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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Nummer 202. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. Donnerstag, 28. Angust 1924. Einzelnummer 10 Ps, Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Die Schwierigkeiten im Reichstag.

Noch fein Vermittlungöersolg.

Die Deutschnationalen lehnen noch ab.

Man spricht noch von der ReichstagS-AuflSsung.

Fremde Herrschaft.

Der Aufstand im Suda« gegen Sie Brite«.

Die letzten Jahre haben bewiesen, daß es in Aegypten überall gärt, daß dort gegen die englische Herrschaft viel Zündstoffe angehäust sind und daß die Zugeständnisse, die England notgedrungenerwcise in Aegypten ma­chen mußte, die Nationalsozialisten in Aegypten nicht befrieidigi haben. Mehr noch als in Aegyp­ten selbst, scheint der Gegensatz zu England im ägyptischen Sudan einen Mittelpunkt gefunden zu haben. Aber bi« Unversöhnlichkeit der ägyp­tischen Nationalisten wendet sich nicht allein ge­gen die Engländer, er ist auch gegen die ägypti­sche Regierung selbst gerichtet, der man vor­wirst, daß sie die Interessen AeghptenS England gegenüber nicht in genügender Weise wahr­nehme. Richt ein Kompromiß mit den Englän« dern wollen die Nationalisten Aegyptens, son­dern rücksichtslose Bekämpfung, die Los­sagung von der englischen Beeinflus­sung und Oberherrschaft. In Aegypten selbst kann sich dieser Nationalismus nicht so stark auswirken, weil hier die Macht Englands noch zu groß ist, desto mehr macht er sich tm Sudan geltend, wo England, von seiner ägyp­tischen BäsiS weiter entfernt, mit geringerer Kraft auftreten kann.

Die Gebiet«, die als der ägyptische Sudan bezeichnet werden, waren bereits vor Jahrtau­senden vom alten Aegypten unterworfen worden. Der groß« Reichtum an Gold, Straußenfedern, Ebenholz und anderen Schätzen und dann auch die Sucht, das Sklavenheer zu verstärken, reizte die alten Aegypter immer wieder an, in diese Gebiete einzubrechen, dort di« Herrschaft zu be­haupten und zu erweitern. Tann ging der Su­dan aus lange, lange Zeiten verloren. Erst Mohammed Ali drang vor etwas über hundert Jahren von neuem erobernd in den Sudan ein und machte große Teile davon zu ägyptischen Provinzen, CH ar tum wurde Hauptsitz der ägyptischen Berwaltung. Aber die ägypti­schen Verwaltungsbeamten und Militärs ver­standen nicht zu wirtschaften und das große Ge­biet zu verwalten. Lange Zeit bestand im vo­rigen Jahrhundert im Sudan ein furchtbares Gewaltregiment, das einem großen Teil der Bevölkerung das Leben kostete und das überall grauenvolle Zustände entstehen ließ. .

So konnte sich der Derwisch Mohammed Achmed erheben und als Mäbdi, als der ge­rechte Fürst der Zukunft, im Sudan einen unge­heuren großen Einfluß gewinnen. Immer von neuem strömten ihm gewaltige Streiterscharen zu. Sein Programm, alle Christen und Heiden auszurotten, den rechten Glauben wieder herzu­stellen, die lauen und halbabtrünnigcn Moham­medaner zu bestrafen und ein großes Reich der strenggläubigen Moslims zu errichten, wurde zum Glaubensartikel von Millionen. So konnte sich der Mahdi, der große Glau­bensstreiter der allein echten Mohammeda­ner, eine militärische Macht von sehr respek­tabler Größe zusammenzuvafsen. Die gegen ihn ausgesandten Heere wurden geschlagen, und der Mahdi schien der unbeschränttc Herr des Sudans zu sein. Erst als er 1885 gestorben war, ebbte diese Macht wieder ab, und dein Lord Kitchener gelang es dann, den Sudan wie­der zu erobern.

Seit dieser Zeit bestehl dort die Zwei- herrschaftEnglands und Aegyptens. Zugleich mit Lord Kitchener war der sranzö- si sch e Oberst Marchand in den Sudan, bis nach Baschoda, vorgedrungen. Marchand er­klärte den Sudan von Baschoda aus für französi­schen Besitz. Erst als England sehr ernstlich mit Krieg drohte und bereits die ersten Anordnungen zur Mrlilmachung getroffen hatte, erhielt Mar­chand den Auftrag, seinen Posten zu verlassen. Die Beziehungen zwischen Frankreich und Eng­land wurden damals sehr gespannt.Faschoda" ist ein großes und kompliziertes Kapitel der. politischen Geschichte Europas geworden.

Der Sudan ist hauptsächlich durch englisches Dazwischentretcn wieder erobert worden, und so wird England auch seine Interessen im Su­dan nicht ohne Kampf pretsgeben, um so weni­ger, als es dort auch wichtige wirtschaftliche und imperialistische Interessen zu verteidigen hat, denn so wie die Situation in Aegypten und tm Sudan liegt, ist fairnt anzunehmen, saß Aegyp­ten den Sudan allein behaupten kann. Ein Rückzug Englands aus diesem Gebiet würde über kurz oder lang die Eroberung durch Frankreich zur Folge haben, denn Frank­reichs Afrikapclttik geht darauf hinaus, den gan­zen Norden Aftikas unter seine Herrschaft zu bringen. Breitet sich der Ausstand weiter ans, so ist mit absoluter -Sicherheit darauf zu rech­nen, daß England mit einem ansehnlichen Heer t» den ägyptischen Sudan einmarschiert.

Berlin, 27. August. (Privattelegramm.) Wie die Bläfter mitteilen, haben alle Versuche, die gestern im Reichstag von verschiedenen Seiten gemacht worden find, um die Deutschnationalen zu einer Haltung zu bewegen, die der Verab­schiedung der Dawesgesetze nicht gefährlich wer­den kann, zu keinem Ergebnis geführt. Die von der Deutschen Bolkspartei eingebrachten An­träge über frühere Räumung und eine sachge­mäße Handhabung und Auslegung des Rhetn- landabkommens seien nach einer parteioffiziösen Mitteilung der Deittschnationalen von diesen nicht als vollständig genügend anerkannt worden, weil sie in das Mantelgesetz nur eine Auffor­derung an die Regierung aufnehmen, auf dieses Ziel hiNMwirken. Vom deutschnationalen Stand­punkt aus sei zu fordern, daß die Erreichung dieses Zieles eine Bedingung für das Inkraft­treten des Gesetzes wird. Auch die Entschließung der Deutschen Volkspartei über die Kriegsschuld­frage erscheint den Deittschnationalen nicht als ausreichend. Ter Antrag des Abg. Dr. Bredt von der Wirtschaftlichen Bereinigung wegen der Aufhebunia des verfassungsündernden Charak­ters des Eisenbahngesetzes dürste nicht die Mehr­heit veS Hauses finden, da auch die Sozialdemo­kraten «egen ihn stimmen würden. Auch die Reichsregierung soll laut L. A. gestern in einer Kabinettssitzung ihren Standpunkt, daß man für das Eisenbahngesetz eine Zweidrittelmehrheit verlangen müsse, bestätigt haben. Alles in allem sehen die Blätter nunmehr keine andere Möglich­keit als die A u f l ö s u ng des Reichstages.

* * *

Um das NeiHsvadngefctz.

Berlin, 27. August. (Privattelegramm.) Das Reichskabinett ist gestern abend nach der Ple- narsttzunq im Reichstag zu einer Beratung zu- fommcngetreten, in der es sich in erster Linie um den Antrag Bredt (Wirtsch. Partei) wegen der Aushebung des verfaffungsändernden Cha­rakters des Eisenbahngesetzes handelte. Die ju­ristische Beurteilung dieses Gesetzes in Bezug auf seinen verfaffungsändernden Charakter ist nicht einheitlich, die Regierung hatte sich jedoch von vornherein aus politischen Gründen auf den Standpuntt gestellt, daß man für dieses Gesetz eine Zweidrittelmehrheit verlangen müsse. Dieser Standpunkt ist in der gestrigen Kabinetts sitzung bestätigt worden, sodaß der Antrag Bredt von der Razierung nicht gebilligt wird.

Sie Anleihe ist gefährdet.

Berlin, 27. August. (Privattelegramm.) Tie Bemühungen der bürgerlichen Partei­en, eine Verständigung mit den Deittsch- ilationalen anzubahnen, werden am heutigen Mittwoch fortgefetU. Tas Reichskabinett hat für die Mittagsstunde eine Sitzung anberaumt. Es liegen aus London und Newyork Me/dungen vor, wonach die Bankiers bei der fehlenden Zustimmung des Reichstags Schwierigkei­ten in der Anleiheauflegung machen. Infolge­dessen werden auch von Regicrungsfeite die Be­mühungen fortgesetzt, zu einer Mehrheit im Reichstag zu kommen. Bis jetzt liegen keine Anzeichen vor, daß die Deutschnationalen ihre Stellungnahme ändern.

Kommunistische Amnestteforderung.

Berlin, 27. August. (Privatielegramm. Die kommunistisch« Reichstagsfraktion hat gestern abend eine Fraktionsfitzung abgehalten und in ihr beslUoffen. vor der Abstimmung am Don­nerstag noch einmal eine Abordnung der Partei zum Reichskanzler zu fenden, um die Forderung nach allgemeiner Amnestie für politische Gefangene zu wiederholen. Rach den Andeutungen Strefemanns erwartet die kom­munistische Fraktion das Rachgeben der Regie­rung in der Amnestiefrage.

Englische Besorgnisse.

Schon wieder Furcht vor der Konkurrenz. (Eigene Drahtmeldung.)

London, 27. August.

Daily Telegraph" schreibt, nicht nur unter den Bergarbeitern, sondern auch unter den Bergwerksbesitzrrn verursachten die Bestimmungen des Dawesplanes, soweit fie das »Ruhrgebiet beträfen, große Besorgnis, daß der Plan, wenn er in Wirksamkeit gefetzt werde, die englifche Kohlenaussuhr ernstlich beeintriich- tigcit werde. Schon jetzt sei eine Bermindernng der Anssuhr nm 1% Millionen Tonnen monat­lich wahrzunehmen, was man auf die gesteigerte Produktion der Ruhrbergwerke zurückführe. Bel­gien und Frankreich, zwei wichtig« Kunden, wür­

den nach Inkrafttreten des Planes ihre volle Quote an Reparationslohlen erhalten, zum Nachteil des englischen Ausfuhrhandels. Außer- dem würde Deutschland in der Lage fein, durch Kohlenausfuhr nach anderen Ländern den eng­lischen Wettbewerb lahmzulegeu»

Abstimmung in Frankreich.

Der Senat stimmt Herriot zu. (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 27. August.

Um 1 Uhr nachts war die Abstimmung im Senat beendet. Die gewaltige Mehrheit Mr Herriot wird auf feine letzte Rede kurz vor der Abstimmung und nach der Poincaröschen Reoe zurückgeführt. Herriot fagte in diesem Schluß­wort: Ich bin in allen meinen Handlungen nur Franzose, ich habe kein Gefühl für ein anderes Land. Alles, was ich tue, ist von glühender Va­terlandsliebe eingegeben und ich betrachte den Abschluß meiner Londoner Verhandlungen als dauernde Stabilisierung des sranzöflschen Sie­ges. Trotz der mitternächtlichen Stunde wurden Herriot beim Verlassen peS Palais Luxemburg die gleichen Ovationen bereitet wie jüngst in der Karner. Man trug ihn auf den Schultern hinaus.

»erträum für die Negierung.

Paris, 27. Augusts (Eigene Drahimeldung.) Der Senat hat gestern in später Abendstunde mit 181 gegen 37 Stimmen, bei 74 Stimmenthaltun­gen die Tagesordnung des Senators Bienvenu- Martin angenommen, wonach der Regierung das Vertrauen des Senats ausgesprochen wird. Das Vertrauensvotum hat folgenden Wortlaut: Der Senat genehmigt die Erklärungen der Regie­rung und vertraut auf sie, daß sie die Durch- fühiung der Londoner Beschlüffe fortsetzt, um die notwendigen Garantien für die Sicherheit Frankreichs, wie auch eine befriedigende Erleb, gung der Kriegsschulden zu erlangen.

Lir Besprechung In der vresse.

Paris. 27. August. (Eigene Drahtmeldung.) Zu der Abstimmung im Senat schreibtQuoti- dieu": Die Abstimmung bedeutet den endgülti­gen Abschluß eines traurigen Kapitels der fran­zösischen Politik. Sie bedeutet den endgültigen' Sieg des neuen Geistes.

Erc Rouvclle" schreibt: Das Duell Herriot- Poincars sei ausgesprochen zum Vorteil des Ministerpräsidenten ausgegangen. Jetzt sei jeder Zweifel zerstreut. Das französische Abenteuer in Westfalen sei zu Ende, mit Ehre zu Ende. Man dürfe sich dazu beglück­wünschen, daß sich Frankreich durch seine demv- Iratifdjcn Einrichtungen selbst wieder eine Re­gierung gegeben habe, die die Größe des B.uer- ^andes nicht mehr in der Entwicklung einer iso­lierten Politik, das heißt einer Politik des Un= danks suche.

ImGaulois" heißt es, der Senat habe wie die Kammer mit großer Mehrheit die Londoner Abmachungen ratifiziert. Das Schlimmste sei bei alledem, daß die aufeinanderfolgenden Schwächen und Konzessionen nach und nach nicht nur die materiellen Vorteil« des Sieges, sondern auch feine moralischen untergrabe. Schon gelte Frankreich nicht mehr als Sieger.

@clair" führt aus: Poinears leidet an der eigenartigen Krankheit des bösen Blickes. Wenn er an der Macht ist, so verdunkelt sich die klare Sonne des Friedens und der Schatten kriegerischer Abenteuer ziehe herauf. Es ist sein Schicksal, daß er den Krieg heran­zieht. Möge er daher von der europäischen Bildfläche verschwinden, nachdem fein Name schon von so vielen trauernden Müttern ver­flucht wird.

Sie französische Auslegung.

Paris, 27. August. (Eigene DrahtmeldntzgZ Zu den Debatten im deutschen Reichstag er­klärt derMalin", es scheine, daß sich Deutsch­land nicht aebrffert habe. Man sehe deutlich, daß Deutschland noch immer schleckten Willen zeige. Wenn der Reichstag die Dawesgesetze nicht annehme, so müsse es mit der Geduld der Alliierten ein für allemal zu Ende fei«.

ÄM hohen Norden.

Reis« ins ««bekannte Finnland.

Ans«» Mitarbeiter, der inzwisthe« ««biete in­mitten der lappliindischen Bevvitrrnng erretOit ha«, sthitkt une folgende, weiter« Schilderung r

Ter Lappländer hat teils feste Wohnungen in hofarttgen Stätten, teils lebt er als No­made. Er ist, soweit er noch Nomade, Wan­derlappe iFjeld- und Skoglappe) geblieben ist, deshalb unsetzhast, weil ihn sein Ein und Alles, das et beherrscht und dem er dient, das Renntier, dazu zwingt. In demselben Grade, tote die in Finnland schon ziemlich dnrch- gofährt« Ansiedlung um sich greift, wird auch das eigentliche charakteristische Lappcntum schwinden, ebenso wie aber dann stets aus dem bekannten rußgeschwärzten Wanderzelt das fest».- Blockhaus wird. Der angesiedelte Lap­pe (der Bosätte, der Ftnnlippe) lebt zwar eben­falls noch von dem und für das Renntier, er betreibt Fischerei und allerlei Handwerk für eigenen Bedarf, aber er schreibt und lieft, feine Kinder erhalten in der Wanderschule Unterricht, er spricht außer Lappisch meist noch etwas Finnisch, er kommt von weicher zur Kirche und aus seinen Gräbern steht ein christliches Holzkreuz.

Auf den Lappenhöfen,

die wir besrlcht haben, stehen die überlieferten ®amtnen mit ihrer Rauchöffnung auch noch da, aber der Lappe wohnt nicht mehr darin; die alten Regvistten, das offene Herdfeuer oder die Feuerstelle im Freien zwischen Steinen, die tragbare Wiege, die sog.fiumfe1'. die charatte- riftische Lappentracht (hier in Finnland als Sonderabzeichen die vierzipflige Mütze), sie sind alle noch vorhanden, aber wenn man so nach langer Bootfahrt oder Waldwanderung endlich auf solch einen Lappenh yf stößt, eine fast immer am Wasser gelegene Siedlung, dann merkt man wohl an Tracht und Aussehen der Insassen, daß man bei Lappen und nicht bei finnischen Bauern ist, aber die Kluft, durch die sich der sog. Zivilisaticnsnrensch Von ihnen getrennt fühlt, mindert sich (bis auf die Ansichten über Sauber­keitfl

Alle Lappen waren fteundlich;

ihre vielbeschriene Neugier ist uns nirgends entgegerrgetreten, sie hielten sich immer zurück, mehr interessiert beobachtend; sie waren in ho­hem Maße hilfsbereit und gefällig; sie drückten sich irgendwo -usammen. um uns ihren Wohr.- raum als Schlafstube zu überlassen. Wie rüh­rend sorgten sie z. B. in Jumpola, im Hause des toeltbcfanrten Messerschmieds Hogmar für uns! Sie streuten auf den Boden eine dicke Schicht frisch gemähten Grases, da sie gerade kein Heu hatten, sie machten Kopfkissen zurecht, die sie ebenfalls mit Gras füttten, sie breiteten Laken über das Lager, cs war uns geradezu peinlich, daß wir alle sechs, bereits nach zehn Mnuten, unter dem AlarmrufWanzen F auf­sprangen und. von der tlebermacht geschlagcp. das Freie suchen mußten! Dafür konnten Mi­sere guten Wirte natürlich nichts: bk HanSmut- ter hatte es ikns bereits am Abend etwas ver­legen ang< deutet, daß so was wohl möglich wäre in einem alten Haus. Nm<, ich muß sagen ich habe da und dort in jungen Jahren als Gast oder Mieter in mancherlei Hausen, gewohnt; da waren auch Wanzen, aber die Wirtin sagte nichts vorher, und hinterher leugnete sie so lange bis der Wahrheitsbeweis erbracht war. Daß aber in einem alten Lappenblockhaus, in der Mcosbckleidung zwischen den Balken, Wan­zen sind, ja geradezu fein müssen, nun, das konnten wir uns von vornherein tagen. Wo anders sollten st« auch sein? Sie wären ja ge­radezu idiotisch, wenn sie nicht da wären, wo cs so warm und mollig ist. Daß wir enropLi- schen Feiglinge vor der Uebermacht davonliefe i, das ist ja eine Sache für sich, die Lappen besitzen eben die Gemütrube langer Gewöhnung, Spricht man von Lappen, so denft man an

das vielgepriesene Remitier.

Mr haben :hr«r nur wenige nah vor Augen und vor die photographische Platte bekommen. Denn sie sind zur Zeit herdenweise zusammen- getrieben auf den sommerlichen Moosweiden ter sog.TurlturitS", jener für das finnische Lapp­land so bezeichnenden kahlen langweiligen Hü­gelkuppen. Das Renntier ist des Lappen kost­barster Besitz; aber «S gibt ihrer nur wenige, die so große Herden ihr eigen nennen, um wirk­lich reich genannt zu werden (10001500 Stück). Unsere lappischen Gastgeber, bei denen wir zur Kaffeerast oder zur Nachtherbergs vorsprachen, Waren durchweg Kleinbesitzer von vielleicht 50 bis 70 Tieren. Natürlich kommt dabei des weiteren noch in Betracht, dass die Tier» unter sich verschiedenartig sind: ein Schtachttier Wird vielleicht mit 30 bis 40, ein gut geschultes Zug- iler mit etwas 100 Mark (in deutschem Geld) bewertet. Run ist freilich der Renntierzucht, bl« angesichts der vorhandenen Werden Wohl