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Mittwoch, 6. August 1924.

Nummer 183.

Einzelnummer 10 Pf.. Sonniags 15 Pf

Licht und Schalten über der Themsesront

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V.

Deutsche im Kreuzverhör.

Wie das Konferenz-Nachspiel verlaufen wird.

London, 5. August <Eig?ne Drahtmeldung.) Die Delegatiou?sührer waren gestern vormittag versammelt. Es wurde über die Verhandlungs- Prozedur in der zweiten Phase der Konferenz verhandelt an der anch die deutschen Delegierten tcilnehmen werden. Schon heute Mittag wird eine Bollsihnng der Konferenz zusammrn- treten in der die Deutschen mit den Beschlüssen der Konferenz bekannt gemacht werden Das Iuriftcnkomitce ist mit der Abfassung des vorzu- iegenden Dokuments beauftragt. An dieser Boll- sitmna sollen keine langen Reden gehalten wer­den, sondern nur kurze Höflichkeitsansprachcn. Dann wird das Datum der nächsten Vollsitzung festgesetzt und die Sitzung aufgehoben werden. In der zweite« Vollsitzung werden die deutschen

Beigeordneter Henkel.

Wiederum stand, wie mehrfach schon, dieser Punft auf der Tagesordnung: Beigeordneten­wahl ! Stadtverordneter Gatto vertrat den Standpunkt der Deutschen Volkspartei, daß die

sei davon überzeugt dast nunmehr endlich die Brfriediguua Europas verwirklicht werden könn­te. Die Rewvorker Presse bringt über den Berliner HugheSbcsuch spaltenlange Berichte, die darin gipfeln, dast der Berliner Bestich von Hughes auch eine politische Neuorientierung Amerika- in Europa einleite« müffe und werde.

Lichi und Schatten auf der Konferenz.

Berlin, 5. August. (Privattelegramm) D'e Auffassung der Reichsregierung zur «o.tboner Konferenz ist kurz folgende' Bei Außerbetracht- lassung der militärischen Räumungsfrage (die aber für Deutschland eine Kardinalsrage ist) be­icht -um erstenmal« seit der Intervention der Bankiers wieder Grund zu hoffen, daß die Londoner Konferenz Erfolg habe» kann. Die Gefahr könne nur noch in der Räurnungs- -rage liegen. Mitteilungen des englischen Bot­schaftsrats beim Hughes-Besuch lassen jedoch cr- enncn, daß England in der Räumungsfrage ich durchaus noch nicht gebunden haben will, >evor es nicht den deutschen Standpunkt gehört hat Auch der Beschluß der Reparations- komMission, direkt mit den deutschen Vertretern zu verbandeln hat in Berlin günstig gewirkt Das Stresemann-Blatt, die .Zeit», weist darauf hin: Wird die Besetzung der Ruhe und der sonst widerrechtlich besetzten Gebiete ausrecht erhalten, so ist das deutsche Rechtsgefühl aufs schwer st e beleidigt, und es fehlt dann an der nötigen Grundstimmung, ohne die eine Durchführung des Gutachtens nicht möglich ist. Es fehlen aber auch alle materiellen Be­dingungen für das Gelingen. Die militärische Besetzung drückt auf die deutsche Wirtsck.rftsent- faltung Auch dieDeutsche Allgemeine Zeitung betont, es könne keine Rede davon sein, daß die deutschen Vertreter den vielfachen Kompromissen ohne weiteres ihre Zustimmung geben.

Mönchlein, Nlönchlein...

Deutschland wehrt sich in London gegen eine Welt.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 5. August

Wie unser Informationsdienst aus dem Aus­wärtigen Amt erfährt, wird die deutsche Delega­tion die entscheidenden Verhandlungen mit den Londoner Konferenzmächtcn nicht vor Don­nerstag aufnehmen können. Rach dem Ein­treffen in London findet zunächst eine Fühlung­nahme mit den alliierten Staatsmännern statt. Man hat in Berlin den Eindruck, daß auf Seiten der Alliierten das Bestreben vorhanden ist, die

Verhandlungen mit Deutschland zunächst auf ganz inoffizieller und unverbindlicher

Basis

zu führen, damit dann hie großen entscheidenden Vollversammlungen ohne ernste Schwierigkeiten durchgeführt werden können. Im übrigen geht das Bestreben der deutschen Regierung dahin, zuerst die bisherigen Londoner Befchlüffe zu er­örtern und im Anschluß daran die Verhandlirn- gen über die deutschen Forderungen zu eröffnen. Üebcr die deutschen Forderungen hinsichtlich der militärischen Räumung des Ruhrgebiets wirp außerhalb des Rahmens der großen Konfe­renz vcrlmndelt werden. Die Erwartungen, die man in den Berliner diplomatischen Kreisen ans London setzt, sind keineswegs sehr zuversichtlich Man ist in Berlin durch die letzten Beschlüsse der Londoner Konferenz und insbesondere durch d«s Zustandekommen eines bindenden Kom­promisses unter den Alliierten beunruhigt.

Nach Ansicht des Auswärtigen Amtes liegt die maßgebende Entscheidung zum größten Teil bei der englischen Regierung. Insbesondere erhebt sich die Frage, ob die englische Regierung bereit sein wird, sich an der Aussprache über die bis­herige Räumung der Ruhr zu beteiligen, oder ob sie es vorziehen wird, sich der Erörte­rung dieser Frage aus Rücksichtnahme gegenüber Frankreich fernz uh alten. Wenn das letztere der Fall sein würde, so wäre damit die Position de, dentschen Regierung außerordentlich erschwert.

schifft" hätten. Er glaube, der Horizon heitere sich jetzt tatsächlich auf Er

AmerikasHanö überGuropo

Hughes sät Hoffnungen in Berlin.

^Eigener Drahtw'richi.)

Berlin. 5. August.

lieber die Besprechungen, die der amerika­nische Staatssekretär Hughes in Berlin mit den führenden Mitgtiedern der Reichsregierung hatte, wird Stillschweigen gewahrt. Deut­scherseits äußert man sich allerdings sehr be­friedigt über den Verlauf der Unterhaltun­gen mit dem amerikanischen Staatsmann. Bei einem Empfang der Berliner Pressevertreter be­grüßte Staatssekretär Hughes m außerordentlicher Frische und großer Liebens­würdigkeit jeden einzelnen Gast und händigte am Schluß des Empfanges den einzelnen B«r- tretern folgende Erklärung aus:Berlin ist mir nicht unbekannt; ick kenne cs sehr gut feit den letzten Jahren. Ich bedauere sehr, daß mein Aufenthalt so kurz ist. Es gereicht mir znr be­sonderen Befriedigung, hier in einer Zeit zu fein, in der eine so hervorragende Aussicht besteht für eine Basis, die den wirtschaft­lichen Wiederaufbau herbeizuführen ge­eignet ist. Wir Amerikaner sind doppelt in­teressiert an den diesbezüglichen Massnah­men. Und wir glauben fest, daß der Dawes- Bericht den Beginn einer neuen Bcra des Frie­dens und der Prosperität in Europa bedeutet. Es besteht die sichere Hoffnung, daß dieser Bericht bald in die Wirklichkeit umgesetzt wird."

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Nach den neueren Londoner Meldungen be­absichtigen die Konseren,zmächte, die Verhand­lungen mit Deutschland außerordentlich z u b e s ch l e u n i g e n. Die Reichsregierung be­absichtigt jedoch nicht, sich zu ihren Entschlichen drängen zu lassen und unvorbereitet in die Ver­handlungen zu gehen. . Die deutsche Delegation wird daher micht eher bereit fein, in die Kon­ferenz einzugreifen, bevor man nicht In der Lage ist, nach eingehender Prüfung der be­stehenden Befchlüffe ein seutfches Gegenprogramm vorzubringen. Tie Re­gierung bat die Fahrt angetreten ohne ein Vertrauensvotum, aber auch ohne ein Mißtrauensvotum beT Rutschen Volks­vertretung. Wohl war eine Mehrheit tnt Reichs­tage dafür vorhanden, daß es Bedingungen gibt, auf deren Erfüllung Deutschland nicht verzichten kann, nicht nur vom Standpuntte der Ehre des deutschen Volkes aus, sondern auch deswegen, weil deren Durchführung die Voraussetzung für die Erfiillbarkeit der Feoderunaen des Daro.'S- Planes bildet. Der amerikanische Staats­sekretär Hughes sprach vor der Presse recht optimistisch und hoffnungsfreudig, und cs be­steht Grund zu der Annahme daß er in seinem Gedankenaustausch mit den leitenden deutschen Staatsmännern auch versucht hat, die in diesen Kreisen zum mindesten gedämpfte, wenn nicht pessimistische Auffassung zu zerstreuen. Die Deut­schen stehen allein einer g'eichlosscnen Par­tei gegenüber; nach der materiellen Seite hin begegnen sich allerdings vielfach ihre Wünsche mit denen der angelsächsischen Fiuanzwelt. Und so mag «um iyuner noch hoffen, daß die münd-

Kasseler Rathaus.

Scheide,nannö und Rofenstocks Abbau, der Kamps um den Beigeordneten; vorerst leine Neuwahl der unbesoldeten St ad träte. Im Rathaus zu Kassel ging es gestern wie- der reafam zu Der Magistrat tagte, tote derlau- 12t, zweimal. Gerüchte besagten, daß, de^- .^ban des Oberbürgermeisters und des -rtadtrats Ro- enstock von der Regierung untersagt worden sei. Später wurde durch das Nachrichtenamt jol- gende Mitteilung an die Presse ausgegeben.

Bon der hiesigen Regierung sind die Be­schlüsse der Stadtverordnetenversammlung auf Abbau des Oberbürgerme, sterö Scheide mann und des Stadtrats R o s e n- sto ck als u n g es e tz l i ch mit aufschiebender Wirkung beanstandet worden.

In vertraulicher Sitzung der Stadwcrord.r^ ten wurde dazu Stellung genommen. Danach soll nunmehr versucht werden einen Einklang zwischen den bekannten Beschlüssen der Stadw-r ordneteuversammlung und dl-fer nach rechtssel tiger Ansicht die Angelegenheit lediglich verzo- gcrnden Stellungnahme der Regleiungherbe, zusühren, die neben dem vorn Oberland^gerlcht in Frankfurt bereits einberufenen Beschwerde- ausschuß läuft, dessen Entscheidung sich all". dings noch lange hinausziehen kann, schließ, lich stehen noch andere Wege offen, die un Not- falle von der Mehrheit beschritten werden sollen. Aus alle Fälle ist die Lage außerordentlich ver- wickelt. Die Einsprüche von Dr. Hohle und Ehr. Witiroü wurden von der Versammlung verwor­fen. In diesen beiden Fällen hat die Aufpcht^- behörde überhaupt keine Stellung genommen.

Oberpostrat Leineweber tritt zurück.

In derWandeltzalle" vor dem Stadtverord- netensitzungssaalc wurde die Kunde, daß Ober­rostrat Leineweber, der frühere Frattionsvor» sitzende bei Demokraten sein Mandat nie ber­get egt hat, ausgiebig erörtert Von rechts stehender Seite erklärte man diesen schritt des ruhigen und sachlichen Stadtverordneten, oer einer der besten Kenner des Etats und der Bc- amtenfragen war mit Neneinstellung innerhalb der demokratischen Fraktion.

Mit Spannung sah man deshalb dem Beginn der öffentlichen Sitzung der Stadtverodnetenver- sammlung entgegen, in der dann der Vorsteher, Stadtv. Geck, die Nachricht bestätigte. In dem zur Verlefung gebrachten Schreiben, das die Mandatsniederlegung ausspricht, begründet Stadtv. Leineweber seinen Schritt mti beruf- l i ch e r U e b e r l a st u n g. Er sei derart in An. fpruch genommen, daß er sein Amt als Stadt­verordneter nicht mehr so ausfüllen könne, rote es erforderlich seil

Der Vorsitzende rühmte den Fleiß und die Treue des Ausgeschiedenen während einer mehr als fünfjährigen Amtszeit, der die Sympathien

: ser ganzen Versammlung, einerlei welcher Rich­tung genossen bat.

Nächster auf der gewählten Liste der Derno- . traten ist Wohnungsinfpektor Brebme, mit bes- : sen Wahl sicher gerechnet werden kann.

Keine Neuwahl der Schöffen.

i Auf der Tagesordnung stand dann dir noch- : malige Wahl der unbesoldeten Magistratsmit- , glieder. Es war von .Sanktionen" der Rechten i gegen die Demokraten die Rede gewesen Aus 1 Gesprächen mit bekannten Führern der Rechten 1 war zu entnehmen, daß ein solcker Gedanke, : wenn er bestanden 6oben sollt:, fallen gelassen : ist. Eine Erörterung war zwecklos, denn der Geschäftsausschuß war sich in seiner Sitzung vor ; der Versammlung darüber einig geworden, von einer solchen Wahl Abstand zu nehmen und zu- ' nächst eine unzweideutige Erklärung von der Regierung zu fordern, ob die bekannte Regie» rungsverodnung auch auf Kassel zutrifst. Etne nochmalige Wahl würde nach Mitteilung des Vorstehers mit allerlei Komplikationen verbun­den sein. Oberbürgermeister Scheidemann berich-

tete über persönliche Fühlungnahme mit der Re­gierung. Danach ist die Sache so unbedeutend, . daß die Regierung von sich gegen ein Unterblei­ben einer Neuwahl keinerlei Einspruch erheben würde. Dennoch empfehle sie gelegentliche Vor­nahme der Wahl, damit nicht später vor irgend einer Seite Anfechtung erfolgen könne. Sowohl i die Stadtverordneten Steuer (Ver. Rechtel wie Dr. Theiß (So,.) vertraten den Standvunft, daß keinerlei Widerspruch Mischen altem und neuem

. Recht besteht. Entsprechend dem Beschluß deS GeschSftsausschufles wurde die Neuwahl aus- gesetzt

Delegierten ihre Ansichten zu de« KommlsstonS beschlüffen bekannt geben. Prinzipiell ist be­schlossen worden, daß in der Folge die Kommis­sion nicht mehr einberufen werden soll. Wenn Meinungsverschiedenheiten mit den Deutschen auftretcn,. so werden sich lediglich die Delega­tionsführer verfameln und je nach Bedürfnis Mitglieder der Delegation oder Sachverständige zu den Beratungen heranziehen. Wenn die deutsche Delegation angehört wird, so werde sic das Recht haben, mit ihren Delegierten oder Sachverständigen zu erscheinen. Gleichzeitig werde auch die R e p k o tagen und die deutschen Delegierten über die Fragen anhören, die nur zwischen der Kommission und den Deutschen ver­handelt werden können. Macdonald will keine großen Reden, sondern nur sachlickie Diskussionen oder ganz bestimmte Anfragen gestatten. In der gestrigen Vollsitzung soll Hcrriot erklärt haben, wenn die deutschen Delegierten die Frage der Kriegsschuld in der Konferenz aufwerfe,i würden, so würde er mit der französischen Dele­gation den Sitzungssaal verlassen.

66 kann unterschrieben werben.

London, 5. August. (Eigene Drahirneldung.) Das juristische Komitee, das mit der Abfassung des Rcicyskonfcrenzprotokolls beauftragt worden ist, hat gestern Abend bereits seine Arbeiten be endet. Es sind nur noch einige untergeorbnete Fragen zu erledigen und man glaubt, daß diese heute Vormittag erledigt werden können. Das Komitee hat sich außerdem mit der Frage beschäf­tigt, welche Autorität für die Auslegung des Dawesplancs zuständig sein werde. Ein Bericht über diese Frage wurde dem Generalsekretär der Konferenz überreicht.

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Lite Spannung läßt nach.

Rotterdam, 5. August (Privattelegramm.) In der Londoner Presse zeigt sich ein merkliches Nachlassen des Interesses an dem weiteren Ver­lauf der Konferenz, da die Hauptgrundlage der Einigung von Oeffentlichkeit und Presse als so gut wie festliazend angenommen wird. Es be­stätigt sich, daß der englische Botschaftsrat in Berlin vor der Abreise der deutschen Delegation nach London mit Erfola dahin gewirkt hat, daß die Frage der Kriegsschuld von der deut­schen Dclegafion in London nicht berührt wird.

liche Verhandlung, Auge in Auge, zielführender ist wie der schriftliche Gedankenaustausch, der immer manche Schärfen hinterläßt, selbst wenn sie nicht beabsichtigt ist. Wenn man sich erst ge­genseitig verstände es wäre vieles gewonnen.

An der Themsefroni

Vor erbitterte« Kämpfen in London.

Di« deutsche Delegatton ist nunmehr in Lon­don eingetroffen, und man hat es richtig verstan­den, sie vor nahezu vollendete Tatsachen zu stel­len. Als am Sonntag die Einzelheiten der bis- berigen Konferenzergebniffe bekannt wurden, und insbesondere die Londoner und Pariser Be­richte übereinstimmend dasherzliche Einverneh­men" zwischen den alliierten Ministerpräsidenten unterstrichen, da war es den deutschen Regie­rungsmilgliedern ohne weiteres klar, daß man vor sehr ernsten Entscheidungen stehe, über deren Ausgang zurzeit noch keine Voraus­sage gemacht werden kann. Jedenfalls ist cs kein günstiges Vorzeichen, daß man die deutsche De­legation mit der Versicherung empfangt, unter uns besteht Einigkeit, nur ihr seid es, die noch einzig und Mein dazu berufen sein könn­ten, die Ergebnisse der Londoner Konferenz zu gefährden. Als die deutsche Delegation bei ihrer Abfahrt aus dem Berliner Bahnhofe eintraf, waren es nur einige Politiker unv Ver­treter der Presse,^die dem Reichskanzler und dem Außenminister das Geleit gaben unv ihnen auf ihrem schicksalsschweren Weg ein wohlgemeintes Viel Glück und Erfolg" zuriefen. Angesichts des Ernstes der Situation hatte man von jedem feierlichen Gepräge Abstand genommen, aber man darf annehmen, daß über alle Parterunter- schiede hinweg die Wünsche des ganzen deut­schen Volkes die Männer begleiten, die mit gro­ßer Verantwortung beladen den Weg nach Lon­don angetreten hatten.

In der letzten Woche hat eine geschickt ge­leitete Miierte Presse die deutschen Delegierten zu täuschen versucht. Man hat es so dargepellt, als ob Frankreich ziemlich isoliert da steh: und die deutsche Delegation nur zu erscheinen brauche, um den Franzosen den letzten Dto« zu versetzen. Diese Taktik hatte den Zweck, die Vor­bereitungen der deutschen Delegierten planmäßig zu stören und zu verhindern, daß man deutscher­feit« die Gelegenheit wahrnehmen wirb, die be­stehenden Forderungen in ihrer ganzen Trag­weite aufzurollen. Besonders waren es dr- Eng­länder, die sich alle Mühe gaben, in -Deutschland den Eindruck zu erwecken, als ob die Konferenz für Frankreich ungünstig stehe und d,e deutschen Aussichten sehr glänzend seien. In den Berliner Regierungskreisen hat man sich keines­wegs verblüffen lassen. Man weiß i-hr wohl, wie außerordentlich schwierig es srrn wird, ge­genüber der nunmehr wieder hergestellten inter­alliierten Einheitsfront anzukämpsen. Es ist selbstverständlich daß die Deutschen unbekümmert um die Gegentaktik der Konserenzmachte nach wie vor entschlossen sein werde«, die deuisck^n Ein­wendungen gegenüber den bisherigen Bcichlus- sen der Konferenz mit allem Nachdruck zu he- tonen. Selbstverständlich wird man veutschör- seirs keine überflüssigen Einwände erbeben, die lediglich von Prestigerücksichten diktiert sein konn­ten. Man wird auch nicht versuchen, einen Kuh­handel zu treiben, sondern man wir? ein deut­sches Mindest Programm vortragen, von dessen Annahme die weitere Haltung der deut­schen Delegation abhängig sein wird.

"Abreise nnb Ads^itb-orktze.

Berlin 5. August. (Privatteleqrammm.) Staatssekretär Hughes hat gestern abend Berlin wieder verlassen. Dte Abreise erfolgte in aller Stille und gänzlich imbemerft «m 10 Nhr vorn Bahnhok Zoo Rmb Meldungen der amerikani­schen Presse hat Huabes in einer Unterredung mit amerikanifchen Preffevertre iern unter anderem erklärt, daß er von feinen Berliner Befprechungen den Eindruck gewonnen habe daßwir nun endlich die Klippen unv

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