jer einzige Weg zu Sicherheit. Abrüstu ng und zesl s/ertem Frieden.
dem V öjt erbundsrat anzugebören. ver- Ersnchen
den Anschein, als ob in G e n s ein st i l l e s Ringen zwischen den beiden Ministerpräsidenten Maedonald und Herriot stattgefunden hat. Trotz der formellen Einigung in der Ab- rüstungskragc (»ehe den Völkerbundsbericht auf der zweiten Seite) gibt es in der Zulassung Deutschlands now verschiedene Klippen. Wir haben dabei Ursache abznwarten, bis auch diese Klivpen umschifft sind und Maedonald und Herriot sick auch darüber einig geworden sind und eine aewisie Garantie vorliegt, die die Rechte D e u t s chll a n d s denen der anderen Staaten aleichmackt. Deutschland kann selbstverständlich kein Experiment unternehmen und
Der delgifchs Trabant.
Rotterdam, 8. September. (Eigene Draht- melduna.s Wie der Courant aus Brüssel meldet, hat der belgische Gesandte in Berlin am Sonntag mitton den Auftrag erhalten, iich dem Einspruch des französischen Botschafters gegen die beabsichtigte Veröffentlichung der Kriegsschuldnote anzuschließen.
Nach der Rückkehr.
Maedonald glaubt an friedlichen Fortschritt.
Deutschland soll schweigen.
Frankreich will den deutschen Protest nicht hören.
(Eigene Drabimetdung.)
Paris, 8. September.
Die französische Öffentlichkeit befaßt sich seit Sonnabend mit dem angekündigten ® 4 r 111 Deutschlands in der Kriegsschuld- frage. Das Interesse für die Genfer Volker- bundstagung ist durch die Kriegsschuldfrage zurückgedrängt. Heber den Schritt des französischen Botschafters in Berlin im Auswärtigen Amte berichtet eine Havasnote, der Botschafter habe darauf hingewiesen, daß der angekündigte deutsche Protest gegen die Kriegsschuld einen unangenehmen Eindruck in Frankreich Hervorrufen wurde. Außerdem würden auch die in London angeknüpften direkten deutsch-französischen Beziehungen gefährdet. Der „Matin" läßt sich aus Berlin drahten, daß der französische Botschafter den Eindruck aus dem Auswärtigen Amte mitgenommen habe, daß die n n m i 11 e l b a r e V e r- öffentlichung der deutschen Kriegsschuld- notc überhaupt nicht bevorstehe, sondern erst für einen späteren Termin in Aussicht genommen sei, nachdem berefts vor 14 Tagen der englische Botschafter in Berlin in der glei- ■tAu Frage erfolgreich interveniert habe.
Das Senser Vroblem.
Am Deutschland.
Alle Korrespondenten, die über die Beratungen des Völkerbundes berichten, wissen übereinstimmend zu melden, daß sowohl Maedonald mit Begeisterung empfangen wurde, daß seine Rede begeisterte Aufnahme fand, ebenso Herriot im Mittelpunkt des Interesses steht und man ihm begeisterten Beifall zollte für seine angeblich wertvollen und wichtigen Ausführungen für die neuen Gesichtspunkte, die er in seiner Rede vorgebracht hätte. Wir sind weit vom Schuß, müssen also aus derEntsernung urteilen. Und das Urteil in der Ferne wird gewöhnlich objektiv, weniger beeinflußt von Person und Mensch. S-o können wir nicht begreifen, welche Herriotschen Worte besondere Begeisterung auszulösen vermochten. Man kann verstehen, daß die Rede des temperamentvollen M a cd o n a l d, die einzelne sichtbare Hiebe aus- teilte und sich tatsächlich für die Beseitigung jeden Unrechts einsetzte, besondere Unter« streichnng verdiente. Was hat aber Herriot Neues gesagt und wo, das heißt bet welcher Wendung fand die Versammlung das Recht, von neuen Ideen und von der Versöhnung und dem Entgegenkommen des französischen Minisierpra- siebenten zu sprechen?
Lassen wir die Rede Herriots sachlich an uns vorüberziehen, so haben wir alle Ursache sestzu- stellen, daß er nur in einem einzigen Punkt ein gewisses Entgegenkommen gezeigt hat, in dem Punkt, wo er den Anregungen Macdonalds folate, daß diejenige Macht als Angreifer angesehen werden solle, die sich nicht dem Schiedsgericht zu unterstellen beabsichtigt. Im übrigen hat Herriot sich ziemlich kleinlich gezeigt, wenn er auch mit Emphase jeden Haß der Völker gegeneinander abzulehnen versuchte und von einer Verbrüderung des Volkes untereinander träumt. Er hat es dennoch fertig gebracht, den Frieden von Versailles einen Frieden des Rechtes und der Gerechtigkeit zu nennen, obwohl auch im Völkerbund genug Männer sitzen, die genau wie wir der Ueberzeugnng sein müssen, daß gerade der Versailler Vertrag diese Charakterisierung nicht verdient. Wenn Herriot über den Versailler Vertrag solche Ansichten vertritt, wenn er an diesen Vertrag nicht rütteln lassen will, so beweist er, to i e wenig er. im Grunde mit einer Völkerverständigung einverstanden ist; denn es liegt auf der Hand, jeder Haß kann nur beseitigt werden, wenn die Ursache des Hasses beseitigt wird, und solange der Versailler Vertrag mit seinen Schandparagraphen besteht, wird Deutschland nicht in der Zage fein, jenes peinliche Gefühl, im Frondienst Frankreichs arbeiten zu müssen, los zu werden. Schließlich aber ist ein Weltfrieden nur mit Deutschland zu schaffen, schließlich müßte demnach vor allem das Bemühen Herriots dahingehen, jeden Stachel zu beseitigen, der Deutschlands Gefühle und deutsches Empfinden verletzt.
Er bemühte sich aber, geschickt die Frage zu umgehen, ob Deutschland das Recht haben solle, dem Völkerbund anzugehören, er war nicht wie Maedonald der festen Ausfassung, daß der Völkerbund nur dann Bedeutung hätte und wirtlich wertvolle Aufgaben lösen können, wenn alle Mächte, d h auch Deutschland und Rußland, ihm angehörten. Maedonald hat wahre Wort'e für den Eintritt in den Völkerbund gefunden. Herriot dagegen bemüht sich, mit einigen Seitenbemerkungen über dieses Problem binwcazukommen, wenn er vielleicht auch im Grunde nichts gegen den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund haben dürfte. Wie die Verhältnisse liegen ist es für Deutschland ur-möglich, jetzt bereits seinen Eintritt 'n den Völkerbund anzumelden, ehe es nicht die Zu-
Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14.
Paris, 8. September. (Eigener Drahtbericht.) Herriot empfing gestern abend die sranzöfr. sehen Journalist^, denen er eine Erklärung über die Völkerbundstagung gab. Er sagte dabei unter anderem: Ick habe den Reden, die ich in Genf gehalten habe, nichts hinzuzufügen. Ich habe die französische Politik mit möglichster Klarheit auseinandergesetzt. Der französische und der englische Standpunkt gehen in der S i- cherbeitsfrage auseinander. Ich bin Mac- donald dafür dankbar, die nötigen Anstrengungen zu einem gegenseitigen Verstehen gemacht zu haben. Tie Sicherheitssrage ist jetzt tn den Händen des Völkerbundes. ES ist jetzt an den Kommissionen, die Pläne vor zu bereit en, die dann den verschiedenen Regie- rnnqen unterbreitet werden sollen. Diese werden sie prüfen und ihre Ansichten darüber bekannt geben. Wenn die Antworten günstig sein werden, so wird der Völkerbund in der Lage fein, eine internationale Konferenz für die Abrüstung einzuberufen.
DTtarr on ©erriet.
Paris, 7. Sept. Die „Information" mcl bet aus Genf, daß am Sonnabend morgen durch besonderen Kurier Herriot einen Brie des deutschen Reichskanzlers in der Frage der Zulassung Deutschlands zum Völkerbund empfangen habe. ~ v 1
edelster Mokka aufgetischt, reges Leben In ben traßenbahnlosen Straßen, sogar eine Geschäfts- passaqe ist da und viel Kohl . auf dem Markte eines Platzes, um eine alte Säule herum ge- 'chichtet! Das ungesäbr ist der Rahmen für den Verkehrstag, über den schon telegraphisch berichtet wurde, im Stadtschloß, für den
Städtetag der Provinz Hessen-Nassau im parkumgrünten Schlosse, das sich Stadtsaal nennt mit himmelhohen weißen Sälen. Ernste Worte über die Gegenwart kommen aus dem Munde des Oberpräfidenten Dr. S ck w a n d e r. Fast alle kommunalen Größen der Provinz idie Hauptstadt Kassel vertreten lediglich Stadträte vnb Stadtverordnete) sind versammelt. Viel Interesse bewegt sich um Dr. Voigt, jetzt noch Oberbürgermeister von Frankfurt. Die Debatten sind, wenn e8 nicht gerade um Vorstands- Wahlen geht, wobei auch kommunale Größen menschliche Schwächen zeigen, von hohem Wert und belehrend, die Vorträge gehaltvoll. Es ist darüber bereits berichtet worden. Nachgetragen fei nur noch der Beschluß des Städtetags, eine Umfrage über Beteiligungen an einem kommunalen Haftpflichtversicherungs-Verein, endgültige Wahl von Frankfurt als Ort des nächstjäliri- gen Städtetags und dann ... Schlußwort des gewandten Leiters und Versitzenden des Städtetags, Oberbürgermeisters Dr. Antoni-Fulda. Der Aufbruch geht rasch vonstatten, denn draußen warten Lastautos und in zweistündiger Fahrt an der immer enger werdenden Fulda entlang, vorbei an ihrer stein- und grüngesaß- ten Quelle, erreichen wir
das Flkcgerlager auf der Wasterkuppe. lieber diesen Bürgermeister-, Stadträte- und Stadtverordnetenbesnch bei den Segelfliegern wird heute an anderer Stelle berichtet. Rur soviel sei hier noch betont: Tas Wetter »st sonnig, ja warm geworden. In der Wirtschaft am' bet Wasserkuvpe wird die Behauptung ausgestellt, der Städtetag habe in einer Rach- (ober Nacht»? Sitzung eine Enrsckließnng gefaßt gehabt, bie endlich besseres Wetter forderte und der Erfolg ... Sonne ringsum! Am Abend fuhrt der Eilzug noch nach H e r s f e l d zum
33. Deutschen Wandertag.
In der Turnhalle empfängt bie herzliche Fröhlichkeit eines Begrüßungsabend Wanderlieder erklingen, der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wander- Vereine, Studiendirektor Kissinger- Darmstadt. erwidert, daß die Vereine des Verbandes nickit nur gekommen sind, um »u wandern, sie wollen vielmehr an so bcdeutamer Stätte wie Hersseld ihr Vaterland kennen und lieben lernen. Rack seinem Frischauf für das Vaterland folge« Worte der Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Wagner für bie Stadt Hersfeld und von Kreissekretätz Funke für den Landrat von Hersfeld. Am andern Morgen, als strahlender Sonnenfchein die Gäste des beflaggten Hersield wear. ein lohnender Gang durch das Museum und dann Fortsetzung der schon am Tage zuvor begonnenen Wandertagsverhandlungen im Hotel zum Stern. Mehrere hundert Vertreter aus allen Gebiros- und Wanderver» einen, vom Rhein, vom Main, vom Schwarzwald und von der Rauhen Alb. vom Thüringer Walde, vom Sauerlande, von der Fulda und von der Werra, ja sogar aus dem sächsischen Erzgebirge, sind hier versammelt. Der Ge« fckästssührer, Justizrat Wenning-Kassel, 1. Vorsitzender des Hessischen Gebirgs-Vereins,
sicherung erhält, einen Sitz im Völkerbundsrat zu erlangen Man pflegt nämlich von französischer Seite Deutschland immer noch mit den Kleinstaaten zu vergleichen und ist bemüht, die Degradation, die Deutschland einmal erfahren mußte, weiterhin zu verfechten. Sie Kleinstaaten haben in der Debatte in Genf >hre Genugtuung darüber ausgesprochen, daß Klein- unb Großstaaten gleichmäßig behandelt werden fetten. Aus der Rede abf, die Herriot gehalten hat, kann man nickt ohne weiteres schließen, als ob er tatsächlich die Machtstellung Frankreichs anH.ugeben gedenkt im Willen, einen Weltfrieden zu schaffen durch die gleichmäßige Behandlung aller Staaten. Und vor allem ist es Deutschland. das für Herriot anscheinend noch hinter die Kleinstaaten komnit und eine dritte Klasse für sich bilden soll, daß die Machtstelluna Frankreichs stnmer weiterhin fühlen müßte. Die Pariser Presse lädt Deutschland geflissentlich ein. nunmehr den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund anznmelden und dabei nicht gleichzeitig die Bedingung aus einen Sitz im Bölkerbundsrat zu stellen, denn diese Frage würde sich lösen lassen.
Die Atmosphäre ist, so schreibt man in Pari-, und mit mehr Recht vielleicht in London, jetzt
so aeklärt, daß Deutschlands Aufnahme in ben!nur um die Mitgliedskarte zum Völkerbund Völkerbund erfolgen könne. Es hat aber noch »erben, während es auf das wertvollere Reckst,
An drei Tagen drei bedeutungsreiche Tagun- gen! In der Nacht zum Freitag geht es bei strömendem Regen nach Fulda Vorüber au Feldern in trostlosem Zustande. Viele ver- sumpft, die Garbenhügel kohlrabenschwarz und die Flüsse und Bäche ziegelrot geschwollen. Kur, nach Hersseld brannte eine Mühle ab. lieber die Berge branden dicke Wolken. Aber hin und wieder bricht dennoch ein Sonnen- scheinchen durch! Fulda selbst umstrickt sofort mit seinem Barockzauber. Der Dom, darin der Apostel der Deutschen, der heilige Bonisazius. unter Marmor liegt, von Kerzenlicht umspielt, angebetet von Andächtigen, die uralte Nikolaus- kapelle, das von Werner Henschel in Erz gegossene Stanobild Winfrieds, das Kreuz hoch erhoben, es vorantragend, der Fackel gleich, die in Germaniens Wälder leuchte etc, das alte Stadtschloß, der Stadt Fulda blumengeschmücktes Rathaus, in dessen Stadtverordnetensitzungs- Saal ein Deckengemälde niedersckaut, das ein backantisches Mohl zeigt, fromme Männer aus Fuldaer GlanzZLiten in schwerem Rahmen ... Tann gibt's Kostprobe des berühmten Schwartenmagen und der noch berühmteren Knobliner, Salzstangen liegen mtf allen Tischen der sauberen und originellen Wirtschaften, in den Kaffees teilweise sehr gute Musik, beim Hotelier Müller im .Kurfürst" wird bester Wein und
Die Saffeler Steueften Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittag». DerAbonnemenrsvreis beträgt rür den Monat Seotember2Mk bei sreierZustellung ins Haus, in der Geschäftsstelle abgebolt 1.80 Mk. Durch die Poft monatlich 2.00 Mk. ausschließlich Lustellungsgebübr. «erlag und Redaktion: Schlachthoistratze 28/30. Fernsprecher 951 und 952. Für unverlangt einaesandte Beitrage kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rück- lablung des Berugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ikl ausgeschlossen. Postscheckkonto Frankfurt a. Main Nummer 6380.
Ungünstige Beurtettunp.
Genf, 8. September. (Eigene Drahtmeldung.) Die Sonntagspresse kommentiert die Genfer Tagung wenig günstig. Das ..Journal" schreibt: Der Vorteil (h den Herriot in Genf erreicht bat, ist die Tatsache, daß die Verminderung der Rüstungen nicht beschlossen werden kann, bevor die Vereinbarungen über d»e Garantien end- güliia in die Tai ,-mgesetzt find. „Bittnir" schreibt: daß die Genfer Tagung ein Mißerfolg für die Friedensfache sei. Das Genfer fiontmm nique bedeute, daß die Schwierigkeiten nur vertagt worden find.