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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Sonnabend, S. August 1924.

Nummer 186. Einzelnummer 10 Pf , Sonntags 15 Pf.

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Das Problem der Ruhrräumung.

Die Londoner Konferenz.

Berlin glaubt Grund zu Hoffnungen zu haben.

Konferenz-Verlauf.

Nicht ganz ohne Erfolg "

Wird die Konferenz ihre Aufgabe in dieser Woche beendigen? Das steht auf den ersten Blick ganz unmöglich aus, und doch gibt es m London Leute, die die Frage bejahen mit einem schlauen Augenblinzeln, wie es evrn denen gegeben ist, die im Rate der Götter sitzen. Diese Weisen behaupten nämlich, im Grunoc sei alles schon abgemacht gewesen, bevor oie deutsche Delegation von Berlin abreiste. Herr Hughes habe den Vermittler gespielt und in Ber­lin zu verstechen gegeben, nian solle nur getrost nach London kommen, man werde von dort nicht mit ganz leeren Händen und n icht o h n e einen gewissen Erfolg zuruükvmmen. Im Grunde muß ja ein Erfolg des Kabinetts Marx- S-trescmann den Ententemächten erwünscht sein, den nur eure erfolggestärkte deutsche Regierung könnte überhaupt an oas schwere Werk der Aus­führung des Dawesplans gehen. Das ist den Engländern sehr klar und das spricht sich auch darin aus. wie «bie Persönlichkeiten von Marr, Stresemann und Luther in der Presse geschildert werden. Ich glaube nicht, das; die drei Herren lemals in Deutschland, wo man ia überhaupt auf persönlichen Eindruck und persönliches Auf­treten wenig Gewicht legt, so eifrige, genaue und wohlwollende Porträtisten gefunden haben tote in London.

Auf welchem Gebiet die Eriolge liegen wer­den, die man der deutschen Delegation mitgeben möchte, läßt sich unschwer vorhersehen. Dazu sind die inofsiziellen Besprechungen bestimmt, die zwischen Marr-Stresemann und Herriot-Theu- uis stattfinden und die sich auf die Frage der militärischen und eisenbahnlichen Räumung der Ruhr erstrecken. Denn von diesen Din­gen das Programm, auf welches Herriot sich vor Konferenztisch gesprochen werden, das wäre ge­gen das rPogranlm, auf welches Herriot sich vor seinem Parlament verpflichtet hat. Er darf über diese Dinge nicht als Ches der Delegariru- sprechen, aber als französischer Premierminister, der einem deutschen Kollegen in London begeg­net, darf ers. Aber auch Herriot muß seinen Leuten etwas besonderes nach Haus mitöringen, wenn er die Räumungsfragen mit den Deut­schen so erledigt, daß die Deutschen wenigstens nicht ganz unbefriedigt zurückkehren. Es wird also vorn Abschluß eines deutsch-franzö­sischen Handelsvertrages gesprochen werden. Solch ein Thema läßt sich natürlich fürs erste nur grundsätzlich erledigen. Es wird nicht einfach sein, da zu einer Einigung zu ge­langen. M«m kann nur wünschen, daß beiße Teile sich von dem modernen Geschäftsgrund­satz durchdringen laffcn kein Geschäft ist gut, wo­bei der eine den andern oder der andere den einen übers Ohr haut. Gut ist ein Geschäft nur, wenn beide Teile daran verdienen.

Die Engländer sind natürlich sehr stark an den deutsch-französischen Handelsbeziehun­gen interessiert. Sie haben beiden Ländern ge- genüber die Reckte der meistbegünstigten Nation. Wenn die Engländer auch den Franzosen in deren Hauptausfuhrartikeln (Weine, Parfüme, Modeartikels keine Konkurrenz machen, so gibt es doch auch Gebiete, aus denen beide Länder um den guten Kunden Deutschland kämpfen werden. Die Lage ist für Deutschland nicht un­günstig und es läßt sich wohl manches erreichen, selbst wenn Franlreich. wie das Journal des Debats es wünscht, die militärische Besetzung der Ruhr als Pressionsmittel im handelspoliti­schen Geschäft verwenden wollte. Es ist sehr wahlscheinlich, daß die Engläner eine solche Verbandlungsmetbode der Franzosen als unfair ansehen und dies Frankreich auch fühlbar machen würden. Macdonalds Politik wird ja überhaupr dem befreundeten Frankreich manch kleine Be­schämung bereiten. So z. B. jetzt durch die V c r st ä n d i g >, n a mit Rußland, die be­reits als unmöglich bezeichnet, deren Besprech­ungendgiltig" abgebrochen wurde und die vi-r- undzwanzig Stunden später eine vollendete und unterzeichnete Tatsache ist. Welch einen Ein­druck wird dieser Abschluß auf Frankreich macken, wo man sich nicht zur Anerkennung der Sowjetgesetzgebung entschließen kann, weil da­durch die Ansprüche französischer Privatleute Verletzt werden könnten.

England schaut in die Zukunft, es will, wie Macdonald sagte .Frieden und Brüderlichkeir nickt nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis haben*. Man wird dizrch Schiedsge­richte von den Ansprüchen englischer Privatleute retten, was zu retten ist. aber man macht nicht, wie die Franzosen es bisher getan haben, einen politischen RegilionZartikel daraus, daß Sow- tctrußland das Privateigentum in alter Art an­erkenne. Man fügt sich dem von der Sowjet­union für den auswärtigen Handel festgesetzten Monopol und aestattet den Russen die Errich­tung einer bestimmten Anzahl von Handelsde­legationen, die mit Immunität versehen sein Werden. (Dies ist auch eine Rechtfertigung des

Berlin, 8. August. (Privattelegramm.) Man muß in der Bewertung des bisherigen Ergebnisses der großen internationalen Londoner Konferenz, solange es sich um das Herantasten an die Hauptpunkte handelt, vorsichtig sein. Aber man kann heute schon sagen, daß der Ver­lauf nicht unbefriedigend ist. Man hat überraschende Fortschritte gemacht. Im all­gemeinen macht sich der Eindruck eines französi­schen Entgegenkommens bemerkbar. Eine Reihe von den deutschen Delegierten erhobener Ein­wendungen wurde ohne weiteres erledigt. Die- enigen'Punkte, die sich die Ministerpräsidenten elbst als Delegationsfiihrer Vorbehalten haben, «treffen die Fragen der Stellung der Eisen- bahnregie, der internationalen Anleihe, der Amnestie und der S a ch l i e f e r n n g e n und fchließlich noch die Stellung des Schieds­gerichtes in der Uebertragungsfrage.

* * *

tingcmilöerte Knanzkvn roll.

Rotterdam, 8. August. (Eigener Draht­bericht.) Der Courant meldet aus London: Die Einigung in der Reparationskommisston über die Finanzkontrolle ist ohne wesentliche Zugeständnisse an die Deutschen erfolgt. Tie Reparationskommission hat die Anträge der fr au, zosisch-belgischen Delegation vom 2. August ein­fach zum Beschluß erhoben und die deutfchen Ver­treter für Montag zur Unterzeichnung des Pro­tokolls eingeladen. HavaS verbreitete gestern abend einen Situationsbericht über die Londoner Konferenz. Danach ist die von der Reparations- kommifsion angenommene Finanzkontrolle über Deutschland für vorläufig zehn Jahre festge- fetft. Die Leitung der Kontrollkommission liegt abwechselnd in französischen und englischen .Swy- den. Havas zufolge ist die Schlußsitzung der Konferenz nunmehr für Dienstag vor­gesehen. Die Berhandlungen mit der deutsche., Delegation werden in dem Havasbericht auf­fallenderweife überhaupt nicht erwähnt.

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JSrßfuna der Amacstie-Hrag.

Rotterdam, 8. August. (Eigener Draht­bericht i Aus London wird gemeldet: Die ge­stern abend abgehaltene Befprechnng aller alliier­ten Minister beschäftigte sich mit der Amne­stie f r a g e. Die Deutfckzen erklärten, daß an­gesichts der Stimmung in Deutschland die wegen angeblichen Hochverrats (passiven Widerstandes) Festgenommenen nickt zu bestrafen feien. Macdo­nald antwortete, daß Hochverrat ein fegr dehn­barer Begriff fei Sein Wnnsch fei, die Befrie düng und Versöhnung aller. Es wurde dann befchloffen, diese Frage dem iitriftifdjen Komitee zn überweisen das die Einzelheiten Der Am­nestie ausarbeiten soll. Das Komitee soll durch einen deutschen Vertreter erweitert werden.

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yerricM 'TJorbehn t.

London, 8. August (Eigene Drihtmel- dung.) Die LondonerMorningpost" meldet: Der französische Ministerpräsident Herriot empfing gestern abend die Vertreter der sranzö- sifchen Zeitungen, wobei er unter anderem fache: Die Konferenz schreitet günstig fort Am Mitt­woch kehre ich nach Paris zurück, um in der Kammer und im Senat die vorliegenden In­terpellationen zn beantworten. Ich konnte meine Zustimmung zu einer Anzahl Londoner Be-

iünaft ?rfolgten Ausgleiches zwischen Berlin und Moskau in der Frage der Immunität der rus­sischen Außenhandelsstelles. Die Engländer sehen in die Zukunft, wollen mit Rußland einen gewaltigen Handelsverkehr entwickeln und glau­ben. daß der Wohlstand, den Heide Völker dar­aus ziehen werden, das beste Abwehrmittel ge­gen bolschewistische Umtriebe bildet. Man wird ja jetzt in Frankreich auch an die A n e rk e n- n u n g Sowjetrußlands Herangehen müs­sen. Man kommt etwas spät, und die Russen werden bei den Verhandlungen viel verlangen und wenig bieten.

GnMand und Mußwud.

Der englisch-russische Vertrag wird kritisiert.

(Eigene Drahtmeldung.f

London, 8. August.

Im Unterhaus erklärte in der Debatte über den englisch russischen Vertrag Sir Robert Her­ne. es sei eine vollkommene Täuschung, es dem Lande so darzustellen, als ob bie Regie­rung etwas- für dieses Dokument tue. nm besser; Beziehungen mit Rußland herbei znfühcen. Der gan, Vertrag fei ein Trug und eine Täuschung. Der Liberale Iowe11 gab nach fcharfer Kri­tik des Vertrages zu verstehen, daß die Liberalen die Opposition -ei irgendeiner Abstimmung nicht

schlüffe nur vorbehaltlich der Billigung durch Kabinett und Parlament anssprechen, so daß sie noch nicht als endgültig anzufehen find.

»

Ilm die 9tu6rräumung.

Gens, 8. August. (Eigene Drahtmeldung.) DaS Journal meldet: Der gestrige sranzö- fische Kabinettsrat unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten hat die Zustimmung zu den Londoner Räumungsvorschlägen noch nicht ausgesprochen. Rach mehrstündiger Be­ratung trat Vertagung bis zum Sonnabend ein.

»

Inkraftsetzung des Äawesvianrs.

London, 8. August. (Eigene Drrhtmfl- dung.) Reuter erfährt aus zuverlässiger Quelle: Die Sachverständigen, die über den Bericht des zweiten Ausschusses beraten haben, haben gcster t ein »olles Uebereinkommen erreicht Der brttc Ausschuß wirb, wie man erwartet, seine Arbei­ten heute früh abschlietzen. Es verlautet, daß jetzt der Dawesbericht zehn Tage früher wirksam werben kann, als ursprünglich beab­sichtigt gewesen sei, nämlich am 5. Oktober statt am 15. Oktober. Dies sei ein Ergebnis ber bringenben Vorstellungen ber beutschen Delega­tion, baß ber Dawesplan zu bem frühestmög­lichen Zeitpunkt in Wirksamkeit trete.

Frage der Ruhrräumung.

Nach der Regelung wichtiger Probleme.

lEigene Drahtmeldung.f

Paris, 8. August.

.,Temps" nimmt in seinem Leitartikel Stzl- ümtfi gegen bie Politik beS Feilschens uni bie militärische Räumung bes Ruhrgebie­tes. Glaubt man, schreibt bas Blatt, baß es für Frankreich vorteilhaft wäre, wenn es sich ben widersinnigen, abstoßenden und unzutreffenden Anfckicin gäbe, alS wolle es das verkaufen, was es im gegebenen Augenblick doch wieder herans- geben müsse? Die Konferenz fei znfammcnge- tretcn, um die Durchführung dos S a chver­st ädi gen planes zu sichern. Werde der Plan ausgeführt wie er ausgeführt werden falle, das heißt als unteilbares Ganzes, fo müsse die m i l i t ä r i f cb e Besetzung des Ruhrgebietes a u f b ö r e n. Zum Schluß betont das Blatt allerdings, daß bis z« einer vollkommen befrie­digenden Regelung der Sachlieferungen, der deutschen Obligationen und der Ueberweisung ber Sachliefcrnngcn es natürlich geboten fei, jebc Auseinanberfetzung über bie militärische Räumung bes Ruhrgebietes aufzugeben. (!)

Ä'rstckz efiung der Truppen als Bedingung

Lonban, 8. August. lEigene Drahtrnel- dnng.) Dr. Breitscheid erklärte in einem vom Evening Standorb" veröffentlichten Interview, wenn die deutschen Delegierten mit dem Ent­wurf einer Regelung zurückkehrten, ber nickt ein Versprechen sofortiger Zurückziehung ber franzöfifchen Truvpcn aus bem Ruhr­gebiet, fowie eine Amnestie für die wegen des passiven Widerstandes Eingekerkertcu einschließr, bestehe wenig Aussicht, daß die auf den D a - wesplan bezüglichen Gesetzentwürfe durch ben Reichstag angenommen würben.

Härte sich auch gegen bie Anleihe, nn er nicht ber Ansicht fei, » Sicherheit dafür vor­handen fei und da England alle Referven für die Entwicklung im Innern und des britifcheu Re-ckes brauche Lord Eurzou erHärte, die früheren Vereinbarungen mit den Russen wegen Propaganda feien von ihnen fchnmlos und of­fenkundig außer Acht gelassen worden. Dies fei nicht nur ein Schwindel, fontxrn ein Betrug, dessen wirkliche Ausdehnung bald vom Land er­kannt werden würde.

Ltte llnirrzeichnung erfolgt deute.

London, 8. August. (Eigene T rahtm-l- buitg.'i Der Wortlaut der englifch-rufsifcken Ver­einbarung ist heute abend veröffentlicht worden. Ihre Hauptpunkte hat Penfenbtz bereits gestern im Unterlaufe auseinandergefetzt und befürwor­tet. Wie gemelbet wird, wird br Vertrau heute vormittag von Macdonald und Penfcubg als Vertretern Großbritanniens und ans russifcher Seite u. a. von Rikowski u. Joffe unterzeichnet.

Flug nach Moskau.

Eine Reise im Doppeldecker.

Leber die Luftfahrt unseres Sonderbericht, erstatters nach Moskau geht «ns der D«. richt über die zweite «tapp» zu, den wir im nachstehenden Artikel veröffentlichen»

II.

Königsberg-Moskau.

Morgen früh 6,15 Uhr wartet der Autobus für die Fluggäste vor dem Postamt,- so instru­ierte uns der Flu.gleiier derDerulust", d. h. ber deutsch-russischen LuftrelseverkehrSzesellschaft, als wir nach unserer Ankunst aus Berlin den Flug­platz von Königsberg verlassen wollten. Am nächsten Morgen, als erst noch wenige Frühauf­steher auf den Straßen zu sehen loaren, brachte uns der Autobus im Eiltempo jifm Flugplatz Devan, wo mehrere Maschinen bereits startbereit zu Flügen nach Danzig, Riga und nach Osten standen Ein mächtiger Fokker der Teruluft wartete auf uns. Rasch wurde die in Königs­berg als Grenzstation im Flugverkehr übliche Paß- und Zollrevision erledigt, dann ging es hinein in die Flugzeug-Kabine. Es galt, die längste Fluglinie, die im Weltflugverkchr von ein und derselben Maschine, geführt von ein und demselben Piloten heute War es der deuische Flugzeugführer Egon St eg er, der bereits seit Eröffnung des beutschen Luftverkehrs in dessen Diensteft steht, vorher im Kriege Kamps­flieger auf der ganzen Strecke geflogen wirb, zurückzulcgen ES sind über 1200 Kilometer. R R. 4, Russische Sozialistische Sowjet-Repu­blik, Eigentum beS russischen Staates", ist in russischer und deutscher Sckaist und Sprache aus der Bordwand deS FlngzengeS zu lesen. Ein russischer Bord-Monteur besteigt mit uns die Kabine, um dem Piloten bei ber Kontrolle deS Motors von 360 PS. behilflich zu sein. Tie Maschinefrißt" nicht weniger als

100 Liter Benzin in der Stunde, für den etwa achtstündigen Flug bis Moskau sind also nicht weniger als 800 Liter, die ein Gewicht von zirka 624 Kilo begw. rund .12% Zentnern haben, notwendig. Freilich wird nicht das ganze Benzinguantuni gleich von vornher­ein mitgeführt, vielmehr auf den Zwifchen-La.n- dungsplätzen ergänzt. Da die Maschine aber außerdem noch etwa anderthalb Zentner Was­ser und Oel mitsühr-.i muß, selbst aber bereits 20 Zentner wiegt, so stellt der fliegende Riesen- Fokker mit Gepäck und Passagieren da- respek­table ftlewrcht von fast 50 Zentnern auf feinem Fernflug Königsberg-Moskau dar. Trotz der gewaltigen Länge biefer Strecke ist feit ihrer Eröffnung im Jahre 1922 bis heute nicht ber geringste Zwischenfall, bei dem ein Mensch auch nur den leichtesten Schaden erlitten Hütte, zu verzeichnen gewesen. Alles klappte Tag für Tag, Sommer, Herbst und Winter, gleich, ob bas Flugzeug auf Rädern ober Schneeknsen startet, sozusagen cufS Schnürchen.

*

Rach dem Start in Königsberg um 7,15 Uhr schweben wir im Morgen-Sonnenglanze über den Pregel hin der ostprenßi schon Grenz- ent­gegen Orte, die auS dem Weltkriege her noch in Erinnerung sind, werden sichtbar, n. a. In­sterburg. Gumbinnen, Stallupönen und Sckir- windt Hier ist die Grenze erreicht. Diessktts deutsche Gehöfte mit sauberen rotgedachten Häusern, tadeflose Chausseen, brühen die soge­nannten Panse-Häuser und dürftige Landwege. Litauen ber erste der nach bem Weltkriege ge­schaffenen Rondstaaten, anmutige Landschasts- bilber, mit Wäldern und Seen, unterbrochen von riesigen Snmpfg Meten. Hier und da Ein­zelgehöfte, selten in größerer Zahl zusimmen- liegend, die Häuser aus Holz, mit Schilf oder Stroh bei-eckt. Der Riemen. 200 Kilometer lie­gen hinter uns Der Bord-Monteur öffnet die aus der Kabine zum Piloten führende Tür» klavhe, untersucht gewissenhaft den Motor und vumpr aus dem Reserve-Tank Benzin in den Hmcht-Tank ein.

Um 9 Uhr ist Kowno. Litauens Haupt­stadt erreicht. Bei ber Zwifchenlandung auf dem Flugplatz werben wir von dem deutschen Flugplatz-Letter und dem Offizier vom Dienst der litauischen Militär-Ftteger-Abteilung be­grüßt. Paßrevisivn in komplizierter Form. DaS litauische Durckgangs-Pifmn, das ebenso wie das letffscke bei einem Fluge nach Moskau er­forderlich ist, wird alS in Ordnung befunden.

*

Rach etwa dreiviertelstündigem Aufenthalt starten wir zu der länasten Etappe nnseres Fluges auf: Kowno-Smolcnsk. Fast 600 Kilometer ohne Zwischenlandung Da der Ge­genwind anhielt, sollte es länger als sonst dau­ern Rrrdöstlicher Kurs dem Will ja-Fluß, der als silbern glänzende Spirale sich dahin­schlängelt, entaegcn, über einer schnurgeraden Chaussee nach Wilkomir. lieber freundliche Land- schnsten, die von Wäldern und Sümpfen unter«

unter ftüfern würben. Lloyd George nannte bas rufüfche Abkommen ein noch nie bageiucfe- ne$ Dokinnemnt. Die Russen hätten unmögliche Forberimgen gestellt itnb es immer abgi'ehnt, Gruudlätze anzuerkennen, auf denen allein zivilisierte Regierungen ihre Beziehungen zueinander remln könnten, flovb George er-