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Kassckr Neueste Mrichtm

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

14. Jahrgang

Nummer 189

Mittwoch, 13. August 1924.

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf

Einzelnummer 10 Pf , Sountags 15 Pf

Gegenleistungen für die Ruhrräumung

Allseitige Zuversicht in London

Am die Frist $ur*9täumung des Ruhrgebiets

BeNchlrrftatiumz beim König.

funkelnagelneuen Banner der

zwei

oder drei Jahre in Frage kommen.

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nm Poincare wirMch zu behaupten, wird bir' nächste Woche lehren müssen. Wie er m;t ferne innerpelitischen Gegnern fertig wird, ist sein eigene Angelegenheit, die uns erst in zweite. Linie interessiert: Deutschland seinerseits wird gewiß jedes Entgegenkommen beweisen, das von seinem Willen zur Verständigung

einigen wird. Die Verhandlungen hierüber seien noch nicht abgeschlossen, aber die Einigung auch in diesem Punkte sei absolut sicher. Die franzö- sische Regierung sei bereit, die Ruhraktion zu beenden, wenn Deutschland bestimmte Sicherhei­ten gewähre, über die mit den deutschen Dele­gierten unterhandelt wird. Der belgische Dele­gierte sei ebenfalls dafür, dass die Aktion an der Ruhr, im Interesse des allgemeinen Friedens, sobald als möglich (?) beendet werde.

London. 12. August (Eigene Drahtmeldung.) Der französische Ftnanzministcr Clernein»! bat dem deutschen Außenminister Dr. Siresemnn ein Mcmorandum überreicht, das sich Mit den deutsch-französischen Handelsverträgen besaßt, die im I a n u a r 1925 an die Stelle der bisheri­gen Ordnung treten sollen. Es verlautet, daß das Memoiondum unter anderem den Grunds atz der Meistbegünstigung vorschläqt, ferner Austausch von lothring. Erz gegen Ruhrkohle.

'°l!gt und sich mit seinen Lebensinteressen oer- ubaren läßt, man kann jedoch nicht von »hm rlangen, daß es zur Stützung der Position erriots auf Rechte verzichtet, die es seit Fahren vergeblich gefordert bat und deren Gewährung allein die Möglichkeit der Durchführung des Dawesplanes zu gewährleisten vermag?

..Reichsflagge" und die Orgel war mit den Far­ben drapiert, die in der zu feiernden Verfassung von Weftnar dem Reiche gegeben worden sind.

Feierlich zogen die Handwerkerinnungen ein. Vor jeder Zunft die Obermeister. Und dahinter die alten und neuen Innungsfahnen.

Sine Frist von 9 Monaten?

Paris, 12. Avril. (Eigene Drahtmeldung.! Der „Matin,, glaubt zu wissen, daß sich die Lon­doner Konferenz auf eine Frist von nenn Mona­ten für die militärische Räumung der Ruhr

stDeller" sonfer F8?n in Voafl^t.

London, 12. August (Eigene Drabtrneldung) Wie die Blätter melden, ist in Konfereuzkreisen der Gedanke erörtert worden, nach Abschluss der gegenwärtigene Konferenz noch weitere Konferenzen abzuhalten, die die Aufgabe haben sollen, die auf der gegenwärtigen Konfe­renz gefassten Beschlüsse in genaueren Umrissen festzulegen. Eß wird auch der Plan crwoaen, die gegen,oärtige Konferenz automatisch sich wie­derholen zu lnssrn, um festzustellen, ob die gefaß­ten Befchküsse wirklich zur Durchführung kommen.

Die Feier begann. Des alten Johann Seba­stian Backs Präludium und Fuge, sangen, vom Organist Meller entlockt. aus der Wunderorgel. Dann weckte Rektor L a t w e s e n den Geist eines Frelheits-säugcrs. Mso sprach Ernst Morrtz Arndt vor hundert Jahrein .. Wir baden eine traurige Zeit, wir haben schreckliche Bildet ge­sehen . und doch ist das deutsche Volk bestan.' den . .der Gcieckte soll herrschen und der Freie wird ihm gehorchen . Wahrheit und Freiheit ist das reinste Element im Leben des göttlichen Menschen .. ihr Weisen, tut eure Pflicht und zeigt den Der zweifelnden die Rettung und Er­lösung . also sprach Ernst Moritz Arndt vor Hunden Jahren!

Machtvolle Chore sang dann der Fritz Hoff­manns Stab treu gehorchmde Kasseler Lehrerge­sangverein. Max Zeugers „An das Vaterland" war es:

nimes über einen noch näher zu bestimmenden Zeitraum hinaus. Hierfür werden wohl " "J

DasfchwierigeNuhrprobrem

«ussvrache über die Räumungsfristen.

London. 12. August (Eigener Drahtbericht) Um Mitternacht wurde gemeldet, daß die für Montag Mittag 12 Uhr anberaumte Vollsitzung der Konfernz um 11 Uhr abgesagt worden ist, da sowohl Serriot wie Dr. Stresemann den Wunsch geäußert hatten, zuvor durch direkte Verhandlungen eine Einigung über die R ä u - mungsfristen berbeizuführen. Diese direk­ten Besprechungen wurden um 9 Uhr abends auf heute vormittag angesetzt. An der heutigen Fort­setzung der Berho"dfungc« mit Stresemann wird auck General Rollet teilnehmen, der gestern, laut Meldung der Times, mit dem englischen Lustschiffahrtsminister über die Kontrolle des deutschen Flugwesens längere Zeit beraten hatte.

nisterpräsidenten eine Klivpe der Konferenz be­seitigt hat — aber noch ist das Scklustprotokoll nicht unterzeichnet.

Herriot könnte aus der Ucbercinstimmnng, die ja doch, wenn man dem halbamtlichen Be­richt glauben darf, in der Sitzung des Miuister- rates schließlich erzielt wurde: die Lebre rieben, daß er stärker ist, als er selbst vielleicht innen ^m- m-m hatte In der Tat wü-de in diesem Augen­blick ein französischer Staatsmann, der sich dn'ck Anfrichrigkeit. Mut und Charakterfestigkeit ous- zeichnete. die Widerstände aegen eine vernünf­tige Lösung des Reparationsvrohlems wobl Überwinden können 'M? breite Masse des Volkes in Frankreich ist der Politik müde und null wirt­schaftliche Erleichterungen seben — daher auch bas allgemeine Verlangen nach Handelsver­trägen »nd Revara.tinnszahlnngen. Ob Herriot der Mann ist. sich gegenüber der zweifellos gefährlichen und skrupellosen Clique

Der Bersassungstag.

Offizielle Feier in der LtaothaUe.

Als au* dem Ständeplatz die Polizeifeier der Verfassung war. surrte einer der Waldauer Flieger über die Dächer, schraubte sich hoch empor und flog, so batte es den Anschein, der Sonne unmittelbar entgegen ...!

Auswärts, dem Licht entgegen ...! Das war auch der Grundton des Aufbaues der gro­ßen Stadthallenseier, zu der das Obervräsidinm der Provinz Hessen-Nassau geladen. Die licht- ersüllte Stadthalle sah die Spitzen aller Be­hörden, die Beamtenschaft aller Grade, Unifor­men mit Ordenssternen, schlichtes Schwarz des

.. »le awrsnetetz? JhiMßp.

Berlin, 12 August. (Privattelegramm.) Der Reichstag tritt am 21 August zusammen, um die DaweSaesetze zu verabschieden. In der Zwi­schenzeit sollen die Verhandlungen der Regie­rung mit den Parteien der Rechten fortge­setzt werden, um eine schnellere varlamentarifche Erledigung der Dawesgesetze sicherzustellen.

! Deutschland, du mein Vaterland i

Gegen feindliche Gewalten

1 Möacn sie Zusammenhalten.

Die dein starker Arm verband! Gott mit dir. mein Vaterland!

i Und weiter Hoffmann von Fallers! rben, von Surlänlh vertont: Nur die Hoffnung festgeh,.!1en ... Frühling wird es doch einmal' Was eben E. M. Arndt gemalmt, wiederholte im Geiste der Zeit, die uns die Weimarer Verfassung gab, al'.s innerer Ueberzeugnng heraus, mit redne­rischer Kraft. Pfarrer S ck a f i t. Diese Feier, sagte er soll dm ans besinnen lassen, daß mit zu­sammen gehören als Träa-r eines Staatslebens, berufen zu gemeinsamem Kamps, zu gemeinsa­mer Arbeit mr die Zukunft unseres Volkes, in wahrhafter Gemeinschaft verbunden1 Bitterer als der äußere Druck lastet auf uns die innere Rot. die Tatsache unserer Zerrissenheit . diese ist die eigentliche ungeheuere deutsche Not!

Eetroaen ton einem liebevollen Verstehen für die. die zweifeln an einer Ordnung, die Niederlane. Zusammenbruch und Röte aller Art deckt, las Redner den Gegnern der Weimarer Verkassuua ein Privatissimum. Wo. »ragte er, war der Genius, der es besser gemacht hätte?! Ueber jede Verfassung hinaus drängt, auch bei dieser, die tiefste Sehnsucht nach der vollendete): Form, in der dös aanze Wesen unseres Volkes seinen Ausdruck findet Dann forderte er Ach­tung und Ebrkurcht vor der Form, ein Bekennt­nis für die Einheit unseres Volkes als Nation, Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl eines jeden Volksgenossen, der der Staat selbst ist Richt Willkürlichkeit. so betonte er begrün­dend. das Schicksal hat sich an uns erfüllt. Es gibt kein Zurück, nur Ja-Sagen zum Gege­benen Hessen Form noch nicht die erfüllte ist. Und dann zitier* >. er Nietzsche, der in seinem Zarathustra prophetisch kündete: Im Erdbeben alter Völker wogen neue Quellen auf! Ein­dringlich warnte der Sprecher vor dem Ver­trauen gewisser Volkskreise auf blutige Gewalt, die wieder nur Gewalt erzeugt, in unermeßliches Elend, in nie wiederherstellbaren Jammer stür­zen würde. Vielmehr rief er auf zu gegenseiti­gem Dienst gemeinsamer Ehr'urcbt und Bruder­schaft, zum Willen zu gemeinsamem Leben für die Zukunft unseres Voftes gleich jenem Willen ».um Tode für das Vaterland, der unsere Ge­fallenen beseelte, die auch durch verschiedenste Anschauungen getrennt waren. Und so schloß er: Uetzer alle Unterschiede hinweg laßt uns eins werden als Wieder eines Volkes, als Menschen eines Schicksals, zusarnmeugepreßt zu einem le­bendigen Staate durch die Verfassung in äußer- kicher wie innerlicher Kesi.iuunasgemeinschaft, in dem Willen, daß wir alle jeder an seinem Teile, kämpfen für die Zukunft, für die Einigung, für

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JUm we HsMdewvettmge-

Deutsch-französisch belgische Berhanvltmgen.

lEigener Drawbencw >

London, 12. August.

Zu der Unterredung eines französischen und belgischen Vertreters mit Dr Stresemann und Dr. Marx schreibt der „Dailv Telegraph", daß diese Unterredung nur geschäftsmässig gewesen sei und habe nuf die beabsichtigten Handels­verträge zwischen D e n 1 s ch l a n d nnd Frankreich einerseits und Deutschland und Belgien andererseits Bezug gehabt. Die deut­schen Minister hätten erftärt, daß die Vcrhand- lungen über solche Verträge in diesem Augen­blick schwierig fein würden, da dir Zölle und Tarife in Deutschland noch nicht geregelt feien und Verträge ebcnfo mit England und F t a <• (len abgefchloffen werden müßten. Was man jetzt nach Stresemanns Ansicht abschliessen könne, sei ein Modus vivendi in Bezug auf den Ab­schluß von Verträgen und ein Abkommen Imt» sichtlich der allgemeinen Grundsätze, von denen sie geleftet werden könnten. Mau sprach wi iter über die Stimmung der Konferenz und den wahrschcinl chcu Tag ihrer Beendigung.

Anzeigenpreise. Geschästs-Anzeigen de le 15 Pfennig, Familien-Anzelgen deile 15 Pfennig, Kleine Anzeigen das Wort 2'1, Pfennig, Reklamen»-- Zeile 60 Pfennig Orfertgebübr 10 Pfennig «bei Zufendung der Offerten 2/i Ptennigi Rechnungs. betrüge sind innerhalb 5 Tagen zu bezablen. Maßgebend ist der Kurs Ses ZablungS- tages. Mr die Richtigkeit aller ourck gernsprecher au'geaebenen Anzeigen. fönte für Ausnatzmebaten und Plätze kann nicht garantier: werden Mr Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Autfchlag. Druckerei «Älachihoutr 28/80 Geschäftsstelle: Köln.Straße 5. gegenüber der »vobrstraße. Fernsprecher 951 u. 952.

London, 12. August. (Eigener Drahtbertcht.) Ueber die HauptverhandluiigSgegenftäuse des gestrigen Tages in London, militärische Räu­mung des Ruhrgebietcs. M i l i t ä r k o u - trollfrage und dcutich französische Wiri­sch astsbcziehungen. meldet der Londoner Sonderberichterstatter des Quotidicn, ver fran­zösische Plan über die militärische Räumung des Ruhrgebietes stelle kein Tauschgeschäft dar. Die französische Regierung stehe auf dem Standpunkt, dass mau er st in einem Jahr wisse, ob der Sachverständigenplan angemessen funktioniere. Sie werde das Ruhrgebiet also spätestens ein Jahr nach der Ausführung deS Sachvcrstänvigcn- vlaneS räumen. Gestern abend unterhielt sich Herriot mit Dr. Stresemann längere Zeit über diese Frage. Alsdann unterrichtete Herriot den englischen Ministerpräsidenten von seiner Bespre- chling mit dem deutschen Außenminister. Was die Militärkontrolle anlaugt, so nahm Maedanald obne weiteres den Vorschlag Hcr- riots an. bei Deutschland die Annahme der von der Boffchatterkonferenz gestellten Bedingungen durchzusctzen. ehe das Protokoll brr Konferenz unterzeichnet wird Die Kölner Zone wird von den englischen Truppen geräumt werbe», so- balb bie Abrüstung Deutschlands bitrchgeführt ist Alsdann wird bie interalliierte Kontroll­kommission in Brrltn ihre Vollmachten auf den Völkerbund übertragen.

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dhftf FaNso'Sne

London. 12 August. (Eigener Drahtbericht) Hinsichtlich der französisch deutschen Wirt­schaftsbeziehungen überreichte dec fran­zösische Finanzminister Elrmentel gestern Dr. Stresemann ein Dokument, in dem die lei­tenden Grundsätze dieses Abkommens nach fran­zösischer Ausfassung niedergelegt siitd. Das Ab­kommen soll auf dem Grundsatz der Meistbegün­stigung für Frankreich und Deutschland aufgc- tzaut sein. So wird Deutschland durch lang­fristige Verträge Frankreich zum Beispiel im Austausch von lothringischen Erzen den nötiaen Koks aus dem Ruhrgebiet lie­fern müssen. Desgleichen muß auch nach 1925 das Snargebiet im Austausch gegen zoll­freie Einfuhr deutscher Maren seine Waren nach Deutschland ausführen können. Der leitende Gedanke ür''i ■» darin, die Wiederherstellung nor­maler Mr... stsbezichnngen zwischen Ostsrank reich nnd ""ostdeutschland anzustrcben. Was Elsaß und Lothringen anlangt, so handelt cS sich um eine Verlängerung des derzeitigen Re-

Friedensneigung.

Er« Sieg Herriot«.

Der französische Ministerpräsident Herriot hat unleugbar in Paris einen bemerkenswerten Erfolg davongetragen. Die Bejürchtttiigen, bau die gleichen Vorgänge wie nach der Konfe­renz von Cannes sich ereignen würden, haben sich dieses Mal nicht verwirklicht Der Kriegs- mtttister Rollet, der die militärische Räumung der Ruhr gerne von der Erledigung der Sicher­heitsfrage und den Berichten der Miiitärtoiuroü- kommission über die deutsche Entwaffnung ab­hängig gemacht hätte, hat sich jchiicßttch gerügt, unö zwar an,cheineud unter dein Eindruck ge­wisser Ausführungen des Marschalls Foch. Die­ses Resultat befestigt gewiß vorläufig die inner- politische Stellung Hcrriots; deshalb bedeutet cs aber durchaus noch nicht eine Erleichterung für die deutsche Delegation, denn jchon fidetit Ge­rüchte durch, wonach Herriot als Ausgleich für seine Ablehnung der Sicherheitsformel der Rich­tung Poinearö andere Zuge st and Nisse gemacht haben soll, über deren Art nähere Ein­zelheiten noch nicht bekannt sind. Es läßt sich aber mit einiger Wahrscheinlichkeit vermuten, daß Herriot, der selbst den Handelskreisen seines Lan­des ziemlich nahe steht, seine Kompensationen, wie ja auch schon angekündigi war, in London vornehmlich auf wirtschaftlichem und handelspolitischem Gebiet suchen wird.

Es wird von den speziellen Forderungen der französischen Regierung abhängen, wie weit ein Entgegenkommen von deutscher Seite in Er­wägung zu ziehen ist. Festgehalten werden muß nnd) wie vor au dem unanfechtbaren Strndpu tit, daß die Forderung auf ATI Niki ische Räumung ein unverbrüchliches deutsches Recht ist, das an sich mit keinerlei Konzessionen erkauft zu werden braucht. Erfreulichertvetie hat auch Herr Hoefle, der Reichsminister für die besetzten Gebiete, die Verfafsttngsfcier in Münster dazu benutzt, um vor aller Welt noch einmal zu betonen, daß wir auf der Einbaltu na der im Versailler Vertrag vorgesehenen Räu - Mungsfristen bestehen müssen. Auch der Sozialist B r e i t s ch e i d äußerte sich vor eini­gen Tagen in demselben Sinne, so daß Frank­reich hierin nicht aus eine Uneinigkeit tut deut­schen Lager zu rechnen braucht. Bedenklich stimmen muß ja die englisch-französische Diskus­sion über eine etwaige Verlang""»« der »ng- kischen Besetzung K ö l n s, die bou, nur dann Zweck hätte, wenn Frankreich selbst aus rem Ruhrgebiet nicht herausgehen will. Bedenklich stimmen muß weiter, daß es über das Verblei­ben der französisch-belgischen Eisenbahner so still geworden ist Es liegt auf der Hand, daß ein solches Verbleiben eine wirkliche Lösung brr Frage illusorisch machen würde.

Wesentlich ist. baß die Sicherungsfrage aus ein anderes Geleise geschoben worden ist. Der Rechtssozialist Paul Boncoitrt bat als Vorsitzender des Studienausschusses des Ober­sten Rates der nationalen Verteidigung diesen Weg gewiesen, der einstimmige Billigung gefun­den bat Er sieht die Aufreckterbaltung dcr Rüstungskontrolle durch den Völkerbund vor. Auch diese Reiterung ist nickt unbedenklich, vor allem deshalb nicht, weil sie sick auf den Versailler Vertrag stützen kann. Ste kann »u einer Verewigung der Rüstunnskontrolle führen. Dazu kommt ein Zweites. Boncouris Pläne geben viel weiter: sie macken nickt Halt bei der Rüstungskontrolle allein Es besteht die Gefahr, daß damit Reformabsichten hinsichtlich ber Reichswehr verbunden werden, die nicht Ohne weiteres angenommen werden können. Die größte Achtsamkeit der bentscken Delegation wirb oesbalb nötig sein. . Nickis wäre verkehrter, als wenn man in übertriebenem Optimismus zu allem Ja und Amen sagen würde, io notwendig es natürlich sein wird, auch die Gründe der Ge­genseite zu prüfen und zu würdigen. Die Festi­gung der Stellung Herriots im Ministerr.rte ist i gewiß ein Gewinn für den Augenblick: aber , ber Schwerpunkt liegt in der Kammer. Mag sein, daß die Pariser Reise des französischen Mi- .

Bürgers. Windjacken bet neu organisierten Schwarz-Rot-Gold-Gefolgschaft und bunte Ta- Loudon, 12. Atigufi. (Eigene Drahtmeldmig I menmoben Von den Wcmdpsetlern der Halle Nach einer Unterredung mit Br. Stresemann flössen die Kasseler Stabtiarben nieder, von den und Dr. Marr begab flck Herriot zu MacdvNald,' genau wie der Saal dickt besetzten Emporen

3n den nächsten 24 Glunden.

London, 12. August. (Eigene Drahtmelduna.i Reuter meldet zur gestrigen Sitzung des Rates der Vierzehn weiter: Die Verhandlungen wegen einer Räumung der Ruhr bilden letzt den Hount- punkt Die Eisenbahnfrage ist noch nicht gere­gelt. Man erwartet wegen des Ruhrproblems in de« nächsten vicrundzwanzlg Stunden eine lebhafte Tätigkeit. Die Atmosphäre der Konfe­renz ist optimistisch. — Stresemann stattete gestern Herriot einen Besuch ab und erörterte längere Zest mit ibn, die Frage ner Räumung des RuhrgebieteS. Die Aussichten für ein Ueber eiukommen werden, wie Benter meldet, als hoff­nungsvoll betrachtet.

um mit ihm eingehend über die Frage der mili­tärischen Räumung der Ruhr zu sprechen. Rach dieser Unterredung verftigte sich Macdonald zur Verichkerstattung zum König.