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Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung <&

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Rümmer 204. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. Sonnabend, 30. August 1924. Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Der Kampf um die Reichstags-Auflösung.

K

den Parteien ab. Hauptsächlich bemüht sich die t Deutsche Volkspartei, in letzter Stunde (

Erfolg war heute vormitaa allerdings noch nicht einem direkten Ergebnis gelangen wird, oder Krzeichnen. Die Möglichkeiten werden aber ob ftc nach einer provisorischen Entschließung die volksparteiliche .Zeit- sehr stark in den ber Vertagung verfällt, hängt in der Hauvtsache

Vordergrund gerückt, denn sie schreibt: »In sol- bon öen Entscheidungen des deutschen Reichs- chrn Lagen heißt Zeit gewonnen, wenigstens tafle§ unb von der englischen Regienrng ab. In etwas gewonnen. Die Tatsache allein, daß die ben Kreisen des Auswärtigen Amtes erklärt man

Siour- Domi- Neger-

für un- des das

dieser eigentümlichen Jugendbewegung aus allen Enden der Welt und nennen ihr Lager nach einem

Bemühungen der Boyern.

Berlin. 29. August. (Eigener Drahtbericht.) Um 1 Uhr nachts wird gemeldet: Die Bayri­sche Volksvartei bat in letzter Stunde gleichfalls eine Bermittlungsaktion ausgenom­men, von der man sich größere Aussichten ver­spricht Ter Vorschlag der Bayrischen Bolks- vartei«gcht dahin, die deutsch na ti o n nlen Bnträae nochmals umzuformen, nm durch ihre eventuelle Annahme keine direkte Ablehnung der Dawesgesetze auszusprechen. Dafür soll die deutschnationale Fraktion die Zweidrittelmehr­heit ermöalichen. Nach allgemeiner Auffassung der Parteien ist eine A u f l ö f u n g des Reichs­tages n i ch t m e h r wahrscheinlich.

den Kreisen des Auswärtigen Amtes erklärt man edoch mir großer Bestimmtheit, daß die englische Regierung in der Anleihefrage von sich ans kei­ne Schwierigkeiten machen werde, und daß nur das Nichtzustandekommen der Zweidrittel-Mehr, heit die englische Regierung zu einer Berschlep- pungstaktik in der Anleihefrage ermutigen könnte

Deuiscv-brigischkr yandelovettroa.

Brüssel, 29 August. (Eigene Drahtmeldung.) Die belgische Delegation, die in Berlin über den Abschluß eines vorläufigen Handel sver- träges mit Deutschland unterhandeln wird, wird am 13. September nach Berlin abreisen. Sie wird von dem belgischen Gesandten in Ber­lin präsidiert werden. Außerdem wird sie meh­rere Beamte umfassen, darunter vor allem den Direktor der wirtschaftlichen Abteilung im Außenministerium, Langenhcve, sowie vier Sach­verständige für die Industrie- und Handelskreise Belgiens und des Großherzogtums Luxemburg.

Eisenbahngesctz im deutschen Reichstag nicht zu- standekommt. Bei einer glatten Durchfüh­rung der Ausführungsgesetze durch Deutsch­land würde diese Konferenz in der z w e i 1 e n September-Woche beginnen. Ob sie zu einem direkten Ergebnis gelangen wird, oder

die Deutschnationalen um; »stimmen. Ein -----L- *----allerdings noch nicht

Schlußprotokoll von London zu unterzeich­ne.«. DieTimes" melden gestern abend, daß die feierliche Unterzeichnung des SlUußpro- tokolls am Sonnabend um 12 Uhr mittags er­folgt. Macdonald wird die Unterzeichnung für England persönlich vornehmen. Die ge­strige Sitzung der Vertreter der Dominions hat sich gegen den Abschluß eines deutsch-englischen Handelsvertrages ohne vorherige Zusicherung der englischen Meistbegünstigung erklärt.

Kurier etngetroffen mit der Vollmacht den deutschen Botsch öfter Sthamer, geachtet der bevorstehenden Stellungnahme deutschen Reichstages, am Sonnabend

Unterzeichnung in London.

Der deutsche Botschafter hat die Vollmacht.

(Eigene Trahtmeldung.)

London, 29. August.

In London ist gestern mittag ein deutscher

Hinter den Kulissen spielen sich noch lebhafte omprornißverh andlungen .zwischen

tim eine Krisis zu vkrhinvrrn.

Berlin. 29. August. (Privattelegramm.) Für beute vormittag sind nochmals Fraktions- s i tz u n g e n fast aller Parteien einberufen. D,e Sensation des gestrigen Tages war die direkte Unterbandlung des ReichsautzenministerS mit den Führern der Deutschnationalen. Von allen Seiten wird mit Hochdruck gearbeitet, um eine K r i s i s zu v e r h i n d e r n. Die Entscheidung dürfte erst heute nachmittag fallen. Der gestrige Abendbefuch der Kommunisten in der Reichs­kanzlei hat, gutem Vernehmen zufolge, kein Nach- gebcn des Kanzlers in derAmnestiefrage gebracht

Anleihe-Verhandlungen.

Von der deutschen Entscheidung abhängig (Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 29. August.

Die Anleihrkonferenz. die nach der Unterzeich­nung des Londoner Protokolls in London zu- samwentreten soll, wird, wie wir hören, voraus­sichtlich eine kurze Verzögerung erfahren, wenn die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit kür das

richtet, wo das Eigeninteresse als Motiv ge­lehrt wird, wo die Tüchtigkeit, sich in der eige­nen Laufbahn gut zu behaupten, die erste Auf­gabe ist, wo die edlere Eigenschaft, sich aus Rücksicht auf andere zu beugen, außer acht ge­lassen wird. Die Auffassung des Durchschnitts­menschen von der Welt baut sich heutzutage auf dieser engherzigen Erziehung auf. Dem wollen wir entgegenwirken durch Hilfsbereitschaft und Zusammenarbeit. Aber von diesem Ideal ist man noch weit entfernt. Dreiunddreißig Nationen waren in Kopenhagen versammelt. Die meisten haben

gegen Deutschland Krieg geführt.

Nun waren eine Anzahl Deutsche als Brüder dort. Zum ersten Male seit zehn Jahren. Zum ersten Male seit dem Ende einer Weltepoche. Krieg ist noch allenthalben zu spüren. Die An­gehörigen junger Staaten sind am straff­ten, am militärischsten organisiert. Po­len, Ungarn. Finländer sind von Freikorps kaum zu unterscheiden. Alles peinlich akkurat, alles nach Pfis und Kommando. Kein Wunder. Diese Staaten bilden erst ihre Tradition, die im Kamps der Selbstbehauptung militärisch sein mutz. Ihre Regierungen helfen ihnen moralisch und mit Geld weil sie in dieser Bewegung ein glänzendes Instrument für die Festigung des neuen Staatsgedankens erblicken. Am unmi- l i t ä r i s ch st e n sind die Deutschen schreibt ein Beobachter. Soweit sie hier sind. Denn die grotze Organisation ist aus außenpoli­tischen Gründen zu Hause geblieben. Seltsam ist es, ein Strom der Spannung zieht sich um das deutsche Lager, die Zuschauer starren in dichten Hausen, eingehämmerte Vorurteile lö­sen sich langsam, schmelzen. Was hat man wohl gedacht, was geschehen würde? Werden die schweigsamen Germans plötzlich explodieren? Und man nähert sich vorsichtig. Und in der Tat, diese zweihundert Idealisten in ihren ge­flickten Wanderkostümen sind Naturanbeter, Jünglinge mit dem leichten Leidenszug. Zum zweiten Male sammelten sich die Vertreter

Wort Jamboree. England und die nions stellten zweitausend Mann, das reich Uganda nur einen, aber der ist ein Fürst. Von acht Japanern sind vier Vicomtes oder Marquis, von zweihundert Deutschen ist einer Prinz, die übrigen sind Gymnasiasten, Bank­beamte, Buchhändler, Gelehrte, Tertianer. Po­len mit Militärmützen, Aegypter mit Fes, In­der mit Turbans, Amerikaner mit Hunderten von Dekorationen, Ungarn mit Monokel, braune Chilenen, gelbe Chinesen, Knaben aus Pana­ma und Neuseeland, Tasmanier und Oesterrei­cher, Schweizer, die nicht gern Deutsch verstehen, Schweden, die gern Deutsch verständen, Franzo­sen mit und ohne Feldgeistlichen, ein Indianer, der zwei Wigwams, einige Ochsenhäute, vier, Kisten Federschmuck mitgebracht hat, zehnjährige Knaben, die Wolfsjunge heißen, Delegierte mit Bärten und manchmal auch mit vielen Kriegs­orden, Schotten mit Dudelsäcken, Asiaten mit Muschelhörnern und Fahnen, Fahnen, Fahne«. Das Lager liegt in einer Lichtung von Eu­ropas schönstem Wald, dem Dreyhaven. Die weißen Hirsche, die sonst dem Wanderer friedlich nachäugen, sind vor so viel Betrieb ins Buchen­dickicht geflohen. Die Pioniere haben eine Was­serleitung nach dem Lagerplatz gebaut, haben Telephon gelegt, eine Radiostation ist errichtet, ein Postkontor, zahlreiche Verkaufsbuden für Kuchen, Sodawasser. Filme und Sportgerät sind an Kaufleute verpacktet, eine eigene Zeitung er­scheint täglich Redaktion im Zelt, das , Mittagsblatt erscheint täglick Mr das Lager in . einer englischen Sonderauflage. Absperrung wird gezogen, Einlatzlücken mit Zählapparaten Mrs Publikum errichtet. Die Bewegung ttz

FmnkreiGSHoffnung.

Herriots Politik.

Der Optimismus, der während der ganzen Dauer der Londoner Konferenz in Paris ge­herrscht hat, hält an. Man läßt sich weder durch französische noch durch deutsche Unhrilsprophe- zeiungen betrüben. Es gibt eben Zeilen, in denen dir Menschen das einzige Gut, das ihnen noch geblieben ist, in der Hoffnung erblicken und sich dieses Gut daher um keinen Preis ent­reißen lassen wollen. Dieses Festhalten an der Hoffnung wirkt belebrnd und räumt Berge aus dem Wege, die jede Aussicht in die Zukunft zu versperren schienen. Von den Wenigen abge­sehen, die ein Interesse an der Hoffnungslosig­keit haben herrscht in allen Kreisen die feste Uebevzeugung, daß die Ergebnisse der Londoner Konferenz auch parlamentarisch unter Dach und Fach gebracht werden, daß die mühsam geschnit­tene Ernte nicht auf freiem Felde verderben werde. Der <Änat hat bereits Herriot die Zu-

Glnigungs-Aussichten.

Berlin. 29. August. (Eigener Drahtbericht.) Der Lokalanzeiger meldet: Die EinigutmSbe- ftrebungcn zielen von vornherein darauf ab, in­nerpolitische Sicherheiten für die Durchführung der Dawesgesetze zu schaffen. Es scheint die Absicht zu bestehen, die deutschnattonalen An­träge in Entschließungen umzuwandeln und es ist anzuneymen. daß die Regierung Erklärungen für diese Entschließungen abgeben wird. Die Haltung der deutschnationalen Fraktion als Gan­zes ist «ack wie vor unverändert, wohl aber rech- ret man in mittelvarteilichen Kreisen jetzt be­stimmt damit, daß die Deutschnationalen für das Eii'cnbahngesetz auf eine« Fraktions­zwang verzichten, um die nötige Zweidrittel­mehrheit zu sichern. Es mutz schon fett festge- stellt werden, daß bei der großen Mehrheit der Abgeordneten eine Ablehnung der Dawesgesetze nicht mehr erwartet wird.

Die belgische Kammer.

Brüssel, 29. August. (Eigene Dr-chtmeldung.) Der Beschluß der Regierung, das Parlament zu vertagen, ohne daß ihm die Londoner Beschlüsse zur Ratifizierung unterbreitet waren, hat in parlamentarischen Kreisen große Unstlmnngkei- ten erregt und einen Abgeordneten berettS ver­anlaßt, eine Interpellation über diesen Beschluß der Regierung einzureichen. Theunis hat nun in einer Mitteilung an die Presse die Grunde dieses Beschlusses auseinandergesetzt. Er er- llätte, daß d«s Parlauirnt vor der Konferenz einstimmig den Wunsch ausgedrückt habe, die Kammer möge nur befragt werde, wenn ate Londoner Konferenz fehlschlagen würde. Die Kammer hohe vor der Konferenz der Regie­rung ihr Vertrauen ausgefprochen. Er fet ge­wiß, daß dieses Vertrauen auch nach der Rück­kehr aufrecht erhalten werde, wenn er ihr die Lon- doner Beschlüsse zur Rattfizierung unterbreite.

stimmung erteilt.

Man glaubt in Paris nicht, daß sich em deutscher Reichstag finden werde, der dte Londoner Abmachungen ablehne, aber sollte das doch wider alles Erwarten geschehen, so ist man der fest:« Ueberzeugung. daß ein Appell, au das ' Volk einen neuen Reichstag liefern müsse, der i ,der Welt den Frieden gebe". Denn so betrach­tet die Pariser Bevölkerung die Dinge, nicht frei von einer gewissen Naivität, die es gar nicht be­greifen kann, warum man in Deutschland nicht - von allen Schönheiten des Dawesplanes ent­zückt ist. Das Publikum beurteilt überhaupt die putschen Verhältnisse sehr naiv. Die guten Leute können gar nicht verstehen, wodurch sich die nationale Bewegung in Deutschland denn nach der Revolution wieder so stark und mit so schroffer Wendung gegen F r a n k r e i ch ent­wickelt hat. Wenn man ihnen sagt, >o schreibt unser Pariser Korrespondent, datz die Fortsetzung der Hungerblockade während der Friedensver­handlungen, die farbigen Truppen in den Rhein- landen, die Besetzung des Ruhrgebletes lauter französische Ungeschicklichkeiten waren^ die das Emporkommen einer antifranzöstschrn Stimmung doch genügend erklären, so sehen sie einen er­staunt an. Sie zucken die Achseln und meinen: Mer das war hie Schuld von Clemeneeau, von Millerand, Poincarö. Jetzt haben wir doch Her­riot und der macht solche Dinge nicht."

Ein Verständnis dafür, daß die Lasten, welche Deutschland auf Grund des Dawesplanes tra­gen muß sehr schwer sind und daß es nicht im Interesse Frankreichs liegt, sie noch weiter ^zu erschweren, findet man am ehesten bei den «o- zialisten. Ihr Führer in der Kammer, LSon Blum, hat in einer glanzenden Rede die Sün­den und Fehler PoinearsS nachgeNneseu. Er hat den Anhängern des verflossenen Mini­steriums zu ihrer großen Beunruhigung ins Ge­sicht gesagt, daß die Londoner Konferenz erst den Anfang zur Wedergutmachung der Verirrungen des Poinearismus bedeute. Blums Hiebe saßen, das Zentrum und die Rechte fuhren, schmerzlich cetrcffen, in di; Höhe und erhoben lörmenven Widerspruch, aber sie können die Wendung nicht mehr verhindern. Der Poincarismus ist vor- läufig ob auch für alle Zeit? abgetan.

Er ist abgetan, aber das hat zunächst nur eine negative Bedeutung. So gut H e r r i o t s Willen und Gesinnung auch sein mögen, io stehen ihm doch zu viele Schwierrgkeiten entgegen, als daß er schon letzt etwas Positivs schaffen könnte. Der Weltkrieg und der Welt­nachkrieg haben zunächst das Niveau der ybeen so tief herabgednickt, daß man es nur ganz all­mählich auf die frühere Höhe erheben kann. Sonst hätte sich in der französischen Presse nicht ein solcher Lärm gegen die egentluh selbstver­ständlichen Dinge erheben können, die der e:lg- lische Finanzminister Philipp Snowden einem Mitarbeiter des Manchester Guardian ge,agt hm. Man hat ihm das in Frankreich übel vermerkt, aber man hätte seine Bemerkungen, aus denen gesunder wirtsckafilicher Verstand stulcht, lieber befolgen als verspotten sollen. Snowden hat durch sein Budget bewiesen, datz er den Reich- tum seines Landes und das Wohlergehen der Arbeiter vor allem in der Billigkeit des Lebens sicht. Darin könnte Herriots Regie-

...___ gewonnen. ------------------ . _

Entscheidung um einen Tag verschoben wurde, läßt darauf schließen, daß die Versuche, einen Weg zur Verständigung zu finden, mit Eifer und wohl nicht ohne Aussicht auf Erfolg fortgesetzt wurden. Unzweifelhaft war die Stimmung ge­rade unter denen, die sich um die Einigung be­mühen, Wer Nackt zuversichtlicher ge­worden. Man begann entschieden wieder zu hoffen." Die Abänderungsanträge der Deutsch- nationalen, erflärt das Blatt Wetter, seien zwar chwerlich tragbar, sodaß es also darauf an- temme, bis morgen eine Einigung über diese Puntte zu finden. Im Lager der anderen bürgerlichen Parteien hielt man gestern nachmit- taa die Auflösung für unvermeidlich und war nicht geneigt, den Kompromißverhandlungen zwischen Teilen der Reckten beizutreten. Sehr wesentlich ist auch die Stellungnahme der so- zialdemokrMie, die entschlossen scheint, taktnche Manöver der Deutkchnationalen dadurch zu ver­hindern, daß sie im Falle der Annahme der deutschnationalen Mänderungsantrage ihrer- eits geschlossen das Gesetz ablehnt.

Llnklacheitbis zur letzten Stunde

Die Kompromißverhandlungen mit den Deutschnationalen.

Besorgnisse der Alliierten.

Berlin, 29. August. (Eigener Drahtbericht.) Bis Mitternacht dauerten die Besprechungen der Parteien «ach einer Verständigungsbasis an, bie von der Regierung deshalb indirett unter­stützt werden, weil Londoner und Pariser Telegramme vorliegen, denen zufolge Beden­ken der Bankiers wegen einer Anleihe an Deutschland ohne vorherige Annahme der Gutachtengesetze im Reichstag auch von Londo­ner Kabinettsmitgliedern geteilt werden.Eve- ning Times" hatte gestern abend gemeldet, die englische Arbeiterpartei sei entschieden gegen ei­ne Ausschaltung des deutschen Parlantents bei der Uebernahme der Vertragslasten durch die deutsche Reichsregierung.

Man erwägt auch, die Ausmahlungsprozente positiven Leistungen wird immer ungeduldiger, wieder zu erhöhen. Die Franzosen sollen also bie Stimmung schwenkt immer mehr nach links gezwungen werden, mitten im Frieden wieder In Punkto Weißbrot laßt der Franzose nicht schlechtes Kriegsbrot zu essen. Der Ruf nach mit sich spassen.

psadflnderbewegung

Ei« Weltkongreß.

Die internationale Pfadfinder.Organisalion hat jetzt in Kopenhagen einen Kongreß veranstaltet bei bem bie Deutschen nicht offiziell vertreten waren.Darüber berichtet einBcobachtcr wiesolgt

Von der Pfadfinder-Bewegung, den Scout­boys, die aus England stammt, weiß man in Deutschland nur wenig. Mr haben in Deutsch­land ähnliche Vereinigungen: Jungens, die wandernd die Welt durchstreifen. Die Idee der Zsadfiuder-Bewegung ist: .Sei bereit für den Nächsten!" Sie will Gesundheit, frische Luft, die Fähigkeit, sich in jeder Lage selbst zu helfen, die Pflicht, jederzeit dem anderen zu helfen. Unterschiede der Nation, der Stellung sind verpönt. Der Scoutsboh sagt:Ueberall werden die Menschen immer noch in einer Schule unter»

rung von ihm lernen. , ,

Das Löben in Frankreich ist immer noch sehr teuer und jetzt befindet man sich gerade wie­der vor einer Steigerung des Brotpreises. Dre Erhöhung des Brotpreises ist bekannt- lich immer das Signal zur Erhöhung der ande­ren Lebensmittelpreise. Die Sache, erklärt sich sehr einfach dara'is, daß man den französischen Landwirten zuliebe am 1. August den Zoll für den Doppelzentner Weizen von 7 auf 14 Franken erhöht bat. Da Frankreich gegenwärtig nickt ge- ftufl Weizen erzeugt, um sich selbst zu genügen, d müßte man den Fehltritt korrigieren, den Zoll wieder zurücksetzen oder ganz aufheben. Aber das tut man nickt: man erwägt, den Brottomum iu vermindern, indem man die Bäckerladen am Sonntag schließt. Ein Mittel des radikalen Ernöhrungsministers Q u e n 111 e |