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Nummer 190. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. Donnerstag, 14. August 1924.

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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Der Kampf um die Näumungsfristen.

Vor dem Wichtigsten!

Eime Entscheidung in London.

Von

Staatssekretär z. 0. Frhr. v. Rheinbaben, M. d. R.

Gerade vom Ausland her konnte man be­sonders gut beobachten, wie die f efte Hal­tung der deutschen Regierung uno hinter ihr der deutschen öffentlichen Meinung in diesen Le­bensfragen unseres Volkes schon lange vor der Ankunft der deutschen Delegation das Terrain vorbereitete und die Stimmung dafür geschaffen hat, daß die am zweiten Tage der deutschen Tä­tigkeit in London neben den deutschen Gegen­vorschlägen zu den einzelnen Beschlüssen der Alliierten gestellte Forderung nach völliger Räu­mung des Ruhrgebietes und Wegfall jeder Ein­mischung fremden Personals in das System der linksrheinischen Eisenbahnen als eine solche For­derung angesehen werden mußte, deren Erledi­gung mit der Begründung irgendwelcher forma­len oder sonstigen Bedenken nicht länger hinaus­zuschieben war und ohne deren regelrechte und gleichberechtigte Verhandlung mit Deutsch­land der ganze Dawesplan ins Wasser fallen mußte.

Als Herriot am Sonnabend nach Paris fuhr, war über die Einzelheiten der Durchfüh­rung des Dawesplanes und die damit mr Zu­sammenhang stehenden wirtschaftlichen, finanztel- lcn und juristischen Fragen auf Grund der deut­schen Gegenvorschläge im wesentlichen ein Er­gebnis geschaffen, das eine schließliche Eini­gung zwischen Deutschland und seinen Ver- tragsgegnern voraussehen ließ. Daneben konnte es keinem Zweifel unterliegen, daß die deutsche selbswerständliche Forderung und der klare deutsche Aechtsstandpunkt bezüglich völliger mili­tärischer Räumung der Ruhr non französi­scher Seite mit Gegenforderungen be­antwortet werden würde. Das bisher bekannte Ergebnis der Pariser Reise des französischen Ministerpräsidenten hat diese Auffassung gerecht­fertigt. Auch er hat sich keineswegs von der grundsätzlichen Linie der französischen Politik entfernt, welch« die militärische Besetzung des Rheinlandes und die dann folgende der Ruhr dazu ausnutzen will wirtschaftliche. Sonderoor- teile für Frankreich herauszuschlagcn und sich im Westen Deutschlands so srstzusetzen, daß Deutsch­land aus einer Zwangslage heraus genötigt wer­den soll, die gewünschteil Zugeständnlsie auf die Dauer, jedenfalls für eine lange Zeitspanne zu machen.

Die englische Politik der letzten Wochen war unter der Führung Macdonalds ganz dar­auf eingestellt, die Konferenz auf jeden Fall zustande zu bringen und sie allch auf jeden Fall zu einem Ergebnis zu führen. Bezeichneneer- weise Ivar deshalb ihr verantwortlicher Leiter stets zu Kompromissen und Konzessio­nen an den französischen Standpunkt geneigt, während gewisse andere Kräfte im eigenen Lager, sodann vor allem die Vertreter der i n - ternationalen Finanzwelt und nicht zuletzt die Haltung der .inoffiziellen" ameri­kanischen Politik ein voreiliges und für Deutschland unerträgliches Kompromiß ver­eitelt haben! Aus gewiß ganz anderen Grün­den und in-anderer Gesamtlage hat die englische Minderheitsregierung in den abgelaufenen Mo­naten. ähnlich wie die deutsche, die Außen- politik in den Vordergrund gerückt. Alle Vorwürfe, daß in der inneren Politik viele Ver­sprechungen nicht gehalten würden, fanden stets die Entgegnung: Erst muß das Reparations- Problem eine befriedigende Lösung finden! Deutlich spürt man daher das Streben des Mi­nisterpräsidenten, auch für seine Partei aus der jetzigen Lage Nutzen zu ziehen.

Es ist ein kaum hoch genug einzuschätzciives, für Deutschland günstiges Moment, daß im Anfang der Ausführung des Dawes- planes die Aufbringung einer internatio­nalen Anleihe stehl. Nur dadurch erhielt Deutschland zwangsweise und automatisch einen Bundesgenossen, der ganz von selbst in der gleichen Richtung wirft und bekanntlich ge- wirft bat. Die in Betracht kommende intrrnriio- nale Finanzwelt richtet die Frage an Denisch- land:Bist Du in der Lage, zu borgen?" Auch heute ist wegen der Ungeftärtbeit der Lage am Rbein und an der Ruhr noch keineswegs mit Sicherheit vornuszusagen. ob aus Grund der bisherigen Verbandlungsergebnifle Deutschland diese Frage mirj a" beantworten und dadurch erst die ganze Maschinerie in Gang setzen wird. Die Anleihe ist eben über alle politische Formeln, Kompromifle, Parteibeschlüfle und anderes mehr hinweg der Ausaangspnntt für die erstrebte neue Wendung der Dinge.

Die Frage ist also die: Können wir jetzt in

Unser MU rbeiter, Staate etre ar t. T ?rt)r v.Rhkt bah r M. d. R ist 'orten von einer mrt'wöckiigsn gtubienreif auS 6ngtai» zurxck-ekehr: und roftb unseren Se ent in Kurze seine S tu rücke mUtetlen. Auf unsere Frage uherte er sich zu. über den Stanb der Londoner Konferenz zu Besinn der Woche

Entscheidungstage in London.

3m Fluge zur Wolga.

Von Moskau nach Nishni-Nowgorod.

sätzen des Rechts in jeder gleichberechtigten Ver­handlung mit Deutschland sofort und automa­tisch die größten wirtschaftlichen und volitischen Probleme der Zukunft aufwirft. Man kann zu- sammensaffend sagen daß die e r ft e E r a v v e der deutschen Tätigkeit in London vorüber ist und daß jetzt die zweite und gleichzeitig auch die entscheidende im Gange ist

Um die Frist für den Rückzug. Auseinandersetzung über Frankreichs Forderungen.

London, 18. August. (Eigener Informations­dienst.) Die Verhandlungen über die militä­rische Räumung der Ruhr, die sich in vollem Fluß befinden, stehen unmittelbar vor der Ent­scheidung. Deutscherseits kämpft man um die Verkürzung der Räumungsfristen, und es scheint dabei noch zu sehr schwierigen Auseinandersetzungen mit Frankreich und Bel­gien zu kommen. Immerhin scheint es von Be- dertung, daß nicht mehr ernsthaft an die Mög­lichkeit eines Scheiterns der Konfernz gedacht wird. Gegenwärtig ist die Lage so, daß zwei Arten von Verhandlungen parallel laufen, erstens eine deutsch-französische Wirtschaftskon­ferenz, die das Ziel hat, ein Präliminar-Ab- kommen über die künftigen deutsch-französischen Handelsabkommen abzuschließen. Zweitens: die eigentlichen Verhandlungen für die militä­rische Räumung. Man hat in Aussicht genom­men, daß zwischen Deutschland und den Be­satzungsmächten ein besonderer Vertrag abge­schlossen wird, dessen große Bedeutung oarin liegt, daß die vertragschließenden Parteien den Reparations- und Ruhrkonflift endgültig liqui­dieren und die Wiederherstellung acregrtfer po­litischer u. wirtschaftlicher Beziehungen fcstlcgeu.

Die Jtäiimung tm nächsten 3abr<

London, 13. August. (Eigene Drahimelonng.) Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" schreibt, daß das optimistische Ge­fühl vom Montag auf gestern Dienstag in ein starkes Gefühl des Mißtrauens über die Aussichten auf eine frühe Beendigung der Kon­ferenz umgeschlagen sei. Daran sei dreierlei schuld: 1. das französische offiziöse Dementi zu der Meldung, daß Maedonald Herriot Zusiche­rungen für die Aufrufung einer interalliierten Krie gsschuIden-Konferenz gegeben habe, 2. das Bekanntwerden des Umstandes, daß die Besprechungen zwischen Herriot und Stresemaun über die militärische Räumung der Ruhr nicht zu einem konkreten Ergebnis in ver Festsetzung eines bestimmten Termins geführt haben; es scheine, daß die beiden abgeroonet hätten, daß der andere eine Initiative ergreife, und 3. daß Clementel als wirtschaftliche Gegen­leistung zur militärischen Räumung der Ruhr bedeutend höhere Forderung en ansge- stelt habe, als ursprünglich erwartet worden fei. Der Korrespondent teilt ferner mit, daß eine Konfernz sich heute Vormittag 1030 Uhr versammeln werde, um sich unter Teilnahme von Herriot und Maedonald mit folgenden Fra­gen zu befassen: Militärische Räumung der Ruhr, Militärkontrolle. Sachlieferungen, Schaf­fung von - Grundlagen für einen zukünftigen deutsch-französischen Handelsvertrag. Beson­ders in der Frage der Ruhr-Räumung bestän­den noch große Meinungsverschiedenheiten.

Die Deutschen beantragen den 10. Dezem­ber als äußerste Grenze. Die Franzosen wallen nickt vor dem 15. August nächsten Jahres abziehen. Es fei aber möglich, daß ein Kompromiß für den 15. April zustande kommen werde.

DieTimes" schreibt: Die Konferenz scheint wieder einmal stillzufiehen. Die Hauptarbeit ist allerdings getan und wenn die Sachverständigen auch in der Frage der Sachleistungen noch zu keiner Einigung gekommen sind, so ist das doch keine Angelegenheit von vitaler Wichtigkeit. Es ist an der Zeit, die Verhandlungen zu Ende zu bringen und eine Entscheidung zu fassen, damit der Erpertenplan endgültig in Kraft gesetzt wer­den kann. Die Räumung der Ruhr ist immer noch unentschieden. Die Konferenz will in dieser Frage nickt offiziell diskutieren, weil sie außerhalb des Dawesplanes liest. Aber wenn sie nickt gelöst wird, so schlägt der DaweS- vlan endgültig fehl. Jeder Versuch Frankreichs, ftch an der Ruhr ,u halten, würde es äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich machen, die

Anleihe aufzubringen, von welcher der ganze Dawesplan abhängt. Die Frage der militäri- schen Räumung sollte deshalb offen und auf­richtig gelöst werden.

Räumungs-Verhandlungen

Ein deutsch-französischer Gegensatz.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 13. August.

Gestern abend ist beschlossen worden, heute vonnittag die Unterredungen zwischen französt­schen, belgifä)en und deutschen Delegierten über die militärische Räumung der Ruhr fortzu- setzen. Ein Bries ist in diesem Sinne an die deutsche Delegation gesandt worden. An der Unterredung, die zwischen Herriot und Theunis im Verlaufe des Nachmittags über diese Frage stattgefunden hat, hat auch Kriegsminister 9loUet teilgenommen. Es verlautet, daß sich Belgien bereit erklärt hat, die französische Forderung zu unterstützen, daß die Ruhr nicht vor Ab­lauf ein es Jahres geräumt werden dürfte, iväljrenb die Deutschen die Räumung inner­halb drei Monaten fordern. Weiter ver­lautet, daß in verschiedenen Punkten zwischen Belgien und Frankreich keine Einigung bestehe. Während Frankreich die Räumung der Ruhr als Anlaß benutzen möchte, um zahlreiche Vor­teil,- zu erlangen, die mit der Räumung in kei- nerlci Zusamenhange stehen, stellt Belgien keine besonderen Bedingungen für diese Räumung auf, sondern erklärt, daß die militärische Räu­mung in direktem Zusammenhänge mit der wirtschaftlichen Räumung stehen müsse. Belgien ist per Auffassung, daß es ein nur wenig berechtigter Standpunkt ist, die militärische Räu­mung der Ruhr gegen Handelsverträge, wie es Frankreich will, zr« verhandeln.

. Nur vorüvergeh.nde Löcnwikriakttt.

London, 13. August. (Eigene Drahtmel- dung.) Die neuesten Schwierigkeiten in London sind nur vorübergehender Natur. Gestern abend fand eine neue Besprech» ng der alliierten Premierminister statt, die wichtige Erklärun­gen für heute vorberetteten. Die .Times" schreibt gestern abend: Die AuSeinandersetzniigen zwischen Herriot und Stresemann betreffe,, >m Grunde nur noch Nebenfragen, nachdem in den Grundstagen über Handeisvertrag und Ruhr­räumung Deutschland und Frankreich einig sind.

Die Anleihe für Deutschland

Bor der Unterzeichnung des Vertrags.

^Eigene Drahtmeldung .i

Berlin, 13. August.

Die Verhandlungen über die Anleihe an Deutschland in Höhe von achthundert Millionen Goldmark sollen nach Beendigung der Londoner Konferenz zum Abschluß gebrockt werden In­folgedessen wird Reicklsfinanzminister Dr. Lu­ther noch biö zur Unterzeichnung des Anteil,eab- kommens in London verbleiben In den unter­richteten Berliner Finanzkeifen wird damit ge- redmet, daß der Anleihevertraq bis zum 20. August unterzeichnet wird, und daß die Auflegung der Anleihe für Deutschland nm 15. September auf den internationalen Fi- nanzmäikten ei folgen wird. Reichsfinanzmini- kter Dr. Lutber wird bei den Bnleiheverhand- hinnen namenL der deutschen Regierung die of­fizielle Garantieleistung seitens Deutsch­lands aussprechen Im übrigen gilt nickt nur die deutsche Regierung, sondern auch die Repko offiziell als Garantiegeber der Anleihe.

Linsiutz und urmmiffitmsture.

London, 13. Ailgust (Eigene Drahtmel- Ming.) In der City fanden gestern abend aber­mals Verhandlungen über die Anleihebedii gun- gen statt. Es wird fetzt im allgemeinen mit einem Zinsfuß von zehn Prozent und mit einem EmmissionSkurs von 93 gerechnet.

wenigen Tagen einen . Modus vtvendst oerstel- len. ohne daß die gesamte deutsche Wirtschafts­politik in ihrem selbstverständlichen und natür­lichen Bestreben, von nachteiligen Bindungen und Fesseln des Versailler Vertrages loszukommen, gehindert wird? Schon diese wichtigen lieber- legungen zeigen, daß die einfache Rückkehr zur wirtschaftlichen Vernunft und zu den Grund-

Don unserem Sonder-Korrespondenten Itvnrnd Simmel,6er an demPassagter Sstslug teilnimmt, geht und der Sa folgende weitere Bericht zu

Nishni-Nowgorod, 6. August.

Wenn die ersten Strahlen der Morgensonne, bi? der russischen Erde in diesem Sommer in reichem Maße beschieden ist, über Moskau leuch­ten. surrt und rattert es in den Lüften von zahl­reichen Flugzeugen. Auf Moskaus Flugplatz Chodynka starten seit den frühesten Morgen­stunden bereits unaufhörlich die Majchinen, feien es solche, die zu Fernslügen auf den in Rußland eingerichteten Luftlinien bestimmt sind, Militärflugzeuge, die gleichfalls auf dem Cho- dynka-Flugfeld stationiert lind, oder Schulma­schinen, aus denen junge Piloten für den Zivft- Lustoerkehr oder für den Militärdienst ausgebil­det werden. Im russischen Volle hat das Ver­ständnis für das F l u g w e s e n weitgehend Wurzel gefaßt. Dieses Verständnis hat sich In der Tatsache gezeigt, daß in einer der schwersten Zeiten Rußlands, 1922, ein allgemeiner Aufruf zum Ausbau eines Luftverkehrs in Rußland den Erfolg hatte, daß eine Summe von zirka fünf Millionen Goldrubeln zusammenkam. Die Debrolet (Freiwillige Luftflotte), die aus den vom ganzen Volke aufgebrachten _ Mitteln ge­gründet wurde, ist also eine Gesellschaft, an der das ganze Volk, so zu sagen, als Aktionär betei­ligt ist. Di? zurzeit wichtigste Luftverkehrslinie der Dobrolet ist die

Strecke Moskau Nishni-Nowgorod.

In Nishni-Nowgorod wird jedes Jahr um diese Zeit die altberühmte Resse aogehalten, die vom 1. August bis 15. September dauert und dank dem bunten Völkergemisch, das hier zu be­obachten ist, einen bereits asiatischen Einschlag zeigt. Täglich früh am Morgen steigt das Flug­zeug der Dobrolet zum Fluge nach Nishni-Now­gorod auf, um Abends wieder zurückzukehren. Einer Einladung der Dobrolet folgend, fand ich mich in früher Morgenstunde in Chodynka ein. Sonne und blauer Himmel versprachen einen ge­nußreichen Flug. Ein Junkers - Flugzeug der Dobrolet wartete bereits auf uns. Außer zwei Passagieren wird auch diePrciwda", das Or­gan der kommunistischen Partei, in Riesenpake- ien verladen, um in Nishni-Nowgorod und von dort aus in anderen Bezirken verteilt zu wer­den. Am Steuer sietzt der russische Flieger Pol- jakoff, dessen Name in ganz Sowjet - Rußland einen guten Klang hat. Ein Meister in seinem Fach, die Ruhe und Sicherheit selbst, der Typ eines eckten Russen. Neben ihm b?r Äord-Mon- teur. Beide viel erprobte Techniker. Neben mir in der Kabine ein hoher Sowjet-Beamter, der in dienstlichem Auftrage nach Nishni-Now­gorod reifen muß. Nach prächtigem Start früh um 8 Uhr zunächst ein Schleifenslug über Mos­kau. Ein einzigartiges Panorama der -heili­gen Stadl der Russen" dem riesige Ausmaße an den Ufern der Moskwa und der Jausa und zugleich landschaftliche Schönheiten man erst von oben herab so recht im ganzen Umfange erken­nen kann. Nach Osten geht der Kurs über

ein reiches Industriegebiet

Rußlands. Es ist Textilindustrie, deren Zen- lralpunft? Orechowo, Iwanowo-Wosnesensk und Bogorodsk sind. Nach etwa eineinhalbstündigem Fluge schweben wir über Wladimir, unge­fähr in der Mitte der ca. 420 Kilometer langen, Luftlinie. Rastlos arbeitet sich die Maschine durch den Gegenwind hindurch. Ab und zu ein Luftloch", aus dem heraus jedoch der Pilot sofort die Maschine wieder stabilisiert. Durch die Fensterlucke kann man Piloten und Mon­teur beobachten. Die Hände am Steuerrad, mit veff?» Hilfe Höhe und Tiefe sowie dieVerw:n- dungs-Klappen« reguliert werden, die Füße Sei­tensteuer, während die Augen beider ab und zu prüfend den Oelmanomeier, den Tourenzähler, den Kompas, den Höben- und Geschwindigkeits­messer überschauen. Inzwischen hat sich das Landschaftsbild geändert Wälder und Sümpfe, hier und da zu beiden Seiten der Landstraße geradezu in mathematischer Abzirkelung » schnurgerader Linie ausgebaute Häuser dezro. Gehöfte. Dann wieder endlose Wälder Da macht mach mein Nachbar auf ein Bild aufmerk, iam, das in Rußland beim Vordingen nach dem Osten in diesem Gebiete, das wir eben über fliegen, zuerst auftritt: Wölfe. Aus her geringen Höbe kann man deutlich erkennen, rote eines dieser Tiere, mit denen im Winter, do der Hunger die Wölfe zu aanzen Rudeln zusammen- trei&t. manche Dörfer, und zwar um so mehr, je weiter die Gebiete nach Osten und nach dem Ural liegen, einen regelrechten Krieg führen, da­hinjagt. Nach zirka dreistündigem Fluge ist die Wolga erreicht. Auf einem Hügel zwischen der Wolga und ihrem Nebensluffe Oka liegt prächtig der größere Teil von Nishni-Nowgorod, wäh-