Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Stummer 206. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. Dienstag, 2. September 1924. EinMtlnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang
Eine Vertagung -er kabineltssragev.
Vor dem Bürgerblock
Auseinandersetzung der Parteien.
Die Regierung Marr-Stresemann stellt nunmehr nur noch ein Geschäftsministerium dar, da Bestrebungen im Gange sind, spätestens in zwei Monaten eine Regierung des Bürgerblockes zu bilden. Sobald der Reichstag im Oktober seine Tagungen wieder ausgenommen haben wird, wird der entscheidende Endkamvf um den Bürgerblock zum Austrag kommen. Daß es dabei nicht ohne leidenschaftliche Auseinandersetzungen abgehn wird, beweisen die außerordentlich erregten Pressestimmen und parlamentarischen Aeutzerungen aus dem Lager der Demokraten und der Sozialdemokratie. Die Vereinbarungen, die zwischen der Deutschen Volkspartei und den deurschnationalen Führern eingegangen worden sind, um das Zustandekommen der Zweidrittelmehrheit für das Eisenbahngesetz zu sichern, lauten angeblich dahin, daß die Deutsche Volkspartei auf der Hinzuziehung der Deutfchnationalen zur Reichsregierung bestehen wird. Der Brief, den F der volksparteiliche Retchstagsabgeordnete Dr. Eur- tius namenS seiner Fraktion an die Deutsch- nationale ReickstagsfrMion gerichtet hat, bringt zum Ausdruck, daß es sich bei Den Vereinbarungen um die Regierungssrage um eine Anregung der Deutschen Volkspartei handelt. Darin erblicken die im Lager der Linken stehenden Gegner des Bürgerblocks ein Tauschgeschäft, das ihre Presse einen Schacher nennt, wie er in der Geschichte des Parlamentarismus einzig dastehe.
Alle Organe der Demokraten und Sozialdemokraten behaupten übereinstim- uchnd, die Deutschnationalen hätten sich dazu bewegen lassen, ihre bessere Ueberzeugung gegen ein paar Ministerposten zu verkaufen. Demgegenüber weifen die deutschnationalen Blätter aus die Tatsache hin, daß die Deutsch- nationale Reichstagsfraktion die Beteiligung an der Reichsregierung lediglich zur Ueber- nahme der Mitverantwortung in Erwägung ziehe und die dringende Notwendigkeit anerkannt habe, die Taktik der Linksparteien zu durchkreuzen, die dahin gehe, durch Erzwingung der Neuwahlen den Rechtskurs in Deutschland zum Scheitern zu bringen und die Geschicke des Reiches wieder einem Block der Linken anznvertrauen. Die „Deutsche Tageszeitung" erklärt, daß die Deutschnationale Partei das Schwergewicht ihrer Entschließungen besonders darauf gelegt habe, zu verhindern, daß die Sozialdemokraten wieder die Herren der Situation würden. Auf der anderen Seite erblicken die Deutschnationalen in der Erklärung der Reichsregierung über die Krie^sschuldfrage eine neue Orientierung der d. irischen Außenpolitik, die lediglich aus den deutschnationalen Druck hin erfolgt sei.
Die parlamentarischen Voraussetzungen sür eine Regierung des Bürzerblocks sind noch lange nicht geschaffen. Noch steht die Deutsche Volkspartei mit ihren Zusagen an die Deutschnationalen innerhalb der Regirrnngs- parteien allein da. Sie kann lediglicb durch den schärfsten Druck auf die anderen Parteien zu erreichen versuchen, daß das Zentrum sich der Bürgerblockpolitik anschließt. Von einer Hinzuziehung der Demokraten ist vorläufig noch keine Rede, da diese Partei erklärt, es unbedingt ablehnen zu müssen, ihre Hand zu einem schmachvollen parlamentarischen Schacher zu bieten, der nur die unalücks-liaften Folgen über Deutschland bringen werde. Es bleibt demnach nur die Möglichkeit einer Koalition für die Deutschnationalen. Deutsche Volkspartei und Zentrum. Diese Parteien bringen im Reichstag etwas über 200 Stimmen auf, so daß sie ebenfalls im geaenwärtigen Reichstag keine tragsähig e parlamentarische Mehrheit finden würden. Es scheint also, daß man um baldige Neuwahlen nicht herum kommen wird, wenn nicht irgendwelche bedeutenden Mcmente binzutreten. Allerdings steht ru erwarten, daß die Baverische Polkspartn, mit der Wirt'chastspartei zusammen noch eine wesentliche Verstärkung an die Regierung des Bstraerblocks abaeben werde, aber es beft >6t _b*e Frage, ob das Zentrum die ernsthafte Absicht bat, eine Büraerblockvolitik ans längere Dauer mitzumachen. Die nächsten Wochen werden für die innervolitifche Entwicklung in Deutschland von großer entscheidender Bedeutung sein, denn es wird sich Herausstellen müssen, ob die Politik des Büraerblockes über alle Schwierigkeiten hinweg zum Erfolg siihren kann, oder ob sie an den innen«* und außenpolitischen Schwierigkeiten ebenso scheitert wie all die Reaierungs- gebilde. die wir in den letzten fünf Jahren gesehen hcwen.
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Sine «Aegenbeweaun".
Berlin, 1. Sept. (Eigener Jnformations- dienst.f In den parlamentarischen fireifen verlautet, daß in den nächsten Tagen Verhandlun
gen zwischen führenden Abgeordneten der demokratischen und sozialdemokratischen Fraktionen ftattfinden werden, um noch vor dem Wiedcr- zusammentritt des Reichstages im Herbst eine parlamentarische Gegenbewegung gegen eine Regierung des Bürgerblockes zu schaffen. Es stehe fest, dass auch innerhalb der Zentrumsfraktion starke Kräfte am Werke sind, um die Hinzuziehung der Dentfch- nationalen zur Reichsregierung zu verhindern. Die Bestrebungen der parlamentarischen Linken gehen dahin, im Falle eines Zusta,bekommens einer Rechtsregierung die Reichstagsauflösung mit allen Mitteln zu erzwingen.
Rerchömkmster in Ferien.
Eine Pause in den Beratungen.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 1. September.
Am gestrigen Sonntag fanden keine Kabinettsberatungen mehr statt. Da Außenminister Stresemann und Kanzler Marx auf vierzehn Tage von Berlin ab gereist sind, so sind in dieser Zeit keine weiteren Entschließungen des Kabinetts zu erwarten. Auch hinsichtlich der KriegsschuldfrMge ist auf kein Ereignis zu rechnen (?). Wie verlautet, wird in den nächsten Tagen auch die Mehrzahl der übrigen Reichsminister in die F e r i e n gehen, sodaß nach den auf- geregten letzten Wochen in der Reichsleitung aus einige Wochen politische Ruhe einkehren wird. — In der Kriegsschuldfrage scheint, entgegen der vorstehenden Meinung, doch ein Ereignis bevorzustehen, denn das französische Außenministerium protestiert bereits gegen den deutschen Widerrruf des Schuldbekenntnisses. Die französische Regierung will, wenn die betr. Erklärung der deutschen Regierung in Paris eintrifft, eine entsprechende Antwort nach Berlin geben.
Beginn der Erleichterungen.
Die Eifenbahnregie in deutschen Händen.
(Eigene Drahtmeldung.i
Düsseldorf, 1. September.
Die alliierte Eisenbahnregie hat gestern abend durch amtliche Mitteilung bekannt gegeben, daß der Regiebetrieb im Ruhrgebiet am 1. November in die Leitung der deutschen Eisenbahugesellschaft übergeben wird, obwohl die Uebergabe nach den Londoner Ab- machungen erst bis zum 7. Dezember erfolgt fein muß. Zugleich würde die Kündigung der alliierten Beamten und Arbeiter zum 31. Dezember ausgesprochen, mit dem Vorbehalt des Verzichts auf Wetterbeschäftigung nach dem 1. November, soweit die in Betracht kommenden Beamten nicht von der deutschen Eiscnünhnge- sellschast übernommen werden sollten.
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Dom Overryeln und Elsaß.
Karlsruhe, 1 September. (Privattelegramm.) Im Verkehr zwischen dem Festungsbezirk Kehl und Basel sind feit Sonnabend wesentliche Erleichterungen eingetreten. Die entschieden versöhnliche Politik Hcrriots zeigt sich mich, wie elsässische Blätter melden, in der Zurücknahme von Ausweisungen aus dem Elsaß.
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Die Dlik^mbtrbanöiunctto.
Düsseldorf, 31. August. (Privattelegramm.) In der heutigen Verhandlung der Sechferkom- mission mit der M i e n m über die Reparutiots- kohlenlieferungen während des im Londoner Abkommen vorgesehenen Provisoriums konnte llebereinstimmung über die Hauptfragen erzielt werden, daß die Lieferungen fortgesetzt und zu dem Preis bezahlt werden sollen, der in den demnächstigen Verhandlungen der Regierung mit der Reparationskommission festgesetzt werde. Da aber einige Fragen der Durchführung sowie die Frage der Geldleistung noch zu klären sind, wurden die Verhandlungen auf Dienstag vertagt. Eine Unterbrechung der Lieferungen tritt dadurch nicht ein.
Sie Ausfuhr-Abgabe.
Eine deutsch-englische Vereinbarung.
Eigene Drahtmeldung.)
I Berlin, 31. August.
Zwischen den deutschen und den brittschen Vertretern ist am 30. August folgendes vereinbart worden: Die auf Grund des Reparations- Recovery Art zu erhebende Abgabe wird von 5 Prozent auf 26 Prozent erhöht. Diese Erhöhung findet auf alle dem Reparations Reco-
very Act unterliegende Waren Anwendung, die am oder nach dem 9. September 1924 eingeführt werden. Die deutsche Rasterung wird den deutschen Exporteuren den Betrag der Gutscheine in bar erstatten, die die britischen Zollbehörden über deutsche Waren ausgestellt haben, die an oder nach dem vorgenannten Tage eingeführt worden sind. Gemäß Artikel 4 der Anlage 3 des Londoner Schlußprotokolls werden diese von der deutschen Regierung zit zahlenden Beträge einen Teil (nicht etwa eine Erhöhung) der von Deutschland auf Grund des Sachverständigengutachtens zu zahlenden Jahresleistung bilden. — Gegenüber dem bisherigen Zustand, nach welchem die Abgabe zwar nur 5 Prozent betragen hat, diese 5 Prozent dem deutschen Exporteur jedoch nur in Form von Schatzanweisungen vevgütet worden sind, werden also vom 9- September d. I. ab die Reparationsgutscheine wieder in gleicher Weise wie bis zum Herbst 1923 nämlich in bar erstattet werden.
Die Völkerbunö-Tagung.
Amerikas Beobachter in der Abrüstungsfrage. (Eigene Drahtmeldung.)
Genf, 1. September.
Der amerikanische Gesandte in der Schweiz, Gibson, erhielt den Auftrag, als inoffizieller Delegierter der Vereinigten Staaten an den Verhandlungen des Völkerbundes über die Abrüstungsfrage teilzmtehmen. In maßgebenden Kreisen verlautet, daß die amerikanische Regierung damit die Einladung des Völkerbundes angenommen hat. Als amerikanischer Beobachter sind ferner der ehemalige amerikanische Botschasier Morgenthau und ein amerikanischer Bankier eingetroffen.
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DlS Mitte Oktober.
Genf, 1. September. (Eigene Drahtmeldung.) Die Hotels für die englische und französische Delegation find bis zum 13. Oktober fest gemietet worden. Man rechnet deshalb mit einer Anwesenheit Macdonalds und H e r r i o t s in Genf bis Mitte des Monats- Bis her liegen weder Anträge auf die deutsche Entwaffnung noch Anträge für die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund vor.
Ernste Unruhen in Ona.
Kämpfe bei Kanton und im Innern.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 1. September.
Das „Journal" meldet: Die Sonntagsblätter veröffentlichen Nachrichten aus Hongkong, nach denen in der Nähe von Kanton ein schwerer Kampf stattgefunden hat. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist nicht bekannt. Tro«; der Bemühungen der chinesischen und der ausländischen Handelskammer in Schanghai, einen Frieden zwischen den verschiedenen Gruppen der Aufftändischen herbeizuführen, erwartet man in den nächsten Tagen schwere Kämpfe. In Schanghai sind bereits amerikanische Kreuzer eingetroffen. Es wurden amerikanische Marinefoldaten gelandet, um die amerikanische Kolonie in Schanghai zu schützen. In dieser Stadt find aus dem Innern zweihundert europäische Missionare eingetroffen, die von schweren Plünderungen im Innern des Landes berichten. — Suntzatsen zieht seine Truppen aus Kanton zurück. Er hat den Belagerungszustand aufgehoben und die beschlagnahmten Waffen freigegeben. Die Läden werden wieder geöffnet.
Die Möchte warnen.
London, i. September. (Eigene Trahtmel- bung.) Aus Peking wird berichtet: Die Gesandten Frankreichs, Großbritanniens, Amerikas und Japans haben den chinesischen Außenminister davon verständigt, daß ihre Regierungen die chinesische Regierung für die Seriufte ^verantwortlich machen werden, die ihren Staatsan- gehörigen bei den Kämpfen zwischen den militärischen Befehlshabern in Tschekiang und fiiatigfu zugefügt werden. ✓
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Weitere amerikanische Maßnahmen.
Washington, 1. September. (Privattelegramm.) Der Oberbefehlshaber des asiatischen Geschwa- ders beorderte aus Sicherheitsgründen noch drei Zerstörer nach Schanghai and Kanonenboote nach Amoy.
Friedhofskampf.
Begin» der großen Auseinandersetzungen.
Mit einer seltsamen Einmütigkeit hat die gesamte Kasseler Presse sich hinter die Stadtverordneten gestellt die in der letzten Kasselelr Stadtparlamentsversammlung den Kamps |ur die Wiederherstellung des großen Friedhoss an der Holländischen Straße eröffnet haben. Richt ausschließlich um die Frage handelt cs sich, ob außer den unglücklichen Zeiterscheinungen. die natürlich auch an den Totenstätten nicht vorüber gingen, auch andere Momente mit Schuld zu belasten sind, sondern letztenendes um euren Wiederaufbau nicht nut der Stätte der Lebenden, sondern and.* der Toten, an deren Behandlung zu allen Zeiten der Kultutstand eines Volkes bemessen wurde. Inzwischen hat auch die so scharf angefaßte
Friedhofsverwaltung
geantwortet und zwar in deren Auftrage durch bett greisen Friedhofsinspektor Wisseub.rch. Das Gras auf dem Friedhof, so schrerbt dieser Herr,, ist teilweise hochgewachsen, weil es bet dem anhaltenden Regenwetter nicht gemäht werden kann. Es ist vor vierzehn. Tagen verkauft worden, und wurde wenn es jetzt gemäht würde, wertlos fein. Sobald besseres Wetter eintritt, wird es gemäht werden. Tann heißt es weiter: Einen unschönen Anblick bieten die Dielen nicht gepflegten Gräber. Bereit Unterhaltung Den Hinterbliebenen obliegt. Die Friedhofs-Verwal- Uung unterhält Die allgemeinen Friedhois-An- lagen und diejenigen Grabstätten und Grtibhü- gel, die ihr zur Pflege übergeben sind. Daß sehr viele Gräber verwildert sind, liegt ntcht an der Friedhofsverwaltung. sondern an den Hinterbliebenen der Verstorbenen, die sich am die Gräber nickt kümmern, und cm den ungünstigen Zeitverhältnisscn, die früher Wohlhab?nse Leute zwingt, die Grabpflege aufzugeben Solche Zustände sind auf cnixren Friedhöfen ebenfalls zu beobachten, z. B. in München, wo der Magistrat neuerdings verfügt hat, daß vom 1. Juli ab auf allen städtischen Friedhöfen die vielen verwahrlosten Grabhügel eingeebnet werden sollen. Die hiesige Friedhofsverwaltung hat zwar das Recht, vernachlässigte Grabhügel abznräumen und einzuebnen, kann dieser Aufgabe aber nicht nachkommen, weil sie nur das allernotwendigst- Personal und bis jetzt keine Mittel hat, mehr Leute einzustellen
DaS Personal der Friedhofsinfpektion
auf dem Hauptfriedhof besteht, wie uns auf Befragen au anderer Srelle mitgeteilt wird, außer dem Inspektor und einem Obergärtner aus elf Friedhofsgärtnern und Arbeitern (davon zwei Gräberfche.nfler), zwölf Arbeiterintten (letztere nur im Sommer tätig), zusammen also aus 24 Personen. Außerdem sind noch tätia: ein Land- fchaftsgärtner und ein bis zwei Gehilfen für die Ausführung von Neupflanzungen. Wegebau usw., die im Privawe^tragsverhältnis augestellt sind. Insgesamt stehen also ritt, die Arbeiten auf dem Friedhof 26—27 Personen zur Verfügung Da im Winter alle Arbetten auf dem Friedhof ruhen, ist es selbstverständlich, daß nur der Sommerstand der Zahl der Arbeiter maß- gebend ist. Tie Arbeiten zur Planung neuer Anlagen bescrgt die Stadt für die Verwaltung kostenlos. Die technische Leitung über die Aus- fiihrnnasarbeiten, Abstecken, Wegebau uito besorgt ebenfalls die Stadt. In diesem Zusammenhang interessiert, was Inspektor Wissenbach weiter schreibt: „Musterhaft gehaltene Friedhöfe trifft man nur in den Städten, in denen die Stadtverwaltung die Friedhofsverwaltung finanziell unterstützt, was unseres Wissens in Hannover, aber nickt ii* Kassel der Fall ift, oder dort wo die Friedhofsve:wcktung das sogen. .Monopol" kingefübrt hat Unter
„Friedhofs Monopol"
versteht man die Ausführung aller gärtnerischen Arbeiten, auch der Grabpflege, durch die Fried- bofs-Bebörde. Keinem Gärtner ist irgendwelche Arbeit auf dem Friedhof gestattet. Das Mono- vol ist schon auf vielen Friedhöien. z B. dem Hamburger Friedhof seit dessen Eröffnung ein- gefütrt. vor mehreren Jahren auch trotz des erbitterten Widerstandes der Gärtner tn Hannover und feit vorigen Jab: auf dem neuesten Fraed- hossaelände in Kassel, wo wir schon so viel erreicht haben daß uns jetzt nickt wie im vorigen Jahre um diese Zeit ein Teil des Personales weaen tu geringer urd unregelmäßiger Entloh- nung kündigte Die Bestimmungen über die Ausgestaltung der Plätze Denkzeichen, Bänke usw.. die von der Friedhofsverwaltung nach Rat der Bauberatungsstelle erlassen wurden, sind soweit als irgend möglich durchgefiihrt. Daß die Hecken der Abteilung 9 g»gen die anderer Teile in der Entwicklung wesentlich zurücksteb en, ist vurck die schattige Lage bedingt, die ein freudiges Wachstum nicht gestattet. Es beweist dies, daß bei Ausarbeitung der Pläne für die Fried- 'hofsabtetlungen nicht nur der Bausachmann,