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ivnailich 2.M ML

Mittwoch, 20. Attgust 1924. Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Anzeigenpreise' GeschLstS-Änzcigen Zeile 15 Pfennig Kamiliea-Anreigen Zeile 15 Pfennig, Kleine Anzeigen das Wort 2*/, Pfennig, Reklamen die Zeile 60 Pfennig. Offertgebnbr 10 Pfennig ibei Zusendung der Offerten 20 Pfennig». Rechnungs­beträge sind innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Maßgebend ist der Kurs des Zahlungs­tages. Für di« Richtigkeit aller durch Fernsprecher autaegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze kann nichi garantiert werden. Kür Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Äufsch-ag. Druckerei: Schlachthofstr. 28/80 Geschäftsstelle: Köln. Straße 5. gegenüber der Spobrstraße. Fernsprecher 951 u. 952.

Rvrnmec 195. Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.

Kasseler Neueste MOtm

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Beratung über bas Ergebnis von London.

Sitzungen der Aeichöregiel'ung.

Einigkeit im Kabinett. Vertrauensverhältnis

zwischen Marx und Herriot.

widerrechtlichen Besetzung betragen für die Stadt Offenburg 11^ Millionen Goldmark.

Politik im Großen.

West-östliche Zusammenhänge.

Seitdem in Rußland die Leute um S i n o w - jew die alte russische Außenpolitik der Trotzki und Tschitscherin mit ihrer westlichen Orientie­rung und Anpaffungsbereitwilligkeit des Saw- jet-Wirtschastssystems an das europäische Welt- Wirtschaftssystem umgewandelt haben, tritt der aggressive G e i st. der sich schon in der Rücksichtslosigkeit der handelspolitischen Ver­handlungen mit den Westmächten bemerkbar machte, vor allem im Fernen Osten, tu den Be­ziehungen zu China und Japan, zutage. In Chino, hat der russische Gesandte bereits voll­kommen die Oberhand und hat es vermocht, dos gesamte dortig« diplomatische Korps von der chinesischen Regierung mißachten zu lafleu. Der Ruf: Asien den Asiaten beginnt selbst in fast toten Gegenden des Reiches der Mitte schnelle Früchte zu treiben, und es erscheint mit Hilfe Rußlands nicht gerade eine Unmöglichkeit zu fein, daß sich auch China der Bevormundung durch die europäische Diplomatie in absehbarer Zeit gänzlich entledigt. Weit wichtiger ^scheint noch das Abkommen, das der russische Gesandte mit dem Vertreter Japans in Peking abgeschlos­sen hat, denn dieses regelt nicht nur die verschie­denen diplomatischen Zwischenfälle, sondern ist eine außerordentlich geschickte Auseinandersetzung mit den Rechten und Ansprüchen der lapanischen Monarchie, die in ihrer außenpolitischen Aus­wirkung von großer Bedeutung für die ganze Gestaltung der Lage im Fernen Osten werden muß Nach der allmählichen Loslösung der Ja­paner aus dem engen Bündnis mit England und bet den krassen Gegensätzen zwischen Jovan und Amerika ist der enge Zusammenschluß Zwi­schen der gewaltigen FestlandmaÄt R'u ß l a n d und dem meeresbeberrschenden Japan geradezu ein machtpolitisches Symbol.

Selbstverständlich bat dieses ganze System der russischen Ostpolitik den Sinn einer zuverlässigen Rückendeckung für seine Politik in In< dien und Bessarabien. Die engllsch-rnssi- schen Verhandlungen haben zwar auaenblicklich alles in ein diskretes Schweigen gehüllt, aber der russische Erfolg in London ist schließlich nicht nur ein Verdienst der Arbeiterpartei sondern mehr eine Bindung Rußlands gegen feinen Vor­marsch zum Süden. Da konzentriert sich die außenpolitische Aktivtät Rußlands in erst r Linie auf De'ssarabien, wo sie nunmehr ein Heer von hunderttausend Mann zusammengeführt ha­ben, dem entsprechende rumänische Truppen gc- genüberstehen. Rumänien seinerseits fiat sich den Rücken nur durch Bulgarien sichern können, dessen Lage aber infolge der unfreund sichen Hal­tung Jugossaviens und Griechenlands nicht be­sonders stark erscheint. Die Bolschewisten'bwefir wird mich den anderen Ländern mit russisch>r Nachbarschaft nicht erspart bleiben, denn wi'weit die russische Aktivität in der Unterwühlung an- dersftaatliche Systeme gebt, bat der Prozeß argen die Potsdamer Reichswehrsoldaten gezeigt. Eng­land hat in Indien unter ähnlichen Scbwi'rig- keiten bereits stark zu kämpfen, was sich ja schon äußerlich in dem Anwachsen des nationalen Ak- tivismus und in dem Beiseiteschieben Gh mdis dokumentiert

Aber schließlich ist Rußland nicht die einzige Sorae Englands, vielmefir überwiegt für den Augenblick die bange Frage nach dem Aus­gange des Kampfes um den Sudan. Vielerlei Interessen svielen fiter zusammen. Aegypten, des­sen Oberhoheit England 1922 auraeieben bat, bat die ältesten Ansprüche auf den Vasallenstaat der Türkei aus dem Jahre 1820. England er­oberte das Land 1898 in der Schlacht bei Om- durman und verteidigte feine Ansprüche mit de» Androhung des Kriegsfalles gegen Frankreich bei Falchoda. Aeayptrsche Rationalsten und suda­nesische UnabbängiakeitsgelÄste kreuzen sich mit der englischen Macht. Rach allen Vorbereitungen Englands kann man erwarten, daß es diesen Eckstein des afrikanischen Kolonialreiches bis zum letzten verteidigen wird.

Mit diesen Schwierigkeiten stebt natürlich in gewissem Zusammenhang, daß die Franzo­sen auf der Londoner Konferenz mit so un­erbittlicher Hartnäckigkeit auf ihren Prestigefor- dernngen bestanden, und der enufiftfic Minister- vräsident nur ein fcbwäckssicher Vermittler zwi- fchen Deutschland und Frankreich fein konnre Herriot ist ganz unter den Einfluß der Lou- chenr-Gruvye geraten, die bereits gewaltig an feinem Ministersessel rüttelt. Wieder einma* Hot auch die Londoner Konf.'renz gezeigt, daß tret» der Nachgiebigkeit Deutschlands Frankreich immer wieder im entscheidenden Augenblick seine alten Forderungen von neuem vorwirft und da­durch alle fachliche Arbeit zur Regelung der internationalen europäischen Beziehungen nichtig macht. Deutschland fiat fünf Jahre Unendliches unter diesem System erlitte», es fragt sich wie lause noch a.uch die übrigen Groß­mächte sich immer wieder zu nutzloser Arbeit mißbrauchen lassen wollen.

Berlin, 19. August. (Eigener Drahtbericht.) Än der gestrigen Sitzung des Reichskabinetts, die um drei Uhr unter dem Vorsitz des Reichs- präfldenHn begann, nahmen sämtliche in Berlin anwesenden Minister teil. Die aus London zu­rückgekehrten Minister gaben einen eingehenden Bericht über den Verlauf der Konferenz. Das Kabinett billigte einmütig die Haltung sei­ner Vertreter in London und wird, wie es in mehreren Blattern heißt den Reichstag nicht im Zweifel darüber lassen, daß es den beschrittenen Wea unter allen Umstünden weiter verfol­gen wird, sodaß, falls die erforderliche Mehr- fieit für die Gesetze zur Durchführung des Da weSbericktes nickt erreicht werden sollte, alsbald die Auflösung des Reichstages ansge- svrocken werden dürfte. Auch in den Besprechun­gen mit den Parteiführern wurde von den deut­schen Delegierten über den Verlauf der Lon­doner Verhandlungen Bericht erstattet. Das ge­genseitige Vertrauen, das sich während der Lon doner Verhandlungen zwischen H e r r i ot und Marx gngebahnt habe, werde dadurch praktisch zur Auswirkung kommen, daß künftig bei etwai­gen Beschwerden im besetzten Gebiet der Reichs­kanzler private Briese an Herriot richten werde, um Abstellung der Uebelstünde herbeizu- sühreu. Herriot habe sich mit diesem Verfahren bereitwillig einverstanden erklärt.

Bei den Parteiführern.

Berlin. 19. August. (Eigener Drafitbericht.l Im Laufe des gestrigen Nachmittags haben die Besprechungen der Parteiführer mit dem Reichs­kanzler Marr und dem Außenminister Strese- mann stattgefnnden. Sie wurden abends abge- brocken und auf heute Vormittag vertagt. Die Aussprache war streng vertraulich, jedoch verlau­tet, daß sie nichts Neues ergeben hat, als das, was alle Welt bereits aus den Zeitungen lesen konnte. Der Reichskanzler und der Außenmini­ster bestreiten, daß sie in London eine Niederlage erlitten hätten. Vielmehr habe London mit einem großen Erfolge der Deutschen ge­endet. Die deutsche Volkspartei wird bereits Henle nachmittag, die Deutschnatioualen werden am Donnerstag ihre Stellungnahme zu den Tawesgesetzen festlegen. Der Auswärtige Aus- schust soll am Mittwoch, das Plenum dos Reichs­tages am Donnerstag oder Sonnabend zur Er­örterung zusammentreten.

Der erste Franzofenabmarsch Bus Offenburg und Appenweier.

(ßiflener Draindench:.)

Offenburg (Baden), 19. August.

Die französischen Truppen, die das Gebiet von Offeuburg-Appeuweier besetzt halten, haben gestern Befehl zum fosortigen Abmarsch erhal­ten. Ter Befehl kam den hiesigen Kommandos sehr überraschend. Die Nachricht traf gestern morgen gegen vier Uhr ein. Alsbald machten sich die T r u p p e n v e r e i t. das Material >lvd Ge­rätschaften zufammenzudringen. Sehr bewegt ging es in der hiesigen Kaserne zu, lvo kranzö- ische Truppen einaimrtiert waren. Es wurden gemischte Kommissionen aus deutschen Zivilisten und französischen Militärs gebildet, Die die Üebergabe des Inventars und der Offiziers- rmd Unteroffizierswohnungen in Offenburg vor­nahmen. Im ganzen werden etwa fünfzig von den französischen Truppen beschalgnahmie Woh­nungen frei. Der Sonderzug, der von den französischen Kommandos bei der Bctriebs- inspektion angefordert wurde, umfaßt ierund- zwanzig Wagen. In der Stadt sind etwa zwan­zig französische Lastautos eingetroffen, um den Abtransport des übrigen Materials vorzunehmen. Die Bevölkerung begrüßt die Räumtlng mit lebhafter Genugtuung, beobachtet aber selbstver- iändlich eine ruhige Haltung.

Der 2idzu heute krüsi Beendet.

Karlsruhe, 19. August. lPrivattelegramm.f Der Abzug der Franzosen aus Offenburg wurde die ganze Nacht über fottgesetzt und war negen vier Uhr heute früh beendet. Um diese Zeit ver­ließen die letzten Bagagewagen der Franzosen die Stadt. Unmittelbar vor dem Abzug versuch­ten kommunistische Trupps am Bahnhof eine internationale Kundgebung. Der französische Kommandant ließ tedock die Demonstranten kur- erfianb auSeinandertretben. Der Stirdtrat ist auf heute vormittag zehn Uhr zu einer Sitzung ein­berufen. Die Kosten der achtzehnmonatigen

Für beschleunigte Räumung

Die Ruhrbesetzung ist unberechtigt!

(Eigene! Drahtberich:.)

London, 19. August.

Das Auswärtige Amt vcröftenilicht einen Bries, den Ramsay Maedonald fofoct nach der Unterzeichnung des Londoner Abkommens in gleicher Form sowohl an Herriot als auch an THeu u'i'S gesandt hat. Der Brief hat aus die Rnhrbesetzuug Bezug. Maedonald erklärt, daß die englische Regierung von seher die Beset­zung der Ruhr nicht anerkannt hat. Die englifd« Regierung habe die Hoffnung, daß die Besetzung, da sie doch nur wirtschaftliche Zwecke verfolge, mit der Durchführung des Dawes­planes aufhören werde. Die Besctzungsmächte und die denffche Regierung feien Gattin einig ge­worden, ein Abkommen anzunehmen, wonach die Besetzung bis zum 16. August 1925 ausgedehnt würde, wonach sie aber auch früher auf = h öre n könne. Tie englische Regierung nehme diese Abmachungen zur Kenntnis, bestehe aber bei den intereffierten Mächten darauf, daß jede Maßnahme ergriffen wird, nm die Räumung zu beschleunigen. Die englische Regierung fei der Ansicht daß die Fortdauer der Be­setzung der Ruhr die Durchführung des D a - il)-Splanes schädige und das Abkommen der Londoner Konferenz gefährden könne.

Wn die motze Anleihe.

Beschluß der Finanzsachverständigen in London. (Telegraphische Meldung.)

Berlin, 19. August.

Ueber die letzte Sitzung der Finanz-Sachver­ständigen kurz vor Schluß der Londoner Kon­ferenz wird noch berichtet, daß wie folgt über die Anleihe beschlossen wurde: Es besteht Ueberein- stimmung darüber, daß die Ausführung des Dawes-Planes von der Ausgabe einer Anleihe von 800 Millionen Goldmark abhän­gig und durch diese Ausgabe bedingt ist. In dem Wunsche, daß diese Anleihe erfolgreich auf­gebracht wird, und in der Erwägung, daß diese Anleihe eine erste Belastung der dazu ver­pfändeten Sicherheit 'mrstellen wird, werden die alliierten Regierungen die Zentralbank'e'u in ihren Länder,! auffordern, ihre guten Dienste einzusetzen, um die Unterbringung der 8k^-Mil- lionen-Anleihe zu erleichtern.

Die ünterbrfnounn 6er Anleihe.

London, 19. August. (Telegraphische Mel­dung.) Der amerikanische Botschafter K e l l o g hat in der letzten Sitzung der Firranzsachverstän- digen erttärt, daß die deutsche Regierung volle Freiheit zur Unterbringung der Anleihe bei der Wahl der Bankiers haben müsse. Dieser Erklä- rnng wurde zugestimmt und sie wurde in dos amtliche Protokoll ausgenommen. Man rechnet damit, daß denffch-amerikanisckre Bankiers sich be­sonders der Anleihe annehmen werden. Die Pewyork World" sckreibt dazu: Die Leichtigkeit, mit der der Anleihemarkt 46 Millionen Dollar neue SicherheitSbonds in der vergangenen Woche ausgenommen habe, zeige, wie leicht es sein werde, die deutsche Anleihe unterzubringen.

Die Auffassung in Frankreich

Serriots Anhänger hoffen auf die Mehrheit.

(Sigener Praiu!1'rtrfr,

Zürich. 19. August.

DieNeue Züricher Zeitung" meldet aus Paris: Die Fraktionssitzungen, die seit Montag mittag ftattftnden, lassen keinen Zweifel mehr, daß Herriot angesichts der Unterwerfung der Deutschen in London eine Mehrheit für seine Politik in der Kammer finden wird. Die sozialistischen Zeitungen rechnen mit einer Mehrheit von fünfzig bis sechzig Stimmen. Presse und Oeffentlichkeit beginnen immer mehr in der Londoner Konferenz einen großen Sieg Frankreichs zu erblicken. Der nationalistische Matin" schreibt, daß die Räumung der Ruhr innerhalb eines Jahres reichlich ausgewogen würde durch das, was die Deutschen nicht c*», reicht hätten und das, was sie im Handelsver­trag Frankreich zugcstehen müßten. I

Fahrt übers Meer.

Deutsche Dampferlinie über England.

Da« Bild der Reede #en Southampton. - Die Marineflieger. En.-.lijche n-d deutsche Schiffe. Langsame, höfliche Dnrcaukratie.

Wenn die Dampfer der deutschen Schiffahrrs- ünien in die Rede von Southampton einlaufen, so erweckt die große Reihe von englischen Damp­fern, die dort stilliegen und gegenwärtig wegen Mangels an Fracht keine Fahrten machen, sofort die Vorstellung von der ernsten Wirtschafts­krise, in der sich auch Großbritannien befindet. Die Engländer, die man in Southamp­ton spricht, weisen nachdrücklich den Ausländer darauf hin, daß die englifche Schiffahrt schwere Zeiten durchzumachen habe. Das Bild der gro* ßen Ueberseedampfer, für die sozusagen keine Be­tätigungsmöglichkeit vorhanden ist, ist gigantisch und niederschmetternd zugleich. Großartig, weil ein Schissspark, der sich so stattlich auf der schö­nen weiten Reede den Augen des Beobachters darbietet, imponierend wirkt, und niederschmet­ternd, weil dir europäische Krisis sich in diesem Bilde ausdrückt. Aber dann steigt u dem Deutschen ein Gefühl bitterer Wehmut auf, wenn man an dem großen Kai von Soitthainp- tond den DampferBeringeria', der einst als I m p er a t o r der Hamburg-Amc ri k a-L iair gehörte, liegen sieht. Eines der schönsten Sdiiffc, das die deutsche Handelsflotte je besessen hat, fährt nun im Dienste Großbritanniens über den Ozcan. Aus der Insel Wight sind die großen englischen

Marineflugstattonen.

Jeder größere Dampser, der aus der Reede von Southampton ankert, wird von englischen Ma- rine- und Privatfliegern begrüßt Es sind Bil­der, die das Auge eines leben Beobachters ent­zücken. Blitzschnell schießen dir englischen Flug- zeuge heran, sie umkreisen das ankommende deutsche Schiff, senken sich so tief, daß sie fast zwischen Mast und Schornsteinen hindurchslic- gen, und dann umkreisen sie den Dampfer, dabei so niedrig fliegend, daß man von den Decks des deutschen Schiffes auf die Flügel der Flugzeuge schauen kann. In Southampton ist bei schönem Wetter der Himmel von den großen Vögeln förmlich bevölkert. Was treibt die Engländer dazu, immer wieder und wieder den neuen stol­zen deutschen RiesendampferAlbert Ballin' zu umkreisen? Ist es lediglich die Betätigung des Sports oder wollen sie sich dieses neue, schöne deutsche Schiff genauer anfefien? Zur deut­schen Schiffahrt hat von den Ausländern vor allem der Amerikaner wieder Vertrauen ge­faßt. Die größte Zahl der Passagiere der Schiffe der Hamburg-Amerika-Linie auf der Fahri zwischen Hamburg und Newvork sind Amerikaner. Engländer, die nach Sout­hampton fahren, benützen diese Schiffe nur we­nig: aber alle sind voll des Lobes über den ruhi­gen Gang dieses neuen Schiffes, das durch seine eivgebaiiicn Schlingertanks auch dem stärksten Wellengang gewachsen ist. Der Amerikaner hat es gern, wenn die Schiffsleitung sich um jeden einzelnen Passagier besorgt und bemüht. Auf den großen amerikanischen Dampfern, so er­zählte dem Schreiber dieser Zeilen ein amerika­nischer Großindustrieller, ist der einzelne Rrt- lende nur eine Nummer, um den man sich nickt 'iimmert. Die Fürsorge der deutschen Schiff- ^afirtsgefellschaften für ihre Reisenden ist aber in Amerika sprichwörtlich bekannt.Albert Bal- lin" gab diesmal auf der Reede von Southamp­ton einen besonderen Beweis für diese Freund- lichkett und

Zuvorkommenheit beutftfier Schiffsbesatzungen gegenüber ihren fremden Gästen. Der Tender, der die Fahrgäste, die das Schiff in Southamp­ton verlassen wollten, schon übernommen und bte Fahrgäste für Newvork bereits an Bord ge­bracht batte machte von dem großen Dampfer los und^,.Albert Bassin' lichtete die Anker Die beiden Schiffe entfernten sich immer mehr von- einander. .Albert Bassin' die Ricktung auf fin8 freie Meer zu nehmend, der Tender der Bucht von Southampton zuftrebend. Da plötz- um wird der Tender durch ein Signal zum -chlff zurückgerufen! Eine englifche Fa- milie aus der dritten Klaffe hatte das AuS- hoffen bergeff en. und ff- hätte die Reife nach Newyork mitmacken müssen, wenn der Ra» bitan sich nichi entschlossen hätte, den Riesen- vgmpfer nochmals zu rück'»drehen und die Anker erneut zu werfen. Wiederum macht der Tender an dem großen Schiffe fest und nun wird bie Familie unter allgemeinem Hallo übernom­men^ Es ist eine Mutter mit dre, Kindern. Ein deutscher Schiffsoffizier trägt das jüngst» der Kinder über die Laufbrücke, die vom Albert Bassin' zum Tender führt. Southampton war bei unserer Ankunft in Kohlenstaub ge­hüllt Wie leicht ist es dock für die Engländer, Schiffahrt zu treiben, wie kurz ist der Weg von den großen Kohlenlagern hin ,u de» Kohlen, städten, und wie ausgebaut ist das Eisenbaha»